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Apple arbeitet mit VW an autonomen Shuttles

In den vergangenen Jahren haben mehrere Geschichten die Runde gedreht, dass sich der Technologiekonzern Apple mit den Automobilherstellern Mercedes oder BMW verbünden möchte, um autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Die Gespräche über Partnerschaften sollen daran gescheitert sein, dass Apple zu viel Kontrolle über Design und Daten haben wollte. Nun scheint Apple mit Volkswagen einen Partner für das Project Titan gefunden zu haben, dabei wurden aber die eigenen Anforderungen angepasst. Volkswagen soll aktuelle T6 Minivans an Apple liefern, die von dem Technologiekonzern mit Systemen für autonomes Fahren aufgerüstet werden sollen.

Fokus auf Software und Sensoren

Apple ist unter dem Decknamen Project Titan in das große Feld für selbstfahrende Autos gestartet. Zuerst soll der Konzern geplant haben, ein komplettes Auto zu entwickeln und zu produzieren. Nachdem sich herausgestellt hat, wie Komplex die Entwicklung und Produktion eines autonomen Fahrzeugs ist, wurde das Projekt angepasst. Über die Jahre wurden die eigenen Ambitionen und das Projektteam zurückgefahren.  Zu Hochzeiten sollen mehr als 1000 Mitarbeiter an dem Projekt gearbeitet haben, in den letzten Jahren sollen mehrere Hundert Experten das Projektteam wieder verlassen haben.

Der Fokus soll nun auf der Entwicklung von Software und Sensoren liegen, die als Systeme in bestehenden Fahrzeugen verbaut werden können. Eine ähnliche Strategie verfolgen auch Startups wie Aurora, drive.ai oder nuTonomy, das von Aptiv übernommen wurde. Die von Apple entwickelten Komponenten sollen zuerst in einem Angebot für Apple Mitarbeiter getestet werden. Volkswagen liefert dafür die Fahrzeuge. Pläne für die weitere Verwendung soll Apple noch nicht haben.

Der Automobilkonzern arbeitet auch mit dem Startup Aurora zusammen. Gemeinsam sollen autonome Fahrzeuge entwickelt werden. Der erste Use Case soll ein Fahrzeug für den Ride-Sharing Dienst Moia sein, der im kommenden Jahr in Hamburg starten soll.

Bild: monthlybrands.com (alle Rechte vorbehalten)

 

Wittlich Shuttle: ioki startet deutschlandweit ersten digitalen Rufbus

Im rheinland-pfälzischen Wittlich hat das neue „Wittlich Shuttle“ seinen Betrieb aufgenommen. Der digitale Rufbus soll die vorhandene Verkehrsinfrastruktur in dem ländlichen Raum sinnvoll ergänzen und seinen Kunden mehr Unabhängigkeit von Fahrplänen und Taktfrequenzen gewähren. In Wittlich, einer Kreisstadt mit rund 20.000 Einwohnern, wird das neue Mobilitätsangebot von DB Regio Bus betrieben. Die On-Demand-Plattform wurde von ioki entwickelt, dem Geschäftszweig der Deutschen Bahn für intelligente On-Demand-Mobilität.

Wittlich wird mobiler

Bereits im vergangenen Dezember startete ioki einen Testbetrieb in Wittlich, um so Erfahrungen von Testkunden bei der alltäglichen Nutzung des Rufbusses sowie den tatsächlichen Bedarf zu erfassen und das Produkt basierend auf dem Kundenfeedback zu verbessern. Das Corporate Startup der Deutschen Bahn setzte sich gemeinsam mit der Stadt Wittlich das Ziel, den Rufbus reibungslos in die Mobilität der Zukunft zu steuern. Mit dem Betriebsbeginn des neuen „Wittlich Shuttles“ am 24. Mai 2018 wurde On-Demand-Mobilität bundesweit erstmals in den bestehenden öffentlichen Personennahverkehr integriert. Der digital buchbare Rufbus ist auf flexiblen Routen unterwegs und ergänzt so die vorhandene Verkehrsinfrastruktur in und um Wittlich.

