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Mobilitätsplattform: Uber setzt zusätzlich auf Bike Sharing, Carsharing und ÖPNV

Uber entwickelt sich weiter in Richtung umfassende Mobilitätsplattform. Auf einer Veranstaltung in Washington D.C. hat der Uber Chef Dara Khosrowshahi angekündigt, dass Uber eine Reihe von Mobilitätsdiensten in die App integrieren wird. Außerdem werden erhobene Daten über das Verkehrsverhalten und die Parkraumnutzung mit den Städten geteilt. Ziel ist den privaten PKW Besitzt zu reduzieren, auch wenn dadurch Ride-Sharing Fahren der Plattform kanibalilisiert werden.

Bike Sharing via JUMP

Uber wird mit der Integration von Carsharing Dienste, Bike Sharing und die Verknüpfung mit dem ÖPNV zu einer umfassenden Mobilitätsplattform. Die neuen Angebote werden nicht selbst aufgebaut, sondern entstehen durch Partnerschaften. In den vergangen Tagen wurde bekannt, dass Uber den Bike-Sharing Dienst JUMP für fast 200 Mio. Dollar übernommen hat. JUMP wird die Grundlage der des Bike-Sharing Angebots bei Uber werden. Bisher wurden die Räder nur in San Francisco unter dem Namen Uber Bike in der App angezeigt, jetzt kommt Washington D.C. dazu.

Peer-2-Peer Carsharing auch für Nutzer

Im Bereich Carsharing arbeitet Uber mit der Peer-2-Peer Carsharing Plattform Getaround zusammen. In San Francisco können die Nutzer über die Uber App die Fahrzeuge von Getaround mieten. Der neue Dienst soll Uber Rent genannt werden und bei Erfolg in weiteren Städten in den USA ausgerollt werden. Uber und Getaround arbeiten schon länger zusammen, um interessierte Fahrer mit Fahrzeugen zu versorgen. Jetzt wird das Angebot auch den Nutzern zugänglich gemacht. Mit der Integration von Carsharing folgt Uber den Konkurrenten aus Asien, die bereits mit einem ähnlichen Modell experimentieren. Ob Uber Carsharing auch in anderen Ländern plant, ist noch nicht bekannt.

Tickets für den ÖPNV über die Uber App

Um sich enger mit dem ÖPNV zu verknüpfen, hat sich Uber mit dem Startup Masabi zusammengetan. Masabi entwickelt Lösungen für mobiles Ticketing für die öffentlichen Verkehrsmittel. Die beiden Unternehmen arbeiten noch an den Details der Kooperation und an den Märkten, die zuerst angefangen werden sollen. Prinzipiell ist das Ziel, dass in der Uber-App Tickets für den ÖPNV gekauft werden können. Gut möglich, dass Uber den Ticketpreis mit dem Fahrpreis für die Uber-Fahrt verrechnet, falls die Nutzer Uber und ÖPNV auf einer Strecke nutzen.

Auf einer Goldman Sachs Konferenz hat Uber CEO Khosrowshahi angekündigt, dass sich das Unternehmen mit dem ÖPNV verbinden wird und dass sich die Uber App zu einer Plattform für Mobilitäts- und Transportdienste entwickeln wird. Jetzt fängt das Unternehmen an, erste Ergebnis dieser Strategie zu liefern.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

General Motors will ins Peer-2-Peer Car-Sharing Geschäft einsteigen

Der amerikanische Hersteller General Motors plant den Einstieg in den Peer-2-Peer Car-Sharing Markt in den USA. Im Sommer soll es in einem Pilotprogramm losgehen, das Angebot soll bei der Car-Sharing Tochter Maven angesiedelt werden.

Damit baut GM seine Maven Marke kontinuierlich aus. Maven bietet in den USA ein klassisches Carsharing Angebot in 10 Städten an und hat mit Maven Gig ein attraktives Angebot für Fahrer von Ride-Sharing und Lieferdiensten geschaffen. Fahrer von Lyft, Uber oder Instacart nutzen die Maven Fahrzeuge, um damit Geld zu verdienen.

