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Hochleistungsladenetz: BMW, Daimler, Ford, Porsche und Audi schließen sich zusammen

Die Automobilkonzerne Daimler, BMW, Ford und Volkswagen planen ein Joint Venture, um ein europaweites Hochleistungsladenetz aufzubauen. Entlang der Hauptverkehrsachsen in Europa sollen 400 ultraschnelle Ladestationen installiert werden. Das Hochleistungsladenetz wird auf dem Combined Charging System (CCS) basieren und ist damit kompatibel mit den meisten Elektrofahrzeugen.

Mit dem Hochleistungsladenetz soll die Nachfrage für Elektrofahrzeuge angekurbelt werden. Durch die Schnellladestationen mit bis zu 350 kW soll die Langstreckentauglichkeit der Elektromobilität deutlich erhöht werden. Experten sehen darin einen wichtigen Schritt, um die Elektromobilität im Massenmarkt zu etablieren. Alle beteiligten Automobilkonzerne sehen das Schnellladenetz als Voraussetzung für einen Durchbruch der Elektromobilität. Für Porsche ist die richtige Platzierung der Stationen und das schnelle Laden ausschlaggebend.

Der Aufbau soll im kommenden Jahr beginnen und in einer ersten Phase sollen 400 Stationen in Europa gebaut werden. Bis 2020 soll das Hochleistungsladenetz auf tausende Ladestationen haben. Platziert werden die Hochleistungsladepunkte an Autobahnen und frequentierten Durchgangsstraßen.

Die CCS Technik erlaubt eine schnelles Laden der Fahrzeuge, sofern die nötige Ausstattung an Board ist. Alle Fahrzeuge, die mit dem CCS Standard ausgerüstet sind, sollen markenunabhängig das Ladenetz nutzen können. Dies soll helfen, die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen in Europa deutlich zu erhöhen.

Bereits heute betreibt Tesla ein Hochleistungsladenetz mit Schnellladestationen. An Autobahnen  in Europa und den USA hat der amerikanische Konzern bereits mehrere hundert Stationen installiert. Tesla Besitzer, die ihr Auto vor dem 1.1.2017 bestellt haben, können das Ladenetz kostenfrei nutzen. Ab dem neuen Jahr erhält jeder neue Tesla-Kunde nur noch ein begrenztes Kontingent an freier Kapazität. Ist das Kontingent aufgebraucht, muss zugezahlt werden. Anders als bei dem geplanten Hochleistungsladenetz ist das Tesla SuperCharger Netz nur für Tesla Fahrzeuge ausgelegt. Es wird aber an einem Adapter gearbeitet, der die Supercharger für den CCS Standard kompatibel machen soll. Das amerikanische Unternehmen setzt beim Aufbau und Betrieb des Netzes auf die Deutsche Bahn. Bleibt abzuwarten, ob das zu gründende Joint Venture ebenfalls auf einen Partner setzt oder das Netz in Eigenregie aufbaut.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Apple fährt sein Project Titan zurück – keine selbstfahrenden Autos von Apple

Vor ein paar Wochen haben wir schon einmal über die Änderungen bei Project Titan von Apple berichtet. Project Titan wurde ins Leben gerufen, um ein selbstfahrendes Elektroauto zu entwickeln und zu produzieren. Jetzt wurden weitere Informationen bekannt, was sich bei der Ausrichtung des Projekts verändert hat. Hunderte Angestellte vom Projekt abgezogen und die Ausrichtung wurde geändert. Die Entwicklung von kompletten Fahrzeugen steht nicht mehr im Vordergrund.

Project Titan Mitarbeiter auf andere Projekte verteilt

Entweder wurden die Mitarbeiter auf andere Projekte verteilt, gekündigt oder sind von selber gegangen. Schätzungsweise arbeiten mehr als 1000 Mitarbeiter an dem Projekt für das selbstfahrende Elektroauto, auch nach der Umstrukturierung. Es hat ein Austausch durch Mitarbeiter stattgefunden, die besser zu dem neuen Fokus passen.

