Tag Archives: selbstfahrende Fahrzeuge

Autonomes Fahren: Nvidia, ZF und Hella arbeiten zusammen

Ein weiteres Konsortium an Zulieferern zeichnet sich ab, die gemeinsam Technologien für autonomes Fahren entwickeln wollen. Die Zulieferer ZF und Hella haben sich mit dem Chip Hersteller Nvidia zusammengetan, um ein eigenes System für vollautomatisiertes Fahren zu entwickeln, dass den Standards der NCAP entspricht. NCAP beschäftigt sich mit der Sicherheit von Fahrzeugen und führt unter anderem die Crash Tests durch.

Euro NCAP berücksichtigt demnächst kameragestützte Assistenzfunktionen

Mit einem ersten gemeinsamen Projekt zielen die Partner auf einen aktuellen Markttrend: Künftig wird die höchste Sicherheitsbewertung gemäß Euro NCAP auch von kameragestützten Assistenzfunktionen abhängen. Dadurch wird absehbar der Bedarf nach Frontkameras für alle Fahrzeugsegmente steigen. ZF und Hella werden Automobilherstellern ein gemeinsames Produkt anbieten, dessen Entwicklung unmittelbar gestartet und dessen Serienstart für 2020 erwartet wird. ZF bringt die Hardware sowie sein System- und Integrations-Know-how ein, HELLA steuert mit seinem Tochterunternehmen HELLA Aglaia Mobile Vision die Kompetenz für leistungsfähige und serienerprobte Bilderkennungssoftware und Applikationsentwicklung bei.

Hella liefert die Sensoren 

Hella wird also die Kameras, Radarsensoren und andere Systeme für das Technologiepaket entwickeln. ZF ist einer der führenden Zulieferer der Automobilindustrie und will sich als Systemintegrator positionieren. Nvidia soll dabei helfen, die Sensordaten zu verarbeiten und mit künstlicher Intelligenz auszustatten. In den nächsten Jahren soll das System mit Level 3 Eigenschaften auf den Markt kommen. Eine Weiterentwicklung auf Level 4 oder 5 ist wahrscheinlich, schon allein deshalb, weil Level 3 Eigenschaften bei Experten umstritten sind. Bei Level 3 kann der Fahrer die Kontrolle übergeben, muss aber stets bereit sein, in Bestimmten Situationen einzugreifen.

Konzerne und Hersteller entwickeln gemeinsam

In der letzten Zeit haben sich mehrere Partnerschaften zwischen Zulieferern untereinander und Herstellern und Zulieferern gebildet. Zum Beispiel arbeitet BMW mit Intel, Mobileye, Continental und Delphi zusammen, um Systeme für autonomes Fahren zur Serienreife zu entwickeln. Nvidia arbeitet auch mit Bosch und Daimler zusammen. Dabei fällt auf, dass Chiphersteller wie Intel und Nvidia eine wichtige Rolle in der Welt der Automobilindustrie von morgen einnehmen werden. Konkurrenz kommt auch von Technologiekonzernen, wie Apple oder Google.

Bild: Nvidia (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Autos: Zoox jetzt 1.5 Milliarden US$ wert

Das Startup Zoox arbeitet im Stealth Mode an einem selbstfahrendem Auto, das in den nächsten fünf Jahren zur Marktreife entwickelt werden soll. Bisher ist noch nicht viel über das Fahrzeug an die Öffentlichkeit gelangt, trotzdem scheint das Interesse von Investoren an dem Startup groß zu sein. In einer letzten Finanzierungsrunde sind weitere 50 Mio. US$ in Zoox geflossen, die Bewertung stieg auf 1.55 Milliarden US$. Das Geld kommt diesmal von Composite Capital, einem Fond aus Hongkong.

Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 2014 von dem Australier Tim Kentley-Klay und Jesse Levinson. Tim Kentley-Klay ist Unternehmer und Designer. Jesse Levinson war zuvor an der Stanford University. Dort war er Teil der Forschungsgruppe, die sich mit selbstfahrenden Autos beschäftigt hat. Insgesamt sind zuvor 240 Mio. US$ in Zoox investiert worden, die Bewertung lag dabei bei einer Milliarde US$.

Mehr als ein Roboter Taxi

Das Startup möchte viel mehr entwickeln, als ein selbstfahrendes Auto, das auf Vermittlungsnplattfomen eingesetzt wird. Um dieses Ziel zu erfüllen, wurden Experten von Tesla, Apple, Alphabet und weiteren Technologie- und Autokonzernen abgeworben. Das Fahrzeug soll die Umgebung verstehen und von sich aus wissen, wohin der Fahrgast möchte, was er während der Fahrt machen möchte und wie er sich durch die Stadt bewegen will.

