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Lieferroboter: Starship testet in den USA

Seit einigen Monaten testet das Startup Starship Technologies seine Lieferroboter bereits in Großbritannien. Jetzt folgt der nächste Schritt mit Partnerschaften in den USA. Starship hat mit den Lieferdiensten Postmates und DoorDash eine Kooperation geschlossen, um die Lieferroboter unter realen Bedingungen testen zu können. Die Lieferstartups wollen durch den Test lernen, wie weit sie in Zukunft Lieferroboter einsetzen können.

In den USA werden die kleinen Lieferroboter in Redwood City und in Washington, DC. eingesetzt. DoorDash wird in Redwood City erste Kunden mit den autonomen Fahrzeugen beliefern, Postmates in Washington. Das Testgebiet ist jeweils auf einen Radius von ca. sechs Kilometern beschränkt. Die Kunden der beiden amerikanischen Lieferdienste sehen in der App die Lieferoption mit Roboter und können diese entsprechend auswählen. Wenn der Roboter angekommen ist, wird die Ladeluke per übermittelten Zahlencode geöffnet, um danach die Ware entnehmen zu können. Die Lieferroboter nutzen meistens den Bürgersteig und sind dem entsprechend langsam unterwegs. Ziel ist es, die Lieferung innerhalb von 15 – 30 Minuten zuzustellen.

In Großbritannien testet Starship seit vergangenem Jahr die Roboter. Im Londoner Stadtteil Greenwich werden bereits Nutzer von JustEat testweise beliefert. In Deutschland will das Startup mit Hermes und der Metro testen, bisher scheint aber die Genehmigung durch die Stadtbehörden nicht erfolgt zu sein.

Die Starship Lieferroboter sollen zu einem späteren Zeitpunkt vollautonom fahren. Die Überwachung aus der Ferne soll nur bei Notfällen eingreifen. Im Moment ist die Technik aber noch nicht soweit. Vor allem die hoch detaillierten Kartendaten müssen erst noch erstellt werden. Die Roboter fahren nicht autonome, sondern werden mit einer Art Joystick aus der Ferne gesteuert. Eine weitere Person begleitet den Roboter, um die Meinungen und Reaktionen der Passanten aufzunehmen und um im Notfall eingreifen zu können. In Handarbeit werden die Lieferroboter bisher noch produziert, es wird noch einige Zeit dauern, bis die Produktion hochgefahren werden kann.

In der letzten Woche wurde bekannt, dass Daimler bei Starship eingestiegen ist. Als erstes gemeinsames Projekt wurde ein umgebauter Mercedes Sprinter präsentiert, der als Basisstation für die Roboter dienen soll. Die langjährigen Erfahrungen von Daimler in der Entwicklung und Produktion von komplexen technischen Produkten, werden dem Roboter Startup bei der erfolgreichen Skalierung helfen.

Bild: Starship Technologies (alle Rechte vorbehalten)

BMW startet ReachNow Carsharing in Seattle

BMW hat in Seattle ein Carsharing Angebot mit dem Namen ReachNow gestartet. Insgesamt sind 370 Fahrzeuge verfügbar, darunter 3er BMWs, i3 Modelle und Mini Cooper Fahrzeuge. ReachNow ist als Free-Floating Carsharing konzipiert, sprich die Fahrzeuge können überall in der Stadt abgestellt und angemietet werden. Bezahlt wird pro Minute, für die Registrierung wird eine Gebühr fällig. Interessant ist, dass BMW für das Carsharing Angebot in USA einen neuen Markennamen gewählt hat und nicht an europäischen Marke DriveNow festhält. Wahrscheinlich ist der Grund dafür, dass BMW weitere Mobilitätsdienste unter der Marke in den USA anbieten möchte, die nicht auf fahrende Nutzer setzen.

ReachNow soll in weiteren Städten starten

ReachNow soll in den nächsten Monaten in weiteren amerikanischen Städten starten, in Seattle wird die Zentrale für den amerikanischen Markt angesiedelt sein. BMW kann sich weitere Mobilitäts- und Carsharing Services vorstellen. Unter anderem sollen Besitzer eines MINIs ihr Fahrzeug für Carsharing Nutzer anbieten können. BMW hat vor kurzem auf laut über einen Uber Konkurrenten nachgedacht, bei dem auch die eigenen Carsharing Fahrzeuge zum Einsatz kommen könnten.

In Seattle wird für ReachNow die Technologie des Startups RideCell genutzt. BMW beteiligt sich auch an der Series A Finanzierung von RideCell. Warum BMW nicht auf die Technologie von DriveNow setzt, ist nicht bekannt.  Eventuell wird die von RideCell entwickelte Technologie auch in den europäischen DriveNow Städten zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu DriveNow in Deutschland, können sich die Nutzer direkt über die App anmelden und auch den Führerschein verifizieren lassen.

