Archiv der Kategorie: Fernbus

Delivery Nachrichten: Postmates erhält 35 Mio. $, Uber mit Essen in Barcelona, Deliveroo vor Deutschlandstart

+++ Kurznachrichten aus dem Delivery Bereich +++ Das Startup Postmates aus San Francisco erhält eine neue Finanzierung, UberEats liefert Essen in Barcelona.  Das Startup aus London Deliveroo steht vor einer Expansion nach Deutschland. Außerdem will die Deutsche Bahn ihr Fernbus-Angebot ausbauen.

Postmates mit 35 Mio. US$ Finanzierung

Das amerikanische same-day delivery Startup Postmates, das von dem Deutschen Bastian Lehmann gegründet wurde, hat weitere 35 Mio. US$ von Investor Spark Capital eingesammelt. Via Postmates können die Nutzer alles von lokalen Geschäften bestellen und für eine kleine Liefergebühr nach hause liefern lassen. Bisher ist Postmates in ca. 60 amerikanischen Städten aktiv. Seit dem Start im Jahr 2011 wurden insgesamt 58 Mio. US$ eingesammelt. In der letzten Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen anscheinend mit 150 bis 200 Mio. US$ bewertet. Das Unternehmen scheint recht erfolgreich zu sein, es wurden mittlerweile mehr also 1 Millionen Lieferungen zugestellt. Kürzlich wurde eine API eingeführt, die App-Entwickler und Verkäufer einbinden können, um einen Same-Day Delivery Service anbieten zu können. (via TechCrunch)

UberEats startet in Barcelona

Uber wurde letztes Jahr in Spanien der Personentransport untersagt. Um weiterhin im Land aktiv bleiben zu können, wurde der Service UberEats gestartet. Per UberEats können die Nutzer Gerichte von ausgewählten Restaurants bestellen, die innerhalb von 10 Minuten zugestellt werden. Uber bietet bereits in New York einen Delivery Service mit dem Namen UberRUSH  an, in Los Angeles wird der Lieferservice für Essen unter dem Namen UBERFresh angeboten. Um an die besten Restaurants zu kommen, arbeitet Uber mit dem Restaurant-Guide Plateselectors zusammen. Bleibt abzuwarten, ob Uber den Service auch in Berlin anbieten wird. In Berlin wurde der Service mit Limousinen verboten, der Service mit Privatfahrern wird unter unwirtschaftlichen Bedingungen angeboten und mit UberTaxi unterscheidet man sich nicht von myTaxi und co.  (via Business Insider)

Lieferservice Deliveroo startet in Deutschland

Das sich ein Lieferservice für Gerichte von Premium-Restaurants in Berlin und anderen deutschen Städten lohnen könnte, zeigt der bevorstehenden Start von Deliveroo. Deliveroo bietet einen ähnlichen Service, wie UberEats. Per eigener Flotte werden Gerichte von ausergewöhnlichen Restaurants zugestellt. Die teilnehmenden Restaurants verfügen über keine eigenen Fahrer und die Lieferung von Gerichten gehörte bisher nicht zum Geschäftsmodell dieser Restaurants. Damit unterscheidet sich der Service von Lieferheld, Lieferando und co. Diese Services setzten vor allem auf Restaurants, die eigene Fahrer haben und die sich auf Essenlieferungen spezialisiert haben. Geleitet wird das deutsche Team von Felix Chrobog, Sohn des ehemaligen deutschen Botschafters in den Vereinigten Staaten. Deliveroo sucht in Deutschland einige Mitarbeiter für die Bereiche Marketing, Logistik&Operations und Business Development. Das Finden von geeigneten Mitarbeitern scheint nicht so einfach zu sein, schließlich sind die Stellenanzeigen schon einige Wochen online. Deliveroo hat vor kurzem eine Finanzierungsrunde über 25 Mio. US$ abgeschlossen und ist damit finanziell gut aufgestellt. (via Deliveroo und VentureBeat)

Deutsche Bahn will Fernbus-Marken zusammenführen und Netz ausbauen

Die Deutsche Bahn will ihr Fernbus-Angebot ausbauen und alle Marken zusammen fassen. Ab Sommer sollen neue Linien eingeführt werden und die Frequenz auf bestehenden Linien soll erhöht werden. Die Anzahl der Fernbus-Verbindungen soll vervierfacht werden. Als weiterer Schritt sollen alle Bus-Marken, wie BEX, Berlinlinienbus und IC-Bus unter einem neuen Namen zusammengefasst werden. Mit diesen beiden Schritten will die Deutsche Bahn mit MeinFernbus Flixbus mithalten. Die beiden Unternehmen MeinFernbus und Flixbus haben sich Anfang des Jahres zusammengeschlossen, um schneller wachsen zu können. Das Gemeinschaftsunternehmen kommt auf einen Marktanteil von mehr als 75% in Deutschland, die Busse der Bahn haben einen Anteil von unter 10%. MeinFernbus Flixbus will dieses Jahr mehr als 50 neue Linien und 500 neue Direktverbindungen in Deutschland und Europa schaffen. Die Zahl der Busse soll auf 1000 fast verdoppelt werden. Die Bahn muss ihre Strategie ändern, um nicht total den Anschluss im Fernbusmarkt zu verlieren. (via Tagesschau)

Bild: Delivery of semlor von Patrik Nygren (bestimmte Rechte vorbehalten)

FlixBus und MeinFernbus schließen sich zusammen

Die beiden größten Anbieter auf dem deutschen Fernbusmarkt schließen sich zu einem starken Player zusammen (MeinFernbus Pressemitteilung). Aus beiden Anbietern MeinFernbus und FlixBus wird ein Unternehmen. Gemeinsam soll ein europaweites Fernbus-Liniennetz aufgebaut werden. Als erster Schritt werden in den nächsten Monaten die bestehenden Linien, die meisten davon sind in Deutschland, zusammengeschlossen. Im Zuge der Fusion kommt auch mit General Atlantic ein neuer Investor an Board.