Starke Konkurrenz für Zoox

Zoox ist nicht das einzige gut finanzierte Unternehmen, dass sich mit selbstfahrenden Autos entwickelt. Google beschäftigt sich mit der Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen. General Motors hat Cruise übernommen, um schneller in der Entwicklung zu sein. Uber hat erkannt, dass autonome Fahrzeuge eine Bedrohung für das jetzige Geschäftsmodell darstellen und investiert deshalb selbst kräftig. Seit kurzem werden die ersten autonomen Fahrzeuge in Pittsburgh getestet. Nutonomy ist in Singapur mit einem Pilotprojekt gestartet. In den nächsten fünf Jahren werden wir die ersten Flotten vollautonomer Fahrzeuge auf den Straßen sehen, Zoox will mit dabei sein.

Bild: Zoox (alle Rechte vorbehalten)

BMW, Toyota und die Allianz investieren in Nauto, ein Startup für autonomes Fahren

Das Startup Nauto, das Technologien für die Überwachung von Fahrzeugen und später auch für selbstfahrende Autos entwickelt, hat eine Finanzierung von namenhaften Konzernen eingesammelt. Die Unternehmen BMW, Toyota und Allianz Group haben eine Summe in unbekannter Höhe in das Startup investiert. Das Startup wird außerdem eng mit den Investoren zusammen arbeiten und die erhobenen Daten teilen.

Es ist nicht bekannt, welche Summe die Konzerne in der erweiterten Finanzierungsrunde in das Startup investiert haben. BMW ist mit BMW iVentures eigestiegen, Toyota ist über das Toyota Research Institute beteiligt und Allianz über Allianz Ventures. Entscheidender dürfte für Nauto die Zusammenarbeit mit den Konzernen sein. Zuvor hat Nauto eine Finanzierung in Höhe von 12 Mio. US$ eingesammelt. Das Unternehmen wurde im Jahr 2015 von CEO Stefan Heck und CTO Frederick Soo gegründet. Nauto entwickelt ein System bestehend aus Kameras, Bewegungssensoren und GPS Systemen das mit einer komplexen Software inklusive künstlicher Intelligenz ausgestattet ist. So wird überwacht, was sich außerhalb und innerhalb des Fahrzeugs abspielt.

Bis der Fahrer ganz ersetzt werden kann, wird dieser über gefährliche Situationen alarmiert und dabei unterstützt, Unfälle zu vermeiden. Das System verfügt über mehrere Kameras, die automatisch aufnehmen, wenn sich ein Unfall oder eine gefährliche Situation anbahnt. Im Falle eines Unfalls können die Aufnahmen genutzt werden, um die Schuldfrage zu klären. In einigen Ländern müssen dafür aber erst die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Der Fahrer kann das Nauto System auch absichtlich aktivieren, um Situationen im Fahrzeug aufzuzeichnen. Das ist vor allem für Taxifahrer und Fahrer von Mitfahrplattformen interessant, die öfters unbequeme Fahrgäste im Fahrzeug haben dürften. Im Falle eines Alarms wird ein Flotten- oder Fahrermanager alarmiert, der über einen Live-Stream das Geschehen mitverfolgen kann.

Am Anfang sind professionelle Fahrer die Zielgruppe von Nauto. Die Daten sollen genutzt werden, um für mehr Sicherheit zu sorgen und um Schäden schneller aufzuklären. Das System soll mit der Zeit weiterentwickelt werden und selbst dazu lernen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Vorteile und die vom Nauto-System gesammelten Daten in die Entwicklung von selbstfahrenden Autos einfließen und diese beschleunigen. Das Toyota Research Institute geht davon aus, dass erst Daten von mehreren Milliarden Fahrtkilometern gesammelt werden müssen, bevor die kritischen Punkte im Bezug auf die Sicherheit von selbstfahrenden Fahrzeugen vollkommen verstanden sind.

Nauto verfügt schon über einige Kunde aus den Bereichen Transportwesen, Logistik, und Personenbeförderung. Auch Uber und Lyft Fahrer interessieren sich für das System, bisher gibt es aber noch keine Partnerschaft zwischen dem Startup und einer der führenden Fahrdienst-Plattformen.

