Tag Archives: Lieferservice

Shell investiert in Same Day Delivery Unternehmen Tiramizoo

Das Münchner Same Day Delivery Startup Tiramizoo hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Als neuer Investor ist Shell Technology Ventures mit an Board. Der Automobilkonzern Daimler geht die aktuelle Finanzierungsrunde mit.

Tiramizoo Plattform soll weiter ausgebaut werden

Mit dem Investment will tiramizoo die technische Plattform für urbane Logistik weiter ausbauen.  Darüber werden Fahrer, Händler und Endkunden transparent vernetzt. Das Startup fokussiert sich dabei auf die Weiterentwicklung der technischen Aspekt – App, Plattform und intelligente Backend-Technologie stehen dabei im Mittelpunkt. Das Unternehmen sieht sich als führender Anbieter von effizienten IT-Lösungen im schnell wachsenden Markt für Same Day Delivery und Optimierung der letzten Meile. Neben der Weiterentwicklung der bestehenden Software, kann sich das Unternehmen auch vorstellen, weitere Dienstleistungen zu starten.

Mehr als 3000 Kuriere in 150 Städten

Mittlerweile sind mehr als 3000 Kuriere für die Plattform in 150 Städte in Deutschland, Österreich, Schweden und den Niederlanden unterwegs. Tiramizoo setzt dabei auf Partnerunternehmen und selbstständige Fahrer. Zu den namenhaften Kunden gehören Zalando, MediaMarkt oder Saturn. Die tiramizoo-Plattform schafft so einen besseren Service für die Kunden der Einzelhändler und sorgt durch Effizienzsteigerungen für niedrigere Kosten, Vermeidung zusätzlicher Staus und somit für eine Verbesserung der Luftqualität.

Shell investiert in Lösungen für effizienten Transport

Shell investiert in das Same Day Delivery Unternehmen, da der Ölkonzern neue Umsatzpotentiale mit digitalen Geschäftsmodellen erschließen möchte. Investments in Lösungen für effizienten und umweltschonenden Transport von Waren und Personen in bevölkerungsreichen Großstädten gehören zur Strategie von Shell, um unabhängiger von dem Ölgeschäft zu werden. Bei tiramizoo haben die technische Lösung und das Verständnis für die lokalen Logistik-Märkte überzeugt.

Die Höhe des Investments ist nicht bekannt. Neben Shell und Daimler sind auch DPD Deutschland, die Bayerische Beteiligungsgesellschaft und Bayern Kapital als Gesellschafter mit an Bord. Die DPD Dachgesellschaft GeoPost hat interessanterweise fast zeitgleich bekanntgegeben, dass der Französische Same Day Delivery Arbeiter Stuart übernommen wird.

Bild: tiramizoo (alle Rechte vorbehalten)

Lieferroboter: Starship testet in den USA

Seit einigen Monaten testet das Startup Starship Technologies seine Lieferroboter bereits in Großbritannien. Jetzt folgt der nächste Schritt mit Partnerschaften in den USA. Starship hat mit den Lieferdiensten Postmates und DoorDash eine Kooperation geschlossen, um die Lieferroboter unter realen Bedingungen testen zu können. Die Lieferstartups wollen durch den Test lernen, wie weit sie in Zukunft Lieferroboter einsetzen können.

In den USA werden die kleinen Lieferroboter in Redwood City und in Washington, DC. eingesetzt. DoorDash wird in Redwood City erste Kunden mit den autonomen Fahrzeugen beliefern, Postmates in Washington. Das Testgebiet ist jeweils auf einen Radius von ca. sechs Kilometern beschränkt. Die Kunden der beiden amerikanischen Lieferdienste sehen in der App die Lieferoption mit Roboter und können diese entsprechend auswählen. Wenn der Roboter angekommen ist, wird die Ladeluke per übermittelten Zahlencode geöffnet, um danach die Ware entnehmen zu können. Die Lieferroboter nutzen meistens den Bürgersteig und sind dem entsprechend langsam unterwegs. Ziel ist es, die Lieferung innerhalb von 15 – 30 Minuten zuzustellen.

