Schlagwort-Archive: Shuttle

VW Tochter Moia testet Shuttle in Hannover

Für das kommende Jahr hat die Volkswagen Tochter Moia bereits den Start eines smarten Shuttle Diensts in Hamburg angekündigt. Um sich optimal darauf vorbereiten zu können, wird der Shuttle Dienst in den kommenden Monaten in Hannover getestet. Mehrere Fahrgäste, die in dich gleiche Richtung unterwegs sind, können sich über den Moia Pooling Dienst ein Fahrzeug teilen. Mit dem Service will Moia die Lücke zwischen Taxi und öffentlichem Nahverkehr schließen und auch ein Leben ohne Auto ermöglichen.

20 Shuttle Fahrzeuge für 3500 potentielle Nutzer

Bei dem Test sollen um die 20 Fahrzeuge unterwegs sein. Die Nutzergruppe soll vorerst auf 3500 potentielle Fahrgäste beschränkt sein. Das Testgebiet erstreckt sich über 90 Quadratkilometer in Hannover. Der Kunde zahlt pro Kilometer 6 Cent während der Testphase, die auf mehrere Monate ausgelegt ist. Mit diesem niedrigen Fahrpreis wird Moia nicht profitabel arbeiten können, aber das steht auch erstmal nicht im Vordergrund.

Viel Vorbereitung seit Start vor einem Jahr

Seit dem Start im vergangenen Jahr hat das Team hinter Moia unterschiedliche Business Cases durchgerechnet, die App auf die Beine gestellt und unterschiedliche Fahrzeugkonzepte durchgespielt, die für den Shuttle-Dienst später einmal genutzt werden sollen. Bei der App und Routing-Technologie hat Moia Unterstützung von Split erhalten, das Startup wurde dieses Jahr aufgekauft.

Nähe zu Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover

Der Test wird in Hannover und nicht in Hamburg durchgeführt, da die Stadt kleiner ist und so ein besseres Erlebnis mit einer kleineren Flotte erreicht werden kann. Außerdem sitz in Hannover der Bereich Volkswagen Nutzfahrzeuge. Die Sparte stellt die Autos für den Moia Test zur Verfügung. Auch die Stadt Hannover unterstütz Volkswagen und Moia bei der Einführung des Shuttle Dienste, die Stadt dürfte aber an einer langfristigen Einführung Interesse haben und nicht nur an einem Piloten.

Während der Testphase kommen leicht modifizierte VW T6 Multivan Modelle zum Einsatz, die sich gut für einen Ridepooling Dienst eignen. Die Fahrzeuge werden mit einem Infotainment System ausgestattet sein, über die die Kunden die nächsten Stops und weitere Infos sehen können. Elektroautos werden erst in Hamburg eingesetzt. Auf der einen Seite sollen laufend Updates für die App ausgespielt und getestet werden. Andererseits will Moia auch Erfahrung bei der Fahrerschichtplanung und der Verteilung der virtuellen Haltestellen sammeln.

Bild: Moia (alle Rechte vorbehalten)

Der nächste Streich: Autonomes Shuttle e.GO Mover aus Aachen

Bisher kamen autonome Elektro Shuttle vorwiegend aus dem Ausland. Das amerikanische Startup Local Motors testet zum Beispiel die autonomen Minibusse mit der Deutschen Bahn auf einem Forschungskampus in Berlin. Der Alstom Konzern ist bei einem französischen Anbieter eingestiegen. Jetzt startet auch ein deutsches Unternehmen mit der Entwicklung eines selbstfahrenden Shuttles. Die Ausgründung der RWTH-Aachen e.Go Mobile und der Automobilzulieferer ZF gründen ein Gemeinschaftsunternehmen.

e.GO Mover als Shuttle und Cargo Version

Das Unternehmen heißt e.GO Moove und das Ziel ist die Entwicklung, Produktion und der Vertrieb eines autonomen Shuttlebus, der elektronisch angetrieben wird. Das Elektrofahrzeug soll auch in einer Cargo Version angeboten werden, um Lasten zu transportieren. Eine Testflotte soll ab kommendem Jahr verfügbar sein. Letztendlich soll vollautomatisiertes Fahren auf Stufe 4 ermöglicht werden.

Zubringer und Alternative für den ÖPNV

Ein selbstfahrender Shuttle ist in deutschen Städten als Zubringer für den Öffentlichen Nahverkehr interessant. In Städten ohne Bahn-Netz kann mit selbstfahrenden Fahrzeugen eine Alternative geschaffen werden, um dem Verkehr zu entlasten. Erste positive Ergebnisse zeigen auch Carpooling Services, die auf menschliche Fahrer setzen. Mehrere Studien haben heben ebenfalls die Vorteile von cleveren Shuttle Diensten für den Verkehr in Großstädten hervor. Städte, wie Berlin, starten eigene Überlegungen für einen smarten Shuttle Dienst, der später auf autonome Autos setzte soll.