Fokus auf Systemen für andere Hersteller

Der Fokus liegt jetzt auf der Entwicklung eines Systems, das anderen Fahrzeugen autonome Eigenschaften verleihen kann. Dadurch hat Apple eine höhere Flexibilität und kann entweder mit etablierten Automobilherstellern zusammenarbeiten oder später zu dem Plan zurückkehren, sein eigenes Auto zu entwickeln.

Apple Manager sollen sich anscheinend eine Dead Line für Ende kommenden Jahres gesetzt haben. Bis dahin muss erwiesen sein, dass das System für selbstfahrende Autos realisierbar ist. Anschließend wird eine finale Entscheidung getroffen. Apple wollte sich nicht zu den Gerüchten äußern.

In den letzten Monaten scheint es bei Apple einige Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten im Bezug auf das Projekt gegeben zu haben. Dabei ist Apple nicht der einzige Technologiekonzern, der die Herausforderungen unterschätzt haben dürfte, ein eigenes Auto zu entwickeln und zu produzieren. Auch um das von Google entwickelte Projekt ist es ruhiger geworden. Bisher konnten keine Partner gefunden werden, die das Fahrzeug bauen und führende Angestellte haben das Unternehmen verlassen. Eine neue Herausforderung für die Technologiekonzerne ist auch die Kette der Zulieferer. Bei den Elektronikgeräten, wie iPhone oder MacBooks kann Apple seine extreme Marktposition ausspielen, um gute Preise und individuelle Bauteile zu bekommen. Für das Projekt Titan müsste sich Apple diese Postion erst erarbeiten, was länger dauert.

Investoren dürften die Bestrebungen der Technologieunternehmen auch kritisch sehen. Auf der einen Seite aufgrund der hohen Investitionen, die nötig sind und auf der anderen Seite aufgrund der niedrigen Margen der Automobilhersteller, die auf eine Marge von etwa 10% kommen. Der Wandel in der Automobilindustrie dürfte aber dafür sorgen, dass Apple eher daran interessiert ist, einen Mobilitätsservice mit den selbstfahrenden Autos anzubieten. Da würde dann die Marge durch den Verkauf nicht mehr so relevant sein, da das Geld mit der Auslastung der Fahrzeuge verdient wird.

Apple hat das Projekt im Jahr 2014 gestartet, um ein Apple Auto bis 2020 zu entwickeln. Ende 2015 kam es zu ersten Unstimmigkeiten, Anfang 2016 wurde der Projektleiter ausgetauscht und durch den erfahreneren Apple-Manager Bob Mansfield ersetzt. Unter Mansfield wurde der Strategieschwenk ausgearbeitet und verkündet. Daraufhin startete die Umstrukturierung. Entweder haben Mitarbeiter das Projekt von sich aus verlassen oder mussten in einer der beiden Runden gehen. Vor allem Mitarbeiter, die für Fahrzeugkomponenten, wie Karosserie, Federung usw. verantwortlich waren, mussten gehen.

Das verbleibende Team arbeitet an den Sensoren,  der Software und weiteren Komponenten für das System für autonome Autos. Ein Teil des Teams kümmert sich um die nötigen Genehmigungen, die benötigt werden, um die Systeme auf öffentlichen Straßen zu testen.

Bild: allen / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

Elektroauto Chevrolet Bolt soll weniger als 27.000 Euro kosten

General Motors hat in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass das Elektroauto Chevrolet Bolt nach Steuervergünstigungen weniger als 27.000 Euro (30.000 US$) kosten soll. Das ist ein neuer Maßstab für Elektrofahrzeuge mit hoher Reichweite und der Preis ist auch niedriger als der durchschnittliche Kaufpreis für Neuwagen in den USA.

