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Aktuelle Diskussion: Regulierung von Ridesharing?

Der Verkehr in Städten nimmt zu – Staus, Umweltverschmutzungen und Parkplatzprobleme sind die Folge. Doch Städte wollen grüner werden. Ökologische Nachhaltigkeit, flexible Mobilität und die Nachfrage nach Sicherheit wird lauter. All das bei ständig steigender Mobilität der Menschen, steigenden Bevölkerungszahlen in den Städten sowie steigenden Zulassungszahlen von PKWs und Pendlerzahlen. Auch die ständigen Überschreitungen von Umweltgrenzwerten, die bereits in einigen Städten zu (Diesel-)Fahrverboten führten, verschärfen die Problematik. Viele Akteure fordern seit einiger Zeit die Beschleunigung einer sogenannte Verkehrswende. Entsprechend verbreiten sich neue Mobilitätsangebote und entfachen offene Diskussionen rund um das Thema.
Der Ansatz neuer Konzepte ist dabei ähnlich: Mit On-Demand-Technologien sollen Menschen von der Nutzung ihres privaten PKWs abgebracht werden und so die Straßen entleeren. Die Ridesharing-Unternehmen ermöglichen dabei die Abholung an einem Wunschort und den Transport zu einem gewünschten Ziel per Smartphone-App. Dabei bündeln sie ähnliche Fahrtanfragen von Kunden.

Doch inwiefern fördern die Services den nachhaltigen Ansatz der Städte und verringern die Anzahl von Fahrzeugen und tragen zur Umweltentlastung bei?

“Mit Vollgas in den Verkehrskollaps”

Während Ridesharing Anbieter damit werben, dass das intelligente Teilen von Fahrten die Lösung der Verkehrsbelastung sei, kommt die ARD in ihrer neuesten Reportage “Mit Vollgas in den Verkehrskollaps” zu einem anderen Schluss. Viele der neuen Mobilitätsangebote wie free-floating Carsharing oder vom ÖPNV losgelöste neue Ridesharing Angebote würden die Probleme nicht lösen, sondern den “Verkehrskollaps” weiter verschärfen. Die ARD beruft sich dabei auf aktuelle Kundenbefragungen von Nutzern der neuen Angebote in Deutschland. Als weitere Quelle dienen Ergebnisse aus Nordamerika, wo Anbieter wie Uber und Lyft seit vielen Jahren weitgehend ohne Regulierung ihr Angebot auf die Straße gebracht haben. Die ARD kritisiert primär, dass sich durch die vielfache Nutzung von Ridesharing Angeboten durch frühere ÖPNV Nutzer die bestehenden Verkehrsprobleme weiter potenzieren. Grund dafür sei, dass der Flächenverbrauch der ÖPNV-Angebote im Vergleich zu Ridesharing Angeboten deutlich geringer und damit eine nachhaltigere Fortbewegungsform sei. Die Schlußfolgerung des Beitrags ist, dass die Bundesregierung sich überlegen solle, inwieweit eine Öffnung des bestehenden Personenbeförderungsgesetzes und damit eine Öffnung des Marktes wie in Nordamerika tatsächlich eine Verbesserung der Verkehrssituation bewirken würde. Oder, im Falle eines Rebound Effekts, das Gegenteil eintreten könne und damit noch mehr Verkehr auf Deutschlands Straßen verursachen würde.

Studie: The New Automobility

Eine wichtige Fragestellung, mit der sich auch die kürzlich erschienene Studie von Bruce Schaller intensiv beschäftigt. Anhand von veröffentlichten Forschungsergebnisse und neuen

verfügbare Daten aus einer nationalen Erhebung diskutiert Schaller, inwiefern die Dienstleistungen dem städtischen Verkehr zugute kommen.

Die Fahrdienstvermittler Uber und Lyft sind dabei prominente Beispiele. Ihr Serviceangebot wird in der Studie näher beleuchtet.

Folgende Punkte fassen die Hauptergebnisse der Studie zusammen:

  • Die On-Demand-Services konzentrieren sich hauptsächlich auf wenige Großstädte

70% der Trips mit Uber und Lyft  finden in neun großen, dicht besiedelten Ballungsräumen statt.

  • Schaller kritisiert, dass die Ridesharing-Anbieter mit dem öffentlichen Nahverkehr konkurrieren, nicht mit dem privaten Pkw

Etwa 60% der Nutzer in städtischen Gebieten hätten die Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt, wäre der Fahrdienstvermittler nicht verfügbar gewesen.

  • Schaller kommt zu dem Schluss, dass Lyft und Uber mehr Staus verursachen

Für jede private Meile, die durch den Service eingespart werden kann, wird eine Distanz von 2,8 Meilen verursacht. Dadurch wächst der Verkehr insgesamt auf 180 % an.

  • Selbstfahrende Autos wären am nützlichsten in Form von Shuttle-ähnlichen Gruppenfahrten

Das Mobilitätsmodell für Lissabon zum Beispiel sagt aus, dass der Verkehr um etwa 50 Prozent zunehmen könnte, wenn Reisende autonome „reguläre Taxis“ bevorzugen, die nicht geteilt werden. Andererseits zeigte das Modell einen Rückgang der Fahrzeugkilometer um 37% und die vollständige Beseitigung von Staus im Rahmen eines Shared-taxi-Szenarios.

