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Fahrdienst mit Motorrädern in Afrika: Taxify und Uber starten Services

In Afrika treten die beiden Mobility Plattformen Taxify und Uber gegeneinander an, jetzt haben beide Unternehmen zeitgleich einen Fahrdienst mit Motorrädern gestartet. Der Dienst kann wie gewohnt über die jeweilige App gebucht werden. Uber hat schon in Asien mit einem ähnlichen Dienst experimentiert und ganz am Anfang auch in Paris. Für Taxify ist es der erste Service dieser Art.

Bevorzugtes Transportmittel in Afrika


Bei Taxify heißt der neue Dienst mit Motorrädern schlicht Boda. In Ostafrika werden Motorradtaxis Boda Boda genannt, sie sind häufig das Mittel der Wahl, um von A nach B zu kommen. Das Unternehmen will mit dem Schritt etwas mehr Ordnung in ein chaotisches System bringen und dafür sorgen, dass die Motorradtaxis leichter zugänglich sind. Die durchschnittliche Anfahrtszeit soll in Nairobi bei unter vier Minuten liegen. Der Fahrpreis für den Ride-Sharing Dienst mit Motorrädern ist mehr als 50 Prozent günstiger als ein vergleichbarer Dienst mit Autos.

Sicherheit im Fokus

Taxify legt großen Wert auf Sicherheit. Es werden nur Fahrer aufgenommen, die von den lokalen Transport- und Sicherheitsbehörden lizenziert wurden und über drei Jahre Erfahrung haben. Die Motorräder dürfen nicht älter als drei bis vier Jahre sein, um für den Dienst zugelassen zu werden. Die Fahrer werden mit zwei Helmen ausgestattet und einem Headset für die Navigation per Sprachbefehle.

Uber startet in Uganda

Mitbewerber Uber startet seinen Motorraddienst in Uganda. Das Unternehmen hat sich die Hauptstadt Kampala ausgesucht, wo Fahrdienste mit Zweirädern äußerst beliebt sind. Ähnlich wie bei Taxify werden die Fahrer zum Thema Sicherheit geschult und müssen über die nötigen Lizenzen verfügen. Auch von Uber werden die Fahrer mit Helmen und Warnwesten ausgestattet. Zu Beginn startet der Fahrdienst in Kampala mit etwa 100 Fahrern, die Zahl dürfte schnell wachsen. In der Hauptstadt Ugandas waren pro Woche schätzungsweise fast 2 Millionen Fahrten durchgeführt.

Lokale Mitbewerber seit längerem aktiv

Einige lokale Mitbewerber sind mit einem Motorrad-Dienst schon in Afrika aktiv. In Ruanda ist das Startup SafeMotors seit 2015 unterwegs. Ein weiterer lokaler Wettbewerber ist die Smartphone-App SafeBoda, die bereits seit 2014 in Kampala, Uganda aktiv ist. Wie der Name beider Unternehmen schon sagt, wird viel Wert auf Sicherheit gelegt. Die Fahrer müssen erst unterschiedliche Trainings durchlaufen, bevor sie Fahrgäste transportieren dürfen. Außerdem erhalten sie Helme und Warmwesten. Die Smartphones der Fahrer werden genutzt, um Daten über die Bremsvorgänge zu sammeln. Diese werden wiederum genutzt, um die sichere Fahrweise der Fahrer zu fördern.

Bild: Taxify (alle Rechte vorbehalten)

Fahrdienst Plattformen: Lyft soll in den USA schneller wachsen als Uber

Im abgelaufenen Jahr scheint sich Lyft, einer der großen Fahrdienst Plattformren für die USA und Kanada gut entwickelt zu haben. Dazu dürften auch die zahlreichen Skandale bei Konkurrent Uber beigetragen haben und die Expansion in neue Märkte in den USA und Kanada. Der Netto-Umsatz bei dem Ride-Sharing Dienst ist auf mehr als eine Milliarde Dollar geklettert und vor allem das vierte Quartal ist stark ausgefallen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz um 168 Prozent in Q4 2017 gestiegen. Konkurrent Uber hat ein Wachstum von 61 Prozent vorweisen können.