Vermittlung von Privatfahrzeugen

Beim Peer-2-Peer Carsharing können Autobesitzer ihre Fahrzeug auf der Plattform zur Verfügung stellen, Interessenten können diese dann anmieten. Aus Nutzersicht sind meistens die Mietpreise attraktiver als bei herkömmlichen Autovermietung wie Sixt oder Europcar. Die Fahrzeugbesitzer können ihre Fahrzeuge höher auslasten und Umsätze erzielen, um die Betriebskosten zu decken, ggf. wird auch ein Gewinn erzielt. Idealerweise sind die Fahrzeuge mit der nötigen Technologie für die Fahrzeugverwaltung ausgestattet, damit sich Vermieter und Mieter nicht persönlich treffen müssen.

Peer-2-Peer Carsharing in den USA erfolgreicher

In den USA scheint Peer-2-Peer Carsharing erfolgreicher zu sein als bei uns in Deutschland. Unternehmen wie Turo oder Getaround haben es jeweils geschafft, eine große Nutzerbasis aufzubauen. Turo wurde zuletzt mit 700 Mio. Dollar bewertet und hat Geld von Daimler erhalten. Nach eigenen Angaben sind mehr als 4 Mio. Nutzer in mehr als 5000 Städten in den USA und Europa registriert. Getaround konnte im vergangenen Jahr eine Finanzierung im mittleren zweistelligen Millionenbereich von Toyota einsammeln. Autohersteller wie General Motors haben Zugriff auf ein großes Netzwerk an Fahrzeugbesitzern und auch auf die Händler. Dieser Vorteil könnte strategisch genutzte werden, um ein attraktives Angebot zu schaffen, ohne hohe Kosten für eigene Fahrzeuge und Wartung in der Bilanz zu haben.

Bild: General Motors / Maven  (alle Rechte vorbehalten)

Bestätigt: BMW und Daimler vereinbaren Bündelung ihrer Mobilitätsdienste

Seit längerem wurde darüber spekuliert, jetzt melden beide Unternehmen Vollzug. Die beiden Automobilkonzerne Daimler und BMW legen die Mobilitätsdienste zusammen. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen Services für nachhaltige, urbane Mobilität aus einer Hand anbieten.

Strategischer Ausbau der Mobilitätsdienste geplant

Die Tochtergesellschaften und Beteiligungen in den Bereichen Car-Sahring, Ride-Hailing, Parking, Charging und Multimodalität werden in das Gemeinschaftsunternehmen eingebracht. Das Portfolio soll in den kommenden Jahren gemeinsam weiter strategisch ausgebaut werden. Die Fusion der Dienste muss noch von den zuständigen Wettbewerbsbehörden freigegeben werden. Beide Unternehmen sollen jeweils fünfzig Prozent der Anteile an dem Joint Venture-Modell halten. Die beiden Unternehmen werden mit ihrem jeweiligen Kerngeschäft auch künftig weiterhin im Wettbewerb stehen. Wie das gemeinsame Unternehmen heißen wird und welche Markenstrategie verfolgt wird, wurde noch nicht kommuniziert.

Fünf Bereiche im gemeinsamen Unternehmen

Folgende Bereiche sollen in dem Joint-Venture vereint werden:

Multimodal und On-Demand Mobility mit moovel und ReachNow

Die intelligente und nahtlose Vernetzung von verschiedenen Mobilitätsangeboten – inklusive Buchung und Bezahlung – stellt einen großen Mehrwert für die Nutzer dar. Darüber hinaus bietet die multimodale Plattform Lösungsansätze für die Herausforderungen des urbanen Individualverkehrs. Unbekannt ist, ob beide Angebote verschmelzen werden oder parallel bestehen bleiben.

CarSharing mit Car2Go und DriveNow

Car2Go und DriveNow haben in Summe 20.000 Fahrzeuge in 31 internationalen Metropolen. CarSharing erlaubt, die Auslastung von Fahrzeugen zu erhöhen und damit zur Reduktion der Gesamtzahl von Fahrzeugen in den Städten beizutragen. Mehr als vier Mio. Kunden nutzen bereits diese CarSharing-Angebote. Ob einer der Marken verschwinden wird, ist noch nicht bekannt.

Ride-Hailing mit mytaxi, Chauffeur Privé, Clever Taxi und Beat

Mit Europas größter Taxi-App ganz einfach ein Taxi bestellen oder in Frankreich einen lizensierten Fahrer für eine Fahrt in den französischen Metropolen nutzen. Insgesamt 13 Mio. Kunden und rund 140.000 Fahrer nutzen heute schon die moderne, praktische und schnelle Art des Ride-Hailing mit mytaxi, Clever Taxi und Beat sowie dem Fahrdienstvermittler Chauffeur Privé. Innovative Angebote wie mytaximatch, bei dem sich unbekannte Menschen per Fingertipp ein Taxi teilen, leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des innerstädtischen Verkehrsaufkommens, indem zahlreiche individuelle Fahrten im urbanen Raum überflüssig werden.

