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Der BerlKönig auf Berlins Straßen

Seit Freitag hat die BVG ein neues Mobilitätsangebot: den BerlKönig. Das On-Demand-Ridesharing-Angebot ist in den bestehenden ÖPNV der BVG eingebettet und ergänzt zunächst den östlichen S-Bahn-Ring – zum Beispiel in Kreuzberg, Friedrichshain, Mitte und Prenzlauer Berg.

Der Service ist eine Kooperation der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und ViaVan, einem Joint Venture von Mercedes-Benz Vans und dem Technologieunternehmen Via. Via ist ein amerikanischer Anbieter von Ride-Pooling Services und Software-Lösungen, mit großskalierten Angeboten in New York, Chicago, Washington, Amsterdam und London. Das Unternehmen entwickelt intelligente Algorithmen, auf deren Basis Fahrtanfragen mehrerer Fahrgäste mit der gleichen Zielrichtung gebündelt werden können. Sie erstellen eine Route und buchen mehrere Fahrgäste gemeinsam in ein Fahrzeug.

Mit insgesamt 50 voll-elektrischen Fahrzeugen von Mercedes-Benz  wird den Berlinern der Dienst zunächst von freitags und samstags von jeweils 17 bis 5 Uhr zur Verfügung gestellt. Ein rund-um-die-Uhr Service sowie ein Ausbau der Flotte ist in Planung.

In Bezug auf Preise orientieren sich die Kosten am klassischen ÖPNV- und dem Taxitarif. Innerhalb des Servicegebiets müssen Fahrgäste mit mindestens 4 Euro und 1,50 € pro Kilometer rechnen. Mitfahrer in der gleichen Buchung erhalten einen Rabatt von 50 Prozent.

Der On-Demand Dienst und seine Rolle im Berliner Verkehrsmix werden fortan regelmäßig evaluiert und mit dem Berliner Senat geteilt. Die BVG hat für das neue Angebot eine Genehmigung im Rahmen der Experimentierklausel des Personenbeförderungsgesetzes erhalten. Das Projekt ist zunächst für zwei Jahre geplant.

Quelle: BVG

freYfahrt – Freyung startet Ridepooling Service

„In Städten sind in aller Regel verschiedene Angebote des Nahverkehrs parallel vorhanden. Anders im ländlichen Raum. Deshalb freue ich mich, dass die Digitalisierung dazu beiträgt, die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zu fördern”. Mit diesen Worten kommentierte Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, den neuen Service freYfahrt der Stadt Freyung.

Gemeinsam mit dem Berliner Technologieunternehmen door2door ruft Freyung den On-Demand-Ridepooling Service “freYfahrt” ins Leben. Mit zwei Kleinbussen und 230 virtuellen Haltestellen wird das rund 48m² große Gebiet bedient. Die Technologie steuert das Berliner Unternehmen door2door bei. Fahrgäste mit einem ähnlichen Fahrtziel werden gebündelt. Die Flotte wird effizient ausgelastet und die Routen intelligent und ohne starren Fahrplan geplant. Der Service ist in den öffentlichen Nahverkehr eingegliedert und ermöglicht nahezu eine Beförderung von Tür-zu-Tür. Eine Fahrt mit dem freYfahrt-Shuttle kostet 2,90 € pro Fahrgast.

Mit 7.500 Einwohnern und rund 200.000 Touristen pro Jahr bilde die Stadt Freyung ein geeignetes Testfeld für  das partnerschaftliche Projekt. Der Service wird von montags bis samstags mit zwei Shuttles angeboten.

Quelle: Stadt Freyung

 

Aktuelle Diskussion: Regulierung von Ridesharing?

