Schlagwort-Archive: Kooperation

Microsoft investiert in Grab

Microsoft tätigt eine strategische Investition in das Ridehailing- und On-Demand-Service-Unternehmen Grab. Erst Anfang des Jahres verkaufte Uber seinen Ridehailing Service an den asiatischen Wettbewerber. Das Unternehmen sammelt nun drei Milliarden Dollar für den Ausbau seiner Aktivitäten.

Die Partnerschaft zwischen Uber und Grab sieht insbesondere die Zusammenarbeit in den Bereichen Machine Learning und KI-Technologie vor. Die Einführung der Azure-Server von Microsoft als Cloud-Plattform, die die Ridehailing- und digitale Wallet von Grab unterstützt, stellt dabei den ersten Schritt im Umsetzungsprozess dar.

Im Anschluss daran wird die strategische Ausrichtung der Kooperation ausgeweitet. So soll beispielsweise mit Hilfe von maschinellem Lernen und Bilderkennung den Fahrgästen ermöglicht werden, ihren Standort mit einem Fahrer zu teilen, indem sie ein Bild ihrer Umgebung aufnehmen. Das System erkennt wiederum die Umgebung und wandelt das Bild in eine Adresse um.

Es gibt auch nicht KI-gestützte Teile der Vereinbarung, wie zum Beispiel In-Car-Entertainment-Systeme, vernetzte Prämienprogramme und die Integration von Outlook. Wie Uber baut Grab eine Plattform auf, um dem Fahrgast weit mehr zu bieten als den eigentlichen Fahrservice von Tür zu Tür.

Microsoft gab nichts über den Betrag der Investition bekannt. Die japanische Softbank investierte 500 Millionen Dollar, während Toyota den Betrag sogar verdoppelte.

Bild (alle Rechte vorbehalten): Grab

Apple arbeitet mit VW an autonomen Shuttles

In den vergangenen Jahren haben mehrere Geschichten die Runde gedreht, dass sich der Technologiekonzern Apple mit den Automobilherstellern Mercedes oder BMW verbünden möchte, um autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Die Gespräche über Partnerschaften sollen daran gescheitert sein, dass Apple zu viel Kontrolle über Design und Daten haben wollte. Nun scheint Apple mit Volkswagen einen Partner für das Project Titan gefunden zu haben, dabei wurden aber die eigenen Anforderungen angepasst. Volkswagen soll aktuelle T6 Minivans an Apple liefern, die von dem Technologiekonzern mit Systemen für autonomes Fahren aufgerüstet werden sollen.

Fokus auf Software und Sensoren

Apple ist unter dem Decknamen Project Titan in das große Feld für selbstfahrende Autos gestartet. Zuerst soll der Konzern geplant haben, ein komplettes Auto zu entwickeln und zu produzieren. Nachdem sich herausgestellt hat, wie Komplex die Entwicklung und Produktion eines autonomen Fahrzeugs ist, wurde das Projekt angepasst. Über die Jahre wurden die eigenen Ambitionen und das Projektteam zurückgefahren.  Zu Hochzeiten sollen mehr als 1000 Mitarbeiter an dem Projekt gearbeitet haben, in den letzten Jahren sollen mehrere Hundert Experten das Projektteam wieder verlassen haben.

Der Fokus soll nun auf der Entwicklung von Software und Sensoren liegen, die als Systeme in bestehenden Fahrzeugen verbaut werden können. Eine ähnliche Strategie verfolgen auch Startups wie Aurora, drive.ai oder nuTonomy, das von Aptiv übernommen wurde. Die von Apple entwickelten Komponenten sollen zuerst in einem Angebot für Apple Mitarbeiter getestet werden. Volkswagen liefert dafür die Fahrzeuge. Pläne für die weitere Verwendung soll Apple noch nicht haben.

Der Automobilkonzern arbeitet auch mit dem Startup Aurora zusammen. Gemeinsam sollen autonome Fahrzeuge entwickelt werden. Der erste Use Case soll ein Fahrzeug für den Ride-Sharing Dienst Moia sein, der im kommenden Jahr in Hamburg starten soll.

Bild: monthlybrands.com (alle Rechte vorbehalten)

 

Waymo baut Partnerschaft mit Fiat aus

Die Waymo-Flotte wächst. Mit Beginn des Monats Juni vergibt die Google-Tochter Waymo einen weiteren Auftrag an Fiat Chrysler Automobiles (FCA). Mit insgesamt 62.000 Modellen des Chrysler Pacifica Minivans vergrößert Waymo sein bestehendes Kontingent an selbstfahrenden Autos. Der Versuch: Dem Traum des komplett autonomen Fahrens weiter zu realisieren, um Emissionen, Unfälle und Überlastungen im Verkehr zu reduzieren.