Parking mit ParkNow und Parkmobile Group/Parkmobile LLC:

Ticket- und bargeldloses Parken am Straßenrand oder Suchen, Reservieren und Bezahlen von Parkplätzen in Parkhäusern. Der innovative, digitale Parkdienst reduziert damit Zeit und Zahl der Fahrten, die Menschen für die Parkplatzsuche aufwenden und verringert damit das Verkehrsaufkommen signifikant. Denn der Parksuchverkehr macht heute etwa 30% des Stadtverkehrs aus.

Charging mit ChargeNow und Digital Charging Solutions:

Einfacher Zugang (Finden, Laden, Bezahlen) zum größten Netz an öffentlichen Ladestationen mit mehr als 143.000 Ladepunkten weltweit. Zusammen mit privilegierten Parkplätzen in den Städten unterstützt dies den Ausbau der Elektromobilität. Es ermöglicht den Menschen, Elektromobilität leicht in ihre Mobilitätsbedürfnisse zu integrieren und diese Antriebsform besser kennenzulernen. Auch hier ist nicht bekannt, ob beide Angebote verschmelzen werden.

Beide Unternehmen verfolgen schon seit ein paar Jahren, einer der führenden Anbieter bei innovativen Mobilitätsdienstleistungen zu werden. Bisher sind beide Konzerne aber weit hinter den führenden Anbietern wie Uber, Didi oder Lyft zurückgeblieben. Es ist zu hoffen, dass das Joint-Venture eine höhere Schlagzahl an den Tag legt, um die Zukunft der Mobilität ernsthaft mitgehalten zu können. Interessant auch, dass beide Unternehmen die Fäden für die Gestaltung der Zukunft aus der Hand geben.

Ganzheitliches Ökosystem an Mobilitätsdiensten

Die Partner planen, die Angebote besser zu vernetzen, um den Kunden ein ganzheitliches Ökosystem an Mobilitätsdiensten anbieten zu können. Die BMW Group und die Daimler AG wollen den Ausbau dieses neuen Geschäftsmodells gemeinsam nachhaltig vorantreiben sowie eine schnelle, weltweite Skalierung des Angebots ermöglichen.

Harald Krüger, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG kommentiert den Zusammenschluss wie folgt: „Die geplante Bündelung unserer Mobilitätsdienste zu einem digitalen Ökosystem ist einzigartig. Mit dieser Allianz erleichtern wir unseren Kunden den Einstieg in die emissionsfreie Mobilität der Zukunft. Im Wettstreit um die besten Premium-Fahrzeuge bleiben wir Wettbewerber. Mit der geplanten Zusammenlegung unserer Mobilitätsdienste setzen wir ein Zeichen in Richtung neue Wettbewerber und bündeln unsere Kräfte“.

„Als Pioniere des Automobilbaus werden wir nicht anderen das Feld überlassen, wenn es um die urbane Mobilität der Zukunft geht. Es wird zukünftig mehr Menschen als heute geben, die im urbanen Raum auf ein eigenes Auto verzichten, aber trotzdem sehr mobil sein möchten. Um ein einzigartiges, nachhaltiges Ökosystem für urbane Mobilität zu entwickeln, wollen wir unsere Expertise und Erfahrung bündeln“, sagte Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars.

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)

Weitere Details über Car-Sharing Plattform von DiDi

Schon Anfang Januar haben wir auf GetMobility.de berichtet, dass die Chinesische Mobilitätsplattform DiDi groß in das Car-Sharing Geschäft in China einsteigen wird. Jetzt hat das Unternehmen weitere Details darüber veröffentlicht.

