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Limousinenservice Blacklane mit neuer Finanzierung

Das Berliner Startup Blacklane, das einen Limousinenservice weltweit anbietet, hat laut eignen Angaben die höchste Finanzierungsrunde der Unternehmensgeschichte abgeschlossen. Wie viel Geld aufgenommen wurde, hat Blacklane nicht mitgeteilt. Das Tech-Magazin TechCrunch will erfahren haben, dass 40 – 45 Mio. US Dollar in das Unternehmen geflossen sind, was von Blacklane nicht kommentiert wird.

ALFAHIM beteiligt sich an dem Limousinenservice

Die Finanzierung kommt von den bestehenden Investoren Daimler und btov Partners, sowie von einem neuen Investor ALFAHIM. Andere Business Angels und der Fond von Carsten Maschmeyer scheinen nicht weiter investiert zu haben. ALFAHIM hat die Runde angeführt, dahinter verbirgt sich ein Firmenkonglomerat aus den Vereinigen Arabischen Emiraten. ALFAHIM ist in den Bereichen Automobil, Reise-, Hotel und Restaurantgewerbe, Immobilien sowie Energie aktiv.

Geografische Expansion und Airport Concierge Service

Die neuen Mittel sollen für die Ausweitung der Angebotspalette und eine weitere Expansion genutzt werden. Bisher ist der Dienst in mehr als 250 Städten und an 500 Flughäfen aktiv. In diesem Jahr sollen weitere 50 Städte hinzukommen, vor allem im arabischen Raum und in Afrika. Bei der Expansion im arabischen Raum wird ALFAHIM auf Grund der lokalen Verankerung hilfreich sein.

Auf Produktseite soll der neue Dienst Blacklane Premium Airport Services & Solutions (Blacklane PASS) global ausgerollt werden. Mit dem Blacklane PASS können Reisende persönlichen Abholservice direkt vom oder zum Flugzeug, Hilfe und Unterstützung bei Anschlussflügen sowie Zugang zu Lounges genießen. Die Erweiterung von Blacklanes Portfolio um Airport Concierge Services geht auf die Übernahme von Solve im vergangenen Oktober zurück.

Fokus auf Premium und geplante Fahrten

Im Haifischbecken der Fahr- und Ride-Sharing-Dienste setzt Blacklane weiterhin auf Premium und das High-End Segment. Vor allem Menschen mit geplanten Reisen sollen durch den Dienst angesprochen werden. Da die Frequenz dieser Fahrten bei einem Großteil der eingekauften Blacklane-Kunden überschaubar sein wird, macht es absolut Sinn, dass das Service-Angebot mit dem Blacklane PASS erweitert wird. Das gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, den Umsatz pro Buchung zu erhöhen. Im Vergleich zu on.demand Diensten sind die Fahrten auch länger. Eine typische Blacklane Fahrt soll zwischen 45 und 60 Minuten dauern, die durchschnittliche Strecke liegt bei 35 Kilometern. Bei Uber und Co. dürften die Fahrten bei etwa einem Drittel der Blacklane Werte liegen.

Stattliches Investment für Berliner Unternehmen

Insgesamt dürfte das Investment in Blacklane mit der letzten Runde die Marke von 80 Mio. US Dollar überstiegen haben. Für ein Berliner Startup ist das eine beachtliche Summe. Im Vergleich zu den Investments in andere Mobility-Dienste, wie Uber, Didi oder Taxify, ist die Summe eher moderat. Die letzten Jahre waren nicht immer leicht für das Unternehmen. Mit der neuen Runde sollte das Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern aber erstmal in Ruhe weiterarbeiten können.

Daimler gehört seit 2013 zu den Investoren von Blacklane und hat in mehreren Runden eine Summe von mehr als 25 Mio. US Dollar in das Unternehmen investiert. Der Daimler-Konzern ist einer der aktivsten Automobilhersteller, wenn es um Investments in Mobilitätsdienste geht. Vor Weihnachten wurde die Mehrheit an dem französischen on-demand Limousinendienst Chauffeur Privé übernommen und mit myTaxi, Hailo, Clever Taxi und TaxiBeat wurden gleich mehrere europäische Taxi-Apps übernommen.

Bild: Blacklane (alle Rechte vorbehalten)

Chauffeur – ein Beruf im Wandel?

