Schlagwort-Archive: drivenow

Kurznachrichten: GrabTaxi erhält 250 Mio. $, Kampf zwischen MyTaxi und Uber, DriveNow geht nach London

Neben der Nachricht über die neue Finanzierung für Uber gab es weitere interessante Neuigkeiten aus dem Mobiliätsbereich. Das Carsharing Unternehmen DriveNow geht nach London, in Hamburg können bis zu 60% der Taxikosten gespart werden und das asiatische MyTaxi mit den Namen GrabTaxi sammelt 250 Mio. US$ ein.

GrabTaxi mit 250 Mio. US$ Finanzierung

Die in Asien verbreitete Taxi-App GrabTaxi hat eine Finanzierung in höhe von 250 Mio. US$ bekannt gegeben, das Geld stammt unter anderem vom japanischen Telefonkonzern SoftBank. Die Bewertung des Taxi-Startups soll bei mehr als einer Milliarde US$ gelegen haben. GrabTaxi hat in diesem Jahr schon zum vierten Mal eine Finanzierungsrunde bekannt gegeben, in der letzten Runde im Oktober wurden 65 Mio. US$ eingesammelt, in den Runden davor sind auch Millionenbeträge geflossen. Das Unternehmen verkündet, dass es 500.000 aktive Nutzer im Monat hat und dass die App 2.5 Mio. Downloads verzeichnet. Insgesamt sind 60.000 Fahrer auf der Plattform registriert. (via TechCrunch)

DriveNow geht nach London

Wie das Tochterunternehmen von BMW und Sixt mitteilt, ist der Carsharing Service in London gestartet. Car2go, das Konkurrenzunternehmen aus dem Daimler-Konzern hat sich vor ein paar Monaten aus dem englischen Markt zurückgezogen. Die Begründung hieß damals, dass es nicht möglich war, eine übergreifende Regelung für die Parkraumnutzung zu schaffen. Bleibt abzuwarten, ob DriveNow das gleiche Schicksal ereilen wird, oder ob somit auch ein neuer Versuch für car2go in London geebnet wird. Das Angebot startet mit BMW 1er und Mini Modellen, im nächsten Jahr sollen auch BMW i3 Elektrofahrzeuge hinzu kommen. Zu Beginn wird das Geschäftsgebiet eher eingeschränkt sein. (via DriveNow Pressemitteilung)

MyTaxi und UberTaxi liefern sich einen Preiskampf

Am Wochenende wurde bekannt, dass MyTaxi einen Rabatt von 50% auf den Taxi-Fahrpreis gewährt, wenn per App bezahlt wird. Wie zu erwarten war, hat der Konkurrent Uber schnell reagiert und räumt seinen Nutzern einen Rabatt von 60% bis Weihnachten ein. Wenn man die Marketing-Aktionen von Uber kennt, ist einem klar, dass das Unternehmen sofort reagiert und notfalls sogar alle Kosten für eine Fahrt übernimmt. MyTaxi dürfte im Vorteil sein, was die Anzahl der registrierten Fahrzeuge betrifft. Die Nachfrage war bisher anscheinend geringer als erwartet. UberTaxi wurde in Hamburg in Folge des Verbots von UberBlack und UberPOP eingeführt, mittlerweile wendet das Unternehmen die Taktik mit der Einführung eines Taxi-Services auch in Asien an. (via Die Welt)

Bild: Chaplin on Broadway and the Taxi von drpavloff (bestimmte Rechte vorbehalten)

Entwicklung des Carsharings in Deutschland: DriveNow und Car2Go haben die Nase vorn

Das Magazin WirtschaftsWoche (WiWo) hat in der aktuellen Ausgabe (34/2014) einen Bericht über die Entwicklung des Carsharings veröffentlicht.

Der Bericht beschäftigt sich mit folgenden Fragen:

  • Ist das neue Carsharing, bei dem das Auto überall abgestellt werden kann, überhaupt ein Geschäft?
  • Lässt sich damit Geld verdienen?
  • Und wie geht es weiter?

Für die Beantwortung der Fragen wurde eine Studie der Strategieberatung Civity herangezogen, die leider noch nicht veröffentlicht wurde. Die Unternehmensberatung Roland Berger hat vor kurzem ebenfalls eine Studie zum Thema Shared Mobility veröffentlicht, die ähnliche Punkte behandelt und zu vergleichbaren Ansichten kommt.

