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Ride-Sharing in Lübeck: CleverShuttle setzt auf kleinere Städte

Bisher hat das Startup CleverShuttle seinen Ride-Sharing dienst, bei dem sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen vor allem in Großstädten wie Hamburg, Berlin oder München getestet – jetzt erfolgt ein erster Test in der kleinen Großstadt Lübeck. Unternehmen wie CleverShuttle, ioki oder door2door sehen großes Potential in Partnerschaften mit zukunftsorientierten Verkehrsunternehmen, die ihr Angebot um Ride-Sharing Dienste erweitern wollen.

Nur nachts und in der Innenstadt

Das Pilotprojekt in Lübeck hat mit einigen Einschränkungen zu kämpfen. In Lübeck läuft der Dienst unter dem Namen LÜMO und das Angebot soll das bestehende Fahrplanangebot erweitern. Der Dienst ist zuerst so ausgelegt, dass nur nachts Fahrten gebucht werden können und auch nur samstags, sonntags und an Feiertagen. Die Betriebszeiten sind zwischen 1:00 und 5:00 Uhr nachts. Das Betriebsgebiet ist auf Stadteile in der Innenstadt begrenzt. Für ein breiteres Angebot haben die lokalen Behörden anscheinend keine Genehmigung erteilt.

Monatskarten können angerechent werden

Der Tarif besteht aus zwei Bestandteilen. Auf der einen Seite muss der Nutzer den Preis (2.60 Euro) eines ÖPNV-Tickets nach SH-Tarif bezahlen, hinzu kommt ein Komfortzuschlag von 1 Euro pro gefahrenen Kilometer. Damit dürfte der Fahrpreis um 40 – 45 % unter den Kosten einer Taxifahrt in Lübeck liegen. Besitzer von Monatskarten oder Studententickets müssen den Sockelbetrag von 2.60 Euro nicht bezahlen. Entsprechende Angaben können in der App gemacht werden, der Fahrer kontrolliert, ob ein Ticket vorhanden ist.

Intelligenter Algorithmus erkennt Anfragen mit ähnlichen Strecken

Anders als reguläre Busse, haben die neuen LÜMO-Shuttles keine vorgegebenen Routen, sondern bringen Fahrgäste von Tür zu Tür. Fahrten werden ganz einfach per App bestellt. Ein intelligenter Algorithmus erkennt Anfragen mit ähnlichen Strecken und bündelt diese. Die IT dahinter kommt von CleverShuttle. Das Berliner Startup ist der erste genehmigte RideSharing-Fahrdienst in Deutschland und setzt die Mobilitätsplattform bereits erfolgreich in der eigenen On-Demand-RideSharing-Flotte in Berlin, Hamburg, München und Leipzig ein.

„RideSharing ist die ideale Ergänzung zum regulären Linienbetrieb im öffentlichen Nahverkehr“, sagt Bruno Ginnuth, Geschäftsführer von CleverShuttle. Fraglich ist, ob es eine sinnvolle Ergänzung bei den gewählten Parametern ist: Nur nachts aktiv, wenn das Fahrtvolumen gering sein wird. Begrenztes Gebiet in einer Kleinstadt. 

Bild: Stadtverkehr Lübeck GmbH (alle Rechte vorbehalten)

Richtigstellung: In einer ersten Version wurde Lübeck als Kleinstadt bezeichnet.  Das wurde berichtigt.

Citymapper stellt den Bus in London ein und startet einen Ride-Sharing Dienst

Die ÖPNV-App Citymapper hat im vergangenen Jahr eine eigene Buslinie in London gestartet. Obwohl das Angebot gut angenommen wurde, wird es wieder eingestellt. Grund dafür soll die geringe Flexibilität bei der Linienführung sein. Stattdessen strebt das Unternehmen jetzt an, einen dynamischen Ride-Sharing Dienst anzubieten.

Busslinien sind nicht mehr zeitgemäß

In den letzten Monaten musste Citymapper erfahren, wie schwierig es sein kann, eine Buslinie zu betreiben. Anstatt am Endkunde orientiert zu sein, ist das Bussystem in den meisten Städten an den Regeln und Vorgaben der Behörden ausgerichtet. Der Kunde ist nicht der Passagier, sondern die Stadt, der Landkreis oder die Landesbehörde. Kundenfreundlichkeit und ein angenehmes Umfeld für Fahrer und Partner stehen häufig nicht im Vordergrund. Stattdessen müssen bestimmte Regeln befolgt werden, z.B. muss eine Strecke in einer bestimmten Frequenz abgefahren werden, auch wenn gar keine Nachfrage besteht.