Ein Chauffeur ist weit mehr als nur ein Fahrer: Zu dem Beruf gehören Menschenkenntnis, Fingerspitzengefühl und absolute Kundenorientierung. Auch dieser Beruf verändert sich im Zeitalter der Digitalisierung, allerdings nicht im Kern.

Schwarzer Anzug, elegantes Auto, Diskretion: Das Wort Chauffeur ruft Assoziationen von hochwertigen, eleganten Fahrdiensten hervor, wie sie oft bei Staatsempfängen oder Filmfestspielen in Erscheinung treten. Nicht nur das Erscheinungsbild, auch der Service an sich stellt hohe Ansprüche an den Dienstleister: Diskretion, Formvollendung und absolute Servicementalität.

Was einen Chauffeur für seinen Beruf qualifiziert, ist an unterschiedlichen Stellen definiert. Etwa werden von vielen Ausbildern als Voraussetzungen nicht nur ein Mindestalter von 21 Jahren vorgegeben, Führerschein Klasse B und ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis, sondern auch beste Gesundheit sowie ein Minimum an Punkten im Verkehrszentralregister genannt. Der Academy zufolge stehen Berufschauffeuren mehrere Wege offen: Für ein Limousinenunternehmen zu arbeiten, für eine Einzelperson zu fahren oder in einem Pool als Fahrer für eine Behörde im Einsatz zu sein. Das, was ein Chauffeur können muss, geht weit über das Steuern des Fahrzeugs hinaus. Ein gutes Training hierfür geht dementsprechend sogar so weit, zu vermitteln, wie man dem Gast die Tür öffnet, die genaue Reihenfolge der Abläufe des Empfangs oder wie man sich verhält, wenn der Gast telefoniert. Dass das Erscheinungsbild des Chauffeurs makellos sein muss, versteht sich von selbst. Zu einem perfekten Service gehört ebenfalls, mitzudenken und sich Vorlieben und Wünsche einzelner Kunden zu merken.

Technologie verändert den Alltag eines Chauffeurs   

„Der Beruf des Chauffeurs hat sich in den letzten Jahren sehr verändert“, sagt Herr Karsten. Er ist ein Profi, der seit über 20 Jahren Kunden aus allen Ländern chauffiert, überwiegend in Deutschland. „Der Wettbewerb ist größer geworden, da sich die Zahl von Akteuren im Markt vergrößert hat“, so Karsten. Auch spiele Technologie eine große Rolle und verändere den Alltag: Einerseits schaffe das Eintreten digitaler Unternehmen und Startups in den Markt mehr Konkurrenz und neue Services, andererseits verändere Technologie die Art der Kommunikation mit den Fahrgästen und die Erreichbarkeit internationaler Kunden. „Wenn ich zum Beispiel für Blacklane Fahrten durchführe, nehme ich die über eine App an, bestätige wenn der Fahrgast im Wagen sitzt“, so Karsten. Diese Schritte veränderten die Arbeitsabläufe für ihn zwar im Alltag, jedoch der Kern der Dienstleistung sei aus seiner Sicht unverändert geblieben: Große Kundenorientierung, ein mit Eleganz und Vollendung angebotener Service und auch die Bereitschaft, sich auf sehr verschiedene Kunden sowie deren Wünsche einzustellen.

Kundenorientierung, Anpassungsfähigkeit – auch in Zukunft

Auch die Vereinigung der Chauffeur & Limousine Service Unternehmen (VLD e.V.) debattierte den Wandel des Berufsbilds jüngst auf einer Zusammenkunft in Berlin. Die Zunft der Chauffeure, der laut VLD in Deutschland etwa halb so viele Unternehmen angehören wie es Taxiunternehmen gibt, sieht sich einer Reihe von Herausforderungen gegenüber, die letztendlich für ihre Existenz entscheidend sind: Von infrastruktureller Benachteiligung bei Haltemöglichkeiten im Vergleich zu Taxis, der fehlenden offiziellen Kennzeichnung der Limousinen als Dienstfahrzeuge bis hin zur Bedrohung der Branche durch neue Marktteilnehmer oder autonom fahrenden Autos. Die Branche geht davon aus, dass der Bedarf an Premiumfahrdiensten grundsätzlich fortbestehen wird und sieht klar, wie sich Chauffeure hier durch ihre Professionalität und den hohen Qualitätsstandard weiterhin beweisen und behaupten können. Es ist jedoch offensichtlich, dass Veränderung allgegenwärtig und die Bereitschaft zur Anpassung daran wichtiger denn je ist.