Der Verkehr in Städten nimmt zu – Staus, Umweltverschmutzungen und Parkplatzprobleme sind die Folge. Doch Städte wollen grüner werden. Ökologische Nachhaltigkeit, flexible Mobilität und die Nachfrage nach Sicherheit wird lauter. All das bei ständig steigender Mobilität der Menschen, steigenden Bevölkerungszahlen in den Städten sowie steigenden Zulassungszahlen von PKWs und Pendlerzahlen. Auch die ständigen Überschreitungen von Umweltgrenzwerten, die bereits in einigen Städten zu (Diesel-)Fahrverboten führten, verschärfen die Problematik. Viele Akteure fordern seit einiger Zeit die Beschleunigung einer sogenannte Verkehrswende. Entsprechend verbreiten sich neue Mobilitätsangebote und entfachen offene Diskussionen rund um das Thema.
Der Ansatz neuer Konzepte ist dabei ähnlich: Mit On-Demand-Technologien sollen Menschen von der Nutzung ihres privaten PKWs abgebracht werden und so die Straßen entleeren. Die Ridesharing-Unternehmen ermöglichen dabei die Abholung an einem Wunschort und den Transport zu einem gewünschten Ziel per Smartphone-App. Dabei bündeln sie ähnliche Fahrtanfragen von Kunden.

Doch inwiefern fördern die Services den nachhaltigen Ansatz der Städte und verringern die Anzahl von Fahrzeugen und tragen zur Umweltentlastung bei?

“Mit Vollgas in den Verkehrskollaps”

Während Ridesharing Anbieter damit werben, dass das intelligente Teilen von Fahrten die Lösung der Verkehrsbelastung sei, kommt die ARD in ihrer neuesten Reportage “Mit Vollgas in den Verkehrskollaps” zu einem anderen Schluss. Viele der neuen Mobilitätsangebote wie free-floating Carsharing oder vom ÖPNV losgelöste neue Ridesharing Angebote würden die Probleme nicht lösen, sondern den “Verkehrskollaps” weiter verschärfen. Die ARD beruft sich dabei auf aktuelle Kundenbefragungen von Nutzern der neuen Angebote in Deutschland. Als weitere Quelle dienen Ergebnisse aus Nordamerika, wo Anbieter wie Uber und Lyft seit vielen Jahren weitgehend ohne Regulierung ihr Angebot auf die Straße gebracht haben. Die ARD kritisiert primär, dass sich durch die vielfache Nutzung von Ridesharing Angeboten durch frühere ÖPNV Nutzer die bestehenden Verkehrsprobleme weiter potenzieren. Grund dafür sei, dass der Flächenverbrauch der ÖPNV-Angebote im Vergleich zu Ridesharing Angeboten deutlich geringer und damit eine nachhaltigere Fortbewegungsform sei. Die Schlußfolgerung des Beitrags ist, dass die Bundesregierung sich überlegen solle, inwieweit eine Öffnung des bestehenden Personenbeförderungsgesetzes und damit eine Öffnung des Marktes wie in Nordamerika tatsächlich eine Verbesserung der Verkehrssituation bewirken würde. Oder, im Falle eines Rebound Effekts, das Gegenteil eintreten könne und damit noch mehr Verkehr auf Deutschlands Straßen verursachen würde.

Studie: The New Automobility

Eine wichtige Fragestellung, mit der sich auch die kürzlich erschienene Studie von Bruce Schaller intensiv beschäftigt. Anhand von veröffentlichten Forschungsergebnisse und neuen

verfügbare Daten aus einer nationalen Erhebung diskutiert Schaller, inwiefern die Dienstleistungen dem städtischen Verkehr zugute kommen.

Die Fahrdienstvermittler Uber und Lyft sind dabei prominente Beispiele. Ihr Serviceangebot wird in der Studie näher beleuchtet.

Folgende Punkte fassen die Hauptergebnisse der Studie zusammen:

  • Die On-Demand-Services konzentrieren sich hauptsächlich auf wenige Großstädte

70% der Trips mit Uber und Lyft  finden in neun großen, dicht besiedelten Ballungsräumen statt.

  • Schaller kritisiert, dass die Ridesharing-Anbieter mit dem öffentlichen Nahverkehr konkurrieren, nicht mit dem privaten Pkw

Etwa 60% der Nutzer in städtischen Gebieten hätten die Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt, wäre der Fahrdienstvermittler nicht verfügbar gewesen.

  • Schaller kommt zu dem Schluss, dass Lyft und Uber mehr Staus verursachen

Für jede private Meile, die durch den Service eingespart werden kann, wird eine Distanz von 2,8 Meilen verursacht. Dadurch wächst der Verkehr insgesamt auf 180 % an.

