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Lieferdienst Deliveroo sammelt wieder Geld ein und ist mehr als 1.5 Milliarden Euro wert

Der on-demand Lieferdienst für Gerichte Deliveroo hat eine weitere Finanzierung in dreistelliger Millionenhöhe eingesammelt. Insgesamt fließen fast 325 Mio. Euro in das Unternehmen, die Bewertung steigt damit auf ca. 1.7 Milliarden Euro.

Das Geld wird vorwiegend von amerikanischen Investmentfonds wie Fidelity and T Rowe Price investiert. Altinvestoren, wie DST Global, General Catalyst, Index Ventures und Accel Partners sollen in der letzten Runde ebenfalls investiert haben, um nicht verwässert zu werden. Ingesamt hat das Unternehmen eta 720 Mio. Euro aufgenommen und ist weltweit auf mehr als 1000 Mitarbeiter gewachsen.

Auch Softbank hatte Interesse an dem Lieferdienst

Auch der umtriebige japanische Investmentfond SoftBank soll Interesse an einem Investment gehabt haben. SoftBank hat sich dann aber zurückgezogen, als ein potentielles Investment in Uber wahrscheinlicher wurde. Uber hat mit UberEats auch einen Essenlieferdienst und konkurriert so mit Deliveroo in mehreren Ländern.

Deliver wurde 2013 gestartet und ist mittlerweile in mehr als 150 Städten in 12 Ländern aktiv. In Deutschland ist Deliveroo in Berlin gestartet und hat nach und nach mehr deutsche Städte aufgenommen. Neben UberEats gehört der Delivery Hero Ableger Foodora zu den Konkurrenten von Deliveroo. Die Markteilnehmer liefern sich einen mühsamen Kampf um Kunden und Fahrer. Gleichzeitig steigt die Kritik der Politiker und Gewerkschaften an dem Beschäftigungsmodell der Kuriere.

Kapitalintensives Geschäft

Im britischen Handelsregister veröffentlichte Zahlen geben einen Einblick, wie sich das Geschäft von Deliveroo entwickelt hat. Im Jahr 2016 hat das Unternehmen einen Umsatz von fast 150 Mio. Euro erwirtschaftet, das ist ein Wachstum von mehr als 600% im Vergleich zum Vorjahr. Die Verluste sind im gleichen Zeitraum auf etwa 145 Mio. Euro angewachsen, das entspricht einer Steigerung von 300%.

Geld fließt in Expansion und Küchen

Die neue Finanzierung soll für drei Bereiche genutzt werden. Als erstes sollen die “Editions” Küchen erweitert werden. Die “Editions” Küchen sind eingerichtete Küchen, die von Partner-Restaurants genutzt werden können, um die Gerichte für die Lieferkundschaft zuzubereiten. Günstig gelegen profitieren davon auch die Kunden, die so schneller erreicht werden können. Als zweites soll das IT und Tech Team wachsen. Deliveroo will seinen Echtzeit Logistik Algorithmus verbessern und den Bereich Künstliche Intelligenz weiter ausbauen. Das Data Science Team arbeitet an einer besseren Vorhersage, um besser planen zu können, wo die nächsten “Editions” Küchen aufgebaut werden sollen und welche Gerichtet wo und wann nachgefragt sind. Der dritte Bereich ist die weitere Expansion. Das Lieferunternehmen will schnell weitere Städte eröffnen, um mehr Kunden beliefern zu können.

Vor allem der dritte Punkt wird viel Geld verbrennen. Der Lieferdienst muss für jeden neue Land ein lokales Länderteam aufbauen, um Fahrer und Marketing zu steuern. Fahrer müssen mit hohen Stundenlöhnen oder Bonuszahlungen angelockt werden und die Nutzer werden mit Gutscheinen und anderen Deals geködert. All das kostet jede Menge Geld, bevor sich eine Stadt oder ein Land von selbst trägt.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Liefer Startup Jinn holt sich weitere 10 Mio. Finanzierung

Das on-demand delivery Startup Jinn schließt eine weitere Finanzierungsrunde ab. Weitere 10 Mio. US$ fließen in das Unternehmen, das in London angesiedelt ist und in Großbritannien und Spanien operativ tätig ist. Insgesamt konnte Jinn bisher 20 Mio. US$ einsammeln. Die Summe stammt von einem Family Office und dem Investment-Vehicle der La Nevera Roja Gründern, die ihr Startup an Rocket Internet verkauft haben.