Vorhandene Daten ermöglichen effizienteren Verkehr

Regulierungen sorgen dafür, dass das herkömmliche Bussystem nicht mehr zeitgemäß ist und das Innovationen so gut wie unmöglich sind. Wir sind in einer Zeit, in der die Busse nicht mehr in einem festen Abstand fahren müssen. Die vorhandenen Daten über Echtzeit-Verkehr, Bewegungsmuster während des Tages und and ere Daten, ermöglichen einen effizienten Verkehrt. Die Busse können dank der Daten besser verteilt und eingesetzt werden, die Wartezeiten können reduziert werden und unnötiger Verkehr kann von der Straße genommen werden. Veraltete Regeln verhindern, dass das Setup von Buslinien überarbeitet wird.

Ride-Sharing Dienst startet in London

Da in dem streng regulieren Umfeld kein Dienst angeboten werden kann, zieht Citymapper seinen Bus zurück und startet einen dynamischen Ride-Sharing Dienst mit kleinere Fahrzeugen mit dem Namen Smart Ride. Im Gegensatz zu einer Buslinie ist das Angebot nicht an eine Route gebunden, sondern an ein dynamisches Netzwerk. Die Passagiere können so an den für sie am besten liegenden Ort im Netzwerk transportiert werden. Citymapper lässt auch die Daten aus der ÖPNV-App mit einfließen, um den Shuttle Dienst an den Anforderungen der Bewohner auszurichten. Das Smart Ride Angebot wird in die Citymapper App integriert und der Nutzer muss seine Kreditkartendaten hinterlegen, damit die Fahrt abgerechnet werden kann.

Die Sitzplätze im Fahrzeug definieren unter anderem auch, ob man als Busunternehmen oder Fahrdienst mit weniger strengen Regeln eingestuft wird. Citymapper hat in dem neuen Angebot genau das vor und setzt kleinere Fahrzeuge mit maximal 8 Sitzplätzen ein. Lieber würde das Unternehmen die größeren Busse einsetzen, aber die rechtlichen Rahmenbedingungen machen das unmöglich.

Ride-Sharing Dienst: Umkämpfter Markt in London

Der Markt der on-demand Dienste in London ist hart umkämpft. Mit dem neuen Angebot tritt das Unternehmen in direkte Konkurrenz mit Unternehmen wie Uber oder Via. Uber ist seit längerem in London aktiv und Unternehmen wie Via, Heetch oder Taxify warten noch auch ihre Lizenz.

Bild: Citymapper (alle Rechte vorbehalten)

Autobauer Hyundai beteiligt sich an Mobilitätsplattform Grab

In der vergangenen Woche hat der Automobilhersteller Hyundai aus Südkorea bekanntgegeben, dass sich der Konzern an der asiatischen Mobilitätsplattform Grab beteiligt hat. Grab bietet unterschiedliche Mobilitäts- uns Lieferdienste in asiatischen Ländern an – Fokus liegt dabei auf Südostasien. Für Hyundai ist die Beteiligung auch ein strategischer Schritt. Nach den jüngsten diplomatischen Auseinandersetzungen zwischen Südkorea und China will Hyundai in Südostasien stärker werden.

Erstes Ride-Sharing Investment für Hyundai

Für Hyundai ist es das erste direkte Investment in einen Anbieter von Ride-Sharing Diensten. Südostasien ist nach China und den USA der drittgrößte Markt für Ride-Sharing Angebote – Hyundai möchte einen Fuß in die Tür bekommen.

Grab, das in Singapur gestartet und beheimatet ist, ist der größte Anbieter von Ride-Sharing und Taxidiensten in der Region. Das Unternehmen ist in acht Ländern in Südostasien aktiv. Die Beteiligung kann Hyundai dabei helfen, in der Region bekannter zu werden. Bisher sind hauptsächlich japanische Automobilhersteller in der Region aktiv. Hyundai hat sich auf Südkorea, China und die USA fokussiert.

Gleichzeitig kann der Automobilkonzern wichtige Learnings über die Mobilitätsplattform erhalten, die in Zukunft immer wichtiger werden. Hyundai war bisher verhalten, wenn es um Future Mobility Themen ging. Bis auf Carsharing-Angeboten in Europa und den USA kann der Konzern nichts vorweisen. Hyundai und Grab wollen gemeinsam Dienste entwicklen und anbieten, dabei sollen auch die umweltfreundlichen IONIQ Electric Fahrzeuge zum Einsatz kommen.

