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Carsharing-Boom: Anbieter Car2Go und DriveNow stark gewachsen

Fast zeitgleich haben die beiden Carsharing Unternemen DriveNow und Car2go ihre Pressemitteilung zur Jahresbilanz für 2016 verschickt. Die Anbieter der Automobilhersteller Daimler und BMW sind im abgelaufenen Jahr stark gewachsen.

43% Wachstum bei car2go Carsharing

Car2go konnte im Jahr 21 % mehr Mieten verzeichnen und die Zahl der Kunden stieg um 43% auf 2,2 Millionen. Berlin bleibt mit 175.000 Kunden die größte car2go Stadt. Die Nutzung der weltweit 14.000 stieg zwischen dem vierten Quartal 2015 und dem vierten Quartal 2016 um 40%. Insgesamt wurden die Fahrzeuge der Flotte im vergangenen Jahr 22 Millionen Mal angemietet.

Grundsätzlich ist car2go der Ansicht: Je häufiger und länger die Fahrzeuge genutzt werden, desto besser erfüllt das Carsharing seinen Zweck in Großstädten. Die geteilten Autos besetzen dann seltener knappen Parkraum und ersetzen häufiger private Pkw, die zunehmend zu einer Belastung in Großstädten werden.

Auch für 2017 geht das Unternehmen von einem weiteren Wachstum aus. Laut Olivier Reppert, CEO der car2go Group, bleibt Carsharing ein dynamischer Wachstumsmarkt. Das Unternehmen will sein Geschäft durch neue Flotten und Produkte ausweiten. Bei Daimler ist car2go ein Teil des Strategie-Programms CASE.

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Mehr als 800.000 Nutzer bei DriveNow

Auch DriveNow konnte ein Kundenwachstum verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nutzerzahl auf 815.000 registrierte Kunden gestiegen. Das Entspricht einem Wachstum von 42%. Damit ist DriveNow so schnell wie car2go gewachsen.

Die Zahl der Fahrzeuge ist auf über 5.000 gestiegen, etwa 17% der Fahrzeuge sind elektrische BMW i3. Vergleicht man die Anbieter, dann kommen bei beiden Anbietern im Schnitt etwa 160 Nutzer auf ein Fahrzeug. Ein Fahrtvolumen wurde von DriveNow nicht kommuniziert. Wenn man von ähnlichen Kennzahlen wie bei car2go ausgeht, dann wird DriveNow etwa acht Millionen Anmietungen verzeichnet haben.

Im vergangenen Jahr hat DriveNow mit Brüssel und Mailand zwei weitere Standorte eröffnet. Vor allem in Mailand soll die Nachfrage die Erwartungen übertroffen haben. In diesem Jahr sollen zwei bis drei weitere Städte hinzukommen. DriveNow setzt 2017 große Hoffnungen auf das Ende Dezember beschlossene Carsharing Gesetz, das Städten künftig den rechtlichen Rahmen gibt, Carsharing Angebote zu fördern.

Vor Weihnachten gab es Berichte über eine Fusion der beiden Anbieter. Letztendlich hat Sixt die Berichte dementiert. Das Mietwagenunternehmen Sixt betreibt zusammen mit BMW das Angebot DriveNow.

Bild: DriveNow (alle Rechte vorbehalten)

BMW denkt über eigenen Mitfahrdienst für Europa nach

Der Autokonzern BMW kann sich offensichtlich vorstellen, einen eigenen Mitfahrdienst für Europa zu starten. Laut Spiegel-Online-Informationen will BMW so sein Mobilitätsangebot rund um den Carsharing Dienst DriveNow erweitern. BMW geht davon aus, dass Uber einen zweiten Anlauf startet, um in Europa erfolgreich zu sein. Das Unternehmen will bis dahin gewappnet sein, um Uber nicht den Markt überlassen zu müssen.

Wie der Service im Detail aussehen könnte, ist nicht bekannt. Der Konzern möchte durch den Mitfahrservice die Auslastung der DriveNow Carsharing Fahrzeuge erhöhen. DriveNow wird in einem Joint Venture mit dem Autovermieter Sixt betrieben. Die Carsharing Fahrzeuge sind bisher in Deutschland, USA, Dänemark, Schweden, Großbritannien und Österreich im Einsatz. Am Abend und in der Nacht sind die die Carsharing-Fahrzeuge häufig ungenutzt. In dieser Zeit könnten die Fahrzeuge von Fahrern genutzt werden, die Ridesharing-Dienste anbieten wollen.  Studenten und selbstständige Fahrer könnte sich ein DriveNow mieten, um damit Kunden von A nach B fahren. Vor allem in den Nächten von Donnerstag bis Sonntag könnte das Angebot lukrativ sein.

