Tag Archives: Regulierung

Kurznachrichten: Nokia will Here verkaufen, EU will Taxi-Markt prüfen, Ola mit Finanzierung

Kurznachrichten: Nokia will den Kartendienst Here verkaufen, deutsche Automobilhersteller und Uber werden als Interessenten genannt. Die EU will den deutschen Taxi-Markt nach einer Beschwerde von Uber prüfen. Die indische Taxi-App Ola sammelt 310 Mio. US$ ein. Der Münchner Autohersteller BMW startet mit der BMW Startup Garage einen Startup Accelerator.

Nokia will HERE Kartenservice verkaufen

Der finnische Nokia Konzern möchte den Kartenservice Here loswerden, um sich in Zukunft auf die Netzwerktechnik fokussieren zu können. Nokia hat potentielle Interessenten kontaktiert, darunter befindet sich auch der Ridesharing Anbieter Uber. Eine Gruppe an deutschen Autoherstellern soll auch Interesse an Here bekundet haben. Uber hatte bereits vor kurzem den Kartenanbieter deCarta übernommen, um unabhängiger von Google Maps zu werden. Nokia möchte für Here laut Medienberichten mehr als 4 Milliarden US$ haben, der Service wird aber nur auf ca. 2 Milliarden US$ geschätzt. (via Bloomberg)

Ola Cabs Taxi-App mit neuer Finanzierung

Über Ola Cabs, die führende Taxi App aus Indien haben wir schon mehrmals berichtet. Nun schließt Ola eine große Finanzierungsrunde im dreistelligen Millionenbereich ab. Von DST Global, Tiger Global und weiteren Investoren fließen 314 Mio. US$ in das Unternehmen. Die Finanzierungsrunde ist der nächste Schritt im Konkurrenzkampf zwischen den Taxi Apps Uber und Ola. Vor kurzem hatte Ola den kleineren Wettbewerber TaxiForSure für 200 Mio. US$ übernommen und einen Lieferdienst für Essen gestartet. Ola wurde in der Runde mit etwa 2.4 Milliarden US$ bewertet. Erst letzten Oktober flossen mehr als 200 Mio. US$ in einer Finanzierungsrunde, die von SoftBank angeführt wurde. (via Financial Times)

BMW startet BMW Startup Garage

BMW startet mit der Startup Garage einen eigenen Accelerator für innovative Startups aus dem automotive Bereich. Vor allem die Prozesse der Zusammenarbeit, vor denen in der Vergangenheit viele Startups zurückgeschreckt sind, sollen durch die BMW Startup Garage vereinfacht und beschleunigt werden. Bisher war es für junge Unternehmen mit innovativen Ideen schwierig, an den Großkonzern heranzutreten. Die aufgenommenen Startups durchlaufen ein mehrmonatiges Förderprogramm. Für Startups wichtige Informationen, z.B. wie viel Anteile abgegeben werden müssen und ob auch finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, wurde nicht kommuniziert.BMW ist schon mit der VC Gesellschaft BMW i Ventures an einigen Startups aus dem Mobilitätsbereich beteiligt, vor kurzem kamen Gerüchte über einen Einstieg von BMW beim Ridesharing Dienst und Taxi-Alternative WunderCar auf. (via BMW Group)

EU -Kommission prüft Beschwerde von Uber

Nach dem Verbot durch das Landgericht Frankfurt hat sich Uber bei der EU-Kommission beschwert. Nun hat die EU-Kommission auf Anfrage mitgeteilt, dass die Klage geprüft wird. Ob ein Verfahren eröffnet wird, das in einer Anklage wegen Verstoß von Ländern wie Deutschland oder Frankreich gegen den EU Vertrag enden kann, wurde nicht bekannt. Die Kommission betont zwar, dass neue Anbieter die lokalen Regeln nicht umgehen dürfen. Diese müssen allerdings den europäischen Vorgaben für Verhältnismäßigkeit, Gleichbehandlung und Niederlassungsfreiheit entsprechen. Uber bietet in Deutschland unter anderem den Fahrdienst UberPOP mit Privatpersonen an, der im März verboten wurde, nachdem die Taxi-Vereinigung geklagt hatte. Auch die zuständige Kommissarin hat sich für eine einheitliche europaweite Regulierung von Ridesharing Diensten und Taxi-Alternativen ausgesprochen. (via heise online)

 Bild: Taxi, Nachtfahrt von blue-news.org (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: EU will Ridesharing regulieren, Unternehmen fahren auf Ridesharing ab

Kurznachrichten: Die EU könnte Ridesharing in der Europäischen Union regulieren. Außerdem hat eine Auswertung ergeben, dass immer mehr Geschäftsreisende auf Ridesharing Dienste vertrauen. Der erste Uber CEO launcht eine neues Startup für Mitfahrgelegenheiten und die Transit-App Via sammelt 27 Mio. US$ ein.