Autonome Fahrzeuge werden mit Aurora entwickelt

Auf der CES hat Hyundai eine Partnerschaft mit Aurora angekündigt – gemeinsam sollen vollautomatisierte Fahrzeuge entwickelt werden, die auch für Ride-Sharing Angebote höchst interessant sind. Gut möglich, dass selbstfahrende Hyundai-Modelle auf der Plattform von Grab eingesetzt werden.

Beide Unternehmen haben nicht bekanntgegeben, wie hoch das Investment ist. Laut Grab Pressesprecher ist die Beteiligung Bestandteil der letzten Finanzierungsrunde, in der 2.5 Milliarden Dollar von Didi Chuxing, Softbank und Toyota eingesammelt wurden.

Bild: Grab (alle Rechte vorbehalten)

Mobility Plattform: Didi Chuxing übernimmt 99 aus Brasilien

Das ging schnell, nur ein Jahr nach der Beteiligung an 99 greift Didi Chuxing komplett zu und übernimmt die Mobility Plattform aus Brasilien komplett.

Bewertung bei einer Milliarde Dollar

Anscheinend wurde der Wert von 99 mit einer Milliarde Dollar bewertet. Eine Summe von 600 Mio. Dollar wurde von Didi aufgebracht, um die bestehenden Investoren auszuzahlen. Weitere 300 Mio. Dollar werden zur weiteren Expansion zur Verfügung gestellt. Zusammen mit dem Investment von 100 Mio. US Dollar vor einem Jahr kommt die Bewertung von 1 Milliarde Dollar zustande.

Die Ride-Sharing Plattform 99 ist bisher in Brasilien stark vertreten. Didi erhält durch die Übernahme eine starke Präsenz in dem südamerikanischen Land. Brasilien zeichnet sich durch eine extrem schnell wachsend Mobile Internetpräsenz aus. Es ist davon auszugehen, dass das operative Geschäft in weiteren Ländern in Südamerika gestartet wird, um eine einfach zu nutzende und moderne Transportmöglichkeit weiteren Menschen zur Verfügung zustellen.

Übernimmt Didi Chuxing auch Taxify?

In Europa hat sich Didi Chuxing im vergangen Jahr an Taxify beteiligt. Das Startup aus Estland gibt seitdem mächtig Gas bei der internationalen Expansion. Der Hunger von Didi nach einem globalen Footprint ist hoch, es könnte also durchaus sein, dass Taxify demnächst auch komplett geschluckt wird. Das Ziel des Chinesischen Unternehmens ist die Transformation der globalen Transport- und Automobilindustrie. Durch die Übernahmen, Beteiligungen und Kooperationen ist Didi sozusagen in 1000 Städten weltweit vertreten und erreicht potentiell 60% der Weltbevölkerung. Insgesamt verfügt die Didi-App über 450 Mio. Nutzer.

Mehr als Ride-Sharing und Taxi

Didi bedfast sich nicht nur mit Ride-Sharing, sondern baut ein ganzes Portfolio rund um die Mobility Services auf. Erst kürzlich wurde ein Carsharing Dienst gestartet. Außerdem ist die Mobility Plattform an dem Bike-Sharing Dienst ofo und einer Plattform für den Handel mit Gebrauchtfahrzeugen beteiligt.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

Fahrdienst: SoftBank will 30% Discount bei Uber Einstieg – Verluste steigen

Der Japanische Investor SoftBank will bei dem Fahrdienst Uber einsteigen, das ist seit längerem im Gespräch. Die Japaner wollen aber nicht zur letzten Bewertung von 68.5 Milliarden US$ investieren, sondern haben angeboten, bei einer Bewertung von 48 Milliarden US$ einzusteigen. Das ist ein Nachlass von 30%. Vor allem die Skandale in den letzten Monaten dürften dafür gesorgt haben, dass SoftBank einen so hohen Discount fordert.

Mehr Kontrolle und Unabhängigkeit für Verwaltungsrat

Durch den Einstieg würden auch die Strukturen im Verwaltungsrat von Uber ändern. Die Sitze würden von 11 auf 17 anwachsen und der Einfluss von Gründer und ex-CEO Travis Kalanick würde eingeschränkt werden. SoftBank will zwei der zusätzlichen Posten im Verwaltungsrat besetzten, die anderen vier sollen durch unabhängige Mitglieder besetzt werden.