„Für mich bedeutet der Beruf des Chauffeurs konstant aufmerksam zu sein – ob das nun die Wünsche meiner Kunden oder Veränderungen in der Branche sind“, sagt Herr Karsten. Mit dieser Einstellung dürfte er gut gerüstet sein, um in einer sich rasant wandelnden Branche zu bestehen und weiter Kunden mit Komfort und Qualität zu überzeugen.

Bild: Blacklane (alle Rechte vorbehalten)

Daimler stockt bei Blacklane auf

Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass Blacklane schon seit längere Zeit versucht hat, eine Finanzierung einzusammeln. Dieses Vorhaben ist jetzt mit einem Millioneninvestment unter der Führung von Daimler geglückt. Daimler stockt damit seinen Anteil an Blacklane auf, die weitern Altinvestoren RI Digital Ventures, b-to-v und Alstin gehen die Runde auch mit. Mit der Finanzierung soll vor allem das Geschäft in Asien und im Mittleren Osten vorangetrieben werden.

In der Series C Finanzierung sollen insgesamt etwa. 24 Mio. Euro in das Unternehmen fließen. Von Daimler sollen 15 Mio. Euro Finanzierung kommen. Im Jahr 2014 hatte Blacklane die letzte kommunizierte Finanzierungsrunde. Damals ist die Japanische Recruit Holding mit einem Millionenbetrag bei einer Bewertung von 140 Mio. Euro eingestiegen. Seitdem scheint sich die Bewertung nicht wesentlich erhöht zu haben. Es ist eher davon auszugehen, dass die Bewertung reduziert wurde, es ist die Rede von mehr als 100 Mio. Euro.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2011 gegründet und bietet einen Limousinen Service mit professionellen Chauffeuren. Die Dienste von Blacklane müssen mit einer Vorlaufzeit über die App oder die Webseite gebucht werden. Es werden vor allem Geschäftsreisende angesprochen, die eine Fahrt zum Airport oder zu einem Geschäftstermin buchen. Blacklane beschäftigt keine eigenen Fahrer, sondern tritt als Vermittler an lokale Fahrdienstleister auf. Das Unternehmen arbeitet mit Reiseplattformen, wie Expedia und Booking.com zusammen. Über Amadeus soll der Service in den Buchungsprozess von Reisebüros und auf Webseiten von Fluggesellschaften integriert werden.

Der Service ist zur Zeit in mehr als 200 Städten in 50 Ländern aktiv. Für Blacklane arbeiten 200 Mitarbeiter.

Für Daimler ist das Investment in Blacklane ein teil der Strategie, um den Konzern fit für innovative Mobilitätsdienstleistugen zu machen. In der vergangenen Woche hat der Konzern angekündigt, dass bisher 500 Millionen Euro in den Aufbau von Mobilittsplattformen besteckt wurden. Erst in der vergangenen Woche wurde die Fusion von MyTaxi und Hailo verkündet. Neben Daimler interessieren sich auch andere Automobilkonzerne für die neuen Fahrdienste. Volkswagen hat 300 Mio. US$ in Gett investiert, GM ist mit 500 Mio. US$ bei Lyft eingestiegen.

Bild: Blacklane (alle Recht vorbehalten)

Kurznachrichten: Aus für Hailo in USA/Kanada, Geld für Blacklane, Aus für Interconnex

Heute gibt es drei kurze Neuigkeiten zu Entwicklungen im Mobilitäts-Bereich. Hailo schließt Geschäft in USA und Kanada, Blacklane erhält Finanzierung von Recruit aus Tokio und Veolia stellt Interconnex Strecke Leipzig Berlin Rostock ein.

Hailo zieht sich aus Nordamerika zurück

Die Taxivermittlungs-App Hailo stellt den Betrieb in Nordamerika ein. Als Begründung führt der Hailo CEO den starken Konkurrenzkampf mit Lyft und Uber an. Das Unternehmen, das Anfang des Jahres mehr als 30 Mio. US$ Finanzierung aufgenommen hat, will sich weiter auf Asien und Europa konzentrieren. Hallo müsste zu viel ins Marketing investieren, um mit Uber und Lyft mithalten zu können. Diese hohen Investitionen ermöglichen langfristig keinen wirtschaftlichen Betrieb für Hailo in USA und Kanada. In Deutschland ist Hailo nicht aktiv, hier ist myTaxi mit einem ähnlichen Angebot unterwegs. (via Venturebeat)

