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Cargo Bikes für die letzte Meile

Die sogenannte Lieferung der “letzte Meile” beschreibt das Phänomen, Waren von einem zentralen Lagerplatz zum finalen Bestimmungsort auszuliefern. Der Warentransport wird nach wie vor dominant von Diesel betriebenen Lieferwagen ausgeführt. Die Konsequenz: enorme Verkehrs- und Emissionsüberlastungen in den Städten sowie zusätzliche Verengungen der Straßen durch das typische Parken der Lieferfahrzeuge in der zweiten Reihe. Die Verwendung von emissionsfreien Fahrzeugen zur Überbrückung der letzten Auslieferungsstrecke wird nicht nur als effizienter angesehen, sondern auch als wichtiger Baustein in der städtischen Gestaltung zur Reduktion des Emissionsvolumens.

Hermes und Velove als Vorreiter in Berlin

Verschiedene Unternehmen haben bereits den Fokus auf die alternative Form der Auslieferung gesetzt. So kooperiert das Logistikunternehmen Hermes mit dem Schwedischen Start-Up Velove, um sich dem Modell “Cargo Bike” für innerstädtische Lieferungen zu zuwenden. Unter dem Namen “MyHermes” sollen die Armadillo e-Cargobikes des schwedischen Herstellers im Testgebiet Berlin an den Start gehen. Aktuell ist der Projektbeginn für Juli 2018 geplant. Neben einer Zeiteinsparungen zielt Hermes auch auf eine wirtschaftliche Ersparnis ab, die durch den neuen Service hervorgerufen werden sollen. Letzteres gilt insbesondere für flache Stadtgebiete.

Cargo Bikes bieten viele Vorteile

In einem Interview stellt Velvoe CEO Johan Erlandson weitere Vorteile der Lastenräder vor:

Produktivität

Alle Daten, die uns bislang dazu vorliegen, zeigen, dass sich mit Lastenfahrrädern mindestens dieselbe Produktivität erzielen lässt […] Ein Lastenrad bietet häufig Vorteile: Es kann immer direkt am Zielort abgestellt werden, es bleibt nicht im Stau stecken und es kann mehr Abkürzungen nehmen […]

Stressreduktion

Zusteller, die von einem Lieferwagen auf ein Armadillo umsteigen, sind sehr zufrieden. Wir vermuten, dass das mit dem niedrigeren Stresslevel zu tun hat, denn zum einen ist das Fahren eines Lieferwagens im Straßenverkehr anstrengender als das Fahrradfahren auf dem Radweg und zum anderen ist das Fahrrad bei starkem Verkehrsaufkommen einfach produktiver. Sicherlich spielt auch eine Rolle, dass wir sehr viel Wert auf Fahreigenschaften und Ergonomie legen […]

Fest steht, die Popularität von Cargo Bikes nimmt zu, auch zu messen an den zunehmenden Subventionen, die insbesondere in den Ländern Frankreich und Deutschland geplant werden.   

 

Bild: Hermes (alle Rechte vorbehalten)

Hermes setzt auf Vans mit Elektro-Antrieb von Mercedes

Hermes und die Daimler Tochter Mercedes Benz haben eine strategische Kooperation vereinbart. In den kommenden Jahren sollen 1500 Elektrotransporter von Mercedes-Benz Vans die innerstädtischen Belieferungen mit in die Flotte aufgenommen werden.

1500 elektrifizierte Lieferwagen bis 2020

Im Rahmen der strategischen Partnerschaft sollen die batterie-elektrischen Fahrzeuge in einer Pilotphase ab 2018 in den Städten Stuttgart und Hamburg eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Alltagstauglichkeit von  emissionsfreien Lieferfahrzeugen auf der letzten Meile. Bis 2020 soll die Flotte auf 1500 Fahrzeuge anwachsen und die Zahl der Städte soll ausgeweitet werden. Zum Eisatz kommen Elektrotransporter der Vito und Sprinter Baureihen. Bis zum Jahr 2025 will Hermes Sendungen in den Innenstadtbereichen aller deutschen Großstädte komplett emissionsfrei zustellen. Für die Aufladung der Elektrofahrzeuge wird lediglich Strom aus zu 100 Prozent regenerativen Energiequellen eingesetzt. Der Strom wird komplett klimaneutral erzeugt und entsprechend dem Ökostromlabel „Grüner Strom“ der Umweltverbände zertifiziert.

