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Autonomes Fahren: Patente von Amazon und Google

Kürzlich wurden Patenten veröffentlicht, die darauf hindeuten, dass sich auch Amazon neben Google mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeuge und Plattformen für die Vermittlung von Ridesharing und Transport-Diensten beschäftigt. Von Google ist bekannt, dass sich das Unternehmen mit selbstfahrenden Autos und Ridesharing Diensten beschäftigt. Von Amazon gab es bisher wenig Anzeichen.

Die Patente von Google und Amazon wurden bereits im Jahr 2015 eingereicht. Das macht deutlich, dass sich die beiden Technologieunternehmen schon seit längerem mit dem Thema beschäftigen und Uber nicht tatenlose das Feld überlassen.

Google testete schon einen Ridesharing Service in San Francisco und treibt mit Waymo das Zukunftsthema autonomes Fahren voran. Bisher ist bekannt, dass Waymo Komponenten entwickelt, die von Automobilherstellern in den Serienfahrzeugen verbaut werden sollen. Das Unternehmen ist von dem Plan abgekommen, ein eigenes selbstfahrendes Auto zu bauen. Berichten zufolge plant Waymo in diesem Jahr den Test eines Fahrdienstes mit selbstfahrenden Chrysler Pacifica Minivans.

Das jetzt veröffentlichte Patent beschreibt, wie autonome Fahrzeuge mit Ride-Hailing Apps verknüpft werden und wie die Nutzer gefunden werden. Das Patent beschreibt eine Lösung für die Vermittlung eines Abholorts zwischen Auto und Nutzer unter erschwerten Bedingungen. Wie können sich Auto und Fahrgast treffen, wenn das Fahrzeug nicht unter sicheren und präzisen Umständen zum Fahrgast navigieren kann. Sollten Google und Waymo den geplanten Fahrservice weiter ausbauen, würden sie in den direkten Wettbewerb zu Uber und Lyft einsteigen.

Das Patent von Amazon beschreibt hingegen eine Möglichkeit, wie autonome Fahrzeuge mit Fahrspuren zurechtkommen, auf denen sich je nach Verkehrsaufkommen die Fahrtrichtung ändert. Ohne entsprechende Erkennung stellen die dynamischen Fahrrichtungswechsel eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer dar. Bleibt die Frage, wie weit sich Amazon mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen beschäftigt hat. Für Amazon wird es primär von Interesse sein, selbstfahrende Fahrzeuge für die Auslieferungen der Bestellungen einzusetzen. Amazon treibt jetzt schon seine Vision voran, immer größere Teile der Logistik für die Auslieferung der eigenen Bestellungen zu übernehmen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten die von Amazon entwickelten Technologien in selbstfahrenden Autos eingesetzt werden.

Auch in diesem Bereich würde Amazon mit Uber konkurrieren, das mit der Übernahme Otto selbstfahrende LKWs entwickelt und mit Uber Freight in die Digitalisierung der Frachtvermittlung eingestiegen ist.

Bild: Nic Redhead (bestimmte Rechte vorbehalten)

Nächste Coup: Ex-Google-Suchmaschinenchef Singhal geht zu Uber

Der Ridesharing Dienst hat bekanntgegeben, dass der Google Veteran Amit Singhal als weiterer Experte von einem Einstieg bei Uber überzeugt werden konnte. Amit Singhal hat entscheidend zum Erfolg von Google beigetragen und dort für das wichtigste Produkt, die Google Suche verantwortet. Er hat die Web Suche beschleunigt, was sich zum Wettbewerbsvorteil für Google entwickelt hat.