Im letzten Jahr gab es bereits Gerüchte, dass BMW bei dem Hamburger Startup Wunder einsteigt. Wunder könnte für BMW der passende Partner sein, der die Software und die entsprechende IT-Infrastruktur für den Ridesharing Dienst entwickelt. Wunder wächst schnell in Osteuropäischen Städten und in Schwellenländern. Im letzten Jahr hat BMW nicht in Wunder investiert, dafür aber Konstantin Sixt. Ein alter Bekannter für BMW.

Immer mehr Autokonzerne investieren in alternative Mobilitätskonzepte. Der amerikanische Konzern GM hat sich mit 500 Mio. US$ am Ridesharing-Anbieter Lyft beteiligt. Daimler hat mytaxi übernommen und ist außerdem an Blacklane beteiligt. Ford weitert sein Carsharing Programm aus und experimentiert mit weiteren Mobilitätskonzepten.

Die Erfolgsgeschichte von Uber in Europa ist bisher durchwachsen. In Deutschland hat sich der Service aus den meisten Städten zurückgezogen und ist nur noch in München, Berlin und Frankfurt aktiv. In Frankreich und Großbritannien hat Uber mit Verboten für einzelne Angebote zu kämpfen.

Bild: BMW von Dushan Hanuska (bestimmte Rechte vorbehalten)

Ford erweitert Carsharing, Moovit mit DriveNow

Folgende drei Nachrichten aus dem Carsharing und innerstädtischem Mobilitätsbereich sind erwähnenswert: Ford erweitert sein Carsharing-Angebot. DriveNow wird in App für lokale Mobilität Moovit integriert. Parkservice App Luxe sammelt 50 Mio. US$ ein.

Ford und Deutsche Bahn erweitern Partnerschaft

Ford integriert das Carsharing Netzwerk Flinkster, das von der Deutschen Bahn betrieben wird, in die Mobilitätsplattform FordPass. Den Nutzern soll ein engmaschiges Carsharing Netz angeboten werden, das einfach zugänglich ist. Nutzer des Ford Carsharings haben durch die Integration Zugriff auf die 4.000 Fahrzeuge im Flinkster Netzwerk. Ford möchte durch die FordPass Plattform zum innovativen und modernen Fahrzeug- und Mobilitätsanbieter werden. FordPass bündelt unterschiedliche Dienstleistungen rund um Mobilität. Mittels Parkopedia können freie Parkplätze gefunden werden, mit mobilecity kann das Parktticket bezahlt oder die Parkdauer verlängert werden. Ford und die Deutsche Bahn arbeiten schon seit Sommer 2013 zusammen. Die Smartphone-Apps und die Technologie für das von Ford angebotene Ford Carsharing wurden von der DB Rent entwickelt. Im letzten Jahr hat Ford 14.000 Buchungsvorgänge verzeichnet und insgesamt wurden mehr als eine Millionen Kilometer zurückgelegt. Mit dieser Anzahl an Buchungen dürfte Ford einen der hinteren Plätzte im Carsharing Markt einnehmen. (via Presseportal)

On Demand Parken App Luxe sammelt 50 Mio. US$ ein

Die amerikanische on-demand Parking App Luxe könnte 50 Mio. US$ von Herz einsammeln und dabei mit 110 Mio. US$ bewertet werden. Herz könnte den Service für seinen Kunden nutzen, um einen on-demand Service für das Parken der Herz Mietautos anzubieten. Luxe bietet einen Service, bei dem ein Luxe Angestellter oder Partner die Fahrzeuge der Nutzer parkt und wieder zurück bringt. Entweder schließen die Kunden ein Abonnement ab oder zahlen pro Buchung. Der Service wird vor allem in amerikanischen Großstädten, wie Los Angeles, San Francisco oder New York angenommen. Diese Städte sind so überfüllt, dass es extrem schwierig und teuer für die Autofahrer ist, einen Parkplatz zu finden. (via Techcrunch)

Moovit kooperiert mit DriveNow

Die lokale Mobilitäts-App Moovit intergiert den Carsharing Service DriveNow von BMW und Sixt. Die verfügbaren Fahrzeuge von DriveNow werden nun als weitere Mobilitätsoption in Moovit angezeigt und lassen sich darüber reservieren. DriveNow kann über die Moovit App in London, Berlin, München, Hamburg, Düsseldorf und Stockholm gebucht werden.  Moovit wird bereits von mehr als 35 Millionen Nutzer weltweit genutzt. Die App gibt Auskunft über Abfahrts- und Ankunftszeiten, Fahrplanänderungen sowie die Auslastung und Verspätungen von Bus, U-Bahn und Co. Außerdem erhalten Nutzer Schritt-für-Schritt den Weg zur nächsten Station bis hin zum Zielort und können verfügbare Fahrräder sowie Abstellplätze der Fahrradverleih-Services Call A Bike, dem Fahrradverleih von DB Rent und von nextbike einsehen. Moovit geht davon aus, dass die Nutzer das Carsharing-Angebot als zusätzliche Option zum öffentlichen Nahverkehr nutzen. Die Integration wird auch von BMW vorangetrieben worden sein. BMW ist an DriveNow beteiligt und finanziert über BMW iVentures das Startup Moovit. (via Moovit)