Effizienz und Nachhaltigkeit soll erhöht werden

Hermes und Mercedes-Benz haben es sich als Ziel gesetzt, die Effizienz, Produktivität und Nachhaltigkeit in der Paketzustellung zu erhöhen. Auslöser sind dabei unter anderem der rasant wachsende Online-Handel und die damit verbundenen Herausforderungen für Kurier-Express-Paketdienstleister (KEP). Darüber hinaus sollen Ideen erarbeitet und umgesetzt werden, um die Servicequalität gegenüber den Kunden weiter zu erhöhen. Darüberhinaus sollen für den Anwendungsfall optimierte Systemlösungen entwickelt werden und ein Schwerpunkt auf Vernetzung gelegt wird. Anhand von Informationen über den Ladezustand und die mögliche Reichweite, soll Hermes eine optimierte Routenplanung ermöglicht werden.

Mercedes und Hermes sehen Zukunft in Lieferrobotern

In den kommenden Jahren will Mercedes seine Lieferfahrzeuge auch zur Basis für kleine Lieferroboter weiterentwickeln. Um das Ziel zu erreichen, hat sich Daimler an dem Roboter Startup Starship Technologies beteiligt. Starship befasst sich mit der Entwicklung von kleinen Lieferroboter, die autonome die Zustellung auf der letzten Meile erledigen sollen. Auch Hermes arbeitet mit Starship zusammen und ist eines der ersten Unternehmen, das die Roboter für Paketzustellungen in Deutschland testet. Auch das Leasing der Fahrzeuge und die kurzfristige Anmietung soll für die Vertragspartner von Hermes vereinfacht werden.

Auch Konkurrenz setzt auf Elektrotransporter

Auch Hermes Konkurrent DHL testet die Zustellung mit Elektrotransportern. DHL setzte dabei aber nicht auf die Kooperation mit einem großen Automobil- oder Nutzfahrzeugkonzern, sondern setzt auf eine eigene Entwicklung. Die DHL Tochter Streetscooter entwickelt und produziert kleine Elektrotransporter, die für die innerstädtische Zustellung auf der letzten Meile optimiert sind.

Bild: Hermes (alle Rechte vorbehalten)

Paketdienst Hermes stockt bei Liefery auf

Liefery bietet in vielen Deutschen Städten einen Same Day Delivery Service an und arbeitet mit online Shops, wie Amazon und Zalando zusammen. In einer weiteren Finanzierungsrunde erhält das Unternehmen weiteres Geld von Hermes Germany.

Hermes ist schon seit 2015 an Liefery beteiligt und möchte mit dem Investment weitere Wachstumsfelder jenseits des traditionell betriebenen Paketgeschäfts erschließen.

Hermes übernimmt Mehrheit an Liefery

Hermes wird durch die erneute Kapitalerhöhung Mehrheitseigentümer von Liefery, die Gründer bleiben weiterhin maßgeblich am Unternehmen beteiligt. Das Unternehmen soll von den Gründern eigenständig weitergeführt werden. Die Kooperation zwischen Liefery und Hermes soll in der Zukunft enger sein, um gemeinsam innovative Lösungen für die letzte Meile zu entwickeln. Die Höhe des Investments wurde nicht kommuniziert.

Umsatz im letzten Jahr start gestiegen

Liefery hat in den letzten Monaten ein rasantes Wachstum verzeichnet. Im Jahr 2016 konnte der Umsatz durch Paketzustellungen verzehnfacht werden. Ein Großteil dürfte von der Partnerschaft mit Amazon kommen. Außerdem arbeitet das Startup mit Shops wie Gravis, Depot oder Zalando zusammen. Immer mehr Online-Shops setzten auf Kurierdienste für Same Day Delivery oder Retoure, um den Kunden ein noch besseres Kauferlebnis zu ermöglichen.

Auch der Bereich Lieferung von Lebensmittel entwickelt sich gut und es konnte eine starke Position auf dem Markt erreicht werden. Das Startup soll pro Monat bereits mehr als 500.000 Sendungen insgesamt ausliefern. Ein Netzwerk an 3500 Kurieren ist in mehr als 60 Städten in Deutschland und Österreich aktiv.

Mit dem Investment will das Unternehmen die Software weiterentwickeln und verstärkt im Ausland aktiv werden. Vor allem die Technologieplattform, die Kuriere, Einzelhändler, Lager und Endkunden transparent vernetzt, soll weiter ausgebaut werden. Eine ausgereifte Technologielösung ist für das Unternehmen wichtig, um eine hohe Kundenzufriedenheit zu erzielen.

Shell investiert in Mitbewerber

Das erneute Investment von Hermes in Liefery ist nicht die einzige Neuigkeit aus dem Same Day Delivery Bereich. Tiramizo hat bekanntgeben, dass Shell Technology Ventures in den Spezialisten für taggleiche Lieferungen investiert hat. Die Französische GeoPost hat den Same Day Delivery Anbieter Stuart übernommen.

