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Nächste Coup: Ex-Google-Suchmaschinenchef Singhal geht zu Uber

Der Ridesharing Dienst hat bekanntgegeben, dass der Google Veteran Amit Singhal als weiterer Experte von einem Einstieg bei Uber überzeugt werden konnte. Amit Singhal hat entscheidend zum Erfolg von Google beigetragen und dort für das wichtigste Produkt, die Google Suche verantwortet. Er hat die Web Suche beschleunigt, was sich zum Wettbewerbsvorteil für Google entwickelt hat.

In den letzten Monaten hat Singhal eine Pause eingelegt, davor war er 15 Jahre bei Google tätige und dort die Suche verantwortet und weiterentwickelt. Bei Uber wird der erfahrene Manager als VP Engineering einsteigen, direkt and den CEO Travis Kalanick berichten und die Software und Infrastruktur des Ridesharing Dienstes verantworten. Hinzu kommt die Verantwortung für die Abteilung, die die Kartendienste für den Service und die autonomen Fahrzeuge entwickelt. Anthony Levandowski, der die Abteilung der autonomen Fahrzeuge leitet, bekommt mit Singhal einen weiteren Berater. Außerdem wird der frühere Google Manager für den Bereich zuständig sein, der Marketing, Preisgestaltung und Dispatching der Fahrzeuge verantwortet.

Der Google Veteran schließt sich dem Ride Hailing Dienst an, da ihn die Herausforderung motiviert. Die Herausforderung, ein IT System zu entwicklen, das wirtschaftlich sinnvoll Fahrer und Beifahrer unter komplexen Bedingungen verbindet, sieht er als anspruchsvollste Herausforderung an, die er in den letzten 30 Jahren gesehen hat. Schon die Verknüpfung von Millionen Fahrern und Beifahrern in Echtzeit während die optimale Route für den Fahre berechnet wird, ist eine komplexe Herausforderung. Die Komplexität steigt, wenn zusätzlich Echtzeit Verkehrsdaten, Pooling-Aspekte und die wirtschaftliche Attraktivität für alle Beteiligten in Betracht gezogen werden.

Mit der Verpflichtung von Singhal ist dem Fahrdienst ein weiterer Coup gelungen. Uber und Google befinden sich im Wettbewerb bei der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. In der Vergangenheit konnte Uber schon weitere Experten von Google abwerben. Der Kartenexperte Brian McClendon ist zu dem Unternemen gewechselt, ebenso der bereits erwähnte Anthony Levandowski, der auch schon bei Google an autonomen Fahrzeugen gearbeitet hat.

Die Konkurrenz von Google und Uber hat sich in den letzten Jahre erst entwickelt. Über den Venture-Arm Google Ventures ist Google sogar an Uber beteiligt, das Unternehmen war der erste Fahrdienst, der bei Google Maps integriert wurde. Seit dem klar ist, dass Uber und Google autonome Fahrzeuge entwickeln, haben sich die Unternehmen auseinander bewegt. In Kalifornien testet Google sogar schon einen Fahrservice, der dem von Uber ähnlich ist und der Konzerntochter Waymo werden ebenfalls Ambitionen für einen Ridesharing Dienst nachgesagt.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

Daimler baut selbstfahrende Autos für Uber Plattform

Daimler und Uber haben heute bekanntgegeben, dass eine gemeinsame Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der Bereitstellung und Betrieb von selbstfahrenden Fahrzeugen unterschrieben wurde.

Selbstfahrende Autos der Marke Mercedes-Benz sollen in den kommenden Jahren auf der Uber Plattform global eingesetzt werden. Anders als bei der Kooperation von Uber und Volvo will Daimler den Betrieb der selbstfahrenden Autos selber übernehmen und Uber nur als Plattform für die Vermittlung nutzen. Daimler wird den Fahrpreis erhalten und eine Vermittlungsgebühr für jeden Fahrt an Uber bezahlen.

