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Berliner Startup German Autolabs entwickelt digitalen Beifahrer

Das Berliner Startup  German Autolabs will einen digitalen Beifahrer auf den Markt bringen, der das Autofahren in Zeiten von Smartphones sicherer macht. Gegründet wurde das Unternehmen von Holger G. Weiss und Patrick Weissert. Target Partners und einige Business Angels haben sich kürzlich mit einer Summe von zwei Mio. Euro an dem Unternehmen beteiligt.

Der intelligente Beifahrer von German Autolabs soll das Autofahren sicherer machen, bis in einigen Jahren autonome Fahrzeuge zum Standard geworden sind und sich die Mitfahrer entspannt zurück lehnen können, um Inhalte auf den digitalen Geräten zu konsumieren. Heute greifen die Autofahrer während der Fahrt häufig verbotenerweise zum Smartphone, um Emails zu lesen oder um schnell eine WhatsApp Nachricht zu verschicken. Den dadurch entstehenden Sicherheitsrisiken will das Startup mit seinem intelligenten Beifahrer entgegenwirken.

Herzstück ist eine spezielle fürs Autofahren entwickelte Künstliche Intelligenz

Herzstück ist eine spezielle fürs Autofahren entwickelte Künstliche Intelligenz, die Dienste auf dem Smartphone sinnvoll verbindet und über Sprache und Gestik gesteuert wird. Das Telefon bleibt dabei in der Hosentasche. German Autolabs entwickelt eine Lösung, mit der Autofahrer wichtige Apps und Dienste intuitiv nutzen und steuern können – und zwar in jedem Fahrzeug, unabhängig von Alter und Marke. Dieser digitale Beifahrer erledigt alle Aufgaben auf Zuruf, informiert und spricht situationsabhängig mit dem Fahrer, so dass seine Hände zu jeder Zeit da bleiben können, wo sie für die größte Sicherheit sorgen – am Steuer. Die Vision des Auto-Start-ups ist ein digitaler Assistent, der dem Fahrer genau zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Informationen zur Verfügung stellt und die richtigen Angebote macht.

Der Markt dafür scheint riesig zu sein. Allein in Europa und Nordamerika sind Laut Berthold von Freyberg, Partner bei Target Partners, mehr als 500 Mio. Fahrzeuge unterwegs, die mit der Technologie ausgestattet werden können. Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden 2015 über 360.000 Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer in Deutschland gezählt. Dabei handelt es sich nur um die geahndeten Fälle, die Dunkelziffer liegt weitaus höher.

Konkurrenz durch Apple, Google und co.

Die Entwicklung und Produktion des digitalen Beifahrers findet in Deutschland statt, der Unternehmenssitz ist in Berlin. Das erste Produkt für den Endkunden soll bereits im kommenden Jahr auf den Markt kommen. Das Unternehmen konkurriert unter anderem mit den Systemen von Apple (CarPlay mit Siri Unterstützung), Google (Android Auto mit Google Assistent) und den Systemen der Autohersteller. Autokonzerne von BMW, über Daimler, bis hin zu Tesla entwickeln ihre eigenen Assistenten. German Autolabs kann sich auch vorstellen, die Technologie an Autokonzerne zu lizenzieren.

