Archiv der Kategorie: Shuttle Dienst

RideCell mit White Label Carsharing Plattform

Das amerikanische Startup RideCell will seine Carsharing Plattform etablierten Autoherstellern anbieten, damit diese einen Carsharing Service unter ihrem Markennamen anbieten können. Nicht nur für Autokonzerne sonder auch für Mietwagenunternehmen kann die Lösung interessant sein.

Auf der Automesse AutoMobility in Los Angeles hat das Unternehmen RideCell seine Carsharing Software-Plattform vorgestellt, die es etablieren Autokonzernen ermöglichen soll, ohne erheblichen Aufwand Mobilitätsdienstleistungen zu starten. Von RideCell kommt dabei die technische Basis, die nach Wünschen der Kunden angepasst wird. Die Fahrzeuge werden von den Kunden, wie z.B. Automobilhersteller zur Verfügung gestellt und gewartet. Die technische Lösung des Unternehmens übernimmt dabei Funktionen, wie Registrierung der Nutzer, Überprüfung von Dokumenten, dynamische Preisgestaltung, Reservierungsprozess, Verknüpfung von Fahrern und Mitfahrern, Abrechnung, usw.

Die Plattform soll in der Lage sein, Ridesharing oder Free-Floating Carshring Dienste anbieten zu könne. Auch eine Kombination von beidem soll möglich sein. Das würde bedeuten, dass sich Nutzer ein Carsharing-Auto ausleihen können, um damit Ridesharing-Dienste anbieten zu können.

Grundstätzlich will RideCell an dem sich verändernden Mobilitätsverhalten partizipieren. In Städten entscheiden sich immer weniger Menschen für den Kauf eines eigenen Autos, gleichzeitig steigt der Bedarf an flexiblen Mobilitätsdienstleistungen, wie Fahrdienste oder eben Carsharing.

An RideCell ist auch BMW beteiligt. Die Software des Unternehmens bietet die Grundlage für den Carsharing Service ReachNow von BMW in den USA. Warum BMW für das Pendant zu DriveNow eine andere Lösung nutzt, ist nicht ganz klar. ReachNow hat angekündigt, demnächst auch einen Ridesharing Service anbieten zu wollen, bei dem die Fahrgäste mit den auf der Plattform befindlichen BMW und Mini Modellen befördert werden.

RideCell wurde bereits im Jahr 2009 gegründet und über die Software wurden mehr als 15 Mio. Fahrgen abgewickelt. Zu den Kunden gehören neben BMW auch 3M oder SouthWest Transit.

Bild: RideCell (alle Rechte vorbehalten)

Hamburg: on-demand Shuttle – flinc simuliert den Stadtverkehr von morgen

Im Schnitt bleibt ein Auto in Deutschland am Tag 23 Stunden ungenutzt – und erzeugt damit im parkenden Zustand immense Kosten. Und egal, ob Carsharing oder Privatfahrzeug: pro Fahrt sind bis heute im Schnitt nur 1,5 Personen an Bord. Gleichzeitig führt der motorisierte Individualverkehr zu überlasteten Innenstädten, zahlreichen Verkehrsunfällen, extremen Umwelt- und Klimabelastungen und Krankheiten durch Stress. Einen Beitrag zur Lösung des Verkehrsproblems können On-Demand Shuttle Services darstellen.

Im Rahmen der Studie „Erneuerung der städtischen Mobilität“ untersucht die flinc GmbH die Auswirkungen eines haltestellenbasierten Shuttle-Systems auf den motorisierten Individualverkehr in Hamburg. Das Shuttle-System kombiniert die Stärken des öffentlichen Nahverkehrs mit den Vorzügen des eigenen Autos und egalisiert gleichzeitig deren Nachteile. Das System berechnet auf Basis der Nachfrage die günstigste Route und bringt mehrere Passagiere mittels Pooling schnell und bequem ans Ziel. Das Shuttle-System ersetzt in diesem Szenario als Mischung aus UberPool und ÖPNV alle Privat-PKW. Via On-Demand-Pooling steuern die mit jeweils bis zu 8 Personen besetzten Fahrzeuge feste Haltestellen an.

Die Studie zeigt mehrere Vorteile von On-Demand-Shuttles gegenüber dem privaten PKW auf: 97% weniger Autos, 61% weniger gefahrene Kilometer sowie erhebliche Reduktion von CO2, Lärm- und Feinstaubemissionen. Stau wird durch ein Shuttle-System nahezu vollständig eliminiert, da der Wegfall von Privatfahrzeugen mit ei- nem deutlich besseren Verkehrsfluss und weniger gefahrenen Kilometern einhergeht – bei höherer Flexibilität.