12 Hersteller kooperieren mit der offenen Car-Sharing Plattform

In Form einer offenen Car-Sharing Plattform arbeitet das Unternehmen mit 12 Automobilherstellern zusammen. Außerdem sollen sich auch Betreiber von Ladenetzen, Verkehrsinfrastrukturen und After-Sales Dienstleister an der Plattform Beteiligen. Zu den Automobilherstellern gehören BAIC BJEV, BYD, Chang’an Automobile Group, Chery Automobile Group, Dongfeng Passenger Vehicle, First Auto Works, Geely Auto, Hawtai Motor, JAC Motors, KIA Motors, Renault-Nissan-Mitsubishi, and Zotye Auto. Deutsche Hersteller sucht man vergeblich unter den Kooperationspartnern.

Starkes Wachstum beim Car-Sharing in China erwartet

Flexibles Car-Sharing wird in China immer beliebter. Immer mehr Chinese buchen lieber ein Fahrzeug on-demand per App und verzichten auf den privaten Fahrzeugbesitz. Eine Studie von von GM Insights geht davon aus, dass der Car-Sharing Markt in China um mehr als 40% pro Jahr in den kommenden sechs Jahren wachsen wird.

Didi will auch mit den bestehenden Car-Sharing Diensten einiger Hersteller zusammenarbeiten und die intern entwickelten Technologien für ein effizienteres Management der Flotten anbieten. Die teilweise auf künstlicher Intelligenz basierenden Algorithmen sollen dabei helfen, die dynamischen Anforderungen der Nutzer zu verstehen und diese dann in effizienteres Plattformmanagement umzumünzen.

Die Plattform soll für Unternehmen und Privatpersonen nutzbar sein und auch weitere Dienste, wie Finanzierung und Versicherungen anbieten. Auch Autovermietungen, Tankstellen, Werkstätten und andere Player in der Wertschöpfungskette sollen Teil der Plattform werden.

Sollte das Plattform Modell in China erfolgreich sein, wird DiDi den Ansatz auch in anderen Ländern ausrollen. Neben Asien setzt das Unternehmen auf den Markt in Süd- und Mittelamerika, der in den kommenden Jahren auch stark wachsen soll.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Car-Sharing: BMW übernimmt DriveNow Anteile von Sixt

BMW hat sich mit Sixt darauf geeinigt, dass das Mietwagenunternehmen seine Anteile an DriveNow an BMW verkauft. Damit übernimmt BMW alle Anteile und die volle Kontrolle an dem Car-Sharing Anbieter. Der Schritt könnte eine Fusion von DriveNow und car2go wahrscheinlicher machen.

Fusion mit car2go jetzt wahrscheinlicher?

Der Schritt könnte den Weg frei machen für eine Zusammenlegung der Carsharing Angebote von Daimler und BMW.  In der vergangenen Woche berichtetet die Nachrichtenagentur Reuters in Berufung auf führende Automanager, dass die die Fusion kurz vor dem Abschluss steht. Von Daimler soll das car2go-Geschäft in ein neues Unternehmen eingebracht werden, von BMW die Töchter DriveNow und ParkNow.

Über die Fusion der beiden Car-Sharing Dienste DriveNow und car2go wird schon seit Anfang 2017 spekuliert. Damals zeigte sich Sixt irritiert von dem Vorhaben und galt seitdem als Verhinderer der Fusion. Der Verkauf an die BMW Group spült gutes Geld in die Kassen von Sixt und BMW erhält mehr Kontrolle über die zukünftige Ausrichtung.

Ziel soll es sein, den aggressiven internationalen Playern wie Uber, Didi und Co. Paroli bieten zu können. Wie das mit einer Strategie mit zwei Marken und ohne Ride-Sharing funktionieren soll, ist unklar.

BMW will offiziell Unternehmensstrategie Number One > Next stärken

Die offizielle BMW Pressemitteilung lässt nichts von einer Fusion mit car2go vermuten. BMW will mit der Übernahme der Sixt-Anteile die alleinige Kontrolle über das Car-Sharing Angebot erhalten. Im Rahmen der Number One > Next Unternehmensstrategie sollen die Angebote in den Bereichen On-Demand Mobilität (DriveNow und ReachNow), Parken (ParkNow) und Laden (ChargeNow) weiter ausgebaut werden. “Bis 2025 wollen wir 100 Millionen Kunden für unsere Premium Mobilitätsangebote begeistern. Mit DriveNow als hundertprozentiger Tochter haben wir alle Optionen für eine strategische Weiterentwicklung unserer Services in der Hand. Die Erfahrungen unserer Mobilitäts- dienstleistungen sind für uns auch mit Blick auf künftige autonome, elektrifizierte und vernetzte Flotten relevant“, sagte Peter Schwarzenbauer, Mitglied des Vorstands der BMW AG, MINI, Rolls-Royce, BMW Motorrad, Kundenerlebnis und Digital Business Innovation BMW Group.