Von der Partnerschaft profitieren beide Unternehmen. Daimler sichert sich den Zutritt zur weltweit größten Plattform für Ridesharing-Dienste. Der Konzern ist nicht in der Lage, eine Plattform in ausreichender Geschwindigkeit und mit der enormen Reichweite von Uber aufzubauen. Uber setzt in Zukunft auf autonome Fahrzeuge, um eine sichere und günstige Transportmöglichkeit in den Städten anbieten zu können und gleichzeitig profitablen arbeiten zu können. Das Ride-Hailing Netzwerk hat aber nicht die Erfahrung, komplexe Produkte wir Autos in Serie zu produzieren. Dafür ist Uber auf die Partnerschaften mit Automobilherstellern angewiesen. Mit Daimler ist nun einer der führende Automobilkonzerne an Board.

Uber beschäftigt sich seit längerem mit der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. Mit seiner Advanced Technology Group hat das Unternehmen eine Engineering-Gruppe für autonomes Fahren aufgebaut, die selbstfahrende Fahrzeuge auf US-Straßen testet. Zusätzlich wurde das Unternehmen Otto übernommen, das an selbstfahrenden Lkws arbeitet.

An mehreren Standorten arbeiten Teams an der Entwicklung von Technologien für autonome Fahrzeuge. Seit Ende letzen Jahres testet Uber bereits selbstfahrende SUVs in unterschiedlichen Städten. Die Basis für die Testfahrzeuge sind Volvo XC SUVs, die mit Technik von Uber ausgestattet wurden. Gleichzeitig investieren Uber und Volvo gemeinsam 300 Mio. US Dollar in die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen, die Summe ist etwa gleich zwischen den beiden Unternehmen aufgeteilt.

Bei Daimler ist die Kooperation ein Teil der CASE Unternehmensstrategie. CASE steht für Vernetzung (Connected), autonomes Fahren (Autonomous), flexible Nutzung (Shared & Services) und elektrische Antriebe (Electric) steht – damit definiert Mercedes-Benz Cars die vier wichtigsten Trends der Mobilität der Zukunft. Die Vereinbarung mit Uber markiert einen weiteren Schritt in Richtung „shared“ und „autonomous“.

Erstaunlich, dass der Autokonzern dieses Thema so offen kommuniziert. Die Taxifahrer gehören zu einer wichtigen Kundengruppe für Daimler, ein Großteil der Taxen sind in Deutschland immer noch Mercedes-Benz Fahrzeuge. Durch die Unterstützung von myTaxi hat Daimler schon viel Zorn der Taxifahrer auf sich gezogen. Die neuste Ankündigung wird dazu beitragen, dass sich noch mehr Taxibetriebe von Daimler abwenden.

Bild: Daimler (alle Rechte vorbehalten)

Rote Zahlen: Lyft macht Verlust von mehr als 600 Mio. $

Nachdem schon über die Verluste von Uber berichtet wurde, die im abgelaufenen Jahr auf mehr als 3 Milliarden US$ gestiegen sein sollen, sind jetzt auch Zahlen von Konkurrent Lyft an die Öffentlichkeit gelangt. Ein Insider, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat die Zahlen an die Presse weitergegeben.

Umsatz wächst schneller als Verlust

Der zweitgrößte Anbieter von Ride-Hailing Diensten in den USA hat trotz starkem Umsatzwachstum einen Verlust von mehr als 600 Mio. US$ angehäuft. Der Umsatz soll im gleichen Zeitraum um 250% auf etwa 700 Mio. US$ angestiegen sein. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Verlust um 46% gestiegen. Der Verlust pro Fahrt ist auf 3.75 US$ gesunken, im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 7.77 US$ pro Fahrt. Während des Jahres hat das Ridesharing Unternehmen den Investoren mitgeteilt, dass der Verlust pro Monat nicht über 50 Mio. US$ liegen wird – an dieses Versprechen hat sich Lyft anscheinend gehalten. Innerhalb der kommenden zwei Jahre will das Unternehmen profitabel werden.

Langfristig mit profitablem Geschäftsmodell?

