Mobilitätsplattform: Uber zieht sich aus Südostasien zurück – Verkauf an Grab

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Autobauer Hyundai beteiligt sich an Mobilitätsplattform Grab - GetMobility.de
Autobauer Hyundai beteiligt sich an Mobilitätsplattform Grab - GetMobility.de

Nach dem Einstieg von SoftBank gibt die Mobilitätsplattform Uber eine weitere Region an einen lokalen Wettbewerber ab. Die Märkte in Südostasien werden an Grab verkauft, eine Mobility Plattform, die auch von SoftBank finanziert wird. Der Deal wurde von Grab bestätigt. Der Mobilitätsmarkt in Südostasien wächst schnell, bis 2025 sollen pro Jahr mehr als 20 Milliarden Dollar umgesetzt werden.

Grab ist lokaler Platzhirsch in Südostasien

Uber gibt nicht nur den Fahrdienst in Südostasien ab, sondern auch das Liefergeschäft UberEATS. Beides soll mit des Pendants von Grab verschmelzen. Die Integration soll in den kommenden zwei Wochen für das Ride-Sharing Geschäft abgeschlossen sein, UberEATS soll bis Ende Mai in GrabFood integriert sein.

Im Gegenzug erhält Uber 27.5 Prozent an Unternehmensanteilen an dem fusionierten Unternehmen. Ob zusätzlich noch Geld geflossen ist, ist nicht bekannt. Die Verschmelzung der Mobility Platform Grab mit den Geschäftsbereichen von Uber kann als Sieg für den lokalen Platzhirschen gewertet werden. Grab ist in mehr als 190 Städten in der Region aktiv, die App wurde mehr als 85 Mio. Mal heruntergeladen. Insgesamt wurden vier Milliarden Dollar eingesammelt, die Bewertung liegt bei mehr als sechs Milliarden Dollar. Das Unternehmen kann sich jetzt auf den Wettbewerb mit dem aufstrebenden Mitbewerber Go-Jek konzentrieren, der immer stärker in der Region wird.

SoftBank als Treiber hinter lokaler Mobilitätsplattform

Über den möglichen Rückzug von Uber aus der Region in Asien haben wir schon vor einigen Wochen berichtet. Treiber dahinter wird der Investor SoftBank sein, der sowohl im großen Stil an Uber und auch an Grab beteiligt ist. SoftBank hat kein Interesse daran, dass sich die eigenen Beteiligungen einen teuren Wettkampf um Fahrer und Nutzer liefern. Das niedrige Preisniveau in der Region ist schon eine große Herausforderung, wenn es darum geht, eine profitables Geschäft aufzubauen.

Stehen weitere Konsolidierungen bevor?

Uber hat sich in den letzten Jahren bereits aus zwei Märkten zurückgezogen. In China wurde das Geschäft an Didi Chuxing verkauft, das auch von SoftBank finanziert wird. In Russland hat die Ride-Sharing Plattform das lokale Setup an Yandex veräußert. Gut möglich, dass in den kommenden Monaten weitere Konsolidierungen bevorstehen – SoftBank würde gerne von Uber sehen, dass sich das Unternehmen auf die Nordamerika und Europa fokussiert. In Indien konkurriert Uber mit dem ebenfalls von SoftBank finanzierten Ola, bisher wird Indien aber noch als Schlüsselmarkt bei Uber gesehen.

Bild: Grab (alle Rechte vorbehalten)