DriveNow mit 420 Mio. Euro bewertet

Für Sixt scheint sich der Verkauf zu lohnen. Sixt gibt an, dass durch den Verkauf von DriveNow win Gewinn von 209 Mio. Euro erzielt wird. Der Autovermietung gehörten 50% an DriveNow, damit liegt die Bewertung des Car-Sharing Angebots bei etwa 420 Mio. Euro. Die Aufsichtsbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen, mit einer Entscheidung wird im zweiten Quartal gerechnet.

Die beiden Unternehmen sind 2011 mit DriveNow gestartet und haben den Dienst in 13 europäischen Städten ausgerollt, teilweise als Franchise-Modell. Insgesamt sollen eine Million Kunden bei dem Car-Sharing Dienst angemeldet sein.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Car-Sharing Markt: DriveNow und car2go vor Fusion

Schon seit einigen Monaten wird darüber spekuliert, dass die beiden Car-Sharing Anbieter DriveNow aus dem Hause BMW und car2go von Daimler zusammengelegt werden sollen. Nach vielen Dementis soll es jetzt laut Reuters im Februar 2018 soweit sein.

Die beiden Automobilhersteller wollen offenbar eine gemeinsame Firma gründen, in die Daimler das car2go Geschäft einbringt und BMW zusammen mit Sixt die Marken DriveNow und ParkNow. Sein ReachNow Angebot scheine BMW aber nicht mit einzubringen, was den Aufbau eines starken globalen Players erschweren wird.

Beide Car-Sharing Marken sollen bleiben

Die beiden Marken sollen auch nicht verschwinden – Daimler hält an car2go fest und BMW an DriveNow. Die IT-Infrastruktur hinter den Angeboten soll zusammengelegt werden, um beide Angebote für die Nutzer bündeln zu können. Kosteneinsparungen würden sich auch durch die Zusammenlegung der lokalen operativen Teams ergeben, ob das geplant ist, wurde nicht bekannt. Wie sich die beiden Marken bei der Vermarktung verhalten werden, bleibt spannend. Werbung für beide Marken zu machen und dabei noch in Konkurrenz zu treten, treibt die Kosten nach oben. In den letzten Monaten mussten anscheinend die Partner, wie Sixt von der Fusion überzeugt werden, deswegen soll der Prozess auch so lange gedauert haben.

Lassen sich andere Anbieter von Fusion beeindrucken?

Die Automobilhersteller BMW und Daimler, die sich in den kommenden Jahren stark in Richtung Mobilitätsdienstleister entwickeln müssen, erhoffen sich durch die Bündelung der Angebote eine stärkere Position im Wettbewerb mit den Konkurrenten aus Asien oder USA. Die Zusammenlegung der Car-Sharing Angebote wird das Problem aber nicht lösen, es muss ein Umdenken stattfinden, um eine umfassende Mobilitätsplattform aufzubauen.

Auch wenn beide Anbieter die Fahrten im letzten Jahr steigern konnten, ist das Geschäft noch winzig. Die etwa drei Mio. Kunden bei car2go haben im Jahr 2017 insgesamt 24 Mio. Fahrten absolviert. BMW kommt mit DriveNow auf etwa eine Mio. Kunden und 8 Mio. Fahrten im vergangenen Jahr. Das ist nichts im Vergleich zu den großen Mobilitätsdiensten, die durch die Fusion angegriffenen werden sollen. Der Chinesische Anbieter Didi kam im letzten Jahr auf mehr als 7 Milliarden Fahrten.

Die bisherigen Informationen lassen erahnen, dass die beiden Unternehmen durch den Zusammenschluss die Wirtschaftlichkeit der Car-Sharing Dienste in Deutschland verbessern wollen. Nach einer Strategie, um gegen Player aus Asien und den USA bestehen zu können, sieht es nicht aus.

Bild: DriveNow (alle Rechte vorbehalten)

Car-Sharing kommt in Singapur gut an

In der asiatischen Metropole Singapur wird Car Sharing gut angenommen. Gründe dafür sind unter anderem, dass privater Autobesitz extrem teuer ist und die Zahl der Zulassungen stark begrenzt ist.