Erstmals wurden mit Hilfe anonymisierter Daten über 35 Millionen Fahrten in Hamburg simuliert. flinc ist hierfür eine Partnerschaft mit Telefónica NEXT eingegangen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich bereits 100 Shuttles positiv auf das Verkehrsbild auswirken können.

Erst vor wenigen Wochen hat flinc den Start der neuen Shuttle-Plattform „flott“ verkündet. flott soll als Software-Plattform etabliert werden, die von Verkehrsbetrieben genutzt werden kann, um einen dynamischen Shuttle anbieten zu können. Das Unternehmen will dabei nicht das operative Geschäft betreiben, sondern nur die technische Lösung zur Verfügung stellen. Idealerweise lässt sich die Shuttle Plattform mit den bereits bestehenden Verkehrsmitteln in einer Stadt verknüpfen. Ein Shuttle-System ermöglicht Städten und Verkehrsbetrieben schon heute, einen Teil der für selbstfahrende Autos notwendigen Infrastruktur zu entwickeln und wertvolles Know-how für zukünftige Mobilitätsangebote zu generieren.

Die Studie „Erneuerung der städtischen Mobilität: Wie kann ein Shuttle-System den kompletten motorisierten Individualverkehr in Hamburg ersetzen?“ ist ab sofort als Download verfügbar.

Bild: flinc GmbH (alle Rechte vorbehalten)

Shuttle Service GoOpti sammelt 4.4 Mio. Euro ein

Das Startup GoOpti betreibt einen Shuttle Service in Europa und konzentriert sich dabei auf Fahrgäste, die von kleineren europäischen Städten zu größeren Flughäfen gebracht werden wollen. Um weiter wachsen zu können, hat das Startup eine Finanzierung in Höhe von 4.4 Mio. Euro abgeschlossen.

Das Unternehmen baut einen Marktplatz für Nutzer, die in einer Stadt mit schlechten Flugverbindungen wohnen. Dort existiert entweder gar kein Flughafen oder ein Flughafen mit wenigen teuren Direktverbindungen. Bisher fahren viele Personen mit diesem Problem zum nächst größeren Drehkreuz mit dem eigenen Auto oder lassen sich von Freuden oder Familie fahren. Das kann hohe Kosten für Benzin, Parkgebühren, Autobahngebühren usw. mit sich bringen. Genau hier greift GoOpti mit seiner Lösung an. Der dynamische Shuttle Service gruppiert Passagiere, die zu einer ähnlichen Zeit am Flughafen sein müssen und auf einer sinnvollen Route eingesammelt werden können. Auf der einen Seite werden so die Kosten für die Fahrgäste gesenkt, auf der anderen Seite erhalten die bestehenden Shuttle Services mehr Aufträge.

Flughafen Shuttle mussten in der Vergangenheit per Telefon oder E-Mail bestellt werden, was aus Kundensicht aufwändiger ist. Die Fahrdienstanbieter mit Minibussen haben sich in der Vergangenheit auf kleinere Gruppen und Geschäftsreisende fokussiert. Außerdem sind die Fahrer gleichzeitig die Manager des Services, was zu einer hohen Arbeitsbelastung führt. Mit der GoOpti Lösung erhalten die Betreiber der Minivans Zugang zu einer neuen Kundengruppe, die in der Vergangenheit auf Individualverkehr gesetzt hat aber an Kostenersparnissen interessiert ist. Durch die Automatisierung wird sich auch die Arbeitsbelastung reduzieren.

Der Marktplatz von GoOpti scheint auf den ersten Blick viele Vorteile für Fahrer und Fahrgäste zu bieten, in dem auf beiden Seiten der Aufwand reduziert wird.

Das Startup ist bisher in einigen europäischen Ländern aktiv, darunter Deutschland, Italien, Österreich, Ungarn und Slovenien. Ein Teil des Investments kommt von einem Fond der Europäischen Union. Auch der Berliner Geldgeber Point Nine Capital hat sich an dem Fahrdienst beteiligt. Die Finanzierung soll für die weitere Expansion genutzt werden.