Lyft prognostiziert: Fahrzeugbesitz wird sich bis 2025 drastisch reduzieren

In einem langen Blog Post hat Lyft-Präsident John Zimmer seine Vision für die nächsten zehn Jahre der Automobil- und Fahrdienstindustrie dargelegt. Zimmer bezeichnet die Entwicklung und um selbstfahrende Autos als dritte Revolution des Transportbereichs. Die erste Revolution war die Entwicklung der Eisenbahn, die zweite Revolution der Einzug des individuellen Fahrzeugbesitzes. Die Entwicklung geht weg von individuellem Fahrzeugbesitz und hin zu günstigen Transportdienstleistungen basierend auf selbstfahrenden Autos und Apps. Im Jahr 2025 wird sich in Großstädten laut Plan von Zimmer und Lyft keiner mehr ein eigenen Fahrzeug zulegen.

In drei Phasen zu einer Welt ohne Autobesitz

Lyft will dieses Ziel in drei Phasen erreichen. In der ersten Phase will Lyft teil-autonome Fahrzeuge auf seine Fahrdienst-Plattform bringen, die eine festgelegte Route abfahren. Grund dafür ist unter anderem, dass es noch kein Kartenmaterial gibt, das gut genug ist, um selbstfahrenden Autos weitläufig fahren zu lassen. Detailliertes Kartenmaterial ist zwingend erforderlich, damit die selbstfahrenden Fahrzeuge unfallfrei durch die Stadt navigieren können.

In einer zweiten Phase werden die Fahrzeuge in der Lage sein, flexibel zu navigieren und auch abseits vordefinierter Routen unterwegs sein. Dabei wird die Geschwindigkeit noch bei etwa 40 Kmh gedrosselt sein. Mit fortschreitender Softwareentwicklung, werden die Fahrzeuge auch schneller unterwegs sein können.

Individueller Fahrzeugbesitz wir der Vergangenheit angehören

Die dritte Phase beginnt dann ab dem Jahr 2021. Von da an werden die Lyft-Fahrten von selbstfahrenden Fahrzeugen durchgeführt. Ab diesem Zeitpunkt wird auch der individuelle Fahrzeugbesitz einen Einbruch erleben. Zimmer geht davon aus, dass bis zum Jahr 2025 der individuelle Fahrzeugbesitz in amerikanischen Großstädten der Vergangenheit angehört.

Lyft hat das erste mal seit dem Einstieg von General Motors vor fast einem Jahr über seine Pläne für selbstfahrend Fahrzeuge gesprochen. Unklar ist, ob die Veröffentlichung mit GM abgesprochen wurde. Lyft sagt voraus, dass individueller Fahrzeugbesitz verschwinden wird. GM geht davon aus, dass auch in Großstädten der individuelle Fahrzeugbesitz weiterhin eine große Rolle spielt. Ähnlich sieht es auch Tesla, der neue Masterplan sieht eine Verschmelzung von individuellem um geteilten Fahrzeugbesitz. Auch Bewohner von Städten werden über das Jahr 2025 noch Fahrzeuge besitzen, haben aber die Möglichkeit, diese über etablierte Plattformen zu teilen.

Menschliche Fahrer in den nächsten 10 Jahren

Bis es soweit ist, wird Lyft in den nächsten 10 Jahren weiterhin menschliche Fahrer einsetzten, um die Fahrtanfragen der Nutzer durchzuführen. In den nächsten 5 Jahren geht Lyft von einem wachsenden Bedarf an Fahrern aus. Die Logik dahinter: Durch den Einsatz von selbstfahrenden Autos gehen die Kosten pro Fahrt nach unten und die Nachfrage nach oben. Da nur ein Teil der Fahrten mit Roboter-Autos durchgeführt werden können, werden weitere Fahrer benötigt, um die Nachfrage zu bedienen. Am Anfang werden auch Fahrer in den selbstfahrenden Autos platziert werden, um im Notfall das Steuer übernehmen zu können. Langfristig möchte Lyft auch weg von der Bezahlung pro Fahrt. Es sollen Abonnements entwickelt werden, wie man es heute schon von den Monatsabos für den öffentlichen Nahverkehr her kennt. Wer über kein Monatsabo oder Kilometerpaket kann weiter pro Fahrt bezahlen.

Mehr Platz für Wohnraum und Stadtentwicklung

Neben günstigeren Fahrpreisen gibt es laut Zimmer weitere Vorteile, wenn selbstfahrende Autos eingesetzt werden und individueller Fahrzeugbesitz nicht mehr angesagt ist. Das Stadtbild wird sich verändern, da riesige Flächen frei werden, die im Moment durch parkende Autos und Parkplätze blockiert sind. Bis diese sinnvoll genutzt werden, wird es aber bestimmt noch Jahrzehnte dauern.