Starkes Wachstum bei Car-Sharing Anbieter BlueSG

Ein Beispiel dafür, dass Car-Sharing gut angenommen wird, sind die veröffentlichten Zahlen von BlueSG. Das erst kürzlich gestartete Unternehmen BlueSG ist zufrieden mit der Entwicklung in den ersten drei Wochen. Mehr als 3300 Kunden haben sich für das Car-Sharing Angebot mit Elektroautos angemeldet. Mehr als 5000 Buchungen wurden in den ersten drei Wochen durchgeführt. Bisher hat BlueSG eine überschaubare Flotte mit 80 Fahrzeugen in Betrieb und betreibt 32 Ladestationen. Bis 2020 soll die Flotte auf mehr als 1000 Fahrzeuge wachsen und 2000 Ladestationen aufgebaut werden.

Wachstum begrenzt – hohe Kosten für Fahrzeuglizenz

Die Metropole hat damit zu kämpfen, dass 5.6 Millionen Menschen auf engstem Raum zusammen wohnen. Damit der Straßenverkehr nicht im Stau versinkt, ist die Zahl der privaten Fahrzeugzulassungen stark limitiert. Regelmäßig wird das maximale Wachstum an Neuzulassungen definiert. Für 2018 wurde das Wachstum auf 0% festgelegt, dieser Wert soll bis 2020 gelten. Um die Einwohner trotzdem mobil zu halten, investiert der Stadtstaat in den öffentlichen Nahverkehr und ermöglicht alternative Verkehrsangebote. Gewerbliche Fahrzeuge und Busse sind von dem Wachstumsstopp ausgenommen.

Wer ein Fahrzeug zulassen möchte, benötigt eine behördliche Genehmigung. Die Genehmigungen werden versteigert, was den Preis nach oben treiben kann. Im Moment kosten die Lizenzen etwa 30.000 Euro, was sich die meisten Einwohner nicht leisten können.

Ride-Sharing Fahrer greifen auf Mietwagen zurück

Auch Uber Fahrer müssten die 30.000 Euro auf den Tisch legen, wenn sie sich ein eigenes Fahrzeug kaufen. Die Lösung heißt für die meisten aber, dass ein Fahrzeug angemietet und nicht gekauft wird. Die Zahl der Privatfahrzeuge nimmt in den letzten Jahren in Singapur kontinuierlich ab, während die Zahl der Mietfahrzeuge stark wächst. Zwischen 2013 und 2016 ist die Zahl der Mietautos von 16.396 auf 51.336 gewachsen. Hauptgrund dürften die Uber und Grab Fahrer sein.

Bild: BlueSG (alle Rechte vorbehalten)

Bike-Sharing Dienst Mobilke startet Car-Sharing Angebot

Der erste chinesische Bike-Sharing Anbieter erweitert sein Angebot an Dienstleistungen mit einem Car-Sharing Service. Der Schritt zeigt die Ambitionen der neuen Anbieter und dass nur mit Bike-Sharing schwer Geld zu verdienen ist.

Stationsgebundenes Car-Sharing mit Elektroautos

Mobike startet seinen Car-Sharing Dienst in der chinesischen Stadt Guizhou, in Kooperation mit dem Unternehmen SITECH Xinte Motors. Zum Einsatz kommen Elektrofahrzeuge, die stationsbasiert sind. Die Stärken Mobike liegen bei der Vernetzung der Fahrräder (Internet of Things), Big Data und Mobile Apps. Die Gui’an Region verfügt über eine Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Die Verknüpfung der Stärken wird beim Aufbau eines smarten und umweltfreundlichen Transportsystems helfen.

Multimodales Angebot in einer App

Mobike wird das Car-Sharing Feature direkt in die App integrieren, so dass die Nutzer keine weitere App laden müssen. Wie bei den Car-Sharing Diensten DriveNow oder Car2Go kann über die App das Fahrzeug gebucht, geöffnet und geschlossen werden und die Bezahlung läuft ebenfalls über die hinterlegten Daten. Wie in China üblich, wird das Angebot stationsgebunden sein und nicht nach dem free-flaoting Prinzip.

