Schlagwort-Archive: Ridesharing

WunderCar mit weiterer Finanzierung – Expansion deutschlandweit

Wundercar hat angekündigt, dass weitere Finanzierung aufgenommen wurden. Die Abgeschlossene Finanzierungsrunde war bereits die zweite Runde seit Start im Herbst 2013. Damals wurde eine siebenstellige Summe aufgenommen, unter anderem von Partech Ventures, Michael Brehm, dem ehemaligen Geschäftsführer von Studi-VZ und weiteren Investoren. Laut Handelsregister Eintrag wurde schon am 12. Mai 2014 eine Anpassung der Gesellschafterliste eingereicht, gut möglich also, dass die Finanzierung schon vor einem Monat abgeschlossen wurde, aber erst jetzt publik gemacht wurde.

Bei der aktuellen rechtlichen Situation und der geplanten Expansion kann es nicht schaden, über ein dickeres Finanzierungspolster zu verfügen. Nach dem Taxiprotest, der Wundercar viele neue Nutzer und Fahrer zugespielt hat, werden in den kommenden zwei Wochen weitere Städte hinzu kommen. Zur Zeit können sich Fahrer anmelden, sobald der Registrierungsprozess mit Backgound-Check durchlaufen ist und genügend Fahrer in einer Stadt gefunden wurden, kann es los gehen.
Hamburg pocht weiter auf Einstellung des Betriebs

Die Hamburger Behörden pochen weiter darauf, dass Wundercar den Betrieb in Hamburg einstellt, obwohl das vorgegeben Trinkgeld pro Kilometer auf 35 ct. gesenkt wurde. Die Hamburger Behörden bezeichnen diese Anpassung als Kosmetik und haben nach einem Bericht des NDRs höhere Bußgelder in Höhe von 20.000 € für jeden Fahrer angedroht. Jedem Verstoß soll nachgegangen werden und ein Strafgeld in Höhe von 1.000 € gegen Wundercar verhängt werden.  Eine Sprecherin kündigte an, dass Wundercar die Möglichkeit hat, Widerspruch innerhalb von 4 Wochen einzulegen. Letztendlich muss ein Gericht entscheiden, ob das Angebot legal ist oder nicht und unter welchen Voraussetzungen.

Gemietete Fahrzeuge und für Verfügbarkeit bezahlen

In Berlin sind laut Wundercar-Fahrer angemietete Fahrzeuge von Enterprise unterwegs und die Fahrer erhalten einen fixen Betrag pro Stunde, um für Verfügbarkeit zu sorgen. Vorteil bei Mietwagen wird sein, dass die Fahrzeuge bereits gewerblich versichert sind, evtl. auch für die gewerblichen Personenbeförderung. Somit wird ein Kritikpunkt der Behörden und Taxiverbände ausgehebelt.

Die Fahrer für die Verfügbarkeit zu bezahlen, also für die Zeit, während der sie ohne Fahrauftrag im Fahrzeug sitzen und nicht für die Fahrten, könnte auch ein Weg sein, um das Personenbeförderungsgesetz zu umgehen, wenn auch ein kostspieliger. Nicht bekannt ist, wie viel die Fahrer erhalten, bei Konkurrent Uber erhalten die UberPOP Fahrer anscheinend 15 € pro Stunde Verfügbarkeit.

Geschäftsmodell von WunderCar

Wundercar ist seit Anfang des Jahres in Berlin, Hamburg und seit ein paar Tagen auch in Dublin aktiv. Das Unternehmen hat das Geschäftsmodell des amerikanischen Unternehmens Lyft kopiert. Mit Hilfe einer Smartphone-App bringt Wundercar registrierte Nutzer und private Fahrer ohne P-Schein und Konzession zusammen. Um das Personenbeförderungsgesetz zu umgehen, sind alle Fahrten kostenlos, es gibt aber die Möglichkeit ein Trinkgeld per App in beliebiger Höhe zu zahlen, Wundercar behält davon 20%, der Rest wird an die Fahrer ausbezahlt. Die Taxiunternehmer laufen Sturm gegen Wundercar, da die Fahrer sich nicht an das von der Taxi-Lobby mit verfasste Personenbeförderungsgesetz halten.

Vorbild Lyft, das mittlerweile mehr als 350 Mio. US $ Finanzierung eingesammelt hat, ist ebenfalls mit dem Trinkgeld oder Spendenmodell gestartet, nach dem die Behörden von dem Ridesharing Modell überzeugt waren oder nicht dagegen vorgegangen sind, wurde auf ein System mit einheitlichen Tarifen pro Stadt umgestellt.

Photo: Name: Taxi Driver von Daniele Zanni, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Wundercar anscheinend in Hamburg verboten – Colorado erlässt als erster US Staat ein Ridesharing-Gesetz

Wie am Freitag per Pressemitteilung mitgeteilt wurde, hat die Hamburger Wirtschaftsbehörde die Aktivitäten des Hamburger Startups Wundercar verboten.  Das Startup will trotz des Verbots und einer möglichen Strafe weitermachen.

Die Wirtschaftsbehörde hat die Vermittlung der Fahrten verboten, da sie der Auffassung ist, dass es sich um gewerbliche Fahrten handelt, wofür die Fahrer einen P-Schein und ein konzessioniertes Fahrzeug benötigen. Wundercar sieht sich eher als Mitfahrzentrale, bei der nicht das Geld Verdienen im Vordergrund steht, sondern die Schaffung einer Community und das finden neuer Bekannter. Prinzipiell ist jeder Fahrt kostenlos, jeder Fahrgast wird aber nach der Fahrt aufgefordert, ein Trinkgeld in beliebiger Höhe zu zahlen, Wundercar behält davon 20%.

Das Unternehmen zeigte sich vom Vorstoß der Hamburger Wirtschaftsbehörde gegen seine organisierten „Freizeitfahrten“ überrascht – und will sich davon zunächst nicht beirren lassen. „Ich wundere mich, dass die Behörde in ihrer Stellungnahme so stark verallgemeinert“, sagte Froh. Ihm lag nach eigener Aussage am Freitagnachmittag von der Wirtschaftsbehörde keine entsprechende schriftliche Untersagung vor.

Auf der Facebook-Seite gibt sich Wundercar kämpferisch und gibt zu, dass sie einen Brief von den Hamburger Behörden erhalten haben, der das Geschäftsmodell erlaubt, wenn die Einnahmen der Fahrer nicht die Betriebskosten übersteigt. Laut Wundercar hat man bereits darauf reagiert, wahrscheinlich in dem die Preise nach unten angepasst wurden. Laut Manager Magazin bemängeln die Hamburger Behörden auch die unklare Versicherungssituation.

