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Mobility Software: Bestmile mit neuer Finanzierung

Die Mobility Software Plattform Bestmile hat eine neue Finanzierung in Höhe von 11 Mio. Dollar eingesammelt. Das Unternehmen fokussiert sich darauf, autonome Fahrzeuge zu managen und in ein bestehendes Setup an herkömmlichen Fahrzeugen zu integrieren. Der Ansatz erinnert an das Vorgehen von Unternehmen wie Door2Door oder ioki. Das Geld kommt hauptsächlich von Road Ventures SA, mit Beteiligung von Partech Ventures, Groupe ADP, Airbus Ventures, Serena Capital und MobilityFund. Bestmile will das frische Geld nutzen, um global zu expandieren und um die Cloud-Lösung weiter auszubauen.

Investoren vom Erfolg überzeugt

Die Investoren sind von dem Erfolg von dem Startup überzeugt. Road Ventures CEO Patrice Crisinel lässt sich mit folgenden Worten zitieren: “Wir sind auf dem Markt der Mobility Services stark verankert und sehen Bestmile als ein disruptives Unternehmen, das nicht nur das heutige Fahrer-basierte Umfeld transformiert, sonder auch Flotten aus autonomen Fahrzeugen.” Reza Malekzadeh von Partech Ventures ist von den technologischen Eigenschaften der Plattform überzeugt und den Einsätzen in unterschiedlichen kommerziellen und strategischen Projekten in Europa oder den USA.

Fokus auf Software für Mischflotten

Bestmile ist ein Software-Anbieter, der sich auf den Betrieb einer Plattform für den Betrieb und die Nutzung von autonomen und Fahrer-basierten Flotten spezialisiert hat. Einen effizienten Betrieb von Mischflotten, bestehend aus autonomen und fahrebasierten Fahrzeugen, sieht das Unternehmen als Erfolgsfaktor auf dem Weg zu vollautomatisierten Flotten. Das Startup arbeitet dabei herstellerunabhängig und das System unterstützt ein on-demand Setup, kommt aber auch mit klassischen Linienverkehren zurecht. Bisher arbeitet das Startup mit Unternehmen wie Navya, EasyMile, Local Motors, Paravan, Next Future Transportation oder Hi-tech Robotic Systemz.

Kooperation mit unterschiedlichen Mobilitätsdienst-Anbietern

Bestmile arbeitet mit den unterschiedlichen Mobilitätsdienst-Anbietern zusammen. Zu den Nutzern der Mobility Software zählen öffentliche Verkehrsbetriebe, Fahrdienst-Netzwerke, Transportdienstleister oder private Communities und Campuses. Die Mobility Service Provider können Bestmile nutzen, um das bestehende Angebot mit on-demand Ridesharing Diensten zu ergänzen.

Die Mobility Software Plattform deckt ein umfassendes Set an Features ab, die für den Betrieb und die Buchung eines Mobilitätsdienstes benötigt werden. Die Features reichen von Flotten- und Fahrzeugmanagement, über Datenauswertung hin zu Features, die für den operativen Betrieb und die Optimierung einer Flotte benötigt werden. Für Flottenbetreiber werden unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt, entweder kann über ein von Bestmile entwickeltes Back-End auf das System zugegriffen werden oder mittels API. Für die Nutzer werden Apps und Web Interfaces angeboten, über die die Ride-Sharing Dienste gebucht werden können.

Die Mobility Plattform von Bestmile soll dabei helfen, ein multimodales Verkehrssystem aufzubauen, bei dem auch autonome Fahrzeuge in die Flotte an herkömmlichen Fahrzeugen integriert werden. Die Software wird in vielen Pilotprojekten eingesetzt, unter anderem in schweizerischen Sion, wo Postbus ein autonomes Smart Shuttle mit Navya Fahrzeugen betreibt.