In Großbritannien testet Starship seit vergangenem Jahr die Roboter. Im Londoner Stadtteil Greenwich werden bereits Nutzer von JustEat testweise beliefert. In Deutschland will das Startup mit Hermes und der Metro testen, bisher scheint aber die Genehmigung durch die Stadtbehörden nicht erfolgt zu sein.

Die Starship Lieferroboter sollen zu einem späteren Zeitpunkt vollautonom fahren. Die Überwachung aus der Ferne soll nur bei Notfällen eingreifen. Im Moment ist die Technik aber noch nicht soweit. Vor allem die hoch detaillierten Kartendaten müssen erst noch erstellt werden. Die Roboter fahren nicht autonome, sondern werden mit einer Art Joystick aus der Ferne gesteuert. Eine weitere Person begleitet den Roboter, um die Meinungen und Reaktionen der Passanten aufzunehmen und um im Notfall eingreifen zu können. In Handarbeit werden die Lieferroboter bisher noch produziert, es wird noch einige Zeit dauern, bis die Produktion hochgefahren werden kann.

In der letzten Woche wurde bekannt, dass Daimler bei Starship eingestiegen ist. Als erstes gemeinsames Projekt wurde ein umgebauter Mercedes Sprinter präsentiert, der als Basisstation für die Roboter dienen soll. Die langjährigen Erfahrungen von Daimler in der Entwicklung und Produktion von komplexen technischen Produkten, werden dem Roboter Startup bei der erfolgreichen Skalierung helfen.

Bild: Starship Technologies (alle Rechte vorbehalten)

ZipJet übernimmt Wettbewerber mit starkem B2B Fokus

Das von Rocket Internet unterstützte Wäschereinigungs-Startup ZipJet hat den Wettbewerber Asteria Cleaners aus London übernommen. Bisher hat sich der mobile Wäschedienst ZipJet vor allem auf Privatkunden fokussiert, nach der Übernahme eines Mitbewerbers in London soll das Angebot auf Geschäftskunden (B2B) erweitert werden.

Ähnliches Geschäftsmodell

Wie auch bei ZipJet holt bei Asteria Cleaners ein Fahrer die zu waschende Wäsche ab, nach der Reinigung wird diese wieder zurückgeliefert. Von Asteria werden einige Geschäftskunden bedient, darunter dir Großbank UBS.

ZipJet kann durch die Übernahme schneller wachsen und auch auf Kostenseite ergeben sich Vorteile. Da ein Fahrer meist mehrere Bestellungen an der gleichen Adresse abholt oder abliefert, reduzieren sich die Logistikkosten pro Auftrag enorm.

Ausweitung von B2B geplant

Das Angebot für Geschäftskunden soll in London weiter ausgebaut werden. Neben Großbanken und Konzernen könnte das Angebot auch für Co-Working Spaces und Startups interessant sein. Unternehmen können den Service als eine Art Bonusprogramm für ihre Mitarbeiter anbieten. Für Co-Working Spaces ergibt sich die Möglichkeit, den Service in das Rundum-Paket mit integrieren. Im kommenden Jahr ist eine Ausweitung des B2B und B2B2C Services nach Berlin und Paris geplant.

ZipJet wurde Ende 2014 von Rocket Internet in London gestartet und hat ein halbes Jahr später das Angebot auch in Berlin an den Start gebracht. Seit Mai diesen Jahres ist ZipJet auch in Paris aktiv. Vorbild für ZipJet war das amerikanische Startup Washio, das im Sommer den Betrieb eigestellt hat. Washio ist wahrscheinlich zu schnell in zu viele Städte expandiert, ohne die Kosten im Griff zu haben. ZipJet verfolgt einen datenbasierten und technologieorientierten Weg. So werden Auslastung optimiert und Routen effizient und automatisch geplant.

In Zukunft könnte Wachstum auch durch weitere Zukäufe erfolgen. Zukäufe könnten auch bei einer weiteren Expansion eine Rolle spielen, um in einer weiteren Stadt nicht komplett von Null beginnen zu müssen.