Komponenten aus dem Regal

Bei dem e.GO Mover kommen die Antriebstechnik und weitere Komponenten von ZF. Von dem asiatischen Konzern NVIDIA wird die Technik für die selbstfahrenden Eigenschaften zugesteuert. Mit dem selbstfahrenden Shuttle sorgt die Ideenschmiede rund um Prof. Dr. Schuh nicht zum ersten Mal für Aufsehen. In der Vergangenheit ist dort der StreetScooter entstanden, der mittlerweile von der Deutschen Post eingesetzt wird. Auch das preisgünstige Elektroauto e.Go kommt gut an.

Bild: e.GO Mobile AG (alle Rechte vorbehalten)

Interview mit Maxim Nohroudi: Wer kontrolliert die Mobilitätsplattform? Das ist die zentrale Frage!

Maxim Nohroudi, Gründer und Managing Director des Technologieunternehmens door2door, spricht über die Stärken eines on-demand ÖPNVs, und über door2doors Mobilitätsplattform, mit der die Städte Freyung und in Duisburg ab September den Bürgern neue Mobilität anbieten werden.

Maxim, Stadt oder Land? Wo ist ein on-demand ÖPNV eigentlich sinnvoller?

Genau das wollen wir ja zeigen: In beiden Umgebungen ist ein on-demand ÖPNV absolut sinnvoll. Unser Ziel war es bis zum Spätsommer, sowohl in einer ländliche Stadt als auch in einer Metropole, die positiven Effekte sichtbar zu machen. Wir freuen uns sehr dass wir die ersten sind, denen das gelungen ist.

Gibt es denn Unterschiede?

Auf dem Land erhöhen wir damit die Mobilität der Bürger ganz erheblich. Plötzlich macht ÖPNV die Menschen wieder mobil – unabhängig vom eigenen Auto. Wir schaffen damit einen Nahverkehr, der für alle jederzeit zugänglich und kostengünstig ist. Busse, die dann nur dreimal am Tag halten und Sonntags gar nicht verkehren sind Geschichte. Die Kreisstadt Freyung in Niederbayern macht mit dem “Freyung-Shuttle” seine Bürger flexibler und unabhängiger.

In der Stadt hingegen wird ein on-demand ÖPNV die Straßen massiv entlasten und durch wegfallende Parkplätze Platz für nachhaltige Stadtentwicklungen schaffen. Eine Studie der OECD über die Stadt Lissabon ergab, dass mit nur 3% shared, on-demand Shuttles insgesamt 97% der privaten Fahrzeuge auf den Straßen ersetzt werden können. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Shuttles in den bestehenden ÖPNV eingebettet sind. Gemeinsam mit der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) werden wir in der Ruhrmetropole die positiven Effekte Schritt für Schritt erfahrbar machen.

Die Basis für das on-demand Ridesharing – in Freyung und in Duisburg – ist die Mobilitätsplattform von door2door. Was genau unterscheidet diese von anderen Rideshare-Anbietern?

Unsere Wette war: Städte wollen eigene Mobilitätsplattformen haben, die sie autonom, unabhängig und autark betreiben. Sie wollen selber entscheiden, wie die Mobilität in ihrer Stadt funktioniert, zu welchem Preis, mit welchen Angeboten und vor allem: verbunden mit existierenden Angeboten des ÖPNV – also Bus, Tram oder U-Bahn. Sie wollen letztlich die Hoheit über die Plattform haben und das finde ich auch richtig so. Genau das machen wir. Door2Door stellt Städten und Verkehrsunternehmen genau so eine Lösung zur Verfügung. Dadurch können die Städte neue Mobilitätsprodukte einführen – wie in Freyung oder Duisburg – oder aber auch andere Player in die Plattform integrieren – bspw. Car- oder Bikesharing.

Andere Rideshare-Anbieter wollen gleichzeitig auch innerhalb der Plattform Mobilitätsprodukte anbieten und vor Ort selber betreiben. Damit entsteht ein gefährlicher Interessenkonflikt, denn keiner wird dadurch den ÖPNV stärken, sondern im Zweifel sein eigenes Mobilitätsprodukt nach vorne pushen, um mehr Geld zu verdienen. Das haben die Städte erkannt. In Manhattan haben wir durch solche Mobilitätsservices mittlerweile 50.000 Fahrzeuge mehr auf der Straße. Also mehr Staus, mehr CO2 und noch weniger Parkplatzraum. Das ist dann eben das Ergebnis, wenn die Stadt nicht die Hoheit über die Plattform hat und intelligent steuert.