Bild: Bestmile (alle Rechte vorbehalten)

Via Ride-Sharing als Ersatz für ÖPNV in texanischer Stadt

In der amerikanischen Stadt Arlington wird der lokale Bus mit einer Ride-Sharing Lösung auf Basis der Via Plattform ersetzt. Die Partnerschaft zwischen Via und der Stadtverwaltung in der texanischen Stadt ist ein starkes Zeichen, dass sich Behörden und Städte auf neue Wege begeben, wenn es darum geht, attraktive Alternativen und Ergänzungen zum ÖPNV aufzubauen.

10 Kleinbusse für die Innenstadt

In Arlington werden 10 Kleinbusse eingesetzt, die hauptsächlich in der Innenstadt unterwegs sein werden. In der Stadt wohnen etwa 390.000 Menschen, ein kleiner Teil wir den Genuss des Service kommen. Die Preise sind mit den Entgelt für den ÖPNV vergleichbar. Der Fahrpreis liegt bei günstigen 3 US Dollar pro Fahrt, als Flatrate. Ein Wochenticket kann für 10 Dollar erworben werden.

Subvention durch die Stadt

Der Betrieb wird von der Stadt finanziell unterstützt, etwa 320.000 US Dollar fließen jährlich als Subventionen in den operativen Betrieb. Mit dem Betrag sollen anscheinend ein Drittel der Kosten gedeckt sein. Unbekannt ist, ob Via das Projekt auch subventionieren wird. Um mit dem Zuschuss der Stadt wirtschaftlich arbeiten zu können, müssten mindestens 600 Fahrgäste pro Tag transportiert werden, etwa 60 pro Fahrzeug und Tag.

Die 10 Mercedes-Benz Fahrzeuge sind nicht rund um die Tür unterwegs, sondern vorwiegend in den Zeiten zwischen 6 und 21 Uhr. Die Wartezeit soll bei maximal 10 bis 12 Minuten liegen. Uber und Lyft sind in der Stadt noch nicht aktiv. Für die Stadt stehen bei dem neuen System auch Kostenersparnisse im Vordergrund. Das bisherige System, das auf Linienbussen basierte, soll deutlich teurere gewesen sein.

Mehrere Städte experimentieren mit ÖPNV Alternativen

Arlington ist nicht die erste Stadt in den USA, die Ride-Sharing Dienste anstatt den herkömmlichen ÖPNV Angeboten unterstützt. Mehrere Städte subventionieren zum Beispiel Uber Fahrten, um teure Investitionen zu vermeiden.

Auch hierzulande wäre es ein attraktives Szenario, wenn sich die Städte und Gemeinden für Ride-Sharing Dienst als flexibel und finanzierbare Alternative entscheiden würden.

Bild: City of Arlington (alle Rechte vorbehalten)

Mobilitätsplattform: Uber zieht sich aus Südostasien zurück – Verkauf an Grab

Nach dem Einstieg von SoftBank gibt die Mobilitätsplattform Uber eine weitere Region an einen lokalen Wettbewerber ab. Die Märkte in Südostasien werden an Grab verkauft, eine Mobility Plattform, die auch von SoftBank finanziert wird. Der Deal wurde von Grab bestätigt. Der Mobilitätsmarkt in Südostasien wächst schnell, bis 2025 sollen pro Jahr mehr als 20 Milliarden Dollar umgesetzt werden.

Grab ist lokaler Platzhirsch in Südostasien

Uber gibt nicht nur den Fahrdienst in Südostasien ab, sondern auch das Liefergeschäft UberEATS. Beides soll mit des Pendants von Grab verschmelzen. Die Integration soll in den kommenden zwei Wochen für das Ride-Sharing Geschäft abgeschlossen sein, UberEATS soll bis Ende Mai in GrabFood integriert sein.

Im Gegenzug erhält Uber 27.5 Prozent an Unternehmensanteilen an dem fusionierten Unternehmen. Ob zusätzlich noch Geld geflossen ist, ist nicht bekannt. Die Verschmelzung der Mobility Platform Grab mit den Geschäftsbereichen von Uber kann als Sieg für den lokalen Platzhirschen gewertet werden. Grab ist in mehr als 190 Städten in der Region aktiv, die App wurde mehr als 85 Mio. Mal heruntergeladen. Insgesamt wurden vier Milliarden Dollar eingesammelt, die Bewertung liegt bei mehr als sechs Milliarden Dollar. Das Unternehmen kann sich jetzt auf den Wettbewerb mit dem aufstrebenden Mitbewerber Go-Jek konzentrieren, der immer stärker in der Region wird.

