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Nissan testet mit DeNA autonome Taxis in Japan

Berichte über Mobility Services in Japan häufen sich in den letzten Tagen. Zuerst wurde bekannt, dass Toyota und unabhängig davon auch Didi Chuxing und SoftBank aktiver in Japan werden wollen und unterschiedliche Taxi-Dienst aufgebaut werden sollen. Ein paar Tage später hat Sony angekündigt, dass mit unterschiedlichen Taxi-Unternehmen ein AI basierter Dienst gestartet werden soll. Als letztes steig jetzt Nissan in den Ring, zusammen mit DeNA. Beide Unternehmen wollen ab März einen Taxidienst mit autonomen Fahrzeugen starten, der Name des Dienstes heißt Easy Ride.

DeNA bisher mit Spielen und Entertainment erfolgreich

Die Konstellation ist interessant. DeNA ist bisher nicht wirklich als Anbieter einer Taxi-App in Erscheinung getreten, bisher wurden das Geld mit online Portalen und Spielen verdient. Auch Unternehmen Sparten aus dem Gesundheitswesen, Entertainment oder E-Commerce gehören zu den Konzern. Mit Anyca unterstützt da DeNA ein lokales peer-to-peer Car-Sharing Angebot in Japan und mit Robot Shuttle wird zusammen mit EasyMile ein autonomes Shuttle betrieben.

Autonome Taxis von mehreren Unternehmen geplant

Nissan schließt sich zusammen mit DeNA einem illustren Kreis an Unternehmen an, die Taxi-Dienste mit autonomen Fahrzeugen entwickeln wollen. Daimler und Bosch verfolgen das Ziel, in den nächsten Jahren einen kommerziellen Dienst mit Roboter Taxen anzubieten, ebenso Waymo, Uber, Lyft und viele andere. Einige Unternehmen kooperieren auch, um zusammen schneller zum Ziel zu kommen.

Auch In-Car Services für Fahrgäste werden getestet

Der Test wird Anfang März in Yokohama starten, da dort auch der Hauptsitz von Nissan ist. Die automatisierten Fahrzeuge werden auf einer 4.5 Kilometer langen Strecke unterwegs sein, zwischen einem Shopping Center und dem Hauptsitz von Nissan. Während der Fahrt können die Nutzer den App basierten Concierge Service Nutzen. So können zum Beispiel Informationen über lokale Sehenswürdigkeiten auf einem Tablet angezeigt werden und passende Vergünstigungen werden zum Download angeboten. Die Fahrgäste werden remote begleitet und sollen nach der Fahrt an einer kurzen Umfrage über ihre Erfahrungen und das Preisverhalten teilnehmen.

Kommerzieller Betrieb von Easy Ride bis 2020

Nissan hat wie andere japanische Hersteller die Ambition, bis zu den Olympischen Spielen in Japan autonome Fahrzeuge auf der Straße zu haben. Bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokyo sollen autonome Fahrzeuge als Transportmittel zum Einsatz kommen. Gleichzeitig wollen die japanischen Unternehmen das Event nutzen, um ihre technischen Fähigkeiten zu präsentieren. Zur Zeit wird auch ein rechtlicher Rahmen entwickelt, der das Betreiben von autonomen Flotten ohne große Probleme ermöglicht. Bis 2020 soll auch der Easy Ride Service voll ausgerollt sein. Bis dahin muss die Sensor- und Rechentechnik weiterentwickelt werden. Außerdem soll Service Designs für die Nutzung der autonomen Fahrzeuge in Tests entwickelt werden.

Bild: Easy Ride (alle Rechte vorbehalte)

SoftBank, Didi und Toyota: Mehr Wettbewerb für Uber in Japan

Der Fahrdienst Uber bekommt in Japan mehr Konkurrenz. Interessant ist, dass die Wettbewerber von den eigenen Investoren unterstützt werden. Didi will zusammen mit SoftBank einen Taxidienst in Japan starten. Toyota finanziert einen lokalen Mitbewerber.