Bild: ZipJet (alle Rechte vorbehalten)

Square wolle Caviar an Uber oder GrubHub verkaufen

Das Payment-Unternehmen wollte Caviar, seinen Lieferdienst für Essen verkaufen, hat aber keinen Käufer gefunden, der einen angemessenen Preis zahlen wollte. Als mögliche Käufer sollen Uber, GrubHub und Yelp kontaktiert worden sein. Die Gespräche wurden gestartet, nachdem Square eine Anfragen von einem potentiellen Käufer erhalten hatte. Square hat einen Kaufpreis von 100 Mio. US$ aufgerufen, was keinen Käufer überzeuge konnte. Uber soll ein Angebot abgegeben haben, das als zu niedrig eingestuft wurde.

Square ist mit einem Mobile Point of Sale System bekannt geworden. Das mittlerweile börsennotierte Unternehmen hat als erstes Kartenleser auf den Markt gebracht, die mit dem Smartphone verbunden werden können, um Kartenzahlungen ohne teure Zusatzgeräte anbieten zu können. Zielgruppe sind kleine Cafés, Restaurants, Geschäfte oder auch Taxi-Fahrer.

Caviar arbeitet nicht profitabel

Die Verkaufsgespräche sollen schon 2015 gestartet sein und sich über das erste Quartal 2016 erstreckt haben. Wie andere Essenlieferservices auch, arbeitet Caviar noch nicht profitabel. Die Verluste werden aber nicht in den Quartalszahlen von Square veröffentlicht. In letzter Zeit wurde es für on-demand Lieferstartups schwieriger, Finanzierungen einzusammeln. Postmates hat länger benötigt, um die Finanzierung einzusammeln. DoorDash musste eine Finanzierung bei gleichbleibender Bewertung aufnehmen. Das belgische Startup Take Eat Easy gab auf, genau wie Pronto aus London oder TokTokTok aus Frankreich. Der Wettbewerb ist immens. Uber rollt sein Modell UberEATS in immer mehr Städten aus, Foodora und Deliveroo sind ebenfalls gut finanziert. Zuletzt ist Amazon mit einem Lieferdienst für Essen nach London expandiert.Von Amazon ist bekannt, dass das Unternehmen einen langen Atem hat.

Caviar 2014 erst übernommen

Square hat Caviar im August 2014 für 90 Mio. US$ in Aktien übernommen. Dadurch wollte Square den Markt für die Bezahlsysteme ankurbeln. Auf der anderen Seite wollt es auch seinen Restaurant-Kunden ermöglichen, den Umsatz durch den Lieferservice zu erhöhen. Das operative Geschäft von Caviar wurde in den letzten Monaten gekürzt, um Kosten zu sparen.

Bild:

Lieferdienst Tok Tok Tok aus Frankreich an Just Eat verkauft

Tok Tok Tok aus Frankreich verkauft seine Technologie und somit konsolidiert sich der Markt der on-demand Lieferservices weiter. Bisher mussten Pronto und Take Eat Easy im Restaurant-Bereich aufgeben. Auch der on-demand Textilreinigungsservice Washio hat seinen Betrieb eingestellt und die Kundenbasis an den Konkurrenten Rinse verkauft.

Tok Tok Tok mit Postmates vergleichbar

Jetzt trifft es auch das französische Lieferstartup Tok Tok Tok, das in mehreren europäischen Städten einen on-demand Lieferservice angeboten hat. Tok Tok Tok ist mit Postmates vergleichbar. Der Fokus liegt auf der Auslieferung von Gerichten, die innerhalb einer Stunde nach Auftragseingang ausgeliefert werden. Das Unternehmen stellt seinen Betriebt ein und verkauft seine Technologie an einen führenden Anbieter. Es ist zwar nicht offiziell verkündet worden, wer der Käufer ist, laut TechCrunch handelt es sich dabei aber um Just Eat.

Tok Tok Tok wurde bereits 2013 gegründet und hatte bisher nur eine Seed-Finanzierung in Höhe von 2 Mio. US$ eingesammelt.

Konkurrenz durch Deliveroo und UberEats

Just Eat konzentriert sich bisher vorwiegend auf die Vermittlung von Aufträgen an Restaurants mit eigenen Lieferfahrern. Durch das Wachstum von Deliveroo und UberEats, die beide auf eigene Lieferflotten setzten, steigt auch der Druck auf Just Eat, in diesem Bereich tätig zu werden, um weitere Kundengruppen zu erreichen. Entweder nutzt Just Eats die Technologie, um einen Service mit eigenen Fahrern weiter auszubauen, oder um das Angebot für Restaurants mit Fahrern zu verbessern. Die technische Lösung von Tok Tok Tok soll ausgreift und anspruchsvoll sein.