SoftBank als Treiber hinter lokaler Mobilitätsplattform

Über den möglichen Rückzug von Uber aus der Region in Asien haben wir schon vor einigen Wochen berichtet. Treiber dahinter wird der Investor SoftBank sein, der sowohl im großen Stil an Uber und auch an Grab beteiligt ist. SoftBank hat kein Interesse daran, dass sich die eigenen Beteiligungen einen teuren Wettkampf um Fahrer und Nutzer liefern. Das niedrige Preisniveau in der Region ist schon eine große Herausforderung, wenn es darum geht, eine profitables Geschäft aufzubauen.

Stehen weitere Konsolidierungen bevor?

Uber hat sich in den letzten Jahren bereits aus zwei Märkten zurückgezogen. In China wurde das Geschäft an Didi Chuxing verkauft, das auch von SoftBank finanziert wird. In Russland hat die Ride-Sharing Plattform das lokale Setup an Yandex veräußert. Gut möglich, dass in den kommenden Monaten weitere Konsolidierungen bevorstehen – SoftBank würde gerne von Uber sehen, dass sich das Unternehmen auf die Nordamerika und Europa fokussiert. In Indien konkurriert Uber mit dem ebenfalls von SoftBank finanzierten Ola, bisher wird Indien aber noch als Schlüsselmarkt bei Uber gesehen.

Bild: Grab (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Sharing in Deutschland – Diskussion in die falsche Richtung

Verfolgt man die Artikel über Ride-Sharing Angebote in den letzten Tagen und Wochen, wird schnell der Eindruck vermittelt, dass Ride-Sharing eine Gefahr für den öffentlichen Verkehr und die Umwelt darstellt, insbesondere für die Taxi-Branche. Die neuen Dienste zerstören das Geschäft der Taxi-Fahrer durch Dumping-Preise und gleichzeitig werden auch noch umweltschädliche Diesel, Fahrzeuge eingesetzt, so die Argumente. Die Argumente sind nicht nur falsch, sie lenken die Diskussion auch in die falsche Richtung – es wird versucht, Bestehendes zu schützen und Neues zu verhindern. Eine Kombination von Taxi, Ride-Sharing Dienste und anderen Mobilitätsangeboten und dem großen Themenfeld Digitalisierung bietet die große Chance, ein System aufzubauen, das so bequem zu nutzen ist, dass die Menschen darauf verzichten, ein eigenes Auto zu besitzen.

Menschen müssen dazu bewegt werden, ihr eigenes Auto stehen zu lassen

Genau das muss das Ziel sein: Die Menschen müssen dazu bewegt werden, ihr eigenes Auto stehen zu lassen, um effizientere Verkehrsmittel zu nutzen, um von A nach B zu kommen. Nur so lassen sich die wachsende Verkehrsprobleme und die Folgen wie Stau, Lärm, Luftverschmutzung, Stress in den Griff zu bekommen.

Nur erreichbar durch attraktives Gesamtangebot

Dafür gibt es zwei Stoßrichtungen: Entweder wird der private Fahrzeugbesitz durch hohe Gebühren für Maut und Parken, sowie Zulassungsbeschränkungen so unattraktiv, dass die Menschen freiwillig ihr Fahrzeug abschaffen. Die Alternative ist, dass man aus alternativen Mobilitätsangeboten, wie Taxi, ÖPNV, Ride-Sharing, Car-Sharing oder Bike-Sharing ein Angebot aufbaut, dass so bequem zu nutzen ist, dass die Menschen von sich aus darauf verzichten, ein Fahrzeug zu besitzen. Beide Richtungen haben zur Folge, dass die Kapazitäten bei den Alternativen deutlich ausgebaut werden müssen. Es wird genügend Nachfrage da sein, um sowohl Taxen, als auch Ride-Sharing und ÖPNV Angebote auszulasten.