Kompetenzen beider Unternehmen bündeln

Laut Torben Greve, Gründer von MeinFernbus, profitieren die Passagiere von dem Zusammenschluss. Die Fernbusse fahren demnächst noch öfter und schneller, die Preise sollen dabei genauso günstig wie bisher bleiben. Jochen Engert, Gründer von FlixBus ist der Meinung, dass sich die beiden Unternehmen perfekt ergänzen. FlixBus ist seiner Meinung nach führend im Online-Bereich, also bei der Akquise der Kunden über digitale Kanäle. MeinFernbus ist hingegen auf der Straße, also bei dem operativen Themen erfolgreicher.

Beide Unternehmen verfolgen ein ähnliches Geschäftsmodell und eine ähnliche Strategie. Durch schnelles Wachstum soll eine hohe Marktabdeckung erreicht werden. Beide Unternehmen verfügen über keine eigene Flotte, sondern arbeiten mit Partnern zusammen, die die Busse betreiben.

Zwei Marken sollen bestehen bleiben

Die Pressemitteilung liest sich so, dass die beide Marken bestehen bleiben und weiter erfolgreich etabliert werden sollen. Auch die jeweiligen Teams, die Netzplanung, Kundenservice, Marketing, Ticketing, Preisgestaltung und Vertrieb verantworten, sollen bestehen bleiben. Es wird interessant zu sehen sei, wie die beiden Unternehmen so in einer Kooperation profitieren werden.

General Atlantic als neuer Investor

Im Zuge der Fusion steigt auch der Investor General Atlantic ein. Mit der Finanzierung soll der europaweite Ausbau vorangetrieben werde. General Atlantic sieht im Fernbus-Linienverkehr ein enormes Wachstumspotenzial in Europa. Seit der Markt-Liberalisierung  in Deutschland hat sich der Fernbus-Verkehr sprunghaft entwickelt und verspricht weitere Wachstumsraten. Die Anteilseigner Holtzbrinck Ventures und UnternehmerTUM investieren ebenfalls in das neue Unternehmen. Wie viel Geld in der Finanzierungsrunde in das neue Unternehmen fließt, ist nicht bekannt. Altinvestor Moovel (Daimler) scheint sich nicht an der neuen Finanzierungsrunde zu beteiligen.

Marktanteil im Fernbus-Verkehr von über 50%

Durch den Zusammenschluss erreichen die Unternehmen einen Marktanteil am deutschen Fernbus-Markt von mehr als 50%. Im Jahr 2014 haben laut Iges Institut etwa 20 Millionen Fahrgäste einen Fernbus in Deutschland genutzt (via FAZ). MeinFernbus hatte im abgelaufenen Jahr 7,2 Millionen Fahrgäste befördert, FlixBus etwa 3,5 Millionen.

Marktkonsolidierung abzusehen

Schon in den letzten Monaten war eine weitere Marktkonsolidierung abzusehen. Auf Grund des harten Preiskampfes sind bereits die Fernbus-Wettbewerber DeinBus und City2City entweder in die Insolvenz geschlittert oder haben sich aus dem deutschen Markt zurück gezogen. Auch der ADAC hat verkündet, aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit der Deutschen Post auszusteigen.

Bild: MeinFernbus/FlixBus

Jahresrückblick, was 2014 im Mobilitätsbereich geschah

In den letzten 12 Monaten ist einiges im Mobilitätsbereich geschehen. MyTaxi wurde von Daimler übernommen, das neue Taxikonzept Ridesharing wurde in den meisten Städten verboten und der Fernbusmarkt hat ein starkes Wachstum erfahren. Klicken Sie durch die Präsentation, um weiteres zu erfahren.

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Die beliebtesten deutschen Mobilitäts- bzw. Travel Unternehmen

Seit einigen Jahren etablieren sich neue Mobilitätsanbieter, die den deutschen Markt aufmischen. Die folgende Liste stell einen Überblick der in Deutschland beliebtesten bzw. bekanntesten Vertreter mit lokalen Wurzeln dar.

Taxi/Limousine 

1. MyTaxi

Hinter MyTaxi steht das Hamburger Unternehmen Intelligent Apps GmbH, das mittlerweile zu Moovel (Daimler) gehört. Mit der MyTaxi App können Smartphone Nutzer über die entsprechende App ein normales Taxi bestellten. Das Unternehmen wurde bereits 2009 gegründet und ist in etwa 40 Städten verfügbar. Eine marktbeherrschende Stellung konnte leider nicht erreicht werden, was letztendlich auch zu der Übernahme durch Moovel geführt haben dürfte. Weitere Details zu MyTaxi.

2. Blacklane

Blacklane ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Berlin. Das Geschäftsmodell basiert auf der Vermittlung von hochwertigen Fahrzeugen inkl. Chauffeur in unterschiedlichen Klassen. Der Limousinendienst-Vermittler ist in mehr als 150 Städten und mehr als 45 Ländern weltweit unterwegs. Recht früh wurde Blacklane von Carsten Maschmeyer unterstützt, der als Seed-Investor in Blacklane investiert hat. Blacklane wird häufig mit Uber verglichen. Dieser Vergleich ist nicht ganz richtig, da Blacklane Limousinenfahrten mit Vorbestellung an Kunden vermittelt. Uber setzt ausschließlich auf einen on-demand Service. Vor kurzem wurde das Unternehmen mit etwa 140 Mio. Euro bewertet. Mehr Details zu Blacklane.

