Schlagwort-Archive: Israel

Intel testet autonome Fahrzeuge in Jerusalem

Gemeinsam mit dem Tochterunternehmen Mobileye startet Intel einen Testprogramm mit 100 autonomen Fahrzeugen in Jerusalem. Der Fokus liegt dabei auf der Sicherheit, es soll gezeigt werden, dass selbstfahrende Autos 1.000 Mal sicherer sind, als menschliche Fahrer. In den kommenden Monaten soll die Flotte auch in den USA und in anderen Regionen getestet werden.

Keine LiDARs und Radars verbaut

In der ersten Phase werden die Fahrzeuge maßgeblich durch Kameras gesteuert. Die Fahrzeuge sind mit 12 Kameras ausgestattet, um eine 360 Grad Rundumsicht zu erzeugen. Vier der Kameras werden für die Parkvorgänge genutzt, die restlichen acht für die Erstellung der Weitsicht. Die Kameradaten werden im Fahrzeug ausgewertet, um die richtigen Fahrmanöver in extrem kurzer Zeit berechnen und an die Fahrzeugsteuerung weitergeben zu können. In einer späteren Phase sollen LiDAR und Radar-Sensoren hinzugefügt werden.

Beide Unternehmen wollen auch zeigen, dass ein System an Kameras ausreichen ist, um Fahrzeug autonom fahren zu lassen. Die Kameras sind so konfiguriert, dass mehrere redundanten Systeme entsteht, die jeweils für sich genügen Daten erzeugen, um das Fahrzeug autonom zu steuern. Solle eine Kamera ausfallen, können andere Kameras die Funktion des Fahrzeugs aufrecht erhalten und die Sicherheit gewährleisten.

 

Wer in Jerusalem fahren kann, schafft es überall auch

Die beiden Unternehmen Intel und Mobileye haben sich Jerusalem auf Grund der komplexen Verkehrs- und Infrastruktur-Verhältnisse ausgesucht. Die Fahrer in der israelischen Stadt sind für einen aggressiven Fahrstiel bekannt, außerdem ist die Straßenmarkierung nicht immer eindeutig. Hinzu kommt, dass die Fußgänger häufig die Straße anstatt vorhandener Gehwege nutzen. Autonome Fahrzeuge können nicht mit geringer Geschwindigkeit durch die Stadt schleichen, sondern müssen sich an den bestehenden Verkehr anpassen. Ansonsten würden Staus entsenden, im schlimmsten Fall würde es sogar zu Unfällen kommen.

Level 4 Fahrzeuge ab 2021

Bis 2021 sollen selbstfahrende Fahrzeuge auf Level 4 und 5, die mit Technik von Intel und Mobileye ausgerüstet sind, gemeinsam mit unterschiedlichen Herstellern ausgerollt werden. Die beiden Unternehmen arbeiten unter anderem mit BMW, General Motors, Nissan, Audi, Fiat Chrysler, Hyundai und Honda zusammen.

Bild: Intel (alle Rechte vorbehalten)

Digitalisierung und autonomes Fahren: Daimler eröffnet neues Forschungszentrum

Der Automobilkonzern Daimler erweitert sein Forschungsnetzwerk um eine Mercedes-Benz Research & Development Center in Tel Aviv. Dort will sich der Konzern mit den tiefgreifenden technologischen Herausforderungen befassen, die Digitalisierung, autonomes Fahren, Sicherheit und Konnektivität mit sich bringen.

Digitalisierung: Schneller Innovationen identifizieren

Daimler hofft so, Innovationen und Kundenwünsche schneller identifizieren und implementieren zu können. Entwicklungsschwerpunkt des neuen Forschungszentrums werden Mobilitätsdienste und digitale Angebote für die Fahrzeuge sein. Dafür ist Israel ein geeignetes Pflaster, denn die Gründerszene vor Ort gilt als Hot Spot für Technologien, die den Mobilitätsbereich umkrempeln. Unter anderem sind die Dienste Waze und Via in Israel entstanden. Auch das Unternehmen Mobileye komm aus Israel.

Neue Mobilitätsdienstleistungen aus Tel Aviv

Ab 2018 werden rund 25 Fachleute für Daimler im neuen Digital Hub Tel Aviv an der Entwicklung von neuen Mobilitätsdienstleistungen arbeiten. Die Startup-Nation Israel gilt als einer der größten Talentpools der Welt, da sollt es für Daimler möglich sein, gute Leute zu finden.

Vernetzung mit israelischer Hightech-Community

Im Rahmen von Pilotprojekten sollen beispielsweise neue Kommunikationsschnittstellen zwischen Fahrer und Fahrzeug entwickelt und getestet werden. Darüber hinaus wird ein Netzwerk mit lokalen Partnern, Universitäten und Hightech-Unternehmen aufgebaut, um in Zusammenarbeit mit der israelischen Startup-Community verschiedene Technologien für das vernetzte Fahrzeug, wie beispielsweise biometrische Authentifizierung und Navigation, zu entwickeln.

Engagement bei The Bridge und Via

Daimler engagiert sich bereits mit einem Accelerator “The Bridge” in Israel. Einem Teil der teilnehmenden Startups wird die Möglichkeit gegeben, mit Daimler zusammenzuarbeiten. Außerdem wird erfolgreich mit dem Shuttle-Dienst Via zusammengearbeitet, der seine Wurzeln in Israel hat. Via hat mit Mercedes-Benz Vans ein Joint Venture geschlossen und Daimler Mobility Services hat sich als strategischer Investor an Via beteiligt.

Wie auch die anderen Automobilkonzerne, muss sich Daimler auf die Transformation der Automobilbranche vorbereiten. Bei Daimler geschieht das unter der Strategie CASE. Diese vier Buchstaben prägen für Daimler die Zukunft der Mobilität. Sie stehen für die Felder: Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Electric).

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)