Tag Archives: Ridesharing

Kakao Mobility aus Korea sammelt Millionensumme für Ride Hailing App ein 

In Korea ist die Chat App Kakao mit 50 Millionen monatlichen Nutzern eine der meistgenutzten Massanger Apps in dem asiatischen Land. Über die Zeit hat das Unternehmen unterschiedliche Services zusätzlich zu dem Nachrichtenaustausch gestartet, um Umsatzströme zu erzielen. So auch ein Mobilitätsangebot Kakao Mobility, das jetzt ein Investment in Millionenhöhe verbuchen kann.

Ausgründung der Kakao Mobility Angebote

Es wurde verkündet, dass das Mobility Angebot in eine eingeständiges Unternehmen mit den Namen Kakao Mobility ausgegründet wurde. Gleichzeitig hat sich der Investment Fond TPG mit einer Summe von etwa 385 Mio. Euro an dem Unternehmen beteiligt. Zu dem Portfolio von TPG gehören unter anderem auch Airbnb, Spotify und mit Uber auch der größte Konkurrent von Kakao Mobility in Korea.

Kakao Taxi mit 1.5 Mio. täglichen Fahrten

Unter Kakao Mobility werden die Dienste Kakao Taxi, Kakao Driver und Kakao Navi zusammengefasst. Das bekannteste Angebot von Kakao Mobility ist der Kakao Taxi Service, der vor etwa zwei Jahren gestartet. Damit sollte ein Weg gefunden werden, um die große Nutzergruppe des Messanger Dienstes zu monetarisieren. Die Nachrichten-App ist auf 95% der Smartphones in Südkorea installiert. Zur Zeit werden 1.5 Millionen Fahrtanfragen täglich vermittelt und ist auch in Japan verfügbar. Mit dem Dienst Kakao Driver lässt sich ein Fahrer für das eigene Fahrzeug ordern. Der Service kommt auf 2.7 Millionen monatliche Nutzer. Die Navi App Kakao Navi konnte 10 Mio. Registrierungen seit dem Start im Februar 2016 verbuchen.

Weitere Dienste in der Pipeline

Weitere Mobility Dienste sollen in der zweiten Hälfte gestartet werden, unter anderem ein Service für die Parkplatzsuche und eine Taxi App für Geschäftsreisende und Unternehmen. Die Ausgründung der Mobility Sparte war eine strategische Entscheidung und durch den Schritt soll ein schnelleres Wachstum und eine schnelle Expansion ermöglicht werden. Kakao will sich die Transformation der Automotive und Mobility Industrien zunutze machen und neue Geschäftsbereiche aufbauen.

Bild: KakaoTaxi (alle Rechte vorbehalten)

Zusammenschluss in Russland: Uber und Yandex verschmelzen die Fahrdienste

Die Ridesharing Plattform Uber und die Fahrdienst Tochter des russischen Yandex Konzerns schließen sich in einem neuen Unternehmen zusammen. In das Gemeinschaftsunternehmen sollen die Angebote in Russland, Kasachstan, Armenien, Weißrussland, Georgien und Aserbaidschan kombiniert werden. Uber wird auch seinen UberEATS Service mit einbringen.

Yandex mit größerem Anteil nach Fusion

Die Bewertung liegt nach der Fusion bei 3.725 Milliarden US$. Yandex hält 59.3% am neuen Unternehmen mit dem Decknamen NewCo, Uber 36.6% und die restlichen 4.1 % sind in den Händen der Mitarbeiter. Uber investiert zugleich 225 Mio. US$ in das Gemeinschaftsunternehmen, der russische Taxidienst steuert nochmal 100 Mio. US$ hinzu. Diese Ungleichgewicht gibt preis, dass Yandex der größere Anbieter in Russland ist und Uber es nicht geschafft hat, den lokalen Konkurrenten zu überholen. Aus den von Yandex veröffentlichten Zahlen wird klar, dass das Unternehmen mehr als doppelt so viele Fahrten im Jahr 2017 plant, als der amerikanische Ex-Konkurrent.

