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Rote Zahlen: Lyft macht Verlust von mehr als 600 Mio. $

Nachdem schon über die Verluste von Uber berichtet wurde, die im abgelaufenen Jahr auf mehr als 3 Milliarden US$ gestiegen sein sollen, sind jetzt auch Zahlen von Konkurrent Lyft an die Öffentlichkeit gelangt. Ein Insider, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat die Zahlen an die Presse weitergegeben.

Umsatz wächst schneller als Verlust

Der zweitgrößte Anbieter von Ride-Hailing Diensten in den USA hat trotz starkem Umsatzwachstum einen Verlust von mehr als 600 Mio. US$ angehäuft. Der Umsatz soll im gleichen Zeitraum um 250% auf etwa 700 Mio. US$ angestiegen sein. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Verlust um 46% gestiegen. Der Verlust pro Fahrt ist auf 3.75 US$ gesunken, im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 7.77 US$ pro Fahrt. Während des Jahres hat das Ridesharing Unternehmen den Investoren mitgeteilt, dass der Verlust pro Monat nicht über 50 Mio. US$ liegen wird – an dieses Versprechen hat sich Lyft anscheinend gehalten. Innerhalb der kommenden zwei Jahre will das Unternehmen profitabel werden.

Langfristig mit profitablem Geschäftsmodell?

Bei den hohen Verlusten von Uber und Lyft kommt die Frage auf, ob beide Unternehmen unter den jetzigen Marktbedingungen die Profitabilität erreichen können, ohne zu fusionieren. Beide Unternehmen bezuschussen Fahrer und locken Kunden mit Gutschriften, um ein Wachstum in den USA verzeichnen zu können. Dieser Wachstumskurs ist extrem kapitalintensiv und wird nur aufhören, wenn ein Unternehmen vom Markt verschwindet. Nach einer Fusion können die Fahrpreise angehoben und die Subventionen reduziert werden.

Auch wenn es sich dabei um eine andere Branche handelt, aber ein ähnlicher Trend konnte auf dem deutschen Fernbusmarkt beobachte werden. Zuerst haben sich mehrere Anbieter mit geringen Preisen unterboten, bis die schwächsten Anbieter aufgeben haben. Mittlerweile ist nur noch Flixbus übrig geblieben und die Fahrpreise wurden angehoben.

Lyft wächst schneller in den USA

Konkurrent Uber hat im ersten Quartal 2016 ein positives Ergebnis in den USA erzielt, in den weiteren Quartalen dann aber mehr als 100 Mio. US$ pro Quartal in den USA verloren. Nachdem Uber im ersten Quartal gesehen hat, dass Lyft schneller wächst und weitere Marktanteile gewinnt, wurde auf Angriffsmodus umgeschaltet. Es wurden höhere Summen in Marketing und Subventionen auf Fahrerseite investiert, um wieder schneller auf dem amerikanischen Markt zu wachsen.

Bild: Lyft (alle Rechte vorbehalten)

Uber macht Verlust von 2 Milliarden USD im Jahr

Nach einer erneuten Betrachtung der Finanzdaten von Uber ergibt sich die Vermutung, dass der Ridesharing Service um die 2 Milliarden US$ im Jahr Verlust macht. Außerdem zahlen die Kunden im Schnitt nur 41% des Fahrpreises. Für die Betrachtung wurden drei Statements herangezogen, die nach unterschiedlichen Anlässen an die Öffentlichkeit gelangt sind. Im Geschäftsjahr, das im September 2015 geendet hat, hat Uber einen Verlust von 2 Milliarden US$ eingefahren. Der Umsatz lag im selben Zeitraum bei 1.4 Milliarden US$.

Für ein Großteil der Summe dürften die Subventionen an die Fahrer ausschlaggebend sein. Im Wettbewerb mit den anderen Ridesharing Services, wie Lyft, Juno, Grab, Ola zahlt das Unternehmen aus Kalifornien gerne Sonderboni an die Fahrer, um sie zum Fahren zu überreden. Die anderen Wettbewerber nutzen diesen Mechanismus ebenfalls. Auch für Discounts auf Kunden Seite wird Uber einen Großteil der Summe ausgeben haben.

Mit Discounts überzeug Uber neue und bestehende Kunden. Auf Kundeseite will Uber die Wettbewerber unterbieten um mit geringen Fahrpreisen mehr Fahrten zu generieren. Im Schnitt haben die Uber-Nutzer nur 41% des Fahrpreises gezahlt, die verbleibenden 59% wurden von Uber zugesteuert.

Es ist fraglich, wie Uber ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufbauen will. Mit dem jetzigen Geschäftsmodell und der Wettbewerbssituation wird das schwer möglich sein. Eine Chance für Uber liegt in der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. Der Einsatz von autonomen Fahrzeugen für den Fahrdienst würde den größten Posten in der Bilanz minimieren. Im Moment sind die Fahrer der Plattform für einen Großteil der kosten verantwortlich. Uber geht auch davon aus, dass die anderen Wettbewerber nach der Zeit aufgeben und so eine Monopolstellung erreicht werden kann. Mit der Monopolstellung hätte Uber mehr Spielraum sowohl bei den Fahrpreisen als auch auf der Fahrerseite. Nach Blieben wird Uber die Kosten dann aber auch nicht drücken können,.