Anteile von frühen Investoren und Mitarbeitern sollen übernommen werden

Insgesamt will das von SoftBank angeführte Investoren-Konsortium einen Anteil von 14% an dem Fahrdienst übernehmen. Der Großteil der Anteile soll von bestehenden Investoren und frühen Mitarbeitern erworben werden. Anteilseigner, die an einem Verkauf interessiert sind, haben etwa einen Monat Zeit, sich zu melden. Frühe Investoren, wie Benchmark Capital oder Menlo Ventures, haben bestätigt, dass sie Anteile verkaufen werden. Es ist davon auszugehen, dass auch einige frühe Mitarbeiter ihre Anteile zu Geld machen werden. Der Deal kann immer noch platzen und Softbank könnte sich an Lyft beteiligen.

Eine Milliarde als frisches Kapital für den Fahrdienst

Zusätzlich zu der Auszahlung bestehender Anteilseigner, soll eine Milliarde an frischem Kapital von SoftBank, Didi und Dragoneer in Uber investiert werden. Die Bewertung für das zusätzliche Kapital soll bei den vorherigen 68.5 Milliarden US$ liegen.

Verluste steigen stark

Fast gleichzeitig wurde bekannt, dass die Verluste von Uber wieder ansteigen. Im dritten Quartal sollen die Ride-Sharing Plattform einen Verlust in Höhe von 1.46 Milliarden US$ eingefahren haben. Im Vergleich dazu, der Verlust im zweiten Quartal lag bei 1.06 Milliarden US$. Der Verlust soll vor allem durch die zusätzlichen Aufwendungen in die Höhe geschnellt sein, die auf Grund der rechtlichen und regulatorischen Probleme nötigt sind, um Uber weiter am Leben zu halten. Das Buchungsvolumen soll bei 9.7 Milliarden US$ gelegen haben, 2 Milliarden sind davon bei Uber geblieben.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

Ford will mit Shuttle Dienst Chariot nach Europa

London scheint sich zu einem heißen Pflaster für neue Mobilitätsangebote in Europa zu entwickeln. Neben Uber, Via und Taxify will jetzt auch die Ford Tochter Chariot die Lizenz für einen Shuttle Dienst erwerben.

Sechs Routen in London als Ergänzung zum ÖPNV

Chariot hat sich bei der Behörde Transport for London (TfL) für den Betrieb von sechs Routen beworben. London wäre für das Shuttle Startup der erste Markt außerhalb der USA. Die Routen sollen vor allem Gebiete im Süden und Westen der Stadt bedienen, in denen das ÖPNV-Angebot verhältnismäßig schwach ausgebaut ist. Auch wenn die Routen bestehende Bushaltestellen bedienen sollen, bleibt ausreichend Flexibilität im System. Die Busfahrer können alternative Routen nehmen, wenn bestimmte Strecken durch Stau verstopft sind oder keine Fahrgäste mitfahren wollen.

Lizenzierung von Shuttle Dienst in London dauert lange

Der Shuttle Dienst Anbieter geht davon aus, dass es einige Zeit dauern wird, bis sich die TfL entschieden hat – ein Start vor 2019 wird als unrealistisch eingeschätzt. Auch Taxify und Via warten seit längerem auf eine Entscheidung der TfL. Uber hat die TfL Lizenz kürzlich verloren und versucht nun, Vertrauen aufzubauen, um weiter aktiv sein zu können.

Chariot als zentrale Komponente der Mobility Service Strategie

Chariot wurde von Ford im vergangenen Jahr übernommen und ist mittlerweile eine zentrale Komponenten der Mobility Strategie von Ford. Die Shuttles verkehren auf festgelegten Routen, die von Zeit zu Zeit auf die Nachfrage der Fahrgäste angepasst werden. Die Nutzer können per Smartphone App einen Sitzplatz in den Shuttle Fahrzeugen buchen. Chariot betreibt die Fahrzeuge in Eigenregie und liefert auch die Technologie für Routing und Buchung der Fahrzeuge. Neben London, steht auch Seattle auf dem Expansionsplan von Chariot. Im ersten Quartal 2018 soll es los gehen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch Shuttles mit Elektroantrieb eingesetzt werden.