Zusätzlich behält die Zusammenarbeit zwischen Waymo und FCA die Lizenzierung der Technologie für Konsumenten im Blick. FCA CEO Sergio Marchionne forciert dabei insbesondere Ansätze, die sich “sicher”, “effizient” und “realistisch” umsetzen lassen.

Im Blick: Autonomer Fahrdienst-Service bis Ende 2018

Aktuell sind 51 registrierte Waymo-Fahrzeuge (Stand: 18. Mai 2018) im Testfeld San Francisco unterwegs mit dem Ziel den selbstfahrenden Service weiter zu testen und zukünftig im kompletten Gebiet des Staates Kalifornien auszuweiten. Konkret plant Waymo den Launch eines voll entwickelten selbstfahrenden Transport-Service bis Ende des Jahres. Die Idee ist, für jeglichen Nutzer ein fahrerloses Auto über die Waymo-App zugänglich zu machen. In Zahlen überzeugt Waymo mit insgesamt 7 Millionen erprobten Meilen, die bisher auf öffentlichen Straßen zurückgelegt wurden sowie 5 Milliarden Meilen, die in einer simulierten Umgebung stattfanden. Hinzu kommen diverse Testfahrten, die über 20.000 Verkehrsszenarien abdecken und damit die Erfahrungswerte kontinuierlich spezifizieren. Waymo CEO John Krafcik sieht in FCA einen wertvollen Partner, um Waymos Vision, weltweite Nummer 1 im erfahrenen autonomen Fahrdienst-Service zu sein, weiter voranzutreiben.

Kooperation mit Uber geplant

Dass Waymo das Tempo ordentlich anzieht, zeigt sich zudem in Spekulationen um eine Kooperation mit dem Fahrtenvermittler Uber. Waymo sieht in Ubers Netzwerk an Smartphone-Nutzern einen strategischen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern. Für Uber hingegen spiegelt die mögliche Kooperation erste Anstrengungen in eigener Sache wieder. Erst vor wenigen Monate verursachte ein Uber-Fahrzeug einen tödlichen Unfall in Arizona.

Lyft und Didi Kuaidi Taxi kooperieren

Die Meldung ist zwar schon ein paar Tage her, wir möchten sie aber trotzdem nochmal aufgreifen. Schließlich haben wir schon öfter über die beiden Taxi und Ridesharing Services von Didi und Lyft berichtet.

Kooperation zwischen Taxi und Ridesharing Apps

Didi Kuaidi und Lyft haben angekündigt, dass sie kooperieren und die Nutzer beider Services in China und USA die angebotenen Fahrservices nutzen können. Lyft nutzen, die in China unterwegs sind, können über die Lyft-App die Taxifahrer aus dem Didi Kuaidi Netzwerk buchen. Didi Kunden können über die App den Ridesharing Service von Lyft in den amerikanischen Städten buchen. Beide Unternehmen wollen von den vielen Reisenden zwischen den beiden Ländern profitieren. Im Jahr 2014 waren es etwa 8 Millionen Reisende, die zwischen den beiden Ländern unterwegs waren.

Strategisches Investment in Lyft

Beide Unternehmen schließen sich zusammen, damit eine starker Gegenspieler für Uber entsteht. Didi Kuaidi hat auch in der letzten Finanzierungsrunde von Lyft eine Summe von 100 Mio. US$ in das Ridesharing Unternehmen investiert. Damals beteiligten sich auch Rakuten und Carl Icahn an dem Unternehmen. Alibaba und Tencent, zwei Internetkonzerne aus China waren ebenfalls an der Finanzierungsrunde beteiligt. Lyft wurde dabei mit 2.5 Milliarden US$ bewertet.

Kooperation statt Expansion

Bleibt abzuwarten, ob die internationale Ridesharing Kooperation erweitert wird. Didi Kuaidi hat sich auch an der Taxi App GrabTaxi aus Singapur beteiligt. Der Japanische Investor SoftBank ist sowohl bei GrabTaxi, Didi und Ola beteiligt und könnte die Erweiterung der Kooperation voran treiben. Es wurde schon häufiger spekuliert, dass Lyft in europäische Länder expandieren möchte, daraus ist bisher nichts geworden. Letzte Äußerungen des Unternehmens deuten auch eher darauf hin, dass Lyft nicht aus eigener Kraft expandieren möchte. Eine Kooperation lokaler Player ist eine verheißungsvolle Strategie, um schnell einen weltweiten Mobilitätsanbieter formen zu können.

