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BVG lässt autonome Kleinbusse in Berlin fahren

In Berlin sind auf dem Gelände der Charité autonome Kleinbusse im Linienbetrieb unterwegs. Das Angebot ist kostenlos und kann von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kliniken, Studierende, Patienten sowie Besucher und natürlich alle Neugierigen und Technikfans genutzt werden. Das Projekt Stimulate wurde bereits im letzten Sommer angekündigt.

Autonome Kleinbusse von Navya und EasyMile

Insgesamt wurden vier automatisierte Minibusse angeschafft, die auf festgelegten Routen unterwegs sein sollen. Die Fahrzeuge sind auf unterschiedlichen Geländen unterwegs. Zwei EasyMile EZ10 Fahrzeuge verkehren auf dem Campus Charité Mitte, zwei Shuttles des Hersteller Navya sind ab April auf dem Campus Virchow-Klinikum unterwegs. Sie bieten Sitzplätze für elf bzw. sechs Fahrgäste und sind mit der einer Höchstgeschwindigkeit von maximal zwölf Stundenkilometern unterwegs. Um die Sicherheit zu gewährleisten, wird immer eine Begleitperson im Fahrzeug sein, die das Fahrzeug anhalten und auch manuell steuern kann. Voraussichtlich ab Frühjahr 2019 wollen die Projektpartner dann auch das unbegleitete Fahren testen.

Mögliche Ergänzung zum Hochleistungs-ÖPNV

Mit dem Betrieb soll die Akzeptanz von fahrerlosen Fahrzeugen und weitere praktische Aspekte erforscht werden. So soll unter anderm erörtert werden, ob sich autonome Shuttles dazu eignen, Lücken im Verkehrsnetz zu schließen und als Alternative für die erste und letzten Meile geeignet sind. Die BVG erwartet von dem Pilotprojekt wichtige Erkenntnisse über Potenziale der noch jungen Technik, etwa als mögliche Ergänzung zum Hochleistungs-ÖPNV oder auf schwach ausgelasteten Strecken. „Für uns ist klar, dass wir die Mobilität der Zukunft in unserer Stadt mitgestalten und maßgeblich prägen werden“, sagte Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der BVG. Und ihr Vorstandskollege Dr. Henrik Haenecke, unter anderem zuständig für die Digitalisierung ergänzte: „Mit Projekten wie Stimulate bauen wir unsere Kompetenzen weiter aus, um mit neuen Techniken einen noch attraktiveren Nahverkehr anzubieten.“

Finanziert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Das Bundesministerium übernimmt etwa 80 Prozent des Projektbudgets von 4.1 Millionen Euro. Neben der BVG zählen su den weiteren Projektpartnern das Land Berlin und die Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die BVG verantwortet den Betrieb der Fahrzeuge, die Charité Berlin stellt die Straßen und Ladeinfrastruktur zur Verfügung.

Charité als Stadt im Kleinen

Die zwei Charité-Standorte eignen sich dafür besonders gut, da sie über eine ausreichend große Testfläche verfügen und vom öffentlichen Straßenland abgegrenzt sind. Mit ihren Gehwegen, Kreuzungen und Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern, Radfahrern sowie Pkw, Lkw und Bussen bilden sie den Berliner Verkehrsalltag nahezu vollständig im Kleinen ab. Für den jetzt begonnenen Pilotbetrieb gibt es auf dem Campus Charité Mitte eine circa 1,2 Kilometer lange Strecke mit neun Haltestellen. Auf dem Campus Virchow-Klinikum gibt es zwei Routen, eine mit circa 0,8 Kilometern Länge und acht Haltestellen, eine mit rund 1,5 Kilometern und neun Haltestellen. Alle Routen sind Ringlinien, haben also keine Anfangs- und Endhaltestellen. Unterwegs sind die kleinen Hightech-Busse der Hersteller Navya und EasyMile zu Beginn montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Der Alstom Konzern investiert in autonome Shuttle

Der französische Konzern Alstom beteiligt sich an dem Startup EasyMile, das autonome Shuttle entwickelt. Der Konzern aus dem Transportbereich investiert 14 Mio. Euro in das Unternehmen und gleichzeitig wurde eine Kooperation geschlossen, um eine gemeinsame Lösung für den öffentlichen Nahverkehr zu entwickeln, die in das bestehende Angebot mit integriert werden kann. Bekannt ist Alstom vor allem für seine Schienenfahrzeuge. Bei der Deutschen Bahn werden von Alstom produzierte Züge eingesetzt, zum Beispiel bei der S-Bahn in München.

EasyMile wurde im Jahr 2014 gegründet und entwickelt kleine elektrisch angetriebene Shuttle Fahrzeuge, die ohne Fahrer auskommen. Die EZ10 genannten Minibusse sollen für den Transport auf der letzten Meile eingesetzt werden und die Route je nach Nachfrage anpassen. Nutzer sollen zum Beispiel von einem Bahnhof direkt bis vor die Haustür gefahren werden. Bis zu 12 Personen finden in den Shuttles Platz. Seit 2015 wurden die autonomen Fahrzeuge in mehreren Städten bereits getestet, um realitätsnahe Erfahrungen zu sammeln. Die Erkenntnisse aus den Tests fließen direkt in die Weiterentwicklung bei EasyMile mit ein. Die Finanzierung soll für die weitere Entwicklung der Fahrzeuge und für den Aufbau des Unternehmens genutzt werden. Die weltweiten Kontakte von Alstom können für EasyMile ein großer Vorteil sein.

Alstom hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die Digitalisierung weiter voranzutreiben und sich an Unternemen zu beteiligen, die das bestehende Geschäft in diese Richtung erweitern können. Durch das Investment erhält Alstom wertvolles Wissen über die Entwicklung von Technologien für autonomes Fahren. Außerdem wird der Markt für Smart Mobility Angebote wachsen, Alstom beteiligt sich mit dem Investment an dieser Entwicklung.

Mehrere Startups setzten auf autonome Shuttle als Ergänzung oder Ersatz für den öffentlichen Nahverkehr. In Berlin und Las Vegas finden bereits erste Tests statt. Langfristig gestehen werden auch Startups wie Via aus den USA oder Allygator Shuttle auf eine Plattform hinarbeiten, die selbstfahrende Shuttle an Fahrgäste vermitteln.

Bild: EasyMile (alle Rechte vorbehalten)