Neue Mobilität habe den Städten viel zu bieten: Komfort, Flexibilität und On-Demand-Technologie. Aber eine Entlastung der Straßen könne dadurch dauerhaft nicht erreicht werden. Viele Ansätze werden derzeit diskutiert. Die Städte sind zerrissen zwischen einem flexiblen Angebot auf der einen und fehlender Sicherheit und Umweltfreundlichkeit auf der anderen Seite. Eine Lösung tritt aktuell verstärkt hervor: Die Entwicklung der Fahrdienste müsse in einem öffentlichen politischen Rahmen abgesteckt werden, um ihr Potenzial zu nutzen und den Interessen der Städte gerecht zu werden.

Aktuelle Beispiele zu Regulierungsgesetzen in Städten

So hat London dem Fahrdienstvermittler Uber nach einem Lizenzentzug nun einer Verlängerung für 15 Monate zugestimmt. Dies gestand ein Londoner Gericht dem US-Unternehmen Ende Juni zu. Die Lizenz ist mit Auflagen verbunden. Uber erklärt sich bereit, sich alle 6 Monate einer unabhängigen Untersuchung zu unterziehen und lückenlos über Beschwerden zu informieren.

Auch in New York wurden neue Bestimmungen für Ridesharing Unternehmen erlassen. Das Gesetz limitiert die Anzahl der Fahrzeuge, indem Lizenzen für neue Modelle vorerst nicht ausgestellt werden. Am Mittwoch stimmte der Stadtrat der Stadt gegen eine Lizenzierung der Zulassung. Aufgrund des starken Überangebots auf dem Taximarkt der Stadt New York, schreibt das neue Gesetzespaket zudem einen Mindestlohn für die Fahrer von Uber und Co. vor.

Zuvor boten Uber, Lyft und Via der Stadt New York City 100 Millionen Dollar in Form eines Hilfsfonds für Taxifahrer an. Als Gegenleistung fordern sie das Fallenlassen einer vorgeschlagenen Obergrenze für Lizenzen für Ridesharing-Fahrzeuge. Das Angebot wurde von staatlichen Behörden jedoch abgelehnt.

Hierzulande möchte die lokale Verkehrspolitik zunächst gesetzliche Regulierungen aktualisieren und sie auf das neue Angebot anpassen. Grund für die Überarbeitung der Anforderungen ist auch, Sicherheiten für die Taxibranche zu schaffen. Der Einsatz von Ridesharing Fahrzeugen im städtischen Kontext stehe in direktem Wettbewerb mit Taxi-Diensten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Damit Ridesharing-Angebote zu einer neuen Form des öffentlichen Verkehrs mit geringer Kapazität und hoher Qualität werden, müsse die Verwaltung der Verkehrsdienste, einschließlich der Konzessionsregeln und -vereinbarungen, angepasst werden. Bisher fahren Unternehmen wie Moia und Allygator in Deutschland nur mit behördlichen Ausnahmeregelungen.

ArrivaClick kommt nach Liverpool

Der nationale Betreiber Arriva hat sich für Liverpool entschieden. Der On-Demand-Service für Busse wird in der Stadt im Nordwesten Englands zum ersten Mal auf die Straßen gebracht und kalkuliert die Routen abhängig davon, wohin die Fahrgäste gebracht werden möchten.

Die Services der App ”ArrivaClick”

Ähnlich wie zum Taxiservice von Uber, wird der neue On-Demand-Service Fahrgästen ermöglichen, einen Bus über eine App zu buchen. Das innovative System kombiniert Besonderheiten von einem Taxifahrdienst und dem Busverkehr. Passagiere können via ArrivaClick einen Bus bestellen und seine Route verfolgen. Den Nutzern wird der Name des Fahrers mitgeteilt und stellt ihnen zusätzlich die Option bereit, eine individuelle Haltestelle anzugeben sowie einen Sitzplatz im Bus zu reservieren.   

Durch die hochentwickelte Technologie von Via, ein weltweit tätiges Unternehmen für Mitfahrdienste, berechnen Algorithmen den bestmöglichen Fahrweg für die kombinierten Routen der Passagiere. Das Ergebnis gibt die kürzeste und die schnellste Route an. ArrivaClick garantiert einen festen Fahrpreis und Echt-Zeit-Informationen in Bezug auf Abfahrt und Ankunft. Die App kombiniert also die Kosteneffizienz von Bussen und die Bequemlichkeit einer Taxifahrt.

Es gibt keine festen Routen. Die Fahrten bedingen sich durch die Zielwünsche der Fahrgäste. Der Service vollstreckt sich in einem Gebiet vom Stadtzentrum bis zum Liverpool John Lennon Flughafen und verbindet die Einwohner, die sich zur Arbeit, zum Shopping oder aus sonstigen Transportgründen bewegen.  

Was ArrivaClick noch leistet

Mit der Einführung des innovativen Minibus-Services wird die Verbesserung der Luftqualität in Angriff genommen. Auch die Reduzierung von Autofahrten in den Städten wird damit bezweckt. ArrivaClick bietet freies Wi-Fi, Aufladestationen und Ledersitze an. Insgesamt komplettiert der Service von ArrivaClick das bestehende Busnetzwerk und ist bis dato der größter Service seiner Art in UK.