Jinn bietet on-demand Lieferservice

Das Unternehmen bietet einen 24/7 on-demand Lieferservice für Restaurants und lokale Geschäfte. So können Gerichte, Lebensmittel und andere Non-Food Produkte innerhalb kürzester Zeit zugestellt werden. Der Service ist ähnlich aufgebaut, wie Postmates oder Quiqup. Die Nutzer können einen in der App gelisteten Shops auswählen und sich die Lieferung von einem Jinn Fahrer liefern lassen. Alternativ kann auch ein Kurier zum Shoppen beauftragt werden. Der Fahrer geht dann in das kommunizierte Geschäft, kauft den gewünschten Artikel und liefert diesen aus.

Kampf um Fahrer in London

Der Lieferdienst Jinn arbeitet mit selbstständigen Fahrern zusammen und befinden sich dabei im Wettbewerb mit UberEats, Quiqup und anderen on-demand Startups. Seit dem Start im Jahr 2014 wurden bisher mehr als 1 Mio. Lieferungen zugestellt. Jinn sagt, dass es positive Deckungsbeiträge erwirtschaftet, im kommenden Jahr soll das Unternehmen profitabel sein. Wahrscheinlich ist das Unternehmen nach Fahrerkosten profitabel, aber noch nicht nach Marketingkosten un Overhead Kosten.

Präsenz in London soll ausgebaut werden

Mit der weiteren Finanzierung soll das Geschäft in den bestehenden Märkten weiter ausgebaut werden. Der Wettbewerb zwischen den Lieferdiensten in London ist hart, da werden finanzielle Mittel benötigt, um Fahrer an den Dienst zu binden und um die Bekanntheit zu erhöhen. Jinn wird vorerst von der Expansion in andere Städte abstand nehmen, da der Aufbau einer Stadt hohe Investitionen vor allem auf Fahrerseite benötigen.

Der Aufbau eines profitablen on-demand Lieferdienstes ist eine herausfordernde Aufgabe. Alle Unternehmen kämpfen mit hohen Fahrerkosten. Mittbewerber Stuart wurde vor ein paar Monaten von der französischen Post übernommen. Delivery Hero hat seinen Lieferdienst Valk Fleet nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

Bild: Jinn App (alle Rechte vorbehalten)

Deutsche Post baut StreetScooter-Produktion aus

Nicht nur Hermes setzt auf den Einsatz von elektrischen Fahrzeugen bei der Auslieferung von Sendungen, sondern auch die Deutsche Post. Die Deutsche Post ist dabei schon weiter und hat die elektrischen StreetScooter Fahrzeuge bereist im Einsatz. Dabei sind die Lieferfahrzeuge eine Eigenentwicklung, Produktion und Vertrieb werden jetzt ausgebaut.

Deutsche Post DHL Group setzt auf Elektromobilität

Damit setzt die Deutsche Post DHL Group weiter konsequent auf Elektromobilität. Die Nachfrage innerhalb der Post und DHL und die Nachfrage externer Partner ist so hoch, dass die Kapazitäten von 10.000 auf 20.000 Fahrzeugen pro Jahr verdoppelt werden. Um das zu erreichen, wird ein weitere Produktionsstandort in Nordrhein-Westfalen in Betrieb gehen.

StreetScooter für externe Partner

Bisher hat die Deutsche Post die Fahrzeuge ausschließlich die Optimierung und Elektrifizierung der eigenen Flotte für Postbetrieb und Lieferverkehr genutzt. Hinzu kommt jetzt, dass das Tochterunternehmen der Deutschen Post die StreetScooter Fahrzeuge auch an Dritte verkaufen möchte. Mindestens die Hälfte der in diesem Jahr produzierten Elektrofahrzeuge soll an externe Interessenten veräußert werden. Die Post sieht vor allem Interesse bei Kommunen, strategischen Partnern und großen Flottenkunden im In- und Ausland. Der Fokus liegt dabei vorerst auf Europa. Bisher befinden sich bei der Post rund 2.500 StreetScooter des Typs Work Fahrzeuge im Einsatz – die Zahl soll sich bis Jahresende mindestens verdoppeln.