Bleibt spannend zu beobachten, wie sich der Fall in Hamburg weiterentwickelt, wie Wundercar langfristig darauf reagiert und welchen Einfluss der Fall auf die Tätigkeiten von Wundercar und Co. in anderen Städten hat.

Lyft, das US Vorbild von Wundercar ist am Anfang ebenfalls mit einem Spendenmodell gestartet, um die lokalen Gesetze zu umgehen und hat die Zeit genutzt, mit den Behörden eine Lösung zu finden. Mittlerweile ist das Spendenmodell bei Lyft Geschichte und es wird nach festgelegtem Tarif bezahlt. Einen ähnlichen Weg könnte auch Wundercar einschlagen.

In vielen US-Staaten wird das Geschäftsmodell von Uber und Lyft geduldet, mit Colorado hat der erste Staat jetzt ein Gesetz erlassen, das Ridesharing reguliert und erlaubt.

Laut Gesetz, das von Gouverneur John Hickenlooper am Donnerstag unterzeichnet wurde, müssen die Vermittler-Plattformen, wie Uber, Lyft oder Sidecar, eine Versicherung abschließen, die Ansprüche von bis zu 1 Mio. US$ deckt, die Fahrer müssen einen Background Check durchlaufen und die Fahrzeuge müssen von einer zertifizierten Werkstadt überprüft werden.

Colorado unterstützt somit die Innovationen von Technologie Startups und die Einwohner haben so die Wahl, wie sie sich durch die Stadt bewegen. Laut Hickenlooper wurden die neuen Services über einen längeren Zeitraum beobachtet und nach einer anfänglichen Skepsis, konnten keine Nachteile gefunden werden.

Photo: RIDESHARING COMMUNITY #BLABLACAR ON THE RISE von MotorBlog.com; Lizenz: CC BY 2.0

Uber bestätigt „rekordverdächtige“ Finanzierungsrunde und kooperiert mit AT&T

Wie schon vor einigen Tagen berichtet, ist Uber dabei, eine weitere Finanzierungsrunde abzuschließen. Auf der CODE Konferenz hat Uber CEO Travis Kalanick eine rekordbrechende Bewertung seines Unternehmens bestätigt. Insgesamt könnten zusätzlich mehr als 500 Mio. US$ in das Unternehmen fließen, seit der Gründung im Jahr 2010 wurden schon mehr als 300 Mio US$ Risiko-Kapital aufgenommen.

Für Uber interessieren sich Private-Equity Funds, wie BlackRock, die z.B. auch einer der größten Aktionäre der Deutschen Bank sind.  An der Bewertung von 17 Milliarden US$, die vom Wall Street Journal in den Raum gestellt wurden, scheinen nicht aus der Luft gegriffen zu sein. Den Rekord, den Uber wohl brechen wird, ist die 10 Milliarden Bewertung von Startups wie Dropbox oder Airbnb.

Was rechtfertigt die Bewertung?

Travis Kalanick hat ebenfalls bestätigt, dass sein Unternehmen an den selbstfahrenden Fahrzeugen von Google interessiert ist. Er sagte: „Wenn kein Fahrer im Fahrzeug ist, sind die Kosten für ein Uber günstiger, als würde man ein eigenes Auto besitzen.“

Man kann davon ausgehen, dass Uber ein Teil von Googles Pilot-Phase sein wird, um die Fahrzeuge zu testen. Bis es soweit sein wird, wird allerdings noch einige Zeit verstreichen, da sich die Fahrzeuge noch in einem frühen Entwicklungsstatuts befinden. Über die Uber-App können, falls die Fahrzeuge straßenverkehrstauglich sind und falls genügend Prototypen vorhanden sind, die fahrerlosen Fahrzeuge bestellt werden.

Bis es soweit ist, werden noch mehrere Jahre ins Land gehen, zuvor werden Uber und Google schon näher zusammen rücke. Seit dem 258 Millionen US$ Investment von Google in Uber wurde in einem ersten Schritt die Möglichkeit zu Google Maps hinzugefügt, ein Uber über die App zu bestellen. Zur Zeit wird noch die Uber App geöffnet, wenn man auf die Option drückt, in der Zukunft sieht man vielleicht die Uber Fahrzeuge direkt in Google Maps. Außerdem hat Uber ein neues Programm für Fahrer un Fahrgäste  angekündigt, das auf Android Smartphones basiert.

Die Uber App wird auf jedem Android Smartphone vor-installiert sein, das vom größten amerikanischen Telefonanbieter AT&T verkauft wird. Ausserdem wird AT&T Provider für die Fahrer-Smartphones, die sich auf ein schnelles un zuverlässiges Netz verlassen können müssen, um ihrer Arbeit nachzugehen. Schön zu sehen, dass Uber nicht nur die Fahrgast, sondern auch dir Fahrerseite berücksichtigt, wenn es um Verbesserungen geht. Die Uber App wird dank des Deals auf etwa 50 Millionen Smartphones in den USA sein. Das deutsche Taxi-Startup myTaxi hatte bereits vor einiger Zeit einen Deal mit Samsung geschlossen, die myTaxi App wurde auf jedem Samsung Smartphone und Tablet vor-installiert. Mit Telekom (T-Ventures) als Investor, wurden auch Mobilfunk-Verträge an die Taxifahrer verkauft, Gerüchten zu Folge war auch jeder Taxifahrer verpflichtet, die myTaxi Fahrer App auf einem Smartphone mit Telekom Karte zu betreiben.

Ausserdem ist Uber dabei, aggressiv zu expandieren, mittlerweile ist der Service in mehr als 100 Städten weltweit verfügbar, die jährliche Run-Rate liegt laut WSJ bei 1,5 Milliarden US$. Die Versicherungssituation wurde mittlerweile ebenfalls gelöst, sogar die Versicherungslücke zwischen den Fahrten wurde geschlossen. Uber experimentiert ausserdem mit weiteren Services, so wurde in New York UberRush gestartet, ein Kurierservice für Same Day Delivery.

Nicht nur die wachsende Run-Rate, auch die Aussicht auf Uber mit fahrerlosen Fahrzeugen, evtl. als Ersatz für den öffentlichen Nahverkehr und die weitere Diversifikation können die hohe Bewertung rechtfertigen.