In den letzten Monaten hat Singhal eine Pause eingelegt, davor war er 15 Jahre bei Google tätige und dort die Suche verantwortet und weiterentwickelt. Bei Uber wird der erfahrene Manager als VP Engineering einsteigen, direkt and den CEO Travis Kalanick berichten und die Software und Infrastruktur des Ridesharing Dienstes verantworten. Hinzu kommt die Verantwortung für die Abteilung, die die Kartendienste für den Service und die autonomen Fahrzeuge entwickelt. Anthony Levandowski, der die Abteilung der autonomen Fahrzeuge leitet, bekommt mit Singhal einen weiteren Berater. Außerdem wird der frühere Google Manager für den Bereich zuständig sein, der Marketing, Preisgestaltung und Dispatching der Fahrzeuge verantwortet.

Der Google Veteran schließt sich dem Ride Hailing Dienst an, da ihn die Herausforderung motiviert. Die Herausforderung, ein IT System zu entwicklen, das wirtschaftlich sinnvoll Fahrer und Beifahrer unter komplexen Bedingungen verbindet, sieht er als anspruchsvollste Herausforderung an, die er in den letzten 30 Jahren gesehen hat. Schon die Verknüpfung von Millionen Fahrern und Beifahrern in Echtzeit während die optimale Route für den Fahre berechnet wird, ist eine komplexe Herausforderung. Die Komplexität steigt, wenn zusätzlich Echtzeit Verkehrsdaten, Pooling-Aspekte und die wirtschaftliche Attraktivität für alle Beteiligten in Betracht gezogen werden.

Mit der Verpflichtung von Singhal ist dem Fahrdienst ein weiterer Coup gelungen. Uber und Google befinden sich im Wettbewerb bei der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. In der Vergangenheit konnte Uber schon weitere Experten von Google abwerben. Der Kartenexperte Brian McClendon ist zu dem Unternemen gewechselt, ebenso der bereits erwähnte Anthony Levandowski, der auch schon bei Google an autonomen Fahrzeugen gearbeitet hat.

Die Konkurrenz von Google und Uber hat sich in den letzten Jahre erst entwickelt. Über den Venture-Arm Google Ventures ist Google sogar an Uber beteiligt, das Unternehmen war der erste Fahrdienst, der bei Google Maps integriert wurde. Seit dem klar ist, dass Uber und Google autonome Fahrzeuge entwickeln, haben sich die Unternehmen auseinander bewegt. In Kalifornien testet Google sogar schon einen Fahrservice, der dem von Uber ähnlich ist und der Konzerntochter Waymo werden ebenfalls Ambitionen für einen Ridesharing Dienst nachgesagt.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

Waymo will Systeme für autonome Fahrzeuge verkaufen

Es ist noch nicht so lange her, dass Google seine Abteilung für selbstfahrende Autos unter dem Namen Waymo ausgegliedert hat. Langfristig gesehen dürfte such Waymo zu einem der wichtigsten Player in der Automobilindustrie der Zukunft entwickeln.
Auf der North American International Autoshow in Detroit hat Waymo Chef John Krafcik verkündet, dass das Unternehmen ein Set an Software, Sensoren und Computersystemen komplett intern entwickelt und produziert hat. Diese Set soll von Herstellern eingesetzt werden, um Autos mit autonomen Fahreigenschaften zu versehen. Die Google Tochter Waymo will langfristig den menschlichen Fahrer komplett ersetzen.

Wie schon berichtet, sind die Chrysler Pacifica Fahrzeuge die ersten Modelle, die mit dem Set von Waymo ausgestattet wurden. Alle Sensoren dieser Fahrzeuge wurden komplett von Waymo intern entwickelt und produziert. Die Fahrzeuge sind mit der Ausstattung in der Lage, voll autonome zu fahren.

