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Waymo verklagt Uber und Otto wegen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen

Uber bekommt Ärger durch die Waymo. Die Google Tochter hat Otto und Uber wegen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen verklagt. Otto befasst sich mit der Entwicklung von Systemen für autonome Lastwagen. Dabei soll es gegen Geschäftsgeheimnisse und Patente von Waymo verstoßen haben. Konkret wirft Waymo Uber vor, dass bei der Entwicklung der LiDAR Sensoren das Wissen von Waymo genutzt wurde.

Waymo LiDAR System im Mittelpunkt der Anschuldigung

Die Google Tochter hat mehrere Jahre an der Entwicklung eines eigenen leistungsstarken LiDAR-Systems gearbeitet. Uber hat sich einen Vorteil verschafft, in dem durch Datendiebstahl ein vergleichbares LiDAR System in nur neun Monaten entwickelt wurde. LiDAR steht für Light Detection and Ranging und ist ein Systeme, das essentiell für selbstfahrende Autos ist. Ein LiDAR System strahlt mehrere Millionen Laserstrahlen aus und misst, wie lange es dauert, bis die Laserstrahlen reflektiert werden. Durch dieses Verfahren wird laufend ein 3D Bild der Fahrzeugumgebung erstellt. Das System ist entscheidend, um Form, Geschwindigkeit und Richtung von Fahrradfahrern, Fußgängern, Fahrzeugen und anderen Gegenständen zu messen.

Vorteil durch Diebstahl für Uber und Otto

Otto soll durch Datendiebstahl in der Lage gewesen sein, die Hardware in Rekordzeit zu entwickeln. Waymo wirft dem früheren Google Manager und Gründer von Otto Anthony Levandowski vor, dass er 10 GB (14.000 Dokumente) an vertraulichen Daten heruntergeladen hat, bevor er bei Google ausgeschieden ist. Das Unternehmen Otto soll er noch während seiner Zeit bei Google gegründet haben. Weitere Mitarbeiter, die bei Google an dem Car Projekt gearbeitet haben, sollen ebenfalls zu Otto gewechselt sein und dabei sensible Daten mitgenommen haben.

Email deckt Fehlverhalten auf

Aufgeflogen ist der vermeintliche Klau von Geschäftsgeheimnissen durch eine Email, die die Google Tochter von einem Zulieferer erhalten hat. Im Anhang der Email befand sich unbeabsichtigt eine Zeichnung der Leiterplatte des LiDAR Sensors von Otto, die stark der Version von Waymo ähnelte. Hauptgrund für die Übernahme von Otto durch Uber soll das fortschrittliche Design des LiDAR-Sensors von Otto gewesen sein.

In der Vergangenheit haben Uber und Google eng zusammen gearbeitet. Google hat sich sogar über den ehemaligen Venture Arm Google Ventures an Uber beteiligt und den Fahrservice als erstes in Google Maps eingebaut. Waymo scheint den Datendiebstahl für schwerwiegend zu halten, ansonsten wäre es nicht zu der Klage gekommen.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Selbstfahrender LKW von Otto liefert Budweiser Bier in Colorado

Das von Uber übernommene Startup Otto hat Ende Oktober gezeigt, wie weit das eigene System für selbstfahrende Lastwagen schon entwickelt ist. Ein mit dem Technologie-Kit von Otto ausgestatteter 40-Tonner LKW hat in Colorado eine Bier-Lieferung von der Brauerei Anheuser-Busch über eine Strecke von ca. 200 Kilometern ohne Fahrer transportiert.

Autonom auf der Autobahn

Der Lastwagen war im autonomen Modus auf der Autobahn unterwegs. Ein Fahrer war zwar in der Kabine, um im Notfall eingreifen zu könne, saß aber nicht direkt hinter dem Steuer. Begleitet wurde der LKW von einem Polizeifahrzeug.

Die Fahrt war eine erste Demonstration, um zu zeigen, wie weit die Technologie für autonome Lastwagen heute ist. Eine erste funktionsfähige basis Version der Technologie ist bereits entwickelt, weitere Iterationen auf Hardware und Software-Seite sind notwendig, um das System bis zur Serienreife zu entwickeln. Bis die Serienreife erreicht ist, wird es noch einige Jahre dauern.

Einige Voraussetzungen mussten für die Testfahrt erfüllt sein: Die Fahrt fand bei schönen Wetter statt und in den Morgenstunden, bei geringem Verkehr. Das Team von Otto hat zwei Wochen dafür benötigt, um die Route zu definieren und um das Kartenmaterial mit dem benötigten Detaillierungsgrad zu erstellen.