ArrivaClick hat das Potential tausende von Fahrten zu transformieren. Bereits während der Testphase in Kent nutzen 50% der Kunden den Service anstelle einer privaten Fahrt. 43% verwendeten ArrivaClick sogar für die tägliche Fahrten zwischen Arbeit und ihrem Zuhause.

Bis zum Sommer 2019 will Arriva den Service von sechs auf 25 Fahrzeuge ausweiten.

Bild: liverpoolecho.co.uk (Alle Rechte vorbehalten)

Apple arbeitet mit VW an autonomen Shuttles

In den vergangenen Jahren haben mehrere Geschichten die Runde gedreht, dass sich der Technologiekonzern Apple mit den Automobilherstellern Mercedes oder BMW verbünden möchte, um autonome Fahrzeuge zu entwickeln. Die Gespräche über Partnerschaften sollen daran gescheitert sein, dass Apple zu viel Kontrolle über Design und Daten haben wollte. Nun scheint Apple mit Volkswagen einen Partner für das Project Titan gefunden zu haben, dabei wurden aber die eigenen Anforderungen angepasst. Volkswagen soll aktuelle T6 Minivans an Apple liefern, die von dem Technologiekonzern mit Systemen für autonomes Fahren aufgerüstet werden sollen.

Fokus auf Software und Sensoren

Apple ist unter dem Decknamen Project Titan in das große Feld für selbstfahrende Autos gestartet. Zuerst soll der Konzern geplant haben, ein komplettes Auto zu entwickeln und zu produzieren. Nachdem sich herausgestellt hat, wie Komplex die Entwicklung und Produktion eines autonomen Fahrzeugs ist, wurde das Projekt angepasst. Über die Jahre wurden die eigenen Ambitionen und das Projektteam zurückgefahren.  Zu Hochzeiten sollen mehr als 1000 Mitarbeiter an dem Projekt gearbeitet haben, in den letzten Jahren sollen mehrere Hundert Experten das Projektteam wieder verlassen haben.

Der Fokus soll nun auf der Entwicklung von Software und Sensoren liegen, die als Systeme in bestehenden Fahrzeugen verbaut werden können. Eine ähnliche Strategie verfolgen auch Startups wie Aurora, drive.ai oder nuTonomy, das von Aptiv übernommen wurde. Die von Apple entwickelten Komponenten sollen zuerst in einem Angebot für Apple Mitarbeiter getestet werden. Volkswagen liefert dafür die Fahrzeuge. Pläne für die weitere Verwendung soll Apple noch nicht haben.

Der Automobilkonzern arbeitet auch mit dem Startup Aurora zusammen. Gemeinsam sollen autonome Fahrzeuge entwickelt werden. Der erste Use Case soll ein Fahrzeug für den Ride-Sharing Dienst Moia sein, der im kommenden Jahr in Hamburg starten soll.

Bild: monthlybrands.com (alle Rechte vorbehalten)

 

Neuer Car-Sharing Dienst Oply startet in München

Trotz der der Stärke von DriveNow und car2go traut sich ein neuer Car-Sharing Dienst auf die Straßen in München. In einem ersten Schritt werden in München 100 Fahrzeuge von dem Unternehmen Oply bereitgestellt. Eine Expansion in weitere Städte soll im Laufe des Jahres erfolgen. Gesteuert wird Oply von dem luxemburgischen Mobilitätsanbieter ExaMotive, hinter dem der früherer CiteeCar COO Mauro Mariani steht. Finanziert wird das Vorhaben unter anderem von chinesische Investoren, darunter der Automobilkonzern SAIC sowie das Investmentunternehmen Sailing Capital. Die deutsche GmbH wir von Katharina Wagner geführt, die zuvor bei car2go in leitender Position tätig gewesen ist.

Mischung aus free-floating und stationsbasiert

Vom Konzept her ist Oply Car-Sharing eine Mischung aus free-floating und stationsbasiert. Die Fahrzeuge sind jeweils einer bestimmten Nachbarschaft zugeordnet, wo sie nach der Mieter wieder zurückgebracht werden. Die Zonen sind in der Regel 500 x 500 Meter groß. Das sorgt für ein geringes Level an Flexibilität für den Nutzer und für den Anbieter werden kostspielige Re-Positionierungen der Fahrzeuge vermieden.

Flotte von Sportwagen bis Transporter

In München steht eine Flotte aus Ford Fiesta, Ford Focus Kombi, Mazda MX5 und Renault Trafic Fahrzeugen zur Verfügung. Die unterschiedlichen Kategorien von Sportwagen bis hin zu Transporter ermöglichen aus Nutzersicht schon mal mehr Flexibilität als bei den meisten Mitbewerbern.

Zwei Preismodelle für Kurz- und Langzeitmiete

Bei den Preisen bietet das Car-Sharing Unternehmen zwei unterschiedliche Kategorien. In dem Preis sind Bestandteile wie Reinigung, Versicherung und teilweise auch Benzin bereits enthalten.

In der Kategorie FLEX zahlt der Nutzer eine Mietgebühr pro Stunde. Je nach Fahrzeugklasse sind die Preise unterschiedlich. Die City & Family Fahrzeuge kosten bei 6 Euro / Stunde, ein Transporter ist für 9 Euro / Stunde zu haben.

Mit der Kategorie PLAN werden Nutzer angesprochen, wie über einen längeren Zeitraum ein Fahrzeug benötigen. Die minimale Mietdauer liegt bei 12 Stunden, maximal kann ein Fahrzeug 27 Tage gemietet werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf 35 bzw. 59 Euro für 12 Stunden, bzw. Auf 45 oder 75 Euro pro Tag.