Die Erwartung dahinter ist, dass die Nachfrage für Elektroautos steigen wird. Bisher haben Elektrofahrzeuge eher ein Nischendasein geführt. Auf der einen Seite war der Preis bisher zu hoch, um einen Durchbruch auf de Massenmarkt zu finden. Auf der anderen Seite hat die geringe Reichweite die Käufer abgeschreckt.

Hoher Zuschuss in den USA

In der günstigsten Version wird der Bolt ca. 33.000 Euro kosten (37.495 US$). Die amerikanische Regierung bezuschusst im Moment den Kauf von Elektrofahrzeugen mit ca. 6.700 Euro (7500 US$) pro Fahrzeug, deswegen liegen die tatsächlichen Anschaffungskosten bei 27.000 Euro.

Der Bolt wird mit einer Reichweite von ca. 380 Kilometern pro Batterieladung auf den Markt kommen. Für diese Reichweite war bisher vor allem Tesla bekannt. Tesla bietet bisher nur seine Oberklasse-Fahrzeugen Model S und Model X an, für beide muss der Kunde mindestens das Doppelte auf den Tisch legen. Tesla arbeitet im Moment an dem Model 3. Das Model 3 soll günstiger angeboten werden, als der Chevrolet Bolt. Die Reichweite soll sich auf ähnlichem Niveau bewegen.

Bolt soll zunächst Nischenfahrzeug bleiben

Analysten gehen davon aus, dass General Motors in den ersten Jahren nicht mehr als 30.000 Fahrzeuge pro Jahr verkaufen wird, da die Bevölkerung noch nicht bereit ist, das Angebot anzunehmen. Tesla hingegen hat laut eigenen Angaben mehr als 370.000 Vorbestellungen für das Model 3 in den Auftragsbüchern.

Die deutsche General Motors Tochter Opel wird den Bolt auch in Deutschland auf den Markt bringen und mit dem Namen Opel Ampera-e verkaufen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist anscheinend auch eine selbstfahrende Variante geplant, die auf der Ridesharing-Plattform Lyft eingesetzt werden soll.

Bild: Chevrolet (Rechte vorbehalten)

Faraday Future arbeitet auch an autonomen Fahrzeug

Das Unternehmen Faraday Future, das von chinesischen Investoren finanziert wird, war bisher für seine Pläne bekannt, ein Elektroauto zu entwickeln, das gegen die Modelle von Tesla antreten soll. Nun wurde bekannt, dass das Unternehmen auch ein selbstfahrendes Auto entwickeln möchte. Das Unternehmen schließt sich somit einer Reihe von Unternehmen an, die alle ein autonomes Fahrzeug entwickeln wollen. Die Unternehmen Google, Apple, Tesla, Mercedes, General Motors und weitere verfolgen ebenfalls Pläne für ein selbstfahrendes Auto.

Faraday Future mit schrägem Konzeptfahrzeug

Faraday Future hat das erste Konzeptfahrzeug FFZERO1 auf der CES Anfang des Jahres vorgestellt. Dabei handelte es sich um ein seltsam aussehendes Fahrzeug, das wie ein ein Spielzeug-Auto von Hot Wheels aussieht. Das Fahrzeug soll auf einer variablen Plattform Architektur aufbauen. Technische Details über FFZERO1 und das tatsächliche Serienauto wurden bisher nicht veröffentlicht.

Genehmigung in Kalifornien erhalten

Über das selbstfahrende Auto ist bisher auch wenig bekannt. Dem Unternehmen wurde aber eine Lizenz für das Testen von selbstfahrenden Autos in Kalifornien erteilt. Bisher haben 14 Unternehmen die Lizenz für das Testen von autonomen Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen erhalten. Darunter befinden sich Volkswagen, Google, Daraday und das von GM übernommene Startup Cruise Automation.