  • Selbstfahrende Autos wären am nützlichsten in Form von Shuttle-ähnlichen Gruppenfahrten

Das Mobilitätsmodell für Lissabon zum Beispiel sagt aus, dass der Verkehr um etwa 50 Prozent zunehmen könnte, wenn Reisende autonome „reguläre Taxis“ bevorzugen, die nicht geteilt werden. Andererseits zeigte das Modell einen Rückgang der Fahrzeugkilometer um 37% und die vollständige Beseitigung von Staus im Rahmen eines Shared-taxi-Szenarios.

Neue Mobilität habe den Städten viel zu bieten: Komfort, Flexibilität und On-Demand-Technologie. Aber eine Entlastung der Straßen könne dadurch dauerhaft nicht erreicht werden. Viele Ansätze werden derzeit diskutiert. Die Städte sind zerrissen zwischen einem flexiblen Angebot auf der einen und fehlender Sicherheit und Umweltfreundlichkeit auf der anderen Seite. Eine Lösung tritt aktuell verstärkt hervor: Die Entwicklung der Fahrdienste müsse in einem öffentlichen politischen Rahmen abgesteckt werden, um ihr Potenzial zu nutzen und den Interessen der Städte gerecht zu werden.

Aktuelle Beispiele zu Regulierungsgesetzen in Städten

So hat London dem Fahrdienstvermittler Uber nach einem Lizenzentzug nun einer Verlängerung für 15 Monate zugestimmt. Dies gestand ein Londoner Gericht dem US-Unternehmen Ende Juni zu. Die Lizenz ist mit Auflagen verbunden. Uber erklärt sich bereit, sich alle 6 Monate einer unabhängigen Untersuchung zu unterziehen und lückenlos über Beschwerden zu informieren.

Auch in New York wurden neue Bestimmungen für Ridesharing Unternehmen erlassen. Das Gesetz limitiert die Anzahl der Fahrzeuge, indem Lizenzen für neue Modelle vorerst nicht ausgestellt werden. Am Mittwoch stimmte der Stadtrat der Stadt gegen eine Lizenzierung der Zulassung. Aufgrund des starken Überangebots auf dem Taximarkt der Stadt New York, schreibt das neue Gesetzespaket zudem einen Mindestlohn für die Fahrer von Uber und Co. vor.

Zuvor boten Uber, Lyft und Via der Stadt New York City 100 Millionen Dollar in Form eines Hilfsfonds für Taxifahrer an. Als Gegenleistung fordern sie das Fallenlassen einer vorgeschlagenen Obergrenze für Lizenzen für Ridesharing-Fahrzeuge. Das Angebot wurde von staatlichen Behörden jedoch abgelehnt.

Hierzulande möchte die lokale Verkehrspolitik zunächst gesetzliche Regulierungen aktualisieren und sie auf das neue Angebot anpassen. Grund für die Überarbeitung der Anforderungen ist auch, Sicherheiten für die Taxibranche zu schaffen. Der Einsatz von Ridesharing Fahrzeugen im städtischen Kontext stehe in direktem Wettbewerb mit Taxi-Diensten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Damit Ridesharing-Angebote zu einer neuen Form des öffentlichen Verkehrs mit geringer Kapazität und hoher Qualität werden, müsse die Verwaltung der Verkehrsdienste, einschließlich der Konzessionsregeln und -vereinbarungen, angepasst werden. Bisher fahren Unternehmen wie Moia und Allygator in Deutschland nur mit behördlichen Ausnahmeregelungen.

MOIA startet öffentlichen Betrieb in Hannover

Nach 300 Tagen und mehr als 230.000 Fahrten überführt MOIA den Testservice in den öffentlichen Betrieb der Stadt Hannover. Seit Oktober 2017 testet die VW-Tochter den Ridesharing-Service und steht in Verhandlungen mit der Stadt. Nun startet der reguläre Betrieb.