UberPOP Fahrer erhalten 15€ pro Stunde, Wundercar Fahrer bekamen sogar 16.50 € pro Stunde

In Berlin erhalten die Fahrer von UberPOP anscheinend einen fixen Betrag von 15.00 € pro Stunde, um eine Verfügbarkeit zu gewährleisten. Ein UberPOP Fahrer, der anonym bleiben möchte, hat erzählt, dass Uber Berlin die Fahrer mit einem fixen Gehalt lockt und im Moment noch wenig zu tun. Den Fahrern wird laut der anonymen Quelle auch nicht mitgeteilt, dass sie sich gewerblich anmelden müssen und Steuern abführen müssen.

Das könnte Sie auch interessieren: Der beste Deal für Fahrer/Chauffeure – Wo und wie verdiene ich am meisten?


UPDATE: Wundercar hat den Fahrern am Anfang 16.50 € netto pro Stunde bezahlt, damit sie in Berlin aktiv im Stadtgebiet unterwegs sind und sich bereit halten. Damit war Wundercar lukrativer als UberPop. Nach dem Verbot in Hamburg und der Umstellung auf 35 ct. Trinkgeld pro Kilometer, wurde diese Praxis eingestellt.


Mal sehen, wie lange es dauert, bis einige Ärger mit dem Finanzamt bekommen, da ja alle Bezahlvorgänge dokumentiert sind und die Fahrer auch die 19% Mehrwertsteuer von den Fahrten abführen müssten, die Uber wahrscheinlich wie bei Uber Black an die Fahrer überweist.


Sichern Sie sich 5 € Rabatt mit dem Uber Gutscheincode:

ubergermany

Geben Sie den Gutschein vor der ersten Buchung ein. Der Discount wird dann automatisch berechnet.


Viele Fahrzeuge, die bei UberPOP unterwegs sind, sind wahrscheinlich schon abbezahlt und die Versicherung ist auch nicht so hoch, wie bei den konzessionierten Mietwägen. Kosten für Benzin und sonstige Ausgaben halten sich auch in Grenzen. Insgesamt ist von Kosten um die 3-4 € pro Stunde auszugehen, so werden die Fahrer im Moment 11-12 € netto pro Stunde verdienen.

Interessant wird es, wie viele Fahrer übrig bleiben, wenn Uber von der stündlichen Bezahlung Abstand nimmt und die Fahrer ihr Geld durch absolvierte Fahrten verdienen müssen. Da die Fahrer netto nur ca. 64% vom Brutto Fahrpreis in der Tasche haben, nachdem die 19% Mehrwertsteuer und 20% Uber Anteil abgezogen wurden, müssen sie auf einen Umsatz von ca. 24 € pro Stunde kommen.

Schätzen wir mal, dass eine durchschnittliche UberPOP Tour in Berlin ca. 7 km lang ist und 20 Minuten dauern wird (reine Fahrzeit mit Fahrgast, ohne An- und Abfahrt), dann kämen wir auf einen Fahrpreis von ca. 15 €. Die Fahrer müssten also im Schnitt mehr als 1,5 Touren pro Stunde absolvieren, um auf den gleichen Verdienst zu kommen. Das 1,5 Touren/Stunde und Fahrer im Schnitt absolviert werden, scheint unrealistisch, gerade unter der Woche, wenn wenig los ist.

Bei der Konkurrenz von Wundercar müssen noch mehr Fahrten pro Stunde absolviert werden, um durch Trinkgeld auf einen ähnlichen Verdienst zu kommen. Bei meinen Wundercar-Fahrten war das vorgeschlagene  Trinkgeld ca. bei 1 € pro Kilometer, eine Zeitkomponente scheint es nicht zu geben. Für eine Tour von 7 km würde ein Wundercar-Fahrer um die 5,6 € Trinkgeld erhalten, um auf 15 € pro Stunde zu kommen, müssten also ca. 2,7 Fahrten pro Stunde absolviert werden.

Für die Peer2Peer Fahrer ist UberPOP im Moment also die lukrativere Alternative im Vergleich zu Wundercar. Es ist auch davon auszugehen, dass die Anzahl der verfügbaren Fahrzeuge bei Uber schnell sinken wird, sobald Uber das Bezahl-Modell der Fahrer umstellt. Bis es soweit ist, werden einige Fahrer das Modell ausnutzen und sich über die gute Entlohnung freuen, solange sie daheim auf der Couch sitzen und auf eine Fahrt warten, wenn sie denn günstig wohnen. 😉

Interessant wäre auch zu wissen, ob die UberBlack Fahrer nun auch stündlich gebucht und bezahlt werden und nicht nach Fahrten, um eventuellen Problemen, die die einstweilige Verfügung nach sich zieht, zu umgehen.

Der anonyme Tipgeber ist übrigens auch im Besitz eins Personenbeförderungsscheins und als Taxifahrer unterwegs, es gibt also auch Taxifahrer, die Uber Berlin nutzen, um ihren Lebensunterhalt mit UberPOP aufzustocken.  Das ist auch nicht verwunderlich, da die 11-12€ netto wahrscheinlich weit mehr sind, als sie im Taxi verdienen.

Katz- und Maus-Spiel geht weiter: UberXL als Antwort auf Lyft Plus

Wie erwartet hat Uber schnell auf die neue Kategorie von Lyft reagiert. Wie berichtet und von Lyft bestätigt, sind in der neuen Klasse Lyft Plus gepimpte SUVs unterwegs, die von Privatpersonen gefahren werden und per Lyft App gerufen werden können.

Uber hat nun reagiert und UberXL in San Francisco und anderen amerikanischen Städten gestartet. Auch UberXL basiert auf einem peer-2-peer Modell, wie auch schon UberX, bietet aber größere Fahrzeuge, die bis zu 6 Passagiere befördern können.

Preislich bewegt sich das neue Angebot auf Lyft Plus Niveau und ist ca. 50% günstiger, als der Uber SUV Service mit professionellen Fahrern und für gewerblichen Personentransport lizensierten Fahrzeugen.

Die Frage ist, wer dankt des günstigeren Angebots noch auf die teurere SUV Variante zurück greift?

Langsam wird auch die Landschaft der Kategorien bei Uber unübersichtlich. Von Uber Black und Uber SUV, bis hin zu UberFamily, UberX, UberXL oder UberPOP gibt es viele unterschiedliche Kategorien, die alle zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden.

UberXL ist nicht nur in San Francisco verfügbar, sonder auch in Boston, Chicago, Sydney und Singapore. In Sydney und Singapore sind in der Kategorie UberXL anscheinend keine SUVs sondern Minivans unterwegs.

