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Drive.ai startet autonomen Pilot in Texas

Seit Montag stehen die autonomen Fahrzeuge von Drive.ai, ein kalifornisches Startup für autonomes Fahren, der Öffentlichkeit in Frisco, Texas zur Verfügung. In der Stadt mit 175.000 Einwohnern wurden insgesamt sieben Fahrzeuge auf die Straße gebracht.

Strecke von zwei Meilen

Drive.ai startete den selbstfahrenden On-Demand-Service auf einer Strecke von zwei Meilen. Der Dienst wird in Zusammenarbeit mit Frisco TMA betrieben, einer öffentlich-privaten Partnerschaft, die sich auf Transportmöglichkeiten auf der „letzten Meile“ konzentriert. Menschen innerhalb der geographischen Zone von Frisco können eine Fahrt mit einer Smartphone App buchen.

Die modifizierten Nissan NV200 sind kaum zu übersehen: Die selbstfahrenden Fahrzeuge sind in einem leuchtenden Orange mit zwei blauen Linien lackiert. Sie tragen Namen wie Anna, Emma, Bob und Fred. Im Inneren sind sie mit  LED-Bildschirmen an der Motorhaube und am Heck sowie über den Vorderreifen ausgestattet.

Drive.ai bietet Dienst kostenlos an

Der Dienst, der als Pilotprojekt gestartet ist, wird den Nutzern kostenlos angeboten und wird voraussichtlich sechs Monate lang in Betrieb sein. Das Programm beginnt mit festen Abhol- und Rückgabestellen rund um HALL Park und The Star und wird dann bis zur Frisco Station erweitert.

Conway Chen, Vice President of Business Strategy bei Drive.ai, betonte gegenüber TechCrunch, dass dies ein On-Demand- und kein Shuttle-Shuttle sei. Wenn die Fahrzeuge nicht benutzt werden, werden sie nicht die Route entlang fahren, was zu mehr Verkehrsstaus führen könnte, sagte Chen. Stattdessen würden sie entlang der Strecke geparkt werden.

Bilder: drive.ai (alle Rechte vorbehalten)

Car2Go in Chicago

Daimler startet mit seinem Carsharing-Service Car2Go in Chicago. Die US-Stadt markiert den 25. Markt, den Daimler ins Visier nimmt. Der Service startet mit 400 umweltfreundlichen Autos: ein Mix aus Smart Fortwos, kompakten Mercedes-Benz Limousinen und SUVs. Car2Go ist eine Tochtergesellschaft von Daimler North America.

Car2Go’s CEO Oliver Reppert sagt, dass Carsharing weltweit weiter an Dynamik gewinnt, da immer mehr Menschen in dichte Stadtkerne ziehen und nach einfachen, bedarfsgerechten und umweltfreundlichen Lösungen für kurz- oder langfristige Reisen suchen.

Carsharing auf dem Vormarsch

Daimler war einer der ersten Automobilhersteller, der in das Carsharing-Geschäft eingestiegen ist. Viele andere sind gefolgt, von denen einige erst in den letzten Monaten Pläne in dieses Geschäftsfeld angekündigt haben. Im Jahr 2016 startete BMW’s ReachNow in Nordamerika und General Motors begann den Service Maven. Der VW-Konzern kündigte im Juli an, im nächsten Jahr mit seinem Carsharing-Service We in Deutschland an den Start zu gehen. Dabei sollen ausschließlich Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen. Ab 2020 sollen weitere Großstädte in Europa, Nordamerika und Asien hinzukommen. Auch Volvo und Renault kündigten Pläne für einen Carsharing-Service an.

Der Carsharing-Service Car2Go hat laut Website des Unternehmens weltweit mehr als 3 Millionen registrierte Mitglieder. Mit der Hinzunahme von Chicago ist Car2Go nun in 10 nordamerikanischen Städten, 14 in Europa und einer in China vertreten und hat dabei weltweit 3,3 Millionen Mitglieder, davon über eine Million in den USA und Kanada.