Start des ersten digitalen Rufbusses in Wittlich
Start des ersten digitalen Rufbusses in Wittlich – das neue Wittlich Shuttle

Bestellen per App oder Telefon

Das „Wittlich Shuttle“ verkehrt mit einer Flotte von zunächst zwei Fahrzeugen sowie mit verlängerten Servicezeiten (Montag bis Freitag von 5 bis 20 Uhr) und verbindet alle Ortsbezirke durch über 70 Haltestellen miteinander. Dabei befördert der On-Demand-Service seine Kunden auf flexiblen und je nach Fahrtziel unterschiedlichen Routen innerhalb eines dichten Netzes. Ganz nach dem Ridesharing-Prinzip sammelt das fahrerbasierte Shuttle unterwegs weitere Fahrgäste mit ähnlichen Routen ein. Buchbar ist der neue digitale Service per ioki Wittlich App, die für iOS und Android verfügbar ist, oder der Bus kann wie gewohnt telefonisch über eine Rufbuszentrale angefordert werden. Auf diese Weise möchte man eine breite Zielgruppe von Jung bis Alt ansprechen. Neu ist, dass das „Wittlich Shuttle“ nun neben der Sofortbestellung auch zu einem bestimmten Termin gebucht werden kann. Der Fahrpreis soll dabei nie bei mehr als 3€ liegen. 

Die erste und letzte Meile

Michael Barillère-Scholz, Geschäftsführer von ioki, äußert sich wie folgt zu dem Projekt: „Unser Ziel ist es, mit Hilfe von intelligenten Lösungen wie dem digital buchbaren Rufbus das Problem der ersten und letzten Meile zu reduzieren und Kunden schneller an ihr Ziel zu bringen. Auch im ländlichen Raum sollen Menschen ohne eigenes Auto einfach und schnell mobil sein“. Auch Joachim Rodenkirch, Bürgermeister der Stadt Wittlich, blickt positiv auf den Mobilitätsmehrwert, der seinen Bürgern ab sofort geboten werden soll: „Ich bin mir sicher, dass wir den ioki-Rufbus und damit das öffentliche Personennahverkehrsangebot in Wittlich deutlich verbessern werden“. Das Modell solle künftig auch in anderen Teilen Deutschlands an den Start gehen.

Bilder: ioki (alle Rechte vorbehalten)

Citymapper stellt den Bus in London ein und startet einen Ride-Sharing Dienst

Die ÖPNV-App Citymapper hat im vergangenen Jahr eine eigene Buslinie in London gestartet. Obwohl das Angebot gut angenommen wurde, wird es wieder eingestellt. Grund dafür soll die geringe Flexibilität bei der Linienführung sein. Stattdessen strebt das Unternehmen jetzt an, einen dynamischen Ride-Sharing Dienst anzubieten.

Busslinien sind nicht mehr zeitgemäß

In den letzten Monaten musste Citymapper erfahren, wie schwierig es sein kann, eine Buslinie zu betreiben. Anstatt am Endkunde orientiert zu sein, ist das Bussystem in den meisten Städten an den Regeln und Vorgaben der Behörden ausgerichtet. Der Kunde ist nicht der Passagier, sondern die Stadt, der Landkreis oder die Landesbehörde. Kundenfreundlichkeit und ein angenehmes Umfeld für Fahrer und Partner stehen häufig nicht im Vordergrund. Stattdessen müssen bestimmte Regeln befolgt werden, z.B. muss eine Strecke in einer bestimmten Frequenz abgefahren werden, auch wenn gar keine Nachfrage besteht.

Vorhandene Daten ermöglichen effizienteren Verkehr

Regulierungen sorgen dafür, dass das herkömmliche Bussystem nicht mehr zeitgemäß ist und das Innovationen so gut wie unmöglich sind. Wir sind in einer Zeit, in der die Busse nicht mehr in einem festen Abstand fahren müssen. Die vorhandenen Daten über Echtzeit-Verkehr, Bewegungsmuster während des Tages und and ere Daten, ermöglichen einen effizienten Verkehrt. Die Busse können dank der Daten besser verteilt und eingesetzt werden, die Wartezeiten können reduziert werden und unnötiger Verkehr kann von der Straße genommen werden. Veraltete Regeln verhindern, dass das Setup von Buslinien überarbeitet wird.

Ride-Sharing Dienst startet in London

Da in dem streng regulieren Umfeld kein Dienst angeboten werden kann, zieht Citymapper seinen Bus zurück und startet einen dynamischen Ride-Sharing Dienst mit kleinere Fahrzeugen mit dem Namen Smart Ride. Im Gegensatz zu einer Buslinie ist das Angebot nicht an eine Route gebunden, sondern an ein dynamisches Netzwerk. Die Passagiere können so an den für sie am besten liegenden Ort im Netzwerk transportiert werden. Citymapper lässt auch die Daten aus der ÖPNV-App mit einfließen, um den Shuttle Dienst an den Anforderungen der Bewohner auszurichten. Das Smart Ride Angebot wird in die Citymapper App integriert und der Nutzer muss seine Kreditkartendaten hinterlegen, damit die Fahrt abgerechnet werden kann.