Durch die Preismodelle, basierend auf Stunden- oder Tagespauschale zielt das Unternehmen eher auf Nutzer ab, die für einen längeren Zeitraum ein Fahrzeug benötigen. Dank der günstigen Preise von 6 Euro / Stunde ist das Angebot aber auch eine attraktive Alternative zu den Anbietern DriveNow oder car2go, die minutenbasiert abrechnen. Ab ca. 20 Minuten Fahrzeit ist Oply trotz Stundenpreis günstiger als die Mitbewerber. Eine Fahrtzeit von 20 Minuten wird in Städten wie München schnell überschritten.

Alternative zum eigenen Auto

Oply sieht sich selbst als Alternative zum eigenen Auto und als Ergänzung zu den bestehenden Verkehrsangeboten bestehend aus ÖPNV, Mikromobilitätslösungen wie Free-Float-Carsharing oder Taxi und autofreiem Individualverkehr wie dem eigenen Fahrrad. ExaMotive Gründer Mauro Mariani ist der Meinung: „Oply ist für all die Fälle gedacht, in denen das Auto meist die beste Lösung ist. Damit ergänzen wir das städtische Verkehrsangebot aus Unsere Vision ist, dass innerstädtische Mobilität zukünftig ganz ohne das Privatauto auskommen wird. Die Kombination unterschiedlicher Mobilitätskonzepte wird es den Städtern ermöglichen, für jede Situation das passende Verkehrsmittel wählen zu können. Wir sind überzeugt davon, dass Oply hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten wird.“

Bild: Oply (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Pooling: ViaVan kann endlich in London starten

Seit Anfang letzten Jahres versucht das Unternehmen ViaVan, ein Joint-Venture von Mercedes-Benz und der Ride-Pooling App Via, eine Lizenz für den Start in London zu erhalten. Jetzt war der Genehmigungsprozess erfolgreich und ViaVan kann seinen Fahrdienst in London anbieten. Zuvor ist das Unternehmen schon in Amsterdam gestartet, Berlin soll in den kommenden Monaten in Kooperation mit der BVG folgen.

Fahrten in der Innenstadt für eine Flatrate

ViaVan setzt auf lizensierte Fahrer, die mit ihren eigenen Fahrzeugen unterwegs sein werden. Über die ViaVan App können die Nutzer ein Pooling-Fahrzeug rufen. Fahrgäste, die zur gleichen Zeit in eine ähnliche Richtung unterwegs sind, werden durch den Algorithmus gepoolt. Das Unternehmen arbeitet mit virtuellen Haltestellen an Straßenkreuzungen, um effizienten Fahrten anbieten zu können. Der Dienst wird in den Zonen 1 und 2 in der Londoner Innenstadt unterwegs sein. Um viele Nutzer zur ersten Fahrt zu bewegen, geht das Unternehmen mit Kampfpreisen von 3 GBP an dem Start, sofern die Fahrt in Zone 1 startet oder endet. Was die Fahrt nach der Launch-Phase kosten wird, ist noch nicht bekannt. In Amsterdam verlangt das Unternehmen 5 Euro pro Fahrt in der Innenstadt und ist damit um 2/3 teurer als der ÖPNV. Gut möglich, dass ViaVan in London später Preise im ähnlichen Verhältnis verlangen wird.  

Schwache Postion von Uber soll ausgenutzt werden

Das Unternehmen will sich als Good Cop im Vergleich zu Uber positionieren und den Fokus auf Sicherheit und eine bessere Unternehmensethik legen. Uber hat im letzten Jahr seine Lizenz verloren, da es sich nicht genügend um Fahrer, Nutzer und die Sicherheit gekümmert hat. Seitdem versucht Uber, alles zu unternehmen, um eine neue Lizenz zu erhalten. Neben Uber hat auch Taxify Schwierigkeiten mit der TfL, der lokalen Behörde bekommen. Die Probleme mit den Genehmigungen für Uber und Taxify dürften auch dazu geführt haben, dass Ride-Sharing Dienste wie ViaVan oder Chariot länger auf die Genehmigung warten mussten.

Schwache Postion von Uber soll ausgenutzt werden

ViaVan will auch auf Fahrerseite die geschwächte Position von Uber ausnutzen. Tausende Fahrer, die zuvor für Uber unterwegs waren, sollen sich bei Via angemeldet haben. Bei Via sollen die Fahrer besser betreut werden, z.B. über eine 24/7 Hotline. Außerdem wird die maximale Fahrzeit pro Tag auf 10 Stunden limitiert, um die Sicherheit zu erhöhen. Die Fahrer erhalten bei ViaVan auch einen höheren Anteil der Einnahmen. Nur 15 Prozent müssen an Via abgetreten werden, 85 Prozent bleiben bei den Fahrern. Zu Beginn wird Via die Fahrer mit zusätzlichen Bonuszahlungen locken. Obwohl Mercedes-Benz an ViaVan beteiligt ist, müssen die Fahrer nicht zwingend mit Mercedes-Benz Fahrzeugen unterwegs sein.

