Archiv der Kategorie: selbstfahrende Autos

FiveAI testet autonome Fahrzeuge in London

FiveAI, ein britisches Start-Up für autonomes Fahren, bringt fünf eigene autonome Fahrzeuge auf die Straßen der britischen Hauptstadt. Für den Test werden noch Fahrer hinter dem Steuer sitzen. FiveAI CEO Stan Boland betont, dass sich das Unternehmen auf seinen ersten fahrerlosen Test auf öffentlichen Straßen vor Ende 2018 vorbereitet.

Mit Testfahrten zur Optimierung

Der Sinn und Zweck der Testfahrten ist, Daten für die Weiterentwicklung und Optimierung der fahrerlosen Fahrzeuge zu erheben. Die Autos werden für die nächsten zehn Monate Informationen sammeln, um die realen Straßenverhältnisse, den Verkehrsfluss und das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer zu verstehen. Das Unternehmen kündigte bereits im Frühjahr an, dass es noch vor Ende 2018 damit beginnen werde, fahrerlose Autos auf öffentlichen Straßen zu testen.

Einem Artikel von Business Insider Australia zufolge hofft FiveAI, Europas Antwort auf die fahrerlosen Bemühungen von Uber oder Google zu sein und will einen gemeinsamen, autonomen Taxidienst in Großbritannien schaffen, bevor er von einer reichen amerikanischen oder chinesischen Firma geschlagen wird. Bis dato hat das britische Unternehmen eine Kapitalbeschaffung von 35 Millionen Dollar erwirkt, was für die Entwicklung fahrerloser Fahrzeugtechnologie und einer Strategie zum Aufbau einer Flotte aufgewendet wurde.

Europa als Herausforderung für autonome Fahrzeuge

Die Herausforderung des Pilotprojekts sieht Stan Boland in dem mittelalterlichen und komplizierten Aufbau europäischer Städte. Die Dichte sei höher, das menschliche Verhalten anders und die Konzeption würde auf einer dörflichen Struktur beruhen. Er versteht die Gegebenheiten als sehr viel anspruchsvoller als vergleichsweise in US-amerikanischen Städten.

Es ist davon auszugehen, dass es gut zehn Monate dauern wird, bis die ersten FiveAI-Fahrzeuge Fahrten für die Öffentlichkeit anbieten können und vermutlich noch mehr Zeit bis sie vollautonom auf den Straßen fahren. Die Zeit wird dazu beitragen, dass mehr Straßen, Gebiete und Städte dem Service schneller hinzugefügt werden können, so Ben Peters, Vizepräsident bei FiveAI. “Autonomes Fahren in städtischen Gebieten ist die größte Herausforderung, die noch ungelöst ist.“

 

Drive.ai startet autonomen Pilot in Texas

Seit Montag stehen die autonomen Fahrzeuge von Drive.ai, ein kalifornisches Startup für autonomes Fahren, der Öffentlichkeit in Frisco, Texas zur Verfügung. In der Stadt mit 175.000 Einwohnern wurden insgesamt sieben Fahrzeuge auf die Straße gebracht.

Strecke von zwei Meilen

Drive.ai startete den selbstfahrenden On-Demand-Service auf einer Strecke von zwei Meilen. Der Dienst wird in Zusammenarbeit mit Frisco TMA betrieben, einer öffentlich-privaten Partnerschaft, die sich auf Transportmöglichkeiten auf der „letzten Meile“ konzentriert. Menschen innerhalb der geographischen Zone von Frisco können eine Fahrt mit einer Smartphone App buchen.

Die modifizierten Nissan NV200 sind kaum zu übersehen: Die selbstfahrenden Fahrzeuge sind in einem leuchtenden Orange mit zwei blauen Linien lackiert. Sie tragen Namen wie Anna, Emma, Bob und Fred. Im Inneren sind sie mit  LED-Bildschirmen an der Motorhaube und am Heck sowie über den Vorderreifen ausgestattet.

Drive.ai bietet Dienst kostenlos an

Der Dienst, der als Pilotprojekt gestartet ist, wird den Nutzern kostenlos angeboten und wird voraussichtlich sechs Monate lang in Betrieb sein. Das Programm beginnt mit festen Abhol- und Rückgabestellen rund um HALL Park und The Star und wird dann bis zur Frisco Station erweitert.

