Vernetztes Mobilitätsangebot für Mitarbeiter findet Anklang

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Vor drei Monaten berichteten wir über den Lösungsvorschlag der Frage: „Ist es möglich, heutige Pkw-Pendler für den öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen, wenn man ihnen eine durchgängige Reisekette auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit anbietet?“ Hierfür führten DB Regio Mitte und das Pharmaunternehmen Roche zusammen mit dem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn für On-Demand-Mobilität, ioki, im März 2019 einen sechswöchigen Praxistest mit ca. 30 Berufspendlern durch. Hierbei handelt es sich um eine Testgruppe, die vorrangig das eigene Auto dem ÖPNV vorzieht und nun einen On-Demand-Shuttleservice in Kombination mit dem ÖPNV ausprobieren konnte. Näheres zur Testphase könnt ihr hier nachlesen. Die Ergebnisse der Testphase, basierend auf der Pressemitteilung der Deutschen Bahn, fassen wir nun im Folgenden zusammen:

Wie ist das Fazit?

Nach Abschluss des Testbetriebs sollten die Teilnehmer ihre Zufriedenheit mit der vernetzten Form des Shuttle-Services bewerten: Das Urteil liegt im Durchschnitt bei einer Schulnote von 1,7. Das ioki-On-Demand-Shuttle, das die Mitarbeiter zum Lampertheimer Bahnhof gefahren hat, wird im Einzelnen sogar mit der Note “Sehr gut” bewertet.

Vor allem der nahtlose und zuverlässige Umstieg zwischen den Verkehrsmitteln wird bei den Testern lobend hervorgehoben. Selbst Autofahrer würden sogar eine geringfügige Fahrzeitverlängerung von Tür zu Tür hinnehmen, da die lästige Parkplatzsuche auf dem Werksgelände durch den Dienst wegfällt. Im Allgemeinen konnte festgestellt werden, dass der tägliche Pendelweg der Nutzer stressfreier gestaltet werden konnte. Langfristig könnten sich sogar zwei von drei Pilotteilnehmer vorstellen, das vernetzte Mobilitätsangebot weiterhin als Pendelweg zur Arbeit zu nutzen.

Welche Forderungen haben Nutzer an ein vernetztes Mobilitätskonzept für Mitarbeiter?

Neben Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, wünscht man sich im Rahmen der Mitarbeitermobilität die Möglichkeit flexibel und spontan entscheiden zu können, ob man den vernetzten Mobilitätsdienst in Anspruch nehmen oder doch lieber das eigene Auto nutzen möchte. Zudem wird vor allem in Bezug auf die Umwelt der Einsatz alternativer Antriebstechniken als besonders wichtig erachtet.

Die Testerin Lorena Mayer hat beispielsweise folgende Erkenntnisse aus der sechswöchigen Testphase mitgenommen:

„Das vernetzte Angebot war eine tolle Möglichkeit, zumindest für einige Wochen den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Und auch nach dem Piloten haben wir nun mit dem Jobticket, das wir seit Juni nutzen können, die Möglichkeit, das Auto öfter stehen zu lassen.”

Auch die Projektpartner sind zufrieden mit den Ergebnissen

So fasst Frank Klingenhöfer, der Vorsitzende der Regionalleitung DB Regio Mitte zusammen:

„Wir haben hier einfach mal ausprobiert, wie innovative und individuelle Mobilität mit dem ÖPNV zwischen Haus- und Bürotür aussehen kann. Daraus lernen wir, dass vernetzte Konzepte das Potenzial haben, Pendler davon zu überzeugen, ihr Auto stehen zu lassen und den ÖPNV zu nutzen. Einige Pilotteilnehmer können sich sogar vorstellen, ihren Zweit-Pkw abzuschaffen. Die Ergebnisse haben uns aber auch gezeigt, welchen Stellenwert die reibungslose Vernetzung aller Verkehrsmittel hat. Das liefert wichtige Botschaften für den notwendigen Qualitätsgrad, den unser eigenes Produkt – die Zugfahrt – nachhaltig vorweisen muss, um dauerhafter Bestandteil derart vernetzter Mobilitätsketten zu sein. Ich freue mich, mit Roche und ioki Partner an unserer Seite zu haben, die Mobilität mit uns gemeinsam neu denken und unser Bestreben, den ÖPNV mit digitalen, vernetzten Angeboten zu stärken, aktiv unterstützen.“

Der Werkleiter von Roche, Martin Haag, erläutert zudem:

„Roche hat das Ziel, seinen Mitarbeitenden einen vielfältigen und möglichst nachhaltigen Mobilitätsmix zu bieten und so ein attraktives Angebot für die Belegschaft zu schaffen. Der Pilot war eine gute Gelegenheit, ein Mobilitätskonzept der Zukunft zu testen, Mitarbeiterbedürfnisse noch besser zu verstehen und wichtige Erkenntnisse über Mobilitätsverhalten und -möglichkeiten zu erlangen.”

Wie soll es nun in Zukunft weitergehen?

Die Betreiber des Projekts DB Regio Mitte und Roche ziehen nun aus den Erkenntnissen der Testphase entsprechende Ableitungen für eine dauerhafte und nachhaltige Umsetzung von vernetzten Mobilitätskonzepten für Mitarbeiter. Das schon erwähnte Jobticket, das seit dem 01. Juni für Roche-Mitarbeiter zur Verfügung steht, stellt hierfür einen wesentlichen Baustein zur Förderung nachhaltiger Mobilität dar. Weitere Projekte sollen zudem im Rahmen von Landkreisen, Städten und Gemeinden, allen voran mit Christian Specht, dem ersten Bürgermeister der Stadt Mannheim, initiiert werden.