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Liefer Startup Jinn holt sich weitere 10 Mio. Finanzierung

Das on-demand delivery Startup Jinn schließt eine weitere Finanzierungsrunde ab. Weitere 10 Mio. US$ fließen in das Unternehmen, das in London angesiedelt ist und in Großbritannien und Spanien operativ tätig ist. Insgesamt konnte Jinn bisher 20 Mio. US$ einsammeln. Die Summe stammt von einem Family Office und dem Investment-Vehicle der La Nevera Roja Gründern, die ihr Startup an Rocket Internet verkauft haben.

Jinn bietet on-demand Lieferservice

Das Unternehmen bietet einen 24/7 on-demand Lieferservice für Restaurants und lokale Geschäfte. So können Gerichte, Lebensmittel und andere Non-Food Produkte innerhalb kürzester Zeit zugestellt werden. Der Service ist ähnlich aufgebaut, wie Postmates oder Quiqup. Die Nutzer können einen in der App gelisteten Shops auswählen und sich die Lieferung von einem Jinn Fahrer liefern lassen. Alternativ kann auch ein Kurier zum Shoppen beauftragt werden. Der Fahrer geht dann in das kommunizierte Geschäft, kauft den gewünschten Artikel und liefert diesen aus.

Kampf um Fahrer in London

Der Lieferdienst Jinn arbeitet mit selbstständigen Fahrern zusammen und befinden sich dabei im Wettbewerb mit UberEats, Quiqup und anderen on-demand Startups. Seit dem Start im Jahr 2014 wurden bisher mehr als 1 Mio. Lieferungen zugestellt. Jinn sagt, dass es positive Deckungsbeiträge erwirtschaftet, im kommenden Jahr soll das Unternehmen profitabel sein. Wahrscheinlich ist das Unternehmen nach Fahrerkosten profitabel, aber noch nicht nach Marketingkosten un Overhead Kosten.

Präsenz in London soll ausgebaut werden

Mit der weiteren Finanzierung soll das Geschäft in den bestehenden Märkten weiter ausgebaut werden. Der Wettbewerb zwischen den Lieferdiensten in London ist hart, da werden finanzielle Mittel benötigt, um Fahrer an den Dienst zu binden und um die Bekanntheit zu erhöhen. Jinn wird vorerst von der Expansion in andere Städte abstand nehmen, da der Aufbau einer Stadt hohe Investitionen vor allem auf Fahrerseite benötigen.

Der Aufbau eines profitablen on-demand Lieferdienstes ist eine herausfordernde Aufgabe. Alle Unternehmen kämpfen mit hohen Fahrerkosten. Mittbewerber Stuart wurde vor ein paar Monaten von der französischen Post übernommen. Delivery Hero hat seinen Lieferdienst Valk Fleet nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

Bild: Jinn App (alle Rechte vorbehalten)

Lieferplattform Bringg sammelt weitere 10 Mio. US$ ein

Das Startup Bringg hat in einer Series B weitere 10 Mio. US$ an Finanzierung eingesammelt. Die Finanzierung kommt von Aleph VC, Coca-Cola und Peres Ventures. In den nächsten Monaten soll die Plattform weiter ausgebaut werden.

Transparenz in der Lieferkette

Mit Bringg können Händler ihre Lieferkette kontrollieren und schnellere Lieferungen für den Kunden ermöglichen. Unternehmen wie Amazon und Uber haben die Erwartungen der Kunden für schnelle und transparente Lieferungen stark verändert. Kunden erwarten schon fast, dass die Bestellungen schnell zugestellt werden und dass sie in der Lage sind, zu überprüfen, wann genau die Lieferung zugestellt wird. Bringg möchte eine Lösung für Unternehmen schaffen, damit diese eine Chance im Wettbewerb mit Amazon und Co. haben.

Mehr Kontrolle für Einzelhändler

Mit Bringg können die Unternehmen ihre eigene Lieferkette kontrollieren und gleichzeitig einen besseren Service für die Kunden bieten. Kunden werden per Nachrichten über den Lieferstatus aufgeklärt und können den Fahrer live trocken. Außerdem wird die Kommunikation zwischen Fahrern und Kunden gesteuert, am Ende wird über einen Bewertungsmechanismus wichtiges Feedback eingesammelt. Gleichzeitig werden die Routen der Fahrer optimiert und die Auslastung der Flotte erhöht, was letztendlich zu niedrigeren Lieferkosten führt. Eine API und ein SDK ermöglichen eine Integration in Websites und anderen Plattformen. Das Management von unterschiedlichen Typen an Lieferflotten ist über die Plattform auch möglich.