Erfahrenes German Autolabs Gründerteam

Beide Gründer verfügen über langjährige Erfahrung im Mobility und Digital-Bereich. Holger G. Weiss war bei gate5 mit dabei. Gate5 hat eine Navigationssoftware entwickelt, das Unternehmen wurde 2006 von Nokia aufgekauft. Gate5 hat den Grundstein für HERE gelegt, der digitale Karten- und Navigationssystemanbieter wurde 2015 von drei deutschen Automobilherstellern für fast 3 Milliarden Euro von Nokia übernommen. Nach gate5 hat Weiss den Musik-Streaming Dienst Aupeo gegründet und aufgebaut und schließlich an Panasonic Automotive North America verkauft. Patrick Weigert verantwortete zuletzt beim digitalen Karten- und Navigationssystemanbieter HERE als Consumer Director das gesamte digitale Endverbrauchergeschäft mit mehr als 25 Millionen Nutzern pro Monat, von der Produktentwicklung bis zu Vertrieb, Partnering und Monetarisierung, inklusive der Wachstums- und Umsatzziele für das Geschäftsfeld. Dabei führte er ein 100-köpfiges Team von Entwicklern, Produktmanagern, Designern, Marketing-, Partnering- und Monetarisierungs-Experten. Vor den Stationen bei HERE arbeitete Weissert in unterschiedlichen Führungspositionen in der globalen Produktentwicklung und Konzernstrategie von Vodafone.

Bild: German Autolabs (alle Rechte vorbehalten)

Selbstfahrender LKW von Otto liefert Budweiser Bier in Colorado

Das von Uber übernommene Startup Otto hat Ende Oktober gezeigt, wie weit das eigene System für selbstfahrende Lastwagen schon entwickelt ist. Ein mit dem Technologie-Kit von Otto ausgestatteter 40-Tonner LKW hat in Colorado eine Bier-Lieferung von der Brauerei Anheuser-Busch über eine Strecke von ca. 200 Kilometern ohne Fahrer transportiert.

Autonom auf der Autobahn

Der Lastwagen war im autonomen Modus auf der Autobahn unterwegs. Ein Fahrer war zwar in der Kabine, um im Notfall eingreifen zu könne, saß aber nicht direkt hinter dem Steuer. Begleitet wurde der LKW von einem Polizeifahrzeug.

Die Fahrt war eine erste Demonstration, um zu zeigen, wie weit die Technologie für autonome Lastwagen heute ist. Eine erste funktionsfähige basis Version der Technologie ist bereits entwickelt, weitere Iterationen auf Hardware und Software-Seite sind notwendig, um das System bis zur Serienreife zu entwickeln. Bis die Serienreife erreicht ist, wird es noch einige Jahre dauern.

Einige Voraussetzungen mussten für die Testfahrt erfüllt sein: Die Fahrt fand bei schönen Wetter statt und in den Morgenstunden, bei geringem Verkehr. Das Team von Otto hat zwei Wochen dafür benötigt, um die Route zu definieren und um das Kartenmaterial mit dem benötigten Detaillierungsgrad zu erstellen.

Kostenersparnis in Millionenhöhe möglich

Der Brauerei-Riese Anheuser-Busch geht davon aus, dass pro Jahr 50 Mio. US$ an Kosten eigespart werden können, wenn die autonomen LKWs eingesetzt werden können. Der Konzern geht davon aus, dass zuerst weiterhin ein Fahrer an Board der LKWs sein wird. Die Einsparungen kommen durch geringeren Benzinverbrauch und bessere Auslastung der Fahrzeuge. Mit den autonomen Eigenschaften können die LKWs länger unterwegs sein, da die LKWs auch während potentieller Ruhezeiten der Fahrer weiterfahren können.

Erstes Szenario wird sein, dass die Lastwagen auf den Autobahnen autonom fahren und der Fahrer kurz vor der Autobahn-Abfahrt übernimmt. Langfristiges Ziel wird es sein, den Fahrer komplett zu ersetzten, was weitere Kostenersparnisse mit sich bringen wird.

Otto von Uber übernommen

Otto wurde erste Anfang des Jahres gegründet und im Sommer von Uber für eine Milliarde US$ übernommen. Das Startup arbeitet an der Entwicklung von Systemen, um LKWs mit autonomen Eigenschaften ausstatten zu können. Uber will die Erfahrungen von Otto auch in die eigene Entwicklung von den selbstfahrenden Autos einfließen lassen. Auf der anderen Seite will das amerikanische Transportunternehmen seine Aktivitäten ausweiten. Uber sieht einen weiteren Milliardenmarkt im Bereich des Langstrecken Güterverkehrs mit LKWs. Es sollen keine eigenen LKWs entwickelt werden, das Unternehmen will mit etablierten LKW-Herstellern zusammenarbeiten.