Conway Chen, Vice President of Business Strategy bei Drive.ai, betonte gegenüber TechCrunch, dass dies ein On-Demand- und kein Shuttle-Shuttle sei. Wenn die Fahrzeuge nicht benutzt werden, werden sie nicht die Route entlang fahren, was zu mehr Verkehrsstaus führen könnte, sagte Chen. Stattdessen würden sie entlang der Strecke geparkt werden.

Bilder: drive.ai (alle Rechte vorbehalten)

Waymo baut auf Walmart & Co.

Waymo kündigte vor wenigen Tagen eine neue Reihe von Partnerschaften an, die darauf abzielen, mehr Menschen Zugang zu autonomen Fahrzeugen zu verschaffen. Durch Verträge mit Walmart, AutoNation, Avis und anderen Beteiligten zielt das Unternehmen darauf ab, Kunden dort abzuholen, wo sie täglich hingehen. Aus Erfahrung wisse Waymo, dass der Großteil der Fahrten dazu diene, Lebensmittel einzukaufen, zwischen Arbeit und Wohnsitz zu pendeln, zum Abendessen zu fahren oder persönliche Fahrzeuge reparieren zu lassen. Die neuen Partnerschaften gründen genau auf diesen Bedürfnissen. Geographisch konzentrieren sich die Partnerschaften in und um den Großraum Phoenix, wo Waymo einen Großteil seiner autonomen Autotests durchführt.

Mit Waymo zur Autovermietung

Beziehungen zwischen Waymo und AutoNation sowie Avis Budget Group existieren schon länger. AutoNation unterstützt Waymo bei der Wartung und Instandhaltung seiner Fahrzeuge in Phoenix, während Avis für das Aufladen, Tanken und Reinigen der Fahrzeuge zuständig ist. Mit den neu gegründeten Partnerschaft sollen die Service-Anbieter davon profitieren, ihren eigenen Kunden ein umfassenderes Angebot anbieten zu können. AutoNation wird seinen Kunden ein Waymo-Fahrzeug anstelle eines Leihwagens anbieten, während ihr eigenes Auto gewartet wird. In der Zwischenzeit können Avis Kunden in einen Waymo einsteigen, um ihren Mietwagen abzugeben bzw. abzuholen. Das Unternehmen erklärt, dass Avis und AutoNation ideale Partner seien, die für ihre wachsende Flotte von selbstfahrenden Fahrzeugen in Phoenix verschiedene und ergänzende Support- und Wartungsdienstleistungen anbieten. Sie stellen außerdem sicher, dass die Fahrzeuge immer bereit seien, einen Nutzer abzuholen.

Mit Waymo beim Einkaufen sparen

Walmart ist ein weiterer renommierter Partner. Ab Ende dieser Woche werden die beiden Unternehmen einen Testpiloten starten, der den Mitgliedern von Waymos Fahrerprogramm Einsparungen beim Einkaufen über Walmart.com bietet. Nutzer können sich ein Auto rufen, um bei einem nahegelegenen Walmart Store ihre Bestellung abzuholen.

Aktuell liegt der geografische Fokus der Partnerschaften in der Region Metro Phoenix. Da aber alle Partner national tätig sind, könnten die Partnerschaften auch weiter ausgebaut werden.

Erst letzte Woche gab Waymo bekannt, dass ihre Autos 25.000 Meilen pro Tag fahren können und bisher 8 Millionen Meilen auf öffentlichen Straßen zurückgelegt haben.

Waymo fährt über 8.000.000 Testmeilen
Waymo fährt über 8.000.000 Testmeilen

 

Daimler und Bosch – autonome Taxis in Kalifornien

Daimler und Bosch schließen sich für einen gemeinsamen Taxi-Piloten in Kalifornien zusammen. Die Taxen werden autonom fahren und in der zweiten Jahreshälfte in 2019 auf die Straßen gehen.

