Schlagwort-Archive: drivenow

Car-Sharing: BMW übernimmt DriveNow Anteile von Sixt

BMW hat sich mit Sixt darauf geeinigt, dass das Mietwagenunternehmen seine Anteile an DriveNow an BMW verkauft. Damit übernimmt BMW alle Anteile und die volle Kontrolle an dem Car-Sharing Anbieter. Der Schritt könnte eine Fusion von DriveNow und car2go wahrscheinlicher machen.

Fusion mit car2go jetzt wahrscheinlicher?

Der Schritt könnte den Weg frei machen für eine Zusammenlegung der Carsharing Angebote von Daimler und BMW.  In der vergangenen Woche berichtetet die Nachrichtenagentur Reuters in Berufung auf führende Automanager, dass die die Fusion kurz vor dem Abschluss steht. Von Daimler soll das car2go-Geschäft in ein neues Unternehmen eingebracht werden, von BMW die Töchter DriveNow und ParkNow.

Über die Fusion der beiden Car-Sharing Dienste DriveNow und car2go wird schon seit Anfang 2017 spekuliert. Damals zeigte sich Sixt irritiert von dem Vorhaben und galt seitdem als Verhinderer der Fusion. Der Verkauf an die BMW Group spült gutes Geld in die Kassen von Sixt und BMW erhält mehr Kontrolle über die zukünftige Ausrichtung.

Ziel soll es sein, den aggressiven internationalen Playern wie Uber, Didi und Co. Paroli bieten zu können. Wie das mit einer Strategie mit zwei Marken und ohne Ride-Sharing funktionieren soll, ist unklar.

BMW will offiziell Unternehmensstrategie Number One > Next stärken

Die offizielle BMW Pressemitteilung lässt nichts von einer Fusion mit car2go vermuten. BMW will mit der Übernahme der Sixt-Anteile die alleinige Kontrolle über das Car-Sharing Angebot erhalten. Im Rahmen der Number One > Next Unternehmensstrategie sollen die Angebote in den Bereichen On-Demand Mobilität (DriveNow und ReachNow), Parken (ParkNow) und Laden (ChargeNow) weiter ausgebaut werden. “Bis 2025 wollen wir 100 Millionen Kunden für unsere Premium Mobilitätsangebote begeistern. Mit DriveNow als hundertprozentiger Tochter haben wir alle Optionen für eine strategische Weiterentwicklung unserer Services in der Hand. Die Erfahrungen unserer Mobilitäts- dienstleistungen sind für uns auch mit Blick auf künftige autonome, elektrifizierte und vernetzte Flotten relevant“, sagte Peter Schwarzenbauer, Mitglied des Vorstands der BMW AG, MINI, Rolls-Royce, BMW Motorrad, Kundenerlebnis und Digital Business Innovation BMW Group.

DriveNow mit 420 Mio. Euro bewertet

Für Sixt scheint sich der Verkauf zu lohnen. Sixt gibt an, dass durch den Verkauf von DriveNow win Gewinn von 209 Mio. Euro erzielt wird. Der Autovermietung gehörten 50% an DriveNow, damit liegt die Bewertung des Car-Sharing Angebots bei etwa 420 Mio. Euro. Die Aufsichtsbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen, mit einer Entscheidung wird im zweiten Quartal gerechnet.

Die beiden Unternehmen sind 2011 mit DriveNow gestartet und haben den Dienst in 13 europäischen Städten ausgerollt, teilweise als Franchise-Modell. Insgesamt sollen eine Million Kunden bei dem Car-Sharing Dienst angemeldet sein.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Car-Sharing Markt: DriveNow und car2go vor Fusion

Schon seit einigen Monaten wird darüber spekuliert, dass die beiden Car-Sharing Anbieter DriveNow aus dem Hause BMW und car2go von Daimler zusammengelegt werden sollen. Nach vielen Dementis soll es jetzt laut Reuters im Februar 2018 soweit sein.

Die beiden Automobilhersteller wollen offenbar eine gemeinsame Firma gründen, in die Daimler das car2go Geschäft einbringt und BMW zusammen mit Sixt die Marken DriveNow und ParkNow. Sein ReachNow Angebot scheine BMW aber nicht mit einzubringen, was den Aufbau eines starken globalen Players erschweren wird.

