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Coup vervielfacht seine Gogoro Flotte in Berlin

Der Scooter Sharing Dienst Coup is im letzten Sommer mit 200 Gogoro Rollern in Berlin gestartet. Das Angebot wurde so gut angenommen, so dass die Zahl der Roller für die neue Saison verfünffacht wird. Insgesamt werden weitere 1.000 Roller zu der Flotte des Roller Sharing Dienstes hinzugefügt.

Verfügbarkeit wird stark steigen

Die hohe Anzahl der Roller wird die Attraktivität des Angebots erhöhen, da die Laufwege für die Nutzer auf Grund der höheren Dichte geringer sein werden. Im letzten Jahr kam es doch häufig vor, dass die Nutzer mehr als 800 Meter zum Roller laufen mussten. Das wird viele Kunden von einer Buchung abgehalten haben, da der Weg nicht in Relation zu dem anschließenden Nutzen ist.

Gogoro Roller aus Taiwan

Das Startup Coup setzt ausschließlich auf die Roller des taiwanischen Herstellers Gogoro. Diese Scooter wurden von Grund auf für ein Sharing Netzwerk konzipiert. Die Batterien der elektrisch angetriebenen Roller lassen sich schnell tauschen. Die Elektronik ist auch so konzipiert, dass die Vernetzung mit der technischen Plattform von Coup und den Smartphones effizient zu realisieren ist.

Im Heimatland Taiwan erweisen sich die Roller hoher Beliebtheit. In einem offenen System werden laut Gogoro pro Tag 12.000 Batterien and 300 Ladestationen gewechselt. Seit dem Start 2015 wurden fast Dreimillionen Batteriewechsel durch geführt. Mit den 18.000 Scootern in Taiwan wurden mehr als 70 Mio. Kilometer zurückgelegt. In Berlin übernimmt Coup den Tausch der Batterien und betreibt auch die Ladestationen.

Coup ist ein Tochterunternehmen von Bosch. Das Unternehmen wurde zusammen mit BCG Digital Ventures gestartet. Um schnell starten zu können, wurden am Anfang die meisten Positionen mit Beratern aus dem BCG Digital Ventures Netzwerk besetzt. Mittlerweile wurden die meisten BCG Mitarbeiter durch feste Angestellte ausgetauscht.

Konkurrenz für emmy

Vor kurzem hat auch emmy, der zweite Scooter Sharing Dienst in Berlin, angekündigt, dass die Flotte vergrößert wird. Ermöglicht wird das durch eine weitere erfolgreiche Finanzierungsrunde durch die IBB Bet. Emmy plant den Einsatz von hochwertigeren Scootern, um mit den Gogoro Rollern mithalten zu können. Gerade in den Sommermonaten kann sich das Scooter Sharing als attraktive Alternative zum ÖPNV und Carsharing erweisen.

Bild: Coup (alle Rechte vorbehalten)

eMio heißt jetzt Emmy – weitere Finanzierung für Scooter Sharing Dienst

Unter dem Namen eMio bietet das Berliner Unternehmen bereits seit 2015 einen Roller Sharing Dienst an. Jetzt wird der Name zu emmy geändert, außerdem konnte das Startup eine weitere Finanzierungsrunde abschließen.

Weiteres Geld von der IBB Bet

Die Höhe der Finanzierung und der Bewegung wurde nicht kommuniziert, nur das die Summe von der IBB Bet und weiteren Investoren aus Deutschland, Österreich und Italien stammt. Insgesamt wurde ein siebenstelliger Betrag in emmy investiert. Seit dem Start konnten in Berlin 15.000 Kunden gewonnen werden, die mit den angebotenen Rollern inzwischen über 750.000 Kilometer gefahren sind. Bring man die 750.000 Kilometer mit dem Kilometerpreis von 0.59 Euro in Verbindung, dürfte das Unternehmen bisher weniger als 500.000 Euro Umsatz generiert haben. Deshalb is anzunehmen, dass eine Bewertung im niedrigen siebenstelligen Bereich realistisch ist.

Weitere Expansion von emmy geplant

Mit der eingesammelten Summe sollen weitere 200 Elektroroller in Berlin auf die Straße gebracht werden, damit wird die Flotte mehr als verdoppelt. Außerdem steht eine Expansion in weitere Städte auf dem Plan. Unter dem Namen stella-Sharing ist das Unternehmen seit vergangenem Jahr in Stuttgart aktiv, die Flotte in der Schwabenmetropole soll auf 75 Roller erhöht werden. Der Service soll in weiteren Städten einheitlich emmy heißen, die Abweichung in Stuttgart wird eine Ausnahme bleiben.