Update: Lyft SUV soll 2X so viel wie jetziges Lyft kosten, Autos mit roter Unterbodenbeleuchtung

Vor ein paar Tagen wurde schon darüber berichtet, dass Lyft eine weitere Kategorie mit weissen Ford Explorer SUVs plant, mittlerweile sind weitere Details bekannt geworden. Einerseits gibt es eine Teaser-Page, die Geschmack auf das neue Angebot machen soll, andererseits hat ein potentieller Partner von Lyft mit TechCrunch gesprochen.


UPDATE (09.05.2014): Mittlerweile hat Lyft die neue Kategorie offiziell verkündet: Die Kategorie mit aufgemotzten Fahrzeugen heißt Lyft PLUS und nicht wie vorher vermutet Lyft VIP. Neben den schon beschriebenen Merkmalen (Besticktes Leder, rote Unterbodenbeleuchtung) ist in jedem Lyft Plus Fahrzeug ein Spotify Premium Account verfügbar, um die Lieblings-Playlists zu hören. Die Fahrzeuge erhalten zusätzlich einen individuellen Kühlergrill und der pinkfarbene Schnurrbart wird durch eine Version aus gebürstetem Stahl ersetzt. Die Autos werden in Kooperation mit West Coast Customs aufbereitet, die hierzulande durch die Fernsehsendung Pimp My Ride bekannt wurde.


 

Lyfts SUV Programm wird zu erst in San Francisco starten und die Fahrzeuge werden Ford Explorer Fahrzeuge aus 2012 oder neuer sein. Die Fahrzeuge werden von den Fahrern gestellt, Lyft wird diese mit dunklem Innenraum und Diamant-farbenen Stickereien aufwerten. Die Fahrzeuge erhalten ausserdem rote Unterbodenbeleuchtungen, die angehen wenn der Fahrgast aussteigt. Die roten Leuchten können einen roten Teppich simulieren und für Aufmerksamkeit sorgen. Im letzten Artikel kam die Frage auf, wie Lyft den pinken Schnurrbart ersetzt, der nicht zu dem teureren Image passt, hier ist wohl die Antwort.

Ausserdem werden die Fahrzeuge anscheinend mit weiteren Features ausgestattet, z.B. iPads für die Fahrgäste und USB-Ports zum Laden der eigenen Geräte auf der Rückbank. Als Vergleich, das deutsche Unternehmen Blacklane experimentiert ebenfalls mit Tablets und extra Zubehör in Fahrzeugen. In der kürzlich gestarteten Smart Class können die Fahrgäste ein Tablet mit Magazinen, Trailern, Browser, usw. nutzen. Der Konkurrent Uber hat anscheinend in New York USB Ladestationen für die Kopfstützen von Delta erhalten und an die Fahrer verteilt.

Zur Bezahlung:  Die Fahrer erhalten voraussichtlich einen Bonus von 750 US$ pro Monate in ihrem ersten Jahr, aber die Fahrer müssen mindestens 35 Stunden pro Woche fahren. Für die ersten Monaten verzichtet Lyft auf die 20% Vermittlungsprovision und er Fahrer erhält 100%, mit der Hoffnung, genügend Fahrer anzuziehen.

Lyft SUV wird den Fahrgast das doppelte kosten, wie die das bereits bestehende Produkt mit umweltfreundlichen Fahrzeugen, wie Toyota Prius. Wenn man die Preise für das normale Produkt in San Francisco verdoppelt, zahlt der Fahrgast 5.50 US$ für die Abholung, 2.70 US$ pro Meile und 0.54 US$ pro Minute. Umgerechnet sind das 3.95 € für die Abholung, 1.90 pro Meile, also ca. 1.18 € pro Kilometer und 0.38 € pro Minute. Wenn man das mit Berlin vergleicht, ist der Tarif fast günstiger als ein Taxi (ein Berliner Taxi kostet 3.40 € für die Abholung und dann 1.79 € pro Kilometer und 0.42 € pro Minute, günstiger sind nur der Smart von Blacklane, Wundercar oder UberPop, wenn man einen Fahrer haben sollte, der sich auskennt). Die Kosten von Uber SUV in San Francisco ist höher, als die wahrscheinlichen Kosten von Lyft. Uber SUV kostet in SF 15 US$ Anfangsgebühr, 3.75 US$ pro Meile und 0.90 US$ pro Minute. Für eine Fahrt, die 2 Meilen lang ist und 10 Minuten dauert, würde eine Lyft-Fahrt in SF ca. 16.50 US$ kosten und eine Uber SUV Fhart um die 31.50 US$. Das Angebot von Lyft wird also deutlich günstiger sein, als Uber SUV, mal sehen, wie lange es dauert, bis Uber nachzieht und die Preise reduziert.

Die günstigen Preise könnten ein dauerhafter Vorteil gegenüber UberSUV sein. Die Fahrgäste müssen dafür aber auf ein glamouröses schwarzes Auto, Beinfreiheit auf den Rücksitzen einen professionellen Chauffeur verzichten.

Unklar ist, wann das Angebot startet und ob es ein Rückkauf-Programm für die Fahrzeuge gibt, wenn sich ein Fahrer dazu entscheidet, dass er nicht mehr für Lyft fahren möchte oder ob er Lyft für die Umrüstung des Fahrzeugs bezahlen muss.

Eine interessante Frage ist auch, ob es Lyft schafft, mit dem Angebot und dem bisherigen Image, einen hochwertigeren Service zu einem höheren Preis zu verkaufen. Mal sehne, ob Lyft damit zum Partyshuttle wird oder ob auch Personen, die auf mehr Luxus stehen, den Service als Ersatz zu schwarzen SUVs nutzen.

Reaktionen der Taxilobby auf die neuen Wettbewerbssituation im Taximarkt

In den letzten Tagen wurde viel über die neuen Mobilitätsanbieter geschrieben, die den Taximarkt aufmischen. Einerseits haben die Medien das Thema aufgefasst auf der anderen Seite haben auch die Taxiverbände und -vereinigungen ihre Meinung ins Netz gestellt.

Herr Leipold von der Berliner Taxivereinigung, der die einstweilige Verfügung erreicht und durch die Nicht-Vollstreckung die beste PR für Uber gemacht hat, meldete sich schon vor ein paar Wochen mit einem offenen Brief zur Uber-Dabatte zu Wort:

Die einstweilige Verfügung gegen UBER in Berlin hat gestern zu einem riesigen Echo in den Medien und in den sozialen Netzwerken geführt. 