MOIA lässt Flotte wachsen

Aktuell stehen den Nutzern 35 Fahrzeuge zur Verfügung, die täglich zu bestimmten Servicezeiten genutzt werden können. Bislang gilt die Betriebsgenehmigung für 150 Fahrzeuge. Abhängig von den Auswirkungen des Angebots plant MOIA eine Erweiterung auf 250 Fahrzeuge ab Mitte 2020. Bis 2020 sollen mindestens 50% der Flotte aus Elektrofahrzeugen bestehen. Ab 2022 will MOIA ausschließlich elektrisch betriebene Fahrzeuge einsetzen. Der schrittweise Ausbau betrifft auch das Bediengebiet – Aktuell umfasst es ein Areal von 90 km² und soll um Bereiche rund um Hannover ergänzt werden.

Durch die Vergrößerung der Flotte werden zusätzlich zu den bereits 3.500 Testnutzern weitere 15.000 Personen für den Service freigeschaltet. MOIA setzt sich zum Ziel bis Ende 2018 mit einer gewachsenen Flotte das Ridesharing-Angebot für alle Hannoveraner zugänglich zu machen.

Öffentliche Mobilität statt privater PKW

Auch preislich möchte MOIA den Nutzern Anreize bieten. Dabei orientiert sich der Preis für eine Fahrt an einem preislichen Niveau, das zwischen dem Ticketpreis für eine Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr und einer Taxifahrt liegt. Auch die Länge der Strecke sowie der Wochentag, die Uhrzeit und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage spielen bei der Kalkulation eine Rolle. Der Service ist seit dem 30. Juli 2018 kostenpflichtig.

„Hannover ist die erste Stadt, in der wir ein fester Bestandteil der öffentlichen Mobilität werden wollen. Wir möchten gemeinsam mit der Stadt und allen anderen Mobilitätsanbietern die Menschen von einer nachhaltigeren Mobilität ohne eigenes Auto überzeugen und mittelfristig die Anzahl der privat genutzten PKW auf der Straße
verringern“, sagt Ole Harms, CEO von MOIA. „Eine unabhängige Begleitforschung soll in den kommenden Jahren untersuchen, wie sich das Ridesharing von MOIA auf die Mobilität der Stadt auswirkt.“

 

Ridecell sammelt Series B ein – Deutsche Bahn beteiligt sich

Das  Software-Unternehmen Ridecell, das eine Plattform für Carsharing oder Ridesharing Anbieter entwickelt, sammelt fast 30 Mio. Dollar in einer neuen Finanzierungsrunde ein. In Zukunft soll der Fokus auch auf der Software für eine Flotte an autonomen Fahrzeugen sein. Die Runde wurde von Cox Automotive angeführt, mit Beteiligungen von DENSO, Penske, Mitsui und der Deutschen Bahn.

Ridecell als Software-Dienstleister

 

Bei den neuen Investoren handelt es sich auch um strategische Partner: Gemeinsam sollen neue Lösungen entwickelt werden, die einen Mehrwert für Kunden und Flottenbetreiber bieten. Bereiche wie Flottenmanagement, Pannenhilfe oder Fahrzeugkomponenten sollen gemeinsam adressiert werden.

Das Unternehmen betreibt keine Mobility Services in Eigenregie, sondern liefert die Software an Betreiber von entsprechenden Diensten. Automobilhersteller,  Autovermietungen, Verkehrsunternehmen oder Händler können die Software nutzen, um Carsharing oder Ridesharing Dienste anzubieten.

Die Deutsche Bahn ist nach BMW der zweite Investor aus Deutschland, der das Unternehmen unterstützt. Da die Pressemitteilung die anderen Investoren hervorhebt, ist davon auszugehen, dass von der Bahn ein kleines Ticket investiert wurde. Die Bahn ist bereits an der Ridesharing Plattform CleverShuttle beteiligt und baut mit ioki und Flinkster eigene Mobility Services auf.

Interessant ist auch, dass BMW nicht weiter investiert hat. Das könnte darauf hinweisen, dass für das Gemeinschaftsunternehmen mit car2go und moovel die Software-Lösung von Ridecell nicht zum Einsatz kommt.