Bild: www.brandhub.car2go.com (Rechte vorbehalten)

VW lanciert We

VW stellt einen neuen Car-Sharing Dienst vor. Die Flotte des Automobilkonzerns soll ausschließlich aus elektronischen Fahrzeugen bestehen und via On-Demand Service in europäischen,  amerikanischen und asiatischen Großstädten verfügbar sein.

Nach der Diesel-Affäre unternimmt das Unternehmen einen weiteren Schritt, um  in nachhaltige Mobilität zu investieren. Mit der Plattform „We“ beabsichtigt der Konzern Verkehrs- und Umweltbelastungen im städtischen Umfeld zu reduzieren und den Blick auf Emissionsfreiheit  weiter zu stärken. We wird in Deutschland bereits 2019, in übrigen Märkten erst Anfang 2020 starten.

Bild: https://t3n.de/news/volkswagen-carsharing-vw-we-1092899/

 

Ridecell sammelt Series B ein – Deutsche Bahn beteiligt sich

Das  Software-Unternehmen Ridecell, das eine Plattform für Carsharing oder Ridesharing Anbieter entwickelt, sammelt fast 30 Mio. Dollar in einer neuen Finanzierungsrunde ein. In Zukunft soll der Fokus auch auf der Software für eine Flotte an autonomen Fahrzeugen sein. Die Runde wurde von Cox Automotive angeführt, mit Beteiligungen von DENSO, Penske, Mitsui und der Deutschen Bahn.

Ridecell als Software-Dienstleister

 

Bei den neuen Investoren handelt es sich auch um strategische Partner: Gemeinsam sollen neue Lösungen entwickelt werden, die einen Mehrwert für Kunden und Flottenbetreiber bieten. Bereiche wie Flottenmanagement, Pannenhilfe oder Fahrzeugkomponenten sollen gemeinsam adressiert werden.

Das Unternehmen betreibt keine Mobility Services in Eigenregie, sondern liefert die Software an Betreiber von entsprechenden Diensten. Automobilhersteller,  Autovermietungen, Verkehrsunternehmen oder Händler können die Software nutzen, um Carsharing oder Ridesharing Dienste anzubieten.

Die Deutsche Bahn ist nach BMW der zweite Investor aus Deutschland, der das Unternehmen unterstützt. Da die Pressemitteilung die anderen Investoren hervorhebt, ist davon auszugehen, dass von der Bahn ein kleines Ticket investiert wurde. Die Bahn ist bereits an der Ridesharing Plattform CleverShuttle beteiligt und baut mit ioki und Flinkster eigene Mobility Services auf.

Interessant ist auch, dass BMW nicht weiter investiert hat. Das könnte darauf hinweisen, dass für das Gemeinschaftsunternehmen mit car2go und moovel die Software-Lösung von Ridecell nicht zum Einsatz kommt.

Ridecell für Industriegelände vorteilhaft

 

Ridecell wurde bereits 2009 gegründet und seit dem Start wurden mehr als 20 Mio. Fahrten über die Plattform vermietet. Das Unternehmen ist in der öffentlichen Wahrnehmung ein starker im Bereich Carsharing. Die Ridesharing Lösung des Unternehmens hat sich noch nicht richtig durchgesetzt. Unter anderem nutzt ReachNow, das Carsharing Angebot von BMW die Lösung von Ridecell in den USA. Außerdem vertrauen Anbieter wie Zity und GIG Carsharing auf die Lösung. Die Ridesharing Lösung kommt eher auf Uni- und Industriegeländen zum Einsatz. Georgia Tech, UC Berkley, UCSF oder 3M betreiben dynamische Shuttle Dienste.

 

Bild: www.roboticsandautomationnews.com/2018/05/31/
(Alle Rechte vorbehalten)

 

Elektromobilität: Neuer Carsharing Anbieter startet in Wien

In neuer Carsharing Anbieter. Der Anbieter Caroo möchte ab Sommer eine überschaubare Flotte an 50 Elektroautos nach dem Free-Floating Prinzip einsetzten. Bisher sind in Wien die beiden Unternehmen car2go und DriveNow mit einem Free-Floating Carsharing Angebot aktiv.