Gemeinschaftsplattform mit 35 Mio. Fahrten pro Jahr

Das kombinierte Unternehmen soll mehr als 35 Mio. Fahrten pro Monat durchführen. Das Geschäftsgebiet des neuen Unternehmens umfasst 127 Städte in sechs Ländern. Die Unternehmensführung nach dem Zusammenschluss übernimmt der Yandex Taxi CEO Tigran Khudaverdyan. Nach dem Abschluss der Transaktion können die Nutzer über beide Apps ein Fahrzeug bestellen. Die Fahrer werden aber auf einer Plattform zusammengefasst und nutzen auch nur eine App.

Nach China die zweite Abgabe für Uber

Uber gibt mit der Transaktion den zweiten Markt an einen Konkurrenten ab. Im letzten Jahr hat sich Uber operativ aus China verabschiedet, indem das Geschäft an den lokalen Anbiete Didi Chuxing für einen hohen Milliardenvertrag verkauft. Uber möchte mit dem Zusammenschluss die eigene Bilanz aufbessern. Das Unternehmen scheint auch die Strategie zu verfolgen, Märkte abzugeben, bei dem eine Alleinherrschaft oder Marktführerschaft als unwahrscheinlich sein wird.

Gestartet als Suchmaschine

Yandex ist besser bekannt als das russische Google, seit Jahren betreibt das Unternehmen aber auch eine Taxi-App. Vor kurzem wurden auch Informationen über die Pläne des Unternehmens mit selbstfahrenden Autos bekannt. Yandex betreibt ein eigenen Forschungsprogramm, um die Technologien für vollautomatisierte Fahrzeug zu entwickeln. Uber ist seit ein paar Jahren in Russland aktiv und musste sich im letzten Jahr gegen ein drohendes Verbot wehren. Letztendlich wurde Uber dazu verpflichtet, nur noch lizenzierte Taxi- und Limousinenfahrer einzusetzen.

Bild: Yandex (alle Rechte vorbehalten)

Tim Cook bestätigt: Apple fokussiert sich auf Systeme für autonome Fahrzeuge

In den letzten Jahren gab es viele Gerüchte um die Aktivitäten von Apple rund um autonome Fahrzeuge. Nun hat Apple CEO Tim Cook erstmal bestätigt, dass sich das Unternehmen mit vollautomatisierten Fahrzeugen befasst und den Fokus auf die Entwicklung von Systemen für autonome Fahrzeuge gelegt hat.

Apple ändert Ausrichtung im letzten Jahr

Apple hat im laufe der letzten Jahre die Ausrichtung des Projekts geändert. Am Anfang wurde ein Team aufgebaut, das ein komplettes autonomes Fahrzeug entwickeln soll. Im letzten Jahr fand dann eine Umstrukturierung des Projekts statt. Zu Beginn wurden mehr als 1000 Ingenieure und Experten eingestellt, um an dem Projekt Titan zu arbeiten.

Ride Hailing, autonomes Fahren und Elektromobilität als Megatrends

Die steigenden Kosten und die hohe Komplexität des Vorhabens haben Apple dazu bewegt, die Ausrichtung zu ändern. Der Fokus liegt jetzt auf der Entwicklung von Technologien und Systemen, die für vollautomatisierte Fahrzeuge benötigt werden. In dem Bloomberg Interview bestätigt, dass diese Kerntechnologie für Apple sehr wichtig ist. Außerdem ist es eines der schwierigsten Projekte rund um künstliche Intelligenz, an dem man arbeiten kann. Cook sieht eine kommende Disruption im Automobilbereich. Autonomes Fahren, Elektromobilität und Ride Sharing werden die Mobilitätslandschaft grundlegend verändern. Im letzten Jahr hat sich Apple mit einer Milliarde US$ an Didi Chuxing beteiligt, dem größten Ride Hailing Netzwerk in China.