Wir sehen uns als ‘Enabler’ unserer Partner und befähigen Kommunen und öffentliche Verkehrsbetriebe, selber – also eigenständig und unabhängig – Ridesharing Angebote einfach zu implementieren und zu betreiben. In Freyung werden die lokalen Beförderungsunternehmen und in Duisburg die Duisburger Verkehrsgesellschaft den Service betreiben.

Die Stadt, die Kommune und der ÖPNV Anbieter sind also gemeinschaftlich Betreiber der Mobilitätsplattform und stehen im Mittelpunkt der neuen Angebote. Sie kontrollieren die Plattform selber. Kein Dritter, mit eigenen Mobilitätsinteressen. Genau das bieten wir und unterscheidet uns von allen anderen Anbietern. Wir legen großen Wert auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Dann ist door2door also gar nicht interessiert daran, irgendwann mal eigene Fahrzeuge zu besitzen und zu betreiben?

Nein, das ist nicht unsere Absicht. Wir verfolgen die Vision einer Welt ohne private PKWs und sind uns bewusst, dass Städte, Kommunen und Verkehrsträger auf wichtige Erfahrungswerte zurückgreifen können. Als Technologieunternehmen können wir aber digitale Lösungen anbieten, die das bestehende Angebot optimieren und den Betrieb vereinfachen. Das ist unser Beitrag zum großen Ganzen.

Zurück zu Freyung: Warum macht eine ländliche Kommune sowas?

Digitalisierung im ländlichen Raum bietet enorme Chancen für den öffentlichen Nahverkehr. Ein on-demand-ÖPNV stärkt die öffentliche Daseinsvorsorge mit einer effizienten Verbindung von Angebot und Nachfrage und deutlich geringeren Kosten für Landkreise und Kommunen. Durch das Ridesharing, also das Teilen von Fahrten, wird der Preis des ÖPNV insgesamt kostengünstiger, da er effizienter genutzt wird und so kosteneinsparungen möglich werden. Der Freyung Shuttle wird die eingesetzten Fahrzeuge effizient auslasten und dementsprechend eine höhere Abdeckungsrate erzielen. Weiterhin kommen auf die Stadt Freyung keine zusätzlichen Investitionskosten in Fahrzeuge oder Mitarbeiter zu, da vor Ort bereits alles vorhanden ist und der Betrieb schnell aufgenommen werden kann.

Aber werden die Bürger Freyungs dieses Angebot auch nutzen?

Der Stadtrat hat – einstimmig! – beschlossen das System einzuführen. Darauf ist der Bürgermeister, Dr. Olaf Heinrich, zu Recht sehr stolz. Das zeigt, wie groß die Unterstützung ist, über alle Parteien hinweg. Als ich selbst vor Ort war, konnte ich mir ein Bild von der innovativen Gemeinde machen, die sogar kostenloses Wlan in der ganzen Stadt zur Verfügung stellt – da kann sich Berlin noch eine Scheibe abschneiden. Die Voraussetzungen sind also hervorragend gegeben.

Maxim Nohroudi, kannst du dieses “Große Ganze” einmal weiter beschreiben? Wie sieht die Mobilität der Zukunft für dich aus?

Die Zukunft der Mobilität ist ganz klar von selbstfahrenden Autos bestimmt. Darin besteht kein Zweifel. Der Verkehr wird anhand von künstlicher Intelligenz stetig optimiert und die Menschen werden keine eigenen Autos mehr besitzen – außer vielleicht als Hobby. Aber die Fortbewegung wird insgesamt viel einfacher werden und für die meisten Menschen überhaupt kein Kopfzerbrechen mehr darstellen. Unsere Plattform ist der erste Schritt in diese Richtung, denn sie hilft den öffentlichen Verkehrsträgern, sich zu digitalisieren und sich auf die Anforderungen des “Großen Ganzen” bereits heute einzustellen. Heute fahren die Shuttles noch mit Fahrern, in der Zukunft sind es autonome “People Mover” die uns komfortabel von A nach B bringen. Manche auch in der Luft.

Bild: door2door (alle Rechte vorbehalten)

Volkswagen Marke MOIA kauft zu: Split als Grundlage für Shuttle Service

Im vergangenem Jahr hat Volkswagen angekündigt, dass mit MOIA eine Marke für Mobility Services, wie Ride Hailing oder Smart Shuttles aufgebaut werden soll. Seitdem hat man wenig von MOIA gehört, nur dass demnächst ein on-demand Shuttle gestartet werden soll. Diesem Ziel kommt MOIA jetzt näher, indem das Tech-Unternehmen Split aus Finland übernommen wurde.