Gemeinschaftsprojekt mit RWTH Aachen

Ursprünglich wurde der StreetScooter von der RWTH Aachen und der Deutschen Post zusammen entwickelt. Nachdem die Entwicklung abgeschlossen wurde, hat die Post das Unternehmen komplett übernommen. Bei der Post werden die alten Dieselfahrzeuge durch die neuen Elektrofahrzeuge ersetzt. Die Fahrzeuge überzeugen durch die einfache Konstruktion und die Zuverlässigkeit. Viele der Komponenten waren schon vorhanden und erprobt. Der Motor stammt von EM-Motive einem Joint Venture von Bosch und Daimler. Die meisten Komponenten der Leistungselektronik sind direkt von Bosch. Insgesamt haben die Elektrolieferwagen eine Reichweite von 80 km pro Ladung. Für den täglichen Betrieb ist das mehr als genug – es werden pro Fahrt nur etwa 20 Kilometer zurückgelegt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 80 km/h – auch das ist mehr als genug für die Zustellung von Briefen und Paketen im urbanen Bereich.

Hermes arbeitet mit Mercedes-Benz

Der Paketdienst Hermes hat in den vergangenen Wochen angekündigt, dass eine Kooperation mit Daimler geschlossen wurde. Ab 2018 möchte Hermes elektrifizierte Lieferwagen von Mercedes-Benz in Stuttgart und später auch in anderen Städten einsetzten.

Bild: StreetScooter GmbH (alle Rechte vorbehalten)

Lyft plant Lieferservice

Lyft entwickelt anscheinen einen Lieferservice. Bisher bietet das amerikanische Unternehmen nur einen Fahrdienst an, ein Kurierdienst gehört bisher noch nicht zum Angebot. Intern hat das Unternehmen deswegen mit Spannungen zu kämpfen.

Weiteres Standbein vs. weniger Fokus

Der Unternehmenschef John Zimmer sieht darin die Möglichkeiten, um das Unternehmen weiter  zu diversifizieren und unabhängiger vom Ridesharing-Angebot zu machen. Einige seiner Manager wollen den Plan aber nicht unterstützen, da es vom eigentlichen Ziel ablenkt. Das Ziel von Lyft ist es, einen wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Fahrdienst abzubauen. Die Führungspersonen von Lyft befürchten, dass Gelder und Fokus von dem Ridesharing-Service abgezogen werden und in das neue Angebot gesteckt werden.

Start noch unklar

Bisher ist noch nicht klar, wann Lyft den Service starten möchte. Auch mit einem Kurierdienst würde sich Lyft in einem umkämpften Markt befinden. Anderes Startups, wie Postmates und UberRush sind bereits in dem Bereich aktiv. Außerdem besteht Konkurrenz durch etablierte Kurierdienste und Lieferservices. Uber, der größte Konkurrent von Lyft, bietet schon einen Lieferservice an. Um UberRush ist es eher ruhig, UberEATS hingegen wird aggressive vorangetrieben.

Kooperation mit Restaurant-Plattformen

Lyft könnte zum Start mit den Essenlieferdiensten GrubHub und Eat24 zusammenarbeiten, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. GrubHub und Eat24 arbeiten mit Restaurants zusammen, die über eigene Fahrer verfügen. Der neue Lieferdienst von Lyft kann hier eine Ergänzung sein, um die Nachfrage in Stoßzeiten abzudecken. Alternativ können die Restaurants ihre Flotte abschaffen und auf den Lyft Service setzen.

Lieferservice: umkämpfter Markt

Der Markt der Lieferdienste ist umkämpft. Einige Anbieter fokussieren sich dabei ebenfalls auf Lieferservices für Essen und Restaurants. Für Postmates ist es laut eigener Aussage extrem schwer gewesen, die letzte Finanzierungsrunde einzusammeln. Auch der Essenlieferdienst Deliveroo scheint Schwierigkeiten gehabt zu haben, genügend Geld einzusammeln.

