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Autonomes Fahren: Delphi übernimmt nuTonomy

Die Delphi Automotive PLC (NYSE: DLPH) gab heute bekannt, dass sie eine Vereinbarung zur Übernahme von nuTonomy Inc. zu einem Kaufpreis von 400 Mio. US-$ und Earn-Outs von ca. 50 Mio. US-$ unterzeichnet hat.  Durch diese Übernahme kommt das führende Startup und der führende Tier1-Zulieferer für das Thema autonomes Fahren (Autonomous Driving, „AD“) unter ein Dach. Das beschleunigt die Kommerzialisierung von Lösungen für das autonome Fahren und Mobility-on-Demand durch Delphi für Autohersteller und andere Mobilitätsanbieter auf der ganzen Welt.

nuTonomy wurde 2013 von Dr. Karl Iagnemma und Dr. Emilio Frazzoli gegründet und kürzlich vom World Economic Forum zum Technologiepionier ernannt. nuTonomy entwickelt eine proprietäre, komplette Softwarelösung für den globalen Markt für Mobility-on-demand. Das Unternehmen wird mehr als 100 Mitarbeiter, davon 70 Ingenieure und Wissenschaftler, zu Delphis  bereits 100 Mann starkem AD-Team beisteuern, und Delphi gleichzeitig Zugang zu Neukunden und Märkten im gerade entstehenden Mobilitätsraum verschaffen.

„Wir freuen uns, Karl, Emilio und ihr hochkarätiges Team bei Delphi willkommen zu heißen”, sagte Delphis President und CEO Kevin Clark. Die Verbindung der AD-Teams von nuTonomy und Ottomatika, kombiniert mit dem branchenweit führenden Delphi-Produktportfolio rund um  Sensorik, Umfelderkennung und Lösungen für smarte Fahrzeugarchitekturen verbessert weiter unsere Wettbewerbs­position als führender Anbieter von Automated Driving Technologien und Mobilitätslösungen. Diese Transaktion dokumentiert einmal mehr, dass unser wichtigstes strategisches Ziel darin besteht, die leistungsfähigsten und sichersten AD-Systeme auf dem Markt zu entwickeln, zu implementieren und zu vermarkten.“

Nach Abschluss der Transaktion wird Delphi über AD-Einheiten in Boston, Pittsburgh, Singapur, Santa Monica und im Silicon Valley verfügen. nuTonomy wird weiterhin in Boston ansässig bleiben, wo beide Unternehmen derzeit Pilotprogramme zur autonomen Mobilität durchführen. Durch die Verbindung der Aktivitäten mit nuTonomy in Boston, Singapur und anderen Pilotstädten rund um den Globus  wird Delphi bis zum Jahresende 60 autonome Fahrzeuge auf drei Kontinenten im Straßeneinsatz haben, mit dem Ziel, die weltweite Flotte und die technologische Entwicklung noch weiter auszubauen.

„Es war von Anfang an unsere Mission,  den Verkehr auf der ganzen Welt sicherer, effizienter und zugänglicher zu machen“, erklärte der Mitgründer und CEO von nuTonomy, Karl Iagnemma. “Die Bündelung unserer Kräfte mit Delphi, einem marktführenden Partner mit einer gleich lautenden Vision, bringt uns diesem Ziel einen Schritt näher. Gemeinsam wollen wir die zukünftigen Qualitätsstandards  für die Technologie rund um das autonome Fahren definieren.“

Die Übernahme von nuTonomy ist der jüngste Schritt in einer  Reihe von Investitionen, die Delphi mit dem Ziel tätigt, seine führende Position im Bereich neue Mobilität auszubauen. Dazu gehörten auch die Übernahmen des AD-Softwareunternehmens Ottomatika und der Datendienstleister Control-Tec und Movimento.

Die Übernahme unterliegt noch den üblichen Abschlussbedingungen und soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Bild: nuTonomy (alle Rechte vorbehalten)

BMW und Delphi arbeiten zusammen an autonomen Autos

Bisher hat BMW auf die Kooperationspartner Intel und Mobileye gesetzt, um die Entwicklung der autonomen Fahrzeuge voranzutreiben. Jetzt stößt der Zulieferer Delphi zu der Konstellation hinzu.

Skalierbares System für andere Hersteller

Die vier Partner haben es sich zum Ziel gesetzt, skalierbare Lösungen für hoch- und vollautomatisiertes Fahren zu liefern. Die Systeme sollen bei BMW zum Einsatz kommen und später auch anderen Herstellern zur Verfügung gestellt werden. Die Kooperation will die Systeme der gesamten Automobilindustrie anbieten und auch anderen Branchen.

Delphi für Integration verantwortlich

Intel, Mobileye und BMW haben im Juli 2016 verkündet, dass sie in einer Partnerschaft ihre Kompetenzen bündeln, um bis 2021 die Serienproduktion von hoch- und vollautomatisierten Fahrzeugen zu ermöglichen. Bisher ist in der Kooperation eine skalierbare Architektur entwickelt, die auch von anderen Herstellern und Entwicklern adaptiert werden kann. Delphi arbeitet schon länger mit BMW und anderen Herstellern zusammen. Die Aufgabe von Delphi wird es nun sein, die Integration der technischen Lösung von BMW, Intel und Mobileye in die Fahrzeugarchitekturen der entsprechenden Automobilhersteller voranzutreiben. Außerdem kann Delphi Sensoren und andere Hardware zur Verfügung stellen, die für autonome Fahrzeuge benötigt werden.

Weitere Kooperationspartner möglich

Da die Kooperation nicht exklusiv ist, kann davon ausgegangen werden, dass weitere Integrations- und Entwicklungspartner zu dem Netzwerk hinzugefügt werden, um eine breite Anwendung zu ermöglichen.

Viele setzten auf Partnerschaften

Auf dem Gebiet der Systeme für autonomes Fahren konkurrieren die Unternehmen unter anderem mit der Google Tochter Waymo. Dieses Unternehmen gilt derzeit als führend bei der Entwicklung von Systemen für vollautomatisiertes Fahren und arbeitet mit schon mit unterschiedlichen Herstellern zusammen. Fiat Chrysler kooperiert zum Beispiel mit Waymo, autonome Chrysler Pacifica Minivans werden bereits getestet.
In letzter Zeit haben sich die Automobilkonzerne mit Startups und Zulieferern zusammen getan, um schneller bei der Entwicklung von Technologien zu sein, die für vollautomatisierte Fahrzeuge benötigt werden. Die Hersteller haben realisierte, dass sie die benötigten Ergebnisse in Kooperation schneller erreichen können und so auch eventuell die Lücke zu den führenden Unternehmen verringern können.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)