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Autonomes Fahren – Toyota investiert in Uber

Mit einem 500 Millionen Dollar Investment will der japanische Autohersteller Toyota das amerikanische Dienstleistungsunternehmen Uber dabei unterstützen, die Entwicklung eines autonomen Fahrzeugs voranzutreiben. Ziel dabei sei es, die selbstfahrenden Autos als Rufservice auf den Markt zu bringen.

Bisher galten die beiden Unternehmen als große Konkurrenten in der Entwicklung autonomer Autos. Mit der Partnerschaft verdeutlicht Uber seine Strategie, durch Kooperationen den Ausbau und die Verfeinerung der Technologie umzusetzen.

Die Zusammenarbeit beinhalte eine Zusammenführung des autonomen Fahrsystems von Uber mit dem Guardian-System von Toyota. Bei letzterem handelt es sich um ein automatisiertes System, das zwar einige Sicherheitsmerkmale bietet, aber es einem Fahrzeug bislang nicht erlaubt, völlig autonom zu fahren.

In den letzten zwei Jahren ergaben sich diverse Partnerschaften zwischen Automobilherstellern, Technologieunternehmen und anderen Dienstleistern, um gemeinsam an der komplexen Technologie zu arbeiten und Kosten zu teilen.

 

Toyota beteiligt sich mit einer Milliarde Dollar an Grab

Der Fahrdienst Grab aus Asien kann einen weitere Erfolg verbuchen. Nach der Übernahme des Geschäfts von Uber in der Region erfolgt ein Milliarden-Investment. Der Automobilkonzern Toyota steckt eine Milliarde Dollar in die aufstrebende Mobility Plattform.  Toyota und Grab arbeiten schon länger zusammen und für das Unternehmen ist es auch nicht das einzige Investment eines Automobilkonzerns. Auch der Autobauer Hyundai hat sich in einer der letzte Runden an Grab beteiligt.

Grab bietet nicht nur Fahrdienst

Grab ist vor Go-Jek der größte Anbieter von Mobilitäts- und Transportdiensten. Neben dem Fahrdienst bietet das Unternehmen auch Essens- und Paketdienste und ist im Bereich der Finanzservices und Bezahldienste aktiv. Nach der Übernahme von Uber in Südostasien ist die Plattform in 217 Städten in acht Ländern aktiv.

Toyota und Grab weiten Zusammenarbeit bei Versicherungsangeboten und Vernetzung aus

Bisher waren 100 Mietfahrzeuge auf der Grab-Plattform mit digitalen Fahrtenschreibern ausgestattet. Der Daten-Rekorder soll auf die gesamte Mietwagenflotte von Grab ausweitete werden. Auf Basis der gesammelten Daten sollen individuelle Versicherungsangebote, Finanzdienstleistungen und Wartungsdienste angeboten werden. Auch bei der Entwicklung künftiger Mobilitätslösungen wollen beide Unternemen eng zusammen arbeiten. Autonome Fahrzeuge für Lieferdienste und die Personenbeförderung dürften dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Toyota und Grab entwickeln seit August 2017 vernetzte Services und nutzen dafür Fahrdaten, die mit dem Toyota TransLog Fahrtenschreiber gesammelt werden. Der von Toyota für Unternehmensflotten entwickelte Rekorder befindet sich in 100 Mietfahrzeugen von Grab. Die gesammelten Daten werden auf der Toyota Mobilitätsplattform gespeichert, die als eine Art Informations-Infrastruktur für vernetzte Fahrzeuge dient. Aktuell bieten beide Unternehmen auf Basis gesammelter Fahrdaten beispielsweise Versicherungen für die Mietwagenflotte von Grab in Singapur an.

Weitere Zusammenarbeit möglich

Die jetzt angekündigte Ausweitung der Zusammenarbeit betrifft die Vernetzung der Mietwagenflotte von Grab in ganz Südostasien sowie die Einführung verschiedener vernetzter Dienste, die die in der Toyota Plattform gespeicherten Daten nutzen. Geplant sind außerdem Versicherungsangebote auf Basis von Fahrdaten, Finanzdienstleistungen und Wartungsdienste. Beide Partner prüfen auch eine Zusammenarbeit beim Aufbau effizienterer Fahrdienste und bei der Entwicklung künftiger Mobilitätslösungen.