Coca-Cola als Partner von Bringg

Zu den Kunden von Brigg gehören hunderte Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen. Das Unternehmen ist in über 50 Ländern aktiv. Alle Kunden haben gemein, dass der direkte Kontakt zum Kunden wichtig für den Geschäftserfolg ist und dass der Kunde eine außerordentlich gute Erfahrung mit der Auslieferung machen soll. Paketdienste, Lieferdienst für Essen, mobile Wäschereien und andere Branchen nutzten die technische Plattform von Bringg. Bringg rechnet über einen Volumentarif ab. Zu den Kunden gehört auch Coca-Cola. Der Getränkehersteller nutzt die Bringg Plattform für mehrere Use-cases. So werden Einzelhändler mit Großhändlern via Bringg verknüpft, um Bestandsengpässe zu vermeiden. Reparaturteams werden über die Plattform genauso gesteuert, ebenso Kundenauslieferungen in einigen Ländern.

Brigg wurde bereits 2013 in Chicago gegründet und betreibt Büros in New York, Chicago und Tel Aviv. Insgesamt arbeiten etwa 50 Mitarbeiter für das Unternehmen. Einer der Gründer hat zuvor bei der Fahrdienstplattform Gett als CTO gearbeitet. Im letzten Quartal konnte die Zahl der Lieferungen um 300 Prozent gesteigert werden. Insgesamt konnte die Lieferplattform 19 Mio. US$ bisher einsammeln.

In den letzten Wochen wurden mehrere Investments im Same-Day Delivery Bereich bekannt. Der Paketdienst Hermes hat die Mehrheit bei Liefery übernommen. Der Ölkonzern Shell hat sich bei Tiramizoo eingekauft und die französische DPD Mutter GeoPost hat das Same-Day Delivery Startup Stuart komplett übernommen.

Bild: Bringg (alle Rechte vorbehalten)

Same Day Delivery: Französischer Paketdienst GeoPost übernimmt Stuart

Das Tochterunternehmen GeoPost, das zur französischen La Poste Gruppe gehört, hat das Startup Stuart übernommen. Stuart bietet einen Same Day Deliver Service an und ist in mehreren Städten aktiv. Die Übernahme ist nicht die einzige Neuigkeit aus dem Bereich der taggleichen Lieferungen diese Woche. Die deutschen Anbieter Tiramizo und Liefery konnten weitere Finanzierungsrunden verkünden.

Hohes Investment bereits vor dem Start 

Stuart wurde schon vor dem Start mit einer Summe von 22 Mio. Euro im Jahre 2015 finanziert. Bei der früheren Finanzierungsrunde hat sich GeoPost bereits an dem Startup beteiligt und Unternehmensanteile in Höhe von 22% gehalten.

Ähnlich wie auch die deutschen Anbieter Liefery und Tiramizo hat sich Stuart das Ziel gesetzt, den Markt der Kuriere für Same Day Deliveries zu revolutionieren. Mit einer Flotte an Kurieren und dem Einsatz effizienter Technologie, soll ein hoch effizientes Liefernetzwerk für die letzte Meile entwickelt werden.

Taggleiche Zustellung für Einzelhandel

Stuart setzt auf eine Mischung an B2B und B2C Angeboten. Das Unternehmen hat eine API entwickelt, mit der Shops eine Same Day Delivery Option in ihre Webshops und Apps integrieren können. Außerdem kann der Service über eine App oder die Website gebucht werden. Stuart betreibt keine eigenen Hubs oder Lager sondern fokussiert sich auf Express Lieferungen von bestehenden Ladengeschäften und Filialen zu den Endkunden. Stuart hat Zugriff auf einen Pool an Fahrern, die mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen unterwegs sind. Von Fahrradkurier bis zu Fahrer mit Vans ist alles mit dabei.