Neben Kalifornien will Faraday auch selbstfahrende Autos in Detroit, Michigan testen. Bis der fahrtüchtige Prototyp entwickelt wird, wird das Unternehmen die Software, Sensoren, Hardware und das User Interface testen. Die Teile werden dabei in andere Fahrzeuge verbaut. Eine ähnliche Strategie verfolgen auch Google und Uber. Serienfahrzeuge unterschiedlicher Hersteller werden mit der entsprechenden Technologie ausgestattet, um Daten und Erfahrungswerte zu sammeln. Während der Tests muss immer ein Fahrer an Board sein, der in Notfällen eingreifen kann.

Bild: Maurizio Pesce (Bestimmte Rechte Vorbehalten)

Elektroauto-Infografik: Die nationalen Märkte im Vergleich

In den letzten Jahren hat der Verkauf von Elektrofahrzeugen in Deutschland gestockt. Das Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 rund 1 Millionen Fahrzeuge mit Elektromotor auf die Straßen zu bringen, erscheint derzeit in weiter Ferne, was vermutlich nur zum Teil an der noch nicht ausgereiften Technik liegt.

Um den Verkauf anzukurbeln, zahlt der Staat und die Autoindustrie eine Prämie von bis zu 4.000 Euro. Beide Seiten gehen davon aus, dass sich so der Verkauf von Elektroautos ankurbeln lässt. Aktuell sind in Deutschland gerade einmal 55.000 Autos unterwegs – lediglich ein Bruchteil von dem, was von Regierung und Autobauern anvisiert wird. In anderen Ländern sieht es hingegen schon besser aus, wie die unten stehende Infografik zeigt.

Elektroauto-Infografik: Marktanteile und Infrastruktur

Mit der folgenden Elektroauto-Infografik können die Marktanteile und weitere Kennzahlen in unterschiedlichen Ländern verglichen werden. Unter anderem wir auf die Förderlandschaft und die Infrastruktur in den einzelnen Märkten eingegangen.

Bild: Smava (alle Rechte vorbehalten)

Selbstfahrendes Elektroauto BMW i Next soll 2021an den Start gehen

BMW will mit Ankündigungen zum BMW i Next die Bedenke der Aktionäre aus der Welt räumen. Auf der letzten Hauptversammlung hat BMW-Vorstandschef Harald Krüger einen Einblick in die Pläne für selbstfahrende Modelle des Automobilkonzerns gegeben.

Andere Hersteller sind weiter

BMW hängt bisher bei der Entwicklung von Autos mit selbstfahrenden Eigenschaften zurück. Selbst der neue 7er verfüg über fast gar keine selbstfahrenden Eigenschaften. Konkurrent Daimler ist schon weiter. Die aktuellen Modelle der E- und S-Klasse können mit Zusatzfeatures ausgestattet werden, die das Auto in einigen Situationen autonom fahren lassen. Neueinsteiger Tesla hat ebenfalls einen Autopiloten an Board und hat angekündigt, in den nächsten Jahren ein vollkommen autonomes Elektroauto auf den Markt zu bringen. BMW hat bisher so gut wie keine selbstfahrenden Features im Programm.

BMW i Next im Jahr 2021

Im Jahr 2021 soll das Modell mit dem Namen BMW i Next auf den Markt kommen und autonome Fahrtechnologie mit der nächsten Generation der Elektromobilität vereinen. Das Fahrzeug soll auch stärker vernetzt sein, als bisher und der Innenraum soll neu gestaltet sein. Auch beim i3 ist BMW neue Wege bei der Gestaltung des Innenraums gegangen, mit mäßigem Erfolg. Hoffentlich wird das bei dem BMW i Next besser.

Das im März präsentierte „Next 100“-Konzept könnten einen ersten Vorgeschmack auf einige Details und das Design des „i Next“ geben. Es ist unwahrscheinlich, dass der BMW i Next über das flexible Metall verfügen wird.