Beide Car-Sharing Marken sollen bleiben

Die beiden Marken sollen auch nicht verschwinden – Daimler hält an car2go fest und BMW an DriveNow. Die IT-Infrastruktur hinter den Angeboten soll zusammengelegt werden, um beide Angebote für die Nutzer bündeln zu können. Kosteneinsparungen würden sich auch durch die Zusammenlegung der lokalen operativen Teams ergeben, ob das geplant ist, wurde nicht bekannt. Wie sich die beiden Marken bei der Vermarktung verhalten werden, bleibt spannend. Werbung für beide Marken zu machen und dabei noch in Konkurrenz zu treten, treibt die Kosten nach oben. In den letzten Monaten mussten anscheinend die Partner, wie Sixt von der Fusion überzeugt werden, deswegen soll der Prozess auch so lange gedauert haben.

Lassen sich andere Anbieter von Fusion beeindrucken?

Die Automobilhersteller BMW und Daimler, die sich in den kommenden Jahren stark in Richtung Mobilitätsdienstleister entwickeln müssen, erhoffen sich durch die Bündelung der Angebote eine stärkere Position im Wettbewerb mit den Konkurrenten aus Asien oder USA. Die Zusammenlegung der Car-Sharing Angebote wird das Problem aber nicht lösen, es muss ein Umdenken stattfinden, um eine umfassende Mobilitätsplattform aufzubauen.

Auch wenn beide Anbieter die Fahrten im letzten Jahr steigern konnten, ist das Geschäft noch winzig. Die etwa drei Mio. Kunden bei car2go haben im Jahr 2017 insgesamt 24 Mio. Fahrten absolviert. BMW kommt mit DriveNow auf etwa eine Mio. Kunden und 8 Mio. Fahrten im vergangenen Jahr. Das ist nichts im Vergleich zu den großen Mobilitätsdiensten, die durch die Fusion angegriffenen werden sollen. Der Chinesische Anbieter Didi kam im letzten Jahr auf mehr als 7 Milliarden Fahrten.

Die bisherigen Informationen lassen erahnen, dass die beiden Unternehmen durch den Zusammenschluss die Wirtschaftlichkeit der Car-Sharing Dienste in Deutschland verbessern wollen. Nach einer Strategie, um gegen Player aus Asien und den USA bestehen zu können, sieht es nicht aus.

Bild: DriveNow (alle Rechte vorbehalten)

Carsharing Jahresrückblick 2017: Wie entwickeln sich DriveNow und car2go

In den letzten Tagen haben sowohl DriveNow als auch car2go eine Zusammenfassung des Geschäftsjahres 2017 kommuniziert. Wir haben beide zusammen gefasst.

Mehr Nutzer – längere und höhere Auslastung

Das Geschäft von car2go ist im vergangenen Jahr dynamisch gewachsen. Die drei Kennzahlen Kunden, Mietdauer und Auslastung konnten verbessert werden. Fast 3 Millionen Kunden (2.97 Mio., um genau zu sein), nutzen das Carsharing-Angebot aus dem Hause Daimler. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Kundenzahl damit um 30% gewachsen. Die beliebtesten Städte sind in China und Europa. Die meisten Kunden hat car2go in Chingqing in China (234.000 Nutzer), gefolgt von Berlin (219.000) und Madrid (190.000). In den USA und Kanada sind mittlerweile mehr als eine Millionen Nutzer registriert.

Die eingeführten Stundenpakete, die Konkurrent DriveNow schon seit Jahren anbietet, haben dafür gesorgt, dass sich die Mietdauer um 30 % erhöht hat. Die Anzahl der Fahrzeugmieten stieg auf 24 Millionen im Vergangenen Jahr. Die Nutzung der insgesamt rund 14.000 Fahrzeuge nahm im Laufe des Geschäftsjahres 2017 um rund 38 Prozent zu. Daraus lässt sich folgern, dass jedes Fahrzeuge zwischen vier und 5 mal pro Tag gebucht wird. Um die Wünsche der Kunden zu erfüllen, hat car2go auch 2017 seine Flotte durch neue smart und Mercedes-Benz Modelle erweitert.

25 Prozent Wachstum bei DriveNow

Auch DriveNow zieht eine positive Bilanz. Die Zahl der Nutzer stieg im vergangenen Jahr um rund 25% und hat die Marke von einer Million Kunden im Oktober 2017 durchbrochen. Mit Lissabon und Helsinki kamen zwei weitere europäische Städte hinzu. Die Städte werden durch lokale Franchise-Partner betrieben und nicht durch DriveNow direkt. In Deutschland konnte DriveNow die Zahl der Kunden auf 720.000 steigern.

Bei DriveNow sieht man auch, dass sich die Zielgruppe weiter differenziert. Zu Beginn haben vor allem junge, trendbewusste und Technologie-affine Menschen das Angebot der Münchner genutzt. Mittlerweile setzen auch ältere Menschen, Familien und Geschäftsreisende auf das Thema Carsharing.