Mehrere Tausend Stuart Lieferungen täglich

Auf der einen Seite arbeitet Stuart mit großen Ketten, wie Burger King oder Carrefour zusammen. Auf der anderen Seite stehen die Kooperationen mit kleineren Shops und Einzelunternehmern. Im verengenden Jahr hat Stuart auch eine Kooperation mit Just Eat getestet, Restaurants sollten mit dem Stuart die Möglichkeit bekommen, die Logistik auszulagern- Jeden Tag werden laut Unternehmensangaben tausende Lieferungen von mehr als 500 Unternehmenspartnern zugestellt. Das Same Day Delivery Startup ist bisher in Frankreich, Spanien und Großbritannien aktiv.

GeoPost will mit der Übernahme weiteres Wachstumspotential erschließen. Für den Postkonzern ist die Stärkung des Bereich der taggleichen Lieferungen auf der letzten Meile eine strategische Entscheidung. In den nächsten Jahren wird die Nachfrage nach Express Lieferungen zunehmen.

GeoPost über DPD an Same Day Delivery Startup Tiramizoo beteiligt

Stuart wurde vor mehr als zwei Jahren gegründet und hat zuletzt mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigt. Nach der Übernahme will das ehemalige Startup die Vorzüge der GeoPost nutzen und die Plattform zu einem führenden Anbieter für Same Day Delivery auf der letzten Meile in Europa etablieren. Zur GeoPost gehört auch DPD, über die Unternehmenstochter ist der Konzern auch an dem deutschen Anbieter Tiramizoo beteiligt. Bleibt abzuwarten, ob Stuart deswegen in Deutschland starten wird.

Bild: Stuart (alle Rechte vorbehalten)

Shell investiert in Same Day Delivery Unternehmen Tiramizoo

Das Münchner Same Day Delivery Startup Tiramizoo hat eine weitere Finanzierungsrunde abgeschlossen. Als neuer Investor ist Shell Technology Ventures mit an Board. Der Automobilkonzern Daimler geht die aktuelle Finanzierungsrunde mit.

Tiramizoo Plattform soll weiter ausgebaut werden

Mit dem Investment will tiramizoo die technische Plattform für urbane Logistik weiter ausbauen.  Darüber werden Fahrer, Händler und Endkunden transparent vernetzt. Das Startup fokussiert sich dabei auf die Weiterentwicklung der technischen Aspekt – App, Plattform und intelligente Backend-Technologie stehen dabei im Mittelpunkt. Das Unternehmen sieht sich als führender Anbieter von effizienten IT-Lösungen im schnell wachsenden Markt für Same Day Delivery und Optimierung der letzten Meile. Neben der Weiterentwicklung der bestehenden Software, kann sich das Unternehmen auch vorstellen, weitere Dienstleistungen zu starten.

Mehr als 3000 Kuriere in 150 Städten

Mittlerweile sind mehr als 3000 Kuriere für die Plattform in 150 Städte in Deutschland, Österreich, Schweden und den Niederlanden unterwegs. Tiramizoo setzt dabei auf Partnerunternehmen und selbstständige Fahrer. Zu den namenhaften Kunden gehören Zalando, MediaMarkt oder Saturn. Die tiramizoo-Plattform schafft so einen besseren Service für die Kunden der Einzelhändler und sorgt durch Effizienzsteigerungen für niedrigere Kosten, Vermeidung zusätzlicher Staus und somit für eine Verbesserung der Luftqualität.

Shell investiert in Lösungen für effizienten Transport

Shell investiert in das Same Day Delivery Unternehmen, da der Ölkonzern neue Umsatzpotentiale mit digitalen Geschäftsmodellen erschließen möchte. Investments in Lösungen für effizienten und umweltschonenden Transport von Waren und Personen in bevölkerungsreichen Großstädten gehören zur Strategie von Shell, um unabhängiger von dem Ölgeschäft zu werden. Bei tiramizoo haben die technische Lösung und das Verständnis für die lokalen Logistik-Märkte überzeugt.

Die Höhe des Investments ist nicht bekannt. Neben Shell und Daimler sind auch DPD Deutschland, die Bayerische Beteiligungsgesellschaft und Bayern Kapital als Gesellschafter mit an Bord. Die DPD Dachgesellschaft GeoPost hat interessanterweise fast zeitgleich bekanntgegeben, dass der Französische Same Day Delivery Arbeiter Stuart übernommen wird.

Bild: tiramizoo (alle Rechte vorbehalten)

Paketdienst Hermes stockt bei Liefery auf

Liefery bietet in vielen Deutschen Städten einen Same Day Delivery Service an und arbeitet mit online Shops, wie Amazon und Zalando zusammen. In einer weiteren Finanzierungsrunde erhält das Unternehmen weiteres Geld von Hermes Germany.