50.000 BMW i Fahrzeuge verkauft

Bisher hat BMW 50.000 Stück von seiner i-Serie verkauft. Im Jahr 2018 wird eine Roadster-Variante des i8 an den Start gehen. Das kleinere Elektroauto i3 erhält schon in diesem Jahr ein Update mit längere Batterielaufzeit, neuen Farbvarianten und kleinen Designänderungen. In der Vergangenheit wurde auch darüber spekuliert, dass Apple mit BMW zusammen an einem selbstfahrenden Elektroauto entwickeln könnten. Beide Unternehmen konnten sich aber letztendlich nicht darüber einigen, wem die erhobenen Daten gehören. Deshalb wurden die Verhandlungen abgebrochen.

Bild: BMW AG (alle Rechte vorbehalten)

Das ist das neue Tesla Model 3

Gestern hat Tesla das Elektroauto mit dem Namen Model 3 vorgesellt. Das Model 3 soll umgerechnet 31.000 € kosten und somit für die Massen erschwinglich sein. Über die Spezifikationen des Model 3 gab es jahrelang Spekulationen, seit gestern gibt es etwas mehr Klarheit.

  • Das Model 3 wird ab Ende 2017 ausgeliefert. Zuerst an der amerikanischen Westküste. Von dort aus werden sich die Auslieferungen nach Westen bewegen. Es dürfte also bis 2018 dauern, bis das Model 3 auch in Deutschland ausgeliefert wird.
  • Das Basismodel wird in unter 6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Es wird Versionen geben, die weitaus schneller beschleunigen. Diese werden später angekündigt.
  • Die Reichweite wird ca. 340 km betragen. Tesla geht Davon aus, dass diese Werte sogar übertroffen werden.
  • Das Basismodell wird über einen Heckantrieb verfügen, eine Allradversion ist für später geplant
  • Alle Model 3 werden über die Hardware für selbstfahrende Funktionen verfügen – ein Upgrade wird nicht nötig sein
  • Das Dach besteht komplett aus Glas
  • Das Auto verfügt über einen Kofferraum vorne und hinten
  • Das Model 3 kann an den Supercharger Stationen aufgeladen werden
  • Über einen 15 Zoll Monitor wird das Model 3 kontrolliert, im Gegensatz zum Model S und X ist der Monitor horizontal angeordnet
  • Die Meisten Instrumente werden auf dem zentralen Display angezeigt

Bis Ende 2017 soll auch die Anzahl der Supercharger Stationen verdoppelt werden, sodass sich die Besitzer der Tesla Elektrofahrzeuge noch weniger Gedanken darüber machen müssen, ob sie mit der Batterieladung auch an ihr Ziel kommen. Auch das Händlernetz soll sich verdoppeln, so dass der Weg zum nächsten Tesla-Händler nicht so weit ist.

Model 3 mit 180.000 Vorbestellungen

Die Nachfrage für das neue Model von Tesla scheint hoch zu sein. In den ersten 24 Stunden sind über 180.000 Vorbestellungen eingegangen. Bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 37.000 Euro entspricht das einem Umsatz von 6.8 Milliarden Euro. Die Zahl ist auch beeindruckend, da Tesla bisher etwa 50.000 Fahrzeuge im Jahr ausgeliefert hat.

Bild: Tesla Motors (alle Rechte vorbehalten)

Porsche mit Elektroauto, 500 Mio. für Taxi App, CEO für Google Car

Kurznachrichten: Google stellt CEO für Google Car Projekt ein. Die indische Taxi-App Ola will mehr als 500 Mio. US$ einsammeln. Der Sportwagenbauer Porsche stellt auf der IAA eine Studie eines Elektroautos vor, das gegen den Tesla S antreten soll.