Mit dem on-demand Shuttle Dienst wird Ford auf das Interesse der Städte und Behörden treffen. Vor allem die Strategie, auf Kooperation und nicht auf Konfrontation zu setzten, wird vorteilhaft für das Unternehmen sein. Die Vorteile für die Städte sind, dass durch den Einsatz der Fahrzeuge die Verkehrsbelastung reduziert werden kann und dass das ÖPNV-Angebot in Randgebieten verbessert werden kann.

Bild. Chariot (alle Rechte vorbehalten)

Mytaxi bringt Taxi Sharing nach Hamburg

Im Spätsommer wurde das Konzept von mytaxi in Warschau getestet: Mehrere Fahrgäste, die in die selbe Richtung unterwegs sind, teilen sich ein Taxi und fahren zu einem günstigeren Fahrpreis. Jetzt kommt der Dienst auch nach Hamburg. Am Wochenende war der lokale Taxi Dienst Hansa Taxi der Daimler Tochter zuvorgekommen. Hansa hat einfach einen Tag früher einen Taxi Sharing Dienst in Hamburg gestartet.

Vergünstigter Fahrpreis und kurze Umwege

Die Nutzer entscheiden bei der Buchung, ob sie ein Taxi teilen willen oder nicht. Die Algorithmen von mytaximatch verknüpfen dann zwei Fahrgäste, die in die ähnliche Richtung unterwegs sind. Kleine Umwege müssen dafür in Kauf genommen werden, gleichzeitig können die Fahrgäste 30 bis 50 Prozent sparen. MyTaxi geht auch davon aus, dass der neue Dienst einen positiven Einfluss auf die Ökobilanz hat und das Verkehrsaufkommen verringert. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob Nutzer und Fahrer offen für den neuen Dienst sind.

Ausnahmegenehmigung für Taxi Sharing in Hamburg

Rund um den Launch Termin sollen etwa 2000 Fahrer für das neue Angebot geschult werden. Die Taxi-App setzt dabei auf persönliche Termine und Schulungsvideos, um die Fahrer für den neuen Dienst vorzubereiten. Auf Grund der deutschen Rechtslage ist eine Ausnahmegenehmigung für Hamburg erforderlich. Das Personenbeförderugsgesetz schreibt vor, dass sich nich mehrere Fahrgäste ein Taxi teilen dürfen. Mytaxi arbeitet eng mit der lokalen Behörde BWVI Hamburg zusammen.

Hamburg entwickelt sich als führende Stadt, wenn es um Innovationen im urbanen Verkehr geht. Im kommenden Jahr soll mit Moia auch ein Ride-Pooling Dienst starten. Außerdem wird die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge massiv ausgebaut. Mytaximatch soll in den kommenden Monaten in anderen Städten starten. Dabei ist der Taxi-Dienst auf die Kooperationsbereitschaft der jeweiligen Behörden angewiesen.

Viele Player wollen den Markt erobern

Für Daimler ist es nicht das einzige Experiment, wenn es um Ride-Sharing geht. Der Konzern ist auch an dem Startup CleverShuttle beteiligt, das einen vergleichbaren Dienst wie mytaxiimatch bietet. Das von Daimler unterstütze Startup Via setzt auf ein Ride-Pooling Konzept mit größeren Fahrzeugen, das bereits in New York City erfolgreich aufgebaut wird-

Geteilte Fahrten haben sich zu einem Hot-Topic entwickelt. Startups und Konzerne versuchen, ihre Dienste zu etablieren. Die Volkswagen Tochter Moia hat weitere Details zu den Plänen für einen Ride-Pooling Dienst in Hamburg vorgestellt. Die Startups Door2Door und Wunder positionieren sich als Software Operating System für geteilte Fahrten.

Bild: mytaxi (alle Rechte Vorbehalten)

Wunder will sich mit Smart-Shuttle Dienst in Europa positionieren

Das Startup Wunder, vormals WunderCar, hat eine spannende Geschichte in Europa hinter sich. Am Ende der Geschichte stand der operative Rückzug aus Europa und die Fokussierung auf Mega Cities in Süd-Ost Asien. Nachdem dort einige Erfolge verbucht werden konnten, möchte das Hamburger Unternehmen mit einem neuen Smart-Shuttle Produkt im kommenden Jahr in Europa wieder Fuß fassen.