Bild:  ot.to (alle Rechte vorbehalten)

Bosch zeigt selbstfahrendes Auto

Bosch hat in Australien einen Prototypen eines selbstfahrenden Autos gezeigt. Der Prototyp kann einen Ausblick auf die von Tesla geplante zweite Version des Autopiloten geben.

Der Zulieferer für die Automobilindustrie hat das selbstfahrende Auto auf dem ITS World Congress in Melbourne vorgestellt. Damit ist auch zum ersten mal ein selbstfahrendes Auto auf dem australischen Markt unterwegs. Der deutsche Zulieferer hat an den Systemen für autonomes Fahren in den letzten 5 Jahren gearbeitet. Die Komponenten können in jedem beliebigen Fahrzeugmodell verbaut werden.

Tesla als Systemträger für Bosch

Für die Demonstration auf der Messe hat Bosch einen Tesla verwendet. Die im Tesla serienmäßig verbaute Hardware wurde durch Komponenten von Bosch ersetzt. Die beiden Unternehmen arbeiten schon länger zusammen. Bosch liefert die Radar-Sensoren für das teilautonome System, das in den aktuellen Tesla Modellen verbaut ist.

Tesla hat auch mit Mobileye zusammengearbeitet, von diesem Unternehmen wurde die Software und Hardware-Chips bezogen. Nach dem tödlichen Unfall mit einem Tesla, der im Autopilot-Modus unterwegs war, wurde die Kooperation beendet.

Das Bosch System kann in Fahrzeugmodellen unterschiedlicher Hersteller verbaut werden. Das Tesla S wurde ausgewählt, das es den Mobilitätsgedanken von Bosch am besten verdeutlicht: automatisiert, elektrisch, vernetzt.

Autopilot 2.0 mit gleichen Eigenschaften

Insidern zufolge verfügt der Autopilot 2.0 über die gleichen autonomen Fähigkeiten, wie der von Bosch vorgestellte Prototyp. Der Autopilot 2.0 soll sich auch durch verbesserte Hardware auszeichnen. Dem Setup sollen weitere Radar-Sensoren hinzugefügt werden, außerdem eine weitere Kamera. Bosch wollte nicht kommentieren, ob das Fahrzeug etwas mit dem Autopiloten 2.0 von Tesla zu tun hat.

Das selbstfahrende Auto ist mit sechs Radarsensoren, sechs Lidar Sensoren, einer stereo Video Camera und einem extrem genauen GPS-Sensor ausgestattet. Laut dem Unternehmen verfügt das Fahrzeug über autonome Eigenschaften der Kategorie 4. Das bedeutet, dass das Fahrzeug ohne Fahrer fahren kann und keine Übernahme der Kontrolle durch den Fahrer notwendig ist. Der aktuelle Autopilot ist in der Kategorie 2 anzusiedeln. Das heißt, dass dass Fahrzeug über autonome Eigenschaften verfügt, der Fahrer aber weiterhin die Kontrolle über das Auto hat. Insgesamt wurden 5 Kategorien im Bezug auf autonomes Fahren definiert.

Tesla hat für den 17. Oktober eine neues Produkt angekündigt, vielleicht handelt es sich dabei ja schon um den Autopiloten 2.0.

Bild: Bosch (alle Rechte vorbehalten)

BMW, Toyota und die Allianz investieren in Nauto, ein Startup für autonomes Fahren

Das Startup Nauto, das Technologien für die Überwachung von Fahrzeugen und später auch für selbstfahrende Autos entwickelt, hat eine Finanzierung von namenhaften Konzernen eingesammelt. Die Unternehmen BMW, Toyota und Allianz Group haben eine Summe in unbekannter Höhe in das Startup investiert. Das Startup wird außerdem eng mit den Investoren zusammen arbeiten und die erhobenen Daten teilen.