Bild: Moovit (alle Rechte vorbehalten)

DriveNow expandiert mittels Franchise-Modell nach Dänemark

Der Carsharing Anbieter DriveNow expandiert demnächst nach Kopenhagen. Ab Anfang September sind die Fahrzeuge in Kopenhagen buchbar. Das erste Mal setzt DriveNow ausschließlich auf elektrische Fahrzeuge, es kommen 400 elektrische BMW i3 zum Einsatz. Eine weitere Neuerung ist, dass die Flotte nicht direkt von DriveNow betrieben wird. Arriva Danmark, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn erhält die Nutzungsrechte für den Betrieb von DriveNow in Kopenhagen.

Einbindung in ÖPNV

Arriva betreibt in der dänischen Stadt schon ein Großteil der Buslinien und in Dänemark einige Regionalbahnlinien. Das Carsharing Angebot soll mit den ÖPNV und dem Regionalbahnnetz verbunden werden, so dass die Nutzer einfach von A nach B kommen, ohne ein eigenes Auto zu benutzen. Arriva hat zu Beginn dieses Jahres die Ausschreibung für den Aufbau und Betrieb eines free-floating Carsharing-Netzes gewonnen. Voraussetzung für den Betrieb in Kopenhagen ist, dass nur rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge zum Einsatz kommen. In Kopenhagen kommen auf 85 Quadratkilometern 400 Fahrzeuge zum Einsatz. Zum Vergleich, in Berlin sind auf ca. 120 Quadratkilometern 1040 Fahrzeuge verteilt.

Intermodale Informationen

Die Kunden haben die Möglichkeit, sich die Wegstrecke im Fahrzeug intermodal anzeigen zu lassen. Die Kunden sehen so, ob es basierend auf der aktuellen Verkehrslage und des aktuellen Verkehrsmittelangebots eine schneller Alternative gibt, um zum Ziel zu kommen. Der Nutzer kann das Verkehrsmittel wechseln, wenn es eine günstigere und schnellere Alternative gibt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch die Buchung von anderen Verkehrsmittel im Carsharing-Auto möglich sein.

Franchise-Modell soll ausgeweitet werden

In einem Handelsblatt-Interview hat DriveNow Chef Nico Gabriel angekündigt, dass bald weitere Städte nach dem Franchise-System folgen können. Neben Arriva haben auch andere Unternehmen Interesse angemeldet, das Carsharing-Angebot unter eigener Regie zu betreiben. DriveNow kann durch das Franchise-Modell schneller wachsen, ohne eigene Investitionen stemmen zu müssen. Die lokalen Partner haben meistens auch eine bessere Expertise über die örtlichen Besonderheiten. Die lokalen Partner können von DriveNow lernen, wie sich ein Carsharing-Angebot profitabel betreiben lässt.

Sollte sich erweisen, dass sich die elektrischen BMW i3 Modelle für das Carsharing-Netzwerk eignen, kann der der Absatz des schwächelnden Elektroautos aus dem BMW-Konzern angekurbelt werden.

Foto: Pressematerial von DriveNow

Carsharing App CarJump wird verkauft

Die App CarJump, die verschiedene Carsharing Anbieter aggregiert, wird nach einem Bericht von GründerSzene von Investor Henri Kühnert übernommen. Die CarJump Gründer bleiben erstmal als Berater an Board, die Geschäftsführung übernehmen Michel Stumpe und Fabian Kofler. Beide bezeichnen sich bei Xing interessanterweise als CEO & Founder. Henri Kühnert war früher Geschäftsführer der SinnerSchrader Mobile Agentur, nach seinem Ausscheiden investiert er in Early Stage Startups und berät ausgewählte Unternehmen, darunter citeecar.

Die Carsharing App CarJump aggregiert die verfügbaren Fahrzeuge verschiedener Carsharing Anbieter und stellt diese auf einer Karte gesammelt dar. Der Nutzer sieht die verfügbaren Fahrzeuge in seinem Umkreis und kann sich entscheiden, welchen Carsharing Anbieter er nutzt.