Hermes ist schon seit 2015 an Liefery beteiligt und möchte mit dem Investment weitere Wachstumsfelder jenseits des traditionell betriebenen Paketgeschäfts erschließen.

Hermes übernimmt Mehrheit an Liefery

Hermes wird durch die erneute Kapitalerhöhung Mehrheitseigentümer von Liefery, die Gründer bleiben weiterhin maßgeblich am Unternehmen beteiligt. Das Unternehmen soll von den Gründern eigenständig weitergeführt werden. Die Kooperation zwischen Liefery und Hermes soll in der Zukunft enger sein, um gemeinsam innovative Lösungen für die letzte Meile zu entwickeln. Die Höhe des Investments wurde nicht kommuniziert.

Umsatz im letzten Jahr start gestiegen

Liefery hat in den letzten Monaten ein rasantes Wachstum verzeichnet. Im Jahr 2016 konnte der Umsatz durch Paketzustellungen verzehnfacht werden. Ein Großteil dürfte von der Partnerschaft mit Amazon kommen. Außerdem arbeitet das Startup mit Shops wie Gravis, Depot oder Zalando zusammen. Immer mehr Online-Shops setzten auf Kurierdienste für Same Day Delivery oder Retoure, um den Kunden ein noch besseres Kauferlebnis zu ermöglichen.

Auch der Bereich Lieferung von Lebensmittel entwickelt sich gut und es konnte eine starke Position auf dem Markt erreicht werden. Das Startup soll pro Monat bereits mehr als 500.000 Sendungen insgesamt ausliefern. Ein Netzwerk an 3500 Kurieren ist in mehr als 60 Städten in Deutschland und Österreich aktiv.

Mit dem Investment will das Unternehmen die Software weiterentwickeln und verstärkt im Ausland aktiv werden. Vor allem die Technologieplattform, die Kuriere, Einzelhändler, Lager und Endkunden transparent vernetzt, soll weiter ausgebaut werden. Eine ausgereifte Technologielösung ist für das Unternehmen wichtig, um eine hohe Kundenzufriedenheit zu erzielen.

Shell investiert in Mitbewerber

Das erneute Investment von Hermes in Liefery ist nicht die einzige Neuigkeit aus dem Same Day Delivery Bereich. Tiramizo hat bekanntgeben, dass Shell Technology Ventures in den Spezialisten für taggleiche Lieferungen investiert hat. Die Französische GeoPost hat den Same Day Delivery Anbieter Stuart übernommen.

Bild: Liefery (alle Rechte vorbehalten)

Lyft plant Lieferservice

Lyft entwickelt anscheinen einen Lieferservice. Bisher bietet das amerikanische Unternehmen nur einen Fahrdienst an, ein Kurierdienst gehört bisher noch nicht zum Angebot. Intern hat das Unternehmen deswegen mit Spannungen zu kämpfen.

Weiteres Standbein vs. weniger Fokus

Der Unternehmenschef John Zimmer sieht darin die Möglichkeiten, um das Unternehmen weiter  zu diversifizieren und unabhängiger vom Ridesharing-Angebot zu machen. Einige seiner Manager wollen den Plan aber nicht unterstützen, da es vom eigentlichen Ziel ablenkt. Das Ziel von Lyft ist es, einen wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Fahrdienst abzubauen. Die Führungspersonen von Lyft befürchten, dass Gelder und Fokus von dem Ridesharing-Service abgezogen werden und in das neue Angebot gesteckt werden.

Start noch unklar

Bisher ist noch nicht klar, wann Lyft den Service starten möchte. Auch mit einem Kurierdienst würde sich Lyft in einem umkämpften Markt befinden. Anderes Startups, wie Postmates und UberRush sind bereits in dem Bereich aktiv. Außerdem besteht Konkurrenz durch etablierte Kurierdienste und Lieferservices. Uber, der größte Konkurrent von Lyft, bietet schon einen Lieferservice an. Um UberRush ist es eher ruhig, UberEATS hingegen wird aggressive vorangetrieben.

Kooperation mit Restaurant-Plattformen

Lyft könnte zum Start mit den Essenlieferdiensten GrubHub und Eat24 zusammenarbeiten, um einen Fuß in die Tür zu bekommen. GrubHub und Eat24 arbeiten mit Restaurants zusammen, die über eigene Fahrer verfügen. Der neue Lieferdienst von Lyft kann hier eine Ergänzung sein, um die Nachfrage in Stoßzeiten abzudecken. Alternativ können die Restaurants ihre Flotte abschaffen und auf den Lyft Service setzen.