Die Sitzplätze im Fahrzeug definieren unter anderem auch, ob man als Busunternehmen oder Fahrdienst mit weniger strengen Regeln eingestuft wird. Citymapper hat in dem neuen Angebot genau das vor und setzt kleinere Fahrzeuge mit maximal 8 Sitzplätzen ein. Lieber würde das Unternehmen die größeren Busse einsetzen, aber die rechtlichen Rahmenbedingungen machen das unmöglich.

Ride-Sharing Dienst: Umkämpfter Markt in London

Der Markt der on-demand Dienste in London ist hart umkämpft. Mit dem neuen Angebot tritt das Unternehmen in direkte Konkurrenz mit Unternehmen wie Uber oder Via. Uber ist seit längerem in London aktiv und Unternehmen wie Via, Heetch oder Taxify warten noch auch ihre Lizenz.

Bild: Citymapper (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Fahrzeuge: Waymo darf kommerziellen Ride-Sharing Dienst in Arizona anbieten

Die Alphabet Tochter Waymo hat in Arizona die Lizenz für einen kommerziellen Ride-Sharing Dienst mit autonomen Fahrzeugen erhalten. In dem amerikanischen Bundesstaat ist Waymo als Transportation Network Company (TNC) zugelassen. Waymo scheint es ernst zu meinen und will Lyft und andere Anbieter in den USA mit einem eigenen Ride-Sharing Dienst herausfordern.

Erster Anbieter, der voll auf autonome Fahrzeuge setzt

Damit ist das Unternehmen einer der ersten Anbieter, die ausschließlich auf autonome Fahrzeuge bei der Beförderung von Passagieren setzten. Der jetzige Schritt bestätigt die Befürchtungen von Uber und anderen Anbieter, dass Waymo nicht nur Systeme für autonome Fahrzeuge entwicklen und produzieren will, sondern auch einen kommerziellen Fahrdienst aufbauen will.

Kommerzieller Betrieb noch in diesem Jahr geplant

Bisher hat Waymo den Dienst kostenlos angeboten. Seit letztem April können Nutzer in Phoenix im Rahmen eines Tests die Fahrzeuge per App buchen und werden ohne Endgeld von A nach B befördert. Mehr als 6 Mio. Kilometer hat die Flotte in Phoenix abgespult, einen Großteil davon autonom. Sie Fahrzeuge verfügen über Fähigkeiten auf Level 4 von 5 auf Skala der National Highway Traffic Safety Administration.

Die jetzt erhaltene TNC Lizenz erlaubt Waymo, dass Fahrpreise für die Beförderung von A nach B erhoben werden. Der kommerzielle Dienst soll später im Jahr gestartet werden, nachdem alle Tests abgeschlossen sind. Wie teuer der Dienst sein soll, wurde noch nicht kommuniziert. Es ist davon auszugehen, dass das Angebot günstiger als die Pooling Dienste von Uber, Lyft und Co. Sein wird. Dank der autonomen Systeme wird kein Fahrer mehr benötigt, was die Betriebskosten erheblich senken dürfte.

Arizona besonders gut für empfindliche Systeme geeignet

In Arizona ist das Klima besonders trocken, deswegen sind Städte wie Phoenix bestens für die Erprobung der Systeme für autonomes Fahren geeignet. Bisher sind Sensoren und Elektronik noch stark anfällig für Regen, Nebel und co. Phoenix kommt pro Jahr auf 312 Sonnentage, was die Tests und Weiterentwicklung vereinfacht.

Obwohl Google an Uber beteiligt ist, hat sich das Verhältnis der beiden Unternehmen in den letzten Jahren stark verschlechtert. Unter anderem hat Waymo Uber vorgeworfen, Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Nach einer Schlammschlacht und mehreren Gerichtsverhandlungen wurde der Fall in den vergangenen Wochen mit einem Vergleich beigelegt. Während den Verhandlungen vor Gericht wurde auch bekannt, dass Google gar nicht begeistert davon war, dass Uber eigene Systeme für autonomes Fahren entwickelt.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Shuttle: Waymo kauft mehrere Tausend Minivans von Fiat Chrylser

Die Google Tochter Waymo hat einen Deal mit Fiat Chrysler geschlossen, um die Flotte an autonomen Shuttle Fahrzeuge zu erweitern. Es wurden mehrere Tausend Minivans bei dem Automobilhersteller geordert, die ab Ende 2018 ausgeliefert werden sollen. Eine genaue Zahl an Pacifica Minivans wurde nicht kommuniziert, der Wert des Deals wird aber im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen.