Flotte mit 50 Fahrzeugen geplant

Im Vergleich zu den genannten Anbietern ist Caroo mit den geplanten 50 Fahrzeugen recht überschaubar. Die anderen Anbieter haben jeweils über 500 Fahrzeuge in der Flotte. Es ist davon auszugehen, dass sich Caroo auf ein kleines Gebiet konzentrieren wird, um attraktive Laufwege zu ermöglichen. Das Free-Floating Prinzip erhöht den Komfort für die Nutzer, da die Autos auf beliebigen Parkplätzen abgestellt werden können, z.B. einfach vor der Haustür.

Rein elektrische Flotte

Sein USP sieht das Unternehmen bei der rein elektrischen Flotte. Am Anfang sollen Modelle des Herstellers Renault eingesetzt werden. Hauptsächlich soll der Renault Zoe zum Einsatz kommen, als Alternative sind die Modelle Twizy und Kangoo Z.E. geplant. Bei dem Twist handelt es sich um kleines Fahrzeug mit zwei Sitzplätzen, der Kangoo ist ein Transporter. Es besteht keine Kooperation mit Renault, da ist es auch denkbar, dass später Fahrzeuge anderer Hersteller zum Einsatz kommen.

Finanzierung über die Crowd

Finanzieren möchte sich das Unternehmen durch ein Crowdinvesting Kampagne. Insgesamt sollen 100.000 Euro eingesammelt werden, um das Geschäft mit 50 Fahrzeugen zu starten. Bisher konnten in der Kampagne 56.000 Euro eingesammelt werden. Die geplante Investmentsumme ist überschaubar für das geplante Vorhaben. Die Beschaffung der Fahrzeuge und vor allem der operative Betrieb wird teuer. Es ist davon auszugehen, dass weitere Investoren nötig sind, um das Unternehmen erfolgreich am Markt zu etablieren. Zusätzliche finanzielle Mittel sollen durch eine Förderung über das Programm kliamaaktiv erfolgen.

Kooperation mit Wien Energie

Um die Fahrzeuge laden zu können, setzt das Unternehmen auf eine Kooperation mit dem Energieanbieter Wien Energie. Wien Energie besitzt rund 550 öffentlich zugängliche Ladesäulen, die Zahl soll bis 2020 auf 1000 Säulen im Statdgebiet erhöht werden. Mit der Kooperation von Wien Energie soll die Ladeinfrastruktur für den Caroo-Fuhrpark sichergestellt werden.

Car2go und DriveNow als starke Konkurrenten

Die beiden Anbieter car2go und DriveNow sind in Wien zwei starke Konkurrenten für das neue Carsharing Startup. Beide Unternehmen verfügen jeweils über eine Flotte mit mehr als 500 Fahrzeugen. Die Nutzerzahlen können sich auch sehen lassen, DriveNow hat etwa 88.000 Nutzer in Wien und car2go kommt auf 138.000 Kunden. Durch die geplante Fusion von DriveNow und car2go wird die Wettbewerbssituation nicht einfacher.

Bild: Caroo (alle Rechte vorbehalten)

Peer-to-Peer Carsharing: MINI Sharing startet in Spanien

Vor mehreren Jahren wurden die ersten Details über die Peer-to-Peer Carsharing Pläne der BMW Marke MINI bekannt, jetzt kommt es auch zur operativen Umsetzung. In der spanischen Hauptstadt Madrid wird ein Pilotprojekt gestartet, bei dem MINI-Besitzer ihr Fahrzeug im MINI Sharing Programm an Freunde, Familienmitglieder oder Kollegen vermieten können.