Wichtiger Bestandteil des Kits für autonomes Fahren sind die LiDAR Sensoren, die die Fahrzeugumgebung fortlaufend scannen und überwachen. Die aktuelle Version des Kits beinhaltet drei unterschiedliche LiDAR Sensoren. Der Unterschied liegt in dem Überwachungsradius. Ein LiDAR Sensor überwacht die direkte Fahrzeugumgebung, des weiteren sind zwei Sensoren für die mittlere Umgebung und Ferne verbaut. Mit der Eigenentwicklung war auch eine erhebliche Kostenreduktion möglich. Die Kosten konnten laut eigenen Angaben um 90% im Vergleich zu den bisher verwendeten Sensoren gesenkt werden. Die Kosten dieser Sensoren lagen teilweise über 75.000 US$. Bisher wurden mehr als 3 Mio. Testkilometer mit den selbstfahrenden Prototypen abgespult, die dabei gesammelten Erfahrungen sind in die Entwicklung der Hard- und Software mit eingeflossen. Die Sensoren sind zum Beispiel besser für die Vibrationen und extremen Temperaturbedingungen ausgelegt.

Neben den LiDAR Sensoren wurden auch eigene Radar- und Kamerasensoren entwickelt, die in der Lage sind, Objekte auch bei schwierigen Lichtverhältnissen zu erkennen. Die hochauflösenden Kamerasensoren sollen in der Lage sein, kleiner Hindernisse in der Ferne zu identifizieren. Das Radarsystem ist für eine 360 Grad Überwachung ausgelegt und soll vor allem langsame Objekte, wie Fahrradfahrer und Fußgänger erkennen.

Um einem Auto autonome Eigenschaften zu verleihen, ist ein Zusammenspiel aller Sensoren notwendig. Die Daten der Sensoren müssen von einer entsprechenden Software und Rechenpower verarbeitet werden. Auch dafür hat Waymo seine eigenen Systeme entwickelt, die über genügend Rechenpower verfügen. Außerdem verfügen die Computersysteme über Machine Learning Mechanismen und Eigenschaften der künstlichen Intelligenz. Diese hochspezialisierten und leistungsfähigen Systeme können die Daten verarbeiten und ermöglichen somit die autonome Navigation der Fahrzeuge.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Chris Urmson, Kopf hinter Google Car, entwickelt eigenes autonomes Fahrzeug

Google scheint seine Ausrichtung bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos zu verändern. Anstatt eines kompletten Fahrzeugs sollen nur noch Komponenten entwickelt werden, die von anderen Herstellern verbaut werden können. In der letzten Woche wurde das ganze Vorhaben unter der neuen Marke Waymo ausgegliedert. Auch bei den Mitarbeitern gibt es Veränderungen. Chris Urmson, der Kopf hinter dem selbstfahrenden Google Auto ist schon im August gegangen.

Urmson treibende Kraft hinter Google Fahrzeug

Mit vorangetrieben wurde das Projekt für die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen bei Google X von Anfang an von Chris Urmson. Er gilt als einer der führenden Experten für die Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Im August diesen Jahres hat Urmson Google verlassen, um neuen Aktivitäten nachzugehen. Jetzt wird bekannt, dass er ein eigenes Unternehmen gegründet hat, das sich mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen beschäftigt.

Technologien für selbstfahrende Autos

Bisher ist noch wenig über das Startup bekannt, Anfang des kommenden Jahres soll mehr darüber veröffentlicht werden. So wie es aussieht, will das Unternehmen keine kompletten Fahrzeuge entwickeln. Der Fokus soll auf der Entwicklung von Komponenten liegen, die für autonome Fahrzeuge benötigt werden. Das Paket an Software, Hardware und Datenauswertung kann an Autohersteller verkauft werden.

Apple mit ähnlicher Strategie

Eine ähnliche Strategie verfolgen Google und Apple. Das Startup Cruise hat ebenfalls Komponenten für autonome Fahrzeuge entwickelt und wurde für ca. eine Milliarde US$ von General Motors aufgekauft. Ein weitere ehemaliger Google Mitarbeiter hat das Unternehmen Otto gegründet. Otto hat sich mit der Entwicklung von autonomen Lastwagen befasst und wurde im August von Uber übernommen.