Tim Cook: Apple meint es ernst

Es ist das erste mal, dass sich offiziell zu dem Vorhaben äußert. Das kann als Zeichen gewertet werden, dass Apple sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt und Vollgas geben wird.   In den letzten Monaten haben verschiedene Anzeichen schon verdeutlicht, dass Apple an einem autonomen Auto arbeitet. Unter anderem wurde dem Konzern eine Testlizenz für vollautomatisierte Autos in Kalifornien erteilt. Laut Insidern wurden die Autos schon seit fast einem Jahr auf öffentlichen Straßen getestet.

Technologieunternehmen positionieren sich als Zulieferer

Im Angesicht der autonomen Zukunft der Automobilindustrie, haben sich immer mehr Technologieunternehmen dazu entschieden, sich als Zulieferer zu positionieren. Die Google Tochter Waymo zum Beispiel hat bereits Partnerschaften mit mehreren Fahrzeugherstellern vereinbart. Fiat Chrysler testet bereits mehrere umgerüstete Fahrzeuge mit Waymo Technologie. Volvo hat sich mit Uber zusammengetan, um die Technologien für die vollautomatisierten Auto weiter zu entwickeln. Lexus Fahrzeuge mit entsprechenden Aufbauten sind zur gleichen Zeit im Netz aufgetaucht.

Bild: Mike Deerkoski (bestimmte Rechte vorbehalten)

Volkswagen will bis 2025 Profite mit Mobilitätsdiensten erwirtschaften

Bisher ist der Volkswagen Konzern eher zögerlich im Bereich der Mobilitätsdienste aktiv. Trotzdem soll der Bereich stark wachsen und bereits im Jahr 2025 signifikant zum Konzernergebnis beitragen. Der weltgrößte Autobauer ist bisher an Gett beteiligt und befasst sich mit dem Thema Carsharing.

VW sieht großes Potential bei Ride Hailing mit autonomen Fahrzeugen 

Volkswagen möchte dabei auf die neuen Geschäftsmodelle setzen, die sich durch autonome Fahrzeuge, Ride-Hailing Dienste und andere Entwicklungen ergeben. Der Konzern geht davon aus, dass diese Entwicklungen dazu beitragen werden, weitere Umsatzströme erschließen zu können. Wie hoch die Gewinne durch neue Mobility Services ausfallen sollen, beziffert Volkswagen nicht.

Trend weg von eigenem Fahrzeug

Nicht nur Volkswagen sieht einen Trend der weg von privatem Fahrzeugbesitz und hin zu Mobilitätsdiensten geht. Auch andere Hersteller stellen sich darauf ein, dass sich die Automobilindustrie in den kommenden Jahren stark verändern wird. BMW und Daimler bieten schon heute einen Free Floating Carsharing Dienst an. Fast alle großen Automobilhersteller befassen sich mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. Dort bekommen sie auch vermehrt Konkurrenz von Startups und Technologiekonzernen, wie Apple oder Google.

Volkswagen setzt auf Gett und MOIA 

Volkswagen ist bisher durch das Investment in Gett aufgefallen. Im letzten Jahr wurden 300 Mio. US$ in die Fahrdienstplattform investiert. Hinzu kam der Start der weiteren Konzernmarke MOIA, die sich mit der Entwicklung von Mobilitätsdiensten befassen soll. Seit dem Start von MOIA wurde nicht mehr viel über die Pläne und den Fortschritt kommuniziert. Es kursieren immer wieder Ideen, dass MOIA noch in diesem Jahr einen Shuttle Dienst mit elektrischen Fahrzeugen starten möchte.

