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Lieferdienst für Lebensmittel: Walmart arbeitet mit Postmates zusammen

Für die amerikanische Supermarktkette Walmart hat die Ausweitung des Lieferdienstes für Lebensmittelbestellungen hohe Priorität. In diesem Jahr soll die Zahl der Walmart-Märkte, die online-Bestellungen abwickeln können, auf 800 steigen. Damit lässt sich 40 Prozent der amerikanischen Bevölkerung erreichen. Walmart ist sich bewusst, dass dieser Schritt nur mit Partnerschaften machbar ist. Deswegen arbeitet die Supermarktkette seit neustem auch mit dem Liefer-Startup Postmates zusammen, um den Lieferdienst für Lebensmittel in mehreren Regionen anbieten zu können. Zuerst wollen Postmates und Walmart in Charlotte zusammenarbeiten, in den kommenden Monaten soll eine Expansion in andere Städte folgen.

Walmart arbeitet schon mit Uber und Deliv

Die Kooperation mit Postmates ist nicht die erster ihrer Art für Walmart. Die Supermarktkette arbeitet bereits mit mehreren Partnern zusammen, um Online-Bestellungen zustellen zu können. Bisher wird mit den Unternehmen Uber und Deliv kooperiert, um keine eigene Flotte aufbauen zu müssen. Mit Partnerschaften kann der Konzern den Lieferdienst schneller ausrollen und im Wettbewerb mit Amazon und Instacart mithalten. Amazon hat durch die Übernahme und Integration von Whole Foods den Druck auf Walmart und co. weiter erhöht.

 

Postmates ist ein bisher finanziell gut ausgestattetes Lieferstartup, das sich vor allem auf Lieferungen von Essen fokussiert. Außerdem wurden Partnerschaften mit Konzernen wie Walmart oder Apple geschlossen, um für die Partner den Transport auf der letzten Meile zu übernehmen. In den letzten Wochen gab es Spekulationen über eine Fusion von Postmates mit dem Lieferdienst DoorDash. DoorDash hat vor kurzem ein Investment von mehr als 500 Mio. Dollar durch Softbank erhalten und damit die Konkurrenz ausgestochen. Postmates hat zuletzt im Jahr 2016 frisches Geld aufgenommen und dürften dutch den Softbank Deal unter Druck geraten. Im Jahr 2017 wurden 250 Mio. Dollar Umsatz erzielt, gleichzeitig ist ein Verlust in Höhe von 75 Mio. Dollar angefallen. Postmates kann auf 160.000 Kurierfahrer zugreifen, um die Lieferungen zuzustellen.

Rewe, Bringmeister und Amazon Fresh in Deutschland

In Deutschland wird der Markt der Lebensmittel-Lieferdienste von REWE, Bringmeister und Amazon Fresh beherrscht. Bringmeister wurde im Zuge des Verkaufs von Kaisers Tengelmann von EDEKA übernommen. Kaufland war auch in dem Markt aktiv, hat aber Ende letzten Jahres seinen Lieferdienst wieder eingestellt.

Bild: Postmates (alle Rechte vorbehalten)

Walmart testet Zustellung mit Uber, Lyft und Deliv

Die amerikanische Supermarktketten Walmart und Sam’s Club testen in den meisten amerikanischen Bundesstaaten die Zustellung von Lebensmitteln auf der letzten Meile mit Fahr- und Lieferdienstleistern wie Uber, Lyft und Deliv. Bereits seit März testen die Unternehmen die Zustellung von Lebensmitteln und Haushaltsartikeln mit Deliv in Miami. Die Kunden können über die Website von Walmart bestellen und dann bei der Bezahlung die Zustellung mit einem der genannten Services auswählen. Dafür wird eine Liefergebühr zwischen 7 und 10 US$ fällig (ca. 6.00 – 8.70 Euro). Es könnten auch sein, dass Walmart die Liefergebühr subventioniert, um mehr Kunden für die Dienstleistung zu gewinnen.

Walmart startet langsam

Das Unternehmen will langsam starten. In Denver und Phoenix geh der Service diese Woche an den Start. In einer Stadt werden die Lieferungen mit Lyft ausgeliefert, in der anderen mit Uber. Die Uber und Lyft Fahrer sind nur für den Transport zuständig. Nach dem der Kunde über die Website seine Bestellung getätigt hat, werden alle Artikel von geschultem Walmart Personal eingesammelt, verpackt und bereitgestellt. Diese Mitarbeiter suchen die besten Zutaten aus und platzieren gefrorene, gekühlte und frische Artikel in einem extra dafür vorgesehenen Bereich im Lager.

Von Babyartikel bis Tiefkühlprodukte

Zur Auswahl stehen etwa 35.000 unterschiedliche Artikel aus allen Kategorien. Von Baby-Produkten, über Fleisch und gefrorenen Artikeln, bis hinzu Gesundheitsartikel kann alles bestellt werden. Bei der Bezahlung können die Kunden dann die Lieferoption inklusive Zeitfenster wählen. Bisher war es schon möglich, dass das Personal für die Kunden einkaufen gegangen ist und die Kunden die Bestellung dann an der Bordsteinkante entgegengenommen haben.

Manuelle Buchung von Uber, Lyft und Deliv

Walmart ist nicht über eine API an Lyft und Uber gebunden. Das Personal muss bei jeder Bestellung manuell ein Fahrzeug über die App bestellen. Dem Fahrer wird dann per Nachricht Bescheid gegeben, dass es sich um eine Lieferung handelt. Der Fahrer nimmt die vorbereitete Order mit und liefert sie beim Kunden ab. Sobald der Fahrer unterwegs ist, ruf ein Mitarbeiter von Walmart den Kunden an, um diesen zu informieren. Bei diesem Setup ist davon auszugehen, dass Walmart nicht mit vielen Bestellungen rechnet. Das Projekt ist mit den manuellen Prozessen nicht skalierbar. Sollte das Volumen vorhanden sein, sollte Walmart auf einen Dienstleister setzen, der eine Automatisierung erlaubt.

Walmart hat in der Vergangenheit bereits öfter mit Lieferprogrammen experimentiert, bisher aber nicht den durchschlagenden Erfolg verbuchen können. Deshalb wurde auch ein höherer Fokus auf die Abholungen der Einkäufe an der Bordsteinkante gelegt. Mit den Lieferdienstleistern wird nun ein neuer Versuch gestartet. Die Artikelpreise ändern sich nicht für die Kunden, sie sind bei Lieferung genau so teuer, wie bei einem Einkauf im Supermarkt.

In Deutschland sind Rewe und Tengelmann aktiv

Anfang des Jahres hat die Supermarktkette Whole Foods ein Investment in Instacart bekannt gegeben. Über Instacart sollen in Zukunft alle Lieferungen von Whole Foods abgewickelt werden. In Deutschland sind vor allem Tengelmann mit Bringmeister und Rewe mit seinem Lieferdienst aktiv. Rocket Internet ist mit seinem Instacart Klon ShopWings gescheitert.

Bild: Walmart von Mike Mozart / Flickr (bestimmte Rechte vorbehalten)