CarJump dürfte damit zu kämpfen habe, dass die meisten Nutzer nur bei einem Anbieter angemeldet sind und somit kurzfristig keinen wirklichen Nutzen durch die App haben. CarJump versucht bisher noch nicht die Nutzer dazu zu bewegen, sich bei weiteren Carsharing Anbietern zu registrieren.

Den Nutzern werden auch keine ausgewerteten Daten zur Verfügung gestellt, die ihn dazu animieren würden, sich bei einem anderen Anbieter zu registrieren. Zum Beispiel könnte die Technologie hinter der App die Umgebung um den gewünschten Abfahrtort analysieren, um dem Nutzer den bestmöglichen Carsharing Anbieter zu empfehlen. Es könnte ja sein, dass ein Nutzer bei DriveNow registriert ist, ein car2go oder Spotcar Fahrzeug meistens näher am Abfahrtort ist.

Interessant wäre auch ein Feature, das den ungefähren Preis für die zu fahrende Strecke ausrechnet. Somit könnte der Nutzer entscheiden, ob er vielleicht einen etwas längeren Fußmarsch in Kauf nimmt, um ein paar Cent oder Euro zu sparen.

Es sind sowohl Free-Floating als auch stationsbasierte Anbieter bei CarJump gelistet, eine aktive Kommunikation der Vorteile des jeweiligen Modells an die Nutzer wäre auch hilfreich.

Das Unternehmen CarJump wurde 2013 gegründet und hat letztes Jahr eine Finanzierung von High-Tech Gründerfond eingesammelt. Üblicherweise stellt der High-Tech Gründerfond 500.000 € zur Verfügung, die meist gesplittet nach erreichen von Meilensteinen fließen. Wie viel Geld aus dem High-Tech Gründerfond bisher in CarJump geflossen ist, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich eine geringere Summe, als 500.000 €. Für welche Summe das Startup übernommen wurde, ist nicht bekannt, die Summe dürfte sich aber im niedrigeren Bereich bewegen.

Das CarJump Team hat wohl auch die App für den Carsharing Anbieter Spotcar entwickelt. Spotcar ist seit dem vergangenen Jahr mit Opel Adam Fahrzeugen in Berlin unterwegs.

Bild: CITROËN Multicity Charsharing Berlin von Tony Webster (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: Taxi App Ola übernimmt TaxiForSure, Uber stellt UberPOP ein

+++ Kurznachrichten +++ Die indische Taxi-App Ola übernimmt den Konkurrenten TaxiForSure, ebenfalls aus Indien. Der Ridesharing Service Uber stellt wohl den UberPOP Service in einigen deutschen Städten ein. Das Carsharing Unternehmen DriveNow will weiter expandieren.

Ola übernimmt Taxi-App TaxiForSure

Nach der Konsolidierung in China durch die Fusion von den Taxi-Apps Kuaidi und Didi Dache steht in Indien ebenfalls eine Konsolidierung an. Der ebenfalls von SoftBank finanzierte Taxi-App Anbieter Ola übernimmt den kleineren Anbieter TaxiForSure für 200 Mio. US$. Der Deal wird in Anteilen an Ola und Bargeld bezahlt. Beide Marken sollen separat weitergeführt werden. Ola ist im Moment in 67 Städten in Indien verfügbar und hat etwa 100.000 registrierte Fahrer. TaxiForSure hate 15.000 registrierte Fahrer in 47 indischen Städten. Die beiden TaxiForSure Gründer sollen für einen absehbaren Zeitraum als Berater an Board bleiben, die 1700 angestellten sollen weiter beschäftigt werden. (via TechCrunch)

Uber reduziert den UberPOP Service

Am Wochenende hat die Wirtschaftswoche berichtet, dass Uber vorerst von einer weiteren Expansion in Deutschland absieht. In absehbarer Zeit sollen keine weiteren Städte gestartet werden, da der UberPOP nicht unter wirtschaftlich sinnvollen Bedingungen angeboten werden kann. Die Akquisition von weiteren UberPOP-Fahrern soll eingestellt werden. Nun berichtet das Startup Magazin GründerSzene, dass sogar der UberPOP Service in eineigen deutschen Städten vor dem Aus steht. In Berlin, Hamburg und Düsseldorf ist Uber gezwungen, den Service für 35 Cent pro Kilometer anzubieten, die Fahrer werden mit Bonuszahlungen bei Laune gehalten. Nun soll Uber diese Zuschüsse einstellen. Was dazu führen dürfte, dass sich keine Fahrer finden lassen und bereits registrierte Fahre nicht weiter aktiv sind. Auf ein Personenbeförderungsschein und wahrscheinlich auch eine Konzession soll für UberPOP zur Vorschrift werden. In Berlin kann dann nur noch UberTaxi angeboten werden, evtl. wird auch der Lieferservice für Essen UberEats gestartet. (via GründerSzene und WiWo)