Lyft nur in Nordamerika aktiv

Die beiden Zahlen lassen sich eigentlich schwer vergleichen, da Lyft nur in den USA aktiv ist und Uber seinen Dienst weltweit anbietet. Da von Uber nur die globalen Zahlen bekannt sind, ist schwer zu sagen, wie sich das US Geschäft nach den Rückschlägen im vergangenen Jahr entwickelt hat und was die Wachstumsmärkte für das Unternehmen sind.

Bei den Umsätzen liegt Konkurrent Uber meilenweit voraus, auch auf Grund der internationalen Präsenz. Lyft kommt auf einen Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar, Uber hat im letzten Quartal  um die 2.2 Milliarden Dollar an netto Umsätzen eingefahren. Ein Großteil davon dürfte in den internationalen Märkten angefallen sein.

Beide Fahrdienst Plattformen noch nicht profitabel

Profitabel ist Lyft noch nicht in den USA. Das Unternehmen versucht seine Kosten in den Griff zu bekommen, in dem die Stellschrauben für Fahrer-Bonis und Kundengutscheine justiert werden. Die beiden großen Ride-Sharing Dienste geben jede Menge Geld aus, um Fahrer und Nutzer an den Dienst zu binden. Uber hat im letzten Quartal 2017 fast eine Milliarde für Gutscheine und Fahrer-Bonis ausgezahlt. Auch bei Lyft dürften die Ausgaben extrem hoch sein.

Im Jahr 2018 will Lyft weiter expandieren und wachsen. Ziel ist, dass mehr als 10 Millionen Fahrten pro Woche durchgeführt werden, bei sinkenden Kosten für Marketing und Fahrer. Anfang des Jahrs gab es auch Gerüchte, dass Lyft nach Berlin expandieren will, dazu hat sich das Unternehmen bisher noch nicht geäußert.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Fahrdienst: Taxify expandiert weiter und sucht neue Finanzierung

Die ersten Jahre seit der Gründung lief der Fahrdienst Taxify eher unter dem Radar. Das Unternehmen aus Estland hat sich auf Afrika und ein paar Osteuropäische Länder fokussiert. Das änderte sich rapide, nachdem die Chinesische Mobilitätsplattform Didi einen mehrstelligen Millionenbetrag in das Unternehmen investiert hat. Taxify ist seitdem in mehreren europäischen Ländern gestartet und sogar nach Australien expandiert.

Fahrdienst plant weitere Expansion in 2018

In 2018 soll die Expansion weitergehen – Ingesamt soll der Dienst in weiteren 20 Ländern gestartet werden. Fokus liegt dabei auf den Großstädten, in denen Konkurrenten wie Uber schon aktiv sind. Taxify hat gute Erfahrungen damit gemacht, in Märkte zu gehen, die schon von anderen Anbietern bespielt werden. Nutzern und Fahrern ist in diesen Märkten das Konzept bekannt, was Taxify sich zum Vorteil macht. Kunden lassen sich günstiger einkaufen und die Fahrerbasis wächst schneller. Für beide Seiten ist Taxify attraktive, da die Fahrpreise niedriger sind und die Fahrer einen höheren Anteil der Umsätze erhalten.

Taxify will von Uber profitieren

Die negativen Schlagzeilen um die weltweit aktivste Plattform Uber werden bei Taxify die Expansionspläne befeuern. Die Taxi-App will die Probleme nutzen, um schneller zu wachsen. Als neue Stadt ist in den vergangen Tagen Lissabon hinzugekommen, zuvor ging es schon in Wien, Paris und Sydney los.

In London musst Taxify nach ein paar Tagen den Betrieb wieder einstellen, da die TfL das Vorgehen nicht genehmigt hat. Taxify hatte einen lizensierten Taxi-Betrieb übernommen und gehofft, so den langwierigen Prozess der TfL zu umgehen. Die TfL hat das anders gesehen und Taxify wartet seitdem auf die Freigabe. Nicht nur Taxify, auch Via und Chariot warten auf eine Genehmigung für die Britische Hauptstadt.

Übernahme durch Didi?