Bild: Liefery (alle Rechte vorbehalten)

Die Lieferroboter kommen – Mit Hermes und Metro

Demnächst wird es auf den Gehwegen in einigen europäischen Städten noch voller. Das Startup Starship Technologies aus Großbritannien hat verkündet, dass noch im Juli Lieferroboter in London und drei anderen europäischen unterwegs sein wird. In Deutschland soll der Roboter in Hamburg und Düsseldorf zum Einsatz kommen. Die Größe der Roboter ist überschaubar. Es können zwei volle Einkaufstüten im Laderaum untergebracht werden, für mehr ist nicht Platz. Die Ladung wird durch einen PIN geschützt, der dem Empfänger mitgeteilt wird.

Lieferung von Essen per Roboter

Die kleinen autonomen Fahrzeuge verfügen über sechs Räder und sind so ausgelegt, dass auch Steigungen und Hindernisse wie Bordsteinkanten überwindet werden können. Die Roboter sollen für die Lieferung auf der Letzten Meile eingesetzt werden. Das heißt für Sendungen die zwischen dem letzten Hub und der Haustür des Kunden transportiert werden müssen. Der Essenlieferservice Just Eat wird einer der ersten Kunden von Starship sein. Bald werden also Pizzen und Sushi per Roboter zugestellt. Neben Just Eat wird auch der Essenlieferservice Pronto zu den ersten Kunden gehören. Die Fahrradkuriere und Kurierfahrer mit Roller sollen durch die Roboter ersetzt werden. In Deutschland gehören der Paketdienst Hermes und die Metro-Gruppe zu den Kunden.

Kostenreduktion durch Roboter

Im Moment kostet die Zustellung eines Pakets in London ca. 13 Euro. Das Ziel von Starship ist es, diese Kosten auf unter zwei Euro pro Paketzustellung zu drücken. Bisher wurde eine geringe Anzahl an Robotern produziert, bis ende des Jahres sollen es etwa 1000 produzierte Fahrzeuge sein. Die Kosten pro Roboter sind nicht öffentlich kommuniziert worden.

Der Businessplan des Unternehmens sieht vor, dass die Kunden für die Nutzung eine monatliche Gebühr bezahlen. Diese Gebühr beinhaltet den Transportservice und am Anfang auch einen Piloten, der die Steuerung übernimmt. Langfristiges Ziel ist, dass die Lieferroboter voll autonom durch die Stadt fahren. Am Anfang wird aber immer ein Disponent notwendig sein, der die Fahrzeuge aus der Ferne überwacht. Für die Umfeldüberwachung der Fahrzeuge stehen dem Piloten neun Kameras zur Verfügung. Über Lautsprecher und Mikrofon kann auch mit den Kunden kommuniziert werden. Bis zu 100 Roboter sollen von einem Piloten gleichzeitig überwacht werden können. Mit der Zeit lernen die Roboter die besten Fahrrouten und werden immer autonomer. Die Lieferroboter kommunizieren untereinander um von einander die besten Routen zu lernen. Mit den Kamera können auch potentielle Diebe abgeschreckt und im Notfall überführt werden. Sollte jemand versuchen, in den Laderaum einzubrechen, wird automatisch die Polizei verständig.

Lieferroboter statt Drone

Das Startup beschäftigt aktuell 55 Angestellte und wurde von den Skype-Gründern Ahti Heinla und Janus Friis ins Leben gerufen. Das Startup wurde im Jahr 2014 gestartet und in den letzten neun Monaten hatten 400.000 Passanten Kontakt mit den Robotern, ohne dass es zu einem Unfall während der Testphase gekommen ist. Zwei drittel der Passanten ignorierten die Roboter nachdem sie diese kurz wahrgenommen hatten, der Rest hat mit Begeisterung darauf reagiert. Die Startups Dispatch und Sidewalk entwickeln ebenfalls autonome Lieferfahrzeuge, die bald unser Straßenbild verändern können. Amazon hat vor ca. zwei Jahren für Aufsehen gesorgt, als Verkündet wurde, dass Dronen für die Lieferung auf der Letzten Meile eingesetzt werden sollen. Strengere Richtlinien für den Betrieb von Lieferdrohnen haben dieses Vorhaben aber stark abgebremst. Für den Betrieb von Roboter gibt es weniger strenge Regeln, außerdem sind die Anschaffungs- und Betriebskosten wesentlich niedriger.  Mal sehen, wann sich Amazon auch für die kleinen Lieferroboter interessiert.

Bild: Starship (alle Rechte vorbehalten)

Same-Day Delivery Kurznachrichten: Hermes steigt bei Liefery ein, Delivery Hero liefert gehobene Küche

Kurznachrichten: Hermes, die Versandtochter der Otto Group investiert in das Same-Day Delivery Startup Liefery. Delivery Hero startet eine Bestellplattform für gehobene Küche. Die Rocket Internet Beteiligung Shopwings wird in Deutschland eingestellt.