Bike-Sharing und Fahrzeug-basierte Dienste wachsen zusammen

In den vergangenen Monaten hat der führende Anbieter für Bike-Sharing Kooperationen abgeschlossen, um den Nutzern einen Ride-Sharing Dienst zur Verfügung zu stellen. Mobike arbeitet mit Shouqi Limousine & Chauffeur und Didapinche zusammen. Die Dienste von Shouqi sind ebenfalls als Art Roaming in die Mobike App integriert. Die Mobike Nutzer sehen die Fahrzeuge und können diese auch gleich über die App buchen.

Bike-Sharing Konkurrent ofo wurde in die App des Ride-Sharing Markführers in China Didi Chuxing integriert. Hinzuzufügen ist, dass Didi Chuxing im großen Stil in ofo investiert hat.

Der Schritt von Mobike zeigt, dass Car-Sharing, Ride-Sharing und Bike-Sharing enger zusammen wachsen werden und gegebenenfalls unter einer Marke angeboten werden können. Der Schritt macht absolut Sinn, um eine schlüssiges intermodales Netzwerk anbieten zu können.  Wünschenswert wäre auch, dass die hiesigen Anbieter wie DriveNow oder Car2Go experimentierfreudiger werden und ebenfalls weitere Dienste mit integrieren.

Bild: Mobike (alle Rechte vorbehalten)

BMW bringt sein Car-Sharing Angebot nach China

BMW wird sein Car-Sharing Programm dauerhaft nach China bringen. Ab Dezember soll eine überschaubare Flotte an 100 i3 Elektrofahrzeugen in der Stadt Chengdu unterwegs sein.

BMW wird den Premium-Dienst unter der Marke ReachNow anbieten. ReachNow wird seit dem U.S.-Launch 2016 als Markenname außerhalb Europas genutzt und öffnet die Möglichkeit, weitere Mobility Services unter gleichem Namen anzubieten. In den USA ist das teilweise schon Realität – ReachNow bietet dort in einigen Märkten neben Car-Sharing auch einen Ride-Sharing Dienst an. In Europa läuft das Car-Sharing Angebot weiter unter dem Namen DriveNow.

Chengdu wird erste ReachNow Stadt in Asien

Der Start in Chengdu kommt nach einem erfolgreichen Pilotprojekt von ReachNow in Peking. Das Setup unterscheidet sich auch in einigen Punkten von DriveNow. Die Flotte ist mit 100 Fahrzeugen mehr als übersichtlich, gerade bei der Größe der Stadt Chengdu. Etwa 15 Mio. Menschen wohnen in der chinesischen Metropole. Zum Vergleich, in Berlin, einer Stadt mit etwa 3.5 Mio. Einwohnern, stehen 1400 Fahrzeuge von DriveNow zur Verfügung. Ein weiterer Unterschied ist, dass BMW das Angebot ohne den Mietwagenanbieter Sixt nach China bringt. In China ist die Car-Sharing Plattform EVCARD Partner von BMW.

Stationsbasiert statt free floating Car-Sharing

Auf free-floating wird in China auch verzichtet. Die Nutzer müssen die Autos an einer Station abholen und auch wieder abstellen. In den europäischen Städten stellt das free-floating Prinzip einen Wettbewerbsvorteil für DriveNow und andere Carsharing Anbieter, wie car2go oder drive-by dar. In Chengdu wollte die Stadtverwaltung scheinbar verhindern, dass die Autos überall abgestellt werden können. Auch größere Anbieter, wie EVCARD oder GoFun müssen ihre Dienste stationsbasiert anbieten. EVCARD ist Partner von ReachNow vor Ort. Anders sieht es bei Bike-Sharing Anbietern aus. Die zigtausend  Leih-Fahrräder von ofo, moBike und weiteren Anbietern dürfen überall in den Städten abgestellt werden.

In Europa hat DriveNow mehr als 6000 Fahrzeuge in 13 Städten im Einsatz und wird von mehr als einer Mio. Kunden genutzt. Etwa 15% der Flotte sind BMW i3 Fahrzeuge mit Elektroantrieb. In den USA sind 1400 Autos in drei Städten verteilt.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Car-Sharing: Drivy geht Partnerschaft mit RideLink ein, das sich aus dem Markt zurückzieht

Der peer-to-peer Car-Sharing Markt konsolidiert sich weiter. Das von Rocket Internet finanzierte Startup RideLink gibt auf und geht eine exklusive Partnerschaft mit dem Anbieter Drivy ein. Die Autobesitzer und Nutzer von RideLink werden aufgefordert, sich bei Konkurrent Drivy anzumelden. Die RideLink Nutzer erhalten vergünstigte Konditionen bei einem Wechsel zu Drivy, um Vermietern und Mietern einen einfachen und unkomplizierten Übergang zu ermöglichen. Drivy ist erst kürzlich in Großbritannien gestartet und freut sich über neue Nutzer.