3. MyDriver

MyDriver ist ein Unternehmen im Sixt Konzern, das Geschäftsmodell von MyDriver ist mit dem von Blacklane vergleichbar.  Kunden bestellten über die Webseite oder die Smartphone App eine hochwertige Limousine mit Chauffeur, die dann automatisch an einen Fahrer vermittelt wird. Die Buchung findet bei MyDriver im Schnitt mehrere Tage im Voraus statt und wird mit Vorlauf vermittelt. Zum Einsatz kommen konzessionierte Fahrzeuge und professionelle Chauffeur mit Personenbeförderungsschein. Das Konzept ist also konform mit PBefG. Im Unterschied zu Blacklane setzt MyDriver auch eigene Fahrzeuge ein und beschäftigt Fahrer im Angestelltenverhältnis. Dank der Beziehungen von Sixt zu BMW wird MyDriver die Fahrzeuge zu besonders guten Konditionen beziehen können.


Carsharing/Ridesharing

1. Car2go

Car2Go ist ein Carsharing Angebot, das von Daimler und Europcar vorangetrieben wird. Bei Car2Go werden hauptsächlich smarts als Fahrzeuge eingesetzt. Eine Ausnahme ist Car2Go Black, hier kommen schwarze Mercedes B-Klassen Fahrzeuge zum Einsatz. Das normale Car2Go Carsharing funktioniert nach dem Free-Floating Modell. Free Floating bedeutet, dass die Fahrzeuge überall in der Stadt auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden können, die Fahrzeuge müssen nicht, wie bei stationsgebundenem Carsharing zu einer Station zurück gebracht werden. Mittlerweile ist car2go in mehr als 25 Städten aktiv, weitere sollen folgen. In einigen Städten werden vorwiegend Elektro-Smarts eingesetzt, so in Stuttgart oder Amsterdam.

2. Flinc

flinc ist ein Ridesharing Unternehmen mit Fokus auf Pendler im Kurz- und Mittelstreckenbereich. Gegenüber anderen Mitfahrzentralen, wie Mitfahrgelegenheit.de grenzt sich flinc durch die spontane und dynamische Vermittlung von Fahrten ab, sowie durch den Fokus auf regionale Strecken. Im Vergleich zu Lyft und UberPOP halten sich die Fahrer nicht bereit und warten auf einen Fahrauftrag. Die Fahrer bei flinc würden auch ohne Fahrgast die Strecke fahren, durch flinc können sie einen Teil der Betriebskosten sparen. Flinc bezeichnet sich als echtes Ridesharing im Vergleich zu Uber und Lyft. Bei flinc können auch Fahrer aktiv werden und potentielle Mitfahrer anfragen. Mehr Details zu flinc.


Fernverkehr

1. MeinFernbus

MeinFernbus.de ist ein deutsches Fernbusunternehmen. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und hat den Sitz in Berlin. Seit Mitte 2012 bietet das Unternehmen unterschiedliche Busverbindungen zwischen Europäischen Metropolen an. Weitere Details zu MeinFernbus.

Bild: Travel von Sean MacEntee (bestimmte Rechte vorbehalten)

Nachrichten Übersicht: Lyft CEO sollte ausgetauscht werden, DeinBus ist insolvent, ADAC steig aus, Uber sucht weitere Milliarde

In den letzten Tagen sind wieder einige Nachrichten aus dem Mobilitätsbereich bekannt geworden. In einer Gerichtsverhandlung wird ausgesagt, dass der bisherige CEO von Fahrservice Lyft ausgetauscht werden sollte. Das Unternehmen hinter DeinBus.de ist insolvent, der ADAC steigt aus dem Fernbussegment aus und das Mobilitäts-Unternehmen Uber will eine weitere Finanzierung in Milliardenhöhe einsammeln.

DeinBus.de ist insolvent

Der Pionier im Fernbus-Markt DeinBus.de musste letzte Woche Insolvenz anmelden. Damit geht innerhalb von kurzer Zeit der zweite Anbieter auf dem Deutschen Markt pleite. Vor ein paar Wochen hat sich bereits City2City zurückgezogen. Als Gründe werden vom Insolvenzverwalter der herausfordernde Wettbewerb mit Kampfpreisen und eine drohende Überschuldung genannt. DeinBus ist in der Zeit gestartet, als die Bahn noch Monopol auf Fernverkehrsverbindungen hatte, damals war das Konzept noch als Mitfahrzentrale mit Bus ausgelegt. Wenn sich genügend Reisende für eine Strecke gefunden haben, wurde ein Bus organisiert. Nach der Lockerung des Fernverkehrs konnte DeinBus.de nicht richtig Fuß fassen, zuletzt lag der Anteil am deutschen Fernbusmarkt bei mageren 2%. Anders als FlixBus, MeinFernbus und co. konnte oder wollte das Unternehmen keine Investoren gewinnen. (via Wirtschaftswoche)