Um das weitere Wachstum zu finanzieren, will Taxify eine weitere Investmentrunde abschließen. Laut Bloomberg sollen dabei weitere 50 Mio. US Dollar in das Unternehmen fließen. Gut möglich, dass Didi sich auch in der nächsten Runde an dem Unternehmen aus Estland beteiligt oder komplett übernimmt. Mit einem ähnlichen Schritt hat Didi in Brasilien für Aufmerksamkeit gesorgt. Dort wurde etwa ein Jahr nach der ersten Beteiligung der Anbieter 99Taxis übernommen.

Bild: Taxify (alle Rechte vorbehalten)

Fahrdienstplattformen Careem und Yidao Yongche kooperieren

Zwei kleiner Fahrdienstplattformen kooperieren, um länderübergreifend eine Präsenz aufzubauen. Careem aus Dubai hat eine Zusammenarbeit mit Yidao Yongche aus China vereinbart. Nutzer der einen App können die Fahrer der jeweils anderen App auf Reisen nutzen.

Careem und Yidao kooperieren

Die Careem und Yidao Nutzer müssen sich nicht die lokale Software aus dem App Store laden, sondern können über die schon aus dem Heimatland bekannte App einen Fahrer buchen. Möglich wird die Buchung in einem anderen Land mittels der Technologie von Splyt Technologies Ltd. aus London. Durch die Technologie von Spylt können dir Fahrer vermittelt werden und nach der Fahrt die Zahlungen abgewickelt werden.

Drittanbieter ermögliche Kooperation

Mittels der Plattform von Spylt werden nach Unternehmensangaben um die 3.5 Millionen Fahrzeuge in China, dem Mittlerem Osten, Südamerika, Frankreich, Polen, Belgien und Nigeria vernetzt. Im Laufe des Jahres sollen noch Russland und Japan hinzukommen.

Yidao Yongche gehört zu den kleineren Anbietern in China und gehört mehrheitlich dem Unternehmen LeEco. In letzter Zeit hat es Berichte gegeben, dass das Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten ist und die Fahrer nicht mehr bezahlen kann.

Internationale Kooperation nicht erfolgreich

Es ist nicht neu, dass sich Ridesharing-Plattformen aus unterschiedlichen Ländern zusammenschließen, um im Wettbewerb zu den großen Plattformen wie Uber oder Luft aufzuholen. Eine Ähnliche Kooperation besteht zwischen Lyft und der chinesischen Taxi-App Didi Chuxing.

Didi, Lyft, Ola und Grab wollten einst eine weltweite Allianz bilden, um ein Gegengewicht zu Uber darzustellen. Mittlerweile haben sie die Gegebenheiten geändert und die einzelnen Ride-Hailing Apps verfolgen eigene Ziele für eine Internationalisierung. Der Verkauf von Uber China an Didi und die damit einhergehenden Beteiligung von Didi an Uber dürfte die Gemeinschaft geschwächt haben.

Bild: Careem (alle Bilder vorbehalten)

Renault kauft Reste von Karhoo

Im letzten Jahr ist die Vermittlungsplattform Karhoo spektakulär in die Pleite gerutscht, jetzt wurde bekannt, dass Renault die Technologie des Unternehmens für etwa 1 Mio. Euro übernommen hat. Die Plattform bekommt eine zweite Chance – in den kommenden Monaten soll die Vermittlungsplattform für Fahrdienste wieder gestartet werden.

Nach der Übernahme soll das Unternehmen von etwa 35 Mitarbeitern wieder aufgebaut werden. Vor der Pleite waren mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt. Gleitet wird das neue Karhoo von Boris Pilichowski und Nicolas Andine. Finanzielle Unterstützung kommt von der RCI Bank and Services, der Financial Services Tochter von Renault. Der Kaufpreis soll bei 1 Mio. Euro liegen. Die Hälfte davon soll von den beiden CEOs kommen. RCI steuert erstmal weitere 15 Mio. Euro für den weiteren Aufbau hinzu.

Karhoo ist gescheitert, weil die interne App Entwicklung zu lange gedauert hat und letztendlich zu viele finanzielle Ressourcen geschlungen hat. Außerdem scheint es Probleme bei der Abrechnung der Fahrgen gegeben zu haben. Nutzer wurden mit Gutscheinen angelockt und haben häufig gar nichts für die Beförderung bezahlt. Hinzu kamen betrügerische Kunden, die Schwachstellen im System ausgenutzt haben.