Lyft ist nur in den USA aktiv und wird von namenhaften Investoren unterstützt. Neben General Motors ist auch die chinesische Plattform Didi Chuxing an der Ridesharing-Plattform beteiligt.

Bild: Kārlis Dambrāns (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lieferdienst Postmates sammelt weiteres Geld ein – mit Schwierigkeiten

Der Lieferdienst Postmates hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 141 Mio. US$ eigesammelt. Laut Gründer Bastian Lehmann war es super super schwierig, die Runde abzuschließen. Die Bereitschaft von Investoren, Geld in verlustreiche Lieferstartups zu stecken, scheint zu schwinden.

Schwierige Finanzierungsrunde für Postmates

Die aktuelle Runde wurde von Founders Fund angeführt, dem VC von Milliardär Peter Thiel. Founders Fund hat sich schon in früheren Runden an dem Unternehmen beteiligt, mit dem jetzigen Investment zieht Founders Fund Partner Brian Singerman in den Aufsichtsrat von Postmates ein. Die Bewertung liegt bei 600 Mio. US$, das heißt seit der letzen Finanzierungsrunden ist der Wert nicht gestiegen. Damals lag die Unternehmensbewertung auf dem gleichen Level. Vor der jetzigen Finanzierungsrunde sind bereits 120 Mio. US$ in das Startup geflossen.

Postmates bekommt die Veränderungen im Venture Capital Markt zu spüren. Die Bereitschaft für neue Investitionen ist zurückgegangen. Das hat zur Folge, dass die Anzahl der abgeschlossenen Deals rückläufig ist.

Viel Konkurrenz für den Lieferdienst

Postmates befindet sich in einem umkämpften Markt. Auf der einen Seite konkurriert das Unternehmen mit etablierten Kurierdiensten, die seit Jahren aktiv sind. Hinzu kommen Restaurants, die über einen eigenen Lieferdienst verfügen und weitere Technologieunternehmen und Startups. Amazon ist ebenfalls in das Liefergeschäft eingestiegen und Uber befördert längst auch mehr als Personen von A nach B. Uber hat mit UberEATS große Ambitionen. Sowohl Uber als auch Amazon verfügen über ausreichend finanzielle Mittel, um einen langen Zeitraum ohne Gewinne durchzuhalten.

Verkauf könnte bevorstehen

Berichten zufolge wollte sich Postmates an ein anderes Unternehmen verkaufen. Erste Gespräche mit anderen Unternehmen (darunter Uber und Amazon) sind aber nicht erfolgreich verlaufen. Langfristig gesehen könnte sich Postmates aber einen Verkauf oder einen Börsengang vorstellen. Für einen Börsengang muss das Unternehmen aber bessere Zahlen vorlegen und ein profitables Geschäftsmodell vorweisen. Das Unternehmen hat mit Qatalyst Partners zusammengearbeitet, um einen potentiellen Käufer zu finden. Auch das Ridesharing Startup Lyft soll versucht haben, über die Investment-Boutique einen Käufer zu finden.

Bereits mehrere Unternehmen gescheitert

Postmates ist nicht das einzige Startup, aus dem Lieferbereich, für das es schwieriger geworden ist, Geld einzusammeln. In Europa musste der Essenlieferdienst Take Eat Easy aufgeben, in den USA hat es Spoon Rocket und den on-demand Wäschedienst Washio getroffen. Alle Unternehmen wurden zuvor mit einem hohen Millionenbetrag finanziert. DoorDash musste seine Bewertung in der letzten Finanzierungsrunde reduzieren. Dazu muss man sagen, dass sowohl DoorDash als auch Postmates mit einer überzogenen Bewertung in die Finanzierungsrunden gestartet sind. Beide Unternehmen erzielen noch keine Gewinne.