Langer Weg bis zur Profitabilität 

In den nächsten Jahren wird sich herausstellen, ob Unternehmen mit Mobility Services gutes Geld verdienen können. Bisher tun sich die Player noch schwer. Größen wie Uber oder Luft befinden sich noch in der Wachstumsphase und fahren Jahr für Jahr hohe Verluste ein. Es ist auch fraglich, ob Automobilhersteller Dienste mit einer hohen Markenbindung aufbauen können. Alternativ können sie sich auch als Fahrzeuglieferant und Flottenbetreiber für reichweitenstarke Ride-Hailing Netzwerke positionieren.

Bild: Volkswagen Aktiengesellschaft (alle Rechte vorbehalten)

BVG plant einen Ride Sharing Dienst in Berlin

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen sich in neue Bereiche vorwagen und einen Ride Sharing Service aufbauen. Der Shuttle Service wäre interessant, um mehr Passagiere in die U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen zu bringen.

Intelligenter Shuttle Dienst bei der BVG geplant 

Vorgestellt werden soll das Projekt noch vor der Sommerpause in diesem Jahr. Eingeführt werden soll ein intelligenter Shuttle Dienst, bei dem sich mehrere Passagiere, die auf einer ähnlichen Route unterwegs sind, ein Fahrzeug teilen. Sitzplätze können einzeln über eine entsprechende Smartphone App gebucht werden, die Bezahlung erfolgt über die hinterlegten Bezahlmethoden.

Gespräche mit mehreren Anbietern

Um den Dienst zu realisieren, spricht die BVG mit mehreren Anbietern. Auch mit Uber wurde gesprochen, auf Grund der Vorgeschichte von Uber in Berlin wurden die Gespräche aber wieder eingestellt. Als Favorite bei der BVG soll im Moment Mercedes-Benz gehandelt werden. Das ist etwas verwunderlich, da zwar Mercedes-Benz die Fahrzeuge stellen könnte, aber nicht über die technischen Komponenten verfügt, um den Dienst umzusetzen. Die von der Mercedes-Benz Mutter Daimler betriebenen Services, wie MyTaxi oder Hailo sind für die Vermittlung von Einzelfahrten ausgelegt und nicht für das Pooling.

Rahmenbedingungen noch nicht definiert

Der Fahrpreis für den Shuttle Dienst steht noch nicht fest. Ebenso ist unklar, ob der Service in den bestehenden BVG Tickets integriert ist oder extra bezahlt werden muss. Die BVG plant den Einsatz von einem größeren Fahrzeugpool (mehrere Dutzend), um den Service Flächendeckend anbieten zu können. Offen ist auch, wie die Taxifahrer auf den Dienst reagieren werden, sie dürften einiges dagegen haben.

Mit einem ähnlichen Konzept sind in Berlin schon die Mobilitätsdienste Clever Shuttle und Allygator Shuttle unterwegs. Allygator Shuttle befördert Fahrgäste im Moment nur in den Abend- und Nachtstunden am Wochenende. Clever Shuttle hat auch einen Service unter der Woche, da aber auch nur am Abend. Um diesen Diesen einen nachhaltigen Durchbruch zu verschaffen, muss auch der gesetzliche Rahmen angepasst werden. Ein dynamischer Shuttle Service unter kommerziellen Gesichtspunkten ist bisher nicht möglich. Allygator erhebt einen minimalen Fahrpreis, der unterhalb der Betriebskostengrenze liegt. Clever Shuttle hat mittlerweile eine Sondergenehmigung in 5 Städten. Die Kosten für eine Fahrt mit CleverShuttle berechnen sich anhand einer gestaffelten Kilometerpauschale, die sich am lokalen Taxipreis orientiert (eine Fahrt mit CleverShuttle ist immer mindestens 40% günstiger als ein Taxi).

Studien zeigen Vorzüge von Shuttle Diensten auf

Mehrere Studien gehen davon aus, dass sich durch den Einsatz intelligenter Shuttle Dienste das Aufkommen an Einzelfahrten und somit das Fahrzeugaufkommen in den Städten drastisch reduzieren lassen. Deshalb steigt das Interesse der Städte, einen entsprechenden Service einzuführen, um die Lebensqualität in den Innenstädten zu erhöhen.