Am Mittwoch (11.07.2018) gab Daimler die Lancierung des vollautomatisierten Shuttle-Services bekannt. Der Service wird in Silicon Valley auf ausgewählten Straßen betrieben. In welcher Stadt der Dienst genau fahren wird, gab Daimler jedoch nicht preis.  Für den Service werden Mercedes-Benz Fahrzeuge eingesetzt, die aus Sicherheitsgründen auch jeweils mit einem menschlichen Fahrer ausgestattet sind. Während der Pilot-Phase werden die Fahrten den Fahrgästen kostenlos angeboten. Neben dem Ruf-Service wird Daimler zusätzlich eine Flotte autonomer Fahrzeuge testen. 

Der Autohersteller arbeitet in diesem Projekt mit Bosch zusammen. Die Zusammenarbeit wurde bereits im April 2017 beschlossen und bezieht sich ausschließlich auf autonome Fahrzeuge. Daimler stellt Test-Fahrzeuge sowie die Anlagen bereit, Bosch steuert die benötigte Hardware bei. Der US-Techkonzern Nvidia wurde für die Bereitstellung einer geeigneten Software sowie einer KI-Plattform ausgewählt. Die Unternehmen planen bis 2020 für eine Massenfertigung betriebsbereit zu sein.

Auf der Pressekonferenz vergangenen Mittwoch gab Michael Hafner, Head of Automated Driving bei Daimler, bekannt, dass Sicherheit eine Priorität im Programm für autonomes Fahren darstelle: „Entscheidend ist, ein sicheres, zuverlässiges und serienreifes System einzuführen.

aimler und Bosch schließen sich für einen gemeinsamen Taxi-Piloten in Kalifornien zusammen. Die Taxen werden autonom fahren und in der zweiten Jahreshälfte in 2019 auf die Straßen gehen.
Bosch und Daimler beschleunigen die Entwicklung des vollautomatisierten und fahrerlosen Fahrens (SAE-Level 4/5) in der Stadt. Entscheidend für vollautomatisiertes und fahrerloses Fahren im urbanen Umfeld ist das zuverlässige Erkennen des Fahrzeugumfelds mithilfe unterschiedlicher Sensoren.

Mit dem Vorhaben tritt Daimler einem weiten Kreis von Technologieunternehmen und Autoherstellern bei, die sich ebenfalls auf die Entwicklung und Einführung autonomer Shuttle-Services in diesem und im nächsten Jahr konzentriert haben. Waymo, ein Unternehmen von Google, plant die Lancierung eines vollautomatisierten Auto-Services Ende 2018 in Phoenix (Bundesstaat Arizona). Das gleiche gilt für Cruise (General Motors) in 2019 in San Francisco. Uber gab bekannt, das Testen ihrer autonomer Fahrzeuge im Sommer wieder aufzunehmen, nachdem sie ihr Pilotprojekt in Arizona nach einem Verkehrsunfall stoppen mussten.

Bild: http://media.daimler.com/marsMediaSite/de/instance/ko/Bosch-und-Daimler-Metropole-in-Kalifornien-wird-Pilotstadt-fuer-automatisiertes-Fahren.xhtml?oid=40688558
(alle Rechte vorbehalten)

  

Wayve trainiert autonome Autos

Wayve, ein britisches KI-Start-Up, glaubt, ein besseren Weg gefunden zu haben, um autonome Fahrzeuge zu trainieren. Bisherige Methoden wenden hochentwickelte Software und detaillierte 3D-Karten an. Am Montag veröffentlichte Wayve ein Video, das einen modifizierten Renault Twizy zeigt. In diesem Video erlernt das autonome Auto das Navigieren einer Straße. Die angewandte Technik beruft sich auf Reinforcement Learning, wodurch sich ein System eine Belohnung durch wünschenswertes Verhalten verdient. Tritt dieses Verhalten nicht ein, wird das System “bestraft”.

Wayve entwickelt Alternative zu 3D-Karten


Die meisten Navigationssysteme für autonome Fahrzeuge beruhen auf detaillierten 3D-Karten. Global stehen Unternehmen aktuell im starken Wettkampf um die Entwicklung dieser Systeme. Unter Verwendung von hochentwickelten Sensoren und Kameras werden Straßenkarten en detail aufgenommen. Zusätzlich tragen autonome Fahrzeuge eigene Sensoren und Kameras an ihrem Gehäuse. Mit dieser doppelten Leistung sollen autonome Fahrzeuge zu zuverlässigen und gewissenhaften Navigatoren ausgebildet werden.