Welche Konzerne kämpfen um die Marktführerschaft?

In Deutschland sind das vor allem Daimler/Europcar mit Car2Go und BMW/Sixt mit DriveNow.

Wie lange dauert es, bis die Anbieter Geld verdienen?

Car2Go Manager Beermann erklärt, dass in einer Stadt nach 24-36 Monaten Break Even erreicht wird. Auch DriveNow gibt an, dass  auf Monatsbasis die Gewinnschwelle überschritten wurde.

Wie wird sich der Markt entwickeln?

Stefan Weigele, Autor der Studie und Partner bei Civity geht davon aus, dass sich der Markt bis 2020 weltweit auf 1.4 Milliarden Euro Umsatz vergrößern wird. Um diese Zahl zu erreichen, müsste sich die Anzahl der Carsharing Systeme von heute etwa 30 auf rund 140 steigern. Carsharing wird sich als Alternative zum eigenen Auto und Taxi weiter etablieren. Die Beratung Roland Berger geht in einer aktuellen Studie davon aus, dass der Carsharing bis 2020 auf 3.7 bis 5.6 Milliarden €  Umsatz kommen wird.

Wer hat die Nase vorn?

Anzahl der Städte: Bei der Anzahl der Städte hat Daimler mit Car2Go die Nase vorn, BMW beschränkt sich mit DriveNow im Moment auf 6 Städte.

Gewinne: Hier sieht Civity das Angebot von DriveNow vorne. Die geringe Anzahl an Städten wirkt sich hier vorteilhaft aus, da weniger investiert werden muss.

Auslastung: Die Fahrzeuge von DriveNow sind besser ausgelastet. Das hat zum einen mit der geringeren Fahrzeuganzahl zu tun, zum anderen sind auch die Betriebsgebiete kleiner. Laut Civity ist das Betriebsgebiet von DriveNow im Schnitt 88 Quadratkilometer groß, das von Car2Go liegt bei etwa 130 Quadratkilomtern im Schnitt.

Fahrzeuge: BMW und Sixt setzen bei DriveNow hochwertige Fahrzeuge ein, hautsächlich sind Minis (Mini, Mini Cabrio, Mini Countryman) unterwegs. Außerdem werden Fahrzeuge der BMW 1er Serie eingesetzt (BMW 1er Fünftürer,  X1, BMW Active E).  Bei Car2Go kommen vorwiegend minimalistisch ausgestattete Smart ForTwo zum Einsatz, in manchen Städten auch als elektrische Version. DriveNow bietet also die geräumigeren und besser ausgestatteten Fahrzeuge und den Kunden scheint es zu gefallen, das sie im Sommer auch mit dem Cabrio cruisen können.

Die Fahrzeuge von DriveNow werden auch öfters ausgetauscht, was auch besser bei den Kunden ankommt. Die Fahrzeuge gehen spätestens nach 12 Monaten zurück und werden wahrscheinlich auf dem Gebrauchtwagenmarkt angeboten. Die Car2Go Smarts sind etwa drei Jahre im Einsatz und danach reif für den Schrottplatz.

Im welchen Städten kommt Carsharing am besten an?

In Berlin wird laut Civity 25% des Umsatzes in Deutschland erwirtschaftet. Mehr als 2000 Fahrzeuge werden hier für Carsharing angeboten, die meisten Fahrten finden in den Bezirken im Zentrum der Stadt statt (Mitte, Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg)

Wie viele Minuten sind die Fahrzeuge ausgelastet?

Die DriveNow Fahrzeuge kommen auf etwa 78 Minuten Auslastung am Tag. Die Car2Go Fahrzeuge sind am Tag 62 Minuten ausgelastet. Die Fahrzeuge von Multicity sind nur 26 Minuten unterwegs. Bei DriveNow ist etwa 650 Fahrzeuge in Berlin unterwegs, bei Car2Go etwa die doppelte Anzahl.

Sind die Angebote Kostendeckend?

Daimler und BMW behaupten, dass die Angebote  kostendeckend wirtschaften. Bei DriveNow werden etwa 24 € pro Fahrzeug und Tag umgesetzt, bei Car2Go sind es 18 €. Um mit diesen Beträgen kostendeckend arbeiten zu können,  ist davon auszugehen, dass die Carsharing Anbieter hohe Rabatte auf die Fahrzeuge erhalten.