EU zieht Regulierung von Ridesharing Diensten in Betracht

Die Europäische Kommission hat angedeutet, dass die Regulierung der Ridesharing Dienste auf europäischer und nicht auf nationaler Ebene stattfinden soll. Es soll eine tiefgreifende Studie angefertigt werden, um genügend Hintergrundwissen zur Verfügung zu stellen, um auf EU Level reagieren zu können. Die Kommission hat Beschwerden von Uber erhalten, nachdem der Service mit Privatfahrern in Frankreich und Deutschland verboten wurde. Die Europäische Kommission befürwortet innovative Mobilitätsdienstleistungen und die Mitgliedsstaaten müssen die Prinzipien des EU-Rechts respektieren, darunter die Verhältnismäßigkeit, die Nichtdiskriminierung und die Niederlassungsfreiheit. Es soll ein Standart für alle Europäischen Länder geschaffen werden. (via Financial Times)

Geschäftsreisende fahren auf Ridesharing-Dienste ab

Eine Studie des Anbieters für Reisekosten-Abrechnungen Certify hat ergeben, dass Ridesharing Dienst Uber für 47 % der über Certify abrechneten Fahrten verantwortlich ist. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 15%. Die Summe, die für traditionelle Taxen, Limousinen und Airport Shuttles ausgegeben wurde, ist von 85% auf 52% gefallen. Auf den weiteren Ridesharing Anbieter Lyft entfallen 1 % der Ausgaben. Die Studie beinhaltet nur Ausgaben von Geschäftsreisenden aus Nord-Amerika. In Städten wie San Francisco entfallen sogar 71 % der abgerechneten Fahrten auf Uber, 29% auf Taxifahrten. In New York entfallen die meisten abgerechneten Fahrten weiterhin auf Taxis, nur 21 % der Fahrten entfallen auf Uber. Die Certify Studie besagt auch, dass die durchschnittliche Uber Fahrt 31.24 US$ gekostet hat. Der Durchschnitt für die Verkehrsmittel Taxi, klassischer Limousinen Service und Shuttle Bus lag bei 35.40 US$. (via Bloomberg)

Ride App startet mit Unterstützung von Uber’s erstem CTO

Mittels der Ride App sollen sich Arbeitnehmer vernetzten und somit Geld bei der täglichen Fahrt zur Arbeit und zurück sparen. Die App für Mittfahrgelegenheiten wird von Uber’s erstem CTO Oscar Salazar unterstützt. Der Service wird dabei vom Unternehmen für die Mitarbeiter als Anreiz angeboten. Vorteil ist, dass nur Personen aus dem gleichen Unternehmen miteinander fahren. Die Angestellten mit Fahrtweg laden sich die App runter und beantworten einen kurzen Fragebogen, um festzustellen, ob sie als Fahrer oder Mitfahrer in Betracht kommen. Außerm werden weitere Daten, wie Abfahrtszeiten und Arbeitstage erhoben. Für Fahrer hat die App einige Empfehlungen für eine bessere Auslastung parat. Die Bezahlung findet auch mittels der App statt. Die Mitfahrer bezahlen pro Fahrt, der Fahrpreis setzt sich aus der Distanz und dem lokalen Benzinpreis zusammen. Ride kooperiert mit GM, um bei Bedarf interessante Angebote für größere Fahrzeuge anbieten zu können. Ein ähnliches Konzept verfolgt die deutsche Mitfahr-App flinc. (via VentureBeat)

Transport App Via erhält 27 Mio. US

Investoren pumpen weiter Geld in Transport und Mobilitäts-Startups. Das Unternehmen hinter der App Via hat 27 Mio. US$ in einer Series B eingesammelt, insgesamt sind somit 37 Mio. US$ in das Unternehmen geflossen. Mit der Geldspritze sollen weitere Mitarbeiter eingestellt werden. Außerdem soll mehr Geld für Marketing ausgegeben werden und die Expansion in andere Städte steht auf dem Plan. Via ist zur Zeit nur in Manhattan verfügbar. Mittels der App werden bis zu fünf Fahrgäste zusammengetan, die in die gleiche Richtung fahren. Innerhalb von 10 Minuten werden die Fahrgäste abgeholt, die Fahrt kostet je nach Strecke einen fixen Betrag von 5 oder 7 US$. Die Fahrer werden von dem Startup pro Stunde und nicht pro Fahrten bezahlt. Somit müssen sie keine Angst haben, wie viele Fahrten sie pro Stunde machen. Zuerst sollen weitere Stadteile in New York hinzukommen, im Herbst ist eine Expansion nach Chicago und Washington geplant. Eventuell soll die Technologie hinter Via zu einem späteren Zeitpunkt auch kleiner Städten zur Verfügung gestellt werden. Das Unternehmen verfügt über 40.000 registrierte Nutzer. (via The Wall Street  Journal)

Bild: Crazy car pools von Charlotte Marillet (bestimmte Rechte vorbehalten)

Karten mit rechtlichen und regulatorischen Problemen von Ridesharing Dienst Uber

In welchen Städten/Ländern wird gegen Uber vorgegangen?