Bei den hohen Verlusten von Uber und Lyft kommt die Frage auf, ob beide Unternehmen unter den jetzigen Marktbedingungen die Profitabilität erreichen können, ohne zu fusionieren. Beide Unternehmen bezuschussen Fahrer und locken Kunden mit Gutschriften, um ein Wachstum in den USA verzeichnen zu können. Dieser Wachstumskurs ist extrem kapitalintensiv und wird nur aufhören, wenn ein Unternehmen vom Markt verschwindet. Nach einer Fusion können die Fahrpreise angehoben und die Subventionen reduziert werden.

Auch wenn es sich dabei um eine andere Branche handelt, aber ein ähnlicher Trend konnte auf dem deutschen Fernbusmarkt beobachte werden. Zuerst haben sich mehrere Anbieter mit geringen Preisen unterboten, bis die schwächsten Anbieter aufgeben haben. Mittlerweile ist nur noch Flixbus übrig geblieben und die Fahrpreise wurden angehoben.

Lyft wächst schneller in den USA

Konkurrent Uber hat im ersten Quartal 2016 ein positives Ergebnis in den USA erzielt, in den weiteren Quartalen dann aber mehr als 100 Mio. US$ pro Quartal in den USA verloren. Nachdem Uber im ersten Quartal gesehen hat, dass Lyft schneller wächst und weitere Marktanteile gewinnt, wurde auf Angriffsmodus umgeschaltet. Es wurden höhere Summen in Marketing und Subventionen auf Fahrerseite investiert, um wieder schneller auf dem amerikanischen Markt zu wachsen.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Mega Wachstum: Wie schnell wachsen Uber und Lyft in den USA?

Die beide großem Mitfahrplattformen in den USA konnten im vergangenen Jahr deutlich wachsen. Taxiunternehmen, Automobilhersteller und der öffentliche Nahverkehr bekommen immer mehr Konkurrenz durch Lyft und Uber.

Die Ridesharing-Plattform Lyft konnte im vergangenen Jahr kräftig wachsen. Die Zahl der erfolgreich durchgeführten Fahrten stieg von 53.3 Mio. im Jahr 2015 auf 162.6 Mio. Fahrten im Jahr 2016. Das entspricht einer Verdreifachung der Fahrten innerhalb von 12 Monaten. Im vierten Quartal wurde die Anzahl der Fahrten verdoppelt, sie stieg von 21.1 Mio. im Q4 2015 auf  52.6 Mio. Fahrten im Q4 2016.

Lyft deutlich kleiner

Trotzdem ist Lyft noch deutlich kleiner als der Konkurrent Uber. Uber hat allein im Dezember 2016 mehr als 78 Mio. Fahrten in den USA absolviert. Lyft kam auf ebenfalls beachtliche 18.7 Mio. Fahrten im Dezember 2016. An Neujahr wurden schätzungsweise 15 Mio. Fahrten auf der Uber-Plattform durchgeführt. Vergleicht man die Dezember-Zahlen beider Unternehmen, dürfte Uber in den USA viermal so groß wie Lyft sein und auf ca. 600 – 700 Mio. Fahrten im Jahr allein in den USA kommen. Lyft ist nur in Amerika aktiv, Uber hingegen auf der ganzen Welt. Weltweit gesehen ist Uber also noch um ein vielfaches größer sein, als Lyft.

Lyft wächst schneller in den USA

Im Vergleich zu Uber scheint Lyft im Moment in den USA schneller zu wachsen. Lyft hat in der Zeit von July bis Dezember eine Wachstumsrate von 34.5% verzeichnen können, Uber kam nur eine Wachstumsrate von 25.8% in den USA im selben Zeitraum. Das dürfte auch daher kommen, dass Lyft kleiner ist uns somit mehr Raum zum wachsen hat.

Fahrer und Nutzerzahlen sind nur von Lyft bekannt. Laut Unternehmenschef John Zimmer wurde der Service von 12 Mio. Nutzern mindestens einmal im vergangenen Jahr genutzt. In der gleichen Zeit waren 700.000 Fahrer mindestens einmal auf der Ridesharing Plattform aktiv.