Toyota investiert in lokale Taxi-Plattform JapanTaxi

Toyota hat angekündigt, dass etwa 69 Mio. Dollar in das Unternehmen JapanTaxi investiert werden. Der Gründer von JapanTaxi betreibt auch den größten Taxibetrieb Nikon Kotsu in Japan und führt die Taxivereinigung in dem asiatischen Land an. Toyota ist seit ein paar Jahren bei Uber als Investor an Board und hat anscheinend auch schon in einer früheren Runde in JapanTaxi investiert.

JapanTaxi ist ein weiteres Beispiel für einen lokalen Anbieter, gegen den sich Uber schwer tut. Seit dem Start vor ein paar Jahren soll es Uber nicht geschafft haben, mehr als ein Prozent Marktanteil in Tokyo zu erreichen. JapanTaxi kommt auf 4 Mio. Downloads und 60.000 Taxen sollen auf der Plattform registriert sein – das sind ca. 25% aller Taxen in Japan. Taxen werden in Japan häufig genutzt, pro Jahr werden 15 Milliarden Dollar mit Taxifahrten umgesetzt.

SoftBank und Didi wollen gemeinsam eine Ride-Sharing Plattform aufbauen

Neben Toyota will auch SoftBank die Taxifahrer in Japan unterstützen. Seit kurzem ist SoftBank der Uber-Investor mit den meisten Anteilen. Gemeinsam mit dem chinesischen Anbieter DiDi will SoftBank Dienste für die Taxiindustrie entwickeln. Die ersten Versuche sollen noch dieses Jahr ausgerollt werden.

Basierend auf der Erfahrung von DiDi sollen Ride-Sharing Dienste entwickelt werden, die den Taxibetrieben und Fahrern einen höheren Umsatz bringen sollen. In den Städten Osaka, Kyoto, Fukuoka, Tokyo und anderen Städten sollen erste Tests demnächst ausgerollt werden.

DiDi soll in ein geplantes Joint Venture das Wissen über die Nachfragevorhersage und das Dispatch System einbringen. SoftBank die lokalen Ressourcen und Expertise. Ziel ist, dass die Nutzer einfacher von A nach B kommen und dass die Taxiunternehmer ihre Flotten besser auslasten. Es soll eng mit den Behörden, Taxiunternehmen und anderen Stakeholders zusammenarbeiten, um eine offene Plattform zu schaffen, die anerkannt wird und von vielen Taxifahrern genutzt werden kann.

Bild: JapanTaxi (alle Rechte vorbehalten)

Roboter Taxis werden ab 2016 in Japan getestet

Nicht Uber oder Google bringt die ersten fahrerlosen Taxis auf die Straße, sondern ein japanisches Unternehmen mit dem Namen Robot Taxi Inc. Der Versuch mit fahrerlosen Taxis soll 2016 beginnen. Der Service mit fahrerlosen Taxis kann von etwa 50 Einwohnern der Präfektur Kanagawa genutzt werden. Die Testpersonen können mit den Taxis zum Einkaufen in den lokalen Geschäften fahren.

MitRoboter Taxis zum Einkaufen

Die Fahrzeuge werden auf Kurzstrecken eingesetzt und legen ca. 3 Kilometer zurück, Fahrten auf längeren Strecken sind erstmal nicht geplant. Am Anfang wird während der Fahrt auch immer ein Mitarbeiter von Robot Taxi an Board sein, für den Fall, dass Unfälle vermieden werden müssen.

Die Technologie der fahrerlosen Taxis soll bis 2020 weiterentwickelt und kommerzialisiert werden. Das Unternehmen Robot Taxi sieht Potential für den Service mit Roboter Taxis in Gegenden, in denen keine Busse und Züge verfügbar sind. Auch während der Olympischen Spiele 2020 in Tokyo sollen die Roboter Taxis zum Einsatz kommen.