DriveNow erweitert in Hamburg seine E-Flotte

Dass Carsharing als ein entscheidender Treiber der Elektromobilität dienen kann, wurde in Hamburg deutlich. Hier erweiterte DriveNow seine Elektroflotte letztes Jahr von 70 auf über 200 BMW i3. Damit setzte der Carsharer einen Teil des ‚Memorandum of Understanding‘ um, welches zwischen der Freien und Hansestadt Hamburg und der BMW Group vereinbart worden war. Ziel ist es, der Elektromobilität in der Elbmetropole flächendeckend zum Durchbruch zu verhelfen. DriveNow plant, in einem weiteren Schritt die elektrifizierte Flotte bis 2019 auf bis zu 550 Stromer auszubauen – abhängig von der weiteren Entwicklung der Ladeinfrastruktur. Die Stadt Hamburg hat in der Kooperationsvereinbarung das Ziel festgeschrieben, bis 2019 insgesamt über 1000 öffentliche Ladepunkte zu implementieren sowie dedizierte Parkplätze für E-Fahrzeuge einzurichten.

„Das Beispiel Hamburg macht deutlich, dass das Henne-Ei-Problem zu lösen ist: Die zuständigen staatlichen Stellen bauen die Ladeinfrastruktur nur schleppend aus, weil es zu wenige Elektroautos gibt. Auf der anderen Seite steigt die Anzahl der Stromer nur langsam, weil es mitunter an entsprechender Infrastruktur mangelt. Die Kooperation zeigt, dass einiges bewegt werden kann, wenn Unternehmen und Kommunen an einem Strang ziehen und ehrgeizige Ziele formulieren“, erläutert Geschäftsführerkollege Sebastian Hofelich.

Neben DriveNow betreibt BMW in den USA und China unter der Marke ReachNow ein weiteres Car- bzw. Ride-Sharing Angebot. Die Zahlen von ReachNow fließen nicht in die Geschäftszahlen von DriveNow mit ein.

Ausblick für 2018

Für 2018 wäre es wünschenswert, wenn die lokalen Anbieter nicht nur die App mit innovativen Ideen verbessern und schöne neue Fahrzeug-Modelle auf die Straßen stellen, sondern auch darüber nachdenken, mit welchen weiteren Verkehrsmitteln das jeweilige Carsharing Angebot zu einer umfassenden Mobilitäts-Plattform ausgebaut werden kann. Ziel muss es sein, immer mehr Leute dazu zu bewegen, auf das eigene Auto zu verzichten – das funktioniert nur mit einem nahtlosen Angebot, das schnell zugänglich ist. Asiatische Mobility Anbieter können als Vorbild genutzt werden.

Bild:  car2go / Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Mobility Services: Konzerne vs. Startups

Vergleicht man Mobility Services von etablierten Automobilkonzernen mit denen von Startups, dann fällt auf, dass letztere meistens ein viel höheres Tempo an den Tag legen und experimentierfreudiger sind. Mobility Startups ändern oder erweitern schneller ihr Geschäftsmodell und sind gefühlt näher am Kunden. Im folgenden soll das anhand einem Vergleich von Didi Chuxing aus China und den Mobility Services von BMW dargestellt werden. Didi wird exemplarisch als Beispiel für die dynamischen Startups gewählt. Die Now-Plattform von BMW (DriveNow, ReachNow, ChargeNow, etc.) verkörpert exemplarisch den eigentlich modernen aber langsamen Ansatz eines Automobilkonzerns.

DriveNow: Carsharing – sonst nichts

Unter dem Namen DriveNow ist BMW zusammen mit Sixt vor einigen Jahren in das Carsharing eingestiegen, was schon mal lobenswert ist. Der Service von heute ist mit dem Dienst vor ein paar Jahren identisch. Seitdem ist bei DriveNow aus Kundensicht wenig passiert, außer die Expansion in ein paar Städte und die Aufstockung der Flotten mit einigen Elektroautos. Ein erweitertes Mobilitätsangebot sucht der Kunde vergebens.

Wenig neues für den Kunden

Aus Kundensicht ist das enttäuschend, da man teilweise immer noch lange strecken zu den Fahrzeugen zurücklegen muss. Ein ergänzender Bike- oder Scooter-Sharing Dienst als eine Art Zubringer für die Carsharing Fahrzeuge fehlt. Beides würde nicht nur das Kundenerlebnis verbessern, sonder als Nebeneffekt auch dafür sorgen, dass die Kundenzahl schneller wächst. An Partnerschaften mit existierenden Anbietern ist auch nicht zu denken. Als Meilenstein wird gefeiert, wenn die Marke von einer Millionen Kunden geknackt wird.

