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Didi Chuxing baut in China eigene Ladeinfrastruktur auf

Die Ride-Sharing und Mobility Plattform Didi Chuxing aus China hat angekündigt, dass das Unternehmen eine eigene Ladeinfrastruktur für Elektroautos aufbauen wird. In einem Joint Venture soll ein Netz entstehen, das von den Didi Fahrern genug werden kann aber auch öffentlich zugänglich sein wird. Um die Luftverschmutzung zu bekämpfen, setzt China in den kommenden Jahren stark auf Elektromobilität, dafür ist eine flächendeckende Ladeinfrastruktur notwendig.

UN und GEIDCO als Partner für Ladeinfrastruktur

Partner für den Aufbau des Netzwerks wird die Organisation Global Energy Interconnection Development and Cooperation Organization (GEIDCO) sein. Die GEIDCO arbeitet eng mit der UN zusammen, um die vereinbarten Klimaziele zu erreichen.

Eine Millionen Elektrofahrzeuge bis 2020

Didi bezeichnet sich als weltweit größte online Mobility-Plattform, mit mehr als 450 Mio. Nutzern und 21 Mio. Fahrern. Eine Gruppe von mehr als 260.000 Fahrern ist bereits mit Elektrofahrzeugen unterwegs. Damit hat die Plattform schon heute das größte Netzwerk an Elektrofahrzeugen. Auf der Didi Plattform sind unterschiedliche Fahrzeugtypen unterwegs, Elektrobusse, Limousinen mit Elektroantrieb oder Minibusse mit E-Antrieb befördern die Fahrgäste. Bis 2020 will Didi dafür sorgen, dass die Zahl der Elektrofahrzeuge auf der Plattform auf mehr als eine Millionen Fahrzeuge ansteigt.

China führend bei Anzahl der Elektrofahrzeuge

Insgesamt sind heute auf den Straßen in China etwa zwei Millionen Elektrofahrzeuge unterwegs, Tendenz stark wachsend. Der Internationalen Energy Agency (IEA) zufolge, wurden im letzten Jahr 750.000 Elektroautos weltweit verkauft, das ist ein Anstieg von etwa 35% im Vergleich zum Jahr 2015. Im Jahr 2015 wurden weltweit 547.220 Elektrofahrzeuge verkauft. China hat die USA bei der Zahl der Elektroautos überholt. Insgesamt gingen 40% der weltweit verkaufen Elektrofahrzeuge gingen nach China, die USA kommt auf etwa 20%.

Bei Didi geht man zurecht davon aus, dass Fahrzeug mit alternativen Antrieben die Zukunft von Mobilität und Transport sind. Ridesharing wird ein Schlüsselfaktor sein, um Fahrzeugen mit E-Antrieb den Durchbruch auf der Straße zu ermöglichen.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Tesla gibt Patente für alle frei, um Elektromobilität anzukurbeln

Der Amerikanische Autohersteller Tesla, der sich auf Elektroautos spezialisiert hat, gibt all seine Patent frei.

Wie Tesla Gründer Elon Musk mitteilt, wurden alle Patente für die Open Source Bewegung freigegeben. Die normalerweise in der Lobby stehende Wand mit allen Tesla Patenten wurde entfernt.

Tesla gibt alle Patente frei, um Elektromobilität anzukurbeln. Quelle: Flickr.com
Tesla gibt alle Patente frei, um Elektromobilität anzukurbeln. Quelle: Flickr.com

Tesla wurde gegründet, um den Wechsel hin zum nachhaltigen Transport zu beschleunigen. Auf dem weg dorthin passt es nicht zusammen, auf der einen Seite wettbewerbsfähige Autos zu entwickeln und zu produzieren und auf der anderen Seite intellektuelle Mienen hinter sich zu lassen,  um andere Unternehmen davon abzuhalten, nachhaltige Fahrzeuge zu entwickeln. Elon Musk schreibt auf dem Tesla Blog, dass sie gegen keinen rechtliche Schritte einleiten werden, der die Tesla Patente mit einer guten Absicht benutzen. Tesla hat seit dem Start vor paar Jahren mehrere hundert Patente eingereicht und zugesprochen bekommen.

Normalerweise versucht Musk darauf zu verzichten, wenn es um Patente geht, seiner Meinung nach kauft man mit einem Patent einen Lotterieschein für Gerichtsverfahren. Bei Tesla wurde am Anfang gedacht, das Patente Tesla davor schützen, dass große Autohersteller die von Tesla entwickelten Technologien kopieren und ihre Produktions- und Vertriebspower nutzen und Tesla überrollen. Bisher war dem nicht so, die Entwicklungsprogramme für Elektrofahrzeuge oder Fahrzeuge, die kein CO2 Ausstoßen, sind bei den meisten Herstellern klein oder gar nicht existent.