Auch Mitbewerber experimentieren

Auch der Wettbewerber TakeAway experimentiert mit der Technologie für einen Lieferservice mit eigenen Fahrern. Über die deutsche Tochter Lieferando wurden die Überbleibsel inklusive Technologie von Food Express übernommen. Food Express wurde von Delivery Hero finanziell unterstützt, aber dann abrupt fallengelassen. Danach musst das Unternehmen in die Insolvenz gehen und war auf der Suche nach einem Käufer.

Bild: TokTokTok (alle Rechte vorbehalten)

Amazon Restaurants Lieferservice startet in London

Der Markt für Restaurant-Lieferdienste in Europa wird durch Amazon aufgemischt. Seit Juli wurde vermutet, dass Amazon einen Lieferservice für Gerichte von angesagten Restaurants startet, jetzt ist es soweit. Amazon Prime Nutzer können den Service über die Amazon Prime Now App in einigen Gebieten in London buchen. Mit Amazon Restaurants steigt der amerikanisch E-Commerce Riese in einen Markt ein, der bisher von UberEats und Deliveroo in London dominiert wird. Beide Anbieter erhalten eine ernstzunehmende Konkurrenz.

Im Gegensatz zu Deliveroo verlangt Amazon keine Liefergebühr, dafür liegt der Mindestbestellwert bei 15 GBP. Bei Deliveroo lieg die Liefergebühr bei 2.49 GBP in London, der Mindestbestellwert bei 12.50 GBP. UberEats verlangt keine Liefergebühr und ein Mindestbestellwert fällt auch nicht an. Amazon sagt, dass die Preise für die Gerichte in der App nicht teurer sind, als in den Restaurants. Es soll also keine Aufschläge geben. Sollte ein Kunde im Restaurant einen günstigeren Preis sehen, erstattet Amazon die Kosten dafür.

Wettbewerb um Kunden und Fahrer wird härter

Der Einstieg von Amazon wird den Wettbewerb auf mehreren Fronten anheizen. Auf der einen Seite wird der Druck bei der Kundenakquisition erhöht. Bisher überbieten sich Deliveroo und UberEats bei Rabattaktionen, Amazon hat genügend finanzielle Mittel und Durchhaltevermögen, um diesen Preiskampf über eine lange Zeit mitzugehen. Auf der anderen Seite wird der Kampf um Fahrer härter. Auch hier versuchen die beiden Marktgrößen, sich gegenseitig die Fahrer abzuwerben bzw. zum Einsatz zu bewegen. Die meisten Kuriere sind bei beiden Plattformen registriert und wechseln zwischen beiden Plattformen hin und her. Entscheiden dafür sind die Verdienstmöglichkeiten, also Auftragslage und Bezahlung pro Auftrag.
Amazon Restaurants wird diesen Kampf weiter anheizen, auch wenn davon auszugehen ist, dass Amazon seine Kuriere weiter auslasten wird, die jetzt schon im Einsatz sind um die Prime Now Pakete zuzustellen.

Amazon Restaurants seit 2015 in den USA

Bisher war Amazon Restaurants nur in den USA verfügbar, mit London kommt die erste europäische Stadt dazu. In Seattle ist der Service im September 2015 gestartet, darauf folgten Manhattan, Dallas, San Francisco, Los Angeles, Chicago, San Diego, Austin, Atlanta, Miami, Baltimore und Portland. In Europa haben schon einige Restaurant-Lieferservice im Margen-schwachen Markt aufgegeben. Neben Take Eat Easy musste auch Porto das operative Geschäft einstellen. Rocket Internets Foodora hat sich schnell aus London wieder zurück gezogen und Valk Fleet hat den Betrieb auch eingestellt. Die finanzielle Power von Amazon dürfe einigen Gründer von ähnlichen Geschäftsideen schlaflose Nächte bereiten.