Google stellt erfahrenen CEO für Fahrzeugprojekt ein

Google stellt für das Projekt, das selbstfahrende Autos entwickelt, einen neuen CEO ein. Der erfahrene Automanager John Krafcik wird die Leitung übernehmen. John Krafcik war in seiner bisherigen Karriere Manager unter anderem bei den Automobilherstellern Ford und Hyundai. Das ein CEO für das Google Car Projekt eingestellt wird, deutet darauf hin, dass sich das bisherige Experiment weiter in Richtung wirtschaftliches Unterfangen entwickelt. Bisher war das Projekt ein Teil der Forschungsabteilung Google X. Google hat im letzten Jahr angekündigt, dass einige hundert selbstfahrende Auto gebaut werden sollen. Die Fahrzeuge werden zu Testzwecken eingesetzt. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die selbstfahrenden Fahrzeuge mit einem Partner kommerziell produziert und verkauft werden.  (via New York Times)

Indische Taxi-App Ola holt sich bis zu 500 Mio. US$

Es sieht so aus, als wird in den Transport-App Markt in Asien weiteres Geld investiert. Die indische Taxi-App Ola will mehr als 500 Mio. US$ bei einer Bewertung von um die 5 Milliarden US$. Bisher fließen sicher weitere 225 Mio. US$ in das Unternehmen, in den nächsten Wochen soll die Summe auf über 500 Mio. US$ steigen. Erst im April diesen Jahres wurden 400 Mio. US$ eingesammelt.
In der letzten Woche haben wir darüber berichtet, dass mehrere Milliarden US$ in Transport-Apps geflossen sind, die in China aktiv sind. Ola experimentiert in Indien mit unterschiedlichen Transport. und Logistik-Dienstleistungen. Unter anderem wird ein Same-Day Delivery Service und ein Lieferdienst für Essen angeboten. Heute wurde bekannt, dass OLA ein Leasing Programm für Fahrer gestartet hat. Ola ist das größte app basierte Transportnetzwerk in Indien. In den insgesamt über 100 Städten kann Ola mehr als 250.000 registrierte Fahrer vorweisen. (via Techcrunch)

Porsche will Tesla mit eigenem Elektroauto angreifen

Auf der IAA hat der Sportwagenbauer Porsche eine Elektroauto-Studie mit dem Namen Mission-E vorgestellt. Die Serienversion des viersitzigen Fahrzeugs soll im Jahr 2018 auf den Markt kommen. Das Elektroauto von Porsche soll in 3,5 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Die Leistung der vier Elektromotoren wird mit 440 Kilowattstunden angegeben. Der Akku soll für 500 Kilometer Reichweite reichen. Die Daten weisen darauf hin, dass das Model Tesla S mit dem neuen Fahrzeug attackiert werden soll. Das Bedien-Konzept ist Tesla angelegt. Anstatt mit Schaltern und Drehreglern werden die Funktionen des Fahrzeugs per Touch-Display bedient. Damit der Akku innerhalb von 15 Minuten auf 80% der Kapazität geladen werden kann,  will Porsche eine 800-Volt Technik einsetzen. Ist die Frage, ob es dafür eine ausreichende Infrastruktur geben wird. (via Business Insider)

Bild: Ambassador taxi von shankar s. (bestimmte Rechte vorbehalten)

CleverShuttle will demnächst mit Mitfahr-Konzept starten

In den nächsten Monaten will laut Webseite das Startup CleverShuttle.de an den Start gehen. CleverShuttle will einen Fahrservice für günstige Fahrten von A nach B anbieten, in dem sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen. Unterstütz wird das Ridesharing Startup anscheinend von der Deutschen Bahn.

Fahrgäste teilen sich das Fahrzeug

Das Konzept ist ähnlich wie bei UberPool, Lyft Line und Sidecar Shared Rides. Mehrere Fahrgäste, die mehr oder weniger auf der gleichen Strecke unterwegs sein wollen, werden gebündelt und teilen sich ein Auto. Die Bündelung der Fahrgäste soll dabei ein cleverer Optimierungsalgorithmus übernehmen. Die Fahrgäste werden nacheinander eingesammelt und entsprechend ihrem Zielort wieder abgeliefert. Die Fahrgäste nehmen dadurch einen kleinen Umweg in Kauf, sparen im Gegenzug aber bei den Fahrtkosten.

