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Mehr als nur Bike-Sharing: oBike versucht sich mit Lieferungen

Mittlerweile zeigen sich die asiatischen Bike-Sharing Anbieter auch in Deutschland, während in den Heimatmärkten schon weitere Geschäftsmodelle getestet werden. Die chinesische App mobike versucht sich mit Carsharing, der Konkurrent oBike aus Singapur startet einen Lieferdienst.

Pakete mit oBike Flash von A nach B schicken

Mit dem oBike Flash genannten Dienst können Nutzer Warensendungen von A nach B schicken. Über die App kann der Auftrag platziert werden, in weniger als zwei Stunden sill der Auftrag dann ausgeführt werden. Die Lieferung erfolgt durch Fahrradkuriere, die mit den oBikes unterwegs sind. Bei oBike heißen die Kuriere Flashman.

Weitere Auslastung für die Bike-Sharing Flotte

Die Bike-Sharing Fahrräder mit weiteren Diensten weiter auszulasten, ist eine clevere Idee. Da sich die Qualität der Fahrräder in Grenzen hält, dürften Kuriere vor allem Aufträge mit kurzen Strecken bevorzugen. Kaum vorstellbar, dass ein Kuriere einen ganzen Arbeitstag mit einem oBike bestreitet. oBike könnte bei Erfolg motorisierte Fahrräder zur Flotte hinzufügen. Der Wettbewerb bei den Lieferdiensten ist in Singapur auch nicht zu unterschätzen und der Aufwand für oBike ist enorm. Fahrer müssen zum Beispiel gefunden und mit jeder Menge Aufträge bei Laune gehalten werden. Der Kundenservice muss hochgefahren werden.

Globale Expansion via Franchise

oBike hat bisher mehr als 10 Millionen Fahrten ermöglich. In einem nächsten Schritt soll ein Franchise-System für die Expansion aufgebaut werden. Partnerunternehmen kümmern sich um das operative Geschäft in den Städten und erhalten dafür von oBike fachliche Unterstützung und einen Teil des Umsatzes. Im Vergleich zu den großen Anbietern Ofo und Mobike ist oBike relativ klein und muss sich kreative Lösungen für den harten Konkurrenzkampf einfallen lassen.

Die Chinesischen Anbieter führen mehrere Millionen Fahrten jeden Tag durch, außerdem haben diese mehr Finanzierung erhalten. Durch das Franchise System kann oBike mit weniger Kapital expandieren und die Marke schneller ausrollen. Auf der anderen Seite besteht auch die Gefahr, dass sich die Franchise-Partner langfristig von oBike loslösen. Außerdem muss das Unternehmen aus Singapur sicherstellen, dass die lokalen Partner das Bike-Sharing Programm mit höchster Qualität umsetzen.

Bild: oBike (alle Rechte vorbehalten)

Car-Sharing kommt in Singapur gut an

In der asiatischen Metropole Singapur wird Car Sharing gut angenommen. Gründe dafür sind unter anderem, dass privater Autobesitz extrem teuer ist und die Zahl der Zulassungen stark begrenzt ist.

Starkes Wachstum bei Car-Sharing Anbieter BlueSG

Ein Beispiel dafür, dass Car-Sharing gut angenommen wird, sind die veröffentlichten Zahlen von BlueSG. Das erst kürzlich gestartete Unternehmen BlueSG ist zufrieden mit der Entwicklung in den ersten drei Wochen. Mehr als 3300 Kunden haben sich für das Car-Sharing Angebot mit Elektroautos angemeldet. Mehr als 5000 Buchungen wurden in den ersten drei Wochen durchgeführt. Bisher hat BlueSG eine überschaubare Flotte mit 80 Fahrzeugen in Betrieb und betreibt 32 Ladestationen. Bis 2020 soll die Flotte auf mehr als 1000 Fahrzeuge wachsen und 2000 Ladestationen aufgebaut werden.

Wachstum begrenzt – hohe Kosten für Fahrzeuglizenz

Die Metropole hat damit zu kämpfen, dass 5.6 Millionen Menschen auf engstem Raum zusammen wohnen. Damit der Straßenverkehr nicht im Stau versinkt, ist die Zahl der privaten Fahrzeugzulassungen stark limitiert. Regelmäßig wird das maximale Wachstum an Neuzulassungen definiert. Für 2018 wurde das Wachstum auf 0% festgelegt, dieser Wert soll bis 2020 gelten. Um die Einwohner trotzdem mobil zu halten, investiert der Stadtstaat in den öffentlichen Nahverkehr und ermöglicht alternative Verkehrsangebote. Gewerbliche Fahrzeuge und Busse sind von dem Wachstumsstopp ausgenommen.

Wer ein Fahrzeug zulassen möchte, benötigt eine behördliche Genehmigung. Die Genehmigungen werden versteigert, was den Preis nach oben treiben kann. Im Moment kosten die Lizenzen etwa 30.000 Euro, was sich die meisten Einwohner nicht leisten können.

Ride-Sharing Fahrer greifen auf Mietwagen zurück

Auch Uber Fahrer müssten die 30.000 Euro auf den Tisch legen, wenn sie sich ein eigenes Fahrzeug kaufen. Die Lösung heißt für die meisten aber, dass ein Fahrzeug angemietet und nicht gekauft wird. Die Zahl der Privatfahrzeuge nimmt in den letzten Jahren in Singapur kontinuierlich ab, während die Zahl der Mietfahrzeuge stark wächst. Zwischen 2013 und 2016 ist die Zahl der Mietautos von 16.396 auf 51.336 gewachsen. Hauptgrund dürften die Uber und Grab Fahrer sein.

Bild: BlueSG (alle Rechte vorbehalten)