Entwicklung von Algorithmen für die Steuerung

Die Firma wird weiterhin in Finnland angesiedelt sein und der Name wird von Split Finland Oy in MOIA Finland Oy umbenannt. Die Gesellschaft gehört damit vollständig zu MOIA. Das Team von Split hat zur Hauptaufgabe, die Algorithmen für die Steuerung der MOIA Shuttle Flotte zu entwickeln. Das Unternehmen profitiert von Erfahrungen, Daten und bestehender Technologie von Kutsuplus in Helsinki und Split US in Washington D.C. MOIA erhofft sich durch die Akquisition eine Verkürzung der Entwicklungszeit.

Finland als Experten-Hub und Entwicklungsstandort

Der Standort in Finnland soll laut MOIA CEO Ole Harms ein Experten-Hub und Entwicklungsstandort für die Software hinter dem neuen Shuttle Dienst werden. Langfristig soll mit der Technologe von Split auch die Grundlage für das Management der autonomen Fahrzeuge geschaffen werden, die die herkömmlichen Shuttle in Zukunft ersetzten werden.

Bereits die zweite Übernahme für das Unternehmen

Split Finland war 2011 als Ajelo Finland gestartet. Das finnische Start-up entwickelte bis 2015 die Software hinter dem Ride-Pooling-Konzept ‚Kutsuplus‘, das von der Helsinki Regional Transport Authority in der finnischen Hauptstadt betrieben wurde. 2014 übernahm das US-amerikanische Unternehmen Split das finnische Ajelo, um mit der Software in Washington D.C. ein Ride-Pooling-Konzept aufzubauen. Der Service im Washington wurde im letzten Oktober eingestellt.

Die Technologie von Ajelo war die weltweit erste vollautomatische Pooling-Lösung. Sie ermöglicht es, Fahrtanfragen von Nutzern, die in eine ähnliche Richtung unterwegs sind, vollautomatisch und dynamisch durch ein Fahrzeug zu bedienen. Mit einer App teilen Fahrgäste dem System Standort und Ziel mit. Ein Algorithmus errechnet dann eine möglichst effiziente Route für den Shuttle. Erst so wird eine höchst effiziente und nachhaltige geteilte Echtzeitmobilität möglich.

MOIA hat noch paar Aufgaben zu lösen – lädt sich dabei Zeit

Durch die Übernahme löst die Volkswagen-Tochter eine Herausforderung auf dem Weg zu einem on-demand Shuttle Dienst. Die Fahrzeuge für die erstes Integration dürften einfach aus dem Volkswagen Netzwerk zu besorgen sein. Bleibe noch die Herausforderungen auf Fahrer Seite und bei der Regulierung. Hinzukommen die Herausforderungen beim Aufbau eines Kundenstamms, der groß genug ist, um einen Shuttle Dienst effizient betreiben zu können. Split hat es alleine nicht geschafft, eventuell hilft Moia die Beteiligung an Gett. Es ist schon erstaunlich, dass sich MOIA beim Start eines ersten Services so viel Zeit lässt. Schließlich ist die Konkurrenz nicht zu unterschätzen und es arbeiten bereits mehr als 50 Mitarbeiter an diesem Projekt.

Bild: MOIA Finland Oy (alle Rechte vorbehalten)

Allygator Shuttle zieht es nach Bayern: Freyung Shuttle als Ergänzung zum ÖPNV

Bisher hat das Unternehmen door2door in Berlin unter dem Namen Allygator Shuttle einen on-demand Shuttle Dienst angeboten. Mit diesem operativen Show Case wurde jetzt die Bayerische Stadt Freyung überzeugt. Die Kreisstadt unterzeichnet mit dem Berliner Unternehmen door2door eine Vereinbarung zur bundesweit ersten On-Demand-ÖPNV Lösung im ländlichen Raum.

Kleine Shuttle als ÖPNV Lösung im ländlichen Raum

Mitte September soll es mit dem Angebot losgehen. Die Einwohner der Kreisstadt können per App den Shuttle Service flexibel buchen. Über die angepasste White-Label App werden Start und Ziel eingegeben. Die Nutzer erhalten vorab die Information, wie viel die Fahrt kostet, die maximale Fahrzeit und wie lange es braucht bis der Shuttle sie abholen kommt. Danach kann man in der App verfolgen, wie sich das Fahrzeug zum Abholort nähert. Der Algorithmus berechnet im Hintergrund die optimalen Routen und verbindet die Fahrgäste, die in der gleichen Richtung unterwegs sind. Bei etwa 7.300 Einwohnern dürften die Überschneidungen eher gering sein. Ein Fahrplan wird für den Dienst nicht benötigt, da die Fahrten nach Nachfrage stattfinden.