Waymo und Fiat Chrysler arbeiten seit 2016 zusammen

Waymo und Fiat Chrysler arbeiten schon seit längerem zusammen. Im Moment hat die Google Tochter etwa 600 Chrysler Pacifica Minivans in der Flotte an autonomen Shuttle. Ein Teil davon wird für Entwicklung- und Test-Zwecke genutzt und einige der Fahrzeuge transportieren auch wirkliche Kunden in Arizona. Die Kooperation wurde 2016 gestartet, damals wurden die ersten 100 Fahrzeuge übergeben. Fiat Chrysler liefert die Fahrzeuge als Grundlage und Waymo stattet die Vans dann mit den Systemen für autonomes Fahren aus. Die Aufrüstung geschieht in einer gemeinsam betriebenen Montagewerkstatt in Michigan.

Fiat Chrysler ist Teil der BMW Partnerschaft

Die Partnerschaft ist nicht exklusiv, beide Unternehmen arbeiten mit anderen Partnern an ähnlichen Projekten. Fiat Chrysler arbeitet nicht nur mit Waymo zusammen, sondern ist auch ein Teil der Partnerschaft zwischen BMW, Intel und Mobileye. Gemeinsam werden Systeme für selbstfahrende Autos entwickelt, die in eigenen Fahrzeugen eingesetzt werden sollen, aber auch anderen Anbietern angeboten werden sollen.

Fiat Chrysler hat erkannt, dass es durch Partnerschaften schneller und effizienter dem Ziel näher kommt, autonome Shuttle ausrollen zu können. Mit Waymo hat sich der Automobilkonzern einen der führenden Anbieter auf dem Feld der Technologien für autonomes Fahren geschnappt.

Uber bestellte 24.000 autonome Shuttle bei Volvo

Kürzlich hat der Fahrdienst Uber mit einer ähnlichen Ankündigung für Aufmerksamkeit gesorgt. Uber hat mit Volvo eine Vereinbarung über den Kauf von 24.000 SUV Fahrzeugen geschlossen. Uber will ähnlich wie Waymo die Aufrüstung der Fahrzeuge mit Systemen für autonome Shuttle übernehmen, Volvo liefert die Fahrzeuge als Grundlage. Beide Partnerschaften deuten darauf hin, dass sich die Automobilindustrie stark verändern wird. Autohersteller laufen Gefahr, zum Zulieferer für die Fahrdienst-Plattformen und Technologie-Konzerne zu werden.

Bild: Waymo (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Shuttle: NAVYA arbeitet mit Via zusammen

NAVYA und Via haben die CES in Las Vegas genutzt, um ein Projekt vorzustellen, an dem beide Unternehmen arbeiten. NAVYA ist ein weltweit wahrgenommenes Unternehmen, das autonome Shuttle Fahrzeuge entwickelt und Via ist eine der führenden Anbieter für Ride-Sharing Technologie. Beide Unternehmen arbeiten zusammen, um die autonomen Shuttle von NAVYA mit der Technologie von Via zu verbinden. Fokus liegt dabei auf der Sicherheit, User Experience und der Bequemlichkeit bei der Nutzung von autonomen Fahrzeugen.

Via App für Nutzung von autonomen Shuttle optimiert

Die Via App wurde technisch erweitert, so dass eine direkte Kommunikation mit dem AUTONOM CAB von Navya möglich ist. Die Nutzer können über die Ride-Sharing App einfach und sicher ein autonomes Shuttle buchen und kontrollieren. Per Knopfdruck in der App lässt sich dir Tür öffnen und nach dem Einstieg wieder schließen. Der Nutzer teilt per App auch mit, wenn er sicher sitzt und das Fahrzeug weiterfahren kann. Über die App lässt sich auch die Musik im Fahrzeug steuern – das wird spannend, wenn mehrere Fahrgäste im Fahrzeug sind.

Mit dem Projekt schließen sich beide Unternehmen einem Trend an, der sich seit längerem abzeichnet und auf der CES für die Öffentlichkeit erstmal present wurde. Unternehmen wie Ford, Baidu oder door2door wollen ebenfalls ein Betriebssystem für den Transport und Logistik mit autonomen Fahrzeugen bauen und implementieren. Ein konkretes Datum für einen ersten realen Einsatz wurde von beiden Unternehmen nicht gennant.

Via arbeitet mit der BVG

Via ist mittlerweile in Deutschland auch kein unbekanntes Unternehmen mehr. Auf der einen Seite ist der Daimler-Konzern an dem Startup beteiligt, auf der anderen Seite bereitet Via mit der BVG einen Smart Shuttle Dienst mit Mercedes-Benz Fahrzeugen vor, der in den kommenden Monaten an den Start gehen soll.

NAVYA hat mit dem AUTONOM CAB für Aufmerksamkeit gesorgt. Der autonome Mini-Bus kommt ohne Cockpit oder Lenkrad aus und ist zu 100% vollautomatisiert. Das Elektrofahrzeug wurde für den Einsatz in Ride-Sharing Netzwerken optimiert und kann bis zu sechs Passagiere befördern.