„Gerade in den sozialen Netzwerken ist bei vielen der Eindruck entstanden, hier versuche ein Taxikartell sein Monopol mit überhöhten Preisen zu sichern und zu diesem Zweck via Gerichtsbeschluss Wettbewerb und innovative Startups vom Markt zu drängen.“

„Wir und das Berliner Taxigewerbe arbeiten dabei seit Jahren mit innovativen Start-up Unternehmungen („mytaxi“ ist nur ein Beispiel) erfolgreich und gut zusammen und stehen Innovation keineswegs negativ gegenüber.“

Das hat am Anfang anders ausgesehen, mittlerweile scheint man sich mit myTaxi verbündet zu haben

„Wir kämpfen insbesondere für bezahlbare Taxipreise. Damit haben wir uns nicht nur Freunde gemacht. Wir sind jedoch der Auffassung, dass möglichst niedrige Preise zu einer höheren Auslastung und somit zu mehr Gewinn führen. Jeder sollte sich Taxifahren leisten können, denn wir sind ein Teil des öffentlichen Nahverkehrs.“ 

Das ist auch das Ziel von Uber und co., die Auslastung lässt sich hier bestimmt besser steuern, da mehr Daten erhoben werden und recht genau gesagt werden kann, wann viel Bedarf ist.

„Kurz: Wir freuen uns über Wettbewerb. Aber: Wettbewerb funktioniert nur, wenn Rechte und Pflichten für alle gelten.“  Die Rechte wurden wahrscheinlich von der Taxilobby damals mitgestaltet, da ist es nicht fair, darauf hinzuweisen.

„Das bedeutet auch: gut ausgebildete Fahrer. Wir entwickeln z.B. in Zusammenarbeit mit der IHK Berlin zusätzlichen zum obligatorischen Personenbeförderungsschein Qualitätsschulungen für unsere Fahrer.“ Jeder Fahrer bei Blacklane, Uber und den anderen Anbietern bekommt wahrscheinlich mehr Schulung und laufende Verbesserungsvorschläge, als durch die Qualitätsschulung der IHK.

„Aller PR, Marketing und Werbung zum Trotz: Uber ist kein kleines inovatives Start-up Unternehmen, das von der BTV niedergekämpft wird, sondern ein 3,5 Milliarden schwerer Konzern.“ Sie haben wohl noch nicht begriffen, dass sie gerade die beste PR für Uber machen. Uber ist kein Konzern, sondern ein Startup in der Wachstumsphase.


Eine teilweise wenige sachlich geschriebene Meldung wurde auch von den Droschken-Kutschern in Hamburg veröffentlicht. Unter dem Titel „Kampf den Hobby-Taxis vom Wundercar, Uber & Co.“, was bestimm „von Wundercar, Uber & Co“  heißen sollte, wird Stellung genommen zu den Aktivitäten der innovativen Markteinsteiger.

„Wir werden es nicht zulassen, dass gegen alle einschlägigen Gesetze und zu Lasten der Fahrkunden durch die Dienste von Wundercar, Uber & Co. Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung begünstig werden. Wenn jemand den Taxis Konkurrenz machen möchte, soll er das gerne tun, aber bitte im Rahmen der geltenden Gesetze.“ Wie schon bei der Stellungnahme der Berliner Taxivereinigung wird hier auf Gesetze Bezug genommen, die von der Taxilobby mit formuliert wurden. Die Aktivitäten als Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung zu deklarieren, ohne Beweise zu liefern, ist auch nicht sehr einleuchtend.

„So müssen Taxifahrer regelmäßig zu umfangreichen Gesundheitschecks, ihre Wagen sind gemäß § 29 StVO jährlich zur Hauptuntersuchung (sog. „TÜV“) vorzuführen. Taxifahrer müssen in Hamburg monatelang büffeln für die sog. Ortskundeprüfung, die mittlerweile so anspruchsvoll geworden ist, dass regelmäßig drei Viertel der Prüflinge durchfallen.“ Wieso ist heute noch eine Ortskundeprüfung notwendig, wenn ein neue Technologien wie Navi genutzt werden können, um zum Ziel zu finden? Bei meinen letzten Taxi-Fahrten wurde auch von jedem Taxifahrer das Navi genutzt oder ich wurde laufend nach dem Weg gefragt.

„Bis Ende 2014 werden – auf freiwilliger Basis! – zwei Drittel aller Hamburger Taxis mit solchen Fiskaltaxametern ausgerüstet sein, durch welche systematische Steuerhinterziehungen unmöglich gemacht werden.“ Bei innovativen Anbietern im Transportgewerbe wird jede Fahrt festgehalten, die Gutschriften und Rechnungen automatisch ausgestellt und die Beträge per Kreditkarte bezahlt und der Anteil an die Partner überwiesen. Die Geldflüsse sind also dokumentiert und es gibt keine Möglichkeit, Geld am Finanzamt vorbei zu führen.

„Wir stellen uns gerne jedem Wettbewerb, vorausgesetzt, es ist ein fairer Wettbewerb. Gegen illegale Wettbewerber werden wir uns mit allen gebotenen Mitteln zur Wehr setzen.“ Warum dann nicht einfach das Personenbeförderungsgesetz für alle ändern, damit jeder Teilnehmer die gleichen Chancen und Risiken hat?

„Zu der Illegalität von unkonzessionierten Hobby-Taxis zählt der fehlende Versicherungs­schutz für die Fahrgäste. Die üblichen KFZ-Versicherungen lehnen eine Haftung für Schäden ab, wenn mit privaten PKWs und ihren üblichen KFZ-Versicherungen gewerbliche Personenbeförderung durchgeführt werden (Wundercar-Slogan: “Einfach wie ein Taxi, zum halben Preis”). Das sollten Fahrgäste wissen, bevor sie bei einer Tour von Wundercar, Uber & Co. zu Schaden kommen.“ Hier werden die Anbieter bestimmt bald nachziehen und eine Versicherung für die Fahrten und sogar die Zeit zwischen den Fahrten abschließen.