Carsharing Anbieter DriveNow will durch Städte im Ausland wachsen

Das Wachstum für DriveNow soll durch die verstärkte Expansion ins Ausland erzielt werden. Insgesamt sollen 25 ausländische Städte hinzugefügt werden, bis zu 15 in Europa und 10 in Nordamerika. Bisher ist DriveNow in 5 deutschen und drei internationalen Städten verfügbar. In Deutschland sollen erstmal keine neuen Standorte hinzu kommen. Frankfurt wäre für das Unternehmen wünschenswert, die Stadt hätte aber nur 80 Fahrzeuge genehmigt. Diese geringe Anzahl ist für ein flexibles Carsharing Angebot viel zu gering. In den anderen deutschen Städten ist die eingesetzte Flotte im Schnitt etwa 450 Fahrzeuge groß. Konkurrent car2go ist vor kurzem im Frankfurt gestartet, mit etwa 190 Fahrzeugen. Warum DriveNow nur 80 Fahrzeuge einsetzten darf, ist unverständlich. (via Focus)

Bild: Ambassador taxi von shankar s. (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: GrabTaxi erhält 250 Mio. $, Kampf zwischen MyTaxi und Uber, DriveNow geht nach London

Neben der Nachricht über die neue Finanzierung für Uber gab es weitere interessante Neuigkeiten aus dem Mobiliätsbereich. Das Carsharing Unternehmen DriveNow geht nach London, in Hamburg können bis zu 60% der Taxikosten gespart werden und das asiatische MyTaxi mit den Namen GrabTaxi sammelt 250 Mio. US$ ein.

GrabTaxi mit 250 Mio. US$ Finanzierung

Die in Asien verbreitete Taxi-App GrabTaxi hat eine Finanzierung in höhe von 250 Mio. US$ bekannt gegeben, das Geld stammt unter anderem vom japanischen Telefonkonzern SoftBank. Die Bewertung des Taxi-Startups soll bei mehr als einer Milliarde US$ gelegen haben. GrabTaxi hat in diesem Jahr schon zum vierten Mal eine Finanzierungsrunde bekannt gegeben, in der letzten Runde im Oktober wurden 65 Mio. US$ eingesammelt, in den Runden davor sind auch Millionenbeträge geflossen. Das Unternehmen verkündet, dass es 500.000 aktive Nutzer im Monat hat und dass die App 2.5 Mio. Downloads verzeichnet. Insgesamt sind 60.000 Fahrer auf der Plattform registriert. (via TechCrunch)

DriveNow geht nach London

Wie das Tochterunternehmen von BMW und Sixt mitteilt, ist der Carsharing Service in London gestartet. Car2go, das Konkurrenzunternehmen aus dem Daimler-Konzern hat sich vor ein paar Monaten aus dem englischen Markt zurückgezogen. Die Begründung hieß damals, dass es nicht möglich war, eine übergreifende Regelung für die Parkraumnutzung zu schaffen. Bleibt abzuwarten, ob DriveNow das gleiche Schicksal ereilen wird, oder ob somit auch ein neuer Versuch für car2go in London geebnet wird. Das Angebot startet mit BMW 1er und Mini Modellen, im nächsten Jahr sollen auch BMW i3 Elektrofahrzeuge hinzu kommen. Zu Beginn wird das Geschäftsgebiet eher eingeschränkt sein. (via DriveNow Pressemitteilung)

MyTaxi und UberTaxi liefern sich einen Preiskampf

Am Wochenende wurde bekannt, dass MyTaxi einen Rabatt von 50% auf den Taxi-Fahrpreis gewährt, wenn per App bezahlt wird. Wie zu erwarten war, hat der Konkurrent Uber schnell reagiert und räumt seinen Nutzern einen Rabatt von 60% bis Weihnachten ein. Wenn man die Marketing-Aktionen von Uber kennt, ist einem klar, dass das Unternehmen sofort reagiert und notfalls sogar alle Kosten für eine Fahrt übernimmt. MyTaxi dürfte im Vorteil sein, was die Anzahl der registrierten Fahrzeuge betrifft. Die Nachfrage war bisher anscheinend geringer als erwartet. UberTaxi wurde in Hamburg in Folge des Verbots von UberBlack und UberPOP eingeführt, mittlerweile wendet das Unternehmen die Taktik mit der Einführung eines Taxi-Services auch in Asien an. (via Die Welt)

Bild: Chaplin on Broadway and the Taxi von drpavloff (bestimmte Rechte vorbehalten)

Entwicklung des Carsharings in Deutschland: DriveNow und Car2Go haben die Nase vorn

Das Magazin WirtschaftsWoche (WiWo) hat in der aktuellen Ausgabe (34/2014) einen Bericht über die Entwicklung des Carsharings veröffentlicht.