Fahren zum Festpreis

Laut CleverShuttle AGBs fahren die Fahrgäste zu einem Festpreis und der Fahrpreis orientiert sich an den Betriebskosten des Fahrzeugs. Die Kunden fahren also fast umsonst von A nach B. Der Fahrpreis gilt unabhängig davon, ob eine Fahrgemeinschaft zustande kommt, oder nicht. Bezahlt werden kann anscheinend direkt beim Fahrer oder über die hinterlegte Kreditkarte. Da sich der Fahrpreis an den Betriebskosten orientiert, handelt es sich bei dem Angebot um keine gewerbliche Personenbeförderung. Die Fahren benötigen also keinen Personenbeförderungsschein und die Fahrzeuge müssen nicht konzessioniert sein.

Nach einer Testphase soll sich das ändern und es sollen professionelle Fahrer mit P-Schein und konzessioniertem Fahrzeug zum Einsatz kommen. Unter den Voraussetzungen werden sich auch die Preise erhöhen. Die Preise müssen aber dauerhaft weit unter Taxi-Niveau bleiben, damit der Service attraktiv ist.

Genügend Fahrgäste für Bündelung?

Uber, Lyft und Sidecar haben den Pooling-Service erst nach ein paar Jahren nach Marktstart eingeführt. Grund dafür ist, dass viele registrierte und aktive Kunden nötig sind, um sinnvolle Bündelungen der Fahrgäste ohne lange Wartezeiten und Umwege realisieren zu können. Es wird auch eine hohe Zahl an Fahrern benötigt, um genügend Liquidität in der Stadt zu haben. Auch werden die amerikanischen Ridesharing-Unternehmen nicht von Anfang an in der Lage gewesen sein, die komplexen technischen Herausforderungen zu meistern, die bei einem Pooling-Service auftreten. Einen Artikel über die technischen und konzeptionellen Herausforderungen von einem Fahrservice wie CleverShuttle kann hier gelesen werden. Ein Fahrservice, bei dem  sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, wird als BHAG bezeichnet – also “big hairy audacious goal” oder auf Deutsch großes, schwieriges, ehrgeiziges Ziel.

100% Elektrofahrzeuge – ist das machbar?

Eingesetzt werden sollen elektrische Fahrzeuge, um einen umweltfreundlichen Service anbieten zu können. Welche Fahrzeuge zum Einsatz kommen, wird noch nicht verraten. Auf dem Markt sind zur Zeit auch noch keine preisgünstigen Elektrofahrzeuge mit hoher Reichweite verfügbar. Teslas werden auf Grund der hohen Anschaffungskosten nicht in Frage kommen. Günstige Elektrofahrzeuge wie ein Citroen C-Zero werden nicht in Frage kommen, da die Reichweite mit ca. 100 km pro Batterieladung viel zu gering ist, um wirtschaftlich sinnvoll arbeiten zu können.

Es ist anzunehmen, dass CleverShuttle die Fahrzeuge besitzen wird. Diese  auf der einen Seite dauerhaft auszulasten und auf der anderen Seite Nachfrage-Peaks abzudecken, wird eine Herausforderung sein.

Fazit: Bei CleverShuttle handelt es sich um ein äußerst interessantes Projekt. Einige Details scheinen noch nicht ganz durchdacht zu sein. Das Unternehmen steht vor großen Herausforderungen, die marktführende Unternehmen wie Lyft und Uber noch nicht gemeistert haben.

Ob deutsche Städte ideal für einen Start des Services sind, wird sich herausstellen. Eventuell würde es mehr Sinn ergeben, Städte wie Paris, London, New York etc. zu nehmen, da dort der Bedarf höher ist und schneller Nutzer gewonnen werden können. Bleibt abzuwarten, wie sich CleverShuttle etabliert und wie lange das Konzept Bestand hat. Eventuell kann die Beziehung zur Deutschen Bahn von Vorteil sein, wenn es darum geht, in kurzer Zeit Reichweite zu erzeugen.