In einer ersten Version wurde berichtet, dass sich sowohl Allygator als auch Clever Shuttle unterhalb der Betriebskostengrenze bewegen müssen. Der Text wurde berichtigt.

Bild: Hannes Eisenach (bestimmte Rechte vorbehalten)

Wunder ist in Asien erfolgreich – mehr als eine Millionen Fahrten

Das Startup Wunder hat eine interessante Geschichte hinter sich. Ursprünglich ist das Unternehmen als Fahrdienst in Berlin und Hamburg gestartet, mittlerweile ist es als Carpooling Plattform in Asien erfolgreich. Seit dem Markteintritt in Asien im vergangenen Jahr, wurden mehr als eine Millionen Mitfahrten in sechs Städten organisiert.

Carpooling in Mega-Cities

Die Wunder-App beschäftigt oder akquiriert keine eigenen Fahrer, die sich dauerhaft für Aufträge bereit halten, sondern spricht Pendler an, die sich eine Auto teilen können. Es werden gezielt Pendler in den Millionenstädten in den Schwellenländern angesprochen, die auf dem Weg zur Arbeit einen freien Sitzplatz im Auto eines Nachbarn buchen können. Davon profitieren sowohl Autobesitzer, als auch Mitfahrer. Mitfahrer profitieren von einer sicheren und komfortablen Autofahrt zum Preis des öffentlichen Nahverkehrs. Autobesitzer sind durch Wunder in der Lage, die Unterhaltskosten ihres Fahrzeugs zu decken.

Entlastung des Verkehrs durch Wunder

Das Startup hat in Asien gezeigt, dass das System von Wunder und auch andere Shuttle Dienste den verstopfen Verkehr in den Mega-Cities spürbar entlasten kann, in dem sich mehrere Kollegen mittels effektiver Technologie ein Auto teilen. Langfristig soll das System deshalb auch auf andere Länder ausgeweitet werden. Ob und wann Wunder wieder in Deutschland startet, steht noch nicht fest.

Provision von Partnerunternehmen

Die Fahrpreise sind meistens so gering, dass Wunder kein nachhaltiges Geschäftsmodell durch Provisionen auf Fahrten aufbauen kann. Stattdessen arbeitet das Unternehmen mit Shopping Malls und anderen Points of interests zusammen. Für jeden Fahrgast, der noch zum Einkaufen und nicht gleich nach hause fährt, erhält das Unternehmen eine Provision. Des weiteren arbeitet Wunder mit Unternehmen zusammen, die ein innovatives Mobilitätsangebot für die Mitarbeiter aufbauen wollen. Zusätzlich beratet Wunder auf Grundlage der Erfahrungen in Asien schon jetzt alle großen deutschen Hersteller zu Mobilitätskonzepten der Zukunft.

Von Hamburg nach Asien

Das Unternehmen wurde 2013 in Hamburg gegründet und hat am Anfang einen Fahrdienst unter dem Namen WunderCar mit privaten Fahrern angeboten. Dieser Service wurde schnell von Uber mit UberPop gekontert und letztlich aber auch genau so schnell wieder eingestellt, da die Behörden gegen das Anbot rechtlich vorgegangen sind. In einer zweiten Phase wurde ein Fahrdienst in Osteuropa angeboten, der aber auch nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. Im Jahr 2016 ist das Unternehmen dann mit einem Carpooling Service nach Asien expandiert. Dieser Carpooling Service wird in Städten wie Manila, Cebu, Kuala Lumpur, New Delhi, Mumbai und Bangalore gut angenommen. Mit einem ähnlichen Modell versucht sich die Google Tochter Waze an der Westküste und demnächst in Südamerika.

Bild: Wunder (alle Rechte vorbehalten)

Plant Lyft doch die internationale Expansion?

