Archiv der Kategorie: selbstfahrende Autos

Neuer Tesla mit Allradantrieb und Autopilot

Letzte Nacht hat Tesla in Los Angeles „the D“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Tesla S mit Allradantrieb. Das D steht dafür für Dual Motor, da ein zweiter Motor an der Vorderachse verbaut wird. Außerdem können zukünftige Fahrzeuge mit einem Autopiloten ausgestattet werden.

Je nach Energiemenge der verbauten Akkus, variiert die Motorleistung des Frontmotors. Bei den Fahrzeugen mit 60 und 80 KWh Batterien wird in der Allradversion je ein 188 PS Motor an der Vorder- und Hinterachse verbaut, insgesamt stehen damit 376 PS zur Verfügung. Mit dem Allradantrieb erhöht sich die Reichweite bei den normalen Modelle um bis zu 30 Meilen (ca. 50 km).

Top-Modell mit fast 700 PS

Beim Top-Modell P85D wird zusätzlich zum 470 PS Motor an der Hinterachse ein 221 PS Motor an der Vorderachse verbaut, somit steigt die Leistung auf 691 PS. Die Beschleunigung des Top-Modells reduziert sich auf 3.2 s für den Sprint von 0 auf 100 km/h und liegt damit auf dem Niveau eines Ferrari Enzo Ferrari. Die Reichweite erhöht sich laut Angaben um 10 Meilen (ca. 17 km).

Tesla CEO Elon Musk zeigte sich bei der Vorstellung begeistert und sagte, das Auto zu fahren fühlt sich an, als würde man von einem Flugzeugträger abheben oder als hätte man seine persönliche Achterbahn. Der Fahrer kann zwischen 3 Einstellungen wählen. Zur Auswahl stehen „Normal“, „Sport“ und „Insane“.

Der P85D wird erstmals im Dezember ausgeliefert, die anderen Modelle mit Allradantrieb ab Februar 2015.

Autopilot soll auf Autobahnen selbstständig fahren

Außerdem wurde angekündigt, dass zukünftig ein Autopilot-Paket dazu bestellt werden kann. Mittels Kamera an der Front und Ultraschall-Sensoren rund um das Fahrzeug wird die nahe Umgebung des Fahrzeug überwacht und das Fahrzeug fährt z.B. auf Autobahnen wie von alleine. Das Autopilot-Paket beinhaltet einen Spurhalte-Assistenten. Außerdem kann das Fahrzeug selbstständig die Fahrbahn wechseln, wenn der Fahrer den Blinker setzt. Geschwindigkeitszeichen können gelesen werden, worauf die Geschwindigkeit automatisch angepasst wird. Das Auto pass sich auch den Straßen und Verkehrsbedingungen an, so wird z.B. im Staut automatisch gebremst und beschleunigt. Die neuen Fahrzeuge können auch automatisch einparken und es wird eine Funktion geben, die das Fahrzeug automatisch vorfahren lässt, sofern man sich auf privatem Gelände befindet.

Tesla hat angekündigt, dass über weitere Software-Updates weitere Features hinzukommen werden. Andere Fahrzeughersteller, wie z.B. Daimler für die S-Klasse, haben ähnliche Pakete im Angebot.

Bild: Screenshot Website TeslaMotors.com

Uber bestätigt „rekordverdächtige“ Finanzierungsrunde und kooperiert mit AT&T

Wie schon vor einigen Tagen berichtet, ist Uber dabei, eine weitere Finanzierungsrunde abzuschließen. Auf der CODE Konferenz hat Uber CEO Travis Kalanick eine rekordbrechende Bewertung seines Unternehmens bestätigt. Insgesamt könnten zusätzlich mehr als 500 Mio. US$ in das Unternehmen fließen, seit der Gründung im Jahr 2010 wurden schon mehr als 300 Mio US$ Risiko-Kapital aufgenommen.