Der Artikel von Lyft folgt, nachdem in den letzten Wochen viel über Fahrdienste mit selbstfahrenden Fahrzeugen berichtet wurde. Lyft möchte nicht in Vergessenheit geraten und wahrscheinlich auch von der Diskussion um die Verkaufsgerüchte ablenken. Das Startup nuTonomy testet seit ein paar Wochen selbstfahrenden Taxis in einem kleinen Gebiet in Singapur. Uber hat in der letzten Woche medienwirksam die erste Flotte von selbstfahrenden Autos in Pittsburgh auf die Straße geschickt.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Grab bestätigt Finanzierung und testet selbstfahrenden Autos

Der Fahrdienstanbieter Grab aus Südostasien hat bestätigt, dass eine Finanzierung in höhe von 750 Mio. US$ eingesammelt wurde. Die Ridesharing Plattform  gehört zu einem der stärksten Konkurrenten von Uber in Asien. Das Geld kommt hauptsächlich von bestehenden Investoren, angeführt von SoftBank. Es ist auch davon auszugehen, dass die sich Didi Chuxing an der Runde beteiligt hat.  Nach der Finanzierungsrunden wird Grab mit 3 Milliarden US$ (ca. 2.7 Milliarden Euro) bewertet.

Das Unternehmen ist bisher in sechs Ländern in Südostasien aktiv und hat zuvor 350 Mio. US$ eingesammelt. Grab wollte bis zu einer Milliarde US$ in der jetzt abgeschlossenen Runde einsammeln, letztendlich wurde das Ziel nicht erreicht. Das Unternehmen gibt an, dass es 1 Milliarde US$ auf dem Bankkonto hat.

400.000 Grab Fahrer und viele Fahrgäste

Mittlerweile verfügt das Unternehmen über 400.000 registrierte Fahrer und die App wurde mehr als 21 Mio. mal heruntergeladen. Pro Tag werden bis zu 1.5 Mio. Buchungsanfragen getätigt. Wie viele davon auch wirklich durchgeführt werden, ist nicht bekannt.

Grab CEO Anthony Tan will das Geld nutzen, um die Position in Asien zu stärken. Es ist davon auszugehen, dass Uber nach dem Verkauf von Uber China an Didi verstärkt in Südostasien aktiv werden wird. Da ist es für Grab wichtig, genügend Geld zur Verfügung zu haben und sich in eine starke Position zu bringen. Fokus liegt dabei auch auch Indonesien. Grab schätzt den Markt für on-demand Fahr- und Lieferdienste in Indonesien auf 15 Milliarden US$ pro Jahr. Das umfasst auch Fahrdienste, die mit Motorrädern angeboten werden und Logistik und Essenlieferdienste.

Fahrdienst und Bezahldienst

Neben den Fahr- und Lieferdiensten will Grab auch seine Position als Anbieter von Bezahlsystemen stärken. Das in-App Bezahlsystem GrabPay kann auch von Drittanbietern mit eingebunden werden und soll vor allem in Indonesien weiter ausgebaut werden.

Selbstfahrende Taxis: Kooperation mit NuTonomy

Das Thema selbstfahrende Fahrzeuge darf natürlich auch bei Grab nicht fehlen. Uber testet bereits selbstfahrende Autos in Pittsburgh, Lyft spricht zumindest schon mal öffentlich über seine Pläne, da muss auch Grab mithalten können. Das Startup nuTonomy testet seit ein paar Wochen autonome Taxis in Singapur. Jetzt haben die beiden Unternehmen eine Kooperation vereinbart.

NuTonomy verfügt zwar über eine eigene App für die Buchung der Fahrzeuge, die Kooperation mit Grab ermöglicht aber einen Zugang zu einer größeren Kundengruppe. Außerdem können die von Grab gesammelten Karten- und Bewegungsdaten für die Weiterentwicklung bei nuTonomy hilfreich sein.

Ausgewählte Grab Nutzer können über die Funktion “Robo-Car” ein selbstfahrendes Auto im Bezirk One North buchen. Die Fahrt wird für den Nutzer kostenlos sein, an Board befinden sich Außerdem immer ein Fahrer und ein Spezialist, der die IT-Systeme überwacht und mehr darüber erfahren möchte, wie die Fahrgäste auf die autonomen Fahrzeuge reagieren. Das Unternehmen will die Erfahrungen für die Entwicklung des eigenen Fahrdienstes nutzen, der 2018 starten soll.

In 15 Jahren vorwiegend Roboter-Taxis

Selbstfahrende Autos gelten als Zukunft der Fahrdienste. Innerhalb der nächsten 10 – 15 Jahre werde keine Fahrer mehr benötigt und die Carsharing und Ridesharing-Angebote verschmelzen. Singapur unterstützt Projekte, die sich mit selbstfahrenden Fahrzeugen befassen. Singapur erhofft sich dadurch einen Schub für die Wirtschaft und eine Reduzierung des individuellen Fahrzeugbesitzes.