Alle Probleme von Uber weltweit, nutzen Sie die Filter, um die Auswahl einzugrenzen. Vorausgewählt ist in dem Fall Europa. In den USA ist auch meistens der Konkurrent Lyft betroffen, wenn rechtlich gegen Ridesharing vorgegangen wird. Ausserhalb der USA sind in einzelnen Fällen lokale Mitbewerber, wie Wundercar oder ähnliche betroffen.

Wann wurde gegen Uber vorgegangen?

Aus der oberen Grafik geht hervor, dass gegen Uber im Jahr 2014 am meisten vorgegangen wurde. Allein im Jahr 2014 wurden etwa doppelt so viele Beschwerden gegen Uber gestartet, wie insgesamt in den 4 Jahren zuvor.

Wer geht gegen Uber vor, woher kommen die Beschwerden gegen Ridesharing?

Kurznachrichten: Lyft auf Suche nach Finanzierung, Uber mit versöhnlichen Tönen in der EU

Kurznachrichten: Das Ridesharing-Unternehmen Lyft ist auf der Suche nach weiterer Finanzierung. Der viel größerer Konkurrent Uber will in der EU einen versöhnlicheren Weg als bisher einschlagen.

Lyft sucht zusätzlich Finanzierung

Das Ridesharing Startup Lyft ist dabei, eine neue Finanzierungsrunde aufzustellen, um mit dem Konkurrenten Uber mithalten zu können. Zuletzt wurde das Unternehmen mit 850 Mio. US$ bewertet, die aktuelle Bewertung soll weit darüber liegen. Lyft hat bisher 330 Mio. US$ eingesammelt. Die Summe an sich ist ordentlich für ein Startup, im Vergleich zu den 3 Milliarden US$, die Uber eingesammelt hat, aber eher gering. Lyft ist bisher in 60 Städten in den USA aktiv, international ist das Unternehmen bisher nicht aktiv. Bisher haben unter anderem Andreessen Horowitz und Coatue Management in Lyft investiert. In der neuen Runde könnten sich SoftBank und ein strategischer Investor beteiligen. Der japanische Telefonkonzern SoftBank hat bereits mehr als 1 Milliarde US$ in Transportation-Startups, wie Ola in Indien, GrabTaxi in Süd-Ost-Asien oder Kuaidi Dache in China. (via Re/code)

Uber mit versöhnlicheren Tönen in Europa

Auf der DLD Konferenz hat der Uber CEO Travis Kalanick versöhnlichere Töne angeschlagen. Im Jahr 2015 will Uber neue Partnerschaften mit den europäischen Städten etablieren, um Innovation, wirtschaftliche Vorteile und weitere Vorteile in die Städte zu bringen. In enger Zusammenarbeit mit den Städten könnten in Europa 400.000 Fahrzeuge von den Straßen verschwinden und 50.000 neue Jobs geschaffen werden. In den USA sei man bisher weiter, was die Schaffung von Rahmenbedingungen für legales Ridesharing betrifft, in Europa möchte Uber dieses Jahr aufholen. Der Fokus, um das zu schaffen, liegt dabei auf vier einfachen Prinzipien: 1. Sicherheit der Fahrgäste und Fahrer, 2. Wahlmöglichkeiten und Wettbewerb, 3. Wirtschaftliches Wachstum, 4. Steuerrechtliche Regelungen. Die Mitschnitte der DLD Konferenz können hier (Präsentation) und hier (Interview) angesehen werden. (via TechCrunch)

Bild: Lyft Atlanta von Daniel X. O’Neil (bestimmte Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: GM mit Elektroauto, Studie zu Carsharing

Kurznachrichten: GM hat auf der NAIAS ein Elektroauto präsentiert, das einem BMW i3 ähnlich sieht. Carsharing wird sich in Deutschland laut einer Studie von TÜV Rheinland nicht durchsetzten. Uber teilt Nutzungsdaten mit Boston.