Der Bericht beschäftigt sich mit folgenden Fragen:

  • Ist das neue Carsharing, bei dem das Auto überall abgestellt werden kann, überhaupt ein Geschäft?
  • Lässt sich damit Geld verdienen?
  • Und wie geht es weiter?

Für die Beantwortung der Fragen wurde eine Studie der Strategieberatung Civity herangezogen, die leider noch nicht veröffentlicht wurde. Die Unternehmensberatung Roland Berger hat vor kurzem ebenfalls eine Studie zum Thema Shared Mobility veröffentlicht, die ähnliche Punkte behandelt und zu vergleichbaren Ansichten kommt.

Welche Konzerne kämpfen um die Marktführerschaft?

In Deutschland sind das vor allem Daimler/Europcar mit Car2Go und BMW/Sixt mit DriveNow.

Wie lange dauert es, bis die Anbieter Geld verdienen?

Car2Go Manager Beermann erklärt, dass in einer Stadt nach 24-36 Monaten Break Even erreicht wird. Auch DriveNow gibt an, dass  auf Monatsbasis die Gewinnschwelle überschritten wurde.

Wie wird sich der Markt entwickeln?

Stefan Weigele, Autor der Studie und Partner bei Civity geht davon aus, dass sich der Markt bis 2020 weltweit auf 1.4 Milliarden Euro Umsatz vergrößern wird. Um diese Zahl zu erreichen, müsste sich die Anzahl der Carsharing Systeme von heute etwa 30 auf rund 140 steigern. Carsharing wird sich als Alternative zum eigenen Auto und Taxi weiter etablieren. Die Beratung Roland Berger geht in einer aktuellen Studie davon aus, dass der Carsharing bis 2020 auf 3.7 bis 5.6 Milliarden €  Umsatz kommen wird.

Wer hat die Nase vorn?

Anzahl der Städte: Bei der Anzahl der Städte hat Daimler mit Car2Go die Nase vorn, BMW beschränkt sich mit DriveNow im Moment auf 6 Städte.

Gewinne: Hier sieht Civity das Angebot von DriveNow vorne. Die geringe Anzahl an Städten wirkt sich hier vorteilhaft aus, da weniger investiert werden muss.

Auslastung: Die Fahrzeuge von DriveNow sind besser ausgelastet. Das hat zum einen mit der geringeren Fahrzeuganzahl zu tun, zum anderen sind auch die Betriebsgebiete kleiner. Laut Civity ist das Betriebsgebiet von DriveNow im Schnitt 88 Quadratkilometer groß, das von Car2Go liegt bei etwa 130 Quadratkilomtern im Schnitt.

Fahrzeuge: BMW und Sixt setzen bei DriveNow hochwertige Fahrzeuge ein, hautsächlich sind Minis (Mini, Mini Cabrio, Mini Countryman) unterwegs. Außerdem werden Fahrzeuge der BMW 1er Serie eingesetzt (BMW 1er Fünftürer,  X1, BMW Active E).  Bei Car2Go kommen vorwiegend minimalistisch ausgestattete Smart ForTwo zum Einsatz, in manchen Städten auch als elektrische Version. DriveNow bietet also die geräumigeren und besser ausgestatteten Fahrzeuge und den Kunden scheint es zu gefallen, das sie im Sommer auch mit dem Cabrio cruisen können.

Die Fahrzeuge von DriveNow werden auch öfters ausgetauscht, was auch besser bei den Kunden ankommt. Die Fahrzeuge gehen spätestens nach 12 Monaten zurück und werden wahrscheinlich auf dem Gebrauchtwagenmarkt angeboten. Die Car2Go Smarts sind etwa drei Jahre im Einsatz und danach reif für den Schrottplatz.

Im welchen Städten kommt Carsharing am besten an?

In Berlin wird laut Civity 25% des Umsatzes in Deutschland erwirtschaftet. Mehr als 2000 Fahrzeuge werden hier für Carsharing angeboten, die meisten Fahrten finden in den Bezirken im Zentrum der Stadt statt (Mitte, Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg)

Wie viele Minuten sind die Fahrzeuge ausgelastet?

Die DriveNow Fahrzeuge kommen auf etwa 78 Minuten Auslastung am Tag. Die Car2Go Fahrzeuge sind am Tag 62 Minuten ausgelastet. Die Fahrzeuge von Multicity sind nur 26 Minuten unterwegs. Bei DriveNow ist etwa 650 Fahrzeuge in Berlin unterwegs, bei Car2Go etwa die doppelte Anzahl.