Finanzierung für Blacklane

Wie das Handelsblatt (Ausgabe 15. Oktober) berichtet, investiert das japanische Unternehmen Recruit einen niedrigen Betrag in Limousinendienstvermittler Blacklane. Blacklane wird in der aktuellen Runde auf 140 Mio. Euro, durch den neuen Investor soll das Geschäft in Asien ausgebaut werden. Blacklane hat bisher keine rechtlichen Probleme mit dem Taxigewerbe, da Fahrer über Genehmigungen zur gewerblichen Personenbeförderung verfügen und sich an rechtlichen Rahmen halten. Größter Anteilseigner ist laut Handelsblatt immer noch Carsten Maschmeyer mit seiner Alstin Beteiligungsgesellschaft. Dahinter folgen die beiden Gründer und der Automobilkonzern Daimler.

Bahn Konkurrent Interconnex gibt auf

Inteconnex, einer der wenigen Konkurrenten zur Bahn im Fernverkehr, gibt Mitte Dezember den Betrieb auf. Die Verbindungen zwischen Leipzig, Berlin und Rostock werden eingestellt. Als Gründe werden der boomende Wettbewerb durch Fernbusverbindungen und die ungleichen Wettbewerbsbedingungen genannt. Laut Interconnex fallen pro einfache Fahrt zwischen Rostock und Leipzig 1700 Euro Streckengebühr an, Fernbusse zahlen keine Maut. Interconnex gehört zum Französischen Veolia Konzern. Veolia betreibt weiterhin Bahnangebote im Nahverkehr in Deutschland. Im Busbereich hat Veolia auch Erfahrung, vielleicht kommt ja ein Fernbusangebot hinzu. (Via Spiegel Online)

Bild: Relaxed urban mobility on Sunday von Armando G Alonso, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

UberBlack in Berlin eingestellt, UberPOP für 35ct. pro Kilometer – UPDATE: UberBlack lebt weiter, auch bei 35ct./km

Als Folge der gerichtlichen Auseinandersetzung hat Uber den Service Uber Black in Berlin eingestellt, die Kosten für UperPOP wurden auf 35 ct. pro Kilometer gesenkt. Auch in Hamburg wurde der Tarif auf 35 ct. pro Kilometer gesenkt.


UPDATE: UberBlack scheint wieder über die App buchbar zu sein, der Tarif wurde auf 35 ct. pro Kilometer gesetzt, wie bei UberPOP. Uber plant anscheinend einen Mietwagenbetrieb mit Sitz im Zentrum zu übernehmen oder sich mit einem Mietwagenunternehmen zusammenzuschließen, damit UberBlack wieder zum vollen Preis angeboten werden kann. Alternativ wird auch darüber spekuliert, dass Uber Briefkästenfirmen in der Stadt als Betriebssitze laufen lässt und die Partner in einer Organisation zusammenfasst.


 

Kein UberBlack in der App  (Bild: Screenshot Uber App)
Kein UberBlack in der App (Bild: Screenshot Uber App)

Den Schritt, den Fahrpreis auf 35 ct. zu setzten, ist vor ein paar Monate auch der Ridesharing Service Wundercar gegangen. Dadurch sollen die Einnahmen pro Fahrt für den Fahrer  niedriger sein, als die Betriebskosten für das Fahrzeug. Die Personenbeförderung ist in diesem Fall, dass Einnahmen geringer sind, als Betriebskosten, nicht mehr als gewerblich zu betrachten. Um weiter für Verfügbarkeit zu sorgen, ist davon auszugehen, dass Uber die UberPOP Fahrer zusätzlich für eine anderweitige Tätigkeit vergütet.

Der Service UberBlack ist in Berlin ganz aus der App verschwunden, der Nutzer kann nur noch zwischen UberTaxi und UberPop wählen.


 

Bild: Screenshot Uber.com Website ( Stand: 8. Oktober 2014, 10:30 Uhr)

Hamburg will UberPOP stoppen – UPDATE1&3 : Verwaltungsgericht hebt Verbote in Berlin und Hamburg auf – UPDATE2: Auch Berlin will Untersagungsvergütung durchsetzen

Wie erwartet, verbieten die Hamburger Behörden den Fahrdienst UberPOP. Zuvor ist die Wirtschaftsbehörde auch schon gegen Wundercar vorgegangen, die ein ähnliches Geschäftsmodell betreiben, das nur anders verkauft wird. Uber hat angekündigt, weiterhin aktiv zu bleiben.