Zu ergänzen ist, dass mit ReachNow in den USA auch weitere Mobility Services, wie Premium-Ridesharing pilotiert werden. Dienste wie ChargeNow oder ParkNow schreibt sich der Konzern ebenfalls als Innovationen auf die Fahne. Ohne eigenes Auto kommt man damit bisher aber nicht in Berührung.

Partnerschaften, um Reichweite auf der Kundenseite zu erzielen, sind nicht offensichtlich. Nur eine Kooperation mit Rewe wird dauerhaft beworben.

Didi Chuxing: Bunter Strauß an Mobility Services

Didi hingegen prescht mit einem Tempo und einer durchdachten Strategie vor. Als Ridesharing Plattform gestartet, wird mittlerweile ein bunter Strauß an Mobilitätsdiensten in China angeboten. Bikesharing wurde zum Beispiel in die App mit eingebunden, damit die Nutzer mehr Transportmöglichkeiten haben und evtl. auch zu den virtuellen Haltestellen der Pooling Angebote schneller kommen. Insgesamt finden die Nutzer eine Mobility Plattform vor, die detaillierter auf sie ausgerichtet ist.

Fahrer und Kunden im Fokus

Es wird nicht nur in Richtung Endkunden gedacht, sondern auch die Didi Fahrer stehen im Fokus. Ein Marktplatz für Gebrauchtfahrzeuge wurde für die Fahrer integriert, damit sie schnell und günstig an ihr Arbeitsgerät kommen. Eine eigene Ladeinfrastruktur wird geschaffen, damit die jetzt schon 260.000 Fahrer mit Elektroauto die Fahrzeuge laden können. Ein Carsharing Angebot ist sowohl für Fahrer als auch für Nutzer mit Mobilitätsbedürfnis interessant. Abgerundet wird das Angebot durch die modernsten Mobile Payment Angebote und Integrationen in angesagte Messanger Apps, wie WeChat, um so viele Kunden wie möglich zu erreichen.

Durch internationale Investments in Startups wie Taxify oder 99 breitet sich Didi weltweit aus und klopft auch an die Märkte, die vom DriveNow und co. bespielt werden. Die Investments werden ihre Strategie ähnlich wie Didi ausrichten und aggressiver als zuvor in den Markt gehen.

Gravierender Unterschied

Der Unterschied zwischen den Ansätzen von Startups und Konzernen ist gravierend. Die deutschen Anbieter haben doch auch viel Potential. Mehr Mut, Denken in globalen Dimensionen, die Öffnung für Partnerschaften und die Diversifizierung der Angebote wären wünschenswert. Klar ist, dass es auch mal Rückschläge und Fehlentscheidungen geben wird. Mit einer guten Unternehmenskultur, die Fehler und daraus resultierenden Learnings zulässt, kann das Unternehmen davon aber nur profitieren.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Carsharing-Boom: Anbieter Car2Go und DriveNow stark gewachsen

Fast zeitgleich haben die beiden Carsharing Unternemen DriveNow und Car2go ihre Pressemitteilung zur Jahresbilanz für 2016 verschickt. Die Anbieter der Automobilhersteller Daimler und BMW sind im abgelaufenen Jahr stark gewachsen.

43% Wachstum bei car2go Carsharing

Car2go konnte im Jahr 21 % mehr Mieten verzeichnen und die Zahl der Kunden stieg um 43% auf 2,2 Millionen. Berlin bleibt mit 175.000 Kunden die größte car2go Stadt. Die Nutzung der weltweit 14.000 stieg zwischen dem vierten Quartal 2015 und dem vierten Quartal 2016 um 40%. Insgesamt wurden die Fahrzeuge der Flotte im vergangenen Jahr 22 Millionen Mal angemietet.

Grundsätzlich ist car2go der Ansicht: Je häufiger und länger die Fahrzeuge genutzt werden, desto besser erfüllt das Carsharing seinen Zweck in Großstädten. Die geteilten Autos besetzen dann seltener knappen Parkraum und ersetzen häufiger private Pkw, die zunehmend zu einer Belastung in Großstädten werden.

Auch für 2017 geht das Unternehmen von einem weiteren Wachstum aus. Laut Olivier Reppert, CEO der car2go Group, bleibt Carsharing ein dynamischer Wachstumsmarkt. Das Unternehmen will sein Geschäft durch neue Flotten und Produkte ausweiten. Bei Daimler ist car2go ein Teil des Strategie-Programms CASE.

