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Citymapper und Gett starten Taxi Sharing Dienst in London

Die App Citymapper, die den öffentlichen Nahverkehr in einer App abbildet, geht den nächsten Schritt und startet mit dem Fahrdienst Gett ein Ride-Sharing Angebot, bei dem sich mehrere Fahrgäste ein Taxi auf festgelegten Routen teilen können. Die Partnerschaft mit Gett kommt nur ein paar Monate nach dem Start einer eigenen Buslinie von Citymapper in London.

Citymapper als App für ÖPNV gestartet

Die ursprüngliche App vom Citymapper ist mit Moovit oder Ally vergleichbar. Es werden die unterschiedlichen Verkehrsmittel zusammengefast und nutzerfreundlich dargestellt. Citymapper gibt einen nicht nur die passenden Verbindungen an, sondern zeigt auch Infos über den besten Wagen an und gibt dem Nutzer die Möglichkeit, die Fahrt und Ankunftszeit zu teilen. Citymapper wurde schon 2011 gestartet und hat ingesamt etwa 50 Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt. Der Dienst funktioniert in Städten wie London, Berlin, New York oder San Francisco.

Gett in USA, Russland und Europa aktiv

Gett ist eine on-demand Fahrdienst App, die in Europa, Russland und den USA aktiv ist. In London werden über die Gett App die traditionellen schwarzen Taxen vermittelt. Im letzten Dezember hat das Unternehmen einen Pooling-Service unter dem Namen Gett Together gestartet. Die Gett Together Fahrzeuge bewegen sich zu den Stoßzeiten auf festen Routen und die Fahrgäste können beliebig zu und wieder aussteigen. Da in London die Taxen die Busspuren nutzen dürfen, hat Gett gegenüber Uber einen Vorteil.

Nachgefragte Routen in London

Zusammen mit Citymapper will Gett jetzt weitere festgelegte Routen starten. Dabei sollen die von Citymapper gesammelten Daten zur Anwendung kommen, um Lücken im bestehenden Mobilitätsangebot zu schließen. Citymapper hat dank der mehreren Millionen Kunden jede Menge an Daten gesammelt und weiß ziemlich genau, wann und wo die Nutzer unterwegs sind. Aus den Daten lässt sich auch ablesen, welche Strecken eine hohe Nachfrage haben, aber schlecht bedient werden.

Black Bus für Berufspendler

Der angesprochene Citymapper SmartBus ist ausschließlich nachts unterwegs und zielt vor allem auf Nachtschwärmer ab, die schnell und günstig nach hause kommen wollen. Die Partnerschaft mit Gett hat Berufspendler als Zielgruppe. Die Pooling-Routen sollen zwischen 7 Uhr und 10 Uhr und zwischen 17 Uhr und 20 Uhr betrieben werden. Die Black Bus genannten Linien verfügen über keine festen Haltestellen, die Fahrgäste können nach on-demand Buchung über die App beliebig zu- und aussteigen. Die Fahrten werden zu einem Fixpreis von 3 britischen Pfund angeboten, was etwa 3.40 Euro entspricht. Die neue Black Bus Routen sind auch in die Suche der Citymapper App mit eingebunden. Sucht ein Nutzer nach einer Verbindung in der Citymapper App und eine Black Bus Route befindet sich im Suchgebiet, dann wird diese mit den anderen Verkehrsmitteln verknüpft und angezeigt.

Die Kooperation von Citymapper und Gett zeigt, wie die gesammelten Daten genutzt werden können, um die Infrastruktur des ÖPNV flexibel und fortlaufend zu verbessern. Es wäre auch wünschenswert, wenn durch neue Angebote wie den Black Bus die Anzahl der Fahrzeuge in den Städten zurück gehen würden, um das dauerhafte Stauproblem zu entschärfen.

Bild: Citymapper (alle Rechte vorbehalten)

Krieg der Sterne: Uber bekommt in London Konkurrenz durch Via und Taxify

Bisher war Uber mehr oder weniger der einzige große on-demand Fahrdienst in London. Die traditionellen schwarzen Cabbies sind durch den Erfolg von Uber stark unter Druck geraten.  Die amerikanische Ridesharing Plattform bekommt jetzt Konkurrenz von zwei Anbietern. Die App Taxify wird in London starten und das von Mercedes-Benz Vans finanzierte Unternehmen Via ebenso.