Sind die Angebote Kostendeckend?

Daimler und BMW behaupten, dass die Angebote  kostendeckend wirtschaften. Bei DriveNow werden etwa 24 € pro Fahrzeug und Tag umgesetzt, bei Car2Go sind es 18 €. Um mit diesen Beträgen kostendeckend arbeiten zu können,  ist davon auszugehen, dass die Carsharing Anbieter hohe Rabatte auf die Fahrzeuge erhalten.

Zu welchen Konditionen werden die Fahrzeuge vom Hersteller angeboten?

Es wird angenommen, dass DriveNow mehr als 40% Rabatt auf den Listenpreis der BMW Fahrzeuge erhält (Quelle: GetMobility.de)
Es wird angenommen, dass DriveNow mehr als 40% Rabatt auf den Listenpreis der BMW Fahrzeuge erhält (Quelle: GetMobility.de)

Darüber gibt es keine genaueren Infos. Um bei der geringen Auslastung profitabel wirtschaften zu können, müssten die Hersteller einen großzügigen Rabatt gewähren. Damit DriveNow allein ein Auto mit einem positiven Deckungsbeitrag betreiben kann, müssten die Auto mit einem Rabatt von ca. 30% zum Listenpreis angeboten werden. Da aber auch noch Ausgaben für Angestellte, Werbung und Wartung anfallen, ist anzunehmen, dass der Rabatt weit höher ausfällt, um einen Gewinn zu erwirtschaften.

Wie geht es weiter?

Car2Go will bis 2020 weltweit in weiteren 40 – 50 Städten aktiv werden, das Umsatzziel lieg bei 1 Milliarde Euro pro Jahr. DriveNow will ebenfalls expandieren, aber langsamer. Bis z 15 europäische und 10 amerikanische Metropolen sollen gestartet werden.

Wie können die Gewinne erhöht werden?

Auslastung: Die Nutzerzahl muss gesteigert werden und die Auslastung der Fahrzeuge.

Extra-Services: Außerdem können durch Extra-Angebote die Umsätze und Gewinne erhöht werden. So verlangen die Carsharing Anbieter einen Aufschlag für Fahrzeuge, die am Flughafen geparkt oder abgeholt werden, in Berlin sind das z.B. 4 € pro Fahrt.

Weitere Kategorien: Car2Go bietet in Berlin und Hamburg unter dem Namen Car2Go Black schwarze Mercedes B-Blassen an. Für 10 € pro Stunde und 49 € am Tag können die Autos gemietet werden. Die Fahrzeuge werden an fixen Punkten abgeholt und abgestellt. Benzin ist inklusive und einfache Fahrten, z.B. von Berlin nach Hamburg sind auch möglich.

Freizeitangebote: Drive Now will die Nutzer motivieren, öfters die Autos zu nutzen, in dem Freizeitangebote mit DriveNow Nutzung verkauft werden. In München kann z.B. ein Paket für die Therme Erding gebucht werden, das die Kosten für das DriveNow Auto enthält und ein 4 Stunden Ticket. Die Pakte können einfach über das Interface im Auto gebucht werden.

Werbung: Car2Go experimentiert mit Werbung auf den Fahrzeugen. Unternehmen können für die Produktionskosten und einem Betrag von 6,50 € pro Tag und Fahrzeug die Heckscheiben bekleben lassen. In Berlin sind z.B. 1/3 der Fahrzeuge mit Werbung beklebt. Bei einer dreimonatigen Laufzeit der Werbung bring das für Car2Go einen Umsatz von etwa 200.000 € ohne große Kosten.

Genehmigung der Behörden

Die Städteverwaltungen sind ebenfalls für den langfristigen Erfolg des Carsharings verantwortlich, in dem Sonderregelungen für Carsharing geschaffen werden. In London hat sich Car2Go nach 1 1/2 Jahren wieder zurückgezogen, das kein einheitlicher Parkraum aufgebaut werden konnte. In München dürfen pro Anbieter maximal 500 Fahrzeuge unterwegs sein, außerdem ist das Parken in Anwohnergebieten eingeschränkt.

Nutzerverhalten

Laut Civity Studie sind 50% der Fahrten kürzer als fünf Kilometer. Carsharing entzieht somit dem Taxigewerbe die Fahrten und teilweise auch dem Öffentlichen Nahverkehr. Radfahrer würden auch plötzlich wieder auf das Auto umsteigen.

Ob die Bewohner der Städte mit einem guten Carsharing Angebot dazu neigen, ihre eigenen Fahrzeuge abzuschaffen und vermehrt Carsharing nutzen, ist noch nicht belegt.