Es ist nicht bekannt, welche Summe die Konzerne in der erweiterten Finanzierungsrunde in das Startup investiert haben. BMW ist mit BMW iVentures eigestiegen, Toyota ist über das Toyota Research Institute beteiligt und Allianz über Allianz Ventures. Entscheidender dürfte für Nauto die Zusammenarbeit mit den Konzernen sein. Zuvor hat Nauto eine Finanzierung in Höhe von 12 Mio. US$ eingesammelt. Das Unternehmen wurde im Jahr 2015 von CEO Stefan Heck und CTO Frederick Soo gegründet. Nauto entwickelt ein System bestehend aus Kameras, Bewegungssensoren und GPS Systemen das mit einer komplexen Software inklusive künstlicher Intelligenz ausgestattet ist. So wird überwacht, was sich außerhalb und innerhalb des Fahrzeugs abspielt.

Bis der Fahrer ganz ersetzt werden kann, wird dieser über gefährliche Situationen alarmiert und dabei unterstützt, Unfälle zu vermeiden. Das System verfügt über mehrere Kameras, die automatisch aufnehmen, wenn sich ein Unfall oder eine gefährliche Situation anbahnt. Im Falle eines Unfalls können die Aufnahmen genutzt werden, um die Schuldfrage zu klären. In einigen Ländern müssen dafür aber erst die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Der Fahrer kann das Nauto System auch absichtlich aktivieren, um Situationen im Fahrzeug aufzuzeichnen. Das ist vor allem für Taxifahrer und Fahrer von Mitfahrplattformen interessant, die öfters unbequeme Fahrgäste im Fahrzeug haben dürften. Im Falle eines Alarms wird ein Flotten- oder Fahrermanager alarmiert, der über einen Live-Stream das Geschehen mitverfolgen kann.

Am Anfang sind professionelle Fahrer die Zielgruppe von Nauto. Die Daten sollen genutzt werden, um für mehr Sicherheit zu sorgen und um Schäden schneller aufzuklären. Das System soll mit der Zeit weiterentwickelt werden und selbst dazu lernen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Vorteile und die vom Nauto-System gesammelten Daten in die Entwicklung von selbstfahrenden Autos einfließen und diese beschleunigen. Das Toyota Research Institute geht davon aus, dass erst Daten von mehreren Milliarden Fahrtkilometern gesammelt werden müssen, bevor die kritischen Punkte im Bezug auf die Sicherheit von selbstfahrenden Fahrzeugen vollkommen verstanden sind.

Nauto verfügt schon über einige Kunde aus den Bereichen Transportwesen, Logistik, und Personenbeförderung. Auch Uber und Lyft Fahrer interessieren sich für das System, bisher gibt es aber noch keine Partnerschaft zwischen dem Startup und einer der führenden Fahrdienst-Plattformen.

CASE: Mercedes-Benz passt seine Unternehmensstrategie an

Auf dem Automobilsalon in Paris hat Mercedes-Chef Dieter Zetsche mehr Details zur neuen Unternehmensstrategie CASE vorgestellt. Der Konzern will sich neu ausrichten, um auf die Herausforderungen aus neuen Mobilitätsbereichen zu reagieren. Dazu zählen unter anderem Fahrdienste, weitere Mobilitätsdienstleistugen und Elektromobilität. CASE steht für die vier Bereiche Connected, Autonomous, Shared & Service und Electric Drive.

Alle vier Säulen stehen für die Zukunft von Mercedes-Benz und werden die strategische Ausrichtung prägen. Die Säulen werden konsequent vorangetrieben, außerdem sollen sie intelligent verbunden werden. Mercedes-Benz versucht damit auf die Bedrohungen zu reagieren, die die bisherigen Automobilkonzernen auf den Kopf stellen könnten. Startups und Technologieunternehmen, wie Uber oder Tesla treiben die Bereiche seit Unternehmensgründung voran und haben diese tief in der Unternehmensphilosophie verankert. Mercedes-Benz versucht mit der CASE Strategie aufzuholen.