Uber und Lyft leisten sich in den USA einen teuren Wettbewerb. Sowohl auf Fahrer und auch auf Nutzerseite werden hohe Summen für Bonuszahlungen und Rabatte ausgegeben, um weiter wachsen zu können. Im Jahr 2017 wollen beide Unternehmen mehr Fokus auf die Mitfahrdienste legen, bei denen sich mehrere Fahrgäste ein Fahrzeug teilen. Bei Lyft heißt dieser Service Lyft Line, das Pendant von Uber ist UberPool. Langfristig werden sich beide Unternehmen auch bei autonomen Fahrzeugen einen Wettbewerb liefern, sofern es nicht schon eher zu einer Fusion beider Player kommt.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Uber macht Verlust von 2 Milliarden USD im Jahr

Nach einer erneuten Betrachtung der Finanzdaten von Uber ergibt sich die Vermutung, dass der Ridesharing Service um die 2 Milliarden US$ im Jahr Verlust macht. Außerdem zahlen die Kunden im Schnitt nur 41% des Fahrpreises. Für die Betrachtung wurden drei Statements herangezogen, die nach unterschiedlichen Anlässen an die Öffentlichkeit gelangt sind. Im Geschäftsjahr, das im September 2015 geendet hat, hat Uber einen Verlust von 2 Milliarden US$ eingefahren. Der Umsatz lag im selben Zeitraum bei 1.4 Milliarden US$.

Für ein Großteil der Summe dürften die Subventionen an die Fahrer ausschlaggebend sein. Im Wettbewerb mit den anderen Ridesharing Services, wie Lyft, Juno, Grab, Ola zahlt das Unternehmen aus Kalifornien gerne Sonderboni an die Fahrer, um sie zum Fahren zu überreden. Die anderen Wettbewerber nutzen diesen Mechanismus ebenfalls. Auch für Discounts auf Kunden Seite wird Uber einen Großteil der Summe ausgeben haben.

Mit Discounts überzeug Uber neue und bestehende Kunden. Auf Kundeseite will Uber die Wettbewerber unterbieten um mit geringen Fahrpreisen mehr Fahrten zu generieren. Im Schnitt haben die Uber-Nutzer nur 41% des Fahrpreises gezahlt, die verbleibenden 59% wurden von Uber zugesteuert.

Es ist fraglich, wie Uber ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufbauen will. Mit dem jetzigen Geschäftsmodell und der Wettbewerbssituation wird das schwer möglich sein. Eine Chance für Uber liegt in der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Der Einsatz von autonomen Fahrzeugen für den Fahrdienst würde den größten Posten in der Bilanz minimieren. Im Moment sind die Fahrer der Plattform für einen Großteil der kosten verantwortlich. Uber geht auch davon aus, dass die anderen Wettbewerber nach der Zeit aufgeben und so eine Monopolstellung erreicht werden kann. Mit der Monopolstellung hätte Uber mehr Spielraum sowohl bei den Fahrpreisen als auch auf der Fahrerseite. Nach Blieben wird Uber die Kosten dann aber auch nicht drücken können,.

Auch Fahrdienste wie Lyft und Grab werden noch tiefrote Zahlen schreiben. Alle Unternehmen überleben nur, da sie hohe Finanzierungsrunden eingesammelt haben. Uber alleine hat mehr als 15 Milliarden US$ eingesammelt und wurde bei der letzten Runde mit rund 69 Milliarden US$ bewertet. Grab und Lyft werden ebenfalls mit Milliarden bewertet.

Bild: freestocks.org (bestimmte Rechte vorbehalten)

Uber arbeitet mit Lyft-Investor General Motors zusammen

Die Landschaft konkurrierender Mobilitätsdienstleister und Autokonzerne vernetzt sich immer mehr. General Motors hat bekanntgegeben, dass der Konzern mit dem Fahrdienst Uber zusammen arbeiten wird. General Motors hat sich Anfang des Jahres an Lyft beteiligt. Lyft ist im Moment der einzige große Konkurrent von Uber in den USA.

