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Mercedes-Benz will Tesla in 10 Jahren schlagen

Mercedes-Benz sieht im Moment Tesla als Markführer im Bereich von premium Elektrofahrzeugen. Das soll sich innerhalb der kommenden zehn Jahre ändern. Mercedes Benz will bis dahin Tesla als führenden Anbieter ablösen.

Neue Marke von Mercedes-Benz

In der vergangenen Woche hat Mercedes seine neue Marke für Elektroautos und passenden Angebote mit dem Namen EQ vorgestellt. In dem Rahmen wurde auch die Studie Generation EQ vorgestellt, die in den nächsten Jahren zur Serienreife entwickelt werden soll. Bei dem Konzeptfahrzeug Generation EQ handelt sich sich um einen SUV der über eine Reichweite von 500 Kilometern verfügen soll. Das Auto soll als Konkurrenzmodell zum Tesla Model X platziert werden und im Jahr 2019 auf den Markt kommen. Tesla hat seinen elektrischen SUV mit vergleichbarer Reichweite seit dem vergangenen Jahr im Angebpt.

Marktführerschaft im Premiumsegment

In einem Interview für Bloomberg hat Daimler Chef Zetsche eingeräumt, dass Tesla Marktführer und wichtigster Konkurrent im Markt der Elektrofahrzeuge in der gehobenen Klasse ist. In den nächsten zehn Jahren will Mercedes diese Position übernehmen. Vor fünf Jahren hat sich Mercedes-Benz das Ziel gesetzt, bis 2020 führender Anbieter im Premiumsegment zu sein. Diese Position wird wahrscheinlich schon drei Jahre eher erreicht und damit wir Mercedes den Rivalen BMW von der Spitze verdrängen. Diese frühe Zielerreichung ermöglicht es dem Konzern, ein neues ambitioniertes Ziel zu setzten, das in den kommenden zehn Jahren erreicht werden soll. Zetsche sieht sich in zehn Jahren weiterhin vor etablierten Automobilkonzernen im Premiumbereich und auch vor den Neueinsteigern, wie Tesla.

Konkurrenz durch Startups und Autokonzerne

Neben Tesla wird  Mercedes-Benz auch etablierte Konzerne als Wettbewerber auf dem Weg zum führenden Anbieter für Elektrofahrzeuge haben. Die Hersteller Audi, Porsche, BMW, Volvo und weitere planen in Elektromobilität weiter zu investieren und bis zum Jahr 2020 Elektrofahrzeuge mit hoher Reichweite auf den Markt zu bringen. Im Jahr 2025 sollen 15% bis 25% aller Mercedes Neuwagen mit Elektroantrieb ausgestattet sein.

Die Zukunft der Mobilität verstehen

Die Zukunft der Mobilität wird von drei Mega-Trends beeinflusst werden. Zu den Trends zählen Elektromobilität, selbstfahrende Autos und On-Demand Mobilität.

Die durch die Trends verursachten Veränderungen werden neue wirtschaftliche Chancen ermöglichen und für eine Verlagerung Wirtschaftsleistung durch die bestehenden Mobilitätsangebote sorgen. Vorangetrieben werden diese Veränderungen von etablierten Technologieunternehmen und innovativen Startups.

Die Umsetzung der Trends durch die etablierten Konzerne und Startups wird dafür sorgen, dass Mobilität günstiger und sicherer wird. Außerdem wird es für die Nutzer mehr Auswahl geben und die gebundenen Ressourcen werden effizienter genutzt.

On-Demand Mobilität

Die On-demand Mobilität ist einer der wichtigsten Trends in der Fortbewegung von Personen und Gütern, mit einem globalen wirtschaftlichen Einfluss. Unter On-Demand Mobilität werden alle Mobilitätsanbieter bzw. – Dienstleistungen zusammengefasst, die eine Transportdienstleistung anbieten, die über eine Smartphone-App einfach gebucht und bezahlt werden können. Darunter fallen die Beförderung von Personen, aber auch die von Waren und Services.

Das exponentielle Wachstum von Carsharing, Ridesharing und Same-Day Delivery Dienstleistungen für Kurzstrecken sind nur der Beginn für der Entwicklung. Der Trend, dass auf den persönlichen Autobesitz immer weniger Wert gelegt wird und dass on-demand Services an Nachfrage gewinnen, wird sich weiter verstärken.