Einige Startups beschäftigen sich mit dynamischen Shuttle Lösungen. Allygator Shuttle aus Berlin will einen dynamischen Shuttle für innerstädtischen Verkehr etablieren. Flinc hat vor kurzem seine Pläne für flott Bekanntgegeben.

Bild: GoOpti (alle Rechte vorbehalten)

Flinc startet mit flott eine neue Shuttle-Plattform

Das Startup Flinc aus Darmstadt hat heute angekündigt, dass es eine Software für dynamische Shuttle-Lösungen auf den Markt bringen will. Bisher ist flinc mit einem Mitfahrservice auf dem Markt, der Pendler mit Mitfahrern verbindet. Das neue Produkt heißt flott und soll vor allem Nahverkehrsbetriebe ansprechen, die eine dynamische Mobilitätsdienstleistung planen.

Heute startet mit flott eine Shuttle-Plattform, die den Grundstein für individuellen Nahverkehr legt – abseits von fixen Routen und starren Fahrplänen. Die von der flinc GmbH entwickelte Technologie bildet die ideale Ausgangsbasis für ein flexibles Verkehrsmittel. Flinc will sich mit dem neuen Produkt eine gute Ausgangsposition im Wettbewerb um dynamische Shuttle Dienste sichern und sich für den Einsatz autonomer Fahrzeuge vorbereiten.

Der Stadtverkehr wird in Zukunft weitaus effizienter und dynamischer ablaufen. Das zeigen auch Fahrdienste wie Uber oder allygator shuttle, die in Deutschland bereits erste Erfahrungen gesammelt haben. “Mobilität befindet sich in einem massiven Wandel. Der Kunde von heute verlangt nach einem digitalen und individuellen Beförderungsmittel. Mit flott bieten wir eine Plattform, welche die Flexibilität des eigenen Autos mit den Vorzügen des ÖPNV vereint. Das Ziel: Ohne Umsteigen von A nach B bei gleichzeitig höherer Auslastung der Fahrzeuge“, sagt Dr. Klaus Dibbern, CEO der flinc GmbH.

flott für Verkehrsbetriebe

Das Produkt soll vor allem für Verkehrsunternehmen interessant sein. “Für die Etablierung dieses neuen Verkehrsmittels sind wir im Dialog mit der Automobilindustrie, Verkehrsunternehmen, Städten und der Politik.”, so Dibbern. Bei der Generierung von Partnern werden die Kontakte von flinc zur Deutschen Bahn und zu Opel hilfreich sein. Beide Unternehmen sind an flinc seit einiger Zeit beteiligt.

Die Shuttle-Plattform bietet eine umfassende Lösung, um On-Demand Mobilität in bestehende Strukturen zu integrieren und damit individueller auf Kundenbedürfnisse einzugehen. Per intelligentem Algorithmus be- rechnet flott auf Basis der Nachfrage die günstigste Route, um mehrere Passagiere schnell und bequem zu ihren Zielorten zu bringen. Es werden zudem automatisch die Anzahl der benötigten Shuttles sowie die Betriebszeiten ermittelt. Dies führt zu einer drastischen Reduktion von Leerfahrten und benötigten Fahrzeugen auf der Straße, einer direkten Kostenoptimierung und einer geringeren CO2-Belastung.

Fokus auf Technologie

Die Vision ist, dass Passagiere via App ihr Shuttle bestellen können und von professionellen Fahrern zum Ziel gebracht werden. Der Kunde kann nach Bestellung live sehen, wo sich sein Shuttle gerade befindet und wie dessen Ankunfts- zeit ist. Die Shuttle-Plattform ermöglicht dabei ständig den Eingriff eines Operators, der den Betriebsablauf überwacht.

Flott will sich dabei auf die Technologie für den Shuttle-Dienst fokussieren, der Betrieb wird von den lokalen Verkehrsbetrieben oder Franchisepartnern komplett übernommen. Damit geht das Unternehmen einen anderen Weg, als z.B. allygator Shuttle. Allygator Shuttle will zumindest vorerst den Betrieb der Fahrzeuge steuern und auch beim Marketing involviert sein wollen.

Basis für Mobilitätsdienste mit autonomen Fahrzeugen

flott soll in den nächsten Jahren weiterentwickelt werden um später einmal als Basis für eine zukünftige Einführung vollautonomer Fahrzeuge bilden zu können, die das Mobilitätsverhalten der Menschen und traditionelle Geschäftsmodelle grundlegend verändern werden.

Bild: flott-shuttle.de (alle Rechte vorbehalten)