Kooperation aller Beteiligten erforderlich

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die beteiligten Akteure wie Politik, Taxi Verbände, Ride-Sharing Dienste, ÖPNV Betreiber eng zusammenarbeiten und nicht gegeneinander. Wünschenswert ist, wenn sich die einzelnen Akteure zusammentun, um ein Angebot zu schaffen, dass vor allem den Kunden entgegen kommt.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

BMW will Ride-Sharing mit Motorrädern oder Scootern anbieten

Die BMW Group würde gerne einen Ride-Sharing Dienst mit Motorrädern und Rollern in Städten mit hoher Staubelastung ausrollen, sofern das Problem mit dem zweiten Helm gelöst werden kann. Auf dem Genfer Autosalon hat sich Perter Schwarzenbauer  wie folgt dazu geäußert. Schwarzenbauer ist für BMW Motorrad, Mini und Rolls-Royce bei BMW verantwortlich: “Das ist definitiv eine Option, aber bis jetzt haben wir noch keine Lösung für den zweiten Helm gefunden.“

Ride-Sharing Dienst mit kleineren Elektro-Rollern

Erfolgreiche Startups wie Go-Jek haben gezeigt, dass die Herausforderung mit dem zweiten Helm auf eine akzeptablen Art gelöst werden kann. Das Angebot von Go-Jek könnte auch BMW nutzen, um eine passende Lösung zu finden. Für den Dienst in verstopften Städte stellt sich BMW einen E-Scooter vor, der unterhalb des C evolution angesiedelt ist. Der Maxi-Scooter C evolution kommt auf eine Reichweite von 100 km in der kleineren Variante und kostet stolze 14.000 Euro. Die Unternehmen Go-Jek und auch Grab setzten auf Motorräder mit Verbrennungsmotor. An Grab hat sich Hersteller Honda bereits vor etwa zwei Jahren beteiligt, um auch Abnehmer für die produzierten Motorräder zu finden.

Ob BMW ernsthaft die Idee verfolgt, einen Ride-Sharing Dienst mit Motorrädern aufzubauen, kann bezweifelt werden. In einem ersten Schritt wird BMW schon mal eine App anbieten, mit der die Nutzer BMW Motorräder bei lokalen Händlern anmieten können. Der Dienst soll im Mai in Deutschland, Österreich und Frankreich starten.

Ergänzung zu DriveNow wäre ideal

Einsatzmöglichkeiten für kleine E-Scooter gibt es genug. Alternative zum Fahrdienst mit Motorrädern oder Scootern wäre schon mal, einen E-Scooter Sharing Dienst als Ergänzung zu DriveNow anzubieten. Eine Erweiterung von DriveNow mittels eines Angebots wie Coup oder Emmy würde die Attraktivität  des Sharing Angebots erhöhen. Es würden sich Alternativen für ganze Strecken ergeben oder eine Möglichkeit, um schneller zu einem DriveNow Fahrzeug zu gelangen. Idealerweise könnte der Dienst in der gleichen App gebucht werden.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Uber News: Aktuelle Zahlen und weitere Pläne

Uber hat in den letzten Tagen die Geschäftszahlen aus dem letzten Quartal den Investoren präsentiert und das Magazin The Information hat eine Kopie veröffentlicht. Außerdem hat sich der CEO Dara Khosrowshahi auf der Goldman Sachs Tech Conference über seine Vision und Roadmap geäußert.

Uber in Zahlen – enorme Verluste

Unterm Strich hat die Plattform im letzten Quartal 2017 einen Verlust von 1.1 Milliarden US Dollar eingefahren. Das ist eine enorme Summe und eine leichte Verbesserung zum dritten Quartal 2017, in dem ein Verlust von 1.5 Milliarden US Dollar angefallen ist. Der Umsatz stieg trotz Skandale weiter, insgesamt wurden 11.1 Milliarden Dollar als Außenumsatz umgesetzt, bei Uber sind davon 2.2 Milliarden Dollar geblieben, der Rest wurde an Fahrer ausbezahlt oder für Gutscheinaktionen genutzt. Die Fahrer haben fast 500 Mio. Dollar an Bonuszahlungen erhalten, über 500 Mio. Dollar wurden für Kundengutscheine ausgegeben. Insgesamt hat die Mobility Plattform im vergangenen Jahr einen Netto—Umsatz von 7.5 Milliarden Dollar erzielt, der Verlust lag bei 4.5 Milliarden US$.