BMW war schon mit DriveNow in San Francisco aktiv, der Service wurde aber eingestellt, da mit der Stadtverwaltung keine Einigung bezüglich der Parksituation erzielt werden konnte. Fahrzeuge durften nicht mehr kostenfrei auf öffentlichen Parkplätzten abgestellt werden. Ein ähnliches Problem hatte Konkurrent Car2go in London, weshalb sich das Unternehmen aus der Stadt zurückgezogen hat. Konkurrent Car2go ist ebenfalls in Seattle aktiv und kann eine gute Nachfrage vorweisen. Car2Go kann 75.000 Nutzer vorweisen, die sich seit dem Start 2012 registriert haben.

Bild: © Copyright BMW AG, München (Deutschland) (alle Rechte vorbehalten)

Lyft und Didi Kuaidi Taxi kooperieren

Die Meldung ist zwar schon ein paar Tage her, wir möchten sie aber trotzdem nochmal aufgreifen. Schließlich haben wir schon öfter über die beiden Taxi und Ridesharing Services von Didi und Lyft berichtet.

Kooperation zwischen Taxi und Ridesharing Apps

Didi Kuaidi und Lyft haben angekündigt, dass sie kooperieren und die Nutzer beider Services in China und USA die angebotenen Fahrservices nutzen können. Lyft nutzen, die in China unterwegs sind, können über die Lyft-App die Taxifahrer aus dem Didi Kuaidi Netzwerk buchen. Didi Kunden können über die App den Ridesharing Service von Lyft in den amerikanischen Städten buchen. Beide Unternehmen wollen von den vielen Reisenden zwischen den beiden Ländern profitieren. Im Jahr 2014 waren es etwa 8 Millionen Reisende, die zwischen den beiden Ländern unterwegs waren.

Strategisches Investment in Lyft

Beide Unternehmen schließen sich zusammen, damit eine starker Gegenspieler für Uber entsteht. Didi Kuaidi hat auch in der letzten Finanzierungsrunde von Lyft eine Summe von 100 Mio. US$ in das Ridesharing Unternehmen investiert. Damals beteiligten sich auch Rakuten und Carl Icahn an dem Unternehmen. Alibaba und Tencent, zwei Internetkonzerne aus China waren ebenfalls an der Finanzierungsrunde beteiligt. Lyft wurde dabei mit 2.5 Milliarden US$ bewertet.

Kooperation statt Expansion

Bleibt abzuwarten, ob die internationale Ridesharing Kooperation erweitert wird. Didi Kuaidi hat sich auch an der Taxi App GrabTaxi aus Singapur beteiligt. Der Japanische Investor SoftBank ist sowohl bei GrabTaxi, Didi und Ola beteiligt und könnte die Erweiterung der Kooperation voran treiben. Es wurde schon häufiger spekuliert, dass Lyft in europäische Länder expandieren möchte, daraus ist bisher nichts geworden. Letzte Äußerungen des Unternehmens deuten auch eher darauf hin, dass Lyft nicht aus eigener Kraft expandieren möchte. Eine Kooperation lokaler Player ist eine verheißungsvolle Strategie, um schnell einen weltweiten Mobilitätsanbieter formen zu können.

Didi Kuaidi ist in 360 Städten in China aktiv und jeden Tag werden über die App mehr als 3 Mio. Fahrten abgewickelt. Lyft ist in mehr als 60 amerikanischen Städten aktiv und dürfte ca. 1 Mio.  Fahrten pro Monat abwickeln. Die Taxi-App Didi Kuaidi wird aktuell mit 16 Milliarden US$ bewertet und hat insgesamt 4 Milliarden US$ eingesammelt.

Bild: San Francisco Chinatown von Kārlis Dambrāns (bestimmte Rechte vorbehalten)

Carpooling.com (hier bekannt als Mitfahrgelegenheit.de) startet in USA

Der Ableger vom Mitfahrgelegenheit.de, der international unter Carpooling.com vermarktete wird, startet in den USA. Ein Start in den USA war schon vor ein paar Jahren im Gespräch, wurde aber immer wieder nach hinten geschoben. Aßerdem integriert Carpooling.com die Uber API, um damit Mitfahrer eine Fahrt zum Treffpunkt buchen können.