Bild: Amazon Webseite (alle Rechte vorbehalten)

Essenlieferdienst Pronto gibt auf

Pronto, der Lieferdienst für Gerichte gibt auf. Das Unternehmen hatte ein limitiertes Angebot an warmen gesunden Gerichte, Desserts und Getränken im Angebot. Die Gerichte wurden dabei selbst gekocht/aufgewärmt und kamen nicht von angesagten Restaurants wie bei Foodora oder Deliveroo. Das Ende von Pronto hat sich bereits in der letzten Woche angekündigt, damals wurde überraschend eine kurze Pause angekündigt. Der Kundenservice hat damals noch von ein paar Tagen gesprochen. Es ist nicht davon auszugehen, dass Pronto seinen Betrieb nochmal aufnimmt.

Gesunde Gerichte und eigene Küche

Das Startup hat im vergangenen Jahr eine Finanzierung von 1.6 Mio. US$ eigesammelt, unter anderem von Seedcamp, Planfair Capital, Business Angels und strategischen Investoren. Die Finanzierungssumme wurde hauptsächlich für den Aufbau der Küchen und die Bezahlung der Fahrer genutzt. Pronto hat sich auf gesunde Gerichte konzentriert. Pronto war bisher nur in London aktiv. Es wurden eigene Küchen an unterschiedlichen Orten in der Stadt eröffnet, um die Gerichte innerhalb von 20 Minuten zustellen zu können. Die Bestellungen wurden gruppiert, um eine höhere Auslastung der Fahrer zu erreichen. Die Zustellung erfolgte mit selbstständigen Fahrern, die meist mit Roller oder Fahrrad unterwegs waren.

Hohe Logistikkosten als Herausforderung

Dem Unternehmen sind die hohen Logistikkosten auf die Füße gefallen. Wie bei allen on-demand Lieferservices muss in den Peak-Zeiten genug Umsatz erzielt werden, um die Kosten außerhalb der Stoßzeiten zu decken. Pronto ist es in den letzten Monaten nicht gelungen, seine Unit-Economics so auszurichten, dass es für weitere Investoren interessant gewesen wäre, zu investieren. Wenig hilfreich dürfte auch das Aus von Take Eat Easy gewesen sein und die große Finanzierungsrunde von Deliveroo. Gerüchteweise war es für Deliveroo auch schwieriger Geld einzusammeln, als gedacht. Das Startup mit der schwarzen Fliege als Markenzeichen hat auch keinen Mindestbestellwert erhoben, die meisten Gerichte waren für etwa 9.50 Euro zu haben. Mit so einem geringen Bestellwert ist es schwierig, ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufzubauen.

Auch Rocket Internet ist mit Modell gescheitert

In der Vergangenheit hat Pronto auch durch die Partnerschaft mit dem Roboter-Startup Starship Technologies aufmerksam erzeugt. Starship Technologies entwickelt kleine autonome Lieferroboter, Pronto wollte diese für die Lieferung von Gerichten nutzen. Rocket Internet hat sich mit EatFirst mit einem ähnlichen Konzept versucht. EatFirst ist mittlerweile nur noch in London aktiv und liefert ausschließlich Gerichte, die in der Mikrowelle erwärmt werden müssen. Zuerst wurden auch warme Gerichte ausgeliefert, die in einer eigenen Küche zubereitet wurden.

Bild: Pronto (alle Rechte vorbehalten)