Die Haupttreiber für die hohen Verluste sind die Investitionen in Wachstumsmärkte, wie Indien und Südamerika. Außerdem schlagen die Kosten für die Zukunftswetten wie UberEats, Entwicklung der autonomen Fahrzeuge und UberFreight zu buche.

Gerichtliche Auseinandersetzung mit Waymo beendet

Waymo hat das Unternehmen wegen Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen im Bezug auf autonomes Fahren verklagt. Ehemalige Waymo Mitarbeiter, allen voran Anthony Levandowski, sollen vertrauliche Dokumente von den Waymo-Servern gestohlen haben und im Zuge der Übernahme von Otto an Uber weitergegeben haben. Außerdem soll Uber ehemalige Waymo Mitarbeiter mit unfairen Mitteln angeworben haben. Auch wenn Uber sagt, dass nie Geschäftsgeheimnisse von Waymo bei Uber angewendet wurden, wurde der Fall beigelegt. Die Schlammschlacht beider Unternehmen wurde beendet, in dem Uber Geschäftsanteile an Waymo abgibt. Insgesamt soll Waymo etwa 0.34% der Uber Aktien erhalten, was bei der letzten Bewertung von 72 Milliarden Dollar einem Wert von 245 Mio. US Dollar entspricht. Waymo und Uber wollen in Zukunft zusammen arbeiten und für Uber geht der Fall glimpflicher aus, als gedacht. Ursprünglich hat Waymo eine Zahlung von 1.9 Milliarden Dollar gefordert, um den Schaden und die Kosten des Rechtsstreits zu decken. Für das Team bei Uber, das an vollautomatisierten Fahrzeugen arbeitet, bedeutet die Einigung weniger Ablenkung.

Dara Khosrohshahi auf der Goldman Sachs Technology & Internet Conference

Der Auftritt des Uber CEO auf der Goldman Sachs Technology & Internet Conference lässt sich mit ein paar Punkten zusammenfassen.

Für Uber ist das Ridesharing-Geschäft nur ein Baustein auf dem Weg zum größten Unternehmen im Transportation und Logistik Business, das weltweit auf 5 Trilliarden Dollar geschätzt wird. Vor allem die Logistik-Dienste UberEats und UberFreight entwicklen sich gut und sollen signifikant zum Erfolg beitragen. UberEats hat im vergangenen Quartal mehr als eine Milliarde Dollar Außenumsatz erzielt, das Freight Business steht noch am Anfang. Uber könnte sich auch enger mit dem ÖPNV verbinden und Smart Shuttle Busse anbieten. Durch das aggressive Agieren in den letzten Jahren dürfte es für Uber aber schwierig werden, den Fuß in die Tür zu bekommen.

Die Fahrerflotte ist auf über 3 Mio. Fahrer angewachsen und mit der Mobility Plattform sollen potentiell bereits 80% der Weltbevölkerung erreicht werden. Uber befördert laut Khosrowshahi mehr Passagiere als alle Fluggesellschaften zusammen. Die Pooling Produkte scheinen gut angenommen zu werden, in einigen Märkten machen sie bis zu 50% des Fahrtvolumens aus.

Autonome Fahrzeuge sind die einzige Möglichkeit, um die Kosten pro Kilometer für einen Fahrdienst unter den Wert von Selbstfahrern zu bringen. Der UberX Dienst kostet etwa 1.5 Dollar pro Kilometer, während die Fahrt mit dem eigenen Auto nur 0.70 Dollar pro Kilometer kostet. Autonome Fahrzeuge sind eine Möglichkeit, um die Lücke zu schließen. Natürlich könnten Städte und Behörden auch die Kosten pro Kilometer für Privatfahrzeuge erhöhen, in dem Parkgebühren angehoben werden oder Lizenzen erworben werden müssen, wie es in Singapur der Fall ist.

