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Amazon soll App für Frachtvermittlung entwickeln

Amazon entwickelt eine Plattform, die Warenversender und Kraftfahrer verbindet. Damit wagt sich Amazon in einen weiteren Geschäftsbereich vor. Das Marktvolumen wird alleine in den USA auf 800 Milliarden US$ pro Jahr geschätzt.

Frachtvermittler sollen überflüssig werden

Die Plattform soll App-basiert sein und im kommenden Sommer starten. Über eine App soll der Lastwagenfahrer die Anfragen von Warenversendern sehen und diese auf effiziente Weise annehmen können. Vom Prinzip ist das mit dem Uber Service vergleichbar, der Fahrgäste und Fahrer verbindet. Der neue Service würde Frachtvermittler überflüssig machen, die normalerweise bis zu 15% Vermittlungsgebühr verlangen.

Die App soll die Preise in Echtzeit anzeigen, sowie als Navigationsgerät dienen und ganze Toure vorschlagen. Die Abwicklung der Zahlungen soll auch möglich sein, um den ganzen Versandprozess zu beschleunigen.

Amazon wird zum Logistikanbieter

Amazon wird damit immer mehr zum Logistikanbieter. In letzter Zeit hat der Konzern tausende Lastkraftwagen und einige Frachtflieger gekauft. Auch auf der letzten Meile setzt Amazon immer mehr auf eigene Dienstleistungen. Damit will das Unternehmen unabhängiger von Unternehmen wie UPS oder DHL werden und außerdem Kosten sparen. Das Frachtvolumen von Amazon ist enorm, deswegen macht es durchaus Sinn, tiefer in die Logistikprozesse involviert zu sein. Laut RBC Capital Markets wird das Frachtvolumen in drei Jahren das Volumen von FedEx überschreiten und in sieben Jahren das von UPS.

Kostensenkungen für Warentransport im Fokus

In erster Linie will Amazon die Vermittler von Frachtaufträgen ersetzen und somit Geld sparen oder mehr Flexibilität für günstigere Versandkosten schaffen. Diese Frachtvermittler verlangen eine erhebliche Gebühr, um Auftragnehmer an Auftraggeber mit Transportanforderung zu vermitteln. Diese Vermittlung mit Brokern uns nicht nur teuer, sondern auch langsam. Viele Frachtvermittler arbeiten noch mit Papierdokumenten und Telefon.

Das Potential bei der Frachtvermittlung vorhanden ist, haben mehrere Unternehmen erkannt. Uber hat vor kurzem Uber Freight gestartet, das ein ähnliches Ziel wie Amazon verfolgt. Die Startups Convoy und Trucker Path entwickeln ein vergleichbares Angebot. Deutsche Startups sind Cargonexx, FreightHub oder Instafreight.

Bild: Rusty Clark (bestimmte Rechte vorbehalten)

Transportvermittlung Uber Freight geht an den Start

Fast unbemerkt ist Uber Freight an den Start gegangen. Mit dem neuen Angebot will das Ridesharing-Unternehmen in den Markt der Transportvermittler und Speditionen einsteigen. Über eine neue Plattform sollen Speditionen und Warenversender vernetzt werden.

Auf der einen Seite hat Uber das Startup Otto übernommen. Otto entwickelt selbstfahrende LKWs. In der letzten Woche fand eine erste Demonstration statt. Ein von Otto umgerüsteter Truck hat eine Ladung Budweiser Bier über eine Strecke von ca. 200 Kilometern autonom transportiert. Uber will nicht nur selbstfahrende LKWs entwickeln, sondern auch eine Plattform starten, auf der Speditionen und Versender verknüpft werden.

Die Plattform heißt Uber Freight, der Soft-Lauch fand mit der ersten Fahrt des Otto LKWs statt.

Der Markt der Frachtvermittlung ist im Moment noch wenig digitalisiert und langsam. Genau hier will Uber Freight ansetzten. Das Ziel von Uber wird sein, die Vernetzung der Unternehmen so einfach zu gestalten, wie es mit der Uber App für Fahrer und Passagiere vorgemacht wurde. Bisher stellt eine Vermittler den Auftrag zwischen dem Versender und den Transportunternehmen her. Die Vermittler verlangen eine Gebühr für ihre Arbeit und nutzen meistens veraltete Technologien. Uber will die Vermittler ersetzen und die Vermittlung schneller und günstiger durchführen.

Neben Uber sind auch weitere Startups an dem Markt interessiert. In Deutschland sind die beiden Startups FreightHub  und Instafreight vor kurzem mit einem ähnlichen Ziel gestartet. Sie wollen sich aber nicht nur auf den Güterverkehr mit LKWs beschränken. Auch See- und Luftfracht soll mit dem Angebot von FreightHub und Instafreight digitalisiert werden. Instafreight wird von Rocket Internet unterstützt.

Uber will damit in den nächsten Milliardenmarkt und sich und den teilnehmen Partner durch Digitalisierung einen Vorteil verschaffen. Die Frachtvermittler dürften über den Vorstoß wenig begeistert sein. Bis die Otto Trucks serienreif sind, wird es noch mehrere Jahre dauern. Die Zeit kann Uber nutzen, um schon mal den Markt für die Frachtvermittlung aufzubauen.