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Neue ÖPNV Apps – Mobiles Ticketing im Fokus

In den letzten Wochen hat es gleich mehrere neue ÖPNV Apps gegeben. In einer Zusammenfassung geben wir einen kurzen Überblick. Der Hauptfokus liegt auf einfacheren Alternativen für den Kauf von Tickets für den ÖPNV mittels SmartPhone.

Ticket Sharing in Nürnberg

Der VAG aus Nürnberg hat zu Jahresbeginn bereits eine neue App veröffentlicht und beschreitet damit neue Wege. Das neue Angebot will Fahrgäste ohne Ticket mit Fahrgästen verbinden, die ein gültiges Ticket mit ungenutzter Mitnahmemöglichkeit haben. Fahrgäste mit den Ticketvarianten Abo Plus, TagesTicket Plus und MobiCard können über die App die verfügbaren Plätze anbieten und die Strecke definieren. Suchende sehen dann die Verfügbaren freien Plätze auf der von ihnen geplanten Strecke.

Neue Ticket App der BVG

Die BVG in Berlin hat eine App für das Ticketing in die App-Stores gebracht. Vorher war das Angebot ausschließlich ein Teil der BVG Fahrinfo App, die wenig nutzerfreundlich aufgebaut ist und veraltet wirkt. Über die App lassen sich keine Fahrtinfos recherchieren, es können ausschließlich Tickets gekauft werden. Damit dürfte sich die App an Nutzer richten, die schon wissen, wie und wann sie von A nach B kommen – oder der Schritt wird Apps wie Google Maps oder CityMapper überlassen. Monatstickets sollen später folgen.

BestPreis App für Stuttgart

In Stuttgart ergänzt eine sogenannte SSB BestPreis App das schon stattliche Angebot an Apps für den ÖPNV. Bei der App handelt es sich um ein Testprojekt, das die nächsten 24 Monate laufen soll. Bis zu 20.000 Nutzer sollen sich dafür registrieren können. Die App soll als Art Monatsticket den günstigsten Preis abrechnen. Alle Fahrten, die innerhalb des Betrachtungszeitraums  mit der App gebuchten wurden, werden am Ende des Zeitraums zu den günstigsten Konditionen abgerechnet. Bezahlt werden kann per PayPal oder Kreditkarte. Der Nutzer gibt Start- und Zielhaltestelle ein und erhält daraufhin eine Fahrtberechtigung, die als Handyticket kontrolliert werden kann.

nextTicket von Verkehrsverbund Rhein-Ruhr

Der Anbieter Verkehrsverbund Rhein-Ruhr testet eine App, die an das Angebot in Stuttgart erinnert. Die App nextTicket soll den Ticketkauf stark vereinfachen und gleichzeitig dafür sorgen, dass der Nutzer den günstigsten Preis zahlt. Der Nutzer checkt beim Einstieg in ein Fahrzeug ein und am Ziel wieder aus. Der Check-Out ist ein zusätzlicher Schritt für den Nutzer, der bestimmt häufiger vergessen wird. Die Abrechnung erfolgt dann am Monatsende, zunächst auf bestehenden Ticket-Optionen. Basis bilden dabei die Optionen 4er-Ticket, 10-Ticket und 24-Stunden Ticket. In einer zweiten Stufe soll ein kilometerbasierter Tarif getestet werden, der sich aus einer Basiskomponente und einem flexibel Aufschlag zusammensetzt. Zu einem Festpreis von 1.40 Euro bzw. 1.45 Euro kommen Kosten in Höhe von 20 Cent pro Kilometer hinzu. Der Fahrpreis ist gedeckelt und liegt niemals höher als der Preis eines Einzeltickets. Jede fünfte Fahrt soll in dem neuen Tarifsystem kostenlos sein. Der neue Tarif ist ein spannender Ansatz und kann die Grundlage für die Einbindung von Shuttle Diensten sein, die kilometerbasiert abgerechnet werden.

Bei allen Apps steht mobiles Ticketing im Fokus. Wünschenswert wäre auch, wenn die Anbieter damit anfangen würden, alternative Angebote, wie Bike-Sharing, Car-Sharing oder Shuttle Dienste mit in die App zu integrieren. Die Nutzung der unterschiedlichen Angebote über eine App, inklusive Abrechnung, wäre aus Kundensicht ein echter Mehrwert. Einige Ansätze, wie das neue Preissystem in Rhein-Ruhr gehen schon in eine richtige Richtung. Zum Start von dem Ride-Sharing Angebot Flex Pilot im letzten Jahr hat die Daimler Tochter Moovel bereits angekündigt, dass eine App angeboten werden soll, in der dann alle Fahrmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im VVS-Gebiet samt „SSB Flex“ Shuttle in möglichen Kombinationen angezeigt werden und die direkt per App gebucht und bezahlt werden können.

Bild: VAG Nürnberg (alle Rechte vorbehalten)