Höhere Effizienz und Verdienste als bei Taxifahrten

ViaVan CEO Christ Snyder ist davon überzeug, dass die geteilten Fahrten mit Via nachhaltiger sind als Einzelfahrten in Taxis oder Uber-Fahrzeugen. Durch den Pooling-Algorithmus sollen die Fahrgäste effizienter von A nach B transportiert werden. Das heißt, es werden weniger Autos benötigt, um eine vergleichbare Anzahl an Personen zu transportieren. Die Kombination von weniger Fahrzeugen und mehr Fahrgästen soll dafür sorgen, dass die Fahrer mehr verdienen. 

Bild: ViaVan (alle Rechte vorbehalten)

Ride-Sharing in Deutschland – Diskussion in die falsche Richtung

Verfolgt man die Artikel über Ride-Sharing Angebote in den letzten Tagen und Wochen, wird schnell der Eindruck vermittelt, dass Ride-Sharing eine Gefahr für den öffentlichen Verkehr und die Umwelt darstellt, insbesondere für die Taxi-Branche. Die neuen Dienste zerstören das Geschäft der Taxi-Fahrer durch Dumping-Preise und gleichzeitig werden auch noch umweltschädliche Diesel, Fahrzeuge eingesetzt, so die Argumente. Die Argumente sind nicht nur falsch, sie lenken die Diskussion auch in die falsche Richtung – es wird versucht, Bestehendes zu schützen und Neues zu verhindern. Eine Kombination von Taxi, Ride-Sharing Dienste und anderen Mobilitätsangeboten und dem großen Themenfeld Digitalisierung bietet die große Chance, ein System aufzubauen, das so bequem zu nutzen ist, dass die Menschen darauf verzichten, ein eigenes Auto zu besitzen.

Menschen müssen dazu bewegt werden, ihr eigenes Auto stehen zu lassen

Genau das muss das Ziel sein: Die Menschen müssen dazu bewegt werden, ihr eigenes Auto stehen zu lassen, um effizientere Verkehrsmittel zu nutzen, um von A nach B zu kommen. Nur so lassen sich die wachsende Verkehrsprobleme und die Folgen wie Stau, Lärm, Luftverschmutzung, Stress in den Griff zu bekommen.

Nur erreichbar durch attraktives Gesamtangebot

Dafür gibt es zwei Stoßrichtungen: Entweder wird der private Fahrzeugbesitz durch hohe Gebühren für Maut und Parken, sowie Zulassungsbeschränkungen so unattraktiv, dass die Menschen freiwillig ihr Fahrzeug abschaffen. Die Alternative ist, dass man aus alternativen Mobilitätsangeboten, wie Taxi, ÖPNV, Ride-Sharing, Car-Sharing oder Bike-Sharing ein Angebot aufbaut, dass so bequem zu nutzen ist, dass die Menschen von sich aus darauf verzichten, ein Fahrzeug zu besitzen. Beide Richtungen haben zur Folge, dass die Kapazitäten bei den Alternativen deutlich ausgebaut werden müssen. Es wird genügend Nachfrage da sein, um sowohl Taxen, als auch Ride-Sharing und ÖPNV Angebote auszulasten.

Kooperation aller Beteiligten erforderlich

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die beteiligten Akteure wie Politik, Taxi Verbände, Ride-Sharing Dienste, ÖPNV Betreiber eng zusammenarbeiten und nicht gegeneinander. Wünschenswert ist, wenn sich die einzelnen Akteure zusammentun, um ein Angebot zu schaffen, dass vor allem den Kunden entgegen kommt.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)

BMW will Ride-Sharing mit Motorrädern oder Scootern anbieten

Die BMW Group würde gerne einen Ride-Sharing Dienst mit Motorrädern und Rollern in Städten mit hoher Staubelastung ausrollen, sofern das Problem mit dem zweiten Helm gelöst werden kann. Auf dem Genfer Autosalon hat sich Perter Schwarzenbauer  wie folgt dazu geäußert. Schwarzenbauer ist für BMW Motorrad, Mini und Rolls-Royce bei BMW verantwortlich: “Das ist definitiv eine Option, aber bis jetzt haben wir noch keine Lösung für den zweiten Helm gefunden.“

Ride-Sharing Dienst mit kleineren Elektro-Rollern

Erfolgreiche Startups wie Go-Jek haben gezeigt, dass die Herausforderung mit dem zweiten Helm auf eine akzeptablen Art gelöst werden kann. Das Angebot von Go-Jek könnte auch BMW nutzen, um eine passende Lösung zu finden. Für den Dienst in verstopften Städte stellt sich BMW einen E-Scooter vor, der unterhalb des C evolution angesiedelt ist. Der Maxi-Scooter C evolution kommt auf eine Reichweite von 100 km in der kleineren Variante und kostet stolze 14.000 Euro. Die Unternehmen Go-Jek und auch Grab setzten auf Motorräder mit Verbrennungsmotor. An Grab hat sich Hersteller Honda bereits vor etwa zwei Jahren beteiligt, um auch Abnehmer für die produzierten Motorräder zu finden.

Ob BMW ernsthaft die Idee verfolgt, einen Ride-Sharing Dienst mit Motorrädern aufzubauen, kann bezweifelt werden. In einem ersten Schritt wird BMW schon mal eine App anbieten, mit der die Nutzer BMW Motorräder bei lokalen Händlern anmieten können. Der Dienst soll im Mai in Deutschland, Österreich und Frankreich starten.