Lyft, der zweitgrößte Ride Hailing Anbieter in den USA, könnte in diesem Jahr eine internationale Expansion unter eigenem Namen planen. Im laufe des Jahres sollen weitere Einzelheiten verkündet werden. Schon vor ein paar Jahren hat das Unternehmen verkündet, nach Europa expandieren zu wollen, sich dann aber vorerst auf die USA fokussiert.

In den USA ist Lyft im vergangen Jahr schneller als der große Konkurrent Uber gewachsen.Das Unternemen hat sich bisher auch nur auf den amerikanischen Markt fokussiert und Uber die weltweite Expansion überlassen. Der eigentliche Plan des Ride-Hailing Anbieters war der Aufbau eines internationalen Partnernetzwerks mit Anbietern wie Didi, Ola oder Grab. Bisher hat es die Allianz aber nicht geschafft, sich auf eine Lösung für die internationale Vermittlung von Fahrten zu verständigen.

Nur zwischen Didi und Lyft existiert eine engere Partnerschaft, die aber auch bald der Vergangenheit angehören wird. Lyft Nutzer konnten in China über die App die Fahrer und Fahrzeuge des Partners Didi buchen. Didi Nutzer konnten die über die Didi App in den USA einen Lyft Ridesharing Dienst buchen. Ein Sprecher des Unternehmens hat angekündigt, dass die Nutzer demnächst dazu aufgefordert werden, die App des jeweilige lokalen Anbieters zu installieren. Sprich Chinesen, die in China Didi nutzen und in die USA reisen, müssen die Lyft-App installieren, wenn sie eine Fahrt in den USA buchen möchten.

Dieser Schritt kann bedeuten, dass es zu komplex gewesen ist, ein gemeinsames Netzwerk an Ridesharing Diensten aufzubauen, das global über die Anwendungen der einzelnen Anbieter genutzt werden kann, ohne die App des lokalen Anbieters zu installieren. Die jeweiligen Anbieter setzen auf unterschiedliche Technologien bei der Fahrtvermittlung, eine Verknüpfung dürfte schwierig sein. Die Übernahem von Uber China durch den Netzwerkpartner Didi und die darauf folgende Beteiligung von Didi an Uber wird außerdem zu Spannungen in der globalen Allianz von Ola, Grab, Didi und Lyft gesorgt haben.

Renault kauft Reste von Karhoo

Im letzten Jahr ist die Vermittlungsplattform Karhoo spektakulär in die Pleite gerutscht, jetzt wurde bekannt, dass Renault die Technologie des Unternehmens für etwa 1 Mio. Euro übernommen hat. Die Plattform bekommt eine zweite Chance – in den kommenden Monaten soll die Vermittlungsplattform für Fahrdienste wieder gestartet werden.

Nach der Übernahme soll das Unternehmen von etwa 35 Mitarbeitern wieder aufgebaut werden. Vor der Pleite waren mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt. Gleitet wird das neue Karhoo von Boris Pilichowski und Nicolas Andine. Finanzielle Unterstützung kommt von der RCI Bank and Services, der Financial Services Tochter von Renault. Der Kaufpreis soll bei 1 Mio. Euro liegen. Die Hälfte davon soll von den beiden CEOs kommen. RCI steuert erstmal weitere 15 Mio. Euro für den weiteren Aufbau hinzu.

Karhoo ist gescheitert, weil die interne App Entwicklung zu lange gedauert hat und letztendlich zu viele finanzielle Ressourcen geschlungen hat. Außerdem scheint es Probleme bei der Abrechnung der Fahrgen gegeben zu haben. Nutzer wurden mit Gutscheinen angelockt und haben häufig gar nichts für die Beförderung bezahlt. Hinzu kamen betrügerische Kunden, die Schwachstellen im System ausgenutzt haben.