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Taxify startet mit Problemen

Die Taxi App Taxify aus Estland wurde als erstes aktiv. Bereits letzte Woche wurde der Service gestartet, musste wegen Lizenzproblemen nach drei Tagen pausiert werden. Es wird nicht lange dauern, bis Taxify wieder los legt. Seit ein paar Jahren ist der Fahrdienst in Osteuropa und in Afrika aktiv. Das Setup ist mit Uber vergleichbar und unterscheidet sich in wenigen Punkten. Unter anderem können die Fahrgäste auch mit Bargeld bezahlen und nicht nur über die registrierten Kreditkarten. Der Fahrpreis für die Nutzer soll geringer sein und auch die Fahrer müssen weniger an die Plattform abdrücken. Bei Uber zahlen die Fahrer bis zu 30% Vermittlungsgebühr, bei Taxify lediglich 15% des Fahrpreises. Das ist eine attraktive Alternative für die Fahrer, die sie in Betracht ziehen werden, wenn die Nachfrage da ist.

Mercedes Benz bring Via nach London

Via wird in London demnächst mit einem dynamischen Shuttle Dienst unterwegs sein, nachdem die Genehmigungen eingeholt sind. Ähnlich wie bei Uber Pool werden sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen, sofern sie in die gleiche Richtung unterwegs sind. Via gibt an, dass der entwickelte Algorithmus effizienter arbeitet, als der der Konkurrenten Uber und Lyft. Das führt dazu, dass die Auslastung der Fahrzeuge höher ist und die Nutzer weniger warten müssen und ohne größere Umwege von A nach B kommen. Transportiert werden die Fahrgäste in Minivans aus dem Hause Mercedes-Benz.

Mehr Konkurrenz um Fahrer

Die neuen Konkurrenten werden gut für die Fahrgäste sein, da sie so mehr Auswahl haben. Die Anbieter werden sich mit Rabatten und Angeboten überbieten, um die Fahrgastzahlen wachsen zu lassen. Auf der anderen Seite wird der Wettbewerb um Fahrer höher – schon jetzt zahlt Uber teilweise hohe Summen, um die Fahrer auf die Straße zu bringen. Darauf werden sich sich die Neueinsteiger auch einstellen müssen. Uber hat eine starke Marktposition und auch schon viel in London investiert. Die beiden Neueinsteiger müssen aggressiv auftreten, um ausreichend Nutzer zu finden. Taxify hat zuletzt viel Geld von Didi Chuxing aus China erhalten. Didi hat Uber aus China verdrängt und gibt hoffentlich nicht nur Geld, sondern auch die Erfahrungen weiter.

Bild: Taxify (alle Rechte vorbehalten)

On-demand Lieferstartup Jinn zieh sich aus den meisten Märkten zurück

Die App Jinn, die vor allem in Großbritannien einen on demand Lieferservice anbietet, zieht sich aus fast allen Märkten zurück. Nach der Umstrukturierung wird nur noch London als Markt für Jinn übrig bleiben. Das Angebot in Glasgow, Edinburgh, Manchester, Birmingham und Leeds wird eingestellt. Das Startup war auch in Spanien aktiv, das dortige Team muss auch gehen.

Kosten einsparen und Profitabilität bis Ende des Jahres

Dieser Schritt zeigt, dass das Unternehmen zu viel Geld verbrannt hat. Um den Verslust zu reduzieren, ist der Fokus jetzt allein auf London, wo das Startup mehr als 90% der Bestellungen durchführt. Die teuren lokalen Operations Teams werden heruntergefahren, um Kosten zu sparen. Bis Ende des Jahres soll die Profitabilität erreicht werden, um wahrscheinlich überhaupt die Chance zu haben, weitere Finanzierung einzusammeln. Erst im Mai hat das Startup die letzte Finanzierungsrunde mit 10 Mio. US$ an Funding abgeschlossen.