Ergänzung zu DriveNow wäre ideal

Einsatzmöglichkeiten für kleine E-Scooter gibt es genug. Alternative zum Fahrdienst mit Motorrädern oder Scootern wäre schon mal, einen E-Scooter Sharing Dienst als Ergänzung zu DriveNow anzubieten. Eine Erweiterung von DriveNow mittels eines Angebots wie Coup oder Emmy würde die Attraktivität  des Sharing Angebots erhöhen. Es würden sich Alternativen für ganze Strecken ergeben oder eine Möglichkeit, um schneller zu einem DriveNow Fahrzeug zu gelangen. Idealerweise könnte der Dienst in der gleichen App gebucht werden.

Bild: BMW Group (alle Rechte vorbehalten)

Arriva’s on-demand Ride-Sharing Dienst in Zahlen

Das Verkehrsunternehmen Arriva zieht nach einem Jahr eine positive Bilanz über den on-demand Ride-Sharing Dienst ArrivaClick. ArrivaClick ist ein dynamischer Bedarfsverkehr, der in der Gegend rund um den Kent Science Park und Sittingbourne angeboten wird. Die Gegend war zuvor schlecht von öffentlichen Nahverkehrsangeboten erschlossen, was sich durch den neuen Dienst verbessert hat.

Postille Entwicklung beim Ride-Sharing Dienst

In Sittingbourne scheint der Dienst gut anzukommen, hier sind ein paar Statistiken:

  • Ein Äquivalent von 12% der lokalen Bevölkerung in Sittingbourne hat sich für den Dienst angemeldet. Laut Wikipedia leben 60.000 Menschen in Sittingbourne, was heißt, dass sich mehr als 7200 Nutzer für den Dienst angemeldet haben.
  • Ein Anteil von 61% nutzt den Dienst mehrmals die Woche und 43 % nutzen den Dienst für die täglichen Fahrten zur Arbeit.
  • Ein Drittel der Kunden nutzt den Dienst für Freizeitfahrten, 31% um Verwandte und Freunde zu besuchen.
  • Mehr als 50% nutzen den Service als Alternative zum Taxi (22%), eigenem Fahrzeug (18%) oder zur Mitfahrgelegenheit (12%)
  • Ein Drittel nutzt das Angebot anstatt dem traditionellen Bus und 20% sind vorher zu Fuß gegangen
  • Die Mehrheit (8,9/19) würde den Dienst auch Freunden empfehlen

Die erreichten Zahlen können auch von lokalen Verkehrsbetrieben und Behörden als Grundlage herangezogen werden, um besser abschätzen zu können, wie sich ein Ride-Sharing Dienst entwickeln kann.

Arriva übernimmt Betrieb, Software von Via

Arriva übernimmt den operativen Betrieb bei ArrivaClick und die Software wird von dem amerikanischen Startup Via geliefert. Die Fahrzeuge sind luxuriös ausstattet Mercedes-Benz Sprinter Vans. Neben Ledersitzen sind auch Wi-Fi und Lademöglichkeiten mittels USB an Bord. Via war bisher vor allem in den USA aktiv, mit ViaVan sollen jetzt auch mehrere Städte in Europa erschlossen werden, in Amsterdam ging es in der vergangen Woche los. Das Ride-Sharing Angebot der BVG in Berlin wird ebenfalls mit ViaVan aufgebaut.

Vergleichbar mit ioki, CleverShuttle und co.

ArrivaClick vergleichbar mit den Diensten von door2door, CleverShuttle oder ioki und ist zwischen den Angeboten Taxi und Linienbus angesiedelt. Die Nutzer buchen über die Smartphone App eine Abholung an einem beliebigen Ort im Bediengebiet und erhalten vor der Buchung die Anfahrtszeit, sowie einen fixen Fahrpreis. Nach Buchung per Klick wird der Fahrgast von einem der Vans abgeholt. Die Algorithmen der Via Software poolen Fahrgäste, die zur gleichen Zeit auf ähnlichen Strecken unterwegs sind.

Ausweitung auf andere Städte möglich

In einem nächsten Schritt könnte die Ausweitung des Services in weiter Städte im Norden Großbritanniens bevorstehen. Arriva sieht in dynamischen Bedarfsverkehren, die mittels App gebucht werden, eine attraktive Alternative zu bestehenden Transportarten. Sie haben das Potential dazu, eine zuverlässige und günstige Option für den Transport auf der ersten und letzten Meile zu sein. Dynamische Ride-Sharing Dienste können auch für Verkehrsbetriebe, Gemeinden, lokale Behörden und Fördertöpfe interessant sein. Dadurch lassen sich kosteneffiziente Alternative oder Ergänzungen zum ÖPNV aufbauen.

Bild: Arriva (alle Rechte vorbehalten)

E-Scooter Sharing Dienst Bird sammelt 100 Mio. Dollar ein

In den USA erfreut sich e-Scooter Sharing steigender Beliebtheit. Das Startup Bird sammelt nur einem Monat nach der Series A runde ein Series B in Höhe von 100 Mio. Dollar ein. In der Series A sind 15 Mio. Dollar in das Unternehmen geflossen. Die Finanzierung kommt von Valor Equity Partners und Index Ventures, mit Beteiligung von Craft Venture, Goldcrest, Tusk Ventures und Upfront Ventures.