Ursprünglich wurde darüber berichtet, dass Karhoo mehr als 250 Mio. US$ eingesammelt hat. Wie die Unterlagen des Insolvenzverwalters belegen, belief sich die eingesammelte Summe nur auf 52 Mio. US$. Zeitweise wurden mehr als 6 Mio. US$ pro Monat verbrannt, am Schluss lagen die Verluste bei 2.5 Mio. US$.

Grundsätzlich war Karhoo eine Art Meta-Search Plattform, auf der die Angebote mehrerer Fahrdienste gebündelt wurden. Die Aufträge wurden an die angeschlossenen Partner weitervermittelt und dann unter eigenem Namen durchgeführt. In London konnten zum Beispiel Fahrten mit Gett oder Addison Lee gebucht werden.

Insgesamt sollen seit dem Beginn des Insolvenzverfahrens 30 – 40 Unternehmen an einer Übernahme interessiert gewesen sein. Der letztendlich geringe Kaufpreis und ein in dem Bereich unerfahrener Käufer lassen darauf schließen, dass von Karhoo wenig Substanz übrig geblieben ist. Bleibt abzuwarten, ob das neue Unternehmen das Vertrauen der Nutzer und der Fahrdienste bzw. Fahrer zurückgewinnen kann.

Mit Renault wird ein weitere Automobilkonzern im Bereich der Fahrdienste und Ride-Hailing Plattformen aktiv. Damit setzt sich der Trend fort, der schon in den letzten ein bis zwei Jahren beobachtet werden konnte. Der Volkswagen-Konzern hat sich mit 300 Mio. US$ an Gett beteiligt und vor kurzem seine Marke Moia für Mobilitätsdienstleistungen der Zukunft gestartet. Daimler betreibt MyTaxi und hat Hailo gekauft. Der amerikanische Konzern General Motors hat sich mit 500 Mio. US Dollar bei Lyft eingekauft.

Bild: Screenshot Karhoo Website (alle Rechte vorbehalten)

MIT Studie: 3000 Ridesharing Autos können alle Taxis in New York City ersetzen

Eine Forschungsgruppe der Elite-Uni MIT hat eine Studie über den Einfluss von Ridesharing-Diensten veröffentlicht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass alle 13.000 Taxis in New York City mit 3000 Ridesharing Fahrzeugen ersetzt werden können. Die Anzahl der Fahrzeuge kann also um mehr als 75% reduziert werden, ohne hohe Einbusen bei der Reisezeit zu haben.

Die Studie geht davon aus, dass die Anzahl der Fahrzeuge erheblich reduziert werden kann, wenn sich mehrere Personen ein Fahrzeug für eine Fahrt in die selbe Richtung teilen. Das führt zu weniger Stau, weniger Luftverschmutzung und geringerem Benzinverbrauch.

Taxidaten als Grundlage für Algorithmus

Die Forscher der CSAIL Abteilung des MITs haben Daten von 3 Mio. Taxifahrten für die Studie verwendet und einen entsprechenden Algorithmus entwickelt, um die Simulationen zu erstellen. Das Ergebnis ist ein Algorithmus, mit dem der Zusammenhang zwischen Flottengröße, Kapazität, Wartezeit, Verspätungen und operativen Kosten von unterschiedlichen Fahrzeugtypen untersucht werden kann.

Reduzierung um mehr als 75%

Ein Ergebnis der Simulation ist, dass 3000 viersitzige Fahrzeuge, die zwei bis vier Personen in die gleiche Richtung transportieren die Nachfrage an Taxifahrten zu 98% decken können. Die Effizienz kann durch eine nachfragegesteuerte dynamische Positioniert der freien Fahrzeuge um 20% gesteigert werden. Die durchschnittliche Wartezeit liegt dabei bei guten 2.7 Minuten. Sollten größere Shuttle Fahrzeuge mit bis zu zehn Sitzplätzen zum Einsatz kommen, sind nur 2000 Fahrzeuge nötig, um 95% der Fahrtanfragen zu bedienen.