Die Entwicklungen von 3D-Karten sind jedoch sehr arbeitsintensiv und bedürfen regelmäßigen Updates, um Baustellen, neue Straßenverläufe sowie Sperrungen in die Navigation mit einzubinden. Unternehmen, die sich mit der Erstellung solcher 3D-Karten befassen, tendieren zudem dazu verkehrsreiche Straßen in der Entwicklung zu priorisieren, sodass ländliche Regionen außen vor bleiben.


Trial & Error: Unterrichten eines Autos

Wayves Technik könnte 3D-Karten obsolet machen. Das Video zeigt lediglich eine Kamera, die am vorderen Teil des Renault Twizys angebracht ist (in der Regel haben autonome Fahrzeuge bis zu acht Kameras). Diese eine Kamera liefert Echtzeit-Informationen an einen Grafikprozessor im Inneren des Autos. Der Grafikprozessor führt das genannte Reinforcement Learning Programm aus. Die resultierenden Algorithmen kontrollieren die Fahrzeugführung von Beschleunigung über Bremsen und Steuern. Ein menschlicher Fahrer sitzt bei dem Experiment hinter dem Steuer und greift ein, sobald das Fahrzeug in die falsche Richtung fährt, die sogenannte Bestrafung des Systems. Je länger das System ohne menschliches Eingreifen fährt, desto größer ist die Belohnung, das es erhält.

Innerhalb von 20 Minuten hat das Fahrzeug gelernt wie es die kurvige Straße zu fahren hat.

Der Ansatz von Wayve überzeugt durch die Unabhängigkeit von 3D-Karten, sodass zukünftig jeder und ortsungebunden die Vorteile autonomen Fahrens genießen könnte.   

Das Experiment lässt sich hier aufrufen
(
AI algorithm teaches a car to drive from scratch in 20 minutes)  

Bilder: www.wayve.ai (alle Rechte vorbehalten)

Waymo baut Partnerschaft mit Fiat aus

Die Waymo-Flotte wächst. Mit Beginn des Monats Juni vergibt die Google-Tochter Waymo einen weiteren Auftrag an Fiat Chrysler Automobiles (FCA). Mit insgesamt 62.000 Modellen des Chrysler Pacifica Minivans vergrößert Waymo sein bestehendes Kontingent an selbstfahrenden Autos. Der Versuch: Dem Traum des komplett autonomen Fahrens weiter zu realisieren, um Emissionen, Unfälle und Überlastungen im Verkehr zu reduzieren.

Zusätzlich behält die Zusammenarbeit zwischen Waymo und FCA die Lizenzierung der Technologie für Konsumenten im Blick. FCA CEO Sergio Marchionne forciert dabei insbesondere Ansätze, die sich “sicher”, “effizient” und “realistisch” umsetzen lassen.

Im Blick: Autonomer Fahrdienst-Service bis Ende 2018

Aktuell sind 51 registrierte Waymo-Fahrzeuge (Stand: 18. Mai 2018) im Testfeld San Francisco unterwegs mit dem Ziel den selbstfahrenden Service weiter zu testen und zukünftig im kompletten Gebiet des Staates Kalifornien auszuweiten. Konkret plant Waymo den Launch eines voll entwickelten selbstfahrenden Transport-Service bis Ende des Jahres. Die Idee ist, für jeglichen Nutzer ein fahrerloses Auto über die Waymo-App zugänglich zu machen. In Zahlen überzeugt Waymo mit insgesamt 7 Millionen erprobten Meilen, die bisher auf öffentlichen Straßen zurückgelegt wurden sowie 5 Milliarden Meilen, die in einer simulierten Umgebung stattfanden. Hinzu kommen diverse Testfahrten, die über 20.000 Verkehrsszenarien abdecken und damit die Erfahrungswerte kontinuierlich spezifizieren. Waymo CEO John Krafcik sieht in FCA einen wertvollen Partner, um Waymos Vision, weltweite Nummer 1 im erfahrenen autonomen Fahrdienst-Service zu sein, weiter voranzutreiben.

