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Ridesharing Dienste wie Lyft, UberX und Sidecar in Seattle vor Legalisierung

In der amerikanischen Großstadt gibt es seit mehr als einem Jahr Proteste und Debatten über Ridesharing Dienste, wie Uberx und Sidecar. Nun hat Bürgermeister Ed Murray angekündigt, dass sich die Taxiindustrie, die Stadt und die neuen Player im Transportgewerbe geeinigt haben. UberX, Lyft und co. wird damit auch nicht mehr vorgeschrieben, wie viele Fahrzeuge sie rund um die Uhr auf der Straße haben dürfen.

Erst vor ein paar Monate, Ende Februar 2014, hat Seattle eine Richtlinie erlassen, dass nur noch jeweils 150 Fahrzeuge gleichzeitig bei Lyft und co. unterwegs sein dürfen, um die Taxiindustrie zu schützen. Schätzungen zu folge waren davor ein Vielfaches an Fahrzeugen in der Stadt unterwegs und die Nachfrage für Alternativen zum Taxi entsprechend hoch.

Vor ein paar Tagen hat der US Staat Colorado bereits eine neue Richtlinie erlassen, um Ridesharing zu legalisieren. Mit Seattle folgt jetzt eine weitere Stadt in den USA, die Ridesharing legalisiert. Ed Murray geht davon aus, dass die Entwicklung in Seattle schule machen wird und sich andere Städte daran orientieren werden, einen stark regulierten Markt zu de-regulieren. Er sieht auch ein, dass die neuen Technologien nicht aufzuhalten sind und sehr schnell die Transportindustrie verändern. Ed Murray hat eingesehen, dass die Bevölkerung die Wahl haben möchte, wie sie sich durch die Städte bewegen.

Hier sind die wichtigsten Punkte aus der Vereinbarung zwischen der Stadt, den Diensten und der Taxiindustrie:

  • Uber, Sidecar, Lyft, ect. die als Transportation Network Companies bezeichnet werden und deren Fahrer müssen eine Lizenz erwerben und den Versicherungsanforderungen entsprechen. Jeder
  • Transportation Network Companies (Uber, Lyft, SideCar, etc.) and their drivers will be licensed and required to meet insurance requirements.
  • Mietwagenfahrer, also Chauffeure, die kein Taxifahren, haben zum ersten Mal das Recht, von Fahrgästen heran gewunken zu werden.
  • Die Stadt wird 200 neue Taxilizenzen in den nächsten 4 Jahre ausstellen. Taxi- und Mietwagen-Lizenzen werden durch eine Eigentumsrecht geschützt, ähnlich wie in anderen Städten.
  • Die Anzahl der Fahrzeuge pro Netzwerk wird nicht beschränkt.
  • Ein Fond für Barrierefreiheit wird aufgesetzt, für jede Fahrt muss der Fahrgast 10 US Cent Gebühr bezahlen, die in dem Fond landen.

Die Einigung muss erst noch von der Stadtregierung von Seattle verabschiedet werden, damit würde eine über ein Jahr dauernder Prozess ende. Wenn sich die Parteien nicht geeinigt hätten, dann hätte Murray die innovativen Dienste ohne Regulierung ganz einfach verboten.

Auch in Europa protestieren die Taxifahrer gegen Ridesharing Dienste von Uber, Wundercar und Co. In Deutschland wurde WunderCar in Hamburg untersagt, Fahrten zu vermitteln, das Unternehmen macht aber trotzdem weiter. Laut einem Bericht des Spiegels, wollen sich die Verkehrsminister der Deutschen Bundeslänger für ein Verbot der neuen Transport Network Companies aussprechen, wahrscheinlich weil viel Druck von der Taxiindustrie aufgebaut wird, um diese zu schützen. Den NRW-Verkehrsminister Michael Groschek von der SPD zitiert der Spielge mit folgenden Worten: “Wir müssen jede Form von möglicher Schwarzarbeit ächten und unsere Taxifahrer schützen”. Offener sieht es dagegen SPD-Bundestagsfraktionsvize Sören Bartol: “Die Digitalisierung bietet Chancen für eine neue Mobilitätsform. Wichtig ist aber, dass es zwischen Taxis und neuen Angeboten fair zugeht”.