Komfortables Angebot in Freyung zu geringeren Kosten

Die Stadt Freyug will mit dem neuen Service den öffentlichen Nahverkehr verbessern. „Wie an vielen Orten im ländlichen Raum kann der ÖPNV in Freyung die Bedürfnisse der Bürger aktuell nicht optimal bedienen“, betont Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich. Bisher ist vor allem eine flächendeckende Abdeckung mit den herkömmlichen Bussen nicht möglich. „Gemeinsam mit door2door schaffen wir jetzt ein digitales Angebot, mit dem die Menschen ganz einfach und sehr komfortabel von A nach B gelangen. Wir sind davon überzeugt, dass wir dadurch die Qualität der Mobilität enorm verbessern und gleichzeitig die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr reduzieren können.“

Immer mehr Städte starten Überlegungen, einen eigenen on-demand Dienst aufzubauen oder mit bestehenden Anbietern zu kooperieren. Die BVG plant einen intelligenten Shuttle Dienst in Berlin. In den USA und Kanada kooperieren mehrere Städten mit Uber oder Lyft, um so das Mobilitätsangebot der Städte ohne große Investitionen zu verbessern.

door2door Plattform als Grundlage

Grundlage für den neuen Service ist die Mobilitätsplattform von door2door. Damit können Unternehmen und Kommunen eigenständig neue intelligente Mobilitätsangebobte aufbauen und betreiben. Die neuen Dienste lassen sich in die bestehende Verkehrsinfrastruktur integrieren und durch laufende Datenanalyse  können sie laufend optimiert werden. Langfristig sollen vollautomatisierte Fahrzeuge als Shuttles zum Einsatz kommen.

Bild: door2door (alle Rechte vorbehalten)

Transport App Citymapper testet smarten Bus in London

Bisher hat Citymapper eine App für den öffentlichen Nahverkehr angeboten, über den sich die schnellsten und besten Verbindungen von A nach B raussuchen lassen können. Nun wird in London das nächste Kapitel gestartet, es wir eine eigene intelligente Buslinie angeboten.

Citymapper Transport-App seit 2012 

Citymapper wurde bereits 2012 gegründet und hat eine Finanzierung von insgesamt mehr als 50 Mio. US$ eingesammelt. Die Transport-App kann in mehreren Städten weltweit genutzt werden. Unter anderem funktioniert sie in New York City, London, Boston und Berlin. In letzter Zeit hat es Gerüchte gegeben, wie sich die App weiterentwickelt. Einige Experten haben das Unternehmen als Übernahmekandidaten gesehen, andere gingen davon aus, dass eigene Mobility Services gestartet werden, um weiter zu wachsen. Diesen Schritt hat das Unternehmen jetzt angekündigt.

Busse auf festgelegten Routen

Die Busse fahren auf einer festgelegten Strecke und halten an definierten Haltestellen. Die Fahrgäste können an den Haltestellen beliebig ein und aussteigen. Die Fahrpläne der Busse sind selbstverständlich in der Citymapper App einsehbar und die Buslinie wird in die multimodale Routenplanung mit eingebunden. Die Busse verfügen über ein smartes Display, das den Fahrgästen zeigt, wo sie sich gerade befinden. Außerdem wurden die Busse leicht überarbeitet und bieten USB-Schnittstellen, an denen die Fahrgäste die Smartphones laden können. Citymapper hat auch Software für das Management der Fahrzeuge entwickelt. Die Fahrgäste werden über die Zahl der Passagiere informiert und können so sehen, wie voll der Bus ist.

ÖPNV kann effizienter gestaltet werden

In den letzten Jahren hat die App jede Menge Daten über das Mobiliätsverhalten der Nutzer gesammelt und ausgewertet. Dabei hat Citymapper realisiert, dass die Routen der öffentlichen Verkehrsmittel effizienter gestaltet werden können, um Menschen schneller von A nach B bringen zu können. Da von öffentlicher Hand geplante Mobilitätsangebote lange in der Umsetzung brauchen, ist das Unternehmen selbst aktiv geworden. Langfristig will Citymapper mit Partnern bessere Buslinien etablieren, die mehr dem Mobilitätsverhalten der Fahrgäste entsprechen. Von Citymapper soll die Software und Technologie kommen, die Busse sollen von anderen Unternehmen betrieben werden.

Mit dem Pilotprojekt in London will das Unternehmen lernen. Schaut man in die Zukunft, kann man sich leicht ausmalen, wie die Effizienz des ÖPNV gesteigert werden kann, wenn jedes Fahrzeug mit Sensoren ausgestattet ist, um Daten über die Auslastung und das Nutzungsverhalten zu sammeln.