Vor kurzem hat das deutsche Startup Flott ebenfalls eine Studie über den Einfluss dynamischer Shuttle Diensten veröffentlicht. Flott hat am Beispiel Hamburg simuliert, dass sich die Anzahl von Fahrzeugen drastisch reduzieren lässt, wenn ein intelligentes und dynamische Shuttle System etabliert wird. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Fahrzeuge um 97% reduziert werden kann und die Fahrgäste auch noch schneller ans Ziel befördert werden können, da Staus und Parkplatzsuche wegfallen.

Ridesharing mit enormen positiven Einfluss

Beide Studien zeigen, dass intelligente Fahrdienste einen enormen Einfluss auf die Mobilität in Städte haben werden. Neben Reduzierung von Staus, Luftverschmutzung und Energieverbrauch, können sich Shuttle- und Ridesharing Dienste auch positiv auf das Stadtbild auswirken. Interessant wird auch der Einsatz von autonomen Shuttles sein, die elektrisch betrieben werden.

Bild: Malinda Rathnayake (bestimmte Rechte vorbehalten)

Fahrdienst Careem sammelt 350 Mio. US$ ein

Unter den Fahrdienst-Unternehmen gibt es win weiteres Unicorn. Das Startup Careem aus dem Mittleren Osten sammelt 350 Mio. US$ bei einer Bewegung von einer Milliarde US$ ein. Die Finanzierung kommt von dem japanischen Rakuten-Konzern und Saudi Telecom Company (STC). Die Careem-Konkurrenten Uber, Lyft oder Grab werden ebenfalls mit mehreren Milliarden US$ bewertet.

150.000 Fahrer auf der Plattform

Das Unternehmen wurde vor vier Jahren gegründet und hat seinen Sitz in Dubai. Vor der jetzigen Runde wurden bereits 72 Mio. US$ eingesammelt. Aktiv ist Careem in 47 Städten, die meisten davon befinden sich im Mittleren Osten. Des Weiteren ist der Fahrservice in Städten der Türkei, Pakistan und auch in nordafrikanischen Städten aktiv. Laut eigenen Angaben sind mehr als 150.000 Fahrer auf der Plattform registriert. Auf der anderen Seite kann Careem über sechs Millionen Nutzer verzeichnen.

Unterstützung von Credit Swiss

Bei der Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen von der Credit Swiss unterstützt. Mit der Hilfe sollen auch die fehlenden 150 Mio. US$ eingesammelt werden, um die geplanten 500 Mio. US$ zu erreichen. Es ist nicht bekannt, bis wann das Unternehmen die verbleibende Summe einsammeln möchte. Rakuten ist schon an Lyft und dem Anbieter aus Südamerika Cabify beteiligt. STC ist einer der größten Telekommunikationsanbieter im Mittleren Osten.

Careem Expandiert im Mittleren Osten

Die finanziellen Mittel sollen vorwiegend für die weitere Expansion genutzt werden. Vor kurzem hat Careem die ersten Städte in der Türkei gestartet. Im Dezember sollen 15 neue Städte in Pakistan, Studie Arabien und Ägypten gestartet werden. Bis 2018 soll der Fahrerpool auf eine Millionen Chauffeure ansteigen. Die Expansion und der Wettbewerb mit anderen Fahrdiensten wird einiges kosten. Auf Kundenseite muss investiert werden, aber auch auf Fahrerseite.

Uber als starker Konkurrent

Zu den größten Konkurrenten von Careem gehört Uber, das in mehr als 400 Städten aktiv ist. Darunter befinden sich auch einige arabische Städte. Im Juni hat Uber eine Finanzierung in Höhe von 3.5 Milliarden US$ vom Staatsfond Public Investment Fund aus Saudi Arabien erhalten. Uber gibt an, dass im Mittleren Osten 395.000 Fahrer auf der Fahrdienst-Plattform aktiv sind.

Bild: Careem (alle Rechte vorbehalten)

Shuttle Service GoOpti sammelt 4.4 Mio. Euro ein

Das Startup GoOpti betreibt einen Shuttle Service in Europa und konzentriert sich dabei auf Fahrgäste, die von kleineren europäischen Städten zu größeren Flughäfen gebracht werden wollen. Um weiter wachsen zu können, hat das Startup eine Finanzierung in Höhe von 4.4 Mio. Euro abgeschlossen.