Ridecell für Industriegelände vorteilhaft

 

Ridecell wurde bereits 2009 gegründet und seit dem Start wurden mehr als 20 Mio. Fahrten über die Plattform vermietet. Das Unternehmen ist in der öffentlichen Wahrnehmung ein starker im Bereich Carsharing. Die Ridesharing Lösung des Unternehmens hat sich noch nicht richtig durchgesetzt. Unter anderem nutzt ReachNow, das Carsharing Angebot von BMW die Lösung von Ridecell in den USA. Außerdem vertrauen Anbieter wie Zity und GIG Carsharing auf die Lösung. Die Ridesharing Lösung kommt eher auf Uni- und Industriegeländen zum Einsatz. Georgia Tech, UC Berkley, UCSF oder 3M betreiben dynamische Shuttle Dienste.

 

Bild: www.roboticsandautomationnews.com/2018/05/31/
(Alle Rechte vorbehalten)

 

Autonome Fahrzeuge: Drive.ai startet Ride-Hailing Dienst in Texas

Das Startup Drive.ai aus Kalifornien startet einen Fahrdienst mit autonomen Fahrzeugen in Texas. In dem Pilotprojekt sollen Erfahrungen gesammelt werden, wie sich die autonome Fahrzeuge im Straßenverkehr bewegen und wie die Passanten darauf reagieren. Die Fahrzeuge sollen über Fähigkeiten auf Level 4 verfügen. 

Start im Juli geplant

Das Projekt, das im Juli starten soll, ist für sechs Monate ausgelegt und insgesamt sollen mehr als 10.000 Nutzer in dem Zeitraum transportiert werden. Das Bediengebiet ist auf ein definiertes Gebiet mit Wohnungen, Einkaufsläden, Büros und Ausgehmöglichkeiten beschränkt. Die Distanzen in dem Gebiet sind zu lang, um sie zu laufen und zu kurz um sie mit dem eigenen Auto zu fahren. Außerdem ist die Verkehrs- und Parksituation in dem Gebiet überlastet. Durch den Dienst von Drive.ai soll die Situation entspannt werden und das Problem der letzten Meile gelöst werden.

Kooperation mit lokalen Behörden und der Stadt

Drive.ai arbeitet mit der texanischen Stadt Frisco zusammen, einer Stadt mit etwa 170.000 Einwohnern. Die lokalen Behörden helfen dabei, die Haltepunkte zu definieren, an denen die Fahrgäste ein- und aussteigen können. Außerdem sollen die Bürger gemeinsam vorab über den Dienst mit autonomen Fahrzeugen aufgeklärt werden. Über eine eigene App soll der Dienst gerufen werden können, eine Kooperation mit einer bestehenden Ride-Sharing Plattform ist vorerst nicht geplant.

Drive.ai entwickelt Systeme für autonome Fahrzeuge

Drive.ai ist bereits 2015 gestartet und hat in den letzten Jahren ein System für autonome Fahrzeuge entwickelt. Das System aus Sensoren, Rechenpower, Software und Deep Learning Technologie kann in unterschiedlichen Fahrzeugen verbaut werden. Ein ähnliches Prinzip verfolgen die Unternehmen Waymo oder Uber. In Texas kommen Nissan Minivans zum Einsatz, die mit dem Technik-System von Drive.ai ausgestattet werden. Außerdem sollen die Fahrzeuge über Displays verfügen, die Nachrichten für die Passanten und Fahrer anderer Fahrzeug anzeigen. Durch die Displays und die auffälligen Farben mit der Aufschrift “Self-Driving Vehicle” soll die Sicherheit erhöht werde. Es ist davon auszugehen, dass noch ein Operator im Fahrzeug sein wird, um im Notfall das Steuer übernehmen zu können. 

Bild: Drive.ai (alle Rechte vorbehalten)

Testbericht ioki – Ride-Sharing in Frankfurt

Die Bahn hat erkannt, dass neue Formen der Mobilität die Zukunft im ÖPNV definieren werden. Deswegen wurde das Projekt ioki gestartet, das in den kommenden Monaten zu einer eigenständigen Gesellschaft ausgegründet werden soll. Unter der Marke ioki sollen unabhängig von der Bahn innovative Mobility Service Angeboten werden, idealerweise in den ÖPNV eingebunden. In Frankfurt betreibt das Unternehmen ein Ride-Sharing Pilotprojekt und wir hatten die Möglichkeit, das Angebot zu testen.