[affilinet_performance_ad size=468×60]

Mehr als 800.000 Nutzer bei DriveNow

Auch DriveNow konnte ein Kundenwachstum verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nutzerzahl auf 815.000 registrierte Kunden gestiegen. Das Entspricht einem Wachstum von 42%. Damit ist DriveNow so schnell wie car2go gewachsen.

Die Zahl der Fahrzeuge ist auf über 5.000 gestiegen, etwa 17% der Fahrzeuge sind elektrische BMW i3. Vergleicht man die Anbieter, dann kommen bei beiden Anbietern im Schnitt etwa 160 Nutzer auf ein Fahrzeug. Ein Fahrtvolumen wurde von DriveNow nicht kommuniziert. Wenn man von ähnlichen Kennzahlen wie bei car2go ausgeht, dann wird DriveNow etwa acht Millionen Anmietungen verzeichnet haben.

Im vergangenen Jahr hat DriveNow mit Brüssel und Mailand zwei weitere Standorte eröffnet. Vor allem in Mailand soll die Nachfrage die Erwartungen übertroffen haben. In diesem Jahr sollen zwei bis drei weitere Städte hinzukommen. DriveNow setzt 2017 große Hoffnungen auf das Ende Dezember beschlossene Carsharing Gesetz, das Städten künftig den rechtlichen Rahmen gibt, Carsharing Angebote zu fördern.

Vor Weihnachten gab es Berichte über eine Fusion der beiden Anbieter. Letztendlich hat Sixt die Berichte dementiert. Das Mietwagenunternehmen Sixt betreibt zusammen mit BMW das Angebot DriveNow.

Bild: DriveNow (alle Rechte vorbehalten)

BMW denkt über eigenen Mitfahrdienst für Europa nach

Der Autokonzern BMW kann sich offensichtlich vorstellen, einen eigenen Mitfahrdienst für Europa zu starten. Laut Spiegel-Online-Informationen will BMW so sein Mobilitätsangebot rund um den Carsharing Dienst DriveNow erweitern. BMW geht davon aus, dass Uber einen zweiten Anlauf startet, um in Europa erfolgreich zu sein. Das Unternehmen will bis dahin gewappnet sein, um Uber nicht den Markt überlassen zu müssen.

Wie der Service im Detail aussehen könnte, ist nicht bekannt. Der Konzern möchte durch den Mitfahrservice die Auslastung der DriveNow Carsharing Fahrzeuge erhöhen. DriveNow wird in einem Joint Venture mit dem Autovermieter Sixt betrieben. Die Carsharing Fahrzeuge sind bisher in Deutschland, USA, Dänemark, Schweden, Großbritannien und Österreich im Einsatz. Am Abend und in der Nacht sind die die Carsharing-Fahrzeuge häufig ungenutzt. In dieser Zeit könnten die Fahrzeuge von Fahrern genutzt werden, die Ridesharing-Dienste anbieten wollen.  Studenten und selbstständige Fahrer könnte sich ein DriveNow mieten, um damit Kunden von A nach B fahren. Vor allem in den Nächten von Donnerstag bis Sonntag könnte das Angebot lukrativ sein.

Im letzten Jahr gab es bereits Gerüchte, dass BMW bei dem Hamburger Startup Wunder einsteigt. Wunder könnte für BMW der passende Partner sein, der die Software und die entsprechende IT-Infrastruktur für den Ridesharing Dienst entwickelt. Wunder wächst schnell in Osteuropäischen Städten und in Schwellenländern. Im letzten Jahr hat BMW nicht in Wunder investiert, dafür aber Konstantin Sixt. Ein alter Bekannter für BMW.

Immer mehr Autokonzerne investieren in alternative Mobilitätskonzepte. Der amerikanische Konzern GM hat sich mit 500 Mio. US$ am Ridesharing-Anbieter Lyft beteiligt. Daimler hat mytaxi übernommen und ist außerdem an Blacklane beteiligt. Ford weitert sein Carsharing Programm aus und experimentiert mit weiteren Mobilitätskonzepten.

Die Erfolgsgeschichte von Uber in Europa ist bisher durchwachsen. In Deutschland hat sich der Service aus den meisten Städten zurückgezogen und ist nur noch in München, Berlin und Frankfurt aktiv. In Frankreich und Großbritannien hat Uber mit Verboten für einzelne Angebote zu kämpfen.

Bild: BMW von Dushan Hanuska (bestimmte Rechte vorbehalten)

Ford erweitert Carsharing, Moovit mit DriveNow

Folgende drei Nachrichten aus dem Carsharing und innerstädtischem Mobilitätsbereich sind erwähnenswert: Ford erweitert sein Carsharing-Angebot. DriveNow wird in App für lokale Mobilität Moovit integriert. Parkservice App Luxe sammelt 50 Mio. US$ ein.