Reinigung mit System – Die letzte Meile muss durch Daten gelöst werden

Berlin, 7. Juli 2016 – Das Unternehmen ZipJet ist bekannt als ein Service für frische Wäsche und gebügelte Hemden: abholen, reinigen und wieder zurückbringen – bei voller Flexibilität. Um einen Service wie diesen sicherstellen zu können, ist jedoch weit mehr nötig, als das Wissen über Waschmittel und Textilien. Denn wie bei nahezu allen Liefer- und Abholdiensten ist es wichtig, das Problem der so genannten “Letzten Meile” zu lösen. Das bedeutet, dass die Kunden ihre Waren natürlich auch an ihrer Haustür abgeben und entgegen nehmen möchten, zu einem vorher festgelegten, fixen Zeitpunkt. Für die Tourenplanung ist das jedoch eine enorme Herausforderung, da stündlich mehrere Kundenkontakte stattfinden und die Touren trotzdem oder vor allem deshalb effizient und zuverlässig geplant werden müssen.
Um diese Aufgabe zu meistern, hat sich ZipJet einen Algorithmus entwickelt, der schon seit den Anfängen die Datenauswertung und Tourenplanung übernimmt. Florian Färber, CEO und Mitgründer von ZipJet, betont, dass die Nutzung von Datenmengen und Algorithmen ab einer gewissen Nutzerzahl obligatorisch ist: “Wenn man die Zeit, die ein Fahrer auf der Straße und beim Kunden verbringt sinnvoll nutzen möchte, kommt man an einer computergesteuerten Planung nicht vorbei. Wir können einem Fahrer bis zu 10 Interaktionen mit Kunden pro Stunde ermöglichen, das ist bei unserer Nutzerzahl nicht mehr von Hand zu bewältigen.”
Es ist daher wichtig, die Routen sinnvoll zu planen, um nicht immer nur den kürzesten, sondern vielmehr auch den klügsten Weg zu wählen. Dabei steht natürlich zuerst die Planung des Bedarfs aus. Dafür clustert ZipJet auf Basis der Google S2 Datenbank alle Städte in denen der Service angeboten wird – zurzeit mit einem Index der Stufe 14, der jeweils 10k Quadratmeter zu einer Einheit zusammenfügt. Darüber hinaus ist es jedoch auch notwendig den Verkehr mit in die Berechnung einzubeziehen, wofür sich ZipJet historische Verkehrsdaten zunutze macht, die für jeweils 15-Minütige Zeitfenster die Durchschnittsgeschwindigkeit definieren. Somit ist es zum Beispiel möglich, in die Berechnungen der Routen einzubeziehen, dass in der Ritterstraße in Berlin an einem Montag Morgen zwischen 9:00 Uhr und 9:15 Uhr die durchschnittliche Geschwindigkeit gerade einmal 15 km/h beträgt. Nur auf diese Weise lässt sich in so verkehrsreichen Städten wie Berlin oder aber auch London und Paris eine Pünktlichkeit von durchschnittlich 95 Prozent erzielen.

Das Waschen unserer Wäsche überlassen wir schon lange den Maschinen, welche vom Menschen nur noch bedient werden. Denjenigen, der uns die Wäsche liefert und wieder nach Hause bringt, kann und will niemand ersetzen, doch bei der Planung von Routen sollten wir uns definitiv auf die Technik verlassen.

Über ZipJet

ZipJet ist ein Unternehmen von Rocket Internet, das von Florian Färber und Lorenzo Franzi 2014 gegründet wurde. Das Unternehmen hat über 50 feste Mitarbeiter und bietet seinen Service seit November 2014 in London und seit Januar 2015 in Berlin an. Der Auftrag von ZipJet ist einfach: Die Welt des Waschens & Reinigens revolutionieren, die Kunden von lästiger Hausarbeit zu befreien und ihnen mehr Freizeit zu schenken. Und das Konzept kommt an: Das Unternehmen hat schon mehr als 40.000 Kunden überzeugt und verzeichnet einen monatlichen Wachstum von etwa 30 Prozent.

UberEats auch in Deutschland? – Konkurrenz für Deliveroo und Foodora

Uber scheint auch in Deutschland in den Markt der Essenlieferdienste einzusteigen. Bisher liefern sich die beiden Unternehmen Foodora und Deliveroo einen Kampf um Marktanteile. Beide Unternehmen verteilen jede Menge Gutscheine, um Kunden zu gewinnen. Aktuelle Stellenausschreibungen von Uber legen nahe, dass das gut finanzierte Unternehmen den Lieferservice UberEats in München und Berlin starten will.

Eigene App für UberEats

UberEats wird bisher in etwa zehn amerikanischen Städten und in London angeboten. Mit UberEats können sich Kunden Essen von einer Reihe beteiligter Restaurants aussuchen und gegen Zahlung einer Gebühr nach Hause liefern lassen. In einigen Stadtgebieten gibt es auch die Option der Sofortlieferung, die eine Lieferung innerhalb von rund zehn Minuten garantiert. UberEats ist das erste Angebot von Uber, das in eine separate App ausgegliedert wurde.