Die Änderung des Namens von eMio zu emmy hat rechtliche Gründe. Allerdings sei es auch ein sehr guter Zeitpunkt um mit einer neuen Marke den nächsten großen Schritt zu tun, so das Unternehmen.

Starke Konkurrenz von Bosch Tochter Coup

Seit letztem Sommer hat emmy zumindest in Berlin starke Konkurrenz. Die Bosch Tochter Coup bietet ebenfalls einen Scooter Sharing Dienst an. Dieses Jahr soll die Zahl der Roller bei Coup stark steigen. Coup verfüg durch Bosch über genügend finanziellen Spielraum, um emmy das Leben schwer zu machen. Hinzu kommt, dass das Unternehmen mit den gogoro Rollern aus technologischer Sicht einen besseren Roller im Program hat.

Bild: emmy (alle Rechte vorbehalten)

Erfahrungsbericht Coup eScooter-Sharing in Berlin

Seit ein paar Wochen sind auf den Straßen Berlins mehrere Hundert Smart-Scooter von Gogoro zu finden, die über die Sharing-Plattform von Coup angemietet werden können. In den letzten Wochen habe ich die Roller mehrmals genutzt, zuerst während der Beta-Phase und dann auch schon nach dem öffentlichen Start. Meine Erfahrungen möchte ich in folgendem Artikel teilen.

Anmeldung bei Coup

Ich hatte die Möglichkeit, Coup schon in der Testphase zu nutzen. Die Anmeldung war schnell und einfach über die iPhone App möglich. Nach der Abfrage des Mindestalters werden die zukünftigen Nutzer durch die verschiedenen Punkte geleitet. Es müssen die persönlichen Daten angegeben werden, außerdem die Kreditkartendaten für die Abrechnung. Die Verifizierung von Ausweis und Führerschein erfolgt digital über ein Videotelefonat. Da kein WLAN zur Verfügung stand, habe ich das Videotelefonat über die mobile Daten Verbindung geführt, was auch super funktioniert hat. Es ist also möglich, sich direkt anzumelden, wenn man vor einem Coup Scooter steht, man muss nicht erst ein WLAN-Netz suchen oder warten, bis man wieder zu hause ist.


Sichern Sie sich eine Freifahrt mit dem Coup Gutscheincode:

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Geben Sie den Gutschein vor der ersten Buchung ein. Die Freifahrt wird dann automatisch berechnet.


Die Gogoro-Roller aus Taiwan

Coup nutzt Roller von dem Hersteller Gogoro aus Taiwan. Die Roller sind extra für Sharing-Plattformen entwickelt worden und sehen zu dem noch modern aus. Jeder Roller ist mit zwei austauschbaren Batterien ausgestattet. Der Ladestatus der Batterien wird überwacht und per Datenverbindung an die Coup Zentrale übermittelt. Ein mobiles Team tauscht die leeren Batterien regelmäßig gegen volle aus. Beide Batterien werden gleichzeitig entladen, so dass immer beide Batterien getauscht werden müssen. Unter der Sitzbank befindet sich ein Helmfach. Ein Gogoro ist entweder mit einem Helm in Größe L oder in Größe M ausgestattet, hinzu kommen sogenannte Hygienehauben, die von den Nutzern getragen werden können.

Anmietung des Coup eScooters

Sobald die Registrierung abgeschlossen ist, sehen die Nutzer die verfügbaren Elektroroller. Es wird der Roller vorausgewählt, der am nächsten zum Standort steht. Der Roller kann mit einem Klick kostenlos reserviert werden. Die kostenlose Reservierung gilt für 15 Minuten. Der Nutzer sieht vor jeder Reservierung den Ladestand, die genau Adresse und die Distanz zum Roller. Leider sieht der Nutzer nicht, welche Helmgröße sich in den Rollern befindet. Mir passt der Helm der Größe L viel besser, bei dem Helm der Größe M bekomme ich schneller Kopfweh und Druckstellen. Da ist die Enttäuschung vorprogrammiert, wenn man dann am Roller ankommt und den falschen Helm vorfindet. Auf der anderen Seite stellt es auch ein Sicherheitsrisiko dar, wenn die Nutzer einen zu großen Helm tragen. Coup arbeitet bereits an einer Version der App,  in der auch die Helmgröße bei der Anmietung sichtbar ist.