In Mailand hat es Car2Go auch geholfen, dass die Carsharing Fahrzeuge von der Maut in der Innenstadt befreit sind, die von der Stadtverwaltung erhoben wird.

Bild: Michael Andersen/Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0

DriveNow mit schwarzen Zahlen und Kooperation mit MeinFernbus

Das Carsharing Unternehmen DriveNow, das gemeinsam von BMW und Sixt betrieben wird, fährt in die schwarzen Zahlen und will schneller expandieren.

Die Onlineausgabe der Branchenzeitung Automobilwoche zitiert BMW-Vertriebschef mit den Worten, dass das Carsharing Joint-Venture die Gewinnschwelle erreicht hat und damit Geld verdient wird. In den kommenden Monaten soll das Angebot stark ausgeweitet werden. In Europa sind neben den bestehenden 5 Städten bis zu 15 weitere geplant, in den USA sollen weitere 10 Städte zu San Francisco hinzukommen.

Die Kundenzahl stieg auch kräftig, bis Ende März waren es 255.000 registrierte DriveNow Kunden, innerhalb eines Jahres wurde die Anzahl somit fast verdreifacht.

Das Carsharing Angebot von Daimler, car2go, schreibt noch rote Zahlen, ist aber auch schneller expandiert und in mehr als 20 Städten verfügbar. Weltweit sind um die 750.000 Kunden bei car2go registriert und letztens musste man einen Rückschlag in Großbritannien hinnehmen. Für die Expansion von DriveNow werden Investitionen nötig sein, so dass DriveNow vermutlich nicht lange in den schwarzen Zahlen bleiben wird.

Kooperation mit MeinFernbus

Ab sofort kooperiert DriveNow mit dem größten deutschen Fernbusanbieter MeinFernbus. DriveNow Kunden erhalten im Juni und Juli 20% Rabatt auf Buchungen bei MeinFernbus.de. Auf der anderen Seite können sich Kunden von MeinFernbus zu einem vergünstigten Preis von 4,99 € bei DriveNow anmelden und erhalten 15 Freiminuten, normalerweise werden 29€ für die Registrierung fällig. Voraussetzung für den Rabatt ist, dass die Busfahrt in einer Stadt beginnt oder endet, in der DriveNow aktiv ist.  Die Kooperation macht Sinn, da das CarSharing Fahrzeug für die letzte Meile zwischen Busbahnhof und Zieladresse genutzt werden kann.

Carsharing Startup Drivy erhält 6 Mio. € von namenhaften Investoren

Das französische Startup Drivy erhält einen hohen einstelligen Millionenbetrag für die weitere Expansion. Anfang des Jahres hat Gründerszene darüber berichtet, dass Drivy bald in Deutschland startet und somit Tamyca, Autonetzer und co. Konkurrenz macht.

Die Finanzierung in Höhe von 6 Mio. € (8.3 Mio. US$) stammt von Index Ventures und Alven Capital, beide Firmen haben bereits 2 Mio. € in einer früheren Runde investiert.

Bei Drivy kann jeder sein Fahrzeug zur Vermietung einstellen und jeder, der sich registriert, kann über die App und die Website ein Fahrzeug mieten und das günstiger, als bei Unternehmen, wie Sixt, Europcar usw. Bei Drivy zahlt man weniger und erhält aber trotzdem die gleiche Versicherung, wie bei den eingesessenen Autovermietern.

Die aktuellen Finanzierungsrunde wird dafür verwendet, international zu expandieren. Zu erst ist wie berichtet, Deutschland und Spanien angesteuert, danach werden andere Länder folgen, wie England, Italien, Niederlande und Belgien. Im Moment arbeiten ca. 20 Leute für Drivy, weitere werden bald folgen.

Drivy hat ca. 250.000 registrierte Nutzer und 16.000 Fahrzeuge sind auf der Plattform verfügbar. Laut dem Gründer Paulin Dementhon werden pro Wochenende ca. 1.500 Fahrzeuge in Frankreich ausgeliehen, das monatliche Wachstum bei Buchungen liegt bei 20%. Drivy scheint sich gut zu entwickeln, mal sehen, wie sie sich in Deutschland schlagen, denn hier tun sich lokale Anbieter wie Autonetzer und Tamyca.  Autnetzer hat laut Pressemitteilung vom Januar diesen Jahres 35.000 Nutzer und 4.500 Fahrzeuge und damit deutlich weniger als Drivy. In Deutschland ist vor allem die Konkurrenz durch Corporate-Carsharing-Unternehmen, wie Drive Now und Car2Go stark, die direkt von BMW und Daimler unterstützt werden.