Testlauf mit 500 Fahrzeugen in Madrid

Der Testlauf für das Peer-to-Peer Carsharing ist für eine Flotte von 500 Fahrzeugen ausgelegt. Die Besitzer aktueller MINI Modelle können daran teilnehmen, wenn ihr Fahrzeug nach März 2018 produziert wurde und über das MINI Sharing Modul verfügt. Das Telematik-Modul ist entweder von Werk aus mit dabei oder kann auch nachgerüstet werde. Das Telematik-Modul ist Voraussetzung dafür, dass das Fahrzeug per App geöffnet und gestartet werden kann.

Teil der CASE Unternehmensstrategie

Das Projekt in Madrid ist ein Teil der Unternehmensstrategie NUMBER ONE > NEXT der BMW Group. Dort sind Mobilitätsdienstleistungen als ein Zukunftsfeld definiert, das im Rahmen der Strategie forciert werden soll. Mit dem Test in Spanien sollen wichtige Erkenntnisse für den weltweiten Ausbau von Sharing Economy Aktivitäten von MINI und bestimmt auch den anderen BMW Marken gesammelt werden.

Abrechnung nach gefahrenen Kilometern

Im Vergleich zu den Peer-to-Peer Carsharing Plattformen wie Drivy oder Turo gibt es ein paar Einschränkungen. Die Fahrzeuge können nicht der gesamten Plattform zur Verfügung gestellt werden, sondern nur einem limitierten Kreis von maximal zehn Personen. Die Verfügbarkeit des Fahrzeugs wird in einer Kalenderfunktion in der App angezeigt. Die Vermittlung der Vermietungen findet über die App statt, jede normale Anfrage muss vom Fahrzeugbesitzer noch mal bestätigt werden. Der MINI Besitzer kann VIP-Nutzer definieren, die das Fahrzeug ohne vorherige Bestätigung buchen können. Die Smartphone-App dient als Fahrzeugschlüssel, die Bluetooth-Verbindung zwischen Smartphone und MINI ermöglicht es, die Fahrzeugtüren zu öffnen und per Druck auf den Start-/Stopp-Toggle den Motor zu starten.

Beim Pricing hat MINI Sharing eine Kilometerpauschale von 0.30 Euro pro gefahrenen Kilometer gewählt. Auch hier unterscheidet sich das Angebot von herkömmlichen Peer-to-Peer Carsharing Plattformen, die üblicherweise über eine Stunden- oder Tagespauschale abrechen. Die Versicherung kann durch den Fahrzeugbesitzer unkomplizierter erweitert werden, damit auch die am MINI Sharing Programm teilnehmenden Zusatzfahrer versichert sind.

Junge und offene Marke der BMW Group

MINI ist die Marke der BMW Group, die eine junge, kommunikative und offene Zielgruppe anspricht. Deswegen eignet sich die Marke auch gut, Sharing Economy Angebote zu testen. Die MINI Fahrzeuge werden auch im großen Stil im free-floating Carsharing Angebot DriveNow und ReachNow eingesetzt.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Neuer Car-Sharing Dienst Oply startet in München

Trotz der der Stärke von DriveNow und car2go traut sich ein neuer Car-Sharing Dienst auf die Straßen in München. In einem ersten Schritt werden in München 100 Fahrzeuge von dem Unternehmen Oply bereitgestellt. Eine Expansion in weitere Städte soll im Laufe des Jahres erfolgen. Gesteuert wird Oply von dem luxemburgischen Mobilitätsanbieter ExaMotive, hinter dem der früherer CiteeCar COO Mauro Mariani steht. Finanziert wird das Vorhaben unter anderem von chinesische Investoren, darunter der Automobilkonzern SAIC sowie das Investmentunternehmen Sailing Capital. Die deutsche GmbH wir von Katharina Wagner geführt, die zuvor bei car2go in leitender Position tätig gewesen ist.

Mischung aus free-floating und stationsbasiert

Vom Konzept her ist Oply Car-Sharing eine Mischung aus free-floating und stationsbasiert. Die Fahrzeuge sind jeweils einer bestimmten Nachbarschaft zugeordnet, wo sie nach der Mieter wieder zurückgebracht werden. Die Zonen sind in der Regel 500 x 500 Meter groß. Das sorgt für ein geringes Level an Flexibilität für den Nutzer und für den Anbieter werden kostspielige Re-Positionierungen der Fahrzeuge vermieden.

