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door2door arbeitet mit ZF und Microsoft an einer Plattform für autonomen Nahverkehr

Zur Zeit findet in Las Vegas die Consumer Electronics Show statt, die mittlerweile für Automobilhersteller und Mobility Startups immer wichtiger geworden ist. Früher wurden die neuste Unterhaltungselektronik vorgestellt, heute kommt die Eröffnungspräsentation von Daimler oder Ford. Ein deutsches Mobility Unternehmen, das auf der CES vertreten ist, ist door2door. Das Startup zeigt zusammen mit ZF und Microsoft eine Lösung, wie autonome Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden werden können.

autonomer Nahverkehr für Personen und Güter

ZF und door2door haben die Ride-Sharing Technologie des Startups weiterentwickelt, so dass diese auch für Flotten mit autonomen Fahrzeugen eingesetzt werden kann. Passagiere und Güter werden dabei kombiniert, die Algorithmen sollen dafür sorgen dass die Routen effizient sind und Umwege minimiert werden. Durch den Ansatz sollen die Fahrzeuge besser ausgelastet werden, was zu geringeren Kosten führen dürfte. Außerdem handelt es sich dabei um eine Möglichkeit, die wachsende Staubelastung durch Individual- und Lieferverkehr zu reduzieren.

Fahrgasterkennung per Gesichtserkennung

Der Show-Case bietet auch neue Features für den Fahrgast. Vorschläge für Point of Interests sollen gemacht werden, inklusive Bewertungen und benötigter Fahrtzeit. Die Spracherkennung von Microsoft wurde in die White Label App integriert, so dass der Nutzer seine Eingaben per Sprache erledigen kann. Da bei autonomen Fahrzeugen kein Fahrer im Fahrzeug sitz, der Aufgaben wie Fahrgast-Identifikation übernommen hat, müssen andere Lösungen implementiert werden. Die Kooperationspartner setzen auf Erkennung mittels Gesichtserkennung oder das Scannen eines QR-Codes. Auch die Übergabe von Pakten wird per Sprach- und Gesichtserkennung verifiziert.

End-to-End Lösung für Städte und Verkehrsbetriebe

Laut door2door CEO Tom Kirschbaum werden Lösungen für Ride-Sharing und autonomes Fahren bisher eher separat entwickelt. Beide Seiten zu einer end-to-end Lösung zu kombinieren, sorgt dafür, dass ein effizientes und autonomes Nahverkehrssystem für den Transport von Personen und Gütern entstehen kann. Städte, Verkehrsbetrieb und Mobilitätsanbieter sollen mit der Lösung von door2door und ZF in der Lage sein, autonome Shuttle in ihr bestehendes Setup einzufügen.

Wann die White-Label App in einer realen Umgebung eingesetzt werden soll, wurde nicht kommuniziert. Die Kooperation scheint vorwiegend zwischen door2door und ZF zu bestehen. ZF hat auf der CES seine Partnerschaft mit Microsoft erweitert, door2door kommt in den Genuss dieser Partnerschaft. Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat sich Lösungen für vollautomatisiertes Fahren auf die Fahne geschrieben. Neben der Partnerschaft mit door2door arbeitet ZF mit Nvidia zusammen und Hilft e.Go bei der Entwicklung eines autonomen People-Movers.

Unternehmen wie BestMile, die Deutsche Bahn Tochter ioki oder RideCell gehen mit ihren Ansätzen in eine ähnliche Richtung. Das Interesse von Städten und Verkehrsbetrieben für Alternativen zum etablierten Nahverkehr ist weltweit hoch.

Bild: door2door (alle Rechte vorbehalten)

Selbstfahrende Lieferfahrzeuge

Dispatch sammelt 2 Mio. US$ für selbstfahrende Lieferfahrzeuge ein

Dispacht entwickelt eine Flotte an kleinen autonomen Lieferfahrzeugen, die sich auf dem Geh- oder Fahrrad fortbewegen sollen. Mit den Lieferfahrzeugen sollen autonome Warensendungen an Kunden zugestellt werden. Dispatch hat nun 2 Mio. US$ von Andreessen Horowitz und weiteren Investoren eingesammelt. Das Unternehmen hat im Moment nur 2-3 Festangestellte, mit dem Funding soll unter anderem das Team aufgestockt werden.

Dispatch will mit den selbstfahrenden Gefährten die Lieferkosten reduzieren. Das erste Fahrzeug hört auf den Namen Carry und kann bis zu 50 Kg transportieren. Der Laderaum ist in vier Bereiche unterteilt, so dass pro Tour mehrere Lieferungen transportiert werden können. Bisher testet das Unternehmen die Lieferfahrzeuge in einem Pilotprogram an einer amerikanischen Universität. Dort werden Pakete, Briefe und andere Gegenstände der Studenten zugestellt.