Ford und Deutsche Bahn erweitern Partnerschaft

Ford integriert das Carsharing Netzwerk Flinkster, das von der Deutschen Bahn betrieben wird, in die Mobilitätsplattform FordPass. Den Nutzern soll ein engmaschiges Carsharing Netz angeboten werden, das einfach zugänglich ist. Nutzer des Ford Carsharings haben durch die Integration Zugriff auf die 4.000 Fahrzeuge im Flinkster Netzwerk. Ford möchte durch die FordPass Plattform zum innovativen und modernen Fahrzeug- und Mobilitätsanbieter werden. FordPass bündelt unterschiedliche Dienstleistungen rund um Mobilität. Mittels Parkopedia können freie Parkplätze gefunden werden, mit mobilecity kann das Parktticket bezahlt oder die Parkdauer verlängert werden. Ford und die Deutsche Bahn arbeiten schon seit Sommer 2013 zusammen. Die Smartphone-Apps und die Technologie für das von Ford angebotene Ford Carsharing wurden von der DB Rent entwickelt. Im letzten Jahr hat Ford 14.000 Buchungsvorgänge verzeichnet und insgesamt wurden mehr als eine Millionen Kilometer zurückgelegt. Mit dieser Anzahl an Buchungen dürfte Ford einen der hinteren Plätzte im Carsharing Markt einnehmen. (via Presseportal)

On Demand Parken App Luxe sammelt 50 Mio. US$ ein

Die amerikanische on-demand Parking App Luxe könnte 50 Mio. US$ von Herz einsammeln und dabei mit 110 Mio. US$ bewertet werden. Herz könnte den Service für seinen Kunden nutzen, um einen on-demand Service für das Parken der Herz Mietautos anzubieten. Luxe bietet einen Service, bei dem ein Luxe Angestellter oder Partner die Fahrzeuge der Nutzer parkt und wieder zurück bringt. Entweder schließen die Kunden ein Abonnement ab oder zahlen pro Buchung. Der Service wird vor allem in amerikanischen Großstädten, wie Los Angeles, San Francisco oder New York angenommen. Diese Städte sind so überfüllt, dass es extrem schwierig und teuer für die Autofahrer ist, einen Parkplatz zu finden. (via Techcrunch)

Moovit kooperiert mit DriveNow

Die lokale Mobilitäts-App Moovit intergiert den Carsharing Service DriveNow von BMW und Sixt. Die verfügbaren Fahrzeuge von DriveNow werden nun als weitere Mobilitätsoption in Moovit angezeigt und lassen sich darüber reservieren. DriveNow kann über die Moovit App in London, Berlin, München, Hamburg, Düsseldorf und Stockholm gebucht werden.  Moovit wird bereits von mehr als 35 Millionen Nutzer weltweit genutzt. Die App gibt Auskunft über Abfahrts- und Ankunftszeiten, Fahrplanänderungen sowie die Auslastung und Verspätungen von Bus, U-Bahn und Co. Außerdem erhalten Nutzer Schritt-für-Schritt den Weg zur nächsten Station bis hin zum Zielort und können verfügbare Fahrräder sowie Abstellplätze der Fahrradverleih-Services Call A Bike, dem Fahrradverleih von DB Rent und von nextbike einsehen. Moovit geht davon aus, dass die Nutzer das Carsharing-Angebot als zusätzliche Option zum öffentlichen Nahverkehr nutzen. Die Integration wird auch von BMW vorangetrieben worden sein. BMW ist an DriveNow beteiligt und finanziert über BMW iVentures das Startup Moovit. (via Moovit)

Bild: Moovit (alle Rechte vorbehalten)

DriveNow expandiert mittels Franchise-Modell nach Dänemark

Der Carsharing Anbieter DriveNow expandiert demnächst nach Kopenhagen. Ab Anfang September sind die Fahrzeuge in Kopenhagen buchbar. Das erste Mal setzt DriveNow ausschließlich auf elektrische Fahrzeuge, es kommen 400 elektrische BMW i3 zum Einsatz. Eine weitere Neuerung ist, dass die Flotte nicht direkt von DriveNow betrieben wird. Arriva Danmark, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn erhält die Nutzungsrechte für den Betrieb von DriveNow in Kopenhagen.