ADAC steigt beim Postbus aus

Auch der ADAC zieht sich noch im November aus dem Fernbusmarkt zurück und überlässt der Deutschen Post AG die Unternehmensanteile. Die Deutsche Post hat sofort bekundet, dass das Netz ausgebaut werden soll und dass sich für die Kunden nichts ändert. Schon vor einigen Wochen wurde über das Ende des ADAC Postbusses spekuliert, damals wurde mit einer Ausweitung des Netzes reagiert. Auch bei ADAC Postbus wird der Bahnstreik finanzielle Mittel in die Kasse gespült haben, auf lange Sicht wird es aber schwierig sein, mit den aktuellen niedrigen Preisen dauerhaft in die Gewinnzone zu fahren. (via Handelsblatt Online)

Lyft CEO sollte ausgetauscht werden

In der Auseinandersetzung zwischen Lyft und dem ehemaligen Lyft CEO Travis VanderZanden kommen neue Details ans Licht. VanderZanden ist zu Uber gewechselt und Lyft wirft ihm vor, dass er geheime Dokumente auf seinem privaten Computer gespeichert hat, um diese Uber zukommen zu lassen. Laut Aussage von VanderZanden war er im Gespräch, um CEO Logan Green zu ersetzen. Mit zwei Investoren, die auch Mitglieder im Lyft-Aufsichtsrat sind, wurde dieser Schritt diskutiert und auch Green war eingeweiht. Die beinen Vertreter der Investorenseite haben ihre Unterstützung für Green beteuert und abgestritten, dass es solche Pläne gab. (via Yahoo.com)

Uber soll weitere Milliarde einsammeln wollen

Obwohl Uber nach der Milliarden Finanzierungsrunde am Anfang des Jahres noch einiges an Cash übrig haben sollte, ist das Unternehmen auf der Suche nach einer weiteren Finanzierung in Milliardenhöhe. Was Uber mit der Finanzierung vor hat, bleibt abzuwarten, evtl. wird der Dauer-Rivale Lyft übernommen. Die neue Finanzierung könnte auch als Wandelanleihe ausgelegt sein, um keine weiteren Unternehmensanteile abgeben zu müssen. Als Bewertung sind 25 – 30 Milliarden US$ im Gespräch, in der letzten Runde im Juni 2014 wurde Uber mit etwa 17 Milliarden US$ bewertet. In Deutschland war das Unternehmen in den letzten Monate auf Grund der Auseinandersetzung mit dem Taxi-Gewerbe im Gespräch. (via re/code)

Bild: ADAC Postbus von calflier001 (via flickr), Lizenz: CC BY-SA 2.0

Kurznachrichten: Amazon testet Ridesharing Services für Same Day Delivery, Lyft verklagt ehemaligen COO, Fernbus-Preise bei Bahnstreik

Kurznachrichten: Spiegel Online hat im Minutentakt verfolgt, wie sich die Preise bei MeinFernbus verändert haben, nachdem Bahnstreik bekannt wurde, Amazon liefert via Taxi und Ridesharing und Lyft verklagt ehemaligen COO, der zu Uber gewechselt ist.

Same Day Zustellung via Taxi oder Uber

Amazon testet in San Francisco und Los Angeles die Zustellung von Bestellungen mittels Ridesharing Services bzw. Taxi Apps wie Uber und Flywheel. In verschiedenen Testläufen wurden Fahrzeuge über Flywheel und Uber bestellt, die Fahrzeuge wurden mit bis zu 10 Lieferungen für die selbe Postleitzahl beladen und es wurden bis zu 5 US$ pro Paket bezahlt, wenn die Lieferungen innerhalb einer Stunde zugestellt wurden. Laut WallStreetJournal entwickelt Amazon einen Algorithmus, der die unterschiedlichen Transportnetzwerke live vergleicht und die günstigste Alternative auswählt. In Deutschland hat bereits MediaMarkt/Saturn die Zustellung via Taxis getestet. (via ValleyWag)

Lyft verklagt ehemaligen COO

Lyft verklagt ehemaligen COO Travis VanderZanden, der zum Lyft-Konkurrenten Uber gewechselt ist und dort die  Internationale Expansion vorantreiben soll. VanderZanden wird vorgeworfen, dass er mehrere Tausend vertrauliche Dokumente auf seinen Privat-Laptop speicherte, kurz bevor er Lyft verlassen hat. Laut Lyft hat er mit diesem Vorgehen schon gegen die Geheimhaltungsvereinbarung verstoßen. Lyft möchte natürlich auch nicht, dass VanderZanden die geheimen Dokumente an Uber weiterreicht. VanderZanden wird auch vorgeworfen, dass er versucht, hochrangige Lyft-Mitarbeiter zu motivieren, ebenfalls zu Uber zu wechseln. (via TechCrunch)

Preisentwicklung von MeinFernbus nach Ankündigung von Bahnstreik

Spiegel Online hat im Minutentakt nachvollzogen, wie sich die Preise bei MeinFernbus entwickelt haben, nachdem der Bahnstreik bekannt geworden ist. Innerhalb von etwa 30 Minuten haben sich die Preise auf manchen Strecken verdreifacht. Die Analyse zeigt leider nicht, wie viele gestartete Buchungen nötig waren, um für den schnellen Preisanstieg zu sorgen (via ManagerMagazin)

Bild: Crowd in Railway-Station von Matthias Ripp (via flickr), Lizenz: CC BY 2.0

Bahnstreik sorgt für Wachstum bei Fernbus Anbietern – bis zu viermal so viel Umsatz erwartet

Die Gewerkschaft der Lockführer (GDL) hat angekündigt, von Donnerstag 2:00 Uhr bis Montag 4:00 Uhr zu streiken. Für Bahnreisende und Pendler im Nah- und Fernverkehr hat der Streik gravierende Auswirkungen und viele werden auf Alternativangebote wie Fernbuslinien ausweichen. Meinfernbus.de, ADAC Postbus und co. bieten sich als Alternative zur Bahn an und erwarten einen Ansturm an Neukunden am kommenden Wochenende.