Das Unternehmen baut einen Marktplatz für Nutzer, die in einer Stadt mit schlechten Flugverbindungen wohnen. Dort existiert entweder gar kein Flughafen oder ein Flughafen mit wenigen teuren Direktverbindungen. Bisher fahren viele Personen mit diesem Problem zum nächst größeren Drehkreuz mit dem eigenen Auto oder lassen sich von Freuden oder Familie fahren. Das kann hohe Kosten für Benzin, Parkgebühren, Autobahngebühren usw. mit sich bringen. Genau hier greift GoOpti mit seiner Lösung an. Der dynamische Shuttle Service gruppiert Passagiere, die zu einer ähnlichen Zeit am Flughafen sein müssen und auf einer sinnvollen Route eingesammelt werden können. Auf der einen Seite werden so die Kosten für die Fahrgäste gesenkt, auf der anderen Seite erhalten die bestehenden Shuttle Services mehr Aufträge.

Flughafen Shuttle mussten in der Vergangenheit per Telefon oder E-Mail bestellt werden, was aus Kundensicht aufwändiger ist. Die Fahrdienstanbieter mit Minibussen haben sich in der Vergangenheit auf kleinere Gruppen und Geschäftsreisende fokussiert. Außerdem sind die Fahrer gleichzeitig die Manager des Services, was zu einer hohen Arbeitsbelastung führt. Mit der GoOpti Lösung erhalten die Betreiber der Minivans Zugang zu einer neuen Kundengruppe, die in der Vergangenheit auf Individualverkehr gesetzt hat aber an Kostenersparnissen interessiert ist. Durch die Automatisierung wird sich auch die Arbeitsbelastung reduzieren.

Der Marktplatz von GoOpti scheint auf den ersten Blick viele Vorteile für Fahrer und Fahrgäste zu bieten, in dem auf beiden Seiten der Aufwand reduziert wird.

Das Startup ist bisher in einigen europäischen Ländern aktiv, darunter Deutschland, Italien, Österreich, Ungarn und Slovenien. Ein Teil des Investments kommt von einem Fond der Europäischen Union. Auch der Berliner Geldgeber Point Nine Capital hat sich an dem Fahrdienst beteiligt. Die Finanzierung soll für die weitere Expansion genutzt werden.

Einige Startups beschäftigen sich mit dynamischen Shuttle Lösungen. Allygator Shuttle aus Berlin will einen dynamischen Shuttle für innerstädtischen Verkehr etablieren. Flinc hat vor kurzem seine Pläne für flott Bekanntgegeben.

Bild: GoOpti (alle Rechte vorbehalten)

BMW ReachNow benennt neuen CEO für Carsharing-Bereich in den USA

BMW hat Steve Banfield als neuen CEO von BMW ReachNow eingestellt. ReachNow ist BMWs neues free-floating Carsharing Angebot, das im letzten Monat in Seattle gestartet ist. Steve Banfield ist davon begeistert, dass sich BMW nicht nur mit free-floating Carsharing beschäftigt, sondern auch über weitere Mobilitätsszenarios nachdenkt.

ReachNow ist mit DriveNow vergleichbar. Die verfügbaren Fahrzeuge können im Stadtgebiet angemietet und wieder abgestellt werden. Die Identifikation erfolgt über eine Mitgliedskarte, die Abrechnung minutengenau über die hinterlegte Kreditkarte. In Seattle stehen insgesamt 370 Fahrzeuge zur Verfügung, ein Mix aus 3er BMWs, MINI Coopers und elektrischen i3. Im ersten Monat haben sich bereits 13.000 Nutzer für den Dienst angemeldet, der Carsharing-Dienst scheint also gut angenommen zu werden.

BMW ReachNow nur der Anfang

Von Seattle aus soll das Angebot noch in diesem Jahr in anderen amerikanischen Städten ausgerollt werden. BMW hat eine Vision für ReachNow, die über Carsharing hinaus geht. Es soll ein Concierge Service gestartet werden, bei dem BMW das Fahrzeug vorbeibringt. Das spart die Suche nach einem freien Fahrzeug. Fahrzeugbesitzer sollen die Möglichkeit bekommen, ihr Fahrzeug über ReachNow vermieten zu können. Weiter in der Zukunft sollen auch selbstfahrende Autos zum Einsatz kommen. Das wird aber nicht vor 2021 der Fall sein.