Maven Carsharing Autos für Uber Fahrer

Genau gesagt arbeitet GM’s Carsharing Service Maven mit Uber zusammen. Uber Fahrer sollen in San Francisco Zugang zu der Carsharing-Flotte von Maven erhalten, um schnell an ein Fahrzeug zu kommen, mit dem sie auf der Ridesharing-Pattform Umsätze erzielen können. Die Fahrer zahlen pro Woche einen Betrag von etwa 180 US$, um das Fahrzeug inklusive Versicherung nutzen zu können. Das Angebot ist vor allem für Fahrer interessant, die keinen hohen Credit-Score oder nicht genügend finanzielle Reserven für einen Fahrzeugkauf oder Leasing haben.

Lyft wenig erfreut

Unklar ist, warum General Motors das Programm mit Uber und nicht mit Lyft für 90 Tage in San Francisco testet. General Motors und Lyft haben bereits andere Angebote für Fahrer entwickelt, um schnell und günstig an ein Fahrzeug zu kommen. Auch Lyft und Maven arbeiten bereits zusammen. Lyft dürfte über den Vorstoß nicht begeistert sein, da es dem Konkurrenten weitere Fahrer bringen wird. Beide Unternehmen kämpfen um die Gust der Fahrer, damit die Fahrtnachfrage bedient werden kann.

Flexible Fahrzeuge für Fahrer

Das Geschäftsmodell, Carsharing Fahrzeuge an Fahrer zu vermieten, scheint nicht ohne Tücken zu sein. Vor kurzen ist mit Evercar ein Startup mit einem ähnlichen Konzept an den Start gegangen. Eine Carsharing-Flotte soll Uber und Lyft Fahrern zur Verfügung gestellt werden, so dass diese flexibel ein Fahrzeug anmieten können. Evercar hat bereits nach kurzer Zeit verkündet, dass der Dienst eigestellt wird. Weitere Details wurden darüber nich bekannt.

General Motors mit Lyft Investment

General Motors hat sich Anfang des Jahres mit 500 Mio. US$ an Lyft beteiligt. Später sollen beide Unternehmen auch über eine Komplettübernahme verhandelt haben. GM hat sich an Lyft beteiligt, um eine Plattform und einen Entwicklungspartner für selbstfahrende Autos zu haben. Maven wurde dieses Jahr von General Motors gestartet und bündelt die Carsharing-Aktivitäten. Das Angebot soll demnächst nach Europa expandieren.

Bild: General Motors (alle Rechte vorbehalten)

Uber Fahrer in Großbritannien: Angestellte statt Freelancer

In einem Gerichtsverfahren in Großbritannien haben zwei Uber Fahrer erreicht, dass sie nicht mehr als unabhängige Partner sondern als Angestellte zu sehen sind. In Großbritannien sind etwa 40.000 Fahrer auf der Uber-Plattform aktiv, die jetzt ähnliches anstreben könnten.

Das Urteil der Richter könnte auch Auswirkungen auf andere Unternehmen haben, die ebenfalls auf unabhängige Partner setzten, um den angebotenen Service durchführen zu können.

Die Ridesharing-Plattform hat damit argumentiert, dass das Unternehmen nur die Technologie zur Verfügung stellt und die Fahrer frei entscheiden können, wann und wo sie arbeiten. Außerdem nutzen die Fahrer ihre eigenen Fahrzeuge und tragen somit den größten Teil des unternehmerischen Risikos. Die Anwälte der Kläger haben argumentiert, dass die Fahrer angestellte sind, da Uber Druck auf die Fahrer aufbaut, um sie zum Arbeiten zu bewegen. Außerdem werden sie bestraft, wenn Aufträge nicht angenommen werden. Das Gericht ist in der ersten Instanz der Argumentation der Kläger gefolgt. Uber hat bereits angekündigt, dass Einspruch gegen das Urteil eingelegt wird. Sollte das Urteil Am Ende stand halten, muss das Fahrdienst-Unternehmen die Verträge mit allen Fahrern ändern, um horrende Kosten zu vermeiden.