Postmates betreibt einen Lieferdienst, der anfänglich von Restaurants genutzt wurde. Über die Zeit hat das amerikanische Unternehmen sein Angebot ausgeweitet, damit auch lokale Händler den Logistikservice nutzen können. Unter anderem wurde mit Apple eine Partnerschaft gestartet. Im April diesen Jahres wurde ein Mitgliedsmodell nach Amazon Prime Vorbild gestartet. Nutzer zahlen eine monatliche Gebühr von 9.99 US$ pro Monat und können dafür den Postmates Service so oft sie wollen ohne zusätzliche Lieferkosten nutzen. Voraussetzung ist, dass bei einem teilnehmenden Partner bestellt wird und dass der Warenkorb höher als 25 US$ ist. Die Abonnenten sollen im Schnitt 7.5 Bestellungen pro Monat platzieren.

Aktuell wickelt das Startup 1.5 Mio, in diesem Jahr sollen Waren im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar transportiert worden sein. Auf der Plattform sind mehr als 40.000 Kuriere in 44 Städten aktiv. Die 6000 Partnerunternehmen zahlen an Postmates ein Gebühr in Höhe von 20% des über die Postmates App erzielen Umsatzes.

Bild: TechCrunch (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lieferdienst Take Eat Easy ist insolvent

Der Essen-Lieferdienst Take Eat Easy ist pleite und stellt sofort den Betrieb ein. Das im Jahr 2013 gegründete Unternehmen hat es nicht geschafft, eine neue Finanzierungsrunde einzusammeln. Jetzt wurde Insolvenz angemeldet und es wird nach einem Käufer gesucht. In der letzten Woche wurde noch ein Meilenstein verkündet, die millionste Lieferung wurde ausgeliefert.

Das Unternehmen aus Brüssel hat somit im Wettbewerb mit Foodora und Deliverooo verloren. Die im letzten Jahr eingesammelten 16 Mio. US$ haben nicht gereicht, um im Wettbewerb mit Foodora und Deliveroo erfolgreich zu ein. Foodora verfügt über hohe finanzielle Mittel aus dem Rocket Umfeld und Deliveroo hat ebenfalls eine stattliche Finanzierung eingesammelt. Hinzu kommt, dass UberEATS in Europa gestartet ist und Amazon ebenfalls in den Markt für Restaurant Lieferservices einsteigen möchte.

Seit Oktober 2015 wurde versucht, die Series C einzusammeln. Laut Blog Post von Take Eat Easy Gründer Adrien Rosen hat das Unternehmen in der Zeit Ablehnungen von 114 VCs erhalten. Ein Deal über das Investment von  30 Mio. US$  durch ein staatseigenes französisches Logistikunternehmen ist gescheitert. Nach einer dreimonatigen Due Diligence  hat der Aufsichtsrat den Deal abgelehnt und das Investmentangebot wurde zurückgezogen. Die Verhandlungen unter einer Exklusivitätsvereinbarung, somit gab es keinen Plan B.

Starke Wettbewerber für Take Eat Easy 

Für die geplante Finanzierungsrunde war es nicht hilfreich, dass Deliveroo über 200 Mio. US$ eingesammelt hat. Fraglich ist auch die Rolle, die Rocket Internet in dem Zusammenhang gespielt hat.  Die Tatsache, dass Rocket Internet in Take Eat Easy investiert hat und die Anteile dann an Delivery Hero weiterverkauft hat, dürfte nich unterstützend gewesen sein. Zu Delivery Hero gehört auch Foodora (vormals Volo), in das vom Unternehme sehr viel Geld gesteckt wird, um mit Deliveroo mithalten zu können. Delivery Heros Interesse, einen zweiten starken Player aufzubauen, dürfte gering gewesen sein. Ebenso das Interesse an einer Fusion von Foodora und Take Eat Easy, die teuere geworden wäre. Investoren wird es abgeschreckt haben, dass ein starker Wettbewerber direkten Zugriff auf alle Planungen und Kennzahlen von Take Eat Easy hat.

Wer kommt als Käufer in Frage? 

Die hohen Fixkosten und die geringe Marge sind dem Unternehmen letztendlich auf die Füße gefallen. Fraglich ist, wer das Unternehmen in einem nächsten Schritt kaufen könnte. Die meisten der zuletzt 160 Mitarbeiter werden schnell das Unternehmen verlassen wollen, wenn sie nich schon weg sind. Somit würde es kein Team mehr geben, um das Geschäft am Leben zu halten. Die Kundenbasis dürfte sich mit der von Foodora und Deliveroo stark überschneiden, somit dürften diese beiden Unternehmen auch nicht als Käufer in Frage kommen. Unternehmen wie Amazon und Uber scheinen lieber auf eine eigenen Technologie und ein eigenes Sales Team zu setzten. Wer bleibt da noch?