Elektroauto GM Bolt für 30.000 Dollar

Der amerikanische Automobilkonzern GM hat auf der NAIAS ein Elektrofahrzeug vorgestellt, das für Preise ab 30.000 US Dollar in den Handel kommen soll. Der Bolt soll ab 2017 verkauft werden und mit dem Model 3 von Tesla konkurrieren. Die Reichweite mit einer  Akku-Ladung soll bei 200 Meilen (etwa 320 Kilometern) liegen, das ist doppelt so viel, wie die Reichweite des BMW i3. Das Fahrzeug hat äußerliche Ähnlichkeiten mit einem BMW i3. Ob der Bolt auch als Opel erscheinen wird, ist unklar. (via Manager Magazin)

Carsharing wird sich nicht durchsetzten

Eine Studie des TÜV Rheinland und der Beratungsgesellschaft BBE Automotive kommt zu dem Schluss, dass sich Carsharing in Deutschland nicht durchsetzten wird und der eigene Wagen weiterhin häufig angeschafft wird. Carsharing wird aber ein fester Bestandteil zeitgemäßer Mobilität. Derzeit nutzen etwa eine Millionen Kunden in Deutschland ein Carsharing Angebot, bis 2020 soll sich die Zahl verdoppeln. Durch Begünstigungen und Vernetzungen der unterschiedlichen Anbieter könnten die Nutzerzahlen sogar auf 3 Millionen Kunden steigen. Das Wachstum kommt hauptsächlich durch Neukunden von Free-Floating Anbietern, der Zuwachs an Kunden bei stationsbasierten Anbietern ist hingegen geringer. Privates Carsharing bleibt weiterhin eher eine Randerscheinung. (via TÜV Rheinland)

 Uber teilt Nutzerdaten mit Stadtverwaltung

Für eine bessere innerstädtische Verkehrsplanung teilt das amerikanische Transport- und Mobilitäts-Startup Uber anonymisierte Nutzerdaten mit der Stadtverwaltung in Boston. Der Report wird quartalsweise erstellt und enthält Daten wie Fahrzeit, Start- und Enddatum, gefahrene Strecke und die ZIP-Codes von Start- und Endort. Genaue Ortsangaben und Personendaten werden nicht geteilt. Uber erhofft sich dadurch, dass die Gesetzgebung angepasst wird und mehr Fürsprecher gewonnen werden. Es ist wahrscheinlich, dass Uber die Daten mit weiteren Stadtverwaltungen teilen wird, um Fürsprecher in den rechtlichen Auseinandersetzungen zu gewinnen. In New York City werden schon Gespräche über einen Datenaustausch geführt und Uber ist für eine Diskussion über ähnliche Vereinbarung mit weiteren amerikanischen Städten bereit. In Deutschland wird Uber noch nicht genügend Daten gesammelt haben, damit es für die Stadtverwaltungen interessant wäre. Stadtverwaltungen könnten basierend auf den Daten unter anderem entscheiden, wo neue Strassen gebaut werden sollen, wo mehr oder weniger Parkraum benötigt wird, wo neue Transportmöglichkeiten für Pendler geschaffen werden sollten, oder welche Baustellen priorisiert werden sollten. Bisher ist Uber eher negativ aufgefallen, wenn es um die Auswertung der Nutzerdaten ging. Ende letzten Jahres gab es einen Shitstorm gegen Uber, da Journalisten ohne Einwilligung verfolgt wurden, in den letzten Tagen hat die Auswertung von Uber zum One-Night-Stand-Verhalten der Nutzer für Aufregung in Deutschland gesorgt (via Wall Street Journal)

Bild: rushing home von Blende57, (bestimmte Rechte vorbehalten)

Wer verdient im Taximarkt

Der Prozess des Erwerbs der Berechtigung ein Taxi zu führen und zu betreiben, wird von mehreren teilnehmenden Organisationen geprägt. Jede Prozessteilnehmer möchte seinen Teil vom Kuchen abhaben und teilweise fallen dafür Beträge im vierstelligen Bereich an. Eine erste Auflistung der Organisationen, die bestimmt nicht vollständig ist, ist im folgenden zu finden. Bei den hohen Summen, ist es nicht verwunderlich, dass sich Organisationen wie Taxi Innung, Verband oder Funkzentralen gegen mehr Wettbewerb wehren. Die Leittragenden sind meistens die Taxifahrern und vor allem die Fahrgäste.

Funkgesellschaften

Taxi-Funkgesellschaften wie TaxiFunk verlang bis zu 103 € netto pro Monat und Fahrzeug für die Nutzung des Funk-Services, egal ob das Fahrzeug eingesetzt wird oder nicht. Die meisten Taxiunternehmer werden auf mehrere Taxifunkzentralen setzen und somit werden die monatlichen Kosten pro Fahrzeug höher sein. Bei c.a. 5.500 angeschlossenen Taxen entsteht ein Jährlicher Umsatz von bis zu 7 Mio. €. Bevor ein Fahrer die Funktechnik nutzen kann, müssen zwei Kurse belegt werden, die insgesamt 35 € pro Fahrer kosten. Für die Bearbeitung von EC-Zahlungen kommen noch mal 42 ct. netto pro Fahrt hinzu.