Per App können die Studenten das Fahrzeug verfolgen, sobald das es angekommen ist, wird der Laderaum per App geöffnet. Die Fahrzeuge sind mit Sensoren ausgestattet, außerdem sind sie lernfähig. Dank künstlicher Intelligenz können sie mit der Zeit immer besser in komplexeren Situationen navigieren.

Dispatch könnte das Problem einiger on-demand Startups lösen, die mit hohen Kosten für die Lieferung auf der letzten Meile zu kämpfen haben. Im Moment müssen dafür Fahrer bezahlt werden, deren Kosten die Marge dahin schmelzen lassen.  (via WSJ)

Amazon und Microsoft kurz vor Beteiligung an Here

Laut Daimler stehen die beiden Unternehmen Amazon und Microsoft kurz vor einer Beteiligung an dem Kartendienst Here. Here wurde im vergangenen Jahr von einem Konsortium an Automobilkonzernen von Nokia übernommen. Here wird weiterentwickelt und soll den Herstellern BMW, Audi und Mercedes als Grundlage für die Navigation der selbstfahrenden Fahrzeuge dienen. Amazon und Microsoft kommen dabei in erster Linie als Provider für die Cloud-Technologie in Betracht, die Here benötigt, um die Datenmengen zu speichern. Für Amazon könnte Here auch unter anderen Gesichtspunkten interessant sein, falls das Unternehmen eine Flotte an selbstfahrenden Lieferfahrzeugen entwickeln sollte. (via The Verge)

Bild: Screenshot Dispatch Website (alle Rechte vorbehalten)

Uber mit Phantom-Autos in der App

Das amerikanische Transport-Unternehmen Uber setzt laut Medienberichten Phantom-Autos auf der App ein. Es werden mehr Fahrzeuge auf der Uber-App angezeigt, als tatsächlich unterwegs sind. Wer selbst die App öffnet, wird sich auch wundern, dass die Anfahrtszeit recht hoch ist, obwohl über die App suggeriert wird, dass ein Auto gleich in der Nähe ist.

Viele Fahrzeuge erfreut die Nutzer – eigentlich

Durch den Trick wird den Kunden das Bild vermittelt, dass viele UberX und UberBlack Fahrzeuge in der Nähe unterwegs sind. Auf der anderen Seite sollen die Fahrer durch die gefakten Auto-Symbole in der App geschützt werden. Spätestens wenn ein Fahrzeug bestellt wird und die lange Anfahrtszeit gesehen wird, ist es mit der anfänglichen Freude vorbei.

Lange Anfahrtszeit bei Uber in München trotz vieler Fahrzeuge in der Nähe, sieht nach Phantom-Fahrzeugen aus.
Lange Anfahrtszeit Bei Uber in München trotz vieler Fahrzeuge in der Nähe, sieht nach Phantom-Fahrzeugen aus.

In Städten mit einem hohen Fahrzeugaufkommen fällt diese Täuschung an den meisten Orten garnicht auf. In Städten, in denen wenig Fahrzeuge verfügbar sind, wie z.B. in München, fällt es sofort auf, dass mehr Fahrzeuge angezeigt werden, als tatsächlich unterwegs sind. So fährt auf der App ein Auto direkt an einem vorbei, die Abholzeit liegt aber trotzdem bei 13 Minuten. Beides passt nicht zusammen (siehe Bild).

Unterschiedliche Aussagen von Uber

Von Uber selbst gibt es unterschiedliche Aussagen zu den Vorwürfen. Ein Sprecher hat dementiert, dass Phantom-Fahrzeuge auf der App zu sehen sind. Laut einer Email von Uber an einen Fahrer soll die Anzeige nur darstellen, dass Uber Fahrer unterwegs sind und auf Fahrgäste warten. Die Anzahl der Fahrzeuge und Aufenthaltsorte muss nicht stimmen. Die Nutzer sollen den App-Screen eher als Bildschirmschoner betrachten.

Neue Finanzierung bei 50 Milliarden US$ Bewertung

In den letzten Tagen wurde auch bekannt, dass Uber eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen hat. Insgesamt flossen weitere 1 Milliarde US$ in das Unternehmen. In der letzten Runde hat sich auch der Software-Konzern Microsoft mit 100 Mio. US$ an der Taxi-Alternative beteiligt. Weitere Investor ist Bennett Coleman & Co aus Indien. Das Ridesharing Unternehmen Uber wird aktuell mit mehr als 50 Milliarden US$ bewertet, insgesamt sind mehr als 5 Milliarden US$ in die Taxi-App geflossen. In den nächsten neun Monaten sollen 1 Milliarde US$ in Indien investiert werden, um Indien zum wichtigsten Markt außerhalb der USA aufzubauen. In Indien ist die Taxi-App Ola der größte Konkurrent von Uber.