Autonome Fahrzeuge werden von dem Unternehmen selbst entwickelt, gleichzeitig ist die Plattform aber auch für Partnerschaften mit anderen Unternehmen offen, die autonome Autos auf der Plattform betreiben wollen. Unteranderem wurde mit Daimler eine Absichtserklärung unterzeichnet. Uber geht davon aus, dass es für längere Zeit ein Hybrid-Setup geben wird, in dem autonome Fahrzeuge auf bestimmten Strecken unterwegs sind und der Rest von Autos mit Fahrern übernommen wird.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

 

Arriva’s on-demand Ride-Sharing Dienst in Zahlen

Das Verkehrsunternehmen Arriva zieht nach einem Jahr eine positive Bilanz über den on-demand Ride-Sharing Dienst ArrivaClick. ArrivaClick ist ein dynamischer Bedarfsverkehr, der in der Gegend rund um den Kent Science Park und Sittingbourne angeboten wird. Die Gegend war zuvor schlecht von öffentlichen Nahverkehrsangeboten erschlossen, was sich durch den neuen Dienst verbessert hat.

Postille Entwicklung beim Ride-Sharing Dienst

In Sittingbourne scheint der Dienst gut anzukommen, hier sind ein paar Statistiken:

  • Ein Äquivalent von 12% der lokalen Bevölkerung in Sittingbourne hat sich für den Dienst angemeldet. Laut Wikipedia leben 60.000 Menschen in Sittingbourne, was heißt, dass sich mehr als 7200 Nutzer für den Dienst angemeldet haben.
  • Ein Anteil von 61% nutzt den Dienst mehrmals die Woche und 43 % nutzen den Dienst für die täglichen Fahrten zur Arbeit.
  • Ein Drittel der Kunden nutzt den Dienst für Freizeitfahrten, 31% um Verwandte und Freunde zu besuchen.
  • Mehr als 50% nutzen den Service als Alternative zum Taxi (22%), eigenem Fahrzeug (18%) oder zur Mitfahrgelegenheit (12%)
  • Ein Drittel nutzt das Angebot anstatt dem traditionellen Bus und 20% sind vorher zu Fuß gegangen
  • Die Mehrheit (8,9/19) würde den Dienst auch Freunden empfehlen

Die erreichten Zahlen können auch von lokalen Verkehrsbetrieben und Behörden als Grundlage herangezogen werden, um besser abschätzen zu können, wie sich ein Ride-Sharing Dienst entwickeln kann.

Arriva übernimmt Betrieb, Software von Via

Arriva übernimmt den operativen Betrieb bei ArrivaClick und die Software wird von dem amerikanischen Startup Via geliefert. Die Fahrzeuge sind luxuriös ausstattet Mercedes-Benz Sprinter Vans. Neben Ledersitzen sind auch Wi-Fi und Lademöglichkeiten mittels USB an Bord. Via war bisher vor allem in den USA aktiv, mit ViaVan sollen jetzt auch mehrere Städte in Europa erschlossen werden, in Amsterdam ging es in der vergangen Woche los. Das Ride-Sharing Angebot der BVG in Berlin wird ebenfalls mit ViaVan aufgebaut.

Vergleichbar mit ioki, CleverShuttle und co.

ArrivaClick vergleichbar mit den Diensten von door2door, CleverShuttle oder ioki und ist zwischen den Angeboten Taxi und Linienbus angesiedelt. Die Nutzer buchen über die Smartphone App eine Abholung an einem beliebigen Ort im Bediengebiet und erhalten vor der Buchung die Anfahrtszeit, sowie einen fixen Fahrpreis. Nach Buchung per Klick wird der Fahrgast von einem der Vans abgeholt. Die Algorithmen der Via Software poolen Fahrgäste, die zur gleichen Zeit auf ähnlichen Strecken unterwegs sind.