Nach der Insolvenz von Food Express, der Entlassungswelle bei Moovinga und dem Aus von Take Eat Easy und Valk Fleet stellt sich die Frage, ob es der richtige Weg ist, ein Unternehmen schnell aufzublasen, ohne ein profitables Geschäftsmodell zu haben. Angemessenere wäre es, zuerst zu beweisen, dass das Geschäft auf einem kleinen Level profitabel funktioniert, bevor es dann hochskaliert wird.

Über Take Eat Easy konnten die Nutzer fertig zubereitete Gerichte von beliebten Restaurants bestellen. Es wurde entweder über die Smartphone App oder die Website bestellt. Wie Foodora, UberEats und Deliveroo verfügte auch Take Eat Easy über eine Flotte an Lieferfahren, die die Gerichte mit Fahrrädern oder Motorrollern ausgeliefert haben. Von den Restaurants wurde eine Gebühr von 30% einbehalten, die Nutzer mussten zusätzlich 2.50 Euro Liefergebühr bezahlen. Nach dem Start in Brüssel ist das Unternehmen in 20 europäische Städte expandiert. Take Eat Easy hatte am Ende 3.200 Restaurants auf der Plattform und 350.000 Kunden.

Bild: Screenshot Take Eat Easy Website (alle Rechte vorbehalten)

Lieferservice Favor schließt in einigen Städten

Der on-demand Lieferservice Favor hat angekündigt, dass der Service in fünf amerikanischen Städten eingestellt wird. Favor betreibt eine Plattform über die on-demand Transportdienste gebucht werden können. Ein ähnliches Geschäftsmodell verfolgt das Unternehmen Postmates, das unter anderem von dem Deutschen Sebastian Lehmann gegründet wurde.

Der Lieferservice von Favor wird in den Städten Chicago, Philadelphia, Atlanta, Miami und Washington DC geschlossen. Vor der Ankündigung war das Unternehmen in 23 Städten aktiv, die Zahl hat sich jetzt auf 18 Städte reduziert.

Herausforderndes Geschäftsmodell

Es ist extrem schwierig, ein on-demand Lieferstartup mit sinnvollen Unit Economics aufzubauen. Nicht nur Favor hat damit zu kämpfen. Vor ein paar Monate hat Delivery Hero sein Tochterunternehmen Valk Fleet geschlossen, das sich auch ausschließlich auf on-demand Zustellungen fokussiert hat. Häufig gehören Restaurants ohne eigen Flotte zu den Kunden der Lieferdienste. Deren Nachfrage ist sehr dynamisch und ermögliche keine gleichmäßige Auslastung der Lieferservices. Hinzu kommt, dass der Wettbewerb im Feld der on-demand Lieferdienste hoch ist. Einige gut finanzierte Startups kämpfen um Markanteile und drücken die Preise. In Deutschland sind das unter anderem Deliveroo und Foodora.

Fokus auf Städte mit geringerer Einwohnerdichte

Favor will sich nun auf Märkte mit geringerer Einwohnerdichte fokussieren. Diese Städte verfügen über ein gesünderes Marktumfeld und das on-demand Lieferstartup kann dort effizienter wachsen. Das Unternehmen Hinzu kommt, dass in diesen Städten der Verkehr geringer ist und schneller Parkplätze gefunden werden können. Die Wartezeiten bei den Restaurants sind auch kürzer. Das führt dazu, dass die Kunden eine bessere Erfahrung mit dem Service machen und diesen gut bewerten und weiterempfehlen. Entscheidender Punkt ist auch, dass in diesen Städten der Wettbewerb geringer ist. Favor muss auch erst in diesen Städten beweisen, dass das Geschäftsmodell funktioniert. Entscheidend hierfür sind die Auslastung und der Durchsatz an Aufträgen pro Fahrer.