Didi Kuaidi ist in 360 Städten in China aktiv und jeden Tag werden über die App mehr als 3 Mio. Fahrten abgewickelt. Lyft ist in mehr als 60 amerikanischen Städten aktiv und dürfte ca. 1 Mio.  Fahrten pro Monat abwickeln. Die Taxi-App Didi Kuaidi wird aktuell mit 16 Milliarden US$ bewertet und hat insgesamt 4 Milliarden US$ eingesammelt.

Bild: San Francisco Chinatown von Kārlis Dambrāns (bestimmte Rechte vorbehalten)

Das war die Woche: Postbus, Uber kauft zu, Blacklane wird in Amadeus implementiert

Nachrichtenübersicht: Aus ADAC Postbus wird Postbus. Erfolg für Blacklane, der Fahrservice wird bei Amadeus implementiert. Uber kauft Kartenservice deCarta, um unabhängiger von Google und Apple Maps zu werden.

Aus ADAC Postbus wird Postbus

Nach dem Ausstieg des ADACs aus dem Gemeinschaftsprojekt mit der Deutschen Post wird aus ADAC Postbus die Marke Postbus. Ab Mai 2015 wird ausserdem das Liniennetz erweitert, statt wie bisher 60 Städten sollen dann 120 Städte angefahren werden. Neu im Programm sind Nachtfahrten und ab Sommer auch internationale Ziele. Der ADAC Postbus ist der viertgrößte Anbieter auf dem deutschen Markt, der Marktanteil liegt bei etwa 8%. Angeführt wird der Markt von MeinFernbus Flixbus, die sich Anfang des Jahres zusammengeschlossen haben. Dahinter folgen die Marken der Deutschen Bahn. Die Deutsche Bahn hat kürzlich ebenfalls angekündigt, alle Marken zusammenzufassen. Außerdem soll das Fernbuslinien-Netz ausgebaut werden. (via Handeslblatt)

Blacklane demnächst über Amadeus buchbar

Der Service der Limousinenplattform Blacklane wird in Amadeus Taxi & Transfer integriert, damit Reisebüros und Fluggesellschaften ihren Kunden auf einfache und nutzerfreundliche Weise einen Service für die letzte Meile anbieten können. Ab Juni diesen Jahres soll die Lösung für Online-Reisebüros verfügbar sein, ab dem vierten Quartal ist es für Fluggesellschaften möglich, die API einzubinden. Irgendwann später soll die Lösung über alle Amadeus Kanäle zugänglich sein, also auch für Travel Management in Unternehmen und in offline Reisebüros. Ende letzten Jahres wurde Blacklane schon in die Reise-Suchmaschine Qunar aus China integriert. (via Amadeus)

Uber kauft erstmals zu, Kartendienst deCarta wird übernommen

Das Unternehmen hinter der Ridesharing App Uber übernimmt den Kartendienst deCarta. Es ist die erste Übernahme durch Uber, die offiziell kommuniziert wird. DeCarta bietet eine ganze Reihe an Lokalisierung- und Karten-Services an, darunter in Karten Suche, Lakalisierungs-API, Turn-by-Turn Navigation und mehr. Offiziell soll durch die Übernahme von deCarta der UberPOOL Service und die Vorhersage der Ankunftszeit verbessert werden. Darüber hinaus kann davon ausgegangen werden, dass Uber durch die Übernahme unabhängiger von Google und Google Maps werden möchte. Google ist zwar ein Uber Investor, in letzter Zeit gab es mehrere Anzeichen, dass sich das Verhältnis der beiden Technologie-Unternehmen abgekühlt hat. Uber hat angekündigt, mit der Carnegie Mellon University in Pittsburgh an einem selbstfahrendem Auto zu arbeiten, über Google gab es Gerüchte, dass das Unternehmen an einem eigenen on-demand Ridesharing Service arbeitet. Auch für das eigene selbstfahrende Fahrzeug würde die Akquisition der Kartentechnologie Sinn ergeben. DeCarta wurde bereits 1996 gegründet und hat mehr als 55 Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt. Trotz der Übernahme wird deCarta weiter mit externen Kunden zusammen arbeiten. (via Wall Street Journal)

Bild: Der neue Postbus (Quelle: Deutsche Post, alle Rechte vorbehalten)