Bis sich Uber über Provisionen im siebenstelligen Bereich freuen kann, wird es noch einige Zeit dauern. Dafür müssen Fahrten im mittleren fünfstelligen Bereich pro Woche in Berlin vermittelt werden, im Moment sind es schätzungsweise Fahrern im unteren vierstelligen Bereich.

Taxiinnung

Die Taxiinnung verdient zur Zeit an der Durchführung der Ortskundeprüfung für den Personenbeförderungsschein. Für die Prüfung, die 15-30 Minuten dauert, muss der Prüfling 55 € bezahlen. Es kann davon ausgegangen werden, dass mehrere 1000 Ortskundeprüfungen pro Jahr durchgeführt werden und somit leicht ein mittlerer sechsstelliger Betrag entsteht, der an die Innung fließt.

Außerdem Erhebt die Taxiinnung Mitgliedsgebühren von 92€ für das erste Fahrzeug und 49€ für jedes weitere Fahrzeug. Es sind leider keine Angaben zu finden, wie viele Mitglieder der Taxiinnung beigetreten sind. Wenn man davon ausgeht, dass die Hälfte der ca. 3.000 Berliner Taxiunternehmer Mitglied der Innung ist, dann fallen Mitgliedsbeiträge bis zu 250.000 € an.

Verband, Innung und Taxi-Zentrale zusammen

Alle drei Organisationen bieten zusammen eine Service-Schulung für Taxifahrer an. Für die zweitägige Schulung fallen Gebühren von 40 € pro Teilnehmer an. Bei 18.000 Taxifahrern in Berlin und bei einer Erfolgsquote von 80% ergibt sich ein möglicher Umsatz im hohen sechsstelligen Bereich. Das Vermitteln von Selbstverständlichkeiten, wie Türe aufhalten, Auto sauber halten oder bargeldlose Zahlungen akzeptieren zum Geschäft zu machen, ist eine interessante Methode. Bei Unternehmen, wie Blacklane und Uber gehört diese Schulung zum Standardprozess, es werden keine Kosten erhoben.

Taxischulen

Die Taxischulen bieten Kurse für die Vorbereitung auf die Ortskundeprüfung an. Für die Mehrwöchigen Kurse fallen Kursgebühren von bis zu 2.000 € an, hinzu kommen noch Kosten für Schulungsunterlagen. Bei mehreren tausend “Taxischülern” pro Jahr fließt schätzungsweise ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag pro Jahr an die Taxischulen. Teilweise werden die Kosten vom Staat übernommen, wenn die Schulung mit einem Bildungsgutschein erfolgt.

Taxischulen bieten häufig auch Kurse für die Fach- und Sachkundeprüfung für Taxi- und Mietwagenunternehmer an, dafür können Kosten von bis zu 300 € pro Teilnehmer anfallen. Bei mehreren tausend “Schülern” pro Jahr fließen pro Jahr Beträge im mittleren sechsstelligen Bereich.

Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten

Das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten ist für die Ausstellung des Personenbeförderungsscheins zuständig. Für die Erstausstellung werden 220 € fällig, für die Erweiterung und Verlängerung 42.60 €. Außerdem ist das LABO für die Vergabe der Konzessionen für Taxis und Mietwagen zuständig, für die Erteilung, Änderung oder Verlängerung der Konzessionen fallen ebenfalls Gebühren an.

Ein zukünftiger Taxifahrer muss also im schlimmsten Fall mit mehreren tausend Euro in Vorleistung gehen, bevor er das erste mal Fahrgäste befördern darf. Das Risiko, dass man mit Personenbeförderungsschein trotzdem kein Taxi zur Verfügung gestellt bekommt, ist auch gegeben. Wenn man alle einmaligen und laufenden Kosten addiert, die ein Taxifahrer für die Vermittlung pro Fahrt vom Fahrpreis abziehen muss, wird man auf eine ähnlich hohe Abgabe wie bei Uber und Blacklane kommen.

Bild: Taxi! von GörlitzPhotography via Flickr.com, Lizenz: CC-BY-2.0

Entwicklung des Carsharings in Deutschland: DriveNow und Car2Go haben die Nase vorn

Das Magazin WirtschaftsWoche (WiWo) hat in der aktuellen Ausgabe (34/2014) einen Bericht über die Entwicklung des Carsharings veröffentlicht.