Einbindung in ÖPNV

Arriva betreibt in der dänischen Stadt schon ein Großteil der Buslinien und in Dänemark einige Regionalbahnlinien. Das Carsharing Angebot soll mit den ÖPNV und dem Regionalbahnnetz verbunden werden, so dass die Nutzer einfach von A nach B kommen, ohne ein eigenes Auto zu benutzen. Arriva hat zu Beginn dieses Jahres die Ausschreibung für den Aufbau und Betrieb eines free-floating Carsharing-Netzes gewonnen. Voraussetzung für den Betrieb in Kopenhagen ist, dass nur rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge zum Einsatz kommen. In Kopenhagen kommen auf 85 Quadratkilometern 400 Fahrzeuge zum Einsatz. Zum Vergleich, in Berlin sind auf ca. 120 Quadratkilometern 1040 Fahrzeuge verteilt.

Intermodale Informationen

Die Kunden haben die Möglichkeit, sich die Wegstrecke im Fahrzeug intermodal anzeigen zu lassen. Die Kunden sehen so, ob es basierend auf der aktuellen Verkehrslage und des aktuellen Verkehrsmittelangebots eine schneller Alternative gibt, um zum Ziel zu kommen. Der Nutzer kann das Verkehrsmittel wechseln, wenn es eine günstigere und schnellere Alternative gibt. Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch die Buchung von anderen Verkehrsmittel im Carsharing-Auto möglich sein.

Franchise-Modell soll ausgeweitet werden

In einem Handelsblatt-Interview hat DriveNow Chef Nico Gabriel angekündigt, dass bald weitere Städte nach dem Franchise-System folgen können. Neben Arriva haben auch andere Unternehmen Interesse angemeldet, das Carsharing-Angebot unter eigener Regie zu betreiben. DriveNow kann durch das Franchise-Modell schneller wachsen, ohne eigene Investitionen stemmen zu müssen. Die lokalen Partner haben meistens auch eine bessere Expertise über die örtlichen Besonderheiten. Die lokalen Partner können von DriveNow lernen, wie sich ein Carsharing-Angebot profitabel betreiben lässt.

Sollte sich erweisen, dass sich die elektrischen BMW i3 Modelle für das Carsharing-Netzwerk eignen, kann der der Absatz des schwächelnden Elektroautos aus dem BMW-Konzern angekurbelt werden.

Foto: Pressematerial von DriveNow

Carsharing App CarJump wird verkauft

Die App CarJump, die verschiedene Carsharing Anbieter aggregiert, wird nach einem Bericht von GründerSzene von Investor Henri Kühnert übernommen. Die CarJump Gründer bleiben erstmal als Berater an Board, die Geschäftsführung übernehmen Michel Stumpe und Fabian Kofler. Beide bezeichnen sich bei Xing interessanterweise als CEO & Founder. Henri Kühnert war früher Geschäftsführer der SinnerSchrader Mobile Agentur, nach seinem Ausscheiden investiert er in Early Stage Startups und berät ausgewählte Unternehmen, darunter citeecar.

Die Carsharing App CarJump aggregiert die verfügbaren Fahrzeuge verschiedener Carsharing Anbieter und stellt diese auf einer Karte gesammelt dar. Der Nutzer sieht die verfügbaren Fahrzeuge in seinem Umkreis und kann sich entscheiden, welchen Carsharing Anbieter er nutzt.

CarJump dürfte damit zu kämpfen habe, dass die meisten Nutzer nur bei einem Anbieter angemeldet sind und somit kurzfristig keinen wirklichen Nutzen durch die App haben. CarJump versucht bisher noch nicht die Nutzer dazu zu bewegen, sich bei weiteren Carsharing Anbietern zu registrieren.

Den Nutzern werden auch keine ausgewerteten Daten zur Verfügung gestellt, die ihn dazu animieren würden, sich bei einem anderen Anbieter zu registrieren. Zum Beispiel könnte die Technologie hinter der App die Umgebung um den gewünschten Abfahrtort analysieren, um dem Nutzer den bestmöglichen Carsharing Anbieter zu empfehlen. Es könnte ja sein, dass ein Nutzer bei DriveNow registriert ist, ein car2go oder Spotcar Fahrzeug meistens näher am Abfahrtort ist.

Interessant wäre auch ein Feature, das den ungefähren Preis für die zu fahrende Strecke ausrechnet. Somit könnte der Nutzer entscheiden, ob er vielleicht einen etwas längeren Fußmarsch in Kauf nimmt, um ein paar Cent oder Euro zu sparen.

Es sind sowohl Free-Floating als auch stationsbasierte Anbieter bei CarJump gelistet, eine aktive Kommunikation der Vorteile des jeweiligen Modells an die Nutzer wäre auch hilfreich.