Urmson soll mit weiteren Experten und Ingenieure Uber, Apple und Tesla gesprochen haben, um sie von dem Projekt zu überzeugen und um ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen. Externe Finanzierung wurde bisher anscheinend noch nicht eingesammelt. Bei der erfolgreichen Vita von Chris Urmson dürfte das aber kein Problem sein, eine höhere Runde erfolgreich abzuschließen.

Bild: Jean-Pierre Dalbéra (bestimmte Rechte vorbehalten)

Selbstfahrende Autos: Honda will mit Waymo von Google zusammenarbeiten

Anfang des Monats hat Google angekündigt, dass die Aktivitäten rund um selbstfahrende Autos in die Tochtermarke Waymo ausgegliedert werden. Bei der Ankündigung wurden auch weitere Details über die Kooperation mit Fiat Chrysler bekanntgegeben. Fiat Chrysler ist der erste Autobauer, der die Technologie für autonome Autos von Google verbaut. Wie jetzt bekannt wurde, ist Fiat Chrysler nicht der einzige Autokonzern, der mit Waymo von Google zusammenarbeitet. Der japanische Autobauer Honda befindet sich in Gesprächen mit Waymo, um Honda Fahrzeuge mit den Komponenten für selbstfahrende Autos auszustatten. Fiat Chrysler und Google haben bereits im May ihre Kooperation bekanntgegeben.

In der Automobilindustrie zeichnen sich zur Zeit zwei Trends ab. Einige Automobilhersteller wie Ford und General Motors entwickeln die Technologien für selbstfahrende Autos intern und tragen auch die Kosten für die Entwicklung. General Motors hat auch bereits fast eine Milliarde für die Übernahme von Cruise ausgegeben. Eine andere Gruppe von Autokonzernen, darunter Fiat Chrylser, Honda oder BMW gehen Kooperationen mit Zulieferern und Technologieunternehmen ein, um sich die Kosten für die Entwicklung zu teilen.

Die Kooperationen dürften den Autokonzernen auch dabei helfen, die Innovationen rund um das autonome Fahren schneller zur Marktreife zu entwickeln. Google beschäftigt sich schon mit Hochdruck seit mehreren Jahren mit dem Thema voll-autonome Fahrzeuge und zählt zu einem der Anbieter mit dem besten Fachwissen. Durch die Kooperation erhalten die Konzerne einen Einblick in eine der besten Lösungen, die ständig weiterentwickelt wird.

Der japanische Automobilkonzern hat sich in der Vergangenheit schon mit der Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge beschäftigt und wird auch in Zukunft eigene Entwicklungsprojekte rund um das Thema vorantreiben. Im Jahr 2020 will der Konzern teilautonome Fahrzeuge auf den Markt bringen, bei denen aber immer noch ein Fahrer hinter dem Steuer sitzen muss.

Die Kooperation zwischen Honda und Waymo wird zunähst ähnlich aussehen, wie zwischen Fiat und Waymo. Honda wird Fahrzeuge zur Verfügung stellen, die mit der Software und Hardware von dem Google Unternehmen ausgestattet werden. Zu einem späteren Zeitpunkt werden Honda- und Waymo-Ingenieure und Experten enger zusammenarbeiten.

Honda hat sich zuletzt auch in den Bereich der Fahrdienste vorgewagt. Mit einem strategischen Investment hat sich der Automobilkonzern an der Mitfahrplattform Grab beteiligt. In einem ersten Schritt sollen Fahrer mit günstigen Angeboten für Motorräder und Autos versorgt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt könnte Honda das Netzwerk von Grab auch für Aktivitäten rund um selbstfahrende Autos nutzen.

Bild: Honda (alle Rechte vorbehalten)

Das ist der selbstfahrende Minivan Chrysler Pacifica von Waymo

In der letzten Woche hat Google verkündet, dass das Projekt rund um die Technologien für selbstfahrende Autos ausgegliedert wird. In dem Tochterunternehmen Waymo werden alle Aktivitäten rund um selbstfahrende Fahrzeuge angesiedelt. Gestern hat Waymo CEO John Krafcik weitere Details und Bilder über die 100 selbstfahrenden Chrysler Pacifica Minivans veröffentlicht. Die Fahrzeuge sind mit der Technologie von Waymo ausgestattet, darunter leistungsfähige Rechner, Sensoren, Software und Telematik.