Bild: Citymapper (alle rechte vorbehalten)

BVG plant einen Ride Sharing Dienst in Berlin

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen sich in neue Bereiche vorwagen und einen Ride Sharing Service aufbauen. Der Shuttle Service wäre interessant, um mehr Passagiere in die U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen zu bringen.

Intelligenter Shuttle Dienst bei der BVG geplant 

Vorgestellt werden soll das Projekt noch vor der Sommerpause in diesem Jahr. Eingeführt werden soll ein intelligenter Shuttle Dienst, bei dem sich mehrere Passagiere, die auf einer ähnlichen Route unterwegs sind, ein Fahrzeug teilen. Sitzplätze können einzeln über eine entsprechende Smartphone App gebucht werden, die Bezahlung erfolgt über die hinterlegten Bezahlmethoden.

Gespräche mit mehreren Anbietern

Um den Dienst zu realisieren, spricht die BVG mit mehreren Anbietern. Auch mit Uber wurde gesprochen, auf Grund der Vorgeschichte von Uber in Berlin wurden die Gespräche aber wieder eingestellt. Als Favorite bei der BVG soll im Moment Mercedes-Benz gehandelt werden. Das ist etwas verwunderlich, da zwar Mercedes-Benz die Fahrzeuge stellen könnte, aber nicht über die technischen Komponenten verfügt, um den Dienst umzusetzen. Die von der Mercedes-Benz Mutter Daimler betriebenen Services, wie MyTaxi oder Hailo sind für die Vermittlung von Einzelfahrten ausgelegt und nicht für das Pooling.

Rahmenbedingungen noch nicht definiert

Der Fahrpreis für den Shuttle Dienst steht noch nicht fest. Ebenso ist unklar, ob der Service in den bestehenden BVG Tickets integriert ist oder extra bezahlt werden muss. Die BVG plant den Einsatz von einem größeren Fahrzeugpool (mehrere Dutzend), um den Service Flächendeckend anbieten zu können. Offen ist auch, wie die Taxifahrer auf den Dienst reagieren werden, sie dürften einiges dagegen haben.

Mit einem ähnlichen Konzept sind in Berlin schon die Mobilitätsdienste Clever Shuttle und Allygator Shuttle unterwegs. Allygator Shuttle befördert Fahrgäste im Moment nur in den Abend- und Nachtstunden am Wochenende. Clever Shuttle hat auch einen Service unter der Woche, da aber auch nur am Abend. Um diesen Diesen einen nachhaltigen Durchbruch zu verschaffen, muss auch der gesetzliche Rahmen angepasst werden. Ein dynamischer Shuttle Service unter kommerziellen Gesichtspunkten ist bisher nicht möglich. Allygator erhebt einen minimalen Fahrpreis, der unterhalb der Betriebskostengrenze liegt. Clever Shuttle hat mittlerweile eine Sondergenehmigung in 5 Städten. Die Kosten für eine Fahrt mit CleverShuttle berechnen sich anhand einer gestaffelten Kilometerpauschale, die sich am lokalen Taxipreis orientiert (eine Fahrt mit CleverShuttle ist immer mindestens 40% günstiger als ein Taxi).

Studien zeigen Vorzüge von Shuttle Diensten auf

Mehrere Studien gehen davon aus, dass sich durch den Einsatz intelligenter Shuttle Dienste das Aufkommen an Einzelfahrten und somit das Fahrzeugaufkommen in den Städten drastisch reduzieren lassen. Deshalb steigt das Interesse der Städte, einen entsprechenden Service einzuführen, um die Lebensqualität in den Innenstädten zu erhöhen.

In einer ersten Version wurde berichtet, dass sich sowohl Allygator als auch Clever Shuttle unterhalb der Betriebskostengrenze bewegen müssen. Der Text wurde berichtigt.

Bild: Hannes Eisenach (bestimmte Rechte vorbehalten)

Lyft Line startet Shuttle Dienst mit festgelegten Strecken

Das amerikanische Ride-Hailing Unternehmen Lyft experimentiert weiterhin mit dem Mitfahrest Lyft Line, bei dem sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen. In einer nächsten Stufe werden jetzt feste Routen getestet, die man von Buslinien her kennt.

Berufspendler sollen angesprochen werden 

Mit dem Angebot will Lyft vor allem Berufspendler ansprechen, die sich täglich auf einer festgelegten Route bewegen. Die Nutzer sollen so eine zuverlässige und günstige Alternative zur Verfügung gestellt bekommen, um täglich den gleichen Weg zurück legen zu können. Nicht nur die Route ist festgelegt, sondern auch die Punkte, an denen Fahrgäste ein- und aussteigen können. Zu Beginn steht das Angebot in den beiden amerikanischen Städten Chicago und San Francisco zur Verfügung, später sollen weitere Großstädte folgen.