Das Gericht hat in dem jetzigen Urteil entschieden, dass die Uber Fahrer als angestellte Fahrer zu betrachten sind und rückwirkend das Recht auf Mindestlohn von min. 7.20 GBP pro Stunde und bezahlten Urlaub haben. Weitere Fahrer, die sich dem Fall angeschlossen haben, können ebenfalls ihre Forderungen einreichen.

Das Verfahren wurde von der Gewerkschaft GMP unterstützt, die Gewerkschaft hat bereits angekündigt, das Vertragswerk und Setup weiterer Shared Economy Startups zu untersuchen, die auf selbstständige Fahrer oder Partner setzen. Eine Studie geht davon aus, dass in Großbritannien 460.000 Personen fälschlicherweise als Selbstständige eingestuft werden und so pro Jahr 314 Mio. GBP an Steuern und Versicherungsbeiträgen nicht gezahlt werden.

Bereits in den USA wurde Uber von Fahrern im Rahmen einer Sammelklage verklagt, der Fall wurde letztendlich mit einem Vergleich in Millionenhöhe beigelegt. Auch in Deutschland besteht für die Shared Economy Anbieter die Gefahr der Scheinselbstständigkeit. Unternehmen wie Deliveroo setzen in Deutschland teilweise auch auf selbständige Fahrer. Aus Unternehmenssicht ist es wichtig, dass hier gewisse Kriterien eingehalten werden, um das Risiko einer Klage und unerwünschter Kosten zu reduzieren.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

Travis Kalanick: Uber mit 40 Mio. aktiven Kunden pro Monat

Auf einer Konferenz in San Francisco hat Uber Chef Travis Kalanick vor Politikern, Medienunternehmern und Geschäftsleiter einen Einblick in die Entwicklung des Unternehmens gegeben. Auf der einen Seite betonte der CEO, dass das Unternehmen an autonomen Fahrzeugen arbeitet. Diese werden neben Pittsburgh nun auch in San Francisco getestet. Auf der anderen Seite hab Kalanick auch einen kleinen Einblick in die Zahlen des Unternehmens.

Milliardenbetrag für die Fahrer

Auf der Konferenz hat Uber CEO Travis Kalanick bekanntgegeben, dass das Unternehmen über 40 Mio. aktive Kunden pro Monat hat. Im Durchschnitt zahlen diese aktiven Kunden um die 50 US$ pro Monat. Die Uber Fahrer generieren somit pro Monat 1.5 – 2 Milliarden US$ an Umsatz.

Kalanick sieht Zukunft bei autonomen Fahrzeugen

Im Moment sind die Umsätze also weiter steigend. Damit Uber seine Erfolgsgeschichte weiterschiebt, ist es entscheidend, dass Uber den Markt bei den selbstfahrenden Autos nicht verpasst. In den nächsten Jahren wird dadurch die komplette Branche der Fahrdienstanbieter und Automobilkonzerne verändert. Uber konkurriert dabei mit etablierten Technologiekonzernen, wie Google oder Apple. Startups und etablierte Automobilkonzerne arbeiten auch mit Hochdruck

Uber entwickelt sich zum Logistik- und Robotik-Unternehmen

Auf der Technologiekonferenz hat Uber Chef Kalanick verkündet, dass sich Uber immer mehr zu einem Robotik-Unternehmen entwickeln wird, je weiter die Entwicklung der selbstfahrenden Autos voranschreitet. Uber will das Verkehrssystem, das die meisten Städte am Leben hält, durch autonome Fahrzeuge effizienter gestalten. Die Bestrebungen des Unternehmens kann man in Pittsburgh verfolgen. Dort betreibt Uber eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für selbstfahrende Autos. Seit ein paar Wochen werden die ersten Prototypen auf der Fahrdienstplattform getestet.