Lieferservice: umkämpfter Markt

Der Markt der Lieferdienste ist umkämpft. Einige Anbieter fokussieren sich dabei ebenfalls auf Lieferservices für Essen und Restaurants. Für Postmates ist es laut eigener Aussage extrem schwer gewesen, die letzte Finanzierungsrunde einzusammeln. Auch der Essenlieferdienst Deliveroo scheint Schwierigkeiten gehabt zu haben, genügend Geld einzusammeln.

Lyft ist nur in den USA aktiv und wird von namenhaften Investoren unterstützt. Neben General Motors ist auch die chinesische Plattform Didi Chuxing an der Ridesharing-Plattform beteiligt.

Bild: Kārlis Dambrāns (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lieferdienst Tok Tok Tok aus Frankreich an Just Eat verkauft

Tok Tok Tok aus Frankreich verkauft seine Technologie und somit konsolidiert sich der Markt der on-demand Lieferservices weiter. Bisher mussten Pronto und Take Eat Easy im Restaurant-Bereich aufgeben. Auch der on-demand Textilreinigungsservice Washio hat seinen Betrieb eingestellt und die Kundenbasis an den Konkurrenten Rinse verkauft.

Tok Tok Tok mit Postmates vergleichbar

Jetzt trifft es auch das französische Lieferstartup Tok Tok Tok, das in mehreren europäischen Städten einen on-demand Lieferservice angeboten hat. Tok Tok Tok ist mit Postmates vergleichbar. Der Fokus liegt auf der Auslieferung von Gerichten, die innerhalb einer Stunde nach Auftragseingang ausgeliefert werden. Das Unternehmen stellt seinen Betriebt ein und verkauft seine Technologie an einen führenden Anbieter. Es ist zwar nicht offiziell verkündet worden, wer der Käufer ist, laut TechCrunch handelt es sich dabei aber um Just Eat.

Tok Tok Tok wurde bereits 2013 gegründet und hatte bisher nur eine Seed-Finanzierung in Höhe von 2 Mio. US$ eingesammelt.

Konkurrenz durch Deliveroo und UberEats

Just Eat konzentriert sich bisher vorwiegend auf die Vermittlung von Aufträgen an Restaurants mit eigenen Lieferfahrern. Durch das Wachstum von Deliveroo und UberEats, die beide auf eigene Lieferflotten setzten, steigt auch der Druck auf Just Eat, in diesem Bereich tätig zu werden, um weitere Kundengruppen zu erreichen. Entweder nutzt Just Eats die Technologie, um einen Service mit eigenen Fahrern weiter auszubauen, oder um das Angebot für Restaurants mit Fahrern zu verbessern. Die technische Lösung von Tok Tok Tok soll ausgreift und anspruchsvoll sein.

Auch Mitbewerber experimentieren

Auch der Wettbewerber TakeAway experimentiert mit der Technologie für einen Lieferservice mit eigenen Fahrern. Über die deutsche Tochter Lieferando wurden die Überbleibsel inklusive Technologie von Food Express übernommen. Food Express wurde von Delivery Hero finanziell unterstützt, aber dann abrupt fallengelassen. Danach musst das Unternehmen in die Insolvenz gehen und war auf der Suche nach einem Käufer.

Bild: TokTokTok (alle Rechte vorbehalten)

Uber öffnet UberRUSH API für jeden Entwickler

Uber öffnet den UberRUSH Lieferservice per API für jeden Entwickler. Über die API kann der on-demand Lieferservice in jeden beliebigen Service integriert werden, der  auf eine Transportkomponente angewiesen ist.

Der same-day Lieferservice wird von Uber schon seit einiger Zeit entwickelt und das Unternehmen hat erheblich Zeit und Geld in die Entwicklung investiert. UberRUSH wurde zuerst in NewYork getestet und dann im Oktober 2015 offiziell gestartet. UberRUSH bietet einen same-day Lieferservice, die Lieferung erfolgt entweder über einen normalen Uber-Fahrer oder durch einen Fahrradkurier. Am Anfang war es ein normaler Kurierdienst, im Januar 2016 wurde dann eine API veröffentlicht, mittels derer ausgewählte Händler den Service in die App und Website integrieren konnten. Die API wurde jetzt für jeden Entwickler geöffnet, so dass der Transportservice in jede beliebige App integriert werden kann. Die Unternehmen, die den Service integrieren können auf einen verlässlichen Zustelldienst für die letzte Meile vertrauen und müssen sich nicht selber um den Transport mittels eigener Fahrer kümmern.

