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Mega-Übernahme: Intel kauft Mobileye für 15 Milliarden Dollar

Bei den Entwicklungen der letzten Monate war absehbar, dass Mobileye interessant für eine Übernahme durch einen größeren Tech- oder Automobilkonzern wird. Das Unternehmen aus Israel, das technische Komponenten für autonome Fahrzeuge der Zukunft entwickelt, wird für eine Summe von 15.3 Milliarden US$ vom Komputerkonzern Intel übernommen. Mobileye ist der führende Anbieter von Kamerasystemen für autonome Fahrzeuge. Intel will sich mit der Übernahme eine stärkere Position im Zukunftsmarkt des autonomen Fahrens sichern.

Systeme für autonome Fahrzeuge

Das israelische Unternehmen bietet eine Palette an unterschiedlichen Dienstleistungen und Technologie. Unter anderem befinden sich Sensoren und Kamerasystemen im Angebot. Ein weitere Fokus liegt auf der Entwicklung von Kartenservices und Datenverarbeitung. Im kommenden Jahren sollen auf crowdsourcing Basis visuelle Daten für die Verbesserung von hochgenauen Karten gesammelt und in kürzester Zeit aufbereitet werden. Aktuelle und genaue visuelle Umgebungsdaten sind entscheidend für den Erfolg von selbstfahrenden Autos. Beide Unternehmen betonen, dass autonome Fahrzeuge starke Vorteile für Verbraucher bieten. Autonomes Fahren wird ein höheres Level an Sicherheit bieten, außerdem wird die Flexibilität steigen und die Kosten werden sinken.

Produkte von Mobileye und Intel ergänzen sich

Durch die Übernahme durch Intel gewinnt das israelische Unternehmen weitere finanzielle Durchschlagskraft und vergrößert sein Netzwerk an potentiellen Kunden. Die Produkte beider Unternehmen ergänzen sich gut. Intel liefert die Computer Chips und Teile der benötigten Software, von Mobileye kommen die Komponenten für die Fahrassistenz Systeme. Der Zusammenschluss der Expertise beider Anbieter können die Entwicklung autonomer Fahrzeuge beschleunigen und dazu beitragen, dass die Herstellungskosten gesenkt werden.

Kooperation mit von BMW, Intel und Mobileye

Die beiden Unternehmen Intel und Mobileye arbeiten schon seit längerem zusammen. In Kooperation mit dem Automobilhersteller BMW entwickeln Intel und Mobileye selbstfahrende Autos. Von BMW kommt dabei die Basis für das Fahrzeug, Intel steuert die Rechnerleistung und Software hinzu und von Mobileye werden die visuellen Sensoren mit eingebracht. Intel investiert verstärkt in Technologien rund um autonomes Fahren. Vor kurzem erfolgte unter anderem die Beteiligung an dem Kartendienst Here. Here befasst sich mit der Entwicklung von hochauflösenden Kartendaten, die für die Navigation von autonomen Fahrzeugen benötigt werden.

Bild: Intel (alle Rechte vorbehalten)

Starke Allianz für autonomes Fahren: BMW, Mobileye und Intel wollen 2017 erste Fahrzeuge testen

Dieser Test war absehbar, da der bayerische Automobilkonzern BMW im vergangenen Jahr sowohl eine Kooperation mit Intel, als auch mit Mobileye eingegangen ist. Ziel der jeweiligen Kooperation ist es, so schnell wie möglich autonome Fahrzeuge zur Serienreife zu entwickeln.

Test Ende 2017 – Serienversion 2021

In der zweiten Jahreshälfte 2017 will BMW 40 Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen testen, um wichtige Daten für die Serienfahrzeuge zu sammeln. Unter realen Bedingungen sollen die Daten gesammelt werden und die Fahrzeuge hinzulernen. Die Serienfahrzeuge sollen in der Kooperation bis zum Jahr 2021 entwickelt werden.

Bei den Testfahrzeugen wird es sich um Modelle der 7er Baureihe handeln, die mit den neusten Sensoren, Software und Rechenpower von Intel und Mobileye ausgestattet sind. Die tests sollen in den USA und in Europa stattfinden. Im vergangenen Jahr gab es Berichte, dass BMW bis zu 40 autonome Fahrzeuge in München testen möchte.