Bild: Grab (alle Rechte vorbehalten)

Apple will sich an McLaren beteiligen

Medienberichten zufolge will sich der Technologiekonzern Apple an dem Hersteller für Renn- und Luxusfahrzeuge McLaren beteiligen oder komplett übernehmen. Bisher hat sich Apple vorwiegend auf die Entwicklung von Software und Hardware im Computer- und Kommunikationsbereich konzentriert. Berichte, dass Apple bis zum Jahr 2020 ein eigenes selbstfahrendes Auto mit Elektroantrieb auf der Straße haben möchte, existieren sei einiger Zeit. McLaren hat den Plänen erstmal widersprochen, von Apple gab es keinen Kommentar.

Investment oder Übernahme

Bisher war wenig über mögliche Partner für die Entwicklung und Produktion der möglichen Apple Fahrzeuge bekannt. Das änder sich sich mit den Berichten über eine mögliche Kooperation mit McLaren Die Meinungen schwanken zwischen einem möglichen Investment von Apple in McLaren und einer Übernahme. Es gibt auch Gerüchte, dass sich Apple an Lit Motors beteiligen möchte, da das Unternehmen über interessante Patenten für Technologien verfügt, die für selbstfahrende Autos interessant sind. Lit Motors entwickelt Kabinenroller, die sich selbst stabilisieren.

Entwicklungszentrum und Formel 1

McLaren ist in Großbritannien angesiedelt und entwickelt Supersportwagen, betreibt sein eigenes Formel 1 Team und verfügt über ein Technologie-Entwicklungszentrum. McLaren gilt Innovator in der Automobilindustrie, da bei der Komponentenentwicklung neue Wege gegangen werden. Technologien, die für den Formel 1 Sport entwickelt wurden, werden auch bei den straßentauglichen Fahrzeugen verwendet. Apple dürfte eher an den Technologien, Patenten und Entwicklungskompetenzen von McLaren interessiert sein, als an den Produktionsanlagen und der bestehenden Modellpalette. McLaren ist ein Nischenhersteller, im letzten Jahr wurden gerade mal 1654 Fahrzeuge produziert. Das passt nicht mit den Ambitionen von Apple zusammen, den Massenmarkt zu erobern.

Tesla als Vorbild?

Der Technologiekonzern könnte sich auch Tesla als Vorbild genommen haben. Tesla und Lotus haben sich 2004 zusammengetan und die Erfahrungen über Projektmanagement, Fahrzeugproduktion und sicherheitsrelevante Themen gebündelt. Das Ergebnis war der Tesla Roadster, der auf der Lotus Elise basiert. Der Roadster hat den Weg für das Tesla Model S bereitet. Die Erfahrungen aus der Entwicklung und Produktion des Tesla S sind in das Projekt für das Model 3 mit eingeflossen und ermöglichen Tesla somit dein Einstieg in den Massenmarkt. Tesla ist mit einem Nischenmodel gestartet und hat sich in den Massenmarkt vorgearbeitet. Analysten erwarten von Apple eine ähnliche Strategie. Um diese zu verfolgen, würde eine Zusammenarbeit mit McLaren Sinn ergeben.

Apple beschäftigt sich seit einiger Zeit mit der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Mehr als 1000 Mitarbeiter wurde angestellt, um das Projekt Titan voran zu bringen. Apple hat namenhafte Experten von anderen Automobilherstellern und Technologieunternehmen abgeworben. In letzter Zeit gab es Berichte, dass Apple die Ausrichtung des Projekts Titan ändert. Apple soll von den Plänen abgerückt sein, ein komplettes selbstfahrendes Auto zu entwickeln. Fokus soll nach dem Strategieschwenk auf der Entwicklung für Software und Hardware für selbstfahrende Autos andere Hersteller liegen. Einige Hundert Mitarbeiter mussten daraufhin das Unternehmen verlassen. Es ist unbekannt, ob Apple nach dieser angeblichen Strategieänderung weiterhin Interesse an einer Übernahme von McLaren hat.

Bild: FotoSleuth/Flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)

NuTonomy startet selbstfahrende Taxis

Das Unternehmen NuTonomy, ein Spin-Off der Eliteuniversität MIT testet selbstfahrende Taxis in Singpur. Seit heute sind einige autonome Fahrzeuge in der asiatischen Stadt unterwegs. Das Unternehmen kommt somit dem Fahrdienst Uber zuvor, der in der letzten Woche verkündet hat, dass noch vor Ende August selbstfahrende Autos in Pittsburgh getestet werden.