Für Uber interessieren sich Private-Equity Funds, wie BlackRock, die z.B. auch einer der größten Aktionäre der Deutschen Bank sind.  An der Bewertung von 17 Milliarden US$, die vom Wall Street Journal in den Raum gestellt wurden, scheinen nicht aus der Luft gegriffen zu sein. Den Rekord, den Uber wohl brechen wird, ist die 10 Milliarden Bewertung von Startups wie Dropbox oder Airbnb.

Was rechtfertigt die Bewertung?

Travis Kalanick hat ebenfalls bestätigt, dass sein Unternehmen an den selbstfahrenden Fahrzeugen von Google interessiert ist. Er sagte: „Wenn kein Fahrer im Fahrzeug ist, sind die Kosten für ein Uber günstiger, als würde man ein eigenes Auto besitzen.“

Man kann davon ausgehen, dass Uber ein Teil von Googles Pilot-Phase sein wird, um die Fahrzeuge zu testen. Bis es soweit sein wird, wird allerdings noch einige Zeit verstreichen, da sich die Fahrzeuge noch in einem frühen Entwicklungsstatuts befinden. Über die Uber-App können, falls die Fahrzeuge straßenverkehrstauglich sind und falls genügend Prototypen vorhanden sind, die fahrerlosen Fahrzeuge bestellt werden.

Bis es soweit ist, werden noch mehrere Jahre ins Land gehen, zuvor werden Uber und Google schon näher zusammen rücke. Seit dem 258 Millionen US$ Investment von Google in Uber wurde in einem ersten Schritt die Möglichkeit zu Google Maps hinzugefügt, ein Uber über die App zu bestellen. Zur Zeit wird noch die Uber App geöffnet, wenn man auf die Option drückt, in der Zukunft sieht man vielleicht die Uber Fahrzeuge direkt in Google Maps. Außerdem hat Uber ein neues Programm für Fahrer un Fahrgäste  angekündigt, das auf Android Smartphones basiert.

Die Uber App wird auf jedem Android Smartphone vor-installiert sein, das vom größten amerikanischen Telefonanbieter AT&T verkauft wird. Ausserdem wird AT&T Provider für die Fahrer-Smartphones, die sich auf ein schnelles un zuverlässiges Netz verlassen können müssen, um ihrer Arbeit nachzugehen. Schön zu sehen, dass Uber nicht nur die Fahrgast, sondern auch dir Fahrerseite berücksichtigt, wenn es um Verbesserungen geht. Die Uber App wird dank des Deals auf etwa 50 Millionen Smartphones in den USA sein. Das deutsche Taxi-Startup myTaxi hatte bereits vor einiger Zeit einen Deal mit Samsung geschlossen, die myTaxi App wurde auf jedem Samsung Smartphone und Tablet vor-installiert. Mit Telekom (T-Ventures) als Investor, wurden auch Mobilfunk-Verträge an die Taxifahrer verkauft, Gerüchten zu Folge war auch jeder Taxifahrer verpflichtet, die myTaxi Fahrer App auf einem Smartphone mit Telekom Karte zu betreiben.

Ausserdem ist Uber dabei, aggressiv zu expandieren, mittlerweile ist der Service in mehr als 100 Städten weltweit verfügbar, die jährliche Run-Rate liegt laut WSJ bei 1,5 Milliarden US$. Die Versicherungssituation wurde mittlerweile ebenfalls gelöst, sogar die Versicherungslücke zwischen den Fahrten wurde geschlossen. Uber experimentiert ausserdem mit weiteren Services, so wurde in New York UberRush gestartet, ein Kurierservice für Same Day Delivery.

Nicht nur die wachsende Run-Rate, auch die Aussicht auf Uber mit fahrerlosen Fahrzeugen, evtl. als Ersatz für den öffentlichen Nahverkehr und die weitere Diversifikation können die hohe Bewertung rechtfertigen.