Angebote, wie Carsharing werden dafür sorgen, dass Rate von Fahrzeugen pro Einwohner reduziert wird. Experten gehen davon aus, dass ein geteiltes Auto um die 10 -15 private Fahrzeuge ersetzt. Es könnte sein, dass noch innerhalb der nächsten 10 Jahre die meisten innerstädtischen Kilometer mit Ridesharing und Carsharing Angeboten zurück gelegt werden. Dazu tragen die hohen Kosten für den Besitz eines Fahrzeugs bei. Außerdem kommt die bestehende Infrastruktur an ihre Grenzen und Geld für weitere Investitionen ist knapp.

Der Trend, dass On-Demand Services an Beliebtheit gewinnen, liegt auch an den bevölkerungsreichsten Nationen der Erde. In China und Indien besitzt nur ein kleiner Teil der Bevölkerung ein eigenes Fahrzeug. Die Straßen in den indischen und chinesischen Städten sind trotzdem schon verstopft. On-demand Services werden den Bedarf nach Mobilität von mehreren Millionen Indern und Chinesen der Mittelschicht stillen. Der Fahrzeugbesitz wird in den beiden genannten Ländern nicht möglich sein. Es ist davon auszugehen, dass die Kosten für den Fahrzeugbesitz zu hoch sein werden, im Zweifel auch durch Regierungsmaßnahmen.

Fahrerlose Fahrzeuge

Mit selbstfahrenden Fahrzeugen beschäftigen sich mehrere Unternehmen. Der Technologiekonzern Google vermarktet die Bemühungen um das eigene selbstfahrende Fahrzeug hervorragend. Seit einiger Zeit gibt es auch Gerüchte, dass der Elektronikkonzern Apple an der Entwicklung eines eigenen Fahrzeugs arbeitet. Auch etablierte Automobilkonzerne, wie Daimler, Audi, BMW oder Volvo arbeiten am fahrerlosen Fahrzeug. Die ersten fahrerlosen Fahrzeuge werden in den nächsten 5 Jahren auf den Markt kommen.

Selbstfahrende Auto sind nicht nur sicherer, sie eignen sich auch hervorragend für den Einsatz bei on-demand Mobilitätsangeboten. Für on-demand Plattformen würde ein großer Kostenfaktor wegfallen, wenn keine Fahrer mehr bezahlt werden müssen. Für das Geschäftsmodell der Ridesharing Plattformen gibt es durch selbstfahrende Autos ganz neue Perspektiven. Für die Nutzer von on-demand Dienstleistungen würden die Kosten reduziert werden. Deshalb investiert auch die Taxi-Alternative Uber in die Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen.

Elektrische Fahrzeuge

Der Erfolg von Tesla hat den etablierten Automobilkonzernen gezeigt, dass Elektroautos Begeisterung auslösen können und sich gut verkaufen lassen. Getrieben wird der Trend durch die Verbesserungen der Batterie-Technologien, Batterie-Steuerung und die Entwicklung der Benzinpreise. Auch Elektromotoren haben einen besseren Wirkungsgrad, als Verbrennungsmotoren. Hinzukommt, dass Elektromotoren einen geringeren Wartungsaufwand erfordern und eine längere Lebensdauer haben. Entscheidender Punkt, der für das weitere Wachstum der Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen verantwortlich ist, ist das wachsende Umweltbewusstsein der Bevölkerung und der Regierungen.

Interessant wird es, wenn die Fahrzeuge für den permanenten Einsatz bei on-demand Netzwerken und nicht den persönlichen Besitz entwickelt werden. Die Fahrzeuge werden dann rund um die Uhr unterwegs sein und nicht mehr als 95% ungenutzt am Straßenrand stehen, so wie es jetzt der Fall ist. Der Bedarf nach elektrisch angetriebenen Fahrzeugen wird durch die wachsende Nachfrage an on-demand Dienstleistungen steigen. Durch die steigende Nachfrage werden auch die Preise für Elektrofahrzeuge nach unten gehen und die Modellvielfalt wird steigen.