Jetzt wird es richtig ausfällig:

„Das Taxigewerbe ist keinesfalls bereit hinzunehmen, dass einige App-Anbieter ihr merkwürdiges Verhältnis zu geltendem Recht hier in die Tat umsetzen wollen. So äußerte Uber-Manager Dimitry Gore-Coty, zuständig für Nord- und Westeuropa, jüngst entlarvend: „Die deutsche Gesetzgebung ist zu einer Zeit geschrieben worden, als das Internet noch nicht erfunden war (…)”. Daraus abzuleiten, man könne sich mit neuen Internetdiensten wie die von Wundercar, Uber & Co. einfach über bestehende Gesetze hinwegsetzen, ist schlicht erbärmlich. Demnächst fordern die Brüder wohl noch, dass man mit einer neuen App Steuerhinterziehung und Drogenhandel zulassen müsse, denn auch da ist die deutsche Gesetzgebung zu einer Zeit geschrieben worden, als das Internet noch nicht erfunden war. “Legal, illegal, scheißegal” werden wir den Herren und ihren teils milliardenschweren Investoren (Google, Goldman & Sachs, Daimler, diverse Investmentfonds usw.) nicht durchgehen lassen – die hätten sich eben vor ihren Investitionen mit der Rechtslage auseinandersetzen müssen. Es ist grotesk, sich hinterher über die bestehende Gesetze zu beschweren, welche letztendlich dem Schutz von Verbrauchern dienen. Wer ohne Praxisbezug, Realitätssinn sowie vertieften Kenntnissen des Personenbeförderungsrechts millionenschwere Schnapsideen umsetzt, der muss dafür auch zahlen. Wir empfehlen: Nächstes Mal vorher informieren, erst dann programmieren und investieren.“

„Wir werden Hobby-Taxifahrer, die trotz der geltenden glasklaren Rechtslage Touren von Wundercar, Uber & Co. mit ihren privaten PKWs gegen Geld und zur Aufbesserung der eigenen Finanzen Personen gegen Geld befördern, durch Anzeigen bei der zuständigen “Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation” und mittels Unterlassungserklärungen am weiteren rechtswidrigen Tun hindern.“ Mal sehen, wie schnell die Hamburger einknicken und aus Angst vor Schadensersatz mit Unterlassungen und Anzeigen aufhören. 


Auch der einstige Feind der Taxiindustrie in manchen deutschen Städten, nimmt Stellung und schlägt sich eher auf die Seite der Taxiindustrie.  Hier sind einige Auszüge aus der „Stellungnahme von mytaxi zur aktuellen Wettbewerbssituation im Taximarkt“:

„Darum begrüßen wir von mytaxi Wettbewerb. Er führt zu besseren Services von denen am Ende der Kunde profitiert. Disruptive Firmen wie Uber oder WunderCar sorgen – genau wie mytaxi –  dafür, dass Märkte neu definiert und durch innovative und zeitgemäße Lösungen verbessert werden. Gleichzeitig ist klar, dass sich Firmen, die in Deutschland aktiv sind, an deutsche Gesetze halten müssen – so wie sich mytaxi in fremden Ländern natürlich auch an die dort jeweils geltenden Rechte hält.“ Mytaxi versucht, sich mit Uber und Wundercar auf eine Stufe zu stellen, ich glaube ihre Innovationskraft haben sie schon seit längerem verloren. Das Startups,  die aus Deutschland kommen, nicht versuchen, bestehende Gesetzte zu ändern und Einfluss zu nehmen, hat man schon öfters gesehen. Ausländische Firmen, wie z.B. AirBnB, Lyft oder Uber, versuchen mit den lokalen Behörden zu sprechen, um eine Änderung zu erreichen.

„Fakt ist, dass es in Deutschland Regeln und Gesetze gibt, die festlegen, dass nicht jeder mit einem Führerschein und einem Auto entgeltlich Personen befördern kann. Dies dient in erster Linie der Sicherheit der Fahrgäste. Das Personenbeförderungsgesetz (PBefG) besagt, dass ein Fahrer in Besitz eines Personenbeförderungsscheins (P-Schein) sein muss. Dieser P-Schein ist sozusagen der Beleg dafür, dass die Fahrer der besonderen Verantwortung bei der Beförderung von Fahrgästen gerecht werden, Ortskunde besitzen sowie gesundheitlich geeignet sind.“

Ein Fahrer kann auch sicher sein, ohne dass er einen Personenbeförderungsschein besitzt. Bei den innovativen on-demand Anbietern werden die Fahrer durch Background-Checks, polizeiliches Führungszeugnis und der gleichen auch laufend überprüft. Gleichzeitig kann der Fahrer viel schneller identifiziert werden, falls etwas passieren sollte und schneller aus dem Verkehr gezogen werden, da der Kunde die Möglichkeit hat, eine Bewertung abzugeben. Man benötigt also nicht umbedingt Gesetzte, um die Sicherheit zu gewährleisten, Transparenz und regelmäßige Kontrollen sollten ausreichen.

„Wir von mytaxi sind bekannt dafür, dass auch wir gerne Regeln brechen und Dinge hinterfragen. Wir sind große Befürworter davon, dass viele Strukturen im Markt verändert werden müssen. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass das Personenbeförderungsgesetz für einen hohen Sicherheits- und Qualitätsstandard sorgt. Der Schutz und die Sicherheit der Fahrgäste stehen auch bei mytaxi immer an erster Stelle.“ Welche Regeln hat mytaxi gebrochen? Bis auf man bestellt per App fällt mir keine ein.

„Als mytaxi im Jahr 2009 durchstartete, stießen wir auf großen Widerstand seitens der Taxizentralen. Daher kennt mytaxi die Situation, in der sich Uber und WunderCar aktuell befinden aus eigener Erfahrung. Wir finden es prima, dass innovative Startups nun weiteren frischen Wind in den Markt bringen. Wettbewerbern steht mytaxi offen und fair gegenüber, da uns diese anspornen, ständig besser zu werden und das eigene Produkt regelmäßig zu hinterfragen. Erst kürzlich führte mytaxi daher ein neues Vermittlungssystem ein und sorgte erneut für viel Aufruhr im Markt. Dennoch sind wir aus den oben genannten Gründen der Überzeugung, dass die geltenden Gesetze und Regelungen ihren Sinn und ihre Berechtigung haben.“ So schnell kann es gehen, innerhalb von wenigen Jahren wurden die Seiten gewechselt, das liegt wohl auch an der fehlenden Innovationskraft von mytaxi.

„Bei der Beförderung von Personen geht es an erster Stelle um die Sicherheit der Fahrgäste. Die bestehenden Gesetze stellen sicher, dass es Qualitätsstandards gibt was die Fahrzeugsicherheit und die Kenntnisse des Fahrzeugführers anbelangt. Ein Fahrgast sollte sich keine Gedanken darüber machen müssen, ob das Fahrzeug überhaupt sicher ist, ob der Fahrer vertrauenswürdig ist, und ob er den kürzesten Weg nimmt. Die Gesetze und Regeln, die es dazu in Deutschland gibt, stellen dies sicher.“ Hier wird versucht, innovative Anbieter in die Schmuddel-Ecke zu drängen, ohne konkrete Beispiele zu nennen.