Der Bericht beschäftigt sich mit folgenden Fragen:

  • Ist das neue Carsharing, bei dem das Auto überall abgestellt werden kann, überhaupt ein Geschäft?
  • Lässt sich damit Geld verdienen?
  • Und wie geht es weiter?

Für die Beantwortung der Fragen wurde eine Studie der Strategieberatung Civity herangezogen, die leider noch nicht veröffentlicht wurde. Die Unternehmensberatung Roland Berger hat vor kurzem ebenfalls eine Studie zum Thema Shared Mobility veröffentlicht, die ähnliche Punkte behandelt und zu vergleichbaren Ansichten kommt.

Welche Konzerne kämpfen um die Marktführerschaft?

In Deutschland sind das vor allem Daimler/Europcar mit Car2Go und BMW/Sixt mit DriveNow.

Wie lange dauert es, bis die Anbieter Geld verdienen?

Car2Go Manager Beermann erklärt, dass in einer Stadt nach 24-36 Monaten Break Even erreicht wird. Auch DriveNow gibt an, dass  auf Monatsbasis die Gewinnschwelle überschritten wurde.

Wie wird sich der Markt entwickeln?

Stefan Weigele, Autor der Studie und Partner bei Civity geht davon aus, dass sich der Markt bis 2020 weltweit auf 1.4 Milliarden Euro Umsatz vergrößern wird. Um diese Zahl zu erreichen, müsste sich die Anzahl der Carsharing Systeme von heute etwa 30 auf rund 140 steigern. Carsharing wird sich als Alternative zum eigenen Auto und Taxi weiter etablieren. Die Beratung Roland Berger geht in einer aktuellen Studie davon aus, dass der Carsharing bis 2020 auf 3.7 bis 5.6 Milliarden €  Umsatz kommen wird.

Wer hat die Nase vorn?

Anzahl der Städte: Bei der Anzahl der Städte hat Daimler mit Car2Go die Nase vorn, BMW beschränkt sich mit DriveNow im Moment auf 6 Städte.

Gewinne: Hier sieht Civity das Angebot von DriveNow vorne. Die geringe Anzahl an Städten wirkt sich hier vorteilhaft aus, da weniger investiert werden muss.

Auslastung: Die Fahrzeuge von DriveNow sind besser ausgelastet. Das hat zum einen mit der geringeren Fahrzeuganzahl zu tun, zum anderen sind auch die Betriebsgebiete kleiner. Laut Civity ist das Betriebsgebiet von DriveNow im Schnitt 88 Quadratkilometer groß, das von Car2Go liegt bei etwa 130 Quadratkilomtern im Schnitt.

Fahrzeuge: BMW und Sixt setzen bei DriveNow hochwertige Fahrzeuge ein, hautsächlich sind Minis (Mini, Mini Cabrio, Mini Countryman) unterwegs. Außerdem werden Fahrzeuge der BMW 1er Serie eingesetzt (BMW 1er Fünftürer,  X1, BMW Active E).  Bei Car2Go kommen vorwiegend minimalistisch ausgestattete Smart ForTwo zum Einsatz, in manchen Städten auch als elektrische Version. DriveNow bietet also die geräumigeren und besser ausgestatteten Fahrzeuge und den Kunden scheint es zu gefallen, das sie im Sommer auch mit dem Cabrio cruisen können.

Die Fahrzeuge von DriveNow werden auch öfters ausgetauscht, was auch besser bei den Kunden ankommt. Die Fahrzeuge gehen spätestens nach 12 Monaten zurück und werden wahrscheinlich auf dem Gebrauchtwagenmarkt angeboten. Die Car2Go Smarts sind etwa drei Jahre im Einsatz und danach reif für den Schrottplatz.

Im welchen Städten kommt Carsharing am besten an?

In Berlin wird laut Civity 25% des Umsatzes in Deutschland erwirtschaftet. Mehr als 2000 Fahrzeuge werden hier für Carsharing angeboten, die meisten Fahrten finden in den Bezirken im Zentrum der Stadt statt (Mitte, Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlauer Berg)

Wie viele Minuten sind die Fahrzeuge ausgelastet?

Die DriveNow Fahrzeuge kommen auf etwa 78 Minuten Auslastung am Tag. Die Car2Go Fahrzeuge sind am Tag 62 Minuten ausgelastet. Die Fahrzeuge von Multicity sind nur 26 Minuten unterwegs. Bei DriveNow ist etwa 650 Fahrzeuge in Berlin unterwegs, bei Car2Go etwa die doppelte Anzahl.

Sind die Angebote Kostendeckend?