Bis Elektrofahrzeuge für den permanenten Einsatz in on-demand Transportnetzwerken entwickelt sind, wird es noch einige Jahre dauern. Bis es soweit ist, werden Hybrid Fahrzeuge eingesetzt. Die neue Generation der Elektrofahrzeuge wird auf dauernden Einsatz, günstigen Betrieb, Effizienz und einfache Nutzung ausgelegt sein.

Zusammenfassung

Durch die oben genannten Entwicklungen im Mobilitätsbereich werden die Beförderungs- und Transportkosten stark reduziert. Hinzu kommen die Reduzierung der Luftverschmutzung und durch menschliches Versagen verursachte Unfälle. Durch das Wachstum der on-demand Mobilitätsangebote werden auch einige Flächen frei werden, die für neue Zwecke genutzt werden können. Wenn weniger Fahrzeuge unterwegs sind, werden weniger Parkplätze benötigt. Wenn der Privatbesitz von Autos zurückgeht, werden weniger Garagen benötigt und der Platz kann für andere Zwecke genutzt werden.

Die Zukunft im Mobilitätsbereich wird durch eine Überschneidung der drei genannten Trends bestimmt. Jeder Trend ist für sich wichtig, kombiniert ergeben die drei Trends ungeahnte Möglichkeiten.

Ein Erfolgsfaktor wird sein, das Vertrauen der beteiligten Gruppen zu gewinnen. Nutzer, Investoren, Behörden und Versicherungen müssen dann überzeugt sein, dass die neuen Services keine Risiken bergen.

Es bleibt spannend abzuwarten, wann wir in den nächsten 5 bis 10 Jahren ein selbstfahrendes Elektroauto sehen, das auf on-demand Transportplattformen zugeschnitten ist.

Bild: The Art of Mobility von Matthias Rapp (bestimmte Rechte vorbehalten)

Tesla startet Empfehlungsprogramm

Das amerikanische Unternehmen Tesla, das Elektrofahrzeuge verkauft, startet ein Empfehlungs-Programm, das auch hier in Deutschland genutzt werden kann. Wer bereits schon Tesla-Kunde ist, erhält einen Link, den er an Bekannte und Freunde weiterleiten kann.

1000 € für jeden Geworbenen

Für jede Person, die über den persönlichen Link einen Tesla Model S bestellt, erhält der Geworbene einen Rabatt von 1000 € auf der Verkaufspreis. Derjenige, der den Link versandt hat, erhält 1000 € Guthaben auf sein Tesla Konto. Das Guthaben kann für Serviceleistungen und Zubehör eingesetzt werden. Pro Kunde gibt es für maximal 10 Empfehlungen eine Gutschrift. Zusätzlich winkt eine Einladung zur Eröffnungsparty der Gigafactory.  Die Gigafactory ist die sich derzeit im Bau befindende Batteriefabrik, die Tesla in Nevada hochzieht. Hierfür müssen mindestens 5 erfolgreiche Empfehlungen getätigt werden.

Model X geschenkt

Wer tatsächlich auf 10 Empfehlungen kommt, kann sich ein exklusives Model X der “Founder Series” zum Preis eines normalen Model X bestellen. Das Model X ist das zweite massentaugliche Modell, das Tesla auf den Markt bringt. Beim Model X handelt es sich um einen SUV mit Flügeltüren, der vor allem die weibliche Kundschaft ansprechen soll. Die erste Person, die auf 10 erfolgreiche Empfehlungen kommt, erhält das exklusive Model X geschenkt.

Wenig Geld für klassische Werbung

Tesla gibt wenig Geld für klassische Werbung aus und vertraut auf die Wirkung des aktuellen Hypes, der sich rund um die Elektrofahrzeuge des kalifornischen Herstellers aufgebaut hat. Mit einem Empfehlungs-Programm haben schon einige Startup-Unternehmen einen großen Kundenstamm aufgebaut. Als Paradebeispiel ist auch der Fahrdienst-Anbieter Uber zu nennen, der dank eines Empfehlungsprogramms populär geworden ist.

Tesla verkauft doppelt so viele Elektroautos wie BMW

Tesla verkauft ca. 12.000 Fahrzeuge pro Quartal. Der Einstiegs-Preis liegt bei knapp über 70.000 €. Der deutsche Autobauer BMW verkauft pro Quartal nur etwa die Hälfte an Elektrofahrzeugen. Laut Handelsblatt hat BMW im ersten Halbjahr diesen Jahres 12.500 Elektrofahrzeuge vom Typ i3 verkauft. An der Elektroplattform von BMW soll Apple Interesse haben. Die BMW i3 Plattform könnte die Basis für das von Apple geplante selbstfahrende Fahrzeug sein.