Uber kombiniert mit den selben Fahrern den Personentransport und die Auslieferung der Waren. Ein Uber Fahrer kann zum Beispiel ein Paket abholen und danach einen Passagier aufnehmen. Der Passagier wird dann zuerst an sein Ziel gebracht, danach wird das Paket zugestellt. Für die Uber-Fahrer erhöht sich so die Auslastung und auch der Umsatz.

UberRUSH konkurriert unter anderem mit dem Liefer-Startup Postmates. Das Unternehmen, das von einem Deutschen in San Francisco mitgegründet wurde, bietet auch eine technische Lösung, die direkt in die Apps und Webshops von Händlern integriert werden kann. Postmates hat sich am Anfang auf die Lieferungen von Restaurants konzentriert. Mittlerweile gehören auch einige Non-Food Unternehmen zu den Kunden von Postmates.

Erst in der letzten Woche wurde bekannt, dass Uber 3.5 Milliarden US$ an Finanzierung vom Staatsfond aus Saudi-Arabien erhalten hat. Damit hat das amerikanische Unternehmen genügend finanzielle Mitte, um UberRUSH entsprechend weiterzuentwickeln.

Bild: Uber.com (alle Rechte vorbehalten)

Kurznachrichten: Postmates startet Abo

On-Demand News: Postmates mit mehr als 1 Mio. Lieferungen pro Monat. Shyp reduziert Belegschaft auf dem Weg zur Profitabilität. Instacart versucht sich als profitabel zu verkaufen.

Postmates startet Abo und knackt 1 Mio. Orders pro Monat

Das amerilkanische on-demand Lieferstartup Postmates hat erstmals mehr als 1 Mio. Bestellungen pro Monat ausgeliefert. Außerdem hat das Unternehmen das Abo Plus Unlimited gestartet. Nutzer können 9.90 US$ im Monat zahlen und erhalten damit alle „Plus“ Bestellungen über 30 US$ ohne weitere Liefergebühr zugestellt. Voraussetzung ist, dass der Händler teil des Händlerprogramms von Postmates ist. Postmates fokussiert sich auf Lieferungen von lokalen Händlern, in den letzten 15 Monaten wurden Waren in Wert von 350 Mio. US$ von Postmates Fahrern ausgeliefert.

Für das Unternehmen ist das Unlimited Plus Angebot Teil der Strategie, um den Service für Jedermann zugänglich zu machen. Nutzern soll ermöglicht werden, den Same-day Delivery Service zu günstigen Konditionen regelmäßig in Anspruch nehmen zu können. Um mit dem Angebot auch Geld zu verdienen, ist Unlimited Plus auf Bestellungen mit einem Warenwert von mehr als 30 US$ beschränkt. Postmates erhält von den Händlern im Schnitt 20% Provision. (via Techcrunch)

Shyp feuert 8% der Mitarbeiter

Das on-demand Startup Shyp feuert 8% seiner Mitarbeiter, damit das Unternehmen dieses Jahr profitabel werden kann. Es müssen Angestellte aus mehreren Bereichen gehen, darunter auch Fahrer und Kuriere. Shyp liefert Pakete und Waren on-demand. Dabei übernimmt Shyp auch das Verpacken der Lieferungen. Die Ware wird beim Kunden oder im Geschäft abgeholt, verpackt und dann zugestellt. (via Venturebeat)

Instacart ist profitabel, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen

Instacart versucht die Skepsis zu zerstreuen, die in den letzten Monaten im Zusammenhang mit Geschäftsmodell von Instacart aufgekommen ist. Instacart Manager Jeremy Stanley versucht zu erklären, dass Instacart unter bestimmte Bedienungen profitabel ist.