Das Konzept hinter der Ride-Sharing App

Der Nutzer bucht über eine App seine Fahrt von A nach B im Innenstadtbereich. Ist ein weiterer Nutzer in die gleiche Richtung unterwegs, werden beide auf das selbe Fahrzeuge gepoolt. Der Fahrer holt die Fahrgäste in der sinnvollsten Reihenfolge ab oder bringt sie zum Zielort. Kleine Umwege müssen dadurch in Kauf genommen werden, dafür sind die Fahrzeuge besser ausgelastet und die Fahrtkosten geringer.

Die Fahrzeuge und Fahrer

Die Flotte in Frankfurt besteht aus einer Misch-Flotte an Elektro- und Verbrenner-Fahrzeugen. Mini-Vans wie Ford Tourneo und VW Sharan ergänzen eine umweltfreundliche Elektroflotte, bestehend aus elektrischen TukTuks und C-Zero Fahrzeuge. Perspektivisch wird der Fokus auf Elektrofahrzeugen liegen, im Moment sind aber passender Fahrzeuge schwer auf dem Markt zu bekommen. Je nach Fahrzeuggröße können bis zu fünf Fahrgäste gepoolt werden, in die kleineren Fahrzeugen passen maximal drei Passagiere. Wir waren in einem VW Sharan und einem Ford Transit unterwegs, beide Fahrten waren sehr komfortabel. Die Fahrer machen einen freundlichen und professionellen Eindruck und sind davon begeistert, Teil eines innovativen Projekts zu sein.

Die ioki App ist modern und übersichtlich

Die iOS-App von ioki macht einen modernen und freundlichen Eindruck. Nach einer einfachen Registrierung kann der Nutzer den Fahrtwunsch abgeben, dabei muss Start und Ziel der Fahrt eingegeben werden, damit eine Route berechnet werden kann. Basierend auf der zu fahrenden Strecke und der Verteilung der Fahrer und Anfragen im Geschäftsgebiet, wird der Fahrtwunsch dem Fahrer zugeordnet, der die Fahrt am effizientesten durchführen kann. Wir konnten den Service mehrmals testen, bei jeder Anfrage war der Fahrer innerhalb von drei bis vier Minuten da. Das System arbeitet mit virtuellen Haltestellen, um die Umwege so kurz wie möglich zu halten. Das heißt, dass man als Fahrgast ein paar Meter zur nächsten Haltestelle laufen musst. Die App zeigt einem den Weg zur festgelegten Haltestelle an. Die Bezahlung per App konnte noch nicht getestet werden. Die Nutzung im Rahmen des Pilotprojekts in Frankfurt ist im Moment noch kostenlos, später soll eine Bezahlung über die App ermöglicht werden.

Smart Shuttles – Die Zukunft

In der Kombination von Smart Shuttle Diensten in Verbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr besteht viel Potential. In ländlichen Regionen können so bedarfsgerechte Mobilitätslösungen geschaffen werden, um die Bewohner mit den Hubs wie Bahnhöfen oder Einkaufszentren zu verbinden. In Städten können Shuttle Dienste dazu führen, dass das Verkehrsaufkommen reduziert wird. Das Team hinter ioki will dabei eine Lösung aufbauen, die in den ÖPNV integriert werden kann und nicht als Parallellösung existiert. So können attraktive Angebote für die erste Meile und letzte Meile entstehen und die Attraktivität des bestehende ÖPNV Angebots durch wenige Aufwand stark steigern. Weitere Maßnahmen können dabei helfen, dass die Fahrzeugbesitzer schneller ihr Fahrzeug stehen lassen oder abschaffen. Das Angebot in Frankfurt funktioniert gut und die Deutsche Bahn ist mit ioki auf einem guten Weg, ein starker Player in dem Bereich zu werden. Die finanzielle Stärke der Bahn und das gute Netzwerk zu Behörden und Verkehrsbetrieben werden dabei helfen.