NuTonomy wurde vor drei Jahren gegründet und testet bereits seit längerem selbstfahrende Autos. Ähnlich wie Cruise und Otto entwickelt das Startup Kits, mit denen herkömmliche Autos aufgerüstet werden können.

Limitierter Test ins Singapur

Der Test ist Singapur startet mit limitiertem Umfange. Ausgewählte Nutzer können über eine Smartphone-App die Roboter Taxis bestellen. NuTonomy wird zu Beginn sechs Fahrzeuge betreiben, bis Ende des Jahres soll die Zahl auf 12 Fahrzeuge ansteigen. Bis zum Jahr 2018 soll eine voll autonome Taxi Flotte in Singapur unterwegs sein, um die Zahl der Fahrzeuge auf den verstopften Straßen zu reduzieren. Nicht nur Singapur hat Interesse den dem Modell, auch in anderen Städten könnte dieses Modell ausgerollt werden.

Selbstfahrende Taxis in One-North

Am Anfang sind selbstfahrende Taxis in einem kleinen Gebiet unterwegs sein, ca. 6.5 Quadratkilometer im Stadtteil One-North werden abgedeckt sein. Aus- und Einsteigen wird nur an definierten Adressen möglich sein, eine Nutzung ist erst nach einer Einladung durch nuTonomy möglich. Mehrere Tausend Nutzer sollen den Service testen können.

NuTonomy nutzt Elektrofahrzeuge

Als Fahrzeuge werden modifizierte Renault Zoe und Mitsubishi i-MIEV Modelle eingesetzt. Die Fahrzeuge wurden mit notwendiger Technik und Software aufgerüstet, damit diese autonom fahren können. Es wird immer ein Fahrer mit an Board sein, der im Notfall das Steuer übernehmen kann. Außerdem wird auf dem Rücksitz ein Forscher mitfahren, der die Computer überwacht. Dementsprechend können maximal zwei Fahrgäste gleichzeitig den Service nutzen, für mehr ist kein Platz. Jedes Fahrzeug ist mit sechs Lidar-Systemen ausgestattet. Bei Lidar handelt es sich um eine Art Radarsystem, das auf Lasern basiert. Mit den Lidar Systemen und weiteren Kameras wird die Umgebung überwacht und Hindernisse erkannt.

Die Testphase ist zeitlich nicht begrenzt. Am Anfang wird die Nutzung kostenlos sein, zu einem späteren Zeitpunkt werden die Nutzer dafür bezahlen müssen. Der Service soll in weiteren Städten in Asien, den USA und Europa getestet werden. Dafür gibt es aber noch keinen konkreten Zeitplan.

Großes Interesse der Städte

Autonome Fahrzeuge und smarte Mobilitätslösungen stoßen auf großes Interesse bei den Verkehrsbehörden und Verwaltungen großer Städte. Die meisten Großstädte kämpfen mit einer zu hohen Anzahl an Fahrzeugen, die nicht ausgelastet sind. Die Folge davon sind verstopfte Straßen, Luftverschmutzung und riesige Flächen, die durch Straßen und Parkplätze zugepflastert sind. NuTonomy schätzt, dass die Zahl der Fahrzeuge durch den Einsatz von autonomen Fahrzeugen um Zweidrittel reduziert werden kann. Außerdem sind die Städte an einer dynamischen Mobilitätslösung interessiert, um die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr zu reduzieren. Dabei soll gleichzeitig das Angebot und die Flexibilität aus Kundensicht erhöht werden.

NuTonomy hat als erstes Unternehmen die Genehmigung für den Betrieb von selbstfahrenden Taxi auf den Straßen Singapurs erhalten. Das Startup hat auch Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der lokalen Verkehrsbehörde geschlossen, um das Gebiet der autonomen Fahrzeuge weiter zu erforschen.

Bild: nuTonomy (alle Rechte vorbehalten)

Ford bringt selbstfahrende Autos 2021 auf den Markt

Der Autobauer Ford hat angekündigt, dass bis spätestens 2021 autonome Fahrzeuge auf den Markt kommen werden. Dabei wird es sich bereits um Serienmodelle handeln, die ohne Lenkrad, Pedale und Schalthebel auf den Markt kommen sollen. Die Autos werden als voll autonom klassifiziert, ein Fahrer wird nicht mehr benötigt.