Bild: NAVYA (alle Rechte vorbehalten)

Mobilität: Die beliebtesten Themen und Artikel im Jahr 2017

Das Jahr 2017 neigt sich zu Ende und das neue Jahr steht vor der Tür. Auf GetMobility.de wurden jede Menge spannende Artikel über die Mobilität von Morgen und die digitale Transformation im Mobility Bereich veröffentlicht. Hier ist eine Übersicht der beliebtesten Themen und Artikel aus den letzten zwölf Monaten:

Scooter Sharing ist angesagt

Mit der COUP App kannst du eScooter von COUP für Rides innerhalb Berlins ausleihen.
Mit der COUP App kannst du eScooter von COUP für Rides innerhalb Berlins ausleihen.

Am beliebtesten war der Artikel über die Vergrößerung der Coup-Flotte in Berlin. Der Scooter Sharing Dienst von Bosch hat seine Flotte auf etwa 1000 Gogoro Scooter erhöht und damit eine gute Ergänzung zu Carsharing, Taxi und ÖPNV geschaffen. Auch die Finanzierung von Coup Konkurrent Emmy hat viele Leser interessiert. Wir sind gespannt, wie sich das Scooter Sharing in 2018 entwicklen wird und welche Player zusätzlich in den Markt einsteigen werden.

Alternative zum Dienstwagen von Sixt und BCG

Sixt betreibt neben myDriver auch das Carsharing Angebot DriveNow.
Sixt bietet ein Mobility as a Service Angebot an, BCG ist erster Kunde.

Die Initiative von Sixt und BCG, die eine multimodales Angebot als Alternative zum Dienstwagen für Berater anbietet, hat das Interesse der Leser geweckt. Die Mobility as a Service (MaaS) Lösung ermöglicht den Beratern der Boston Consulting Group die einfache Nutzung von Sixt Mietwagen, DriveNow Car Sharing und MyDriver Fahrdienst. Der Dienst kommt vor allem bei den jungen Kollegen gut an. Andere Anbieter werden im kommenden Jahr mit vergleichbaren Angeboten folgen.

Startups und autonomes Fahren

Mydriver, mytaxi und Blacklane sind noch nicht fit für das Thema autonomes Fahren.
Die deutsche Ride4Hire Anbieter sind noch nicht für autonomes Fahren gerüstet.

Das autonome Autos die Mobilität von morgen dominieren werden, ist unbestritten. Wir haben uns angeschaut, wie sich die deutschen Mobility Startups wie Blacklane, myTaxi oder myDriver mit dem Thema auseinandersetzen. Das Ergebnis ist, dass die lokalen Anbieter beim Thema vollautomatisiertes Fahren abgehängt sind. Konkurrenten wie Uber oder Lyft und Technologiekonzerne wie Google sind viel weiter.
Der Themenbereich rund um autonomes Fahren erfreut sich auch auf GetMobility.de immer größerer Beliebtheit, wie unter anderem das Interesse für eine Übersicht aus dem Jahr 2015 zeigt.

Shuttle Dienste von ÖPNV und Startups

ViaVan und BVG bringen On-Demand Ridesharing nach Berlin.
ViaVan und BVG bringen On-Demand Ridesharing nach Berlin.

Ein weiteres Trendthema im Jahr 2017 waren sogenannte Smart-Shuttle Dienste. Von großem Interesse waren die Pläne der BVG, einen Shuttle Dienst mit bis zu 300 Fahrzeugen in Berlin aufzubauen. Mit einer Flotte dieser Größe lassen sich etwa die Hälfte der 8000 Taxen ersetzten. Die Entwicklungen bei der Volkswagen Tochter Moia und bei dem Berliner Startup door2door haben ebenfalls die Leser interessiert.

Bilder: paul bica (bestimmte Rechte vorbehalten), GetMobility.de,  Sixt (alle Rechte vorbehalten), Blacklane (alle Rechte vorbehalten), BVG (alle Rechte vorbehalten)

BerlKönig: BVG startet Smart Shuttle mit Via im Frühjahr 2018 in Berlin

Im Sommer wurde bekannt, dass die Berliner Verkehrsbetriebe einen Smart Shuttle als Ergänzung zum ÖPNV anbieten wollen. Jetzt werden weitere Details bekannt, der Dienst soll zusammen mit dem Joint Venture von Via und Mercedes-Benz Vans gestartet werden. Das Berliner Nahverkehrssystem gilt bereits als eines der besten der Welt, trotzdem ruht sich die BVG nicht auf dem Status Quo aus, Sindern startet BerlKönig. Die BVG hat einen Antrag zur Genehmigung des neuen Verkehrsangebots im Rahmen der Experimentierklausel des PBefG eingereicht.