Fester Preis für Nutzer

Für die Nutzer ist nicht nur die Route berechenbar, sondern auch der Preis. Für die Nutzung des Lyft Shuttles werden festgelegt Preise aufgerufen, die auch nicht von Surge Pricing bzw. erhöhter Nachfrage abhängig sind. Die Fahrer werden subventioniert, falls Surge Pricing für die andere Nutzer aktiv sein sollte.

Lyft Line Shuttle Beschränkung auf Stoßzeiten

Zeitlich ist der Service auf die Morgen- und Abendstunden und auf Werktage beschränkt. Das Angebot ist also verfügbar, wenn die Menschen zur Arbeit fahren oder nach hause möchten. Das Angebot ist dynamisch in die App integriert. Nutzer sehen das Shuttle Angebot nur, wenn sie sich in der Nähe einer festgelegten Route befinden. Alle anderen Nutzer sehen das normale Lyft Line Angebot.

Fahrgemeinschaften hoch im Kurs

Das Thema Fahrgemeinschaften für Kollegen wird mittlerweile von mehreren Startups bearbeitet. Die Google Tochter Waze experimentiert damit in der Bay Area und hat bereits eine Expansion nach Südamerika angekündigt. Das Hamburger Unternehmen Wunder bietet einen Mitfahrservice in Asien an.

Lyft hat Konkurrenz

Lyft ist nicht das einzige amerikanische Unternehmen, dass einen Shuttle Service auf festen Routen anbietet. Ein Mitbewerber ist unter anderem das Unternehmen Chariot, das im letzten Jahr von Ford aufgekauft wurde. Auch Lyft hat enge Kontakte zu einem Automobilhersteller. Der General Motors Konzern hat Anfang 2016 eine Summe von 500 Mio. US$ in das Unternehmen investiert, zeitweise wurde über eine komplette Übernahme durch GM spekuliert.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Shuttle Service GoOpti sammelt 4.4 Mio. Euro ein

Das Startup GoOpti betreibt einen Shuttle Service in Europa und konzentriert sich dabei auf Fahrgäste, die von kleineren europäischen Städten zu größeren Flughäfen gebracht werden wollen. Um weiter wachsen zu können, hat das Startup eine Finanzierung in Höhe von 4.4 Mio. Euro abgeschlossen.

Das Unternehmen baut einen Marktplatz für Nutzer, die in einer Stadt mit schlechten Flugverbindungen wohnen. Dort existiert entweder gar kein Flughafen oder ein Flughafen mit wenigen teuren Direktverbindungen. Bisher fahren viele Personen mit diesem Problem zum nächst größeren Drehkreuz mit dem eigenen Auto oder lassen sich von Freuden oder Familie fahren. Das kann hohe Kosten für Benzin, Parkgebühren, Autobahngebühren usw. mit sich bringen. Genau hier greift GoOpti mit seiner Lösung an. Der dynamische Shuttle Service gruppiert Passagiere, die zu einer ähnlichen Zeit am Flughafen sein müssen und auf einer sinnvollen Route eingesammelt werden können. Auf der einen Seite werden so die Kosten für die Fahrgäste gesenkt, auf der anderen Seite erhalten die bestehenden Shuttle Services mehr Aufträge.

Flughafen Shuttle mussten in der Vergangenheit per Telefon oder E-Mail bestellt werden, was aus Kundensicht aufwändiger ist. Die Fahrdienstanbieter mit Minibussen haben sich in der Vergangenheit auf kleinere Gruppen und Geschäftsreisende fokussiert. Außerdem sind die Fahrer gleichzeitig die Manager des Services, was zu einer hohen Arbeitsbelastung führt. Mit der GoOpti Lösung erhalten die Betreiber der Minivans Zugang zu einer neuen Kundengruppe, die in der Vergangenheit auf Individualverkehr gesetzt hat aber an Kostenersparnissen interessiert ist. Durch die Automatisierung wird sich auch die Arbeitsbelastung reduzieren.

Der Marktplatz von GoOpti scheint auf den ersten Blick viele Vorteile für Fahrer und Fahrgäste zu bieten, in dem auf beiden Seiten der Aufwand reduziert wird.

Das Startup ist bisher in einigen europäischen Ländern aktiv, darunter Deutschland, Italien, Österreich, Ungarn und Slovenien. Ein Teil des Investments kommt von einem Fond der Europäischen Union. Auch der Berliner Geldgeber Point Nine Capital hat sich an dem Fahrdienst beteiligt. Die Finanzierung soll für die weitere Expansion genutzt werden.