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Die Fahrzeuge werden zur Flotte der selbstfahrenden Autos von Waymo hinzugefügt. um weitere Testkilometer auf öffentlichen Straßen im kommenden Jahr zu sammeln. Mit den Chrysler Vans will das Unternehmen die Bedürfnisse von unterschiedlichen Zielgruppen testen. Bisher wurden einige Minivans unter extremen Bedingungen auf einer Teststrecke getestet.

Bisher hat Google handelsübliche Fahrzeuge mit den Technologien nachträglich ausgestattet und damit bereits mehr als zwei Millionen Testkilometer abgespult. Bei den präsentierten Fahrzeugen sind die Komponenten in die Fahrzeugarchitektur integriert.

Vor etwa sechs Monaten haben Fiat Chrysler und Google angekündigt, dass beide Unternehmen gemeinsam an autonomen Fahrzeugen und den benötigten Technologien arbeiten. In enger Partnerschaft wurden diese 100 Fahrzeuge von gemeinsamen Teams in Michigan und Arizona entwickelt.

Als Basis für die autonomen Fahrzeuge wurden Chrysler Pacifica Minivans genutzt, die auch von jedem Kunden gekauft werden können. Von den Entwicklerteams wurden Veränderungen an der Fahrzeugelektronik, dem Antriebsstrang und and der Karosserie vorgenommen. Diese Änderungen waren notwendig, damit die Technologie von Waymo ideal verbaut werden kann. Das Ergebnis ist ein selbstfahrendes Auto, das in nur sechs Monaten entstanden ist und ein stimmiges und integrales Design aufweist.

In der letzten Woche wurde auch darüber berichtet, dass Waymo wohlmöglich mit teilautonomen Fiat Chrysler Fahrzeugen einen Ridesharng Dienst a la Uber oder Lyft starten könnte. Dieser Fahrservice könnte Anfang des kommenden Jahres starten. Für einen flächendeckenden Betrieb sind aber mehr als die 100 produzierten Fahrzeuge nötig.

Wie auch schon Apple hat sich Google von der Produktion eines kompletten eigenen Fahrzeugs verabschiedet. Vielmehr liegt der Fokus auf den benötigten Komponenten, die Fahrzeugproduktion wird erfahrenen Autokonzernen überlassen.

Bilder: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Waymo: Google gliedert autonome Fahrzeuge aus – Rideshring mit Fiat Chrysler

Heute hat Google bekanntgegeben, dass der Bereich der selbstfahrenden Autos ausgegliedert wird. Dafür wird eine neue Einheit gegründet, die Waymo heißt. Laut Pressebericht plant Google einen Ridesharing Service mit Fiat Chrysler Fahrzeugen.

Bisher waren die Entwicklungsaktivitäten für die autonomen Fahrzeuge im Google X Lab angesiedelt. In den letzten Jahren wurden die Technologien für autonomes Fahren in Modellen unterschiedlicher Hersteller getestet. Für Aufmerksamkeit hat Google mit dem Prototyp eines selbstfahrenden Autos ohne Lenkrad und Pedale gesorgt.

Nun wird der Bereich in einen neuen Geschäftsbereich ausgegliedert. Waymo steht für “a new way forward in Mobility”. Geleitet wird der Bereich von John Krafcik, der zuvor das Geschäft von Hyundai in Nordamerika geleitet hat. Als unabhängige Unternehmen unter dem Alphabet-Dach, wird wahrscheinlich nicht mehr alles unter Verschluss gehalten. Über die nächsten Schritte, den Entwicklungsstand, zukünftige Partnerschaften oder Lizenzen wird mehr an die Öffentlichkeit geraten. Das wird spannend zu verfolgen sein.