Christian Freese, General Manager für Deutschland, hatte schon mit einem früheren Start geliebäugelt. Ein Start Ende 2015 wurde sogar mal in Aussicht gestellt. Zu den aktuellen Stellenausschreibungen will sich Uber nicht äußern. Auch ein Starttermin wird nicht kommuniziert. Die offizielle Äußerung lautet, dass man sich die Stadt Berlin ansehe.

Mit Fahrdienst ausgebremst

Bisher ist Uber mit dem Fahrdienst UberX in München und Berlin aktiv, hinzu kommt noch der Service UberTaxi. In den letzten Monaten musst Uber einige Rückschläge einstecken. Der Mitfahrservice UberPOP wurde verboten, UberX kann nur unter Auflagen angeboten, die ein schnelles Wachstum verhindern. Mit den Fahrdiensten ist Uber nur noch in Berlin und München aktiv, aus Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf hat sich das Unternehmen zurückgezogen.

Bild: Shima Aji Sushi at Troquet by Beautiful Cuisine von Dale Cruse (bestimmte Rechte vorbehalten)

Wirbel bei Valk Fleet: Management bedroht, Gehälter nicht gezahlt

Vor ein paar Wochen hat Delivery Hero angekündigt, dass das Tochterunternehmen Valk Fleet aufgegeben wird. Valk Fleet hatte eine Lieferflotte für Restaurants angeboten, die über keine eigenen Fahrer verfügen oder die Lieferungen auslagern wollen.

Wie TechCrunch berichtet, scheint die Abwicklung von Valk Fleet nicht ganz reibungslos zu verlaufen. Ehemalige Fahrer und Angestellte beschweren sich, dass ihnen das Unternehmen noch ausstehendes Gehalt schuldet. Außerdem haben Angestellte und Manager des Unternehmens Todesdrohungen von Fahrern erhalten, da sie nicht bezahlt wurden. Begründung von Delivery Hero ist, dass das Unternehmen unter Aufsicht gestellt wurde. Alle Zahlungen wurden von dem zuständigen Verwalter eingefroren. Fahrer und Angestellte müssen nun ihre Ansprüche gerichtlich geltend machen. Es ist nicht bekannt, wie viele Fahrer und Angestellte betroffen sind.

Die hohe Burn Rate in den letzten Monaten soll dem Unternehmen das Genick gebrochen haben. Der Fokus lag ausschließlich auf Wachstum, was zu einem monatlichen Burn von etwa 700.000 britischen Pfund (ca. 870.00 Euro) geführt habe soll. Zu Hochzeiten wurden etwa 100.000 Bestellungen pro Monat ausgeliefert, was sich durchaus sehen lassen kann. Laut Delivery Hero war es nicht möglich, mit einer Bestellung genügend Umsatz zu generieren, um die Kosten der Lieferung zu decken. Die Restaurants haben zwischen 3.50 und 4.50 Pfund für eine Lieferung bezahlt, die Kosten auf Valk Fleet Seite lagen aber bei 8 Pfund pro Bestellung. Neben den hohen Kosten hatte das Geschäftsmodell von Valk Fleet einige Schwächen. So wurde der Service für eine fixe Gebühr angeboten, am Umsatz war Valk Fleet nicht beteiligt.  Valk Fleet hat mit Schnellrestaurants, wie Burger King zusammengearbeitete. Der durchschnittliche Warenkorb bei Schnellrestaurants dürfte gering sein, im Vergleich zu den hochwertigen Restaurants, mit denen Deliveroo und Foodora  zusammenarbeiten.

Delivery Hero hat im letzten Jahr die Beteiligung an Food Express fallengelassen, um Valk Fleet aufzuziehen. Food Express musste damals Insolvenz anmelden und wurde letztendlich von  Lieferando übernommen. Die meisten Fahrer dürften bereits bei anderen Lieferstartups untergekommen sein. Delivery Hero konzentriert sich nun voll auf Foodora.

Bild: McDonald’s Delivery Fleet von lamoix (bestimmte Rechte vorbehalten)