C für Connectivity

Die Marke Mercedes me wird eine zentrale Rolle im Bereich Vernetzung (connectivity) spielen. Die Kunden haben per App, Website oder direkt im Auto Zugriff auf ein umfassendes und personalisiertes Dienstleistungsangebot. So kann direkt ein Termin bei einem Servicepartner vereinbart werden. In Zukunft soll auch die Suche nach einem Parkplatz dank „Community-based Parking“ vereinfacht werden, das zusammen mit Bosch vorangetrieben wird. Über Sensoren erkennen die Mercedes-Benz Fahrzeuge freie Parkplätze und übermitteln die Daten an andere Fahrzeuge in der Umgebung. So wird die Suche nach einem Parkplatz deutlich komfortabler.

A für Autonomes Fahren

Mercedes-Benz treibt seine Entwicklungen weiter voran, um in naher Zukunft ein selbstfahrendes Auto im Angebot zu haben. Bereits heute sind in manchen Modellen Technologien verbaut, die teil-autonome Fahrfunktionen ermöglichen. Heute wird dadurch der Fahrer unterstützt, spätestens 2021 soll der Fahrer danke Weiterentwicklungen komplett ersetzt werden können. Ermöglicht wird das durch die Verknüpfung und Auswertung von Daten unterschiedlicher Sensoren, wie Kameras, Ultraschall oder Radar. Hinzu kommt ein extrem genaues Kartenmaterial.

S für Sharing & Service

In dem Bereich siedelt Mercedes seine Tätigkeiten in den Bereichen Sharing und Mobilitätsdienstleistungen an. Der Konzern betreibt bereits mit car2go ein eigenes Carsharing-Programm. Außerdem gehören die Taxi- und Fahrdienst Anbieter mytaxi, Hailo und Blacklane zum Portfolio. Mercedes will diesen Bereich weitere vorantreiben da in den nächsten Jahren die Nachfrage nach individuellem Fahrzeugbesitz vor allem in Städten weiter rückläufig sein wird. Bisher hat sich Daimler noch nicht dazu geäußert, wie es die Themen rund um autonomes Fahren mit den Fahrdienst-Plattformen verknüpfen wird. Da die Taxi-Fahrer im Moment noch zu einer nicht zu unterschätzenden Kundengruppe von Daimler zählen, wird sich der Konzern erwartungsgemäß mit konkreten Äußerungen zurückhalten.

E für Elektrifizierung

In Paris hat der Konzern die erste Studie der neuen Marke EQ vorgestellt. Unter dem Dach der neuen Marke soll ein umfassendes Angebot rund um Elektromobilität entwickelt werden. Neben Fahrzeugen sollen intelligente Lösungen für Energiespeicher und innovative Ladetechnologien sowie nachhaltige Recycling-Lösungen angeboten werden. Bis zum Jahr 2025 sollen mehr als zehn reine Elektrofahrzeuge im Angebot zu einen sein. Bei der Studie “Generation GQ” handelt es sich um einen elektrisch angetriebenen SUV, der über eine Reichweite von 500 km verfügen soll.

Bleibt abzuwarten, wie schnell der Konzern seine Strategie umsetzt. Mercedes-Benz ist damit nicht allein. Auch der Volkswagen Chef Müller hat angekündigt, dass eine weitere Marke gegründet wird, unter der die neuen Mobilitätsangebote des Konzerns gebündelt werden sollen. Gleichzeitig wurde eine Studie von einem Elektroauto präsentiert. Der Volkswagen I.D. soll bis zum Jahr 2021 zur Serienreife entwickelt werden.