RideLink: Car-Sharing von Rocket 2015 gestartet

Das Rocket Startup war 2015 in London gestartet und kurze Zeit später erfolgte die Expansion nach Spanien und Deutschland. Jetzt scheint dem Startup die Luft ausgegangen zu sein. Auf der Website werden die Nutzer darüber informiert, dass keine Buchungen mehr akzeptiert werden. Außerdem wird dank der geschlossenen Partnerschaft eine Empfehlung für den Mitbewerber Drivy ausgesprochen. Die Partnerschaft ermöglicht Drivy, seinen Marktanteil in diesen drei Ländern zu vergrößern. Es ist verwunderlich, dass keine tiefere Integration zwischen RideLink und Drivy stattfindet, bei der sich die RideLink Nutzer bei Drivy einloggen können. Viele RideLink Nutzer werden nur durch die Empfehlung nicht den Weg zu Drivy finden.

Wachstum hätte jedoch größere Investionen erfordert

Alexander Stevenson, Gründer und CEO von RideLink, kommentiert die Partnerschaft:

„Wir sind sehr stolz auf das, was wir in den letzten drei Jahren erreicht haben. Mithilfe unserer fantastischen Community aus Vermietern und Mietern haben wir uns zu Großbritanniens größtem Peer-To-Peer-Car-Sharingservice mit der besten Auswahl an Autos entwickelt. Ein weiteres Wachstum hätte jedoch größere Investionen erfordert, die wir allein nicht hätten leisten können. Deshalb haben wir uns für die Partnerschaft mit Drivy entschieden. Wir sind zuversichtlich, dass Drivy mit seiner europaweiten Präsenz das perfekte Match ist, um unserer Community weiterhin die komfortabelsten Form der Autovermietung zu bieten. Wir fühlen uns verpflichtet, unseren Nutzern den einfachen Wechsel von RideLink zu Drivy zu ermöglichen.“

RideLink hat eine loyale Nutzerschaft aufgebaut

Drivys CEO und Gründer, Paulin Dementhon, ergänzt:

„Bei Drivy fokussieren wir uns weiterhin auf eine wachsende Community, unter anderem durch strategische Partnerschaften, die unsere Möglichkeiten in unseren Hauptmärkten verbessern. Wir freuen uns, dass wir eine Vereinbarung mit RideLink getroffen haben, indem sie ihren Nutzern die Zusammenarbeit mit Drivy empfehlen, um ihnen einen nahtlosen Übergang zu ermöglichen. In nur drei Jahren hat RideLink eine loyale Nutzerschaft aufgebaut. Wir freuen uns, ihnen bei Drivy ein neues Zuhause zu bieten.“

Konsolidierung setzt sich fort

In den letzten Jahren hat sich der Peer-to-peer Car-Sharing Markt in Europa stark konsolidiert. In Deutschland haben sich zuerst Autonetzer und Nachbarschaftsauto zusammengetan. Später wurde das Gemeinschaftsunternehmen von dem französischen Startup Drivy übernommen. Das von Daimler gestartete Croove ging an den US-Anbieter Turo. Die Plattform Tamyca, die auch mal mit Opel ein Pilotprojekt durchgeführt hat, wurde von SnappCar übernommen.

Peer-to-peer Carsharing setzt darauf, dass Fahrzeug-Besitzer ihre Fahrzeuge an Privatpersonen vermieten und dafür Geld erhalten. In der Theorie hört sich das Konzept spannend an, konnte sich aber in Deutschland und anderen europäischen Ländern bisher nicht durchsetzen. Das dürfte daran liegen, dass gerade in Deutschland das Auto einen hohen Stellenwert hat und die Besitzer Angst vor Beschädigungen haben. Hinzu kommt, dass der Übergabeprozess meist analog abläuft und zeitaufwändig ist.

Um mehr Nutzer zu überzeugen, hat Drivy erst kürzlich gewerbliche Partner auf der Plattform zugelassen.

Bild: Drivy (alle Rechte vorbehalten)