Bild: ioki (alle Rechte vorbehalten)

Mobility Services: Volkswagen wird in Ruanda aktiv

Der Volkswagen-Konzern hat sich das afrikanische Land Ruanda als Testfeld für Mobility Services ausgesucht. In Deutschland und anderen Ländern sucht man Car-Sharing und Ride-Sharing Dienste von Volkswagen vergeblich. In Ruanda werden von Volkswagen 16 Mio. Euro investiert, ein Teil davon in die oben genannten Mobility Services.

Carsharing Flotte für Kigali

In einem ersten Schritt werden in den kommenden Monaten 150 Car-Sharing Fahrzeuge in der Hauptstadt Kigali ausgerollt, später sollen weitere Fahrzeuge hinzukommen, die für einen Ride-Sharing Dienst genutzt werden sollen. Die Learnings aus den Angeboten in Ruanda sollen Volkswagen dabei unterstützen, Mobility Services in anderen Ländern auszurollen.

Lokale Produktion soll aufgebaut werden

Die Fahrzeuge sollen aus mittelfristig lokaler Produktion kommen. Bis Mitte 2018 sollen einige hundert Fahrzeuge in Ruanda montiert werden, später soll die Produktion auf 5000 Fahrzeuge pro Jahr wachsen. Ein ähnliches Modell fährt Volkswagen schon in Nigeria und Kenia – dort werden Fahrzeuge für den lokalen Markt produziert und auch nach Südafrika exportiert.

Bevölkerung Ruandas technikfreunlich und jung

Volkswagen sieht in Ruanda einen attraktiven Markt für neue Mobility Services. Die Bevölkerung ist im Schnitt sehr jung (Durchschnittsalter unter 20 Jahren), modern und technikfreundlich. Viele können sich kein eigenes Auto leisten, deswegen ist es für Mobilitätsdienste bestens geeignet. Nach dem Bürgerkrieg hat sich das Land zu einem Boom-Land in Afrika entwickelt. Etwa 13 Mio. Menschen wohnen in dem Land, 1.2 Mio. davon in der Hauptstadt Kigali.

Bei der für das Car- und Ride-Sharing Angebot benötigte IT-Setup soll von lokalen Startups entwickelt werden. Dabei geht es vorwiegend um die Apps für Nutzer und Fahrer und das benötigte Flottenmanagement. In anderen Ländern arbeitet Volkswagen mit Anbietern wie RideCell oder Vulog zusammen.

Anbieter wie Uber oder Taxify betreiben schon einen Ride-Sharinge Dienst in einigen afrikanischen Ländern, Ruanda gehört bisher aber nicht dazu. Taxify ist in Ländern wie Kenia, Uganda oder Tansania aktiv. Uber in Ghana, Kenia oder Südafrika.

Bild: Volkswagen AG (alle Rechte vorbehalten)

Didi Chuxing baut in China eigene Ladeinfrastruktur auf

Die Ride-Sharing und Mobility Plattform Didi Chuxing aus China hat angekündigt, dass das Unternehmen eine eigene Ladeinfrastruktur für Elektroautos aufbauen wird. In einem Joint Venture soll ein Netz entstehen, das von den Didi Fahrern genug werden kann aber auch öffentlich zugänglich sein wird. Um die Luftverschmutzung zu bekämpfen, setzt China in den kommenden Jahren stark auf Elektromobilität, dafür ist eine flächendeckende Ladeinfrastruktur notwendig.

UN und GEIDCO als Partner für Ladeinfrastruktur

Partner für den Aufbau des Netzwerks wird die Organisation Global Energy Interconnection Development and Cooperation Organization (GEIDCO) sein. Die GEIDCO arbeitet eng mit der UN zusammen, um die vereinbarten Klimaziele zu erreichen.