Bild: getmobility.de (bestimmte Rechte vorbehalten: )

Gogoro startet Elektroroller-Pilottest mit in Taiwan

Das sharing System für elektrische Roller, über das wir schon vor paar Monaten berichtet hatten, startet im Sommer in eine Pilotphase in Taipeh.

Das Gogoro-System basiert auf einem intelligenten Netzwerk an Batterie-Ladestationen. Die leeren Akkus können an den Stationen einfach gegen einen vollen Akku getauscht werden. Somit geht keine Zeit verloren, die man warten müsste, um den Akku wieder aufzuladen.  Zuerst werden damit Elektroroller betrieben, andere Use-Cases für die Batterien sind in Zukunft auch möglich.

Wie Re/Code berichtet, hat das Unternehmen einen “Experience Center” in Taipeh eröffnet. In den nächsten Wochen sollen etwa 100 Personen für das Beta-Programm eingeladen werden.

Gogoro hat in den letzten 3 Jahren um die 150 Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt, ohne dass ein Produkt offen kommuniziert wurde.

Meiste Nachfrage für Elektroroller aus Schwellenländern

Bisher ist unklar, was der Roller kosten soll. Die meisten Anfragen nach der Präsentation auf der CES kamen aus Indien, China, Brasilen und Thailand. In diesen Ländern sind Motorroller ein viel genutztes Verkehrsmittel. Um in diesen Ländern erfolgreich zu sein, müsste der Elektroroller zu einem günstigen Preis angeboten werden. Ansonsten würde die Attraktivität im Vergleich zu einem Motorroller gering sein.

Kooperation mit Behörden

In Taipeh arbeitet das Unternehmen mit den Behörden zusammen, um eine Infrastruktur an GoStations aufzubauen. Ein dichtes Netzwerk an Ladestationen wird neben dem attraktiven Preis entscheidend für einen Erfolg sein.

Weitere Informationen können auf dem Gogoro Blog gelesen werden.

Bild: Gogoro.com (alle Rechte vorbehalten)

Gogoro System vorgestellt – Batteriesystem und Elektroroller

Über das Projekt Gogoro war bisher wenig bekannt, obwohl das Startup bisher 150  Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt hatte. Nun wird bekannt, das hinter dem Namen ein cleveres Batterie-System steckt, dass zu erst Anwendung in einem Elektroroller findet. Mit einem ähnlichen Konzept ist das Münchner Unternehmen unu unterwegs. Bei unu scheint der Fokus aber auf dem Roller zu liegen, bei Gogoro auf dem Batteriesystem.

Gogoro hat im Jahr 2011 bereits 50 Mio. US$ eingesammelt, im letzten Jahr sind noch mal 100 Mio. US$ hinzugekommen und trotzdem war wenig darüber bekannt, an welchem Produkt das Startup arbeitet. Auf der CES wurden jetzt die ersten Produkte eines langfristig ausgerichteten Plans vorgestellt. Das Unternehmen bietet einen elektrischen Roller mit dem Namen “Smartscooter” und ein passende Swapping-Infrastruktur für den Austausch der Akkus an.

Es scheint so, als wäre der Roller zwar der erste Anwendungsfall für das Batteriesystem, aber erst der Anfang von Geräten und Fahrzeugen, die mittels dem Batteriesystem betrieben werden sollen. Mit dem Smartscooter soll der Markteintritt geschaffen werden und der Grundlage für das Akku-Tausch System aufgebaut werden.

Die Akkus

Die Akkus sind das Kernstück des Konzepts. Am Anfang werden die Akkus dazu genutzt, um Power für die Smartscooter zu lieferen. Es können anscheinend mehrere Akkus miteinander gekoppelt werden, um auch genügend Energie für größere Fahrzeuge liefern zu können. Die Akku-Pakete bestehen aus dem gleichen Zellen, die auch im Tesla Model S verwendet werden (von Panasonic). Ein Akku-Paket wiegt etwa 10 Kg und hat die Größe eines Schuhkartons. Mit dem “hohen” Gewicht von 10 Kilogramm sind mobile Anwendungen, wie z.B. der Betrieb eines elektrischen Laubsaugers unhandlich.