UPDATE 1 (25.7.2014): Wie Uber im eigenen Blog schreibt, hat der Richter des Verwaltungsgerichts Hamburg dem Einspruch gegen die Untersagungsverfügung stattgegeben. Somit kann der Ridesharing Dienst UberPOP bis zu einer gerichtlichen Entscheidung weiterhin angeboten werden.


UPDATE 2 (13.8.2014): Nun hat auch das LABO  Berlin in einer Pressemitteilung verkündet, dass Uber Berlin seinen Betrieb einstellen muss. Überschrieben ist die Pressemitteilung mit “Untersagungsverfügung zum Schutz des Fahrgastes”. Es ist davon auszugehen, dass Uber weiter aktiv bleibt, sich über weitere Presse freut und ähnlich agiert, wie in Hamburg und einen Widerspruch einlegt.


UPDATE 3 (18.8.2014): Wie Uber im eigenen Blog schreibt, hat der Richter des Verwaltungsgerichts Berlin dem Einspruch gegen die Untersagungsverfügung stattgegeben. Somit kann der Ridesharing Dienst UberPOP und der Limousinendienst Uber Black bis zu einer gerichtlichen Entscheidung weiterhin angeboten werden.


Die Hamburger Verkehrsbehörde hat Uber eine Untersagungsverfügung zugestellt. Laut der Einschätzung handelt es sich bei UberPOP um eine nicht genehmigte Personenbeförderung und damit sei der Service nicht legal. Fahrer, die erwischt werden, müssen mit Strafen in Höhe von 1.000 € pro Verstoß rechnen.

Uber hat angekündigt, den Service weiter anzubieten und wird den Fahrern vermutlich zugesichert haben, anfallende Strafen und Prozesskosten zu decken. Das Technologieunternehmen aus Kalifornien hat auch die Möglichkeit, gegen die Untersagung Widerspruch einzulegen. Pierre-Dimitri Gore Coty, Europa-Verantwortlicher bei Uber hat mitgeteilt, dass man letztendlich davon ausgehe, dass der Fall vor Gericht landet und das Verbot nicht zu der Stadt Hamburg passe, da es sich um eine “progressive und ambitionierte Stadt” handelt, “in der Innovationen blühen”

Seit einiger Zeit protestieren Taxifahrer gegen Transport Network Services, wie Uber, Lyft oder Wundercar.  Bisher hat Uber in jeder Stadt weitergemacht und teilweise auch Erfolge verzeichnet, wie kürzlich in London oder Seattle.

Es ist davon auszugehen, dass in Hamburg auch die Taxilobby um Clemens Grün und Jörn Napp die Behörden unter Druck gesetzt haben.  Wenn Regionen Innovationen fördern wollen, müssen sie deren Entfaltung auch unter schwierigen Bedingungen zulassen. Sie dürfen nicht in Panik dem Protest weichen. Schützenswert sind auch die Interessen derer, die durch die neuen Anbieter einen Job gefunden haben. Auch die Bedürfnisse  der Kunden dürfen nicht vernachlässigt werden. Wie der große Zuspruch zeigt, ist durchaus Bedarf für Taxialternativen vorhanden. Einige scheinen auch genug von schlechtem Service und dreisten Fahrern zu haben.

Photo: Name: Taxi Driver von Daniele Zanni, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Monopolkommission will mehr Wettbewerb im Taxiverkehr & empfiehlt Anpassung der Regulierung im Taxi- und Mietwagenverkehr

Die Monopolkommission hat sich in ihrem Hauptgutachten dafür ausgesprochen, den Taxi-Markt freizugeben. Konkret wird die Anpassung der Regulierung des Mietwagenverkehrs empfohlen, sowie eine Konzessionsbeschränkung und Preisbindung im Taxiverkehr aufzuheben.