White-Label Lösung für andere Hersteller

Auf der Technikmesse CES 2017 in Las Vegas haben die drei Partner ein einer Pressekonferenz bekanntgegeben, dass ein System entwickelt wurde, dass sich auch für andere Fahrzeugmodelle skalieren lässt. Die skalierbare Architektur für autonome Autos könnte  auch als White-Label Lösung angeboten werden, die von anderen Autokonzernen genutzt werden kann.

BWM lädt andere Hersteller und Zulieferer zur Kooperation ein. Das kann auch als Zeichen gedeutet werden, dass BMW eingesehen hat, dass sie bei der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen schnell aufholen müssen und diese Aufholjagd nicht alleine schaffen können.

Neben den Ankündigungen im Dezember, hat BMW bereits im Mai 2016 seine Pläne für autonome Fahrzeuge präsentiert. Im Rahmen den Feierlichkeiten zum 100. Firmenjubiläum wurden futuristische Modelle der unterschiedlichen Konzernmarken unter dem Namen iNext präsentiert. Unter iNext will BMW bis 2021 ein voll autonomes Fahrzeug zur Serienreife bringen.

Kooperationen zwischen Auto- und Technologiekonzernen

Da Technologiekonzerne nicht über das Wissen der Fahrzeugfertigung verfügen und Automobilkonzerne nicht in der Lage sind, die technologischen Bauteile für selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln, schließen sich beide Parteien zusammen. Es ist davon auszugehen, dass wir Kooperationen, wie die zwischen BMW, Intel und Mobileye in Zukunft häufiger sehen werden. BMW produziert die Fahrzeuge, Intel die leistungsstarken Computer-Chips und Mobileye die Sensoren und Kameras.

Letztendlich müssen die autonomen Fahrzeuge noch den Nutzern über eine Plattform zugänglich gemacht werden. Bleibt abzuwarten, ob BMW seine Carsharing Plattformen DriveNow und ReachNow weiter ausbauen wird, oder ob in Zukunft Partnerschaften mit Fahrdiensten wie Uber oder Didi zu erwarten sind.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Mobileye und Tesla gehen getrennte Wege

Die beiden Unternehmen Tesla und Mobileye werden ihre Kooperation beenden. Die Trennung beider Unternehmen folgt nach dem tödlichen Unfall eines Teslas, der mit der Autopilot Funktion unterwegs war. Mobileye stattet fast alle teil-autonomen Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller mit Sensoren und entsprechender Hardware aus. Unter anderem werden auch die Tesla S und Tesla X Modelle mit den Systemen von Mobileye ausgestattet, so dass diese Autos über teil-autonome Eigenschaften verfügen.

Kooperation endet im Herbst

Im Januar hat der CTO noch über Einzelheiten der Zusammenarbeit und die technischen Funktion der Mobileye Komponenten im Tesla referiert. Bei der Präsentation der letzten Quartalsergebnisse hat Shashua dann verkündet, dass die Kooperation beendet wird. Das System EyeQ3 wird weiterhin in den jetzigen Modellen verbaut und das Unternehmen wird weiterhin die Software-Verbesserungen für das bestehende System liefern. Die zukünftigen Systeme werden nicht in den nächsten Tesla Modellen verbaut werden. Chips, Sensoren, Kameras und Software muss sich Tesla demnächst bei einem anderem Lieferanten besorgen oder selbst entwicklen.

Partnerschaft mit BMW und Intel

Mobileye hat erst vor kurzem eine Partnerschaft mit BMW und Intel geschlossen, um Systeme für vollautonomer Fahrzeuge zu entwickeln. Diese sollen in fünf Jahren auf den Markt kommen. Ziel ist es, dass Systeme entwickelt werden, die ein hohes Level an Sicherheit und Zuverlässigkeit bieten. In der Kooperation mit BMW und Intel ist Mobileye mit in die Entwicklung mit eingebunden und ist nicht nur ein Zulieferer.

Der Crash des Teslas hat auch negatives Licht auf das israelische Unternehmen geworfen. Es ist zu vermuten, dass sich Mobileye um seine Reputation Sorgen gemacht hat und deswegen die Partnerschaft beendet wurde. Dem Unternehmen ist die Strategie von Tesla zu risikofreudig. Der Aktienkurs des Unternehmens ist nach dem Bekanntwerden der Beendigung der Partnerschaft um 9% eingebrochen, Tesla verlor nur 0.9%. Es wird vermutet, dass Tesla eigene Sensoren und Systeme für vollautonome Fahrzeuge entwickelt oder auf einen anderen Zulieferer setzt.