Bis zu 300 Fahrzeuge für den Osten der Stadt

Zunächst sollen ab Frühjahr 2018 etwa 50 Fahrzeuge von Mercedes-Benz im Einsatz sein. Je nach Nachfrage und Projektverlauf soll die Flotte auf 300 Fahrzeuge anwachsen. Die ersten 50 Fahrzeuge werden im Osten der Stadt unterwegs sein, etwa in den Stadtteilen Prenzlauer Berg, Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte. Die Bewohner dieser Stadtteile gelten als offen, für neue digitale Dienste. Außerdem liegen viele Clubs und Bars in den Bereichen. Sofern der BVG Smart Shuttle nachts unterwegs ist, werden Partygänger eine der größten Kundengruppe sein.

Später wird der Westen auch in den Genuss des Angebots kommen, falls das zweijährige Pilotprojekt erfolgreich verläuft. Die Partner geben sich also viel Zeit, um zu erörtern, ob der neue Dienst von Berlinerinnen und Berlinern angenommen wird.

Das neue Angebot der BVG setzt dabei auf virtuelle Haltestellen als Ergänzung zu den fixen BVG Stops. Fahrgäste können sich dann unkompliziert per App kurzfristig ein ÖPNV-Fahrzeug zu einem Zustiegspunkt rufen. Dabei werden verschiedene Fahrtwünsche gebündelt. Die Fahrten starten und enden an virtuellen Haltestellen und erfolgen gemeinsam mit anderen Fahrgästen. Dank der ausgeklügelten Algorithmen der Softwareexperten von Via berechnet das System hocheffizient in Echtzeit, welche Fahrten sich ohne nennenswerte Umwege bündeln lassen. Davon profitieren Umwelt, Anwohner und Fahrgäste gleichermaßen, denn es bedeutet weniger Verkehr auf Berlins Straßen und ermöglicht gleichzeitig attraktive Konditionen – eine neue Form des öffentlichen Nahverkehrs eben.

Die Ride-Pooling Lösung soll in Berlin in den bestehenden ÖPNV eingebunden werden. Ob der Dienst aus der bestehenden BVG App gerufen werden kann oder ob eine weitere App notwendig ist, ist noch nicht bekannt.

Günstiger als ein Taxi

Die Fahrpreise wurden noch nicht veröffentlicht, sollen aber zwischen dem ÖPNV Tarif und Taxi liegen. Der digitale Tarif besteht aus einem Grundpreis sowie einem entfernungsbasierten Zuschlag. Da der Nutzer Start und Endpunkt eingibt, kann das System gleich den Fahrpreis berechnen und in der App anzeigen. Dieser wird dem Fahrgast angezeigt und änder sich auch nicht mehr, wenn sich die Route auf Grund von weiteren Fahrgästen oder anderen Vorkommnissen anpasst. Bestellt eine Person für mehrere Fahrgäste gleichzeitig, so gibt es zudem noch einen Rabatt.

Teilweise mit Elektroantrieb

Die Flotte stellen die Fahrzeugexperten von Mercedes-Benz: Zum Einsatz kommen zunächst moderne Vans der Modelle Vito und V-Klasse (Euro 6) mit bis zu acht Sitzen sowie vollelektrische Mercedes B-Klassen vom Typ B250e mit vier Sitzen. Ab dem Sommer wird dann auch der neue, vollelektrische eVito Tourer zum weltweit ersten Mal als lokal emissionsfreier Personentransporter in Berlin zum Einsatz kommen. Im Straßenbild werden die Fahrzeuge ein wahrer Hingucker – prominent im bekannten BVG-Sitzmusterdesign beklebt und dazu mit großen, gelben BVG-Herzen sowie dem Logo von ViaVan versehen.

Stimmen zum Projekt

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin:
„Mit dem geplanten Pilotprojekt geht Berlin neue Wege. Ich begrüße, dass die BVG damit eine zusätzliche Möglichkeit bietet, bequemer und umweltfreundlicher unterwegs zu sein. Zielgruppe sind Autofahrer und ÖPNV-Nutzer gleichermaßen: Autofahrer können für einzelne Fahrten auf den Rufbus umsteigen. ÖPNV-Nutzer können mit dem „Kleinbus auf Bestellung“ neue Möglichkeiten testen, mit mehr Komfort an ihr Ziel zu kommen. Das Projekt wird zeigen, wie die Berlinerinnen und Berliner das Angebot annehmen und nutzen. Mit dem Erprobungsbetrieb gewinnen wir wichtige Erfahrungswerte, ob und wie Ridesharing den Öffentlichen Personennahverkehr ergänzen kann.“

Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Berlin und Vorsitzende des BVG-Aufsichtsrats:
„Die Stadt wächst und damit auch das Verkehrsaufkommen. Wir wollen Mobilität für die Zukunft umweltfreundlicher, effizienter und smarter gestalten. Neben der Elektrifizierung der BVG-Flotten setzen wir auf innovative Mobilitätskonzepte, die die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs steigern und mehr Menschen den Umstieg erleichtern. Ich freue mich, dass die BVG hier mit starken Partnern einen wichtigen Schritt in die neue, vernetzte Mobilitätswelt geht und innovative Maßnahmen für eine moderne Stadt erprobt.“

Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG):
„Mit zehn U-Bahn-, 22 Straßenbahn-, über 150 Buslinien und sechs Fähren haben wir bereits jetzt ein erstklassiges Mobilitätsangebot mit unzähligen Kombinationsmöglichkeiten für unsere Fahrgäste. Gemeinsam mit ViaVan wollen wir jetzt noch einen Schritt weiter gehen und einen ganz individuellen ÖPNV „on-demand“ anbieten. Dabei bleibt dank Ridesharing eines wie gehabt: Wir bündeln Fahrten und sorgen damit für weniger Verkehr, weniger Lärm und weniger Emissionen in unserer Stadt – für ein grüneres, lebenswerteres Berlin.“

Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans, Daimler AG:
„Wir freuen uns sehr, dass wir in Berlin und der BVG ideale Partner für den Start für ViaVan in Deutschland gefunden haben. Der anspruchsvolle Verkehr in Berlin ist der perfekte Härtetest, um diese neue Form der Mobilität zu testen. Wir sind überzeugt, dass sich unser gemeinsamer Service schnell etablieren und zu einer perfekten Ergänzung des ÖPNV der Hauptstadt wird. Geteilte Mobilität in unseren Vans leistet einen erheblichen Beitrag zur Entlastung des städtischen Verkehrs und macht gleichzeitig nachhaltige Mobilität verfügbar.“

Dr. Henrik Haenecke, Vorstand Finanzen, Digitalisierung und Vertrieb der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG):
„Das Teilen einer Fahrt ist Teil unserer DNA. Mehrere Fahrgäste gemeinsam von Haltestelle zu Haltestelle zu fahren, ist für uns als Nahverkehrsunternehmen eine Kernkompetenz. Wir wollen diese Kompetenz nutzen, um Ridesharing per App als Teil des ÖPNV zu erproben. Wir werden gemeinsam mit ViaVan ein völlig neues Mobilitätsangebot in den Berliner ÖPNV integrieren. Wir wollen zeigen, dass ein öffentliches ÖPNV-Unternehmen gemeinsam mit einem Start-up neue Mobilitätsleistungen entwickeln kann.”

Chris Snyder, CEO, ViaVan:
„Die Technologie von Via definiert Mobilität auf der ganzen Welt neu. Wir freuen uns sehr, mit der BVG in Berlin an diesem mutigen neuen Projekt zur Einführung des ViaVan-Modells für dynamisch geroutete On-Demand-Fahrten im großen Stil zusammenzuarbeiten. Der neue Service ist eine perfekte Ergänzung zu herkömmlichen öffentlichen Verkehrsmitteln und bietet eine völlig neue Art, sich in der Stadt fortzubewegen.“

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

ÖPNV und Startups: Gemeinsam für eine nachhaltige Stadtentwicklung

Die Mobility Startups und Unternehmen aus dem Bereich öffentlicher Nahverkehr nähern sich an. Auf der einen Seite werden Pilotprojekte gestartet und auf der anderen Seite langfristig ausgelegte Partnerschaften zwischen Startups und Unternehmen geschlossen, die im ÖPNV Sektor seit Jahren verankert sind. Als zwei Beispiele sind Door2Door und BestMile zu nennen.