Carpooling bisher im Fokus

Bisher setzt Wunder auf Carpooling und Ride-Sharing mit Privatfahrzeugen. Da das Carpooling mit Privatfahrzeugen in Europa schwer umzusetzen ist, soll im kommenden Jahr ein abgewandeltes Produkt ausgerollt werden. In europäischen Städten soll ein Smart-Shuttle gelauncht werden, der auf größere Fahrzeuge und professionelle Fahrer zurückgreift. Die Software für den Smart Shuttle basiert auf dem bekannten Carpooling Produkt und wurde an die geänderten Bedürfnisse angepasst.

Betriebssystem für Smart-Shuttle

Wunder will die Shuttles nicht selbst betreiben, sondern vorwiegend die Software zur Verfügung stellen und mit kleinen Teams beim Launch der Dienste helfen. Als Partner für den Mobility Service kommen Automobilkonzerne, Verkehrsverbände und andere Behörden in Frage. Im kommenden Jahr soll es mit zwei Partnerschaften los gehen, eine davon in einer Deutschen Stadt und eine im europäischen Ausland. Die Kooperationspartner sind noch geheim und werden Anfang 2018 publik gemacht.

Um gut vorbereitet zu sein, testet Wunder den Shuttle Dienst bereits in Hamburg. Der Praxistest ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, sondern kann nur von Wunder Mitarbeitern gebucht werden. Insgesamt sind fünf Fahrzeuge im Einsatz.

Wettbewerb durch Doo2Door oder Via

Mit dem neuen Angebot begibt sich das Hamburger Unternehmen in einen vielversprechenden Markt, der schon von ein paar Mitbewerbern bearbeitet wird. Das Berliner Unternehmen Door2Door bietet ein ähnliches Produkt, das in Duisburg und Freyung bereits im Einsatz ist. Das von Daimler finanzierte Unternehmen Via ist außerhalb Europas schon erfolgreich und will demnächst in London und anderen europäischen Städten starten.

In den Mega Cities der asiatischen Schwellenländer scheint der Carpooling Dienst mit Privatfahrern gut zu funktionieren. Insgesamt konnten mehr als zwei Millionen Fahrgäste transportiert werden. Zielgruppe für den Dienst sind Berufspendler, die effizient von A nach B wollen.

Wunder geht davon aus, dass Carpooling auch in Europa erfolgreich sein kann. Smart Shuttles sind eine weitere Option, um den urbanen Verkehr zu optimieren. Die Software schafft eine Grundlage für beide Varianten. Wunder sieht die Technologieplattform für Smart Shuttles als Ergänzung zur Carpooling Plattform – das Startup ist durchaus zuversichtlich, auch mit dem Carpooling zukünftig eine Mobilitätslösung in europäischen Städten bieten zu können, z. B. gemeinsam mit Partnern.

Bild: Wunder (alle Rechte vorbehalten)

Mobility Roaming statt eigene Expansion: Lösung für Ride-Sharing Plattformen von Splyt

Lokal führende Ride-Sharing Plattformen suchen meistens ab einem bestimmten Zeitpunkt eine Möglichkeit, um in andere Länder und Märkte zu expandieren. So kann den Kunden eine bessere und globale User Experience gegeben werden und neue Wachstumsmärkte können erschlossen werden. Neben der Expansion auf eigene Faust, können Ride-Sharing Plattformen auch durch Mobility Roaming Partnerschaften expandieren. Das Startup Splyt entwickelt dafür eine technische Lösung.

Was ist Mobility Roaming?

Die meisten Leser werden Roaming im Zusammenhang mit Mobilfunk kennen. Laut Wikipedia “bezeichnet der Begriff Roaming (englisch für „herumwandern“, „streunen“ oder „herumstreifen“) die Fähigkeit eines Mobilfunknetz-Teilnehmers, in einem anderen Netzwerk als seinem Heimnetzwerk selbsttätig Anrufe zu empfangen oder zu tätigen, Daten zu schicken und zu empfangen oder Zugriff auf andere Mobilfunknetzdienste zu haben. Die Bezeichnung ist synonym mit der Handynutzung im Ausland, wo das eigene Heimnetzwerk nicht zur Verfügung steht.”

Ähnliches bietet Splyt für Mobility Service Provider. Die technische Lösung des Startups befähigt Nutzer einer Ride-Sharing Plattform, mit der bekannten App in einem anderen Ridesharing Netzwerk als seinem Heimnetzwerk Fahrten zu buchen und zu bezahlen.