Daimler und BMW behaupten, dass die Angebote  kostendeckend wirtschaften. Bei DriveNow werden etwa 24 € pro Fahrzeug und Tag umgesetzt, bei Car2Go sind es 18 €. Um mit diesen Beträgen kostendeckend arbeiten zu können,  ist davon auszugehen, dass die Carsharing Anbieter hohe Rabatte auf die Fahrzeuge erhalten.

Zu welchen Konditionen werden die Fahrzeuge vom Hersteller angeboten?

Es wird angenommen, dass DriveNow mehr als 40% Rabatt auf den Listenpreis der BMW Fahrzeuge erhält (Quelle: GetMobility.de)
Es wird angenommen, dass DriveNow mehr als 40% Rabatt auf den Listenpreis der BMW Fahrzeuge erhält (Quelle: GetMobility.de)

Darüber gibt es keine genaueren Infos. Um bei der geringen Auslastung profitabel wirtschaften zu können, müssten die Hersteller einen großzügigen Rabatt gewähren. Damit DriveNow allein ein Auto mit einem positiven Deckungsbeitrag betreiben kann, müssten die Auto mit einem Rabatt von ca. 30% zum Listenpreis angeboten werden. Da aber auch noch Ausgaben für Angestellte, Werbung und Wartung anfallen, ist anzunehmen, dass der Rabatt weit höher ausfällt, um einen Gewinn zu erwirtschaften.

Wie geht es weiter?

Car2Go will bis 2020 weltweit in weiteren 40 – 50 Städten aktiv werden, das Umsatzziel lieg bei 1 Milliarde Euro pro Jahr. DriveNow will ebenfalls expandieren, aber langsamer. Bis z 15 europäische und 10 amerikanische Metropolen sollen gestartet werden.

Wie können die Gewinne erhöht werden?

Auslastung: Die Nutzerzahl muss gesteigert werden und die Auslastung der Fahrzeuge.

Extra-Services: Außerdem können durch Extra-Angebote die Umsätze und Gewinne erhöht werden. So verlangen die Carsharing Anbieter einen Aufschlag für Fahrzeuge, die am Flughafen geparkt oder abgeholt werden, in Berlin sind das z.B. 4 € pro Fahrt.

Weitere Kategorien: Car2Go bietet in Berlin und Hamburg unter dem Namen Car2Go Black schwarze Mercedes B-Blassen an. Für 10 € pro Stunde und 49 € am Tag können die Autos gemietet werden. Die Fahrzeuge werden an fixen Punkten abgeholt und abgestellt. Benzin ist inklusive und einfache Fahrten, z.B. von Berlin nach Hamburg sind auch möglich.

Freizeitangebote: Drive Now will die Nutzer motivieren, öfters die Autos zu nutzen, in dem Freizeitangebote mit DriveNow Nutzung verkauft werden. In München kann z.B. ein Paket für die Therme Erding gebucht werden, das die Kosten für das DriveNow Auto enthält und ein 4 Stunden Ticket. Die Pakte können einfach über das Interface im Auto gebucht werden.

Werbung: Car2Go experimentiert mit Werbung auf den Fahrzeugen. Unternehmen können für die Produktionskosten und einem Betrag von 6,50 € pro Tag und Fahrzeug die Heckscheiben bekleben lassen. In Berlin sind z.B. 1/3 der Fahrzeuge mit Werbung beklebt. Bei einer dreimonatigen Laufzeit der Werbung bring das für Car2Go einen Umsatz von etwa 200.000 € ohne große Kosten.

Genehmigung der Behörden

Die Städteverwaltungen sind ebenfalls für den langfristigen Erfolg des Carsharings verantwortlich, in dem Sonderregelungen für Carsharing geschaffen werden. In London hat sich Car2Go nach 1 1/2 Jahren wieder zurückgezogen, das kein einheitlicher Parkraum aufgebaut werden konnte. In München dürfen pro Anbieter maximal 500 Fahrzeuge unterwegs sein, außerdem ist das Parken in Anwohnergebieten eingeschränkt.

Nutzerverhalten

Laut Civity Studie sind 50% der Fahrten kürzer als fünf Kilometer. Carsharing entzieht somit dem Taxigewerbe die Fahrten und teilweise auch dem Öffentlichen Nahverkehr. Radfahrer würden auch plötzlich wieder auf das Auto umsteigen.

Ob die Bewohner der Städte mit einem guten Carsharing Angebot dazu neigen, ihre eigenen Fahrzeuge abzuschaffen und vermehrt Carsharing nutzen, ist noch nicht belegt.

In Mailand hat es Car2Go auch geholfen, dass die Carsharing Fahrzeuge von der Maut in der Innenstadt befreit sind, die von der Stadtverwaltung erhoben wird.