Kostenersparnis in Millionenhöhe möglich

Der Brauerei-Riese Anheuser-Busch geht davon aus, dass pro Jahr 50 Mio. US$ an Kosten eigespart werden können, wenn die autonomen LKWs eingesetzt werden können. Der Konzern geht davon aus, dass zuerst weiterhin ein Fahrer an Board der LKWs sein wird. Die Einsparungen kommen durch geringeren Benzinverbrauch und bessere Auslastung der Fahrzeuge. Mit den autonomen Eigenschaften können die LKWs länger unterwegs sein, da die LKWs auch während potentieller Ruhezeiten der Fahrer weiterfahren können.

Erstes Szenario wird sein, dass die Lastwagen auf den Autobahnen autonom fahren und der Fahrer kurz vor der Autobahn-Abfahrt übernimmt. Langfristiges Ziel wird es sein, den Fahrer komplett zu ersetzten, was weitere Kostenersparnisse mit sich bringen wird.

Otto von Uber übernommen

Otto wurde erste Anfang des Jahres gegründet und im Sommer von Uber für eine Milliarde US$ übernommen. Das Startup arbeitet an der Entwicklung von Systemen, um LKWs mit autonomen Eigenschaften ausstatten zu können. Uber will die Erfahrungen von Otto auch in die eigene Entwicklung von den selbstfahrenden Autos einfließen lassen. Auf der anderen Seite will das amerikanische Transportunternehmen seine Aktivitäten ausweiten. Uber sieht einen weiteren Milliardenmarkt im Bereich des Langstrecken Güterverkehrs mit LKWs. Es sollen keine eigenen LKWs entwickelt werden, das Unternehmen will mit etablierten LKW-Herstellern zusammenarbeiten.

Bild:  ot.to (alle Rechte vorbehalten)

Transportunternehmen: Der nächste Milliardenmarkt für Uber

Der Fahrservice Uber will seine Aktivitäten auf einen weiteren Milliardenmarkt ausweiten. Mit der Übernahme von Otto (nicht zu verwechseln mit dem deutschen Handelskonzern) will Uber in den Markt der Transportunternehmen auf der Langstrecke einteigen. Die eigene Testflotte wird von sechs auf 15 Fahrzeuge erhöht. Außerdem sollen unabhängige LKW-Fahrer kontaktiert werden, um sie von dem Angebot zu überzeugen. Im kommenden Jahr sollen die erste LKW kommerziell Güter zwischen Warenlagern und Geschäften transportieren. Auf der einen Seite will sich das Unternehmen als Transporteur etablieren, auf der anderen Seite soll die Technologie auch für Mitbewerber angeboten werden.

Uber hat damit begonnen, die unterschiedlichen Partner in der Supply Chain zu kontaktieren. Warenversender, unabhängige Fahrer und Betreiber von LKW-Flotten wurden kontaktiert. Anscheinend will das amerikanische Unternehmen mit Otto auch mehr erreichen, als LKWs mit Technologien für autonome Fahreigenschaften auszustatten. Uber will auch mit Vermittlern konkurrieren, die die Nachfrage der Warenversendern mit dem Angebot der Transportunternehmen verbindet. Das Matchen von Transportanfragen und Transporteuren ist im Moment noch nicht effizient gestaltet und darin sehen Uber und Otto eine Chance. Im Moment benötigt ein Vermittler etwa fünf Stunden, um einen LKW für einen Transportauftrag zu finden. Uber will diesen Prozess durch Digitalisierung beschleunigen. Für Uber ist der Gütertransport auf der Langstrecke eine Ergänzung zu den bestehenden Transportdienstleistugen UberRUSH und UberEATS.

Unklar ist, ab wann die LKWs wirklich voll autonom fahren werden. Am Anfang wird in jedem LKW noch ein Fahrer und ein Begleit-Ingenieur sitzen. Für einige Experten sind selbstfahrende LKWs noch mehr als 20 Jahre entfernt. Auf Grund der aktuellen Entwicklungen bei den Personenfahrzeugen könnte man auch von einer schnelleren Entwicklung bei den Transportunternehmen ausgehen. Im Personenbeförderungsbereich wird mit den ersten voll-autonomen Fahrzeugen 2021 gerechnet. Bis die selbstfahrenden LKWs serienreif sind, will Uber schon mal einen Fuß in die Tür bekommen. Die Themen Navigation, Tracking der LKWs und die Erstellung von Kartendaten sind für Uber auch von Interesse. Die Flottenbetreiber können dadurch Kosten und Zeit einsparen.

Otto hat eine kurze Unternehmensgeschichte hinter sich, bevor es von Uber gekauft wurde. Erst im Januar diesen Jahres wurde as Startup gegründet, schon im August erfolgte die Übernahme durch Uber für 680 Mio. US$ (ca. 600 Mio. Euro). Otto arbeitet an der Entwicklung eines Erweiterungs-Kits, das LKWs siebtfahrende Eigenschaften verleihen kann. Uber will die von Otto entwickelten Technologien voraussichtlich auch in die Entwicklung der selbstfahrenden Autos mit einfließen lassen.

Bild: Otto (alle Rechte vorbehalten)