Laut einer Spiegel Umfrage erwarten die Fernbusunternhmen während des kommenden Bahnstreiks mit viermal mehr Fahrgästen als sonst. Beim letzten Ausstand der Lokführer vor ein paar Wochen hat sich die Nachfrage im Vergleich zu Zeiten ohne Bahnstreik verdreifacht.

Gerade die günstigen Anbieter, wie Flixbus scheinen von dem Streik der GDL zu profitieren, der Umsatz am Streikwochenende vom 17. bis zum 19. Oktober ist im Vergleich zum Wochenende davor um 300% gestiegen. Bei etwas teureren Anbietern, wie BerlinLinienBus lag der Anstieg nur bei 15%. Die dynamische Anpassung der Fahrpreise, je nach Nachfrage, wird auch dazu beitragen, dass die Umsätze der Anbieter steigen werden.

Fahrgäste beschweren sich über Preisanstieg

Für die Fahrgäste führt die dynamische Fahrpreisanpassung zu höheren Fahrpreisen. Gerade in Sozialen Netzwerken wir darüber teilweise Kritik geäußert. Nutzer beschweren sich, dass die Anbieter scheinbar aus dem Streik Gewinn schlagen möchte.

Mit Extrapersonal und Fahrzeugen

Die Anbieter reagieren mit dem Einsatz von extra Personal, um die Nachfrage abzudecken. Die Fernbusanbieter gehen davon aus, dass sie durch den Eisatz von zusätzlichen Helfern und womöglich auch zusätzlichen Fahrzeugendem Ansturm Herr werden. So werden Doppeldecker-Busse eingesetzt und mehrere Fahrzeuge fahren gleichzeitig ab. Zusätzliche Abfahrtzeiten einzuführen, um das Gedränge an den Busbahnhöfen zu entzerren, ist nicht möglich. Die Buchungsplattformen müssen sich an die genehmigten Fahrpläne halten.

Umsatzeinbußen bei der Bahn

Die Bahn wird sich darüber ärgern, dass viele Kunden auf ein Alternativangebot im Fernverkehr aufmerksam gemacht werden. Bereits im ersten Halbjahr diesen Jahres gingen der Deutschen Bahn etwa 50 Mio. € auf Grund des boomenden Fernbusmarkts verloren, am Jahresende könnten es leicht mehr als 120 Mio. € an Umsatzeinbußen bei der Bahn sein.

Bild: FlixBus von blu-news.org via Flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Kurznachrichten: Aus für Hailo in USA/Kanada, Geld für Blacklane, Aus für Interconnex

Heute gibt es drei kurze Neuigkeiten zu Entwicklungen im Mobilitäts-Bereich. Hailo schließt Geschäft in USA und Kanada, Blacklane erhält Finanzierung von Recruit aus Tokio und Veolia stellt Interconnex Strecke Leipzig Berlin Rostock ein.

Hailo zieht sich aus Nordamerika zurück

Die Taxivermittlungs-App Hailo stellt den Betrieb in Nordamerika ein. Als Begründung führt der Hailo CEO den starken Konkurrenzkampf mit Lyft und Uber an. Das Unternehmen, das Anfang des Jahres mehr als 30 Mio. US$ Finanzierung aufgenommen hat, will sich weiter auf Asien und Europa konzentrieren. Hallo müsste zu viel ins Marketing investieren, um mit Uber und Lyft mithalten zu können. Diese hohen Investitionen ermöglichen langfristig keinen wirtschaftlichen Betrieb für Hailo in USA und Kanada. In Deutschland ist Hailo nicht aktiv, hier ist myTaxi mit einem ähnlichen Angebot unterwegs. (via Venturebeat)

Finanzierung für Blacklane

Wie das Handelsblatt (Ausgabe 15. Oktober) berichtet, investiert das japanische Unternehmen Recruit einen niedrigen Betrag in Limousinendienstvermittler Blacklane. Blacklane wird in der aktuellen Runde auf 140 Mio. Euro, durch den neuen Investor soll das Geschäft in Asien ausgebaut werden. Blacklane hat bisher keine rechtlichen Probleme mit dem Taxigewerbe, da Fahrer über Genehmigungen zur gewerblichen Personenbeförderung verfügen und sich an rechtlichen Rahmen halten. Größter Anteilseigner ist laut Handelsblatt immer noch Carsten Maschmeyer mit seiner Alstin Beteiligungsgesellschaft. Dahinter folgen die beiden Gründer und der Automobilkonzern Daimler.

Bahn Konkurrent Interconnex gibt auf

Inteconnex, einer der wenigen Konkurrenten zur Bahn im Fernverkehr, gibt Mitte Dezember den Betrieb auf. Die Verbindungen zwischen Leipzig, Berlin und Rostock werden eingestellt. Als Gründe werden der boomende Wettbewerb durch Fernbusverbindungen und die ungleichen Wettbewerbsbedingungen genannt. Laut Interconnex fallen pro einfache Fahrt zwischen Rostock und Leipzig 1700 Euro Streckengebühr an, Fernbusse zahlen keine Maut. Interconnex gehört zum Französischen Veolia Konzern. Veolia betreibt weiterhin Bahnangebote im Nahverkehr in Deutschland. Im Busbereich hat Veolia auch Erfahrung, vielleicht kommt ja ein Fernbusangebot hinzu. (Via Spiegel Online)

Bild: Relaxed urban mobility on Sunday von Armando G Alonso, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Mit City2City gibt erster Anbieter für Fernbusverbindungen auf

Das Fernbusunternehmen City2City gibt im Oktober 2014 auf und zieht sich von dem deutschen Markt zurück. Hinter City2City steht das britische Unternehmen National Express, das unter anderem auch Bahnlinien in NRW Betreibt.