Bild: Michael Andersen/Flickr, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Lyft verschiebt Launch in New York City

Der amerikanische Ridesharing Service Lyft, wollte am Freitag in New York City starten, um Uber Konkurrenz zu machen. Nach dem die Auseinandersetzung mit der TLC eskalierte, hat Lyft nun angekündigt, den Start zu verschieben.


UPDATE (25.7.2014): Lyft hat sich mit den New Yorker Behörden verständigt und die Erlaubnis von der TLC erhalten, den Ridesharing Service auszurollen. Heute um 19 Uhr New Yorker Zeit, geht der Service in online. Lyft wird nur Fahrzeuge akzeptieren, die von der TLC lizensiert sind. 


Gestern hat Lyft co-founder John Zummer angekündigt, dass der Ridesharing Service den Start in New York City verschiebt. Zuvor hat der Generalstaatsanwalt von New York und das Department of Financial Services Klage gegen Lyft eingereicht. In der Klage geht es darum, dass Lyft bereits in Rochester und Buffalo ohne Genehmigung aktiv ist und dass der Service im offenen Widerspruch zu den lokalen Regulierungen steht.

In dem Statement, das Lyft veröffentlicht hat, heißt es, dass sich Lyft ab Montag mit der TLC zusammensetzt, um an einer neuen Version von Lyft zu arbeiten, die von der TLC akzeptiert wird. Der Start soll dann sofort danach erfolgen.

Der Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hofft, dass sich Lyft an die Gesetze anpassen kann und bald in New York starten kann. Scheidermann erwähnt auch, dass die Behörden eine gute Beziehung zum Lyft-Konkurrenten Uber haben. Uber hat sich kooperativ gezeigt und es wurde eine Lösung gefunden, die für alle Seiten funktioniert. Darunter zählt, dass alle Fahrzeuge lizenziert und versichert sind. Kürzlich hat sich der Staat New York und Uber auch darauf geeinigt, die Fahrpreise bei Notständen und Naturkatastrophen nicht zu erhöhen.

Photo: 2013.21.09_17.52_2858.jpg von Raido, Lizenz: CC BY 2.0

Uber erhält grünes Licht in London – Taxiverband verklagt 6 Uber Fahrer

Trotz Proteste der Taxifahrer wurde Uber in London laut Times für legal erklärt. Die lokalen Transportbehörden haben dem US-amerikanischen Startup grünes Licht gegeben. Im Gegenzug stellt der Taxiverband Strafanzeige gegen sechs Fahrer, die bei Uber unterwegs waren, um die Erlaubnis zu verzögern.

Die Behörde Transport for London (Tfl) hat letzten Donnerstag verkündet, dass  Uber weiterhin in London operieren darf. Die Entscheidung kommt nur wenige Wochen, nach dem die Taxifahrer europaweit gegen die neuen Transport-Dienste, wie Wundercar, Blacklane oder Uber protestiert haben.  Viele Taxifahrer haben den neuen Transport Netzwerk Services vorgeworfen, dass sie ihnen das Geschäft streitig machen und gegen die lokalen Gesetzte verstoßen. Uber und die anderen Anbieter, bei denen man über eine Smartphone App ein Fahrzeug mit Fahrer per Knopfdruck bestellen kann, halten dagegen, dass sie mit innovativer Technologie eine eingestaubte und konservative Industrie durchdringen.

Die endgültige Entscheidung wir ein Gericht (High Court) treffen, die Tfl  möchte ihre Einschätzung, dass es sich bei Uber um einen “regulated taxi service” handelt, bestätigen lassen.  Die Entscheidung wird noch auf sich warten lassen, da der Taxiverband gegen sechs Fahrer, die bei Uber unterwegs waren, einen Strafantrag gestellt haben. Diese Strafanträge müssen erst bis Ende Juli 2014 gehört werden, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

Der Chef des Taxiverbands, Steve McNamara begründet gegenüber Bloomberg, dass der Verband der Tfl-Vereinigung nicht trauen und die Tfl sei als Regulierer nicht geeignet.

Wie in den anderen Städten, in denen Fahrer aus dem Uber-Netzwerk verklagt wurden, hat Uber London die volle Unterstützung für die angeklagten Fahrer zugesichert. Alle Kosten für Verteidigung und möglichen Verdienstausfall werden wahrscheinlich übernommen.

In Berlin ist seit der einstweiligen Verfügung nichts weiter passiert, in Hamburg will sich die Wirtschaftsbehörde Anfang der kommenden Woche zu den Geschäften von Uber äußern. In Brüssel wurde Uber eigentlich auch verboten, Fahrzeuge sind aber weiterhin unterwegs.

Photo: Taxis on Oxford Street von  aimee rivers, Lizenz: CC BY-SA 2.0