Kooperation mit Uber geplant

Dass Waymo das Tempo ordentlich anzieht, zeigt sich zudem in Spekulationen um eine Kooperation mit dem Fahrtenvermittler Uber. Waymo sieht in Ubers Netzwerk an Smartphone-Nutzern einen strategischen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern. Für Uber hingegen spiegelt die mögliche Kooperation erste Anstrengungen in eigener Sache wieder. Erst vor wenigen Monate verursachte ein Uber-Fahrzeug einen tödlichen Unfall in Arizona.

Intel testet autonome Fahrzeuge in Jerusalem

Gemeinsam mit dem Tochterunternehmen Mobileye startet Intel einen Testprogramm mit 100 autonomen Fahrzeugen in Jerusalem. Der Fokus liegt dabei auf der Sicherheit, es soll gezeigt werden, dass selbstfahrende Autos 1.000 Mal sicherer sind, als menschliche Fahrer. In den kommenden Monaten soll die Flotte auch in den USA und in anderen Regionen getestet werden.

Keine LiDARs und Radars verbaut

In der ersten Phase werden die Fahrzeuge maßgeblich durch Kameras gesteuert. Die Fahrzeuge sind mit 12 Kameras ausgestattet, um eine 360 Grad Rundumsicht zu erzeugen. Vier der Kameras werden für die Parkvorgänge genutzt, die restlichen acht für die Erstellung der Weitsicht. Die Kameradaten werden im Fahrzeug ausgewertet, um die richtigen Fahrmanöver in extrem kurzer Zeit berechnen und an die Fahrzeugsteuerung weitergeben zu können. In einer späteren Phase sollen LiDAR und Radar-Sensoren hinzugefügt werden.

Beide Unternehmen wollen auch zeigen, dass ein System an Kameras ausreichen ist, um Fahrzeug autonom fahren zu lassen. Die Kameras sind so konfiguriert, dass mehrere redundanten Systeme entsteht, die jeweils für sich genügen Daten erzeugen, um das Fahrzeug autonom zu steuern. Solle eine Kamera ausfallen, können andere Kameras die Funktion des Fahrzeugs aufrecht erhalten und die Sicherheit gewährleisten.

 

Wer in Jerusalem fahren kann, schafft es überall auch

Die beiden Unternehmen Intel und Mobileye haben sich Jerusalem auf Grund der komplexen Verkehrs- und Infrastruktur-Verhältnisse ausgesucht. Die Fahrer in der israelischen Stadt sind für einen aggressiven Fahrstiel bekannt, außerdem ist die Straßenmarkierung nicht immer eindeutig. Hinzu kommt, dass die Fußgänger häufig die Straße anstatt vorhandener Gehwege nutzen. Autonome Fahrzeuge können nicht mit geringer Geschwindigkeit durch die Stadt schleichen, sondern müssen sich an den bestehenden Verkehr anpassen. Ansonsten würden Staus entsenden, im schlimmsten Fall würde es sogar zu Unfällen kommen.

Level 4 Fahrzeuge ab 2021

Bis 2021 sollen selbstfahrende Fahrzeuge auf Level 4 und 5, die mit Technik von Intel und Mobileye ausgerüstet sind, gemeinsam mit unterschiedlichen Herstellern ausgerollt werden. Die beiden Unternehmen arbeiten unter anderem mit BMW, General Motors, Nissan, Audi, Fiat Chrysler, Hyundai und Honda zusammen.

Bild: Intel (alle Rechte vorbehalten)

MIT entwickelt autonomes Fahrzeug, das ohne 3D Karten auskommt

Die Forschungsgruppe CSAIL des MITs hat ein autonomes Fahrzeug entwickelt, das ohne eine große Menge an 3D Kartendaten auskommt. Die bisherigen autonomen Fahrzeuge von Waymo, Uber und co. benötigen Kartendaten mit einem hohen Detaillierungsgrad, Gebäude als Anhaltspunkte und Straßen mit eindeutiger Markierung, um sicher von A nach B zu kommen. Deswegen wurden von Technologiekonzernen und Startups bisher Städte für Testfahrten bevorzugt und ländlichen Gegenden nicht berücksichtigt.