Ursprünglich wurde darüber berichtet, dass Karhoo mehr als 250 Mio. US$ eingesammelt hat. Wie die Unterlagen des Insolvenzverwalters belegen, belief sich die eingesammelte Summe nur auf 52 Mio. US$. Zeitweise wurden mehr als 6 Mio. US$ pro Monat verbrannt, am Schluss lagen die Verluste bei 2.5 Mio. US$.

Grundsätzlich war Karhoo eine Art Meta-Search Plattform, auf der die Angebote mehrerer Fahrdienste gebündelt wurden. Die Aufträge wurden an die angeschlossenen Partner weitervermittelt und dann unter eigenem Namen durchgeführt. In London konnten zum Beispiel Fahrten mit Gett oder Addison Lee gebucht werden.

Insgesamt sollen seit dem Beginn des Insolvenzverfahrens 30 – 40 Unternehmen an einer Übernahme interessiert gewesen sein. Der letztendlich geringe Kaufpreis und ein in dem Bereich unerfahrener Käufer lassen darauf schließen, dass von Karhoo wenig Substanz übrig geblieben ist. Bleibt abzuwarten, ob das neue Unternehmen das Vertrauen der Nutzer und der Fahrdienste bzw. Fahrer zurückgewinnen kann.

Mit Renault wird ein weitere Automobilkonzern im Bereich der Fahrdienste und Ride-Hailing Plattformen aktiv. Damit setzt sich der Trend fort, der schon in den letzten ein bis zwei Jahren beobachtet werden konnte. Der Volkswagen-Konzern hat sich mit 300 Mio. US$ an Gett beteiligt und vor kurzem seine Marke Moia für Mobilitätsdienstleistungen der Zukunft gestartet. Daimler betreibt MyTaxi und hat Hailo gekauft. Der amerikanische Konzern General Motors hat sich mit 500 Mio. US Dollar bei Lyft eingekauft.

Bild: Screenshot Karhoo Website (alle Rechte vorbehalten)

MIT Studie: 3000 Ridesharing Autos können alle Taxis in New York City ersetzen

Eine Forschungsgruppe der Elite-Uni MIT hat eine Studie über den Einfluss von Ridesharing-Diensten veröffentlicht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass alle 13.000 Taxis in New York City mit 3000 Ridesharing Fahrzeugen ersetzt werden können. Die Anzahl der Fahrzeuge kann also um mehr als 75% reduziert werden, ohne hohe Einbusen bei der Reisezeit zu haben.

Die Studie geht davon aus, dass die Anzahl der Fahrzeuge erheblich reduziert werden kann, wenn sich mehrere Personen ein Fahrzeug für eine Fahrt in die selbe Richtung teilen. Das führt zu weniger Stau, weniger Luftverschmutzung und geringerem Benzinverbrauch.

Taxidaten als Grundlage für Algorithmus

Die Forscher der CSAIL Abteilung des MITs haben Daten von 3 Mio. Taxifahrten für die Studie verwendet und einen entsprechenden Algorithmus entwickelt, um die Simulationen zu erstellen. Das Ergebnis ist ein Algorithmus, mit dem der Zusammenhang zwischen Flottengröße, Kapazität, Wartezeit, Verspätungen und operativen Kosten von unterschiedlichen Fahrzeugtypen untersucht werden kann.

Reduzierung um mehr als 75%

Ein Ergebnis der Simulation ist, dass 3000 viersitzige Fahrzeuge, die zwei bis vier Personen in die gleiche Richtung transportieren die Nachfrage an Taxifahrten zu 98% decken können. Die Effizienz kann durch eine nachfragegesteuerte dynamische Positioniert der freien Fahrzeuge um 20% gesteigert werden. Die durchschnittliche Wartezeit liegt dabei bei guten 2.7 Minuten. Sollten größere Shuttle Fahrzeuge mit bis zu zehn Sitzplätzen zum Einsatz kommen, sind nur 2000 Fahrzeuge nötig, um 95% der Fahrtanfragen zu bedienen.