Das Unternehmen CarJump wurde 2013 gegründet und hat letztes Jahr eine Finanzierung von High-Tech Gründerfond eingesammelt. Üblicherweise stellt der High-Tech Gründerfond 500.000 € zur Verfügung, die meist gesplittet nach erreichen von Meilensteinen fließen. Wie viel Geld aus dem High-Tech Gründerfond bisher in CarJump geflossen ist, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich eine geringere Summe, als 500.000 €. Für welche Summe das Startup übernommen wurde, ist nicht bekannt, die Summe dürfte sich aber im niedrigeren Bereich bewegen.

Das CarJump Team hat wohl auch die App für den Carsharing Anbieter Spotcar entwickelt. Spotcar ist seit dem vergangenen Jahr mit Opel Adam Fahrzeugen in Berlin unterwegs.

Bild: CITROËN Multicity Charsharing Berlin von Tony Webster (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: Taxi App Ola übernimmt TaxiForSure, Uber stellt UberPOP ein

+++ Kurznachrichten +++ Die indische Taxi-App Ola übernimmt den Konkurrenten TaxiForSure, ebenfalls aus Indien. Der Ridesharing Service Uber stellt wohl den UberPOP Service in einigen deutschen Städten ein. Das Carsharing Unternehmen DriveNow will weiter expandieren.

Ola übernimmt Taxi-App TaxiForSure

Nach der Konsolidierung in China durch die Fusion von den Taxi-Apps Kuaidi und Didi Dache steht in Indien ebenfalls eine Konsolidierung an. Der ebenfalls von SoftBank finanzierte Taxi-App Anbieter Ola übernimmt den kleineren Anbieter TaxiForSure für 200 Mio. US$. Der Deal wird in Anteilen an Ola und Bargeld bezahlt. Beide Marken sollen separat weitergeführt werden. Ola ist im Moment in 67 Städten in Indien verfügbar und hat etwa 100.000 registrierte Fahrer. TaxiForSure hate 15.000 registrierte Fahrer in 47 indischen Städten. Die beiden TaxiForSure Gründer sollen für einen absehbaren Zeitraum als Berater an Board bleiben, die 1700 angestellten sollen weiter beschäftigt werden. (via TechCrunch)

Uber reduziert den UberPOP Service

Am Wochenende hat die Wirtschaftswoche berichtet, dass Uber vorerst von einer weiteren Expansion in Deutschland absieht. In absehbarer Zeit sollen keine weiteren Städte gestartet werden, da der UberPOP nicht unter wirtschaftlich sinnvollen Bedingungen angeboten werden kann. Die Akquisition von weiteren UberPOP-Fahrern soll eingestellt werden. Nun berichtet das Startup Magazin GründerSzene, dass sogar der UberPOP Service in eineigen deutschen Städten vor dem Aus steht. In Berlin, Hamburg und Düsseldorf ist Uber gezwungen, den Service für 35 Cent pro Kilometer anzubieten, die Fahrer werden mit Bonuszahlungen bei Laune gehalten. Nun soll Uber diese Zuschüsse einstellen. Was dazu führen dürfte, dass sich keine Fahrer finden lassen und bereits registrierte Fahre nicht weiter aktiv sind. Auf ein Personenbeförderungsschein und wahrscheinlich auch eine Konzession soll für UberPOP zur Vorschrift werden. In Berlin kann dann nur noch UberTaxi angeboten werden, evtl. wird auch der Lieferservice für Essen UberEats gestartet. (via GründerSzene und WiWo)

Carsharing Anbieter DriveNow will durch Städte im Ausland wachsen

Das Wachstum für DriveNow soll durch die verstärkte Expansion ins Ausland erzielt werden. Insgesamt sollen 25 ausländische Städte hinzugefügt werden, bis zu 15 in Europa und 10 in Nordamerika. Bisher ist DriveNow in 5 deutschen und drei internationalen Städten verfügbar. In Deutschland sollen erstmal keine neuen Standorte hinzu kommen. Frankfurt wäre für das Unternehmen wünschenswert, die Stadt hätte aber nur 80 Fahrzeuge genehmigt. Diese geringe Anzahl ist für ein flexibles Carsharing Angebot viel zu gering. In den anderen deutschen Städten ist die eingesetzte Flotte im Schnitt etwa 450 Fahrzeuge groß. Konkurrent car2go ist vor kurzem im Frankfurt gestartet, mit etwa 190 Fahrzeugen. Warum DriveNow nur 80 Fahrzeuge einsetzten darf, ist unverständlich. (via Focus)

Bild: Ambassador taxi von shankar s. (bestimmte Rechte vorbehalten)