Keine Infos zu einem möglichen Börsengang

Auf der selben Konferenz hat Kalanick weiterhin bekräftig, dass das Unternehmen in absehbarer Zeit nicht an die Börse gehen will. Nach dem Verkauf von dem verlustreichen Uber China Geschäft an Didi Chuxing kamen die Gerüchte wieder verstärkt auf, dass Uber bald an die Börse gehen könnte. In den letzten Jahren wurden mehreren Milliarden an Finanzierung eingesammelt, sodass das Unternehmen auch ohne Börsengang weiter erfolgreich wachsen kann.

Nahverkehr: Stadt subventioniert Uber anstatt einen neuen Parkplatz zu bauen

Uber betont schon seit längerem, dass die Fahrdienst Plattform einen großen Beitrag dazu leisten kann, wenn es darum geht, den Transport auf der letzten Meile zu lösen. Der Transport zwischen Hubs (z.B. Bahnhöfen) ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich, die Fahrt von dem eigenen Zuhause zu den Hubs wird aber noch mit den eigenen Fahrzeugen zurückgelegt. Das erfordert das Vorhandensein von Parkplätzen an den Hubs, die mit öffentlichen Geldern finanziert werden. Uber will Teil des Nahverkehrs werden.

Mit der Verwaltung einer Stadt im US-Bundesstaat New Jersey hat der Fahrdienstvermittler Uber jetzt eine Kooperation beschlossen. Anstatt einen weiteren Parkplatz zu bauen, werden die Uber-Fahrten der Einwohner bezuschusst.

Subventionierte Fahrten im Nahverkehr statt Parkplätze

Folgende Situation hat zu dem Deal geführt: In der Stadt Summit wohnen viele Einwohner, die jeden Tag mit dem Zug nach New York City pendeln, um dort zu arbeiten. Das Problem ist, dass an dem Bahnhof viel zu wenig Parkplätze zur Verfügung stehen, um die Fahrzeuge der Pendler aufzunehmen. Hinzu kommt, dass ein effizienter öffentlicher Nahverkehr nicht vorhanden ist. Die Kooperation mit Uber soll nun zur Linderung der Herausforderung beitragen. Die Stadt verspricht sich mit der Kooperation eine Verbesserung der Parkplatzsituation. Bis zu 100 Parkplätze sollen durch das Angebot frei werden. Das führt dazu, dass keine hohe Millionensumme investiert werden muss, um einen neuen Parkplatz zu erweitern.

Die amerikanische Stadt ist damit in einer Vorreiterposition. Bisher gibt es noch kein vergleichbares Angebot, das Parkplätze durch Ridesharing ersetzt. Der Bürgermeister ist davon überzeugt, dass weitere Städte dem Modell folgen werden und Parkplätze oder andere Transportmöglichkeiten mit Mitfarhangeboten ersetzen werden.

Am Anfang werden 100 ausgewählte Pendler das Angebot nutzen können. Die Pendler müssen bereits über ein Abo für den Parkplatz verfügen, um das Angebot an kostenlosen Uber-Fahrten zum Bahnhof und wieder nach hause nutzen zu können. Einwohner ohne langfristiges Parkticket können den Service auch nutzen, müssen dann aber 2 US$ pro Fahrt bezahlen. Ein Tagesticket für den Parkplatz kostet 4 US$. Das ist genau soviel, wie eine subventionierte Hin- und Rückfahrt mit Uber. Die Stadt übernimmt den Mehrpreis und zahlt die Differenz direkt an Uber. Laut eigenen Aussagen kostet diese Kooperation der Stadt 167.000 US$ im Jahr. Das ist weitaus weniger, als die Investition von 10 Mio. US$, die für einen einen Parkplatz nötig wäre.