In einer zusammenfassenden Pressemitteilung gibt die Monopolkommission bekannt, dass sie einen zunehmenden Wettbewerb auf den Taximärkten begrüßt, diesen nach wie vor aber für unzureichend hält. Ausserdem wird die Aufhebung der Konzessionsbeschränkung im Taxiverkehr gefordert und die Ermöglichung eines Preiswettbewerbs, am Anfang in Form von Höchstpreisen. Was für die neuen Transport Network Anbieter, wie Blacklane und co. interessant ist, dass eine Anpassung der Regulierung  des Mietwagenverkehrs empfohlen wird, um eine Wettbewerbsverzerrung auszuschließen. Der Mietwagenverkehr ist zum Schutz des Taxiverkehrs reguliert. Der Start von Unternehmen, wie Uber, Blacklane und co. haben dafür gesorgt, dass sich der Wettbewerb zwischen Taxi und Mietwagen intensiviert und eine weitere Angleichung stattfindet. Diese Entwicklung wird von der Monopolkommission als positiv angesehen und eine Anpassung der Regulierung wird empfohlen.  So spricht sich die Kommission dafür aus, die Rückkehrpflicht zu streichen, um unnötige Leerfahren, Wohlfahrtsverluste und unnötige Schadstoffemissionen zu vermeiden. Das Gleiche gilt für die Vorschrift, die besagt, dass der Beförderungsauftrag schriftlich am Betriebssitz eingehen muss. Diese Regelung sollte ebenfalls gestrichen werden, um für Gleichberechtigung und Rechtssicherheit bei der Vermittlung von Mietwagenaufträgen zu sorgen.

Zusammenfassend sind aus der Sicht der Monopolkommission einige der Regulierungsinstrumente unnötig und sollten aufgehoben werden.  Die Differenzierung der Umsatzsteuer bei Taxi- und Mietwagen soll auch entfallen. Bisher fällt im Taxiverkehr bei einer Strecke von bis zu 50 km ein reduzierter Umsatzsteuersatz von 7% an. Im Mietwagenverkehr sind es hingegen 19% fällig.

Zu der Frage, ob die Vermittlung von Mitfahrangeboten an Fahrer ohne Erlaubnis zu Personbeförderung mit dem PBefG vereinbar ist, bezieht die Monopolkommission keine Stellung. Die Kommission weist allerdings auch darauf hin, dass im Taxi- und Mietwagengewerbe gegen gesetzliche Auflagen verstoßen wird. Sei es gegen die kaum zu kontrollierende Rückkehrpflicht der Limousinen oder das Stehen von Taxis an nicht zugelassenen und gekennzeichneten Taxihalteplätzen.

Die Monopolkommission ist ein unabhängiges Beratungsgremium, das die Deutsche Bundesregierung und die gesetzgebenden Körperschaften auf den Gebieten der Wettbewerbspolitik, des Wettbewerbsrechts und der Regulierung berät. Bleibt abzuwarten, welchen Einfluss dieses Gutachten auf die Entscheidungen der Politiker hat, die bereits angekündigt haben, den Taxiverkehr weiter zu schützen.

Photo: Das letzte Taxi von Emanuele, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Uber erhält grünes Licht in London – Taxiverband verklagt 6 Uber Fahrer

Trotz Proteste der Taxifahrer wurde Uber in London laut Times für legal erklärt. Die lokalen Transportbehörden haben dem US-amerikanischen Startup grünes Licht gegeben. Im Gegenzug stellt der Taxiverband Strafanzeige gegen sechs Fahrer, die bei Uber unterwegs waren, um die Erlaubnis zu verzögern.

Die Behörde Transport for London (Tfl) hat letzten Donnerstag verkündet, dass  Uber weiterhin in London operieren darf. Die Entscheidung kommt nur wenige Wochen, nach dem die Taxifahrer europaweit gegen die neuen Transport-Dienste, wie Wundercar, Blacklane oder Uber protestiert haben.  Viele Taxifahrer haben den neuen Transport Netzwerk Services vorgeworfen, dass sie ihnen das Geschäft streitig machen und gegen die lokalen Gesetzte verstoßen. Uber und die anderen Anbieter, bei denen man über eine Smartphone App ein Fahrzeug mit Fahrer per Knopfdruck bestellen kann, halten dagegen, dass sie mit innovativer Technologie eine eingestaubte und konservative Industrie durchdringen.

Die endgültige Entscheidung wir ein Gericht (High Court) treffen, die Tfl  möchte ihre Einschätzung, dass es sich bei Uber um einen “regulated taxi service” handelt, bestätigen lassen.  Die Entscheidung wird noch auf sich warten lassen, da der Taxiverband gegen sechs Fahrer, die bei Uber unterwegs waren, einen Strafantrag gestellt haben. Diese Strafanträge müssen erst bis Ende Juli 2014 gehört werden, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Der Chef des Taxiverbands, Steve McNamara begründet gegenüber Bloomberg, dass der Verband der Tfl-Vereinigung nicht trauen und die Tfl sei als Regulierer nicht geeignet.