Flotte von Sportwagen bis Transporter

In München steht eine Flotte aus Ford Fiesta, Ford Focus Kombi, Mazda MX5 und Renault Trafic Fahrzeugen zur Verfügung. Die unterschiedlichen Kategorien von Sportwagen bis hin zu Transporter ermöglichen aus Nutzersicht schon mal mehr Flexibilität als bei den meisten Mitbewerbern.

Zwei Preismodelle für Kurz- und Langzeitmiete

Bei den Preisen bietet das Car-Sharing Unternehmen zwei unterschiedliche Kategorien. In dem Preis sind Bestandteile wie Reinigung, Versicherung und teilweise auch Benzin bereits enthalten.

In der Kategorie FLEX zahlt der Nutzer eine Mietgebühr pro Stunde. Je nach Fahrzeugklasse sind die Preise unterschiedlich. Die City & Family Fahrzeuge kosten bei 6 Euro / Stunde, ein Transporter ist für 9 Euro / Stunde zu haben.

Mit der Kategorie PLAN werden Nutzer angesprochen, wie über einen längeren Zeitraum ein Fahrzeug benötigen. Die minimale Mietdauer liegt bei 12 Stunden, maximal kann ein Fahrzeug 27 Tage gemietet werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf 35 bzw. 59 Euro für 12 Stunden, bzw. Auf 45 oder 75 Euro pro Tag.

Durch die Preismodelle, basierend auf Stunden- oder Tagespauschale zielt das Unternehmen eher auf Nutzer ab, die für einen längeren Zeitraum ein Fahrzeug benötigen. Dank der günstigen Preise von 6 Euro / Stunde ist das Angebot aber auch eine attraktive Alternative zu den Anbietern DriveNow oder car2go, die minutenbasiert abrechnen. Ab ca. 20 Minuten Fahrzeit ist Oply trotz Stundenpreis günstiger als die Mitbewerber. Eine Fahrtzeit von 20 Minuten wird in Städten wie München schnell überschritten.

Alternative zum eigenen Auto

Oply sieht sich selbst als Alternative zum eigenen Auto und als Ergänzung zu den bestehenden Verkehrsangeboten bestehend aus ÖPNV, Mikromobilitätslösungen wie Free-Float-Carsharing oder Taxi und autofreiem Individualverkehr wie dem eigenen Fahrrad. ExaMotive Gründer Mauro Mariani ist der Meinung: „Oply ist für all die Fälle gedacht, in denen das Auto meist die beste Lösung ist. Damit ergänzen wir das städtische Verkehrsangebot aus Unsere Vision ist, dass innerstädtische Mobilität zukünftig ganz ohne das Privatauto auskommen wird. Die Kombination unterschiedlicher Mobilitätskonzepte wird es den Städtern ermöglichen, für jede Situation das passende Verkehrsmittel wählen zu können. Wir sind überzeugt davon, dass Oply hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten wird.“

Bild: Oply (alle Rechte vorbehalten)

Daimler und BMW vor Einigung bei Fusion der Mobilitätsdienste

Die beiden Automobilkonzerne BMW und Daimler scheinen sich laut Manager Magazin auf eine Fusion unterschiedlicher Mobilitätsdienste geeinigt haben. Im Fokus wird die Fusion der beiden Carsharing Dienste DriveNow und car2go stehen, aber auch andere Dienste sollen von beiden Partnern in das Unternehmen mit eingebracht werden. Der Sitz des Gemeinschaftsunternehmens soll in Berlin sein.

Partner auf Augenhöhe im neuen Unternehmen

In das Gemeinschaftsunternehmen, an dem beide Konzerne 50% halten werden, sollen auch die Dienste MyTaxi und Moovel von Daimler sowie ParkNow und ReachNow von BMW mit einfließen. Die genannten Unternehmen gehören zu 100% den jeweiligen Konzernen. Die Daimler-Beteiligungen, wie Blacklane, Chauffeur Privé oder CleverShuttle scheinen nicht mit in das Gemeinschaftsunternehmen zu wandern. ReachNow ist der Carsharing, bzw. Ride-Hailing Ableger von BMW in den USA und China.