Google stellt erstes eigenes selbstfahrendes Auto vor – ohne Lenkrad und Pedale

Nach dem Goolge schon seit einigen Jahren mit selbstfahrenden Fahrzeugen auf Basis eines Toyota Prius experimentiert, folgt jetzt das erste Auto, das von Grund auf selbst entwickelt wurde. Es verfügt über 2 Sitze, sieht aus wie ein Tata Nano und fährt max. 40 km/h.

Das erste Auto sieht niedlich aus, fast wie ein Kinderspielzeug. Das Aussehen ist wahrscheinlich gewollt, um die Bedenken rund um selbstfahrende Fahrzeuge zu minimieren. Der Fokus wird so auch nicht auf ein cooles Aussehen gelegt, sondern auf den Innovationsfaktor und das Veränderungspotential, das das Fahrzeug mit sich bringt. Um Aussehen soll sich später gekümmert werden, am Anfang steht die Lernerfahrung im Vordergrund.

httpv://www.youtube.com/watch?v=CqSDWoAhvLU

Vom Formfaktor her ist das Fahrzeug mit einem Tata vergleichbar, im entfernten auch mit dem eines VW Käfers. Die Front besteht komplett aus Schaumstoff und die Windschutzscheibe ist nicht aus Glas, das zersplittern kann, sondern aus Kunststoff. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge ist auf 25 Meilen/Stunde, entspricht etwa 40 km/h begrenzt, um schwere Verletzungen bei Unfällen zu vermeiden.

Das Fahrzeug verfügt über 2  Sitze, Lenkrad, Pedale und Schaltung existieren nicht. An Board sind 2 mechanische Kontrollsysteme, eines als Backup, falls eines ausfällt. Wie das mechanische Kontrollsystem aussieht, wird nicht genauer detailliert.

Wie schon bei den ersten Prototypen, befindet sich ein Turm auf dem Dach des Fahrzeugs, der mit unterschiedlichen Lasern bestückt ist. Die Laser tasten die Umgebung ab und sind für den 360-Grad Blick des Fahrzeugs verantwortlich. Die Form des Fahrzeugs wird für die bessere Rundumsicht der Laser sorgen. Wie auf den Bildern zu erkennen ist, befinden sich an der Front  und am Heck des Fahrzeugs ebenfalls eine Sensor-Einheit, welche die Umgebung überwachen.

Bei früheren Fahrzeugen wurde das selbstfahrende System auf existierende traditionelle Fahrzeuge montiert. Das vorgestellte Fahrzeug ist der erste Entwurf, der komplett neu von Google gestaltet wurde. Das hat den Vorteil, das das Auto besser an die Technik angepasst werden kann und jedes Teil des Fahrzeug so gestaltet werden kann, wie man es gerne hätte. So kann z.B. das Fahrzeug sicherer und zuverlässiger gestaltet werden.

Die Ausstattung der Fahrzeuge ist übersichtlich und wenig luxuriös. An Board befinden sich 2 Sitze, Getränkehalter und ein Not-Knopf. Wie es aussieht, ist der erste Prototyp auch noch nicht mit Spätere Versionen sind bestimmt mit einem Android betriebenen Entertainment-System ausgestattet. Unklar bleibt auch, wie die Zieleingabe funktioniert, bevor auf den Go-Knopf gedrückt wird, um die Fahrt zu starten.

Google plant, 100 – 200 Fahrzeuge produzieren zu lassen, bis zum Ende des Jahres sollen die Genehmigungen der Sicherheitsbehörden abgeschlossen sein. Wer die Autos produziert, wird nicht verraten.

Bisher gab es noch keinen Unfall mit den neuen Fahrzeugen, es wurde aber auch in einer abgesicherten Umgebung getestet.

Für Goolge ist das selbstfahrende Auto ein Teil der großen Vision, die Transportwelt zu revolutionieren. Vor allem für ältere, junge und körperlich eingeschränkte Personen wird es durch selbstfahrende Fahrzeuge ganz neue Möglichkeiten geben.