Bild: Carpooling West Montreal von Kyle Taylor (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: Lyft will min 250 Mio. US$ einsammeln, Apple arbeitet an eigenem Fahrzeug

Kurznachrichten: Das amerikanische Ridesharing Startup Lyft steht wohl kurz davor zwischen 250 und 500 Mio. US$ an Finanzierung aufzunehmen und Apple arbeitet an Produkten für Autos oder sogar an einem eigenen Fahrzeug.

Lyft will min. 250 Mio. US$ Finanzierung einsammeln

Der amerikanische Uber Konkurrent Lyft ist im Gespräch mit Investoren, um eine weitere Finanzierungsrunde im dreistelligen Millionenbereich aufzunehmen. Laut Insidern soll eine Summe von 250 Mio. US$ in das zwei Jahre alte Unternehmen fließen, bei einer Bewertung von 2 Milliarden US$. Je nach Interesse der Investoren könnte die Summe auf 500 Mio. US$ steigen.

Im letzten Jahr ist Lyft anscheinend recht schnell in den USA gewachsen, der Umsatz soll sich laut Lyft Präsident John Zimmer verfünffacht haben. Lyft dürfte auch von den negativen Schlagzeilen rund um Uber profitiert haben.

Schon beim Abschluss der letzten Finanzierungsrunde im April 2014 wurde darüber spekuliert, dass Lyft bald internationalisiert. Bisher ist das nicht geschehen und es bleibt abzuwarten, ob sich der Mitfahr-Service nun traut, Städte in Europa, Asien, Südamerika oder Afrika zu erschließen oder ob der Fokus weiter auf der Expansion in den USA liegt.

Es ist anzunehmen, dass die neue Finanzierung für Marketing und Fahrer-Kompensierung ausgegeben wird. Einerseits sollen neue Nutzer über Social-Media Kanäle, wie Twitter und Facebook gewonnen werden. Auf der anderen Seite müssen die Fahrer intensiviert werden, da die Fahrpreise auf Nutzerseite extra niedrig gehalten werden und ein Preiskampf mit Uber geführt wird. Auch die Ausgaben für rechtliche Auseinandersetzungen und Lobbying dürften nicht unerheblich sein. (via New York Times)

Apple arbeitet an eigenem Auto und/oder an Produkten für Fahrzeuge

Laut Financial Times stellt Apple ein Team an Experten mit Automotive Hintergrund ein, um in einem geheimen Forschungslabor an Produkten für die Automobilindustrie und/oder um an einem Apple Fahrzeug zu arbeiten. Angeführt wird das Team von erfahrenen Managern, die auch schon am iPhone gearbeitet haben. In den letzten Monaten wurden gezielt Gespräche mit Managern und Experten mit Automotive-Hintergrund geführt, unter anderem, um diese abzuwerben. So wurde zum Beispiel der Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilunge von Mercedes Benz im Silicon Valley, Johann Jungwirth abgeworben.

Das Team soll an einem Projekt mit dem Decknamen Titan arbeiten. Ziel ist die Entwicklung eines elektrischen und selbstfahrenden Minivans. Für die Fertigung müsste Apple mit Partnern zusammenarbeiten, da Apple über keine eigene Fertigung verfügt und da es zu lange dauern dürfte, die nötige Erfahrung aufzubauen. Als Partner könnten Partner wie Magna Steyr aus Österreich zur Verfügung stehen.

Neben einem Apple Fahrzeug könnte das Expertenteam an einer komplexen Software-Plattform arbeiten, die auf Apple CarPlay aufbaut. Die Software-Plattform könnten Automobilhersteller einsetzen, um die Apple Technologie tiefer in die Fahrzeuge integrieren zu können.

Auf der Goldman Sachs Technologie Konferenz letzte Woche hat Apple CEO Tim Cook deutlich dargestellt, dass Apple weiter in die Automotivindustrie vordringen will. (via Financial Times)

Bild: San Francisco – Clarion Alley von Kārlis Dambrāns (bestimmte Rechte vorbehalten)