Fokus auf Mobilitätsdienstleistugen

Auf einer Pressekonferenz hat CEO Mark Fields verkündet, dass das Unternehmen nicht mehr ausschließlich ein Autobauer ist, sondern ein Mobilitätsdienstleister. Damit folg der Konzern dem allgemeinen Trend in der Automobilbranche. General Motors positioniert sich spätestens seit dem Einstieg bei Lyft und dem Start von Maven als Mobilitätsdienstleister. Der Volkswagen-Konzern hat nach dem Einstieg bei Gett verkündet, dass sich der Konzern zu einem Dienstleister für Mobilität entwickeln soll.

Ford Mobility Solutions im Silicon Valley

Die selbstfahrenden Autos werden von der Tochter Ford Mobility Solutions entwickelt. Die Aktivitäten im Silicon Valley sollen ausgebaut werden und enge Partnerschaften mit Technologieentwicklern eingegangen werden. Das Entwicklungszentrum von Ford in Palo Alto soll auf etwa 300 Mitarbeiter wachsen, was einer Verdoppelung entspricht. Ford verstärkt seine Anstrengungen im Silicon Valley, da sich dort die Experten für die Entwicklung von selbstfahrenden Technologien leichter finden lassen.

Einsatz auf Sharing-Plattformen

Der Konzern geht nicht davon aus, dass sich der private Fahrzeugbesitz und das Steuern von Fahrzeugen durch Menschen innerhalb von fünf Jahren nach der Einführung der selbstfahrenden Fahrzeuge erledigt hat. Kunden werden weiterhin Interesse daran haben, Fahrzeuge zu kaufen, die sie selber fahren können. Ford sieht die Einsatzmöglichkeiten von autonomen Fahrzeugen als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr und auf Ridesharing-Plattformen. Dementsprechend werden die Fahrzeuge auch zu erst für die Betreiber der Fahrdienste verfügbar sein. Endkunden sollen erst später die Möglichkeit bekommen, die Fahrzeuge zu kaufen.

Im Moment setzen einige Startups und etablierte Konzerne auf diesen Trend. Auch BWM will bis 2021 selbstfahrende Autos auf dem Markt haben.

Bild: Ford Motor Company (alle Rechte vorbehalten)

Uber setzt selbstfahrende Autos ein und kauft Otto

Der Fahrdienst Uber setzt früher als vermutet selbstfahrende Fahrzeuge ein. Schon vor Ablauf diesen Monats sollen selbstfahrenden Volvo SUVs in Pittsburgh zum Einsatz kommen. Außerdem wird das Startup Otto übernommen, das sich mit der Entwicklung von autonomen LKWs befasst.

Uber entwickelt seit Ende 2014 selbstfahrende Fahrzeuge in Zusammenarbeit mit der Carnegie Mellon University in Pittsburgh. Ein Team an Entwicklern, Experten und Mechanikern hat in den letzten eineinhalb Jahren die erste Version an selbstfahrenden Fahrzeugen entwickelt, die jetzt zum Einsatz kommt. Ziel von Uber ist es, die Fahrer so schnell wie möglich durch Roboter Taxis zu ersetzen, um Kosten zu sparen und um günstigere Fahrten zu ermöglichen. Letztendlich soll das Nutzen von Uber günstiger sein, als mit dem eigenen Auto zu fahren.

Test in Pittsburgh

Noch im August will Uber die autonomen Fahrzeuge in Pittsburgh auf die Straße bringen. Über die Uber-App können die Fahrzeuge ganz normal bestellt werden. Am Anfang werden die Fahrten kostenlos sein. Zur Sicherheit muss aber weiterhin ein Fahrer an Board sein, der im Notfall eingreifen kann. Uber ist damit das erste Unternehmen, dass eine Ridesharing Dienst mit selbstfahrenden Autos anbietet. Google und anderen Konzerne haben bisher fahrerlose Autos testweise eigesetzt, aber nicht kommerziell.

Partnerschaft mit Volvo

Zum Eisatz kommen SUVs von Volvo. Die XC90 Modelle wurden mit Sensoren, Kameras, Laser-, Radar- und GPS-Modulen ausgestattet, um die selbstfahrenden Eigenschaften zu ermöglichen. Zu Beginn wird nur eine niedrige Zahl an Fahrzeugen im Einsatz sein, bis Ende des Jahres soll die Zahl auf 100 Fahrzeuge wachsen. Volvo und Uber haben eine Partnerschaft geschlossen und investieren gemeinsam 300 Mio. US$ in die Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Die Partnerschaft mit Volvo ist nicht exklusiv, Uber will mit unterschiedlichen Herstellern zusammenarbeiten. Die Produktion von eigenen Fahrzeugen ist nicht geplant.