Fahrdienst a la Uber und Lyft

Außerdem soll ein Fahrdienst a la Uber und Lyft gestartet werden, bei dem Leute Geld verdienen können, in dem sie andere Nutzer in den BMW ReachNow Fahrzeugen kutschieren. Dafür muss das Unternehmen seine Flotte stark vergrößern oder auch andere Fahrzeuge für den Service zulassen. Mit 300- 500 Fahrzeugen kann kein flächendeckender Fahrservice mit kurzen Anfahrtszeiten angeboten werden.

BMW versucht mit den neuen Mobilitätsangeboten seine Zukunft zu sichern. Die herkömmliche Automobilindustrie bekommt immer mehr den Druck von Neueinsteigern und Technologiekonzernen zu spüren. Der Automobilkonzern Daimler bietet mit Car2Go ein fast identisches Carsharing Modell an. Vor kurzem wurde angekündigt, dass auch viertürige Fahrzeuge, wie Mercedes A- und B-Klasse zur Car2Go Flotte hinzugefügt werden sollen. Andere Automobilhersteller, z.B. General Motors und Ford beteiligen sich an Mobilitäts-Startups oder starten eigene Projekte.

Bild: BMW AG (alle Rechte vorbehalten)

Apple investiert 1 Milliarde in Fahrdienst Didi Chuxing

Apple hat am Donnerstag angekündigt, dass das Unternehmen 1 Milliarde US$ in das chinesische Ridesharing Unternehmen Didi Chuxing (vormals Didi Kuaidi) investiert hat. Tim Cook geht davon aus, dass der Schritt Apple dabei hilft, den chinesischen Markt besser zu verstehen. Der chinesische Markt ist entscheidend für das Wachstum von Apple und hat in der letzen Zeit einige Dämpfer erhalten.

Apple ist auf der Suche nach weiteren Möglichkeiten, den Umsatz und Gewinn zu  erhöhen, nachdem der Smartphone Markt nicht mehr so schnell wächst wie in den letzten Jahren. Apple-Chef Cook erhofft sich strategische Vorteile durch das Investment und geht auch davon aus, dass es später zum Umsatz und Gewinn beiträgt.

Apple beteiligt sich direkt an Sharing Economy

Durch das Investment beteiligt sich Apple an den zwei Technologie-Feldern, die seit einiger Zeit einen aufstrebenden Trend zeigen – Sharing Economy und neue Technologien im Mobilitätsbereich. Bisher war Apple indirekt an der Sharing Economy beteiligt, da die meisten Geschäftsmodelle nur dank Smartphones, wie dem iPhone möglich geworden sind.

Apple schließt sich durch das Investment mit dem größten Konkurrenten von Uber zusammen. In der letzen Zeit haben sich einige etablierte Konzerne an Mobilitätsstartups beteiligt. Google hat bereits im Jahr 2013 das Potential erkannt und sich an Uber beteiligt. General Motors hat in Didi Partner Lyft investiert und Cruise übernommen, ein Anbieter von Technologien für autonome Fahrzeuge. Uber Chef Travis Kalanick ist von dem Apple Investment nicht sonderlich begeistert:

Didi Chuxing mit mehr als 20 Milliarden bewertet

Für Didi Chuxing ist die erhaltene Summe das bisher größte Einzelinvestment. Das Unternehmen, das bisher mehrere Milliarden erhalten hat, dominiert den chinesischen Ridesharing und Fahrdienst-Markt. Täglich werden 11 Millionen Fahrten abgewickelt. Didi wird mit mehr als 20 Milliarden US$ bewertet und ist ein chinesisches Vorzeige-Startup. Mit Konkurrent Uber liefert sich das Unternehmen einen Preiskampf, um Marktanteile zu erkaufen. Der Preiskampf dürfte beide Unternehmen mehrere Milliarden pro Jahr kosten.

Apple wird nachgesagt, dass es daran arbeitet, ein selbstfahrendes Elektroauto zu entwickeln. Dieses könnte später bei Didi zum Einsatz kommen. Bis es soweit ist, können Didi Fahrer Apples CarPlay Plattform nutzen.

Bild: Panda Taxi von Mondo79 (bestimmte Rechte vorbehalten)