Als Grund wurden „andauernd herausfordernde Marktbedingungen“ genannt. Damit sind die Kampfpreise im Fernbusmarkt gemeint, für die die Fahrten den Kunden angeboten werden. City2City sieht durch die niedrigen Ticketpreise keine Möglichkeit, in Deutschland ein nachhaltiges Geschäft aufzubauen. Das Unternehmen geht davon aus, dass City2City das erste, aber sicher nicht das letzte Fernbus-Unternehmen ist, das den Betrieb einstellen wird.

Laut Branchenverband BDO war City2City bisher die Nummer 5 auf dem deutschen Markt, abgeschlagen hinter MeinFernbus.de, Berlinienbus, Flixbus und ADAC Postbus.

Bei dem deutschen Fernbuslinien-Unternehmen sind laut Bericht der FAZ im Geschäftsjahr 2013 knapp 3 Mio. € Verlust aufgelaufen. In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres sind um die 1.7 Mio. € Verlust aufgelaufen. Da das Unternehmen in Deutschland nur 7 Mitarbeiter beschäftigt ist anzunehmen, dass viel Geld ins Marketing und in die Subventionierung der Sub-Unternehmer geflossen ist, die die Busse und Fahrer für die Touren stellen. Laut Experten ist es unwahrscheinlich, dass bereits einer der Anbieter Gewinne erzielt.

Auf über ADAC Postbus kursierten Gerüchte, dass das Unternehmen plane, den Betrieb einzustellen. Daraufhin hat das Unternehmen angekündigt, dass das Fernbusliniennetz stark ausgebaut wird.

Der Fernbusmarkt in Deutschland ist seit 2013 liberalisiert. Davor war der Markt zum Schutz der Deutschen Bahn (DB) stark eingeschränkt. Seit der Öffnung des Marktes sind in Deutschland etwa 40 Anbieter aktiv und es werden rund 170 Strecken bedient. Marktführer in Deutschland ist das Unternehmen MeinFernbus.de. Flixbus, ein weiterer Anbieter auf dem deutschen Markt, wird unter anderem von Moovel, eine Tochtergesellschaft des Automobilkonzerns Daimler finanziert.
Im vergangenen Jahr wurden mehr als 8 Mio. Tickets Verkauft, im laufenden Jahr werden es deutlich mehr sein. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass dem Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr etwa 50 Mio. € Umsatz durch den wachsenden Fernbusmarkt abhanden gekommen sind.

Bild: city2city.de

Roland Berger veröffentlicht Shared Mobility Studie und stellt 10 Prinzipien für erfolgreiche Etablierung auf

Die Unternehmensberatung Roland Berger hat eine Studie mit Handlungsanweisungen über das Theme Shared Mobility veröffentlicht. In der Studie werden unter anderem die Themen Ride- und Carsharing behandelt.

Basierend auf eigenen Berechnungen geht Roland Berger davon aus, dass 2020 der Carsharing-Umsatz weltweit auf 3.7 bis 5.6 Milliarden € Umsatz steigt. Der Umsatz von  Ridesharing Diensten wird weltweit auf 3.5 – 5.2 Milliarden € steigen, bei jährlichen Wachstumsraten von 35%. Uber hat im letzten Jahr mehr als 1 Milliarde US$ umgesetzt und dürfte aktuell bei 45 Millionen US$ Umsatz pro Woche liegen. Basierend auf diesen Zahlen dürfte der von Roland Berger für 2020 prognostizierte Umsatz im Ridesharing Bereich eher konservativ ausgelegt sein.

Für existierende Unternehmen, die bisher in einem anderen Geschäftsbereich unterwegs sind und neu im Shared Mobility Bereich starten möchten, werden in der Studie 10 Prinzipien genannt, die laut Roland Berger befolgt werden sollten, um die größten Herausforderung entlang der erfolgreichen Etablierung eines neuen Mobilitäts-Services zu meistern.

Ein wichtiges Prinzip, das am Anfang stehen sollte und in der Studie nicht genannt wird, ist der Hinweis an die Unternehmen, dass sie von Anfang an mit einer disruptiven Idee starten sollen und nicht mit einem Produkt in einen Seit Jahren bestehenden Markt eintreten sollen. Bei dem Vergleich von Lyft und MyDriver sieht man z.B., dass es viel schwieriger ist, in dem Markt von MyDriver erfolgreich Fuß zufassen, als in dem Markt von Lyft. Das liegt unter anderem daran, dass Lyft Personen an spricht, die sich davor mit anderen Verkehrsmittel fortbewegt haben, z.B. mit öffentlichem Nahverkehr oder eigenem Fahrzeug. Das grundlegende Mobilitäts-Verhalten der Nutzer wird so von Lyft geändert und gemeinsam neu geformt. MyDriver setzt hingegen hauptsächlich auf die Vermittlung von Limousinen an schon bestehende Limousinennutzer, die eine hohe Erwartungshaltung und ein bestehendes Verhalten haben und auf einen ihnen bereits bekannten Service nicht verzichten wollen.

Im Nachfolgenden sind die 10 Prinzipien zusammengefasst und teilweise Ergänzt, die Roland Berger in der Studie „Shared Mobility“ Mitte Juli 2014 veröffentlicht hat.