Vorteile für die Partner Unternehmen

Splyt bietet eine technische Lösung, an die mehrere Ride-Sharing Plattformen und Mobility Anbieter angedockt sind. Der Vorteil für die teilnehmenden Plattformen ist, dass nur eine Partnerschaft mit Splyt gepflegt werden muss, um global präsent zu sein und nicht mit jeder einzelnen anderen Plattform. Das spart allen Beteiligten Zeit und Aufwand, vor allem bei der technischen Entwicklung und bei dem operativen Prozessen.

Durch das Mobility Roaming können die Nutzer einer lokalen Ride-Sharing App global einen Fahrservice buchen, ohne die bekannte App zu verlassen. So verringert sich das Risiko, dass ein Nutzer zu einem Wettbewerber wechselt.

Vorteile für die Nutzer 

Die Nutzer können durch die Roaming Lösung in einer fremden Stadt den aus der Heimat bekannten e-Hailing Dienst nutzen. Das ist vor allem komfortable, wenn man in eine Stadt mit Sprachbarrieren und komplexen Verkehrssystem reist. Es kann einfach die App genutzt werden, die man schon gewöhnt ist. Der Download von Apps und die Registrierung bei lokalen Anbietern entfällt. Die Splyt API ermöglicht auch, dass vor der Buchung der geschätzte Fahrpreis in der Währung aus dem Heimatland angezeigt wird.

Splyt baut im Moment ein Netzwerk aus e-Hailing Partnern auf. Die langfristige Vision geht dahin, dass auch andere Mobility Anbieter, wie Bike- oder Car Sharing Plattformen und Reiseanbieter mit eingebunden werden.

An dem Konzept interessiert ist auch die Ride-Sharing Plattformen. Didi Chuxing aus China. Didi ist zwar kein Kunde von Splyt, will aber den eigenen Nutzern die Buchung von Fahrten in Japan ermöglichen. Mit der Didi App können Fahrer des lokalen Anbieters Daiichi Koutsu gebucht und bezahlt werden. Seit Anfang des Jahres arbeiten auch Careem, Taxi Verts oder Wappa mit der Lösung von Splyt.

Update, 30.11.2017: Artikel wurde dahingehend berichtigt, dass die aktuellen Partnerschaften angegeben wurden.

Bild: Splyt (alle Rechte vorbehalten)

Less: Neues Ride-Sharing Startup in Frankreich

In Frankreich entsteht mit Less ein neues Ride-Sharing Startup, da es vor allem auf Fahrten von Berufspendlern abgesehen hat. Mit einem ähnlichen Konzept ist schon BlaBlaCar mit BlaBlaLines unterwegs und auch Google mischt mit.

Das Unternehmen fokussiert sich auf die Kurzstrecke und mit der App will Less vor allem Berufspendler ansprechen, die regelmäßig von A nach B fahren müssen. Registrierte Fahrer werden mit Mitfahrern gematcht, die in die selbe Richtung unterwegs sind. Wenn der Fahrer einen Fahrgast mitnimmt, wird er dafür finanziell entlohnt.

Um schneller eine Nutzerbasis aufzubauen, bietet Less neben dem Ride-Sharing Produkt auch eine Navigations-Lösung an. Um aktuelle Daten für die Navigation zu sammeln und um die Zahl der aktiven Nutzer zu erhöhen, werden die Nutzer finanziell belohnt, wenn sie in Gebiete fahren, von denen keine aktuellen Navigations-Daten existieren. Zwischen 10 und 15 Cent pro Kilometer erhalten die Nutzer. Bisher ist das Startup nur im Großraum Paris aktiv, eine Ausweitung wird bestimmt bald folgen.

Finanziert wird Less von Index Ventures und Daphni. Insgesamt wurden 16 Mio € zur Verfügung gestellt.  Index Ventures gehört zu den Top-VCs und hat sich in Europa schon an mehreren Transportation-Startups beteiligt. Unter anderem gehören BlaBlaCar, Drivy und CityMapper zu den Beteiligungen.

Für BlaBlaCar scheint sich das Angebot für Pendler gut zu entwickeln. Nach anfänglichen Tests wurde das Ride-Sharing Angebot in mehreren Städten ausgerollt. In den USA bietet die Navigations-App Waze, die der Google Mutter Alphabet gehört, einen Mitfahrservice, der auf Pendler ausgerichtet ist.

Bild: Less (alle Rechte vorbehalten)