Kombination von Google Maps und Sensor Daten

Das Forschungs-Lab CSAIL hat ein System entwickelt, mit dem Fahrzeuge auch autonom auf Landstraßen fahren können, für die keine detaillierten 3D Karten vorhanden sind. Um das zu ermöglichen, werden einfache Google Maps Daten mit Sensordaten aus dem Fahrzeug kombiniert. So ist es dem Team gelungen, vollautomatisch auf Landstraßen in Massachusetts zu fahren, die vorher nicht erfasst wurden. 

Fahrten mit geringer Geschwindigkeit

Ein Toyota Prius Fahrzeug, das mit LiDAR und Beschleunigungssensoren ausgestattet sind, wurden für die Tests verwendet. Die Fahrzeuge sollen in der Lage sein, mehr als 30 Meter Strecke zuverlässig analysieren zu können. Auf den ersten Blick ist die Strecke recht kurz, die Leistung muss noch erhöht werden, um höhere Geschwindigkeiten zu ermöglichen. Im folgenden Video ist das Fahrzeug auch mit einer moderaten Geschwindigkeit unterwegs.

Das MapLite genannte System nutzt GPS Daten, um die grobe Position des Fahrzeugs zu definieren. Um zum Ziel zu kommen, wird die Strecke in kleine Zwischenziel unterteilt. Die Zwischenziele werden “Local Navigation Goal” genant und müssen sich in Sichtweite des Fahrzeugs beiden. Aus den Daten der LiDAR-Sensoren wird ein Pfad generiert, um zu den Zwischenzielen zu gelangen. 

Kartendaten als Grundlage für autonomes Fahren

Detaillierte Kartendaten sind bisher die essentielle Grundlage für autonomes Fahren. Es ist kostenintensiv, die Karten zu erstellen und aktuell zu halten. Ein System, das ohne aktuelle und genau Kartendaten auskommt, wäre ein großer Fortschritt. Es würde nicht nur der Aufwand verringert werden, um die Kartendaten zu erstellen, es würden sich auch neue Einsatzmöglichkeiten ergeben. Autonome Fahrzeuge könnten so auch im ländlichen Gebieten eingesetzt werden. Unterschiedliche Unternehmen haben in den letzten Jahren viele Ressourcen in die Erstellung von Kartendaten investiert. Die Automobilkonzerne Audi, Daimler und BMW haben vor ein paar Jahren einen Milliardenbetrag investiert, um zu verhindern, dass der Kartendienst HERE von Neueinsteigern und zukünftigen Konkurrenten übernommen wird.

Bild: MIT CSAIL (alle Rechte vorbehalten)

Multimodal: Lyft arbeitet in den USA mit der Bahn zusammen

In den USA wachsen Bahn und Ride-Sharing Dienste weiter zusammen, um ein multimodales Mobilitätsangebot zu schaffen. Die Ride-Sharing Plattform Lyft arbeitet mit der privaten Bahnlinie Brightline zusammen, die mehrere Städte in Florida verbindet. Die Strategie von Lyft sieht die Kooperation mit anderen Transportmitteln und -unternehmen vor, um die unterschiedlichen Verkehrsangebote besser zu vernetzten.

Multimodal unterwegs

Die Mobilitätsplattform Lyft wird exklusiver Partner von Brightline. Die Kooperation startet zeitlich mit der Erweiterung der Brightline Bahn-Linien zwischen Miami, Fort Lauderdale und West Palm Beach. Die Kooperation der beiden Unternehmen ist on- und offline sichtbar. Ziel ist es, das Reiseerlebnis zu verbessern und eine Möglichkeit für die erste und letzte Meile zu bieten.