Zu welchen Konditionen werden die Fahrzeuge vom Hersteller angeboten?

Es wird angenommen, dass DriveNow mehr als 40% Rabatt auf den Listenpreis der BMW Fahrzeuge erhält (Quelle: GetMobility.de)
Es wird angenommen, dass DriveNow mehr als 40% Rabatt auf den Listenpreis der BMW Fahrzeuge erhält (Quelle: GetMobility.de)

Darüber gibt es keine genaueren Infos. Um bei der geringen Auslastung profitabel wirtschaften zu können, müssten die Hersteller einen großzügigen Rabatt gewähren. Damit DriveNow allein ein Auto mit einem positiven Deckungsbeitrag betreiben kann, müssten die Auto mit einem Rabatt von ca. 30% zum Listenpreis angeboten werden. Da aber auch noch Ausgaben für Angestellte, Werbung und Wartung anfallen, ist anzunehmen, dass der Rabatt weit höher ausfällt, um einen Gewinn zu erwirtschaften.

Wie geht es weiter?

Car2Go will bis 2020 weltweit in weiteren 40 – 50 Städten aktiv werden, das Umsatzziel lieg bei 1 Milliarde Euro pro Jahr. DriveNow will ebenfalls expandieren, aber langsamer. Bis z 15 europäische und 10 amerikanische Metropolen sollen gestartet werden.

Wie können die Gewinne erhöht werden?

Auslastung: Die Nutzerzahl muss gesteigert werden und die Auslastung der Fahrzeuge.

Extra-Services: Außerdem können durch Extra-Angebote die Umsätze und Gewinne erhöht werden. So verlangen die Carsharing Anbieter einen Aufschlag für Fahrzeuge, die am Flughafen geparkt oder abgeholt werden, in Berlin sind das z.B. 4 € pro Fahrt.

Weitere Kategorien: Car2Go bietet in Berlin und Hamburg unter dem Namen Car2Go Black schwarze Mercedes B-Blassen an. Für 10 € pro Stunde und 49 € am Tag können die Autos gemietet werden. Die Fahrzeuge werden an fixen Punkten abgeholt und abgestellt. Benzin ist inklusive und einfache Fahrten, z.B. von Berlin nach Hamburg sind auch möglich.

Freizeitangebote: Drive Now will die Nutzer motivieren, öfters die Autos zu nutzen, in dem Freizeitangebote mit DriveNow Nutzung verkauft werden. In München kann z.B. ein Paket für die Therme Erding gebucht werden, das die Kosten für das DriveNow Auto enthält und ein 4 Stunden Ticket. Die Pakte können einfach über das Interface im Auto gebucht werden.

Werbung: Car2Go experimentiert mit Werbung auf den Fahrzeugen. Unternehmen können für die Produktionskosten und einem Betrag von 6,50 € pro Tag und Fahrzeug die Heckscheiben bekleben lassen. In Berlin sind z.B. 1/3 der Fahrzeuge mit Werbung beklebt. Bei einer dreimonatigen Laufzeit der Werbung bring das für Car2Go einen Umsatz von etwa 200.000 € ohne große Kosten.

Genehmigung der Behörden

Die Städteverwaltungen sind ebenfalls für den langfristigen Erfolg des Carsharings verantwortlich, in dem Sonderregelungen für Carsharing geschaffen werden. In London hat sich Car2Go nach 1 1/2 Jahren wieder zurückgezogen, das kein einheitlicher Parkraum aufgebaut werden konnte. In München dürfen pro Anbieter maximal 500 Fahrzeuge unterwegs sein, außerdem ist das Parken in Anwohnergebieten eingeschränkt.

Nutzerverhalten

Laut Civity Studie sind 50% der Fahrten kürzer als fünf Kilometer. Carsharing entzieht somit dem Taxigewerbe die Fahrten und teilweise auch dem Öffentlichen Nahverkehr. Radfahrer würden auch plötzlich wieder auf das Auto umsteigen.

Ob die Bewohner der Städte mit einem guten Carsharing Angebot dazu neigen, ihre eigenen Fahrzeuge abzuschaffen und vermehrt Carsharing nutzen, ist noch nicht belegt.

In Mailand hat es Car2Go auch geholfen, dass die Carsharing Fahrzeuge von der Maut in der Innenstadt befreit sind, die von der Stadtverwaltung erhoben wird.