Wie in den anderen Städten, in denen Fahrer aus dem Uber-Netzwerk verklagt wurden, hat Uber London die volle Unterstützung für die angeklagten Fahrer zugesichert. Alle Kosten für Verteidigung und möglichen Verdienstausfall werden wahrscheinlich übernommen.

In Berlin ist seit der einstweiligen Verfügung nichts weiter passiert, in Hamburg will sich die Wirtschaftsbehörde Anfang der kommenden Woche zu den Geschäften von Uber äußern. In Brüssel wurde Uber eigentlich auch verboten, Fahrzeuge sind aber weiterhin unterwegs.

Photo: Taxis on Oxford Street von  aimee rivers, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Uber senkt in San Francisco erneut die Preise – Jetzt fast die Hälfte vom Taxipreis

Uber hat in der San Francisco Bay Area die Preise um 25% gesenkt und ist jetzt 45% günstiger als Taxi. Einerseits wird es so für die Taxifahrer erneut schwieriger zu bestehen, andererseits ist Uber so wieder günstiger als Lyft.

In der letzten Preissenkung wurde klar Lyft attackiert, doch der pinkfarbene Balken in dem veröffentlichten Diagramm ist verschwunden. Entweder ist Uber der Überzeugung, dass sie sich keine Sorgen um Lyft machen müssen oder sie wollen die Nutzer nicht an die Konkurrenz erinnern. Vor der aktuellen Preissenkung war uberX 15% teurer als Lyft, nun ist uberX 13% günstiger.

Kann auch sein, dass Uber so versucht, den Rückgang der Nachfrage während der Sommermonate zu kompensieren. Normalerweise geht die Nachfrage im Sommer zurück, da viele Personen ihre Zeit im Urlaub verbringen. Der Link mit SFSummerPromo könnte auch darauf schließen lassen, dass Uber die Preise nach dem Sommer wieder anzieht und es nur einen vorübergehende Preissenkung ist.

Lyft hat die Preise im April gesenkt, um mit Uber mithalten zu können. Bleibt abzuwarten, bis Uber in weiteren Städten, wie z.B. New York die Preise ebenfalls senkt.

Ein Taxiunternehmer in San Francisco hat Bedenken geäußert, dass es in 18 Monaten keine Taxis mehr in San Francisco geben wird, da die Fahrer zu wenig verdienen und die Lizenzen zu viel kosten. Hinzu kommt, dass die Taxifahrer keinen guten Ruf haben, sie nutzen z.B. alte Autos, können nicht bestellt werden und legen ein unverantwortliches Verhalten an den Tag.

Photo: Sonics Meet von chelle_1278, Lizenz:CC BY-ND 2.0

Die scheinheiligen Taxifahrer – Beanstandete Fahrzeuge, Drogen und Steuerhinterziehung

Die Debatte um neue Ridesharing-Dienste, wie Uber, Wundercar und co. wurde von von der Taxiindustrie angestoßen. Ohne die erreichte einstweilige Verfügung, die aber nicht vollstreckt wurde und ohne den europaweiten Taxiprotest wäre das Thema bei der breiten Bevölkerung mehr oder weniger unbekannt.

Die Taxiindustrie bekräftigt in ihren Argumenten immer wieder, dass eine Taxifahrt sicherer sei, da die Autos jährlich kontrolliert werden und die Taxifahrer einen Überprüfungsprozess durchlaufen. Des weiteren werfen sie den Fahrern der Ridesharing-Dienste Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung vor.

Es mag sein, dass für Taxis, Taxifahrer und Taxiunternehmer  eine Reihe von Regeln gelten, die Fahrgäste schützen und die Zuverlässigkeit der Dienstleistung garantieren sollen. Häufig werden die Regeln aber umgangen, wie im folgenden verdeutlicht werden. Daneben gibt es einige Vorteile für Taxifahrer und Taxiunternehmer, die den Wettbewerb verziehen.