Offline und in App integriert

Im Rahmen der Partnerschaft werden die drei Bahnhöfe mit Lyft Werbung gebrandet. Außerdem werden Hinweisschilder zu den Bereichen angebracht, in denen Lyft Ride-Sharing Fahrer die Passagiere abholen oder aussteigen lassen dürfen. Die Brightline Fahrgäste können die Lounges an den Bahnhöfen nutzen, wenn sie auf ihren Fahrer warten müssen. In den kommenden Wochen wird Lyft auch in die Smartphone App von Brightline integriert. Die Fahrgäste sehen in der App die zu erwartende Anfahrtszeit der Lyft-Fahrzeuge, sowie den zu erwartenden Fahrpreis. Bei der Buchung werden die Brightline Kunden dann zur Lyft-App weiter geleitet.

Vernetzung zwischen Ride-Sharing und ÖV

Auch Konkurrent Uber möchte seine Ride-Sharing Plattform in den USA mit dem öffentlichen Verkehr vernetzten. Kürzlich wurde eine Kooperation mit Masabi verkündet, gemeinsam wollen beide Unternehmen Ride-Sharing und ÖPNV vernetzen und ein Ticketing für eine multimodale Reisekette anbieten. Lyft, Uber und auch andere Ride-Sharing Anbieter, wie ioki oder ViaVan wollen mit einem attraktiven und vernetzten Angebot dafür sorgen, dass die Bewohner in Städten ihren Privatwagen abschaffen und auf Alternativen ausweichen.

Bild: Brightline (alle Rechte vorbehalten)

Mehr selbstfahrende Autos in Kalifornien

Die Zahl der in Kalifornien registrierten selbstfahrenden Autos wächst weiter. Der Technologiekonzern Apple, der bisher sein Geld mit iPhones, MacBooks und co. verdient, hat eine der größten Flotten an autonomen Fahrzeugen in Kalifornien. Was Apple damit genau vorhat, ist noch nicht bekannt. Angeführt wird die Liste in Kalifornien von General Motors, der Automobilkonzern hat 104 selbstfahrende Autos an der Westküste der USA registriert. Der Technologiekonzern Apple hat 55 autonomen Fahrzeuge registriert, gefolgt von Waymo mit 51 Fahrzeugen. Uber hat keine autonomen Fahrzeuge mehr in Kalifornien registriert.

53 Unternehmen dürfen testen

Insgesamt haben 53 Unternehmen die Erlaubnis erhalten, in Kalifornien autonome Fahrzeuge mit Fahrer hinterm Steuer zu testen. Die Flotte aller Unternehmen zusammen, umfasst 409 Fahrzeuge. Bisher ist bei den meisten Fahrzeugen noch ein Sicherheitsfahrer hinter dem Steuer, insgesamt sind 1573 ausgebildet. Jüngst hat auch Didi Chuxing aus China die Erlaubnis erhalten, in Kalifornien autonome Fahrzeuge zu testen. Das Unternehmen betreibt an der Westküste auch ein Forschungszentrum, das im vergangenen Jahr eröffnet wurde.

Keine Sicherheitsfahrer mit neuer Genehmigung

Im nächsten Schritt wird die Verkehrsbehörde in Kalifornien auch Genehmigungen vergeben, die keinen Sicherheitsfahrer erfordern. Das Google Unternehmen Waymo hat sich bereits für die neue Lizenz beworben und entspricht auch den Voraussetzungen, zuvor autonome Fahrzeuge mit Sicherheitsfahrer getestet zu haben. Die Regeln dazu wurden in Kalifornien im April angepasst. Fokus bei den Anpassung lag dabei auf Tests und Einsatz von autonomen Autos ohne Fahrer, sowie Cyber Security. 

Auch deutsche Unternehmen testen in Kalifornien

Unter den Unternehmen, die in Kalifornien testen, sind auch einige deutsche Unternehmen. Volkswagen, Mercedes Benz, Bosch, BMW und Conti testen an der Westküste. Startups, Technologiekonzerne und Automobilhersteller aus den USA, Europa und Asien liefern sich einen Wettkampf in der Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. Bis 2021 sollen die ersten Fahrzeuge serienreif sein, ein Anstieg des Marktes wird ab 2026 erwartet. Als führend gilt das Unternehmen Waymo, das in diesem Jahr bereits einen kommerziellen Dienst in Arizona anbieten möchte.

Bild: GetMobility.de (alle Rechte vorbehalten)