Hermes steigt in den Same-Day Delivery Markt ein

Der Hamburger Logistik Konzern  beteiligt sich an dem Same-Day Delivery Startup Liefery aus Frankfurt. Liefery wurde erst vor kurzem von dem Managementteam aus der Lufthansa-Tochter times:matters heraus gekauft.  Die Hermes Logistik Gruppe übernimmt 28.5 % der Anteile. Liefery kooperiert mit 2.500 Kurieren in über 50 deutschen Städten. Mit dem Same-Day Delivery Angebot sollen vor allem Händler angesprochen werden. Gewerbliche Kunden können den taggleichen Zustellservice als weitere Lieferoption nutzen. Laut Hermes steigt die Nachfrage für taggleiche Lieferungen, vor allem in den Bereichen Technik, Sport oder Frischeartikel. Bisher wurden über Liefery mehr als 100.000 Sendungen zugestellt. Das Unternehmen kooperiert unter anderem mit SportScheck oder myMüsli. Der Hermes Wettbewerber DPD stieg im letzten Jahr bei dem Münchner Same-Day Delivery Startup Tiramizoo ein.

Delivery Hero startet separate Plattform für gehobene Küche

Der Berliner Lieferdienst Delivery Hero startet einen separaten Lieferdienst für gehobene Küche. Die neue Plattform wird unter der Marke Urban Taste firmieren. Bisher hat Delivery Hero die Gerichte gehobener Restaurants auf der Delivery Hero bzw. Lieferheld Plattform angeboten. Bleibt abzuwarten, ob das weiterhin der Fall sein wird, oder ob die gehobenen Restaurants alle auf die neue Plattform Urban Taste wandern. Da die gehobenen Restaurants keine eigene Zustell-Flotte betrieben, erfolgt die Auslieferung der Gerichte über den Dienst Food Express. Food Express betreibt ein Netzwerk mit eigenen Fahrern. Bei Food Express ist Delivery Hero Anfang diesen Jahres eingestiegen.

Delivery Hero ist mit dem neuen Service nicht der einzige Anbieter auf dem Markt. Das britische Startup Deliveroo ist mit einem identischen Service in einigen deutschen Städten am Start. Aus dem Hause Rocket Internet ist das Unternehmen Foodora mit einem gleichen Geschäftsmodell unterwegs. Wir hatten damals als erstes berichtet, dass Rocket Internet bei Foodora einsteigt. Rocket Internet gehören auch 30 % von Delivery Hero. Auch das  Startup Take Eat Easy gehört zu dem Rocket Portfolio.

Lieferdienst Shopwings zieht sich aus Deutschland zurück

Rocket Internet zieht bei dem Lieferdienst für Lebensmittel Shopwings die Reißleine. Der Service wird in Deutschland eingestellt. Shopwings wird aber nicht ganz begraben, der Fokus soll in Zukunft auf Südostasien und Australien liegen.

Die Idee von Shopwings ist folgende: Die Kunden wählen im Internet die Artikel bei einem nahegelegenen Supermarkt aus, ein persönlicher Einkäufer übernimmt den Einkauf und liefert die Ware innerhalb von 2 Stunden nach hause. Für den Service zahlt der Kunde eine Liefergebühr von bis zu 6.90 €.

Die Plattform wurde vor 10 Monaten  in München gegründet, erst in den letzten Wochen ist das Team von München nach Berlin umgezogen. Neben Rocket Internet haben auch Tengelmann und Holtzbrinck-Ventures in das Projekt investiert. Gescheitert ist Shopwings wahrscheinlich an der nicht vorhandenen Kooperationsbereitschaft der großen Einzelhandelsketten. Die Einzelhandelsketten sind nicht bereit, eine Marktplatzgebühr zu zahlen, um gelistet zu werden. Mit den Liefergebühren und kleinen Aufschlägen auf den Artikeln lässt sich kein tragfähiges Geschäftsmodell aufbauen. Auch die geltende Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) ist eine Hürde, die für Shopwings zu hohe Kosten verursacht. Die LMIV schreibt vor, dass auch in Onlineshops Informationen wie Herkunft, Nährwerte und Zutaten angegeben werden müssen. Über diese Informationen verfügen die Einzelhändler. Da aber eine Zusammenarbeit mit Shopwings verweigert wird, wird kein Datenaustausch möglich sein. Vorbild für Shopwings ist das amerikanische Startup Instacart (via Capital)

Bild: Tissue Delivery von Kamyar Adl (bestimmte Rechte vorbehalten)