Zuvor wurde klar, dass Google von dem Plan abstand genommen hat, ein komplettes Auto zu entwickeln. Damit folgt der Technologiekonzern dem Rivalen Apple. Apple hat in den letzten Monaten sein Project Titan neu ausgerichtet. Anstatt eines kompletten selbstfahrenden Autos, will Apple nur noch Systems entwickeln, die für autonome Autos benötigt werden. Waymo CEO Krafcik hat deutlich gemacht, dass das Unternehmen kein Autoproduzent ist, sondern ein Unternehmen, das Technologien für selbstfahrende Autos entwickelt. Waymo will keine besseren Fahrzeuge entwickeln, sondern bessere Fahrer.

Vor ein paar Monaten wurde bekannt, dass Google und Fiat Chrysler zusammenarbeiten und 100 Chrysler Pacifica mit der Technologie für autonomes Fahren von Google ausgestattet werden sollen. Jetzt erscheint die Partnerschaft in einem anderen Licht. Bis Ende 2017 soll ein Fahrservice mit den teilautonomen Chrysler Minivans gestartet werden. Zur Zeit werden die ersten 100 Fahrzeuge mit der neusten Version von Sensoren ausgestattet, danach sollen die Fahrzeuge auf der Straße getestet werden. Wir haben auch schon vor einiger Zeit darüber berichtet, dass Google einen Ridesharing-Dienst plant.

Für einen skalierbaren Fahrservice wird Google mehr Fahrzeuge benötigen. Fiat Chrysler ist ein Massenhersteller, deshalb dürfe ein Fahrzeugnachschub kein Problem sein, sofern die Ausstattung mit der Technologie für autonomes Fahren auch reibungslos funktioniert. Im Januar will Chrysler auch einen rein elektrischen Pacifica auf der Elektronikmesse CES vorstellen, der noch geeigneter für einen autonomen Ridesharing Service sein wird.

Automobilhersteller, Startups und Technologieunternehmen treiben die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen und den benötigten Technologien voran. In Fahrdiensten mit selbstfahrenden Autos sehen viele Experten die Zukunft des innerstädtischen Individualverkehrs. Uber testet seit Oktober aufgerüsteten Volvo SUVs, das Startup nuTonomy erprobt seine Prototypen in Singapur und Boston. General Motors hat sich an der Ridesharing Plattform Lyft beteiligt und Cruise übernommen. Gemeinsam werden autonome Fahrzeuge für einen Fahrdienst entwickelt. Ford, Daimler und BMW wollen bis 2021 die ersten Serienversionen auf dem Markt haben.

Bild: Waymo.com (alle Rechte vorbehalten)

Google startet Wettbewerb mit Uber: Eigener Mitfahrservice geplant

Google startet einen einen Mitfahrservice und tritt somit in Konkurrenz zum der Fahrdienst Uber. Früher haben beide Unternehmen eng zusammengearbeitet und Google ist sogar an Uber beteiligt. Der Mitfarservice startet in der Umgebung um San Francisco und soll die täglichen Pendler ansprechen.

Bereits im Mai diesen Jahres hat Google über das Tochterunternehmen Waze den Mitfahrservice testweise gestartet. Mitarbeiter bestimmter Unternehmen, darunter Google, Adobe und Walmart, konnten den Service testen. Die Testphase scheint bald beendet zu sein, im Herbst diesen Jahres soll der Service für alle Waze-Nutzer geöffnet werden. Waze ist mit einer Navi-App gestartet, die die Routen basierend auf Nutzerdaten in Echtzeit anpasst. Im Jahr 2013 wurde das israelische Startup für einen Milliardenbetrag von Google übernommen.