Auch Fahrdienste wie Lyft und Grab werden noch tiefrote Zahlen schreiben. Alle Unternehmen überleben nur, da sie hohe Finanzierungsrunden eingesammelt haben. Uber alleine hat mehr als 15 Milliarden US$ eingesammelt und wurde bei der letzten Runde mit rund 69 Milliarden US$ bewertet. Grab und Lyft werden ebenfalls mit Milliarden bewertet.

Bild: freestocks.org (bestimmte Rechte vorbehalten)

Uber hat 87% Marktanteil in den USA & der Verlust steigt

Nach einem Bericht von Bloomberg ist Uber zwar weiter auf dem Vormarsch und wächst international kräftig. Gleichzeitig steigen aber auch der Verlust auf bisher 1.27 Milliarden US$ im ersten Halbjahr 2016.

Zurück in die Verlustzone in den USA

Auch wenn Uber noch nicht an der Börse gehandelt wird, werden jedes Quartal die Investoren über die finanzielle Situation aufgeklärt. Bei der letzten Informationsrunde wurde den Investoren mitgeteilt, dass im zweiten Quartal ein Verlust in Höhe von 750 Millionen US$ angefallen ist, inklusive einem Verlust von 100 Mio. US$ auf dem amerikanischen Markt. Im ersten Quartal 2016 ist ein Verlust von 520 Mio. US$ angefallen. Erstaunlich ist auch, dass ein hoher Verlust in den amerikanischen Städten angefallen ist. Erst zu Beginn des Jahres hat Uber verkündet, dass in den USA bereits Geld verdient wird, mit dem die weitere Expansion unterstützt wird.

Mehr als 4 Milliarden Verlust seit Gründung

Seit der Gründung vor mehr als vier Jahren hat Uber einen Verlust von mehr als 4 Milliarden US$ angehäuft. Allein im letzten Jahr sind 2 Milliarden US$ Verlust angefallen. Basierend auf den Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2016 besteht die Möglichkeit, dass diese Summe in diesem Jahr sogar überboten wird. Grund für die hohen Verluste sind die Preiskämpfe um Kunden mit Wettbewerbern wie Lyft. Hinzu kommen hohe Subventionen für die Fahrer, um diese auf der Plattform zu halten. Bleibt abzuwarten, wie sich der Verkauf von Uber China an Didi Chuxing auf die Verluste auswirkt. Alleine in China hat Uber in den letzten beiden Jahren mehr als 2 Milliarden US$ Verlust eingefahren. Der Zusammenschluss mit Didi dürfte sich positiv auf die Bilanz von Uber auswirken.

Klarer Marktführer in den USA

Uber behauptet auch, dass der Marktanteil in den USA zwischen 84 und 87% liegt. Dabei ist der Markt der alternativen Fahrdienstleiter und Ridesharing-Anbeiter gemeint, der Taximarkt wird dabei nicht mit einbezogen. Ein Großteil des verbleibenden Marktes wird auf den Mitbewerber Lyft entfallen.

Auch Lyft verzeichnet hohe Verluste, teilt aber mit, dass es sich dabei um weniger als 50 Mio. US$ pro Monat handelt. Das entspricht einem Verlust von 150 Mio. US$ pro Quartal. Lyft verzeichnet weit weniger Fahrten als Uber. Lyft kam um Juli auf etwa 13.9 Millionen Fahrten, Uber auf 62 Millionen Fahrten.

Große Technologieunternehmen sind dafür bekannt, dass sie in einer Wachstumsphase hohe Verluste anhäufen. Über mehrere Jahre hat zum Beispiel Amazon hohe Verluste verbucht, um auf die gigantische Größe zu wachsen, die das Unternehmen mittlerweile erreicht hat. Für Amazon hat sich die Strategie ausgezahlt, mittlerweile werden die Erwartungen der Börse übertroffen und Gewinne eingefahren. Laut Bloomberg lag der größte Jahresverlust von Amazon bei 1.4 Milliarden US$ im Jahr 2000. Uber hat diese Marke im letzten Jahr geknackt und wird sie voraussichtlich auch dieses Jahr wieder überschreiten.

Auf der anderen Seite kann Uber über ein Anstieg auf der Umsatzseite berichten. Im ersten Quartal lag der Außenumsatz bei 3.8 Milliarden US$, im zweiten Quartal ist dieser auf 5 Milliarden US$ gestiegen. Für Uber entspricht das einem Netto-Umsatz von 960 Mio. US$ im ersten Quartal, bzw. 1.1 Milliarden US$ im zweiten Quartal.

Bild: Uber Technologies (alle Rechte vorbehalten)