UPDATE, 17.01.2015: Uber wird nicht nur in den USA in die Carpooling-App integriert, auch in Deutschland soll die Schnittstelle zu Uber über die App verfügbar sein. Carpooling-Kunden können für die Fahrt zum Treffpunkt der Mitfahrgelegenheit eine Fahrt mit Uber buchen. Das soll nun auch in den fünf Städten in Deutschland möglich sein, in denen Uber bisher aktiv ist, teilte Carpooling am Donnerstag in München mit. Interessant ist, dass sich Carpooling für Uber und nicht für den deutschen Anbieter Blacklane entschieden hat, der wie Carpooling ebenfalls von Daimler finanziert wird. (via Handelsblatt)


In Deutschland hat sich Mitfahrgelegenheit.de als günstiger Alternative zur Deutschen Bahn und als sozialere Alternative zum Fernbus etabliert. In den USA soll jetzt ähnliches geschafft werden. Auf Carpooling.com sollen Langstreckenfahrten einfach und günstig gebucht werden können, der soziale Kontakt zwischen Fahrer und Mitfahrer steht dabei im Mittelpunkt. Die durchschnittliche Strecke liegt dabei laut Carpooling CEO Markus Barnikel bei 125 Meilen, was etwa 200 km entspricht. (Carpooling.com Pressemitteilung)

Fahrer und Mitfahrer finden und verabreden sich über die Smartphone Apps. Der Fahrer gibt dabei seine Route mit Start und Ziel ein und legt fest, wie viele Plätze verfügbar sind. Die Fahrt wird dann möglichen Fahrgästen angezeigt, die in die selbe Richtung fahren möchten. Kommerzielle Absichten für den Fahrer stehen dabei nicht im Vordergrund. Ziel ist es, dass die Kosten für die Fahrt auf alle Fahrgäste umgelegt werden, dem entsprechend wird je nach Strecke ein Fahrpreis vom System vorgeschlagen. Fahrer und Beifahrer absolvieren häufig nicht exakt die selbe Strecke. Basierend auf persönlichen Erfahrungen, kommt es häufiger vor, dass der Fahrer einen Passagier nur auf einer Teilstrecke seiner eigentlichen Strecke mitnimmt.

Uber wird integriert

Obwohl Daimler zu den Investoren von Carpooling gehört, wird nicht mit Blacklane oder MyTaxi (an beiden Startups ist Daimler beteiligt), sondern mit Uber zusammen gearbeitet, um eine Transportmöglichkeit für die letzten Meter (von Haustür zum Treffpunkt) anbieten zu können. Da in den meisten US Städten der öffentliche Nahverkehr überschaubar ist, ist das eine interessante Möglichkeit und ein Alleinstellungsmerkmal für Carpooling. Das Carpooling nicht mit Blacklane und MyTaxi kooperiert, dürfte an der geringen Verfügbarkeit, am hohen Fahrpreis von Blacklane und an den fehlenden technischen APIs von beiden Services liegen.

Der Nutzer muss nicht zwischen der Uber und Carpooling App wechseln. Wenn man bereits bei Uber registriert ist, werden die verfügbaren Fahrzeuge gleich in der Karte angezeigt und der entsprechende Fahrzeugtyp kann ausgewählt und gebucht werden. Nutzer, die bei Uber noch nicht registriert sind, wird ein Banner angezeigt, der zu einer Registrierung anspornen soll, 20 US$ Guthaben sollen für eine höhere Conversion Rate sorgen.

Das Unternehmen BlaBlaCar, das vor kurzem sagenhafte 100 Mio. US$ eingesammelt hat und ebenfalls einen Marktplatz für Mitfahrgelegenheiten auf Langstrecken anbietet, will vorerst nicht nach USA expandieren. Das Unternehmen ist der Meinung, dass die niedrigen Benzinkosten in den USA keinen Anreiz geben, der groß genug ist, um sich eine Fahrt auf der Langstrecke mit Fremden zu teilen.

Erfolgreich an Ost- und Westküste?

Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass Carpooling mit seinem Service in wenigen Regionen erfolgreich seien wird. Dazu zählen die Westküste, New England (rund um Boston), die Region rund um Chicago und die Region im Süden der USA, rund um Alabama und Charlotte. Florida könnte mit den Städten Miami, Orlando, Jacksonville oder Tampa auch interessant für das Unternehmen sein. In diesen Regionen gibt es einige Städte, die groß genug, nah genug zusammen und europäisch genug sind, damit Mitfahrgelegenheiten auf Langstrecken angenommen werden könnten.

Über Carpooling.com/Mitfahrgelegeneheit.de

Das Unternehmen wurde 2001 unter dem Namen Mitfahrgelegenheit.de gegründet und hat seinen Unternehmenssitz in München. Die Plattform ist in Europa schnell gewachsen, heute sind weltweit mehr als 3.5 Mio. Mitfahrgelegenheiten täglich zugänglich. In Deutschland dürfte das Unternehmen vor allem auf Grund des Wettbewerbsschutzes für die Deutsche Bahn schnell gewachsen sein, der erst 2013 weggefallen ist. Eine wachsende Konkurrenz durch Fernbusse im Heimatmarkt dürfte für mehr Druck bezüglich einer schnelleren Expansion gesorgt haben. Ein Launch in den USA steht schon seit 2011 auf dem Plan. Zu den Investoren gehören unter anderem Daimler, die etwa 8 Mio. € in das Unternehmen investiert haben.

Bild: Carpooling West Montreal von Kyle Taylor (bestimmte Rechte vorbehalten)