Richtiger Ridesharing Service

Der Mitfahrservice von Waze ähnelt dem Modell von flinc oder EasyPendler. Waze will Fahrer und Mitfahrer miteinander verbinden, die sowieso schon in die gleiche Richtung unterwegs sind. Der Fahrer fährt dabei die Strecke, weil er auch das Ziel erreichen musst und nicht weil er mit den Fahrten Geld verdienen muss. Ein Ähnliches Prinzip findet auch bei den Mitfahrzentralen für Langstrecken, wie zum Beispiel BlaBlaCar Anwendung. Die Fahrdienste wie Uber und Lyft setzten im Gegensatz dazu auf Fahrer, die nach dem Taxi-Prinzip unterwegs sind. Das heißt, sie halten sich bewusst bereit, um Aufträge zu bekommen, um damit Geld zu verdienen.

Betriebskosten werden gedeckt

Die Preise bei Waze sollen bewusst niedrig gehalten werden, um Fahrern nicht dazu zu motivieren, sich extra bereit zuhalten. Während der Testphase mussten die Nutzer nur 54 US$-Cents pro Meile bezahlen, das entspricht ca. 30 Euro Cent pro Kilometer. Damit fallen auf die Einnahen keine Steuern an, da es sich dabei um einen Betrag handelt, mit dem ausschließlich die Betriebskosten der Fahrt bezahlt werden.

Wettbewerb zwischen Google und Uber steigt

Mit dem Vorstoß von Google in den Fahrdienstbereich wird das Unternehmen zu einem Konkurrenten von Uber. Einst haben die beiden Unternehmen eng zusammen gearbeitet, im Jahr 2013 hat sich Google sogar mit 258 Mio. US$ an Uber beteiligt und dürften immer noch zu einem der größten Anteilseigner von Uber zählen. Auch das Ausscheiden von David Drummond aus dem Uber Aufsichtsrat ist ein Zeichen, dass die beiden Unternehmen immer mehr im Konkurrenzkampf zueinander stehen. Drummond ist einer der führenden Angestellten von Alphabet, dem Mutterunternehmen von Google.

Selbstfahrende Autos von Uber und Google

Sowohl Uber als auch Google entwickeln selbstfahrende Autos, die später einmal auf Fahrdienst-Plattformen zum Einsatz kommen sollen. Seit beginn hat Uber auf die Google Maps Technologie gesetzt, mittlerweile entwickelt das Unternehmen seine eigene Kartentechnik. Jetzt scheinen die beiden Unternehmen auf im Fahrdienstbereich im Wettbewerb zueinander zu stehen.

Der Fahrdienst von Waze wird bestimmt nicht der einzige Vorstoß von Uber im Mobilitäts- und Transportbereich sein. Wahrscheinlich ist, dass auf der Plattform auch der Einsatz von autonomen Fahrzeugen für unterschiedliche Zwecke getestet wird. Auf dem Weg zum Erfolg müssen Google und Waze noch eine Hürden überwinden und Erfahrung mit dem operativen Betrieb sammeln.

Bild: Waze (alle Rechte vorbehalten)

Google, Ford und Uber starten Bündnis für selbstfahrende Autos

Google, Ford, Ridesharing Dienst Uber und zwei weitere Unternehmen starten eine Arbeitsgruppe, um schneller gesetzliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von autonomen Fahrzeugen zu schaffen.

Bei den beiden weiteren Unternehmen in der Arbeitsgruppe für sichere Straßen handelt es sich um Volvo und Lyft. Deutsch Automobilhersteller und Mobilitätsanbieter sind bisher nicht vertreten. Die Gruppe will mit Gesetzgebern, regulierenden Behörden und der Öffentlichkeit zusammenarbeiten, um die gesellschaftlichen Vorteile und Sicherheitsaspekte von selbstfahrenden Fahrzeugen zu realisieren.