Das Unternehmen will seinen Lieferservice in weiteren Städten mit geringer Einwohnerdichte starten und schließt auch nicht aus, dass der Service wieder in den Städten mit hoher Dichte eingeführt wird.

Lieferdienst Nachrichten: UPS investiert, Amazon liefert frische Lebensmittel

Kurznachrichten aus dem Lieferbereich: Der Logistikriese UPS investiert in das same-day Delivery startup Deliv. Die amerikanische Supermarktkette Whole Foods beteiligt sich an dem Lieferdienst für Lebensmitte Instacart. Amazon liefert das erste mal in Europa frische Lebensmittel aus.

UPS investiert in same-day Delivery Startup

Der Logistikriese UPS hat sich an dem same-day Delivery Startup Deliv beteiligt. Es ist nicht bekannt, wie viel UPS dafür bezahlt hat. UPS hat die letzte Finanzierungsrund von Deliv angeführt, in der 28 Mio. US$ eingesammelt wurden. Das Startup Deliv kooperiert hauptsächlich mit großen Ketten, Best Buy, Walgreens, Sony und Macy’s bieten den Same-Day Delivery Service in Kooperation mit Deliv in 17 amerikanischen Städten an. UPS erhält durch den Deal einen Einblick, wie das Same-Day Delivery Geschäft funktioniert, ohne selber operativ tätig zu werden. UPS spart sich so Geld und eine langwierige interne Entwicklung eines Same-Day Delivery Services. UPS gerät auch unter Druck, da E-Commerce Giganten, wie Amazon eine eigene Logistikkette aufbauen. Grundsätzlich scheinen same-Day Delivery Services vor allem in den USA auf dem Vormarsch zu sein. In einer Umfrage von Deloitte haben 24 % der Befragten angegeben, dass sie für einen Same-Day Service zahlen würden. Der europäische UPS Konkurrent DPD hat sich bereits vor längerer Zeit an dem Münchner Same-Day Delivery Startup Tiramizoo beteiligt, Hermes ist bei Lievery eingestiegen. (via Business Insider)

Whole Foods investiert in Instacart

Die amerikanische Supermarktkette Whole Foods investiert in das Lieferstartup Instacart. Die beiden Unternehmen haben außerdem eine Vereinbarung getroffen, die Instacart für die nächsten fünf Jahre als exklusiven Partner für das Liefergeschäft von Whole Foods vorsehen. Instacart ist bisher nur in den USA verfügbar, deswegen beschränkt sich die Exklusivität nur auf Amerika. In England arbeitet Whole Foods mit dem Startup Shutl zusammen. Instacart bietet einen Lieferservice für Lebensmittel an und kooperiert dabei mit unterschiedlichen Supermarktketten. Bleibt abzuwarten, ob die anderen Kooperationspartner begeistert von dem Deal zwischen Whole Foods und Instacart sind. Unternehmen wie Target und Costco werden sicher nicht begeistert sein, dass Whole Foods Einsicht in deren Geschäfte mit Instacart hat. (via Recode)

Amazon liefert erstmals in Europa frische Lebensmittel

Amazon startet in Großbritannien einen Lieferdienst für frische Lebensmittel du Tiefkühlkost. Bisher bietet das Unternehmen diesen Service nur in den USA an. Ob Amazon Fresh auch demnächst in Deutschland starten wird, ist unbekannt. Amazon ergänzt mit dem Service sein Lieferangebot für Lebensmittel und Haushaltsprodukte. Bisher wurden nur haltbare Lebensmittel, Waschmittel, Haushaltswaren oder Pflegeprodukte über den Amazon Pantry Service verkauft. (via Reuters)

Bild: getmobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: Rocket gibt Foodora weiter, Shypp.it startet Lieferservice

Kurznachrichten: Lieferdienst Foodora wird an Delivery Hero weitergereicht. Tesla Update bringt Autopiloten. Limousinenservice Blacklane versucht weitere Finanzierung einzusammeln. Mitfahrgelegenheit für Pakete Shypp.it gestartet.