Startup Otto gekauft

Neben dem Bekanntwerden der Neuigkeiten über den Einsatz der selbstfahrenden Autos, hat Uber veröffentlicht, dass das Startup Otto übernommen wurde. Otto entwickelt Kits mit dem LKWs nachgerüstet werden können, damit diese autonom fahren können. Otto beschäftigt 91 Angestellte, darunter einige Experten, die zuvor für Apple, Google oder Tesla an selbstfahrenden Fahrzeugen gearbeitet haben sollen. Die Gründer von Otto waren zuvor hochrangige Manager bei Google. Anthony Levandowski hat das selbstfahrende Auto von Google mitentwickelt, Lior Ron war der Produktchef für Google Maps.

Für den Kauf von Otto soll Uber 680 Mio. US$ auf den Tisch gelegt haben. Bemerkenswert für ein Unternehmen, das vor weniger als einem Jahr gegründet wurde und noch kein fertiges Produkt auf dem Markt hat. Die bisherigen Angestellten von Otto werden auch am Gewinn von Uber Transport Sparte für die Langstrecke beteiligt.

Neues Kapitel für Uber

Mit dem Kauf von Otto startet Uber ein neues Kapitel. Bisher hat das Unternehmen ausschließlich innerstädtische Transportdienstleistungen in unterschiedlichen Bereichen auf der Kurzstrecke angeboten. Die von Otto ausgestatteten selbstfahrenden Trucks sind für Gütertransport auf Langstrecken ausgelegt. Das ist ein neuer Bereich für Uber. Letztendlich wird Uber beide Angebote verbinden. Die LKWs werden für den Transport über lange Strecken genutzt. Der Transport auf der letzten Meile erfolgt durch die jetzigen Uber-Fahrer und in Zukunft mittels Roboter Taxis.

Die Technologie von Otto soll auch in modifizierter Form in den Roboter Taxis zum Einsatz kommen.

Travis Kalanick sieht die Entwicklung eines selbstfahrenden Autos als entscheidend für das Überleben von Uber an. Wenn nicht Uber autonome Fahrzeuge einsetzt, dann wird es ein anderes Unternehmen tun und somit das Geschäft von Uber gefährden. Besonders Unternehmen wie Google oder Apple stellen eine Gefahr für Uber dar.

Bild: Volvo Cars (alle Rechte vorbehalten)

Tesla Carsharing Service

Elon Musk hat Details über den geplanten Tesla Carsharing Service kommuniziert. Fahrzeugbesitzer werden ein Set an Kriterien zur Verfügung haben, um den Nutzerkreis für ihr Auto zu kontrollieren. Unter anderem wird es in Bewertungssystem gegen, über das die Tesla-Besitzer die Nutzer bewerten können.

Nutzer für Tesla Carsharing definieren

Das Prinzip funktioniert folgendermaßen: Wenn man als Tesla-Besitzer sein Fahrzeug nicht benötigt, kann man es über einen Klick in einer App für andere Nutzer auf der Tesla Carsharing Plattform zur Verfügung stellen. Davor kann einstellt werden, wer das Fahrzeug anmieten kann. Zum Beispiel kann definiert werden, dass nur Nutzer mit fünf Sternen den eigenen Tesla anmieten kann. Der Nutzerkreis kann aber auch ausschließlich auf bestimmte Nutzergruppen, wie die Familie eingegrenzt werden. Wird das Fahrzeug wieder benötigt, reicht ein Klick in der App und das Fahrzeug wird wieder zur Verfügung stellt.

Autonome Fahrt zu Besitzer

Geplant ist natürlich, dass das Fahrzeug autonom zum Besitzer zurück fährt. Es wird also noch ein paar Jahre dauern, bis wir das neue Angebot tatsächlich testen und nutzen können. Ein ähnliches Angebot plant die BMW Marke Mini. Die Käufer von Mini Fahrzeuge sollen auch entscheiden können, ob sie ihre Autos auf der DriveNow oder ReachNow Plattform fremden Nutzern zur Verfügung stellen. Bleibt immer noch die Frage, was passiert, wenn das Auto benötig wird, aber durch einen anderen Nutzern blockiert ist. Erhält der Besitzer dann die Möglichkeit, ein anderes Fahrzeug umsonst zu nutzen, oder muss er sich eins kostenpflichtig anmieten?

Das Tesla Carsharing-Programm ist Teil des neuen Master Plans, der von Musk vor ein paar Wochen vorgestellt wurde. Tesla wird es starten, wenn die Fahrzeuge voll autonom fahren können. Fahrzeuge werden die meiste Zeit nicht bewegt und stehen ungenutzt herum. Durch das Teilen der Flotte, soll die Auslastung der Fahrzeuge erhöht werden und die Anzahl der Fahrzeuge reduziert werden.

Bild:Jack Snell / flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)