Es bleibt spannend, wer sich als nächstes äußert. 😉 Wer weiter über die Taxifahrer und Lobby schmunzeln möchte, sollte sich auch das Taxiforum von Herrn Napp ansehen, der über Mietwägen und Raubtaxen schreibt.

Uber Konkurrent Lyft startet Premium-Service mit SUVs

Laut Techcrunch bereitet sich Lyft darauf vor, einen hochwertigen Service mit SUVs anzubieten, um gegen die SUV Option von Uber anzukämpfen. Fahrgäste sollen in der Lage sein, Ford Explorer SUVs zu buchen, die eine Lederausstattung haben und Platz für 6 Personen bieten. Hierzulande wird dieses Modell gar nicht zum Verkauf angeboten, ist aber etwa so groß, wie ein VW Tuareg oder BMW X5. Der Service könnte Lyft VIP oder VIP Lyft genannt werden.

Bis jetzt hat Lyft nur ein Produkt mit verschiedenen Fahrzeugen angeboten, der sich auf dem preislichen Niveau von uberX bewegt. UberX ist die günstige Variante meistens mit Privatfahrzeugen, die in Berlin unter dem Namen UberPOP gestartet wurde und viel Wirbel ausgelöst hat.  Ein Premiumservice könnte die Kundebasis von Lyft erweitern und die Marke hochwertiger erscheinen lassen.

Techcrunch berichtet, dass die ersten Fahrer diese Woche in San Francisco ongeboarded werden, San Francisco wird die erste Testumgebung für den neuen Service sein. Die Fahrer müssen über einen weissen Ford Explorer verfügen, der gegebenen Falls noch mal aufpoliert wird. Gerüchen zufolge werden die Fahrer mit  750 US$ pro Monat subventioniert und erhalten zusätzlich ihre Umsätze von den Fahren.

UberSUV kostet  in San Francisco 25 US $ Grundgebühr plus 0.90 US $ pro Minute und 3.75 US$ pro gefahrene Meile, mit einer Mindestgebühr von 25 US$.  Es gibt noch keine Preisinformationen über den Service von Lyft, aber es kann davon ausgegangen werden, dass sie den Service etwas günstiger anbieten werden, um einen Wettbewerbsvorteil zu haben. Mal sehen, wie lange es dauert, bis Uber nachzieht, falls es wirklich der Fall sein sollte.

Interessant ist auch, dass es sich beim Ford Explorer um einen Siebensitzer handelt, der in der letzten Reihe aber eher Notsitze als normale Sitze hat. Das heißt, dass der Fußraum viel geringer ausfällt, als in Fahrzeugen wie Chevrolet Tahoe, Lincoln Navigator oder Cadillac Escalades, die bei UberSUV unterwegs sind. Für vier Fahrgäste bietet der Explorer reichlich Platz und wenn du mit einer Gruppe von Freuenden unterwegs sein willst, dann zählt es meistens eh mehr, dass alle Personen in ein Fahrzeug passen. Da zählt die Anzahl der Sitze mit Gurten, der Komfort ist nicht so entscheidend. Interessant ist auch, dass Uber CEO Travis Kalanick der Meinung ist, dass der Ford Explorer ein passendes Fahrzeug ist.  In einem Interview mit einem Fahrer eines Mercedes GL450 antwortet er auf die Frage, welches Auto ein guter Ersatz für den Lincoln Town Car ist mit folgendem Statement: “OK, I’m glad you asked,” Kalanick says. “This is going to blow you away, dude. Are you ready? Have you seen the 2013 Ford Explorer? Spacious, like a Lexus crossover, but way cheaper.“

Ein Service mit SUVs könnte gut für den Umsatz von Lyft sein, da die Nutzer den Service so auch für einen besonderen Anlass nutzen können. Außerdem könnte der Service Personen anlocken, die den hochwertigen Service nutzen, wenn es darauf ankommt und die günstige Alternative, wenn keiner hinsieht. Die Fahrzeuge können auch interessant für den Transport von Waren und größeren Gruppen sein.

Das Marketing könnte sich um die weissen SUVs drehen, als freundlichere Alternative zu den „elitären“ schwarzen Fahrzeugen, die bei Uber unterwegs sind. Das würde zu der Community-fokussierten Marke von Lyft passen, die auf „Your friend with the car“ anstatt auf “ Everyone’s private driver“ basiert, was von Uber genutzt wird. Der SUV Service von Lyft könnte Style und Klasse vermitteln, ohne das Gefühl zu vermitteln, von einem Chauffeur gefahren zu werden. Interessant zu sehen ist auch, ob die SUVs die pinkfarbenen Schnurrbärte tragen oder ob darauf verzichtet wird, um ein hochwertigeres Gefühl zu vermitteln.

Lyft hat letztens 250 Mio. US$ eingesammelt und kommt insgesamt auf eine Finanzierung von über 300 Mio. US$. Der Konkurrent Uber hat 258 Mio. US$ im letzten Jahr eingesammelt. Uber hat bereits in mehrere internationale Städte expandiert, Lyft hingegen ist nur auf dem US Markt aktiv.

 

Uber arbeitet an UberPOP Ridesharing Service in Berlin

Das amerikanische Transport-ptartup Uber arbeitet anscheinend an einem neuen Produkt uberPOP in Berlin, da sich der ursprüngliche Service mit schwarzen Limousinen nur schwer etablieren lässt. Jetzt soll anscheinend mit einem Peer-2-Peer Ridesharing Service versucht werden, mehr Kunden zu gewinnen.

Wie ein Screenshot zeigt, ist der Service UberPOP in Vorbereitung. Der Screenshot wurde gestern auf Twitter gepostet und nach kürzester Zeit wieder gelöscht.

uberPOP in Berlin
Screenshot verrät Vorbereitungen von uberPOP in Berlin. Quelle: Twitter

Das Uber versucht, mit einem neuen Produkt auf den Markt zu gehen, ist nicht verwunderlich, da anscheinend Uber Black (Luxus Limousinen, wie S-Klasse, 7er BMW, usw.) in Berlin nicht richtig gut funktioniert und nicht mit anderen Städten, wie New York mithalten kann.