GoStation Wechselstationen für Akkus

Um die Batterien zu laden, bzw. auszutauschen, sollen sogenannte GoStations aufgestellt werden, an denen die Akkus getauscht werden können. Die nächste GoStation wird über eine Smtartphone App gefunden. Eine GoStation kann bis zu 8 Akku-Pakete gleichzeitig aufbewahren und laden, es können auch mehrere Stationen verbunden werden, um für eine höhere Verfügbarkeit zu sorgen.

Das leere Akku-Paket muss in einem der freien Slots gesteckt werden und kurze Zeit später kann ein voll geladener Akku aus einem andere Slot entnommen werden. Es soll mit der App auch möglich sein, einen vollen Akku zu reservieren. Das ist vor allem interessant, um sicherzustellen, dass nicht ein anderer Nutzer die volle Batterie wegschnappt, während man sich auf dem Weg zur Wechselstation befindet.

Die Akkus werden nicht gekauft, die Nutzer von Gogoro zahlen eine Gebühr, um Zugang zum Akku-Tauschsystem zu erhalten. Für den Erfolg von Gogoro wird die Verfügbarkeit der Stationen entscheidend sein. Wenn gewährleistet wird, dass ein dichtes Netz an Stationen verfügbar ist, hat das System seinen Charm, bei zu geringer Dichte wird es schwierig sein, genügend Nutzer zu finden.

Der Elektroroller “Smartscooter”

Beim Roller handelt es sich um eine Eigenentwicklung. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt etwa 95 kmh und von 0 auf 50 sprintet der Roller in etwa 4.2 Sekunden. Der Roller kann 2 Akku-Pakete aufnehmen. Wenn beide voll sind, liegt die Reichweite bei etwa 160 Kilometern.

Der Name Smartscooter basiert vor allem auf den verbauten Sensoren. Die 30 verbauten Sensoren zeichnen viele Betriebsdaten auf, um frühzeitig Fehlfunktionen und Probleme feststellen zu können. Wenn ein Teil defekt ist, oder der Roller zur Inspektion muss, wird das dem Nutzer über die Smartphone App mitgeteilt und die Informationen erscheinen auch auf dem Display der Swapping-Station beim nächsten Batteriewechsel.

Mittels Sensoren sollen auch Daten über das Fahrverhalten ermittelt und ausgewertet werden. Einerseits passt sich der Roller so automatisch an die Fahrweise des Nutzers an, auf der anderen Seite werden dem Fahrer Tips gegeben, wie er sein Fahrverhalten ändern kann, um die Reichweite zu erhöhen.

Fragen für die Zukunft

Das Unternehmen wird noch viel experimentieren und testen, um in der Lage zu sein, einige wichtige Fragen beantworten zu könne. Die Fragen wären zum Beispiel: Sind viele potentielle Kunden bereit, einen Roller zu kaufen, den sie nicht zuhause laden können? Für welche Usecases ist das Akku-Paket noch interessant? Wie schnell wird die Dichte des Netzwerks hoch genug sein, um möglichst viele Nutzer zu überzeugen. Welche Städte sind am besten für einen Start geeignet?

Das Münchner Unternehmen unu bietet ebenfalls einen Elektroroller mit austauschbaren Akkus an. Die Akkus werden im Unterschied aber gekauft und zuhause an der Steckdose geladen. Wäre interessant zu sehen, ob unu ebenfalls an einer Ausweitung der Usecases für die Akku-Pakete arbeitet, oder ob der Fokus ausschließlich auf dem Roller liegt.

Über Gogoro

Gogoro nutzt die Möglichkeiten der modernen mobilen Konnektivität und Datenanalyse um Energieverteilung und -management in den Städten weltweit zu verändern. Das Unternehmen arbeitet an einer bessern Zukunft, in dem ein intelligenteres und flexibleres Energienetz für Konsumenten entwickelt wird. Einer der Mitgründer von Gogoro, Horace Luke war vor der Gründung Chief Innovation Officer bei dem Smartphone-Hersteller HTC. Ein Großteil der Finanzierung stammt aus den Kreisen von HTC.