Eine Millionen Elektrofahrzeuge bis 2020

Didi bezeichnet sich als weltweit größte online Mobility-Plattform, mit mehr als 450 Mio. Nutzern und 21 Mio. Fahrern. Eine Gruppe von mehr als 260.000 Fahrern ist bereits mit Elektrofahrzeugen unterwegs. Damit hat die Plattform schon heute das größte Netzwerk an Elektrofahrzeugen. Auf der Didi Plattform sind unterschiedliche Fahrzeugtypen unterwegs, Elektrobusse, Limousinen mit Elektroantrieb oder Minibusse mit E-Antrieb befördern die Fahrgäste. Bis 2020 will Didi dafür sorgen, dass die Zahl der Elektrofahrzeuge auf der Plattform auf mehr als eine Millionen Fahrzeuge ansteigt.

China führend bei Anzahl der Elektrofahrzeuge

Insgesamt sind heute auf den Straßen in China etwa zwei Millionen Elektrofahrzeuge unterwegs, Tendenz stark wachsend. Der Internationalen Energy Agency (IEA) zufolge, wurden im letzten Jahr 750.000 Elektroautos weltweit verkauft, das ist ein Anstieg von etwa 35% im Vergleich zum Jahr 2015. Im Jahr 2015 wurden weltweit 547.220 Elektrofahrzeuge verkauft. China hat die USA bei der Zahl der Elektroautos überholt. Insgesamt gingen 40% der weltweit verkaufen Elektrofahrzeuge gingen nach China, die USA kommt auf etwa 20%.

Bei Didi geht man zurecht davon aus, dass Fahrzeug mit alternativen Antrieben die Zukunft von Mobilität und Transport sind. Ridesharing wird ein Schlüsselfaktor sein, um Fahrzeugen mit E-Antrieb den Durchbruch auf der Straße zu ermöglichen.

Bild: Didi Chuxing (alle Rechte vorbehalten)

SoftBank Milliarden könnten auch an Lyft gehen

Der Japanische VC SoftBank hat durch den Vision Fond eine Investmentsumme von 100 Milliarden US Dollar zur Verfügung. Einen Teil davon möchte SoftBank gerne in den Fahrdienst Uber stecken. Die Verhandlungen zwischen Uber und SoftBank sind ins Stocken geraten, um jetzt den Druck zu erhöhen, erwägt SoftBank eine Beteiligung an dem Uber Konkurrenten Lyft.

Konditionen für Investment entscheidend

SoftBank hat auf einer Pressekonferenz angedeutet, dass die Milliarden US Dollar auch in den Konkurrenten Lyft fließen können. Die Entscheidung hängt letztendlich vom Preis und den Konditionen ab. SoftBank würde nur in Uber investieren, wenn es zu einer niedrigeren Bewertung investieren kann, als die 70 Milliarden US Dollar, die im Moment im Raum stehen. Außerdem will der VC genügend Sitze im Verwaltungsrat erhalten, um Entscheidungen beeinflussen zu können. Dagegen wehrt sich der Uber Gründer und ehemalige CEO Travis Kalanick.

Uber rechnet mit Investment durch SoftBank

Bei Uber geht man davon aus, dass das Investment von SoftBank kommen wird. In einem ersten öffentlichen Interview verbreitete der neue Uber CEO Dara Khosrowshahi Optimismus, dass es zu einem erfolgreichen Investment kommen wird. Die Verhandlungen über Preis, Sitze im Verwaltungsrat und Stimmen dauern nur länger als geplant.

Lyft will die Schwäche von Uber nutzten

Der Konkurrent Lyft würde zu den SoftBank Milliarden nicht nein sagen. Das Unternehmen liefert sich in den USA einen Preiskampf mit Uber, was dazu führt, dass beide Anbieter in den USA nicht profitabel arbeiten können. Die zweitgrößte Ridesharing Plattform hat erst kürzlich ein Milliardeninvestment von der Google Mutter Alphabet erhalten. Insgesamt wurde eine Milliarde US Dollar investiert, dabei lag die Bewertung bei 10 Milliarden US Dollar.

Lyft will die aktuellen Skandale von Uber für sich nutzen, um schneller wachsen zu können. Durch die unterschiedlichen Skandale bei dem Konkurrenten konnte Lyft einen Zuwachs an Fahrten von mehr als 30% im ersten Quartal verzeichnen.

Bild: Yumi Kimura (bestimmte Rechte vorbehalten)