Jinn setzt Fokus auf Partnerschaften und B2B Kunden

Eine weitere Änderung in der Strategie ist der Fokus auf B2B Kunden und Partnerschaften und nicht mehr so stark auf B2C Beziehungen. Jinn sieht darin die Möglichkeit für weiteres Wachstum. Eine steigende Anzahl an Händlern sucht nach neuen Liefermöglichkeiten, um ein attraktives Gegenangebot zu den großen E-Commerce Händler darstellen zu können.

Starker Wettbewerb durch Quiqup 

In Großbritannien und vor allem London hat es Jinn im Wettbewerb mit Quiqup nicht leicht. Das Lieferstartup Quiqup verfügt nach der 20 Mio. US$ Runde über mehr finanzielle Mittel. Außerdem scheint sich das Unternehmen mehr Gedanken über die Technologie und die Unit Economics gemacht zu haben. Partnerschaften mit großen Playern, wie Tesco, runden die Stärke von Quiqup ab.

Jinn hat bisher mehr als eine Millionen Lieferungen durchgeführt und verfügt über mehr als 100.000 Kunden. Im Schnitt dauert es 30 Minuten, bis eine Lieferung zugestellt wird. In London sollen positive Deckungsbeiträge erwirtschaftet werden.

Bild: Jinn (alle Rechte vorbehalten)

Bye Bye Lodon, car2go zieht sich aus UK zurück

Aus Hallo London wird Bye Bye London. Wie car2go über die Website mitteilt, wir der Service in London und Birmingham Ende des Monats eingestellt. Somit wird sich car2go komplett aus dem britischen Markt zurück ziehen.

Wie car2go schreibt, besitzen die Engländer lieber ihr eigenes Auto, als dass sie Car Sharing Angebote nutzen. London wurde im Jahr 2012 gestartet, Birmingham ist dann im Jahr darauf gestartet.

Vor allem mit dem Free-Floating Modell hat sich car2go schwer getan, die benötigten Genehmigungen zu erhalten. So konnte in London z.B. kein Gebiet abgedeckt werden, das groß genug ist, ummehr Neukunden von dem Modell zu überzeugen. Wie das Handelsblatt schreibt, musste mit jeder Verwaltung der 32 Bezirke einzeln verhandelt werden, um die Parkraumnutzung genehmigt zu bekommen. Insgesamt konnten weniger als 10.000 Kunden in den beiden Städten gewonnen werden, was im Vergleich zu anderen Städten sehr gering ist.

In Berlin und Hamburg gibt es etwa 70.000 registrierte Kunden, in Mailand und Rom kamen in den ersten 5 Monaten zusammen 110.000 Registrierungen hinzu. Damit sich das Modell lohnt, müssen in pro Tag 5-8 Fahrten pro Fahrzeug absolviert werden. In Berlin gibt es ca. 1200 car2go Fahrzeuge, d.h. es werden im Schnitt sechs- bis zehntausend Fahrten absolviert. Auf jeden registrierten Nutzer entfallen im Schnitt also 3-4 Fahrten pro Monat.

Laut Wikipedia hatte car2go in London 500 und in Brimingham 250 Fahrzeuge auf der Straße. Um die Autos in London auszulasten, wären mehr als 25.000 Nutzer nötig gewesen, in Birmingham mehr als 12.500.

Bleibt abzuwarten, ob car2go eine neue Stadt startet (z.B. Sydney), in der die Rechtslenker Fahrzeuge eingesetzt werden können, oder ob die Fahrzeuge auf dem freien Markt verkauft werden

Car2go wird sich weiter auf die erfolgreicheren Märkte fokussieren, mittlerweile ist man in 25 Städten weltweit und mehr als 700.000 Kunden sind registriert. Schwarze Zahlen schreibt das Unternehmen noch nicht. Seit kurzem ist auch eine europaweite Nutzung von car2go möglich, dank des Moovel-Accounts muss man sich nicht mehr in jeder Stadt extra anmelden, sofern das denn überhaupt möglich war.