Bild: Michael Andersen/Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0

DriveNow mit schwarzen Zahlen und Kooperation mit MeinFernbus

Das Carsharing Unternehmen DriveNow, das gemeinsam von BMW und Sixt betrieben wird, fährt in die schwarzen Zahlen und will schneller expandieren.

Die Onlineausgabe der Branchenzeitung Automobilwoche zitiert BMW-Vertriebschef mit den Worten, dass das Carsharing Joint-Venture die Gewinnschwelle erreicht hat und damit Geld verdient wird. In den kommenden Monaten soll das Angebot stark ausgeweitet werden. In Europa sind neben den bestehenden 5 Städten bis zu 15 weitere geplant, in den USA sollen weitere 10 Städte zu San Francisco hinzukommen.

Die Kundenzahl stieg auch kräftig, bis Ende März waren es 255.000 registrierte DriveNow Kunden, innerhalb eines Jahres wurde die Anzahl somit fast verdreifacht.

Das Carsharing Angebot von Daimler, car2go, schreibt noch rote Zahlen, ist aber auch schneller expandiert und in mehr als 20 Städten verfügbar. Weltweit sind um die 750.000 Kunden bei car2go registriert und letztens musste man einen Rückschlag in Großbritannien hinnehmen. Für die Expansion von DriveNow werden Investitionen nötig sein, so dass DriveNow vermutlich nicht lange in den schwarzen Zahlen bleiben wird.

Kooperation mit MeinFernbus

Ab sofort kooperiert DriveNow mit dem größten deutschen Fernbusanbieter MeinFernbus. DriveNow Kunden erhalten im Juni und Juli 20% Rabatt auf Buchungen bei MeinFernbus.de. Auf der anderen Seite können sich Kunden von MeinFernbus zu einem vergünstigten Preis von 4,99 € bei DriveNow anmelden und erhalten 15 Freiminuten, normalerweise werden 29€ für die Registrierung fällig. Voraussetzung für den Rabatt ist, dass die Busfahrt in einer Stadt beginnt oder endet, in der DriveNow aktiv ist.  Die Kooperation macht Sinn, da das CarSharing Fahrzeug für die letzte Meile zwischen Busbahnhof und Zieladresse genutzt werden kann.

Carsharing Startup Drivy erhält 6 Mio. € von namenhaften Investoren

Das französische Startup Drivy erhält einen hohen einstelligen Millionenbetrag für die weitere Expansion. Anfang des Jahres hat Gründerszene darüber berichtet, dass Drivy bald in Deutschland startet und somit Tamyca, Autonetzer und co. Konkurrenz macht.

Die Finanzierung in Höhe von 6 Mio. € (8.3 Mio. US$) stammt von Index Ventures und Alven Capital, beide Firmen haben bereits 2 Mio. € in einer früheren Runde investiert.

Bei Drivy kann jeder sein Fahrzeug zur Vermietung einstellen und jeder, der sich registriert, kann über die App und die Website ein Fahrzeug mieten und das günstiger, als bei Unternehmen, wie Sixt, Europcar usw. Bei Drivy zahlt man weniger und erhält aber trotzdem die gleiche Versicherung, wie bei den eingesessenen Autovermietern.

Die aktuellen Finanzierungsrunde wird dafür verwendet, international zu expandieren. Zu erst ist wie berichtet, Deutschland und Spanien angesteuert, danach werden andere Länder folgen, wie England, Italien, Niederlande und Belgien. Im Moment arbeiten ca. 20 Leute für Drivy, weitere werden bald folgen.

Drivy hat ca. 250.000 registrierte Nutzer und 16.000 Fahrzeuge sind auf der Plattform verfügbar. Laut dem Gründer Paulin Dementhon werden pro Wochenende ca. 1.500 Fahrzeuge in Frankreich ausgeliehen, das monatliche Wachstum bei Buchungen liegt bei 20%. Drivy scheint sich gut zu entwickeln, mal sehen, wie sie sich in Deutschland schlagen, denn hier tun sich lokale Anbieter wie Autonetzer und Tamyca.  Autnetzer hat laut Pressemitteilung vom Januar diesen Jahres 35.000 Nutzer und 4.500 Fahrzeuge und damit deutlich weniger als Drivy. In Deutschland ist vor allem die Konkurrenz durch Corporate-Carsharing-Unternehmen, wie Drive Now und Car2Go stark, die direkt von BMW und Daimler unterstützt werden.