Bei den etablierten Herstellern sind die nachhaltigen Fahrzeuge ohne CO2 für 1% oder weniger der Verkaufszahlen verantwortlich. Große Automobilhersteller, wie Daimler oder BMW produzieren Fahrzeuge mit geringer Reichweite, einige haben auch gar keine Fahrzeuge im Programm, die kein CO2 Ausstoßen.

Jedes Jahr werden 100 Mio. Fahrzeuge produziert und insgesamt gibt es etwa 2 Milliarden Fahrzeuge auf der Welt und für Tesla ist es unmöglich, genügend Fahrzeuge herzustellen und zu vertreiben, um gegen die steigende CO2 Emission anzukämpfen. Der größte Wettbewerb für Tesla sind nicht die wenigen Elektrofahrzeuge, die keine Teslas sind, sondern die vielen Fahrzeuge, die mit einem Benzin-Motor produziert werden.

Teslas Ziel ist es, eine Technologie Plattform auf die Beine zu stellen, die sich schnell entwickelt, damit darauf weitere Elektrofahrzeuge verschiedener Hersteller entstehen. Technologieführerschaft ist nicht durch Patente definiert, sondern durch die Fähigkeit des Unternehmens, die besten Ingenieure zu motivieren.

Bleibt abzuwarten, welche Unternehmen davon gebrauch machen und ob dadurch neue Unternehmen ermutigt werden, Elektrofahrzeuge zu entwickeln. In Deutschland arbeitet Tesla unter anderem mit Daimler zusammen, so wurde der Smart ForTwo Electric Drive bei Tesla mitentwickelt und die Elektroversion der Mercedes B-Klasse wird von Tesla mit einem elektrifizierten Antriebsstrang ausgerüstet. Daimler ist auch seit 2009 als Investor bei Tesla beteiligt.

Photos: The Tesla Patent Wall at HQ, now set free, von Steve Jurvetson, Lizenz: CC BY 2.0

Tesla Model S Battery Pack von Greencarreports.com

Tesla mit mehr als 100 Supercharger Stationen weltweit

Tesla hat vor kurzem die 100. Supercharger Station installiert. Tesla Besitzer können ihr Fahrzeug an den Supercharger Stationen umsonst aufladen. Innerhalb von 30 Minuten kann an einer Supercharger Station genügend Energie für etwa 250 km geladen werden.  Besitzer eines Tesla S können über den 17″ Bildschirm im Auto den Weg zur nächsten Station finden.

Das Ziel von Tesla ist, dass im Umkreis von 160 km eine Supercharger Station erreichbar ist. In den USA ist das Netz der Stationen bereits so dicht, dass die meisten Langstreckenfahrten ohne Probleme gemeistert werden können, bis Ende des kommenden Jahres sollen etwa 98% der US Bevölkerung abgedeckt sein.

Ein Großteil der Stationen steht in den USA, gefolgt von Europa und Asien. In den kommenden Monaten soll die Anzahl der Stationen schnell ausgebaut werden. In Deutschland werden die Stationen in Kooperation mit der Deutsch Bahn aufgebaut.  DM Energie, eine Tochter der Deutschen Bahn kümmert sich um die Installation der Säulen, gemeinsam mit dem Elektroauto-Dienstleister The Mobility House wird auch der Betrieb der Stationen übernommen.

Laut Manager Magazin sollen bis Ende des Jahres etwa 50 Stationen stehen und damit eine Flächendeckende Versorgung möglich sein.

Ein Tesla hat eine Reichweite von mindestens 390 km, manche Modelle sogar ca. 500 km, somit muss dass Netz der Tankstellen nicht so dicht sein.

Supercharger Stationen, die aktuell in Europa Betrieb sind (Quelle: Tesla Motors)
Supercharger Stationen, die aktuell in Europa Betrieb sind
(Quelle: Tesla Motors)
Supercharger Stationen von Tesla, die Ende des Jahres in Betrieb sein sollen
Supercharger Stationen, die in Europa im Winter 2014/15 in Betrieb sein sollen (Quelle: Tesla Motors)

Die Grafiken von Tesla verdeutlichen, wie schnell das Netz ausgebaut werden soll und welche Bereiche dadurch abgedeckt werden.

Hier noch einige Zahlen, die Tesla jüngst veröffentlicht hat:

  • 2.161.171 Liter Benzin wurden durch Supercharger ersetzt, das entspricht ca. 31.000 Tankfüllungen einer Deutschen Oberklasse Limousine
  • Basierend auf dem amerikanischen Benzinkosten wurden mehr als 2 Mio. US$ and Spritkosten eingespart.
  • Es wurde Energie für 23 Mio. Kilometer geladen, das würde ausreichen, um mit einem Tesla etwa 575 mal um die Erde zu fahren.
  • Die Bereitgestellte Energie beträgt 4,9 Mio. kWh
  • Pro Woche werden aktuell mehr als 5200 Fahrzeuge geladen
  • Eine Supercharger Station Lädt einen Tesla Model S um die 16 mal schneller, als eine normale öffentliche Ladesäule