Rocket Internet reicht Foodora an Delivery Hero weiter

Das von Rocket Internet gekaufte Startup Foodora wird nach kurzer Zeit an Delivery Hero weitergereicht. Foodora aggregiert meist gehobenere Restaurants auf einer Seite, die keinen eigenen Lieferservice anbieten. Das Netzwerk an Foodora-Fahreren holt die bestellten Gerichte bei den Restaurants ab und liefert sie an die Kunden aus. Delivery Hero hat mit Urban Taste ein ähnliches Konzept gestartet. Urban Taste soll nun in Foodora integriert werden. Das ebenfalls von Rocket Internet finanziert Unternehmen mit gleichem Geschäftsmodell Take Eat Easy zieht sich nach kurzer Zeit aus Deutschland wieder zurück. Als weiterer Anbieter ist der britische Startup Deliveroo am Start. (via Gründerszene)

Tesla Software Update bringt Autopilot

Vor einiger Zeit hat Tesla angekündigt, dass die Tesla S Fahrzeuge mit Sensoren für autonomes Fahren ausgestattet werden und dass die Funktion des selbstfahrenden Fahrzeugs über ein Softwareupdate  nutzbar wird. Nun wurde die Tesla Software Version 7.0 veröffentlicht, die ein Fahren ohne Eingreifen des Fahrers unter bestimmten Umständen erlaubt. Mittels Daten, die durch die verbaute Kamera, Ultraschallsensoren, GPS Modul und Radarsensoren gesammelt werden, kann das Fahrzeug selbständig die Spur wechseln und selbständig auf den Verkehr reagieren. Nach dem Update kann das Elektrofahrzeug von Tesla auch selbstständig einparken. (via Tesla Blog)

Blacklane will weitere Finanzierung einsammeln

Der Anbieter von Limousinenservices Blacklane will weitere Millionen aufnehmen, um weiteres Personal einstellen und expandieren zu können. Bisher sind ca. 25 Mio. Euro in das Unternehmen geflossen. Unter anderem von Daimler und Carsten Maschmeyer. Die Bewertung bei der letzten Finanzierung lag im niedrigen dreistelligen Millionenbereich. Blacklane setzt auf vermeintliche professionelle Chauffeure, die über die nötigen Lizenzen verfügen. Die Fahrten werden nicht on-demand sondern im Voraus gebucht. Damit werden hauptsächlich (Geschäfts)-reisende angesprochen. Als Taxialternative für spontane Kurzfahrten ist der Service von Blacklane nicht in Betracht zu ziehen. Blacklane kooperiert in China mit Qunar und mit dem amerikanischen Reisekonzern Expedia. (via Bloomberg)

Shypp.it – Mitfahrgelegenheit für Pakete gestartet

Mit Shypp.it ist eine Mitfahrgelegenheit für Pakete gestartet. Shypp.it versteht sich als Vermittlungsplattform für Fahrer mit leerem Kofferraum und Personen, die eine Lieferung versenden möchten. Mit einem ähnlichen Konzept ist das österreichische Unternehmen Checkrobin auf dem Markt. Innerhalb eines Jahres wurden bei Checkrobin ca. 50.000 Fahrten in Österreich eingestellt.  Das Potential in Deutschland dürfte weitaus größer als in Österreich sein.

Damit shypp.it auch profitabel arbeiten kann, müssen pro Jahr mehrere Hunderttausend Fahrten abgeschlossen werden. Für den Transport von Gütern können meist nur niedrige Preise aufgerufen werden. Bei einem provisionsbasiertem Geschäftsmodell entfällt der Anteil somit ebenfalls entsprechend gering aus. Checkrobin plant eine Provision in Höhe von drei Euro einzuführen, damit würde sich bei 50.000 Fahrten pro Jahr ein maximaler Umsatz von 150.000 € ergeben. Viel zu wenig, um ein Unternehmen profitabel betreiben zu können.

Eine weitere Herausforderung für das Unternehmen ist die letzte Meile. Kaum ein Fahrer dürfte bereit sein, einen Umweg in Kauf zu nehmen, um eine Lieferung abzuholen oder abzuliefern.

Bild: Delivery Service | Street Life | Hat Yai Street 2014 von John Ragai (bestimmte Rechte vorbehalten)