Vor kurzem hat das deutsche Startup Flott ebenfalls eine Studie über den Einfluss dynamischer Shuttle Diensten veröffentlicht. Flott hat am Beispiel Hamburg simuliert, dass sich die Anzahl von Fahrzeugen drastisch reduzieren lässt, wenn ein intelligentes und dynamische Shuttle System etabliert wird. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Fahrzeuge um 97% reduziert werden kann und die Fahrgäste auch noch schneller ans Ziel befördert werden können, da Staus und Parkplatzsuche wegfallen.

Ridesharing mit enormen positiven Einfluss

Beide Studien zeigen, dass intelligente Fahrdienste einen enormen Einfluss auf die Mobilität in Städte haben werden. Neben Reduzierung von Staus, Luftverschmutzung und Energieverbrauch, können sich Shuttle- und Ridesharing Dienste auch positiv auf das Stadtbild auswirken. Interessant wird auch der Einsatz von autonomen Shuttles sein, die elektrisch betrieben werden.

Bild: Malinda Rathnayake (bestimmte Rechte vorbehalten)

Fahrdienst Careem sammelt 350 Mio. US$ ein

Unter den Fahrdienst-Unternehmen gibt es win weiteres Unicorn. Das Startup Careem aus dem Mittleren Osten sammelt 350 Mio. US$ bei einer Bewegung von einer Milliarde US$ ein. Die Finanzierung kommt von dem japanischen Rakuten-Konzern und Saudi Telecom Company (STC). Die Careem-Konkurrenten Uber, Lyft oder Grab werden ebenfalls mit mehreren Milliarden US$ bewertet.

150.000 Fahrer auf der Plattform

Das Unternehmen wurde vor vier Jahren gegründet und hat seinen Sitz in Dubai. Vor der jetzigen Runde wurden bereits 72 Mio. US$ eingesammelt. Aktiv ist Careem in 47 Städten, die meisten davon befinden sich im Mittleren Osten. Des Weiteren ist der Fahrservice in Städten der Türkei, Pakistan und auch in nordafrikanischen Städten aktiv. Laut eigenen Angaben sind mehr als 150.000 Fahrer auf der Plattform registriert. Auf der anderen Seite kann Careem über sechs Millionen Nutzer verzeichnen.

Unterstützung von Credit Swiss

Bei der Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen von der Credit Swiss unterstützt. Mit der Hilfe sollen auch die fehlenden 150 Mio. US$ eingesammelt werden, um die geplanten 500 Mio. US$ zu erreichen. Es ist nicht bekannt, bis wann das Unternehmen die verbleibende Summe einsammeln möchte. Rakuten ist schon an Lyft und dem Anbieter aus Südamerika Cabify beteiligt. STC ist einer der größten Telekommunikationsanbieter im Mittleren Osten.

Careem Expandiert im Mittleren Osten

Die finanziellen Mittel sollen vorwiegend für die weitere Expansion genutzt werden. Vor kurzem hat Careem die ersten Städte in der Türkei gestartet. Im Dezember sollen 15 neue Städte in Pakistan, Studie Arabien und Ägypten gestartet werden. Bis 2018 soll der Fahrerpool auf eine Millionen Chauffeure ansteigen. Die Expansion und der Wettbewerb mit anderen Fahrdiensten wird einiges kosten. Auf Kundenseite muss investiert werden, aber auch auf Fahrerseite.

Uber als starker Konkurrent

Zu den größten Konkurrenten von Careem gehört Uber, das in mehr als 400 Städten aktiv ist. Darunter befinden sich auch einige arabische Städte. Im Juni hat Uber eine Finanzierung in Höhe von 3.5 Milliarden US$ vom Staatsfond Public Investment Fund aus Saudi Arabien erhalten. Uber gibt an, dass im Mittleren Osten 395.000 Fahrer auf der Fahrdienst-Plattform aktiv sind.

Bild: Careem (alle Rechte vorbehalten)