 

Bild: Grab (alle Rechte vorbehalten)

Autonome Autos: Uber soll Systeme an Toyota verkaufen

Die Fahrdienstplattform Uber wird damit beginnen, die Systeme für autonome Autos an Interessenten wie Automobilhersteller zu verkaufen. Uber ist mit dem japanischen Konzerne Toyota im Gespräch, Toyota möchte die Systeme von Uber einkaufen. Es war abzusehen, dass Uber nicht nur Fahrzeuge für die eigene Plattform mit den Systeme ausstatten wird, sonder auch daran interessiert ist, als Zuliefere aufzutreten.

Toyota will Systeme in Minivans einsetzen

Toyota soll daran interessiert sein, die Systeme von Uber für MiniVans zu nutzen. Die hochrangigen Toyota Manager Shigeki Tomoyama und Gill Pratt sollen sich mit dem Uber CEO Dara Khosrowshahi in Pittsburgh getroffen haben, um den Deal zu besprechen. Fraglich ist, ob Toyota nach dem tödlichen Unfall mit einem selbstfahrenden Uber-SUV an den Plänen festhält.

Autonome Autos werden in Pittsburgh entwickelt

In Pittsburgh betreibt Uber sein Forschungszentrum für die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. Toyota kann sich trotz eigener Forschung und Entwicklung im Bereich autonomes Fahren den Zukauf von passenden Systemen vorstellen. Erst kürzlich wurden Pläne bekannt, dass mehr als zwei Milliarden Dollar in ein Forschungszentrum investiert werden sollen.

Uber rüstet schon jetzt Fahrzeuge auf

Uber hat Erfahrung damit, die eigenen Systeme für autonomes Fahren in Serienfahrzeuge zu verbauen. Die Flotte von Uber besteht aus serienmäßigen Volvo SUVs, die von Uber aufgerüstet werden. Außerdem wurde eine Absichtserklärung mit Volvo unterzeichnet, um mehr als 24.000 XC90 SUVs zu für den Einsatz auf der Uber Plattform aufzurüsten.

Strategie erinnert an Waymo und Fiat Chrysler

Die Strategie von Toyota und Uber erinnert an das Vorgehen von Waymo in den USA. Das Schwesterunternehmen von Google bestückt Minivans des Herstellers Fiat Chrysler mit Sensoren, Rechnern und Software und setzt diese in Arizona und Kalifornien ein. Uber ist auch nicht das einzige Unternehmen, dass sich als Zulieferer für Systeme für autonome Fahrzeuge positionieren wird. Zu den Konkurrenten gehören Waymo, Aptiv und Aurora. Auch das Konsortium rund um BMW und Intel will später die Systeme für selbstfahrende Autos an andere Hersteller verkaufen.

Bild: Uber (alle Rechte vorbehalten)

Mit BMW und Toyota Beteiligung: May Mobility sammelt 11.5 Mio. US$ für autonomes Shuttle ein

Das Startup May Mobility hat eine Finanzierung über 11.5 Mio. US Dollar eingesammelt. Die Seed-Finanzierung kommt von BMW i Ventures, Toyota AI Ventures und bestehenden Investoren wie Maven Ventures, SV Angel, Tandem Ventures, Trucks Ventures und YCombinator. Das Startup entwickelt kleine autonome Shuttle Fahrzeuge, die zuerst auf Geländen von Unternehmen und später auch im öffentlichen Raum eingesetzt werden sollen.

Autonomes Shuttle aus dem Y Combinator

Die Finanzierung kommt ein Jahr nach dem offiziellen Start und soll dafür verwendet werden, die Shuttles in mehreren Städten in den USA auszurollen. In diesem Jahr soll ein erster kommerzieller Dienst gestartet werden. Im letzten Jahr wurde in Detroit ein Pilotprojekt durchgeführt, um die Alltagstauglichkeit unter Beweis zu stellen. Das Team besteht auch Experten, die früher für Ford, GM, Toyota oder die University of Michigan gearbeitet haben. Auch Teilnehmer der DARPA Urban Challenge sind mit dabei.

Einsatz in abgegrenzten Gebieten

Die Shuttle sollen zuerst in abgegrenzten Gebieten eingesetzt werden, wie Industrie-Parks, Universitätsgeländen oder abgeschlossen Wohngebieten. Dabei verkehrten die Shuttle Vans auf festgelegten Routen, später ist auch eine on-demand Lösung geplant. Langfristig will May Mobility auch den operativen Betrieb für die Kunden, die Wartung und das Flottenmanagement übernehmen.