Kleine Elektro-Kickboards im Einsatz

Bein den Elektro-Rollern handelt es sich nicht um e-Scooter wie bei Coup oder Emmy, sondern um kleine Roller, die eher an ein Kickboard erinnern. Die Nutzer stellen sich auf ein Trittbrett, einen Sitz gibt es nicht. Die Roller fahren etwa 25 kmh und können von einer Person genutzt werden. Zu beginn scheint es zu gefährlichen Situationen in Los Angeles gekommen zu sein. Als Antwort hat Bird eine Sicherheitskampagne gestartet, um die Nutzer aufzuklären. Gebucht werden die e-Scooter über eine Smartphone App, das Entsperren geschieht wie bei den Bike-Sharing Diensten per QR Code. Der Tarif für die Nutzung setzt sich aus einer Grundgebühr in Höhe von 1 Dollar und einem Minutenpreis von 15 Cent pro Minute zusammen.

 

Team hat voter bei Lyft und Uber gearbeitet

Mit den Fahrzeugen soll ein günstiger Service für die erste und letzte Meile aufgebaut werden. Gegründet wurde das Startup von dem ehemaligen Lyft und Uber Manager Travis VanderZanden. Bisher ist das Unternehmen in Los Angeles und San Diego aktiv, bis Ende des Jahres sollen die elektrischen Scooter in 50 Märkten ausgerollt sein. Die Rolle eines Head of EMEA ist auch schon besetzt, es ist davon auszugehen, dass wir die Roller demnächst auch in Europa sehen werden. In Santa Monica gab es Ende letzten Jahres Probleme mit den Behörden, der Disput wurde gegen eine Zahlung von 300.000 Dollar beigelegt.

Bike-Sharing Startups bringen e-Scooter in die Flotte

Neben Bird setzten auch andere Startups mittlerweile auf die Alternative zum Fahrrad. Die Bike-Sharing Unternehmen LimeBike und Spin haben in einigen amerikanischen Städten ebenfalls die kleinen elektrischen Roller im Angebot. LimeBike ist auch in Frankfurt aktiv und in Berlin soll demnächst eine Flotte an Rädern ausgerollt werden. In Berlin sollen wohl Elektrofahrräder aufgestellt werden, auf dem Mobile World Congress wurden für Europa auch die kleinen eScooter angekündigt.

Bild: Bird (alle Rechte vorbehalten)

Erfahrungsbericht: Mit Familie im Berlin – Mobilitätsdienste statt eigenes Auto

Der folgende Bericht soll einen kleine Einblick geben, wie man in Berlin mit Familie ohne eigenes Fahrzeug sehr gut zurecht kommt. Erfreulich ist, dass das Angebot an Mobilitätsdiensten stetig wächst. Das führt dazu, dass man immer weniger Komforteinbußen in Kauf nehmen muss, um mit Familie oder alleine ohne eigenes Auto mobil zu sein. Das Smartphone spielt dabei eine wichtige Rolle, alle Verkehrsmittel werden über die unterschiedlichen Apps gebucht und bargeldlos bezahlt.

Die Ausgangslage – Kids: 2 , Auto: 0

Als kleine Familie mit zwei kleinen Kindern wohnen wir im zentralen Stadtteil Prenzlauer Berg. Auf ein eigenes Auto wird verzichtet, da es die meiste Zeit ungenutzt stehen und dauerhaft Kosten verursachen würde. Um von A nach B zu kommen, wird ein Mix aus traditionellen und modernen Mobilitätsangeboten genutzt.

Eigenes Fahrrad als erste Wahl – gefolgt von ÖPNV

Bei uns ist das Fahrrad für die meisten Strecken die erste Wahl. Nachbarn, Freunde und Kollegen bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Kita oder Schule, obwohl die Strecke locker mit Fahrrad zurück gelegt werden kann. Wir fahren mit dem Fahrrad – wenn ein Kind dabei ist, kommt der Kinder-Fahrradsitz zum Einsatz, wenn beide Kinder dabei sind, wird der Fahrradanhänger von Thule genutzt. Nach dem Stop an der Kita geht es mit dem Rad gleich weiter zur Arbeit. Kurze Erledigungen und Termine werden ebenfalls mit dem Rad erledigt.

Der ÖPNV in Berlin ist häufig die Alternative bei schlechtem Wetter oder bei längeren Strecken. Die Voraussetzung muss erfüllt sein, dass lange Wartezeiten und mehrere Umstiege nicht Bestandteil der zurückzulegenden Strecke sind. Fehlende, defekte oder unterdimensionierte Aufzüge an den Stationen sind mit Kinderwagen eine Herausforderung.

Car-Sharing für Tagesausflüge oder große Einkäufe

Wir sind als Familie viel unterwegs, einige Ziele sind aber schlecht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Entweder dauert die Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln viel länger oder ist mit zahlreichen Umstiegen verbunden. Free-Floating Carsharing Angebote sind dann meistens unsere Wahl, um von A nach B zu kommen. Die Fahrzeuge von Car2Go und DriveNow sind meist so geräumig, dass Kind und Kegel locker ins Auto passen. Was auffällt, meist steht ein Fahrzeug genau dann mehrere Minuten Laufweg entfernt, wenn man es schnell benötigt. Wünschenswert wäre die Verknüpfung mit weiteren Mobility Services, wie Bike- oder Scooter-Sharing oder die signifikante Vergrößerung der Flotte.