Schwarzarbeit bei Taxifahrern

Durch meine eigene Tätigkeit für Transport Networks wie Uber und Blacklane weiß ich, dass es genügend Taxifahrer in Berlin gibt, die über keinen Personenbeförderungsschein verfügen. Viele Taxifahrer, mit denen ich mich seit Anfang 2013 unterhalten habe, geben auch offen zu, dass sie die meisten Umsätze am Finanzamt vorbei führen und keine Steuern zahlen. Ein Modell ist z.B., dass ein Fahrer offiziell 800 – 1000 € im Monat bekommt und das 2-3 fache dann noch mal schwarz ausbezahlt wird. So werden Steuern hinterzogen und bei den Sozialabgaben betrogen. Ein anderes Modell ist, dass nur so viel offiziell ausgezahlt wird, dass die Sozialbehörden eine weitere Unterstützung zuschießen.

Bei einer Taxikontrolle im letzten August am Flughafen Tegel war der Warteplatz, auf dem sonst häufig mehrere hundert Taxis warten, innerhalb von Minuten leer. Nach dem die Taxifahrer von der bevorstehenden Kontrolle erfahren hatten, haben sie fluchtartig den Flughafen verlassen. Diese Verhalten der Taxifahrer legt nahe, dass der Großteil der Taxifahrer und Unternehmer etwas zu verbergen hat.  Boto Töpfer vom Taxiverband Berlin-Brandenburg e.V. schätzt sogar, dass 70 Prozent der Taxifahrer in irgendeiner Form betrügen, das sie wie oben keine Steuern abführen oder Sozialabgaben kürzen.

Taxifahrer auf Drogen in Hamburg

In Hamburg wurde in den letzten Tagen von der Polizei eine Taxikontrolle durchgeführt. Von 40 Fahrzeugen wurden 20% beanstandet, fast 50% von den beanstandeten Fahrzeugen wurde auf Grund von technischen Mängeln sofort stillgelegt. Ein Fahrer mit Fahrgästen an Board hat sogar Ausfallerscheinungen gezeigt, ein Drogentest ist positiv ausgefallen.

Die Verkehrsuntersuchung in Hamburg zeigt also, dass die bestehenden Gesetze nicht viel bringen. Wäre so ein Ergebnis bei der Überprüfung von Wundercar oder Uber Fahrer zustande gekommen, wäre der Aufschrei in den Medien wahrscheinlich wieder entsprechend groß.

Geschäft mit dem Personenbeförderungsschein

In Berlin gibt es einige Taxischulen, die meistens auch einen angeschlossenen Taxi-Betrieb haben, die gute Geschäfte dank der Unterstützung der Arbeitsagenturen machen. Einige zukünftige Taxifahrer lassen sich ihren Personenbeförderungsschein inklusive Schulung über einen Bildungsgutschein finanzieren. Für die Schulung und die Prüfung fallen schon mal gerne Gebühren von 2-3.000 € an. Wenn die Taxischule auch dafür sorgt, dass der bereits geförderte Neu-Taxifahrer noch eine Anstellung als Taxifahrer erhält, fließt weitere finanzielle Unterstützung. Es ist also nicht verwunderlich, dass einige Taxiunternehmer ein Interesse daran haben, dass jeder Fahrer über einen Personenbeförderungsschein verfügt, da sich damit gute Geschäfte machen lassen.

Wettbewerbsverzug durch 12% weniger Mehrwertsteuer

Für Taxifahrer gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7%, Mietwagen-Unternehmer und Ridesharing Dienste müssen den vollen Satz von 19% bezahlen. Aufs Jahr hochgerechnet ergibt das einen Vorteil für die Taxifahrer von mehreren tausend Euro.

Wettbewerbsverzug durch Rückkehrpflicht

Sofern Mietwagenunternehmer, also Chauffeure, keinen schon vor Abfahrt aus dem Betriebssitz festgelegten Auftrag haben, müssen sie zu ihrem Betriebssitz zurück kehren und schriftlich auf den nächsten Auftrag warten. Diese Regelung ist aus ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten sinnlos und begünstigt ganz klar die Taxiindustrie.

Die Liste über die Wettbewerbsvorteile der Taxifahrer und die Verstöße der Taxifahrer lässt sich beliebig erweitern. Die Taxiindustrie ist aber bei weitem nicht so sauber, wie in den letzten Wochen immer im Kampf gegen die neuen Anbieter betont wurde.

Photo: Name: Taxi by night von Gary Tube Lizenz: CC BY-SA 2.0