Ähnliche Kooperationen in anderen Städten

Andere Städte in den USA arbeiten bereits eng mit Uber zusammen. Teilweise wird Uber genutzt, um den öffentlichen Nahverkehr zu erweitern. Es gibt auch Städte, die den öffentlichen Nahverkehr durch subventionierte Uber-Fahrten ersetzt haben. Die Städte sparen sich dadurch die Investitionen in ein eigenes Transportsystem. Kritische Stimmten betonen, dass das Angebot nur für Einwohner zugänglich ist, die über ein Smartphone und eine Kreditkarte verfügen. Es bleibt auf jeden Fall spannend wie sich die Kooperationen zwischen Fahrdienstanbietern, den Behörden und Einwohnern weiterentwickeln werden. Eine wichtige Rolle werden dabei auch dynamische Shuttle Services spielen, die in ein paar Jahren autonom durch die Städte fahren werden.

Bild: Parking lot (Alden Jewell) (bestimmte Rechte vorbehalten)

Transportunternehmen: Der nächste Milliardenmarkt für Uber

Der Fahrservice Uber will seine Aktivitäten auf einen weiteren Milliardenmarkt ausweiten. Mit der Übernahme von Otto (nicht zu verwechseln mit dem deutschen Handelskonzern) will Uber in den Markt der Transportunternehmen auf der Langstrecke einteigen. Die eigene Testflotte wird von sechs auf 15 Fahrzeuge erhöht. Außerdem sollen unabhängige LKW-Fahrer kontaktiert werden, um sie von dem Angebot zu überzeugen. Im kommenden Jahr sollen die erste LKW kommerziell Güter zwischen Warenlagern und Geschäften transportieren. Auf der einen Seite will sich das Unternehmen als Transporteur etablieren, auf der anderen Seite soll die Technologie auch für Mitbewerber angeboten werden.

Uber hat damit begonnen, die unterschiedlichen Partner in der Supply Chain zu kontaktieren. Warenversender, unabhängige Fahrer und Betreiber von LKW-Flotten wurden kontaktiert. Anscheinend will das amerikanische Unternehmen mit Otto auch mehr erreichen, als LKWs mit Technologien für autonome Fahreigenschaften auszustatten. Uber will auch mit Vermittlern konkurrieren, die die Nachfrage der Warenversendern mit dem Angebot der Transportunternehmen verbindet. Das Matchen von Transportanfragen und Transporteuren ist im Moment noch nicht effizient gestaltet und darin sehen Uber und Otto eine Chance. Im Moment benötigt ein Vermittler etwa fünf Stunden, um einen LKW für einen Transportauftrag zu finden. Uber will diesen Prozess durch Digitalisierung beschleunigen. Für Uber ist der Gütertransport auf der Langstrecke eine Ergänzung zu den bestehenden Transportdienstleistugen UberRUSH und UberEATS.

Unklar ist, ab wann die LKWs wirklich voll autonom fahren werden. Am Anfang wird in jedem LKW noch ein Fahrer und ein Begleit-Ingenieur sitzen. Für einige Experten sind selbstfahrende LKWs noch mehr als 20 Jahre entfernt. Auf Grund der aktuellen Entwicklungen bei den Personenfahrzeugen könnte man auch von einer schnelleren Entwicklung bei den Transportunternehmen ausgehen. Im Personenbeförderungsbereich wird mit den ersten voll-autonomen Fahrzeugen 2021 gerechnet. Bis die selbstfahrenden LKWs serienreif sind, will Uber schon mal einen Fuß in die Tür bekommen. Die Themen Navigation, Tracking der LKWs und die Erstellung von Kartendaten sind für Uber auch von Interesse. Die Flottenbetreiber können dadurch Kosten und Zeit einsparen.

Otto hat eine kurze Unternehmensgeschichte hinter sich, bevor es von Uber gekauft wurde. Erst im Januar diesen Jahres wurde as Startup gegründet, schon im August erfolgte die Übernahme durch Uber für 680 Mio. US$ (ca. 600 Mio. Euro). Otto arbeitet an der Entwicklung eines Erweiterungs-Kits, das LKWs siebtfahrende Eigenschaften verleihen kann. Uber will die von Otto entwickelten Technologien voraussichtlich auch in die Entwicklung der selbstfahrenden Autos mit einfließen lassen.

Bild: Otto (alle Rechte vorbehalten)