Lange Verhandlung über Fusion der Mobilitätsdienste

Über die Fusion wird schon seit über einem Jahr spekuliert, so lange soll auch schon über Details verhandelt werden. In den letzten Wochen haben sowohl BMW als auch Daimler die jeweiligen Car-Sharing-Partner Sixt und Europcar aus den Unternehmen DriveNow und car2go herausgekauft. Diese Schritte wurden als Vorboten für eine bevorstehende Fusion gesehen. Zugleich nutzt der Autovermieter Sixt die gewonnene Freiheit, um eine eigene Car-Sharing und Mobilitätsplattform aufzubauen.

Mit ausreichend Schlagkraft in die Zukunft?

Wenn die Gespräche über eine Fusion schon so lange gedauert haben, ist fraglich, ob das neue Unternehmen eine hohe Schlagkraft entwickeln kann, oder durch Bürokratie und Verhandlungen ausgebremst wird. Daraus könnte sich ein Vorteil für die andere Markteilnehmer entstehen.

Durch die Fusion zu einer Plattform, wollen sich die beiden Hersteller gegen die dominierende Konkurrenz Uber, Lyft oder Didi Chuxing positionieren. Im Vergleich zu den genannten Plattformen ist auch das geplante Gemeinschaftsunternehmen ein Zwerg. Die Carsharing Anbieter kommen zusammen auf etwa 4 Mio. Nutzer. Die Zahl Nutzer aller Dienste zusammen, die in die Fusion mit einfließen sollen, dürfte bei unter 20 Mio. liegen. Plattformen wie Uber und Didi haben Nutzerzahlen im hohen dreistelligen Millionenbereich.

Bild: DriveNow (alle Rechte vorbehalten)

Car-Sharing: Daimler übernimmt Anteile an car2go von Europcar – weiterer Schritt zur Fusion mit DriveNow?

Daimler Mobility Services übernimmt alle Anteile an der car2go Europe GmbH von Joint Venture Partner Europcar Group. Durch den Erwerb der car2go Europe Anteile wird Daimler Mobility Services alleiniger Eigentümer von car2go Europe, sobald die Genehmigung durch die zuständigen Behörden erfolgt ist. Einen ähnlichen Schritt hat kürzlich der Mitbewerber BMW mit DriveNow vollzogen. BMW hat dem Autovermieter Sixt alle DriveNow Anteile für einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag abgekauft.

Weiterer Schritt zur Fusion mit DriveNow?

„In den letzten Monaten haben wir mit gezielten Investitionen in Mobilitätsdienste unser Portfolio erweitert und unser Mobilitäts-Ökosystem weiter verstärkt. Mit der kompletten Übernahme der car2go Europe Anteile folgen wir dieser Strategie“, erklärte Jörg Lamparter, Head of Mobility Services bei Daimler. Der Schritt kann als weiterer Vorbote für eine geplante Fusion von Mobilitätsdiensten der beiden großen Premiumhersteller gesehen werden. Gerüchten zufolge wollen beide Unternehmen eine Joint Venture gründen, in das Mobility Services wie DriveNow, PartNow, car2go und co. eingebracht werden sollen. Ohne Europcar und Sixt wird dieses Ziel einfacher zu erreichen sein.

Daimler baut Mobilitätsportfolio weiter aus

Offiziell heißt es, dass Daimler Mobility Services das Mobilitätsportfolio und die Kundenbasis weiter ausbauen will – gleichzeitig werden die Nutzer von der Bündelung von Mobilitätsprodukten weiter profitieren. Aus 24 Millionen Anmietungen allein im Jahr 2017 hat car2go wertvolle Erkenntnisse über die Wünsche der Kunden erlangt. Diese Erkenntnisse sind eine wertvolle Grundlage für die CASE-Strategie von Daimler, mit der sich das Unternehmen zu einem vollständig verbundenen, autonomen gemeinsamen Portfolio von Elektrofahrzeugen entwickeln möchte. car2go verfügt über Algorithmen zur Vorhersage der Mobilitätsnachfrage, die eine gezielte Steuerung der Flotten erlaubt. Das Know-how ist ein wesentliches Element für die Steuerung autonomer Fahrzeug-Flotten.