door2door schließt sich Verband UITP an

Eher politischer Natur ist die Initiative von door2door. Das Unternehmen schließt sich dem Verband UITP an, in der neu gegründeten Kategorie „Digital Platforms“. UITP ist der Internationale Verband für öffentliches Verkehrswesen. Gemeinsam sollen Lösungen für einen flexiblen öffentlichen Nahverkehr entwickelt werden. Über die „Digital Platforms“ Kategorie erhalten öffentlichen Verkehrsbetriebe einen wertvollen Zugang zu digitalen Serviceleistungen, die sie alleine nicht hätten entwickeln können. Auch nachhaltige Stadtentwicklung und geteilte Mobilität sind Thema der Zusammenarbeit. Door2Door bietet schon heute eine Software-Plattform, die es den Städten und öffentlichen Verkehrsbetrieben ermöglicht, einen dynamischen Ride-Pooling Dienst als Ergänzung zum bestehenden ÖPNV anzubieten. Der Dienst ist nachfragebasiert und lässt sich in die herkömmlichen ÖPNV Angebote integrieren. Nur so lässt sich die Zahl der Fahrzeuge in den Städten reduziert werden. Die Gründer Tom Kirschbaum und Maxim Nohroudi verfolgen seit Beginn an den Ansatz, partnerschaftlich mit Städten und Verkehrsbetrieben zusammenzuarbeiten, um die Lebensqualität in den Städten nachhaltig zu verbessern.

IVU und BestMile entwickeln Software für Hybrid-Flotten

Eine etwas andere Partnerschaft gehen das Startup BestMile und IVU Traffic Technologies ein. IVU ist einer der führenden Anbieter von Software-Systemen für den herkömmlichen öffentlichen Nahverkehr und Logistik Anwendungen. Gemeinsam mit BestMile soll das Software-System für autonome Flotten und andere neue Mobility Services entwickelt werden, mit dem sich die neuen Angebote nahtlos mit den traditionellen ÖPNV Systemen verbinden lassen. BestMile hat die Erfahrung bei der Entwicklung von Betriebssystemen für autonome Flotten. Somit ergänzen sich beide Partner gut.

In dem Projekt ADxPT (steht für Autonomous Driving for Public Transport) entwickeln und testen beide Partner gemeinsam ein System mit dem öffentliche Verkehrsbetriebe hybride Flotten aus selbstfahrenden und Fahrer basierten Fahrzeugen betreiben und optimieren können. Entsprechende Systeme werden in den kommenden Jahren benötigt, um die Transformation hin zu autonomen Verkehrsmitteln zu meistern.

Bild: BestMile (alle Rechte vorbehalten)

Moovel startet in Stuttgart einen on-demand Shuttle

Die Daimler Tochter moovel startet zusammen mit der SSB einen on-demand Shuttle. Mitte Dezember soll der Dienst drei Tage getestet werden, im Januar geht es bis zum offiziellen Start mit den Tests weiter. Die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) will den Dienst unter dem Namen SSB Flex ab Frühjahr 2018 operativ betreiben.

Moovel entwickelt eigene Technologie-Plattform

Der Dienst basiert auf einer von moovel entwickelten Technologien-Plattform für on-demand Dienste. Die Plattform verfügt über intelligente Algorithmen zum effizienten Routing und Pooling. Erkennt das System, dass mehrere Personen eine ähnliche Strecke zurücklegen wollen, bündelt der moovel on-demand Algorithmus die Anfragen, so dass sich mehrer Fahrgäste ein Fahrzeug teilen können. Die Routen sind dabei dynamisch, Fahrt- und Ankunftszeit wie auch die optimalen Start- und Endhaltestellen werden individuell vom System berechnet.

Virtuelle Haltestellen und Nachfrage Abschätzung

Ein Netz an virtuellen Stops soll dafür sorgen, dass sich die Umwege in Grenzen halten. Die Fahrgäste müssen meistens eine kurze Strecke zu Fuß zurücklegen, um von einem der vorerst zehn Shuttle Fahrzeuge mitgenommen zu werden. Das moovel System soll auch über Algorithmen zur Schätzung der Nachfrage an Fahrten verfügen. So soll ein effizientes Flottenmanagement bei dem on-demand Shuttle möglich sein und außerdem das Kundenerlebnis verbessert werden.

Die Mobilität in den Städten muss effizienter und intelligenter gestaltet werden, um den Verkehrsinfarkt zu vermeiden oder ihm zu entkommen. Die Straßen in Stuttgart sind schon so überlastet, so dass jedes Angebot zur Reduzierung des Individualverkehrs willkommen ist. Ridesharing, bzw. Pooling wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Damit wird auch den Wünschen der Kunden entsprochen – immer mehr Menschen wollen auf ein eigenes Auto verzichten und erwarten stattdessen kundenfreundliche und flexibel on-demand Mobilitätslösungen.

Daimler mit buntem Strauß an Optionen

An Plattformen für Ride-Pooling Dienste mangelt es Daimler nicht. Neben der von Moovel entwickelten Plattform hat Daimler noch Zugriff auf die Plattformen von myTaxi, Via oder CleverShuttle. MyTaxi hat erst kürzlich die Pooling Funktion eingeführt, bei CleverShuttle und Via ist das Pooling ein essentieller Bestandteil des Angebots. Via soll demnächst in Berlin starten.

Bild: moovel (alle Rechte vorbehalten)