Bild: Daimler AG (alle Rechte vorbehalten)

Apple will sich an McLaren beteiligen

Medienberichten zufolge will sich der Technologiekonzern Apple an dem Hersteller für Renn- und Luxusfahrzeuge McLaren beteiligen oder komplett übernehmen. Bisher hat sich Apple vorwiegend auf die Entwicklung von Software und Hardware im Computer- und Kommunikationsbereich konzentriert. Berichte, dass Apple bis zum Jahr 2020 ein eigenes selbstfahrendes Auto mit Elektroantrieb auf der Straße haben möchte, existieren sei einiger Zeit. McLaren hat den Plänen erstmal widersprochen, von Apple gab es keinen Kommentar.

Investment oder Übernahme

Bisher war wenig über mögliche Partner für die Entwicklung und Produktion der möglichen Apple Fahrzeuge bekannt. Das änder sich sich mit den Berichten über eine mögliche Kooperation mit McLaren Die Meinungen schwanken zwischen einem möglichen Investment von Apple in McLaren und einer Übernahme. Es gibt auch Gerüchte, dass sich Apple an Lit Motors beteiligen möchte, da das Unternehmen über interessante Patenten für Technologien verfügt, die für selbstfahrende Autos interessant sind. Lit Motors entwickelt Kabinenroller, die sich selbst stabilisieren.

Entwicklungszentrum und Formel 1

McLaren ist in Großbritannien angesiedelt und entwickelt Supersportwagen, betreibt sein eigenes Formel 1 Team und verfügt über ein Technologie-Entwicklungszentrum. McLaren gilt Innovator in der Automobilindustrie, da bei der Komponentenentwicklung neue Wege gegangen werden. Technologien, die für den Formel 1 Sport entwickelt wurden, werden auch bei den straßentauglichen Fahrzeugen verwendet. Apple dürfte eher an den Technologien, Patenten und Entwicklungskompetenzen von McLaren interessiert sein, als an den Produktionsanlagen und der bestehenden Modellpalette. McLaren ist ein Nischenhersteller, im letzten Jahr wurden gerade mal 1654 Fahrzeuge produziert. Das passt nicht mit den Ambitionen von Apple zusammen, den Massenmarkt zu erobern.

Tesla als Vorbild?

Der Technologiekonzern könnte sich auch Tesla als Vorbild genommen haben. Tesla und Lotus haben sich 2004 zusammengetan und die Erfahrungen über Projektmanagement, Fahrzeugproduktion und sicherheitsrelevante Themen gebündelt. Das Ergebnis war der Tesla Roadster, der auf der Lotus Elise basiert. Der Roadster hat den Weg für das Tesla Model S bereitet. Die Erfahrungen aus der Entwicklung und Produktion des Tesla S sind in das Projekt für das Model 3 mit eingeflossen und ermöglichen Tesla somit dein Einstieg in den Massenmarkt. Tesla ist mit einem Nischenmodel gestartet und hat sich in den Massenmarkt vorgearbeitet. Analysten erwarten von Apple eine ähnliche Strategie. Um diese zu verfolgen, würde eine Zusammenarbeit mit McLaren Sinn ergeben.

Apple beschäftigt sich seit einiger Zeit mit der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Mehr als 1000 Mitarbeiter wurde angestellt, um das Projekt Titan voran zu bringen. Apple hat namenhafte Experten von anderen Automobilherstellern und Technologieunternehmen abgeworben. In letzter Zeit gab es Berichte, dass Apple die Ausrichtung des Projekts Titan ändert. Apple soll von den Plänen abgerückt sein, ein komplettes selbstfahrendes Auto zu entwickeln. Fokus soll nach dem Strategieschwenk auf der Entwicklung für Software und Hardware für selbstfahrende Autos andere Hersteller liegen. Einige Hundert Mitarbeiter mussten daraufhin das Unternehmen verlassen. Es ist unbekannt, ob Apple nach dieser angeblichen Strategieänderung weiterhin Interesse an einer Übernahme von McLaren hat.

Bild: FotoSleuth/Flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)