Instacart ist in einigen Städten auf Orderlevel profitabel. In 10 von 19 Städten wird mit der durchschnittlichen Bestellung Geld verdient. In den anderen 9 Städten wird eine schwarze Null geschrieben oder es fallen noch Verluste pro Order an. Betrachtet man nur den Umsatz und die Ausgaben für Operations, dann ist Instacart profitabel. Diese Kennzahl beinhaltet aber nicht die Kosten für die IT-Entwicklung und Marketing. Der Umsatz hat sich seit Januar 2015 anscheinend versechsfacht. Damals wurde Instacart nachgesagt, auf einen Umsatz von 100 Mio. US$ zu kommen. (via Businessinsider)

Bild: Matthew Scott (bestimmte Rechte vorbehalten)

On-Demand Startups und Scheinselbstständigkeit

Viele der Liefer- und on-demand Startups müssen die Entscheidung treffen, ob die Fahrer und Kuriere mit Arbeitsverträgen fest eingestellt werden oder ob sie als Selbstständige engagiert werden. In Deutschland arbeitet unter anderem das Lieferstartup Deliveroo mit selbständigen Fahrern, der Konkurrent Foodora setzt hingegen vorwiegend auf angestellte Fahrer. Beruht ein Geschäftsmodell auf dem Einsatz von selbstständigen Fahrern, dann besteht die Gefahr der Scheinselbstständigkeit.

Es existiert ein Kriterienkatalog, den jedes on-demand und Lieferstartup durchgehen sollte, um eine Entscheidung treffen zu können, ob das Risiko vertretbar ist, selbstständige Fahrer einzustellen. Folgende drei Kriterien dürften bei on-demand und Lieferstartups eine besonders wichtige Stellung bei einer Überprüfung durch die Rentenversicherungskasse haben.

Freie Auftragsgestaltung

Das Risiko lässt sich reduzieren, wenn die selbstständigen Auftragnehmer frei darüber entscheiden können, ob sie einen einzelnen Auftrag annehmen oder ablehnen. Auftragnehmer müssen in der Lage sein, einen bereits angenommenen Auftrag wieder abgeben zu können. Engmaschige Kontrollen und Vertragsstrafen bei Auftragsablehnung sind ebenso kritisch anzusehen.

Weisungsgebundenheit

Kritisch ist das Vorhandensein von detaillierten Qualitätsrichtlinien, bzw. Handbüchern. Sollte den frei angestellten Fahrern detaillierte Vorgaben zur Auftragsdurchführung, Ort und Zeit gemacht werden, spricht viel für eine bestehende Eingliederung in die Arbeitsorganisation und somit für sozialversicherungspflichtige Angestellte. Es sollten auch keine Anweisungen bezüglich des Erscheinungsbildes gegeben werden. Das könnte dazu führen, dass selbstständige Auftragnehmer als sozialversicherungspflichtig eingestuft werden.

Arbeiten für mehrere Auftraggeber

Entscheidend ist, dass selbstständige Fahrer für mehrere Auftraggeber tätig sind. Die Faustregel sagt, dass ein Auftragnehmer min 20% des Umsatzes mit einem anderen Auftraggeber erwirtschaften muss. Letztendlich liegt das in der Hand des Auftragnehmers, dafür zu sorgen. Als Startup kann man dieses Risiko reduzieren, in dem man selbstständigen Auftragnehmern nur so viele Aufträge gibt, das davon auszugehen ist, dass sie noch andere Auftraggeber haben, um genügend Umsatz für den Lebensunterhalt zu erwirtschaften.

Welches Risiko ist gegeben?

Das Risiko ist gegeben, dass die Rentenversicherungskasse bei einer Prüfung erstmal entscheidet, dass es sich bei den selbstständigen Fahrern um sozialversicherungspflichtige Angestellte handelt. Die Folge ist, dass innerhalb kurzer Zeit der nachberechnete Beitrag für die Sozialversicherung usw. gezahlt werden muss. In einem meist jahrelang dauernden Rechtsstreit kann der Betrag wieder zurückgewonnen werden. Sollte ein Startup Unternehmen den Einsatz von selbstständigen Fahrer in Betracht ziehen, ist es Anzuraten, dass gleichzeitig Rücklagen gebildet werden, um im Falle einer nicht Bestandenen Prüfung durch die Rentenversicherungskasse die Mittel zur Verfügung zu haben, um die Nachforderung begleichen zu können. In manchen Fällen könnten auch die Geschäftsführer strafrechtlich belangt werden, wenn ein Unternehmen wegen Scheinselbstständigkeit belangt wird.

Bild: Bild: Sidecar (alle Rechte vorbehalten)