Einige Startups beschäftigen sich mit dynamischen Shuttle Lösungen. Allygator Shuttle aus Berlin will einen dynamischen Shuttle für innerstädtischen Verkehr etablieren. Flinc hat vor kurzem seine Pläne für flott Bekanntgegeben.

Bild: GoOpti (alle Rechte vorbehalten)

Flinc startet mit flott eine neue Shuttle-Plattform

Das Startup Flinc aus Darmstadt hat heute angekündigt, dass es eine Software für dynamische Shuttle-Lösungen auf den Markt bringen will. Bisher ist flinc mit einem Mitfahrservice auf dem Markt, der Pendler mit Mitfahrern verbindet. Das neue Produkt heißt flott und soll vor allem Nahverkehrsbetriebe ansprechen, die eine dynamische Mobilitätsdienstleistung planen.

Heute startet mit flott eine Shuttle-Plattform, die den Grundstein für individuellen Nahverkehr legt – abseits von fixen Routen und starren Fahrplänen. Die von der flinc GmbH entwickelte Technologie bildet die ideale Ausgangsbasis für ein flexibles Verkehrsmittel. Flinc will sich mit dem neuen Produkt eine gute Ausgangsposition im Wettbewerb um dynamische Shuttle Dienste sichern und sich für den Einsatz autonomer Fahrzeuge vorbereiten.

Der Stadtverkehr wird in Zukunft weitaus effizienter und dynamischer ablaufen. Das zeigen auch Fahrdienste wie Uber oder allygator shuttle, die in Deutschland bereits erste Erfahrungen gesammelt haben. “Mobilität befindet sich in einem massiven Wandel. Der Kunde von heute verlangt nach einem digitalen und individuellen Beförderungsmittel. Mit flott bieten wir eine Plattform, welche die Flexibilität des eigenen Autos mit den Vorzügen des ÖPNV vereint. Das Ziel: Ohne Umsteigen von A nach B bei gleichzeitig höherer Auslastung der Fahrzeuge“, sagt Dr. Klaus Dibbern, CEO der flinc GmbH.

flott für Verkehrsbetriebe

Das Produkt soll vor allem für Verkehrsunternehmen interessant sein. “Für die Etablierung dieses neuen Verkehrsmittels sind wir im Dialog mit der Automobilindustrie, Verkehrsunternehmen, Städten und der Politik.”, so Dibbern. Bei der Generierung von Partnern werden die Kontakte von flinc zur Deutschen Bahn und zu Opel hilfreich sein. Beide Unternehmen sind an flinc seit einiger Zeit beteiligt.

Die Shuttle-Plattform bietet eine umfassende Lösung, um On-Demand Mobilität in bestehende Strukturen zu integrieren und damit individueller auf Kundenbedürfnisse einzugehen. Per intelligentem Algorithmus be- rechnet flott auf Basis der Nachfrage die günstigste Route, um mehrere Passagiere schnell und bequem zu ihren Zielorten zu bringen. Es werden zudem automatisch die Anzahl der benötigten Shuttles sowie die Betriebszeiten ermittelt. Dies führt zu einer drastischen Reduktion von Leerfahrten und benötigten Fahrzeugen auf der Straße, einer direkten Kostenoptimierung und einer geringeren CO2-Belastung.

Fokus auf Technologie

Die Vision ist, dass Passagiere via App ihr Shuttle bestellen können und von professionellen Fahrern zum Ziel gebracht werden. Der Kunde kann nach Bestellung live sehen, wo sich sein Shuttle gerade befindet und wie dessen Ankunfts- zeit ist. Die Shuttle-Plattform ermöglicht dabei ständig den Eingriff eines Operators, der den Betriebsablauf überwacht.

Flott will sich dabei auf die Technologie für den Shuttle-Dienst fokussieren, der Betrieb wird von den lokalen Verkehrsbetrieben oder Franchisepartnern komplett übernommen. Damit geht das Unternehmen einen anderen Weg, als z.B. allygator Shuttle. Allygator Shuttle will zumindest vorerst den Betrieb der Fahrzeuge steuern und auch beim Marketing involviert sein wollen.

Basis für Mobilitätsdienste mit autonomen Fahrzeugen

flott soll in den nächsten Jahren weiterentwickelt werden um später einmal als Basis für eine zukünftige Einführung vollautonomer Fahrzeuge bilden zu können, die das Mobilitätsverhalten der Menschen und traditionelle Geschäftsmodelle grundlegend verändern werden.

Bild: flott-shuttle.de (alle Rechte vorbehalten)