1. Prinzip: „First think big, then think profits“

Die Autoren sind der Meinung, dass Startup- und Wachstumsphase von neugegründeten Unternehmen im Shared Mobility Bereich zusammenfallen. Startups, die behutsam daran arbeiten, ein Fundament ihrer Firma aufzubauen, gehen das Risiko ein, abgehängt zu werden. Im Bereich der Shared Mobility können Personen die selben guten Ideen haben und diese schnell umsetzen. Der kritische Faktor ist, sich schnell einen Namen bei den Kunden zu verschaffen, um seinen Bereich abzustecken. Die Finanzierung von Startups im Shared Mobility Bereich wird als einfach angesehen, was zu diskutieren wäre.

Erst später müssen die Firmen die Veränderung von extremen Wachstum zu stetigem Wachstum vollziehen, um dauerhaft Geld zu verdienen.

2. Prinzip: „Push Supply To Pull Demand“

Dieses Prinzip bedeutet nicht, dass neue Services sofort weltweit ausgerollt werden müssen. Es ist sinnvoll den neuen Shared Mobility Service auf regionalen oder lokalen Level zu starten, auch wenn geplant wird den Service weltweit zu skalieren. Es ist wichtig, dass in dem ersten Markt genügend Supply zur Verfügung steht und der Service buchbar ist. Sollte das nicht der Fall sein und Kunden somit Probleme haben, den neuen Service zu buchen, werden sie schnell das Interesse verlieren und den Service als unbrauchbar abstempeln. Es wird schwierig sein, dieses Image wieder los zu werden.

3. Prinzip: „Build Trust in Your Company“

Beim Teilen ist Vertrauen sehr wichtig. Erfolgreiche Shared Mobility Unternehmen haben es geschafft, eine Community um ihr Produkt aufzubauen. Beispiele sind zum Beispiel Lyft und Uber. Außerdem ist es wichtig, dass Shared Mobility Unternehmen transparent darlegen, wie sie arbeiten und was ihre Ziele sind. Hilfreich ist auch, bestimmte Mechanismen einzuführen, um das Vertrauen zu fördern. Dazu gehören z.B. Bewertungsmöglichkeiten von Fahrer und Fahrgast, bei denen die Ergebnisse mit beiden Seiten geteilt werden. So kann der Fahrer den Fahrgast besser einschätzen und der Fahrgast den Fahrer. Von Unternehmensseite ist auch die Überwachung solcher Mechanismen nötig, um Frühzeitig handeln zu können.

4. Prinzip: „Interact, integrate and connect with other mobility modes!“

Das Ziel der meisten Personen ist,  so schnell, einfach und günstig wie möglich von A nach B zu kommen. Das Bedürfnis nach individueller Mobilität steht dabei weiterhin im Vordergrund. Wer auf sein eigenes Fahrzeug verzichtet, möchte am Liebsten keine Einschränkungen bei der Fortbewegung haben. Deswegen ist es wichtig, dass die einzelnen Arten der Fortbewegung intelligent verknüpft werden, so dass ein umfassendes Netz aus Möglichkeiten für Fern- und Nahverkehr entsteht. Shared Mobility Anbieter sollten diese Kette aus verschiedenen Angeboten organisieren und nicht die Nutzer. Das heißt nicht, dass sie alles selber anbieten müssen, viel mehr kommt es darauf an, dass die Verknüpfungen aufgebaut werden.

Einerseits ist hier die technische Verknüpfung entscheidend, damit die Nutzer ohne Probleme die andockten Dienste buchen und bezahlen können. Andererseits ist es wichtig, dass unterschiedliche Arten von Mobilitäts-Services verbunden werden. Zum Beispiel würde es Sinn machen, Services für Langstrecken, wie Fernbusse oder Zugangebote mit Services für die innerstädtische Fortbewegung zu verbinden. Auch die Verknüpfung der Mobility Services im innerstädtischen Bereich würden Sinn machen.

5. Prinzip: „Study Your Customers – Then Study Them Some More!“

Wenn Shared Mobility Unternehmen ihre Kunden nicht kennen und sie nicht wissen, was die Nutzer wollen, dann werden sie es nicht schaffen, erfolgreich zu sein.

Grundsätzlich bringen Shared Mobility Unternehmen Marktteilnehmer mit unterschiedlichen Absichten zusammen. Die eine Seite der Marktteilnehmer will den Service nutzen und dafür bezahlen, die andere Seite der Marktteilnehmer will die Ressourcen, die für die Erfüllung des Services nötig sind, zur Verfügung stellen und daran verdienen. Shared Mobility Unternehmen müssen die Interessen beider Seiten beachten, als Vermittler auftreten und die Kommunikation zwischen beiden Seiten betreuen.

Häufige Nutzer von den neuen Shared Mobility Services sind Personen aus der Generation Y oder Z, mit deren langanhaltender Loyalität nicht gerechnet werden sollte. Kleinste Änderungen im Geschäftsmodell oder verschlafene Weiterentwicklungen führen dazu, dass Nutzer auf nicht mehr wiedersehen verloren sind.

Letztendlich sind Anbieter im Shared Mobility Bereich Technologieunternehmen, die die gesammelten Daten über das Verhalten der Nutzer verwenden sollten, um noch bessere und individuellere Produkte anbieten zu können.

Hierbei ist wichtig, dass Unternehmen ihr Angebot schnell weiterentwickeln, regelmäßig testen und analysieren und laufend sinnvolle Anpassungen vornehmen.