Wundercar anscheinend in Hamburg verboten – Colorado erlässt als erster US Staat ein Ridesharing-Gesetz

Wie am Freitag per Pressemitteilung mitgeteilt wurde, hat die Hamburger Wirtschaftsbehörde die Aktivitäten des Hamburger Startups Wundercar verboten.  Das Startup will trotz des Verbots und einer möglichen Strafe weitermachen.

Die Wirtschaftsbehörde hat die Vermittlung der Fahrten verboten, da sie der Auffassung ist, dass es sich um gewerbliche Fahrten handelt, wofür die Fahrer einen P-Schein und ein konzessioniertes Fahrzeug benötigen. Wundercar sieht sich eher als Mitfahrzentrale, bei der nicht das Geld Verdienen im Vordergrund steht, sondern die Schaffung einer Community und das finden neuer Bekannter. Prinzipiell ist jeder Fahrt kostenlos, jeder Fahrgast wird aber nach der Fahrt aufgefordert, ein Trinkgeld in beliebiger Höhe zu zahlen, Wundercar behält davon 20%.

Das Unternehmen zeigte sich vom Vorstoß der Hamburger Wirtschaftsbehörde gegen seine organisierten “Freizeitfahrten” überrascht – und will sich davon zunächst nicht beirren lassen. “Ich wundere mich, dass die Behörde in ihrer Stellungnahme so stark verallgemeinert”, sagte Froh. Ihm lag nach eigener Aussage am Freitagnachmittag von der Wirtschaftsbehörde keine entsprechende schriftliche Untersagung vor.

Auf der Facebook-Seite gibt sich Wundercar kämpferisch und gibt zu, dass sie einen Brief von den Hamburger Behörden erhalten haben, der das Geschäftsmodell erlaubt, wenn die Einnahmen der Fahrer nicht die Betriebskosten übersteigt. Laut Wundercar hat man bereits darauf reagiert, wahrscheinlich in dem die Preise nach unten angepasst wurden. Laut Manager Magazin bemängeln die Hamburger Behörden auch die unklare Versicherungssituation.

Bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Fall in Hamburg weiterentwickelt, wie Wundercar langfristig darauf reagiert und welchen Einfluss der Fall auf die Tätigkeiten von Wundercar und Co. in anderen Städten hat.

Lyft, das US Vorbild von Wundercar ist am Anfang ebenfalls mit einem Spendenmodell gestartet, um die lokalen Gesetze zu umgehen und hat die Zeit genutzt, mit den Behörden eine Lösung zu finden. Mittlerweile ist das Spendenmodell bei Lyft Geschichte und es wird nach festgelegtem Tarif bezahlt. Einen ähnlichen Weg könnte auch Wundercar einschlagen.

In vielen US-Staaten wird das Geschäftsmodell von Uber und Lyft geduldet, mit Colorado hat der erste Staat jetzt ein Gesetz erlassen, das Ridesharing reguliert und erlaubt.

Laut Gesetz, das von Gouverneur John Hickenlooper am Donnerstag unterzeichnet wurde, müssen die Vermittler-Plattformen, wie Uber, Lyft oder Sidecar, eine Versicherung abschließen, die Ansprüche von bis zu 1 Mio. US$ deckt, die Fahrer müssen einen Background Check durchlaufen und die Fahrzeuge müssen von einer zertifizierten Werkstadt überprüft werden.

Colorado unterstützt somit die Innovationen von Technologie Startups und die Einwohner haben so die Wahl, wie sie sich durch die Stadt bewegen. Laut Hickenlooper wurden die neuen Services über einen längeren Zeitraum beobachtet und nach einer anfänglichen Skepsis, konnten keine Nachteile gefunden werden.

Photo: RIDESHARING COMMUNITY #BLABLACAR ON THE RISE von MotorBlog.com; Lizenz: CC BY 2.0