UberPOP gibt es bereits in Städten wie Paris, Barcelona oder Brüssel und ist eine Version des uberX Services. Fahrgäste werden bei UberPop in den genannten Städten nicht von einem professionellen Fahrer mit Personenbeförderungsschein und Konzession abgeholt, sondern von jedermann. Jeder, der ein Auto und einen normalen Führerschein besitzt, kann sich registrieren und nach dem die Background Checks (Einreichen des polizeilichen Führungszeugnisses, Überprüfung der Versicherung, etc.) erfolgreich absolviert wurden, in der Stadt bereithalten und Fahrten annehmen. Taxi mit Privatwägen und Fahrern ohne Ortskundeprüfung also.

In Deutschland ist vor ein paar Wochen Wundercar gestartet und flinc ist seit einiger Zeit mit einem ähnlichen Modell unterwegs. Der Unterschied bei flinc ist, dass die Fahrer die Strecke sowieso fahren würden (z.B. die tägliche Fahrt zur Arbeit) und bei Wundercar die Fahrer aktiv dazu aufgefordert werden, dass sie sich in der Stadt bereit halten, um Fahrgäste auf deren Wunsch von A nach B zu fahren.

Vorteile sind, dass die Kosten gering sind und wahrscheinlich weit unter Taxipreisen liegen werden. Außerdem lernt man in der Community nette Leute kennen.

Rechtlich befindet sich das Model in eine Grauzone. Bei Wundercar basiert die Bezahlung auf einem Trinkgeld-Modell, damit das Personenbeförderungsgesetz umgangen werden kann. Uber hat mit seinem Peer-to-Peer Model bisher nie auf ein Trinkgeld oder Spendenmodell gesetzt, mal sehen, was sie sich in Berlin einfallen lassen, um nicht weiter mit dem Personenbeförderungsgesetz in Konflikt zu geraten.

Uber hat vermutlich die Wochen seit dem Launch von Wundercar genau beobachtet und gesehen, dass bisher nicht gegen das Modell von offizieller Seite vorgegangen wird. Daher verwundert es nicht, dass sie einen ähnlichen Service planen, um den Berliner   Markt anzukurbeln. Ähnlich ist Uber auch schon in den USA vorgegangen. Nach dem Start von Ridesharing-Service Lyft in einigen Städten hat Uber ein paar Wochen abgewartet und sofern keine Proteste von offizieller Seite kamen, sind sie selber aggressiv mit ihrem uberX Produkt in den Markt eingestiegen.

Ein Service, der günstiger als Taxi ist, wird von dem berliner Startup Blacklane angeboten. Blacklane testet einen Chauffeur-Service mit professionellen Fahrern und Smarts, die Preise liegen ca. 10 % unter Taxipreis, bei längeren Fahrten, z.B. vom Potsdamer Platz zum Flughafen Schönefeld spart der Fahrgast ca. 20% im Vergleich zum Taxi, wenn Gebühren für bargeldlose Bezahlung mit eingerechnet werden, sogar noch mehr. Für ein Taxi zahlt man laut Fahrpreisrechner von myTaxi um die 37 €, bei Blacklane ist die gleiche Fahrt für um die 29 € zu haben.

UPDATE (14.04.2014): Wie Uber gegenüber Gründerszene bestätigt hat, startet der UberPOP Service in Berlin am Dienstag den 15. April.

Ridesharing Dienste wie Lyft und Uber bekommen Gegenwind in Seattle

In der bisher größte  Schlacht, um die Freigabe von Ridesharing Diensten in den USA, stimmte der Rat der Stadt Seattle dafür, die Anzahl der Fahrer bei Diensten wie Uber, Lyft und anderen on-demand Transportdiensleister zu limitieren.

Lat dem live Blog von GeekWire hat der Stadtrat in einer Sitzung beschlossen, dass er sich auf die Seite der Taxi-Industrie stellt und nicht auf die Seite der innovativen Anbieter.

Durch die Anforderung, dass Unternehmen wie Lyft und Uber  nicht mehr als 150 Fahrer auf jeder Plattform haben dürfen,  würgt die Abstimmung im Wesentlichen die Konkurrenz zu der in der Stadt bestehenden Taxi-Lobby ab. Das hat zur Folge, dass Dienstleistungen, wie Uber und Lyft relativ nutzlos werden, indem sichergestellt wird, dass sie nicht in der Lage sind, mit der Nachfrage Schritt zu halten.

In Orten wie San Francisco und Seattle, haben diese neuen Transportdienstleistungen eine Alternative zu Taxis geschaffen, die durch die Anzahl der Lizenzen in jeder Stadt beschränkt werden. Das bedeutet, dass in Zeiten hoher Nachfrage oder spät in der Nacht, die Passagiere in der Regel nicht in der Lage waren, ein freies Fahrzeug zu bekommen.

Das hat sich in den letzten Jahren geändert, dank der Einführung von Uber, Lyft und ähnlicher Dienste. Durch das Vernetzen der Fahrer mit Passagieren über mobile Apps, waren die Ride-Sharing-Dienste in der Lage, diese Nachfrage zu befriedigen.

Aber die neuen Dienste nicht zu den gleichen Vorschriften wie bestehende Taxi oder schwarzen Auto-Dienste, die eine Pushback von Regulierungsbehörden in verschiedenen Märkten verursacht hat, haften.

Viele Fragen zu den neuen Transportdiensten drehen sich um die Frage der öffentlichen Sicherheit. Die Startups haben versucht, mit Überprüfung der Fahrer und Zusatzversicherungen das Problem zu adressieren. Jeder Fahrer muss eine polizeiliche Überprüfung überstehen und jeder Fahrer ist bis zu 1.000.000 $ Versichert, wenn er eine Fahrt durchführt.

Uber hat vor kurzem eine Versicherung hinzugefügt , die Unfälle versichert, die zwischen zwei Fahrten passieren, wenn der Fahrer online ist. Lyft hat Pläne angekündigt, das gleiche zu tun.

In Kalifornien zum Beispiel, waren Uber, Lyft, und andere in der Lage, mit der staatlichen Public Utilities Commission zu kooperieren, um einen neuen Rahmen zu schaffen, um die über Smartphone buchbaren on demand Transport-Dienstleistungen  zu erlaube.

Die Hoffnung ist, dass diese Unternehmen in der Lage sind, von den Aufsichtsbehörden in anderen Märkten ähnliche Bestimmungen erreichen zu können.

Überraschenderweise ist die Abstimmung in Seattle passiert trotz die Stadt als einer der ersten Märkte, die Lyft, Uber, Start-ups und andere erweitert nach der Eroberung in ihrem Heimatmarkt von San Francisco. Und es scheint, weniger um den Schutz der öffentlichen Sicherheit, zu gehen als es um den Schutz des etablierten Taxigewerbes.