Bild: Gogoro.com – Alle Rechte vorbehalten

Jahresrückblick, was 2014 im Mobilitätsbereich geschah

In den letzten 12 Monaten ist einiges im Mobilitätsbereich geschehen. MyTaxi wurde von Daimler übernommen, das neue Taxikonzept Ridesharing wurde in den meisten Städten verboten und der Fernbusmarkt hat ein starkes Wachstum erfahren. Klicken Sie durch die Präsentation, um weiteres zu erfahren.

Gigafactory von Tesla wird in Nevada gebaut

Der amerikanische Elektroauto Pionier Tesla wird die Gigafactory  in Nevada aufbauen. Tesla CEO Elon Musk und der Gouverneur von Nevada, Brian Sandoval  haben die Pläne auf einer Pressekonferenz am Donnerstag veröffentlicht.

Die Gigafactory wird zur weltweit größten und modernsten Fabrik für Batterien, die in den Elektrofahrzeugen von Tesla verbaut werden sollen. Tesla wird die Produktionsstätte mit dem japanischen Panasonic-Konzern aufbauen, beide Unternehmen arbeiten schon längere zusammen.

Die Fabrik wird Kapazitäten für die jährliche Produktion von Batterien mit 50 GWh Energie haben. 50 GWh reichen, um etwa 500.000 Elektrofahrzeuge auszustatten. Die Gleiche Energiemenge würde ausreichen, um ca. 9 Milliarde iPhones mit Batterien auszustatten. Durch die Massenproduktion sollen die Kosten für ein Batteriepack um ca. 30 % sinken, nur durch geringere Kosten für die Stromspeicher wäre Tesla in der Lage, das Angekündigte Model 3 für 35.000 US$ gewinnbringend zu verkaufen.

Die Gigafactory soll ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben werden.  Dafür werden extra ein Solar- und ein Windpark errichtet. Die Fabrik soll 2017 eröffnet werden und bis 2020 sollen bis zu 6.500 neue Arbeitsplätze entstehen.

Bild: Tesla Motors (Bestimmte Rechte vorbehalten)

Erstes Elektromotorrad von Harley-Davidson

Der bekannte amerikanische Motorradhersteller Harley-Davidson lässt die Vergangenheit zurück und stellt das Elektro-Bike Projekt LiveWire vor. Das Motorrad mit Elektroantrieb soll in den nächsten Monaten in 30 Städten getestet werden, bevor es dann in etwa einem Jahr in die Läden kommt.

Bisher wurden noch wenig Details über das neue Bike veröffentlicht, Harley-Davidson spricht werbewirksam von einer reifenzerstörenden Beschleunigung und einem unvergesslichen Sound.  Es wird angegeben, dass eine Beschleunigung von 0 auf 100 in unter 4 Sekunden möglich ist. Über Motor, Reichweite und Leistung der Batterie, Höchstgeschwindigkeit usw. wurden keine Angaben veröffentlicht.

Viele Tech-Blogs waren begeistert von dem neuen rein elektrisch angetriebenen Motorrad, in sozialen Netzwerken, wie Twitter kam neben Begeisterung auch einiges an Spott auf. Hauptsächlich  weil der typisch blubbernde Sound der bisherigen V-Motoren durch einen Sound ersetzt wurde, der eher an einen Düsen-Jet erinnert. Viele alt eingesessene Harley-Besitzer können sich mit dem Produkt vermutlich wenig anfreunden, dafür werden um so mehr neue Kunden gewonnen.

httpv://www.youtube.com/watch?v=t6F8O5A__Ds#t=44

Das Motorrad steht noch nicht zum Verkauf, sondern soll Harley-Davidson dabei helfen, die Erwartungen der Motorradfahrer besser einschätzen zu können, wie sie sich ein Elektro-Motorrad vorstellen. Dafür wird das LiveWire durch 30 Städte in den USA touren und potentielle Kunden können es testen und ihre Meinung abgeben. Eine Tour durch Europa  soll im nächsten Jahr folgen.

Auch wenn es noch eine Weile dauern dürfte, bis das erste e-Bike von Harley-Davidson bei den Händlern steht, kann das Unternehmen die Vorstellung als Marketing-Erfolge verbuchen, da viel in Social Media, Blogs und Presse darüber diskutiert wird.