Ausweitung auf andere Städte möglich

In einem nächsten Schritt könnte die Ausweitung des Services in weiter Städte im Norden Großbritanniens bevorstehen. Arriva sieht in dynamischen Bedarfsverkehren, die mittels App gebucht werden, eine attraktive Alternative zu bestehenden Transportarten. Sie haben das Potential dazu, eine zuverlässige und günstige Option für den Transport auf der ersten und letzten Meile zu sein. Dynamische Ride-Sharing Dienste können auch für Verkehrsbetriebe, Gemeinden, lokale Behörden und Fördertöpfe interessant sein. Dadurch lassen sich kosteneffiziente Alternative oder Ergänzungen zum ÖPNV aufbauen.

Bild: Arriva (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Sharing: ViaVan startet in Amsterdam

ViaVan, das Joint-Venture zwischen dem amerikanischen Startup Via und Mercedes-Benz Vans bringt seinen Ride-Sharing Dienst nach Amsterdam. Damit wird das Unternehmen zum ersten Mal mit einem eigenen Angebot in Europa aktiv. In den kommenden Monaten sollen die Städte Berlin und London folgen.

Ride-Sharing zu attraktiven Preisen

Das Konzept hinter ViaVan ist mit dem von Anbietern wie door2door, UberPool oder ioki vergleichbar und funktioniert wie folgt. Der Kunde gibt Start und Zieladresse ein und erhält darauf basierend ein Fahrtangebot, inklusive Preisangabe und Anfahrtszeit. Wenn der Kunde das Angebot annimmt, kommt der Fahrtauftrag zustande. Der Fahrer holt den Kunden ab und bringt ihn zum Ziel, bezahlt wird bargeldlos über die App. Um die Effizienz des Systems zu erhöhen, wird mit virtuellen Haltestellen gearbeitet. Der Nutzer wird meist nicht direkt an der Haustür abgeholt, sondern an einem Punkt, der verkehrstechnisch günstiger liegt und paar Meter von der Haustür entfernt ist. Meist handelt es sich dabei um Straßenkreuzungen. Um attraktive Priese bieten zu können, werden mehrere Fahrgäste in einem Fahrzeug gepoolt, falls sie auf deiner ähnlichen Strecke unterwegs sind.

Flatrate in der Innenstadt

Interessant ist auch die Preisgestaltung. In einer Zone, die die Innenstadt abdeckt, werden die Fahrten zu einem Festpreis von 5 Euro angeboten. Während der Startphase wird der Preis auf 2 Euro pro Fahrt reduziert. ViaVan testet damit ein Preismodell, das im europäischen Raum noch wenig von Ride-Sharing Diensten erprobt wurde. Meist kommt ein Preismodell zum Einsatz, das auf Zeit und gefahrenen Kilometern basiert. Längere Strecken, die aus dem Innenstadtbereich raus gehen, werden bei ViaVan auch nach Distanz abgerechnet. Preislich liegt der Fahrdienst deutlich über dem ÖPNV,  eine Einzelfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln liegt bei 3 Euro. In Amsterdam ist der ÖPNV eigentlich gut ausgebaut, trotzdem scheint ViaVan davon überzeugt zu sein, dass der Dienst gut angenommen wird.

Joint Venture von Mercedes Benz und Via

ViaVan ist ein Joint-Venture von Via Transportation und Mercedes-Benz Vans, das im letzten Jahr an den Start gebracht wurde. Das Unternehmen will den in den USA erfolgreich eingeführten Ride-Sharing Dienst nach Europa bringen. In New York City werden jeden Monat 1.5 Mio. Fahrten absolviert, weltweit wurden bisher mehr als 30 Mio. Fahrten durchgeführt. In London wartet das Unternehmen auf die Genehmigung der TfL, der Prozess zieht sich seit mehreren Monaten hin. In Berlin will ViaVan das Angebot BerlKönig der BVG betreiben. Geplant ist ein Start im Frühjahr 2018. Ob es dabei bleibt, ist fraglich. Ein Blick auf die Stellenausschreibungen verrät, dass es schwierig zu sein scheint, ein passendes Team zu finden. Mittlerweile regt sich auch Widerstand gegen den Dienst aus mehrere Richtungen.

Bild: ViaVan