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Auszeichnung für Mobility Unternehmen: Deutscher Mobilitätspreis und GENIUS Award

In dem kommenden Monaten werden zwei Wettbewerber veranstaltet, die für Mobility Startups und Unternehmen interessant sind. Das Handelsblatt organisiert zusammen mit der Agentur zet:project den GENIUS – Germany’s New Mobility & Connectivity Award. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) veranstaltet zusammen mit der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ den Deutschen Mobilitätspreis 2018.

GENIUS Award von Handelsblatt und zet:project

Bei GENIUS werden die besten Lösungen aus den Bereichen Elektromobilität, erneuerbare Energieen, 5G-Netze, Apps und künstliche Intelligenz gesucht. Der Wettbewerb sucht Lösungen und Ideen mit hoher Innovationskraft, die entweder kurz vor der Serienreife stehen oder bereits auf dem Markt sind. Teilnehmen können internationale Startups, Mittelständler und auch Großunternehmen, die Bewerbungsfrist läuft bis zum 17. Juni 2018. Insgesamt werden Priese in drei Kategorien vergeben. Die Kategorie Inspiring Innovation ist dabei für Mobiltätsanbieter interessant, hier werden Produkte prämiert, die für einen echten Fortschritt im Bereich der Mobilität stehen.

Deutscher Mobilitätspreis von BMVI

Der Deutsche Mobilitätspreis läuft unter dem Motto “Intelligent unterwegs – Innovationen für eine nachhaltige Mobilität“. Insgesamt werden zehn Best-Practice Projekte gesucht, die das Potential dazu haben, dass Verkehr und Logistik nachhaltiger werden. Im diesem Jahre werden Ideen und Projekte gesucht, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Mobilität zukünftig noch effizienter, sauberer und nachhaltiger werden kann. Das können mobile Sharing Angebote, vernetzte Fahrzeuge oder digitale Ticketing Lösungen sein. Der Teilnehmerkreis ist offener gestaltet, als bei dem GENIUS Award. Bewerben können sich Unternehmen, Start-ups, Städte und Gemeinden, Universitäten, Forschungsinstitutionen und andere Organisationen mit Sitz in Deutschland. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 28. Mai 2018.

Sieger werden im Herbst gekürt

Bei beiden Wettbewerben werden die Sieger im Herbst 2018 geehrt. Auf ein Preisgeld wird in beiden Wettbewerben verzichtet. Durch die Auszeichnung winkt den Preisträgern in beiden Wettbewerben die bundesweite Aufmerksamkeit und der Zugang zu wertvollen Kontakten zu hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien.

Bild: Deutscher Mobilitätspreis / Land der Ideen Management GmbH

Konferenz Rückblick: Transformation der Automobilindustrie

Anfang Dezember fand in Frankfurt die Konferenz „Transformation der Automobilindustrie“ statt, organisiert vom Handelsblatt Verlag.

Grundsätzlich ging es bei der Veranstaltung darum, wie Zulieferer und Automobilhersteller die Digitalisierung und Transformation schaffen können. Die vier Trends Connectivity, Elektrifizierung, Shared Mobility und autonomes Fahren werden die Branche umkrempeln.

Hochkarätige Redner waren vor Ort. Von Volkswagen, Google und anderen Rednern kam Input, wie das Unternehmen aufgestellt sein soll, um Innovationen hervorzubringen. Google wird die Kultur tatsächlich leben, bei Volkswagen wird das nicht mehr als ein Lippenbekenntnis sein. Rechtsanwälte und Insolvenzverwalter haben einen Einblick in die Risiken und Optionen bei einer Restrukturierungen bzw. Insolvenz dargelegt. Vertreter von der IG Metall haben die Arbeitnehmer vertreten. Praxisberichte von Startups und mutigen Zulieferern rundeten die gelungene Konferenz ab.

Was diskutiert wurde

Grundsätzlich haben sich die Diskussionen und Beiträge um folgende Bereiche bewegt.

  1. Den meisten Unternehmen im Automotive Bereich geht es im Moment so gut, dass sie die Digitalisierung ignorieren. Die Auftragsbücher sind voll und die Beschäftigten sind mit Mehrarbeit gut ausgelastet. Trotzdem sollten etwa 30 Prozent der Gewinne in innovative Ideen oder sogenannten Moonshots investiert werden. Den Mitarbeitern müssen die Freiräume geschaffen werden, damit sie an neuen kundennahen Ideen arbeiten können.
  2. Das Thema Digitalisierung ist eine große Unbekannte, bei der das nötige Wissen in den meisten Unternehmen fehlt. Eigene Mitarbeiter werden nicht in den wichtigen Feldern weitergebildet. Die Unternehmenskultur lässt meistens keinen Raum für die Entwicklung von innovativen Ideen. Externe Kandidaten, die einen Lebenslauf mit einigen Stationen in Startups und so auch wertvolles Wissen haben, werden erst garnicht zum Interview eingeladen. Die Kreativität, um Digitalisierungs-Experten aus den Hot-Spots wie Berlin in die Provinz zu locken, fehlt.
  3. Deutsche Unternehmen im Automotive-Bereich sind die Getriebenen. Die disruptiven Mobility Ideen werden im Silicon Valley oder in Israel generiert und mit globalen Ambitionen umgesetzt. Deutsche Unternehmen aus der Automobilindustrie haben früher die Impulse gesetzt, heute laufen sie eher hinterher.
  4. Deutsche Unternehmen denken bei neuen Geschäftsideen nicht global, sondern eher an den Binnenmarkt. Zusätzlich werden die neuen Ideen zu langsam ausgerollt oder weiterentwickelt. Viele Unternehmen entwickeln Einzellösungen am Kunden vorbei, anstatt Partnerschaften einzugehen.

Deutschland kann die Transformation der Automobilindustrie anführen

Das wir es besser können, haben wir bewiesen. Sonst wäre in Deutschland keine Automobilindustrie entstanden, die weltweit führend ist. Für alle weiter oben genannten Bereiche müssen Lösungen möglichst schnell gefunden werden, damit die Automobilindustrie auch noch die nächsten Jahre erfolgreich überlebt. Amerikanische oder asiatische Technologiekonzerne können als Inspiration genutzt werden,

Anwesend war eine Mischung aus unterschiedlichen Berufsgruppen. Zulieferer haben sich für Input interessiert, welche Stellhebel in Angriff genommen werden müssen, um die Transformation zu überstehen und mitzugestalten. Innovationsberater und Startups gaben einen Einblick in die Praxis.

Ein Heer an Anwälten, Beratern und Insolvenzverwaltern war ebenfalls unter den Teilnehmern und Rednern. Sie riechen schon das große Geschäft bei Restrukturierungen oder Abwicklungen von Unternehmen aus dem Automotive Bereich. So weit sollte es nicht kommen.

äBild: Handelsblatt/EuroForum (alle Rechte vorbehalten)