6. Prinzip: „Keep It Simple And Convenient“

Nutzer wollen ein Produkt, dass einfach zu nutzen ist, keine Zeit bei Anmeldung und Nutzung verschwendet und bei dem sofort klar ist, was die Vorteile sind. Transparenz und Klarheit auf allen Ebenen sorgt für einen erfolgreichen Start. Die Hürden für Kunden, um sich für den Service zu registrieren und um den Service zu nutzen, müssen so minimal wie möglich sein. Der Buchungsprozess muss Transparent sein und alle Kosten sollten offen kommuniziert und ersichtlich sein. Zusätzlich sollten im Buchungsprozess keine Fehler möglich sein und die Anzahl an notwendigen Buchungsschritte sollte so gering wie möglich sein. Neben der Buchung ist auch die Abrechnung entscheidend, diese muss auch transparent sein und automatisch stattfinden.

7. Prinzip: „Build Your Own Ecosystem“

Für Shared Mobility Anbieter ist es wichtig, dass sie ein Ökosystem bestehend aus weiteren Services, Produkten und Funktionen rund um das eigene Produkt aufbauen und eine starke Marke entwickeln. Kunden freuen sich über gut integrierte Angebote, die häufig durch strategische Partnerschaften geschaffen werden können. Diese strategischen Partnerschaften finden häufig auf lokaler Ebene statt. Ein funktionierendes Ökosystem, von dem die Nutzer profitieren und an dem die Nutzer Spaß haben, steigert die Loyalität und erhöht die Hürden, dass ein Nutzer zur Konkurrenz wechselt.

8. Prinzip: „Lobby The Authorities Right From The Start“

Die existierenden Gesetze im Transportbereich wurde in den meisten Fällen verabschiedet oder zuletzt angepasst, als es die neuen Shared Mobility Services noch nicht geben hat. Häufig sind bestehende Mobilitäts-Angebote, wie der Taximarkt oder bis vor ein paar Jahren auch noch der Fernstrecken-Markt durch gesetzliche Regelungen geschützt. Hier ist es hilfreich, früh den Kontakt zu den regulierenden Behörden und Entscheidern zu suchen, um eine Anpassung der Regulierungen frühzeitig anzustreben.

Hinzu kommt, dass die bestehenden Mobilitätsangebote häufig von der öffentlichen Hand betrieben oder von öffentlicher Hand unterstützt werden. Hier sollten neue Anbieter versuchen, sich mit den lokalen Entscheidern an einen Tisch zu setzen, um sie auf ihre Seite zu bringen. In Deutschland ist das den Carsharing Anbietern gut gelungen, z.B. was das Parken im Free Floating Modell betrifft oder was durch Partnerschaften mit dem öffentlichen Nahverkehr in manchen Städten sichtbar wird.

9. Prinzip: „Think, Act And Recruit Like A Startup“

Dieses Prinzip spricht eingesessene Unternehmen an, die im Shared Mobility Bereich mit einem Produkt oder einem Unternehmen starten wollen. Wichtig ist, dass Personen an Board geholt werden, die für die Idee brennen und gemeinsam für die Idee kämpfen. Kreative Freiräume sind vorhanden und werden von den Mitarbeitern auch genutzt, Hierarchien sind flach und der Wille einen Markt aufzurollen, ist vorhanden.
Entscheidend ist, dass Unternehmen beweglich bleiben und wachsen aber gleichzeitig einen  Halt durch Struktur und Prozesse bieten.

10. Prinzip: „Harness A Jaw-Dropping Look And Feel“

Anbieter im Shared Mobility Bereich werben damit, dass ihre Angebote effizienter, Ressourcen schonender und vernetzter sind und die Gemeinschaft mehr betonen. Gemeinsam kreieren sie eine neue Era in der Personenbeförderung. Dieses Ambitionen sollten sich im jedem Aspekt des Images und der Marktpräsenz reflektieren. Wichtig ist, dass die Unternehmen auf neuste Technologien setzten, die auch fehlerlos umgesetzt werden und nutzbar sind. Neben den technologischen Aspekten spielt auch ein herausragendes und ansprechendes Design eine entscheidende Rolle, um den Unterschied zu den bestehenden Anbietern zu verdeutlichen.  Nutzer müssen begeistert und süchtig den neuen Shared Mobility Services sein.

Die Begeisterung darf nicht nur durch Design und Technik hervorgerufen werden, erfolgsentscheidend ist auch ein herausragender Kundenservice und ein super Erlebnis während der Benutzung des Services. Bei Carsharing-Anbietern wäre das die Begeisterung, die durch die Ausstattung, den Zustand und die Fahreigenschaften des Fahrzeugs erzeugt wird. Bei Ridesharing-Angeboten wird die Begeisterung auch durch den Service und das Auftreten des Fahrers erzeugt, sowie durch den Zustand des Fahrzeugs.  Hier kann durch standardisierte Schulungen und einheitliche Vorgaben eine Kontinuität erreicht werden.

Insgesamt gibt die Studie einen guten Überblick über die Erfolgsfaktoren bei der Etablierung von Shared Mobility Angeboten, entscheidend ist aber die Umsetzung. Hier liegen im Moment die Anbieter wir Uber, Lyft oder BlaBlaCar vorne. Deutsche Anbieter, wie Mitfahrgelegenheit oder myTaxi haben gefühlt den Anschluss verpasst. Auf dem Roland Berger Blog Think-Act wurde zum Theme Shared Mobility eine Beitragsreihe gestartet.

Photo: mobility von Martin Abegglen, Lizenz: CC BY-SA 2.0