Einige Technologieunternehmen sind dabei fahrerlose Fahrzeuge für die Personenbeförderung zu entwickeln. Zu den Unternehmen zählt z.B. der Suchmaschinen-Konzern Google. Das Unternehmen hat im letzten Jahr sein fahrerloses Auto vorgestellt, das zur Zeit ausgiebig getestet wird. Auch die Taxi- und Ridesharing App Uber ist dabei, ein eigenes selbstfahrendes Auto zu entwickeln. So würden sich die Kosten für eine Taxifahrt reduzieren, da der Fahrer als größter Kostenfaktor entfallen würde.

Bild: Screenshot RobotTaxi Channel

Messaging Dienst Line startet Line Taxi in Japan

Der japanische Messaging-Dienst Line startet einen Taxi-Service mit dem Namen Line Taxi (Line Pressemitteilung). Bisher hat es kein Lokales Produkt gegeben, Uber ist in einigen japanischen Städten aktiv, das Startup Hailo ist nur in Osaka aktiv.

Nun bekommt Japan auch seinen ersten lokalen Anbieter für Taxiservices, die über eine App gebucht werden können. Bisher gab es in Japan nur Unternehmen aus dem Ausland, die einen Taxi-Transportservice im Land angeboten haben, der über eine Smartphone App gebucht werden kann. China hat Didi Dache und Kuadi Dache, in Indien gibt es die lokalen Alternativen Opa und TaxiForSure. GrabTaxi und EasyTaxi konzentrieren sich auf Städte in Süd-Ost-Asien.

Line Taxi ist keine eigenständige App, sondern der Transport-Service  ist über die Line Mitteilungs-App zugänglich. Die Line Mitteilungs-App ist das japanische Pendant zu WhatsApp. Bezahlt wird bei Line Taxi per Kreditkarte, die im eigenen Bezahl-Service Line Pay hinterlegt ist. Ansonsten ist der Prozess ähnlich wie bei Uber und den anderen Taxi-Apps. Per GPS wird die Position ermittelt, per Button wird ein Taxi geordert und am Ende wird bargeldlos bezahlt.

Line arbeitet mit dem größten japanischem Taxi-Unternehmen Nie Kotsu zusammen. Die japanischen Taxis sind bekannt für ihren diskreten Service. Die Fahrer tragen weisse Handschuhe und dunkle Anzüge und die Türen öffnen automatisch. Der Service wird erst in Tokyo und den beiden naheliegenden Städten Mitaka und Musashino angeboten, andere Städte sollen bald folgen. In Tokyo haben die Line Taxi Nutzer Zugang zu etwa 3.340 Taxis. Das Netzwerk von Nikon Kotsu verfügt japanweit über 23.000 Taxi-Fahrzeuge.

Das Online-Magazin Tech Asia hat den Service bereits an verschiedenen Orten in Tokio getestet und mit Uber verglichen. Bei Uber seien unabhängig von der Tageszeit nicht mehr als eine Handvoll Fahrzeugen unterwegs. In einem Versuch waren bei Uber keine Taxis und UberLUX Fahrzeuge verfügbar, nur ein Uber Black Fahrzeug war verfügbar, aber 21 Minuten entfernt. Bei Line Taxi waren eine Handvoll Taxis in der näheren Umgebung bei nur 5 Minuten Anfahrtszeit. Dazu muss aber auch gesagt werden, dass Uber schon länger aktiv ist und über mehr Kunden verfügt, als der Neueinsteiger Line Taxi.

Line Taxi kann bisher nur von lokalen Personen genutzt werden, da mit Line Pay bezahlt werden muss. Um sich für Line Pay anzumelden, ist eine japanische Kreditkarte und ein japanischer Führerschein oder eine lokale Versicherungskarte Vorraussetzung.

Line hat mehr als 500 Millionen registrierte Nutzer weltweit, davon sind monatlich etwa 170 Millionen aktiv. Zehn Prozent der registrierten Nutzer (50 Millionen) fallen auf Japan, dementsprechend wird es etwa 20 Millionen aktive Line Nutzer in Japan geben, eine gute Grundlage, um einen weiteren Service zu starten.

Bild: Line Corporation (alle Rechte vorbehalten)