Sofern die 15 Minuten Reservierungsdauer verstrichen sind, wir die Buchung storniert. Eine länger Reservierung des Rollers gegen Gebühr ist noch nicht möglich.

Öffnung des Rollers

Der Roller wird über ein Bluetooth signal geöffnet, sprich Roller und Smartphone kommunizieren direkt miteinander. Coup verspricht sich dadurch mehr Sicherheit, wenn die Bluetooth Verbindung anstatt der Datenverbindung genutzt wird. Bei meinen Anmietungen hat dieses Verfahren immer nur mit einem kleinen Trick funktioniert. Auch wenn ich direkt neben dem Roller stand und Bluetooth aktiviert habe, wurde mir angezeigt, dass ich näher zum Roller gehen soll. Ein Neustart der App war jedesmal notwendig, damit ich den Roller auch öffnen konnte. Auch hier gehe ich davon aus, dass Coup schnell an einer Verbesserung arbeitet.

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Die Fahrt

Per Knopfdruck wir das Helmfach geöffnet. Helm auf, rauf auf die Sitzbank und los gehts. Ein Zündschlüssel ist nicht nötig, gestartet wird einfach per Knopfdruck. Die Bedienelemente sind minimal gehalten, was angenehm ist. Die Elektroroller haben einen guten Zug und beschleunigen schnell auf die Maximalgeschwindigkeit von 45-50 kmh. Da kann man sich auch schon mal an der Ampel bei den wartenden Autofahrern vorbeischieben um bei Grün dann gemütlich wegzuziehen. Sollte der Fahrer das Gas wegdrehen, startet automatisch der Rekuperation, um Energie zu gewinnen. Die Stärke der Rekuperation wird über die Sensoren gesteuert und pass sich der Fahrweise an.

Die Rückgabe

Auch die Rückgabe des Rollers funktioniert problemlos. Die App zeigt einem die Schritte, die erledigt werden müssen. Der Roller muss auf den Seitenständer gestellt werden, der Helm kommt zurück ins Fach und das Lenker wird auf eine Seite gedreht, um das Lenkradschloss zu aktivieren. Per Klick in der App wird die Miete beendet. Die Roller können im Geschäftsgebiet auf den Gehwegen oder in den Parkbuchten abgestellt werden.

Bezahlung nach der Fahrt

Nach der Fahrt wird einem der Betrag in der App angezeigt. Für die ersten 30 Minuten fallen 3 Euro an, für jede weitere 10 Minuten kommt noch mal 1 Euro hinzu. Wer also mit dem Roller eine Stunde unterwegs ist, zahlt insgesamt 6 Euro. Im Moment ist zur Zahlung per Kreditkarte möglich, PayPal und Lastschrift sollen folgen. Die Abrechnung von der Kreditkarte erfolgt nicht direkt nach der Fahrt, sondern am Monatsende. So spart sich das Unternehmen die fixe Transaktionsgebühr, die bei jeder Kreditkartenbuchung anfällt. Der Nutzer soll am Ende des Monats eine Übersicht aller Fahrten erhalten.

Verfügbarkeit der Elektroroller

In der Testphase wurden die Roller noch wenig genutzt, dem entsprechend war die Verfügbarkeit auch gut und der Laufweg zum nächsten Roller war gering. Seid dem offiziellen Start nutzen natürlich mehr Kunden die Roller, dementsprechend können die Laufwege auch länger sein. Bei den letzten Anmietungen hat mir die App häufig Laufwege von 10 Minuten und mehr angezeigt. Dadurch reduziert sich natürlich die Attraktivität des Angebots.

Fazit: Die Anmeldung bei Coup ist einfach und schnell erledigt. Die Nutzung der Roller macht gerade bei warmen Temperaturen riesig Spaß und kostet nicht viel mehr als der öffentliche Nahverkehr, sofern das Ziel innerhalb von 30 Minuten erreichbar ist. Verbesserungspotential besteht noch bei der App. Mehr Informationen für die Nutzer wären hilfreich und das Öffnen per Bluetooth muss besser funktionieren. Wünschenswert wäre auch eine höhere Dichte an Rollern, um lange Laufwege zu vermeiden. Im Moment ist nur eine iPhone-App verfügbar, die Android-Version folgt später. 

Update: Eine Android Version ist auch verfügbar.

Bild: GetMobility.de (bestimmte Rechte vorbehalten)