Angeführt wird die Gruppe von David Strickland. David Strickland war zuvor eine leitender Angestellter der U.S. National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA). Diese Organisation ist für das Verfassen der Straßenverkehrsregeln für selbstfahrende Autos in den USA zuständig. Strickland hat zuvor auch Google im Bezug auf selbstfahrende Autos beraten. Gemeinsam sollen Regeln geschaffen, die einen sicheren gemischten Verkehr von selbstfahrenden Fahrzeugen und Autos mit Fahrer gewährleisten sollen.

Einheitliche Regelung für selbstfahrende Fahrzeuge

Bisher existieren keine einheitlichen Regelungen in den USA für autonome Fahrzeuge. Die Tests der Automobilhersteller und Technologiekonzerne in den USA sind nur möglich, da Sondergenehmigungen erteilt wurden. In Deutschland sieht es ähnlich aus. Ziel ist es auch, dass ein Regelwerk geschaffen wird, das einheitlich in allen amerikanischen Bundesstaaten angewendet wird.

Mit der Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen befassen sich eine Reihe von Autoherstellern. Auch deutsche Automobilhersteller wollen so schnell es geht autonome Fahrzeuge auf den Markt bringen. Allen voran ist Daimler vorne mit dabei. Konkurrent BMW versucht hingegen so schnell es geht den Entwicklungsvorsprung von Daimler aufzuholen.

Alle Partner des Bündnisses entwickeln autonome Fahrzeuge. Google hat mit seinem selbstfahrenden Fahrzeug für Aufsehen gesorgt, sucht seit dem aber nach Industriepartnern, die die Produktion übernehmen. Ford bemüht sich auch, autonome Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Die Ridesharing Unternehmen entwickeln entweder in Eigenregie selbstfahrende Autos (Uber) oder in Zusammenarbeit mit dem Automobilkonzern GM (Lyft). Für die Ridesharing Dienste würde der Einsatz von selbstfahrenden Autos einen enormen Kostenvorteil bedeuten, da keine Fahrer bezahlt werden müssten.

Google integriert MyTaxi in Google Maps

 

Google hat heute sein Google Maps Smartphone App geupdated. Ab sofort werden die voraussichtlichen Fahrpreise für 5 weitere Taxi- und Mitfahrdienste angezeigt. Für Deutschland und Spanien wird mytaxi integriert, Ola Cabs für Indien, Hailo und Gett für Großbritannien und 99Taxis für Brasilien. Zuerst werden die neuen Fahrpreise in der Android App zu sehen sein, später dann in der iOS Version.

Im May 2014 hat Google damit begonnen, dass die Uber Fahrpreise und Fahrtdauer für die gesuchte Strecke in der Google Maps App angezeigt wurden. Von Google Maps Nutzern scheint das Angebot gut angenommen worden zu sein, ansonsten würde Google das Angebot jetzt nicht erweitern.

Google wird die neuen Angebote in einem separaten “Taxi” Tab aggregieren, das neben den bestehenden Möglichkeiten für Navigation mit dem Auto, mit dem Fahrrad, mit öffentlichen Nahverkehr oder zu Fuß angezeigt wird. Voraussetzung ist, dass eine der weiter oben genannten Apps installiert ist. Sobald man auf das neue Tab drückt, werden einem der Fahrpreis und die errechnete Ankunftszeit angezeigt. Sobald man sich für einen Service entscheidet, wird die entsprechende App geöffnet und der Fahrservice kann gebucht werden. Die Fahrdienste werden in der neuen App auch tiefer integriert, so dass auch die unterschiedlichen Fahrzeugklassen angezeigt werden.

Google geht davon aus, dass die Nutzer so länger in der Google Maps App bleiben und nicht mehrere Apps öffnen, um nach der besten Möglichkeit zu suchen, wie sie von A nach B kommen. Im Moment sieht es nicht so aus, als müssten die Fahrtdienstvermittler dafür bezahlen, dass sie bei Google gelistet werden. Es ist davon auszugehen, dass sich das in Zukunft ändern wird.

Bild: Critical Mass von Alper Çuğun (bestimmte Rechte vorbehalten)