Die Kosten von etwa 90 Euro für eine Tagesnutzung schrecken erstmal ab, da sie transparent vermittelt werden. Denkt man genauer darüber nach, sieht die Geschichte anders aus. Die meisten Autobesitzer haben wahrscheinlich nicht im Kopf, was der Luxus eines eigenen PKWs kostet. Neben Kosten für Benzin oder Diesel, müssen auch Wartungskosten, Versicherung, Steuern, Parkgebühren und Wertverlust mit betrachtet werden. Die fehlende Transparenz führt dazu, dass Carsharing als eher teuer wahrgenommen wird.

Auch große Einkäufe werden mit den Fahrzeugen der Car-Sharing Dienste erledigt.

Scooter Sharing oder Bike Sharing für kurze Einfachstrecken

Wer kenn das nicht: Man muss für paar Tage auf Geschäftsreise und nutz den Fernzug vom nächsten Bahnhof. Das Fahrrad ist das schnellste und günstigste Verkehrsmittel, um zum Zug zu kommen. Das eigene Fahrrad möchte man ungern für ein paar Tage am Bahnhof stehen lassen. Für dieses Szenario werden bei uns die vorhandenen Free Floating Bike-Sharing Angebote genutzt. Die Räder stehen an fast jeder Ecke und die Nutzung ist kinderleicht. Die Kosten für kurze Fahrten belaufen sich auf maximal 50 Cent. Bike-Sharing ist natürlich nur eine Option, wenn man ohne Kleinkinder unterwegs ist. Als Alternative zum Bike Sharing wird das Angebot von Coup genutzt, mit den Elektrorollern kommt man auch schnell von A nach B.


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Ride-Sharing und Taxi 

In Berlin gibt es mit allygator und Clevershuttle bereits zwei Anbieter von Ride-Sharing Diensten. Soll eine kürzere Strecke zurückgelegt werden, für die das Fahrrad nicht geeignet ist, da Strecke zu lang oder er Anlass unpassend ist, sind die Shuttle Dienste die nächste Wahl. Die Dienste bieten einen guten Service bei attraktiven Preis. Außerdem werden im Idealfall mehrere Fahrgäste in einem Fahrzeug gepoolt, was hoffentlich dazu führt, dass die Zahl der Fahrzeuge auf der Straße weiter sinkt. Häufig ergeben sich auch nette Gespräche mit den anderen Fahrgästen.

Störend ist bei den Ride-Sharing Dienten die geringe Verfügbarkeit, die unter anderem von rechtlichen Rahmenbedingungen verursacht wird. Allygator Shuttle ist nur am Wochenende und dann auch nur abends verfügbar. Die geringe Größe der Flotte und die Tatsache, dass die Fahrten auf Grund der Kooperation mit dem ADAC nichts kosten, passen nicht mit der Nachfrage überein. Clevershuttle hat eine größere Flotte im Einsatz, die aber häufig auch nicht ausreicht, um attraktive Fahrtangebote zu unterbreiten. Eine Lockerung des gesetzlichen Rahmens wäre wünschenswert, damit die Shuttle Dienste ihr Angebot nach den Bedürfnissen der Kunden ausbauen können.

Sollte kein Shuttle verfügbar sein, gibt es immer noch die Möglichkeit, ein Taxi über myTaxi oder Uber zu rufen. Die Verfügbarkeit ist meist gut, auch wenn der Service häufig freundlicher sein könnte.

Wenn man mit Kindern im Taxi oder Ride-Sharing Dienst unterwegs ist, müssen Kindersitze meist mitgenommen werden, da keine passenden im Fahrzeug vorhanden sind. Am Anfang war es gewöhnungsbedürftig, mittlerweile hat man sich darauf eingestellt. Wünschenswert wäre ein kinderfreundliches Angebot.

Fazit

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ein Leben ohne eigenes Auto in einer Großstadt wie Berlin immer komfortabler wird. Dazu leistet die wachsende Anzahl der Mobilitätsdienste eine erheblichen Beitrag. Viele Fahrzeuge bei uns in der Straße sind Stehzeuge, da sie kaum genutzt werden. Baumaßnahmen mit einer Parkverbotszone, die sich über eine Straßenlänge von mehreren hundert Metern hingezogen hat, haben verdeutlicht, wie viel Platz frei werden kann, wenn mehr Einwohner auf das eigene Auto verzichten und die zahlreichen Alternativen nutzen. Der Platz kann für weiteren Wohnraum und Grün- oder Freizeitflächen genutzt werden. Davon würden alle profitieren.

Wünschenswert wäre eine bessere Vernetzung der unterschiedlichen Dienste. Ohne eigenes Auto ist man sowieso darauf angewiesen, unterschiedliche Verkehrsmittel zu nutzen. Die Anbieter sollten sich in Partnerschaften enger zusammentun, damit man sich nicht für jede App extra registrieren muss. Als Vorbild können Plattform wie Didi Chuxing oder Grab gesehen werden. Die asiatischen Player haben erkannt, dass der Erfolg in einem Network of Networks liegt.

Viel Potential liegt auch in den Ride-Sharing Diensten, die Vorteile sind bisher nur im Ansatz erkennbar. Es ist Zeit dafür, dass die Gesetzeslage angepasst wird, damit die unterschiedlichen Player das volle Potential ausspielen können und bedarfsgerechte Dienste für Familien und andere Bevölkerungsgruppen getestet werden können.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)