17,8 Millionen Kunden nutzen car2go, moovel und mytaxi

Zusätzlich zu car2go zeichnet Daimler Mobility Services für moovel und mytaxi verantwortlich: Die Mobilitätsplattform moovel bietet On-Demand-Zugang zu verschiedenen Mobilitäts-angeboten einschließlich Buchung und Bezahlung. mytaxi ist Marktführer unter den Apps für Taxibestellungen in Europa. Außerdem hält Daimler Mobility Services Minderheitsanteile an Blacklane, Careem, Flixbus, Turo und Via. Bei car2go, moovel und mytaxi mit ihrer Präsenz in über 100 Städten Europas, Nordamerikas und Chinas sind insgesamt 17,8 Millionen Kunden registriert

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Text basiert auf der Pressemitteilung der Daimler AG

Mobility Services: Volkswagen wird in Ruanda aktiv

Der Volkswagen-Konzern hat sich das afrikanische Land Ruanda als Testfeld für Mobility Services ausgesucht. In Deutschland und anderen Ländern sucht man Car-Sharing und Ride-Sharing Dienste von Volkswagen vergeblich. In Ruanda werden von Volkswagen 16 Mio. Euro investiert, ein Teil davon in die oben genannten Mobility Services.

Carsharing Flotte für Kigali

In einem ersten Schritt werden in den kommenden Monaten 150 Car-Sharing Fahrzeuge in der Hauptstadt Kigali ausgerollt, später sollen weitere Fahrzeuge hinzukommen, die für einen Ride-Sharing Dienst genutzt werden sollen. Die Learnings aus den Angeboten in Ruanda sollen Volkswagen dabei unterstützen, Mobility Services in anderen Ländern auszurollen.

Lokale Produktion soll aufgebaut werden

Die Fahrzeuge sollen aus mittelfristig lokaler Produktion kommen. Bis Mitte 2018 sollen einige hundert Fahrzeuge in Ruanda montiert werden, später soll die Produktion auf 5000 Fahrzeuge pro Jahr wachsen. Ein ähnliches Modell fährt Volkswagen schon in Nigeria und Kenia – dort werden Fahrzeuge für den lokalen Markt produziert und auch nach Südafrika exportiert.

Bevölkerung Ruandas technikfreunlich und jung

Volkswagen sieht in Ruanda einen attraktiven Markt für neue Mobility Services. Die Bevölkerung ist im Schnitt sehr jung (Durchschnittsalter unter 20 Jahren), modern und technikfreundlich. Viele können sich kein eigenes Auto leisten, deswegen ist es für Mobilitätsdienste bestens geeignet. Nach dem Bürgerkrieg hat sich das Land zu einem Boom-Land in Afrika entwickelt. Etwa 13 Mio. Menschen wohnen in dem Land, 1.2 Mio. davon in der Hauptstadt Kigali.

Bei der für das Car- und Ride-Sharing Angebot benötigte IT-Setup soll von lokalen Startups entwickelt werden. Dabei geht es vorwiegend um die Apps für Nutzer und Fahrer und das benötigte Flottenmanagement. In anderen Ländern arbeitet Volkswagen mit Anbietern wie RideCell oder Vulog zusammen.

Anbieter wie Uber oder Taxify betreiben schon einen Ride-Sharinge Dienst in einigen afrikanischen Ländern, Ruanda gehört bisher aber nicht dazu. Taxify ist in Ländern wie Kenia, Uganda oder Tansania aktiv. Uber in Ghana, Kenia oder Südafrika.

Bild: Volkswagen AG (alle Rechte vorbehalten)