BMW i Ventures von Erfolg überzeugt

BMW i Ventures ist von dem Erfolg von May Mobility überzeugt. Der Managing Partner Uwe Higgen lässt sich mit folgenden Worten zitieren: “Jede Menge Fahrzeuge und Programme werden angekündigt oder getestet, aber May Mobility löst die heutigen Verkehrsprobleme mit autonomen Fahrzeugen auf realen Straßen.” Damit spielt Higgen auf die vielen Ankündigungen der Mitbewerber an, die meist noch nicht in die Realität umgesetzt wurden. In das Startup hat BMW i Ventures investiert, da das Team schon heute autonome Mobilität liefert und nicht erst in den kommenden Jahren. Das dadurch generierte Wissen soll wahrscheinlich auch in die Entwicklung bei BMW mit einfließen.

Ähnliche Fahrzeuge von EasyMile, Navya oder Local Motors

Mit ähnlichen Elektro-Fahrzeugen sind schon Anbieter wir Local Motors, EasyMile oder Navya unterwegs. Die Shuttle Fahrzeuge der Unternehmen sind in unterschiedlichen Pilotprojekten im Einsatz. So erprobt die BVG in Berlin Fahrzeuge von EasyMile und Navya, das Bahn Unternehmen ioki betreibt einen Shuttle in Bad Birnbach.

Bild: May Mobility (alle Rechte vorbehalten)

Zukunft der geteilten urbanen Mobilität: Deutsches Startup Wunder Carpool kooperiert mit Toyota

Die klassischen Unternehmen der Automobilindustrie – OEMs und Zulieferer – suchen zunehmend die Nähe zu Startups, um die Digitalisierung voranzutreiben. Auch deutsche Player mischen hier mit. So hat das Hamburger Unternehmen Wunder Carpool, das größte unabhängige Mobilitäts-Startup in Deutschland, vor kurzem die Zusammenarbeit mit Toyota für ein Carpooling-Researchprojekt vereinbart.

Wie sollen Carpooling-Fahrzeuge der Zukunft aussehen

Nicht jeder kann sich vorstellen, gemeinsam mit Fremden in einem Auto zur Arbeit zu fahren. Dennoch ist shared mobility eines der Zukunftsthemen, sowohl für Städte und Gemeinden, als auch Automobilhersteller und Zulieferer. Wunder und Toyota führen daher ein Realtime-Experiment in mehreren hunderttausend Carpool-Fahrzeugen in Emerging Markets durch, bei denen die Reaktionen der Insassen durch biometrische Sitzmatten und Kameras aufgezeichnet und analysiert werden. Wunder Carpool steuert die Softwarelösung für das Projekt bei und kümmert sich um die Datenauswertung. Ziel ist es, herauszufinden wie Carpooling-Fahrzeuge in Zukunft von innen aussehen sollten, um die Fahrt angenehmer zu gestalten – sowohl für Fahrer und Mitfahrer heutzutage, also auch zukünftig in autonom gesteuerten Fahrzeugen. So soll Carpooling als ein Konzept für geteilte urbane Mobilität zukunftsfähiger werden.

Mehr als 700.000 Nutzer fahren mit Wunder

Die Software basiert auf den Erfahrungen und Technologien der Wunder Carpooling-App. Die Plattform vermittelt Mitfahrgelegenheiten mit Privatpersonen in Millionenstädten in Schwellenländern, wo der Verkehr besonders intensiv ist. Durch die inzwischen mehr als zwei Millionen Fahrten und 700.000 Nutzer sammeln die Softwareingenieure und Entwickler von Wunder laufend Praxiserfahrung und können die eigene Technologie schnell weiterentwickeln. Das Unternehmen ist damit inzwischen ein gefragter Technologiepartner der europäischen und asiatischen Automobilindustrie. Ende des Jahres soll das Projekt losgehen.

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Erfolg nach schwierigem Start in Deutschland

Ursprünglich ist das Unternehmen als WunderCar in Hamburg und Berlin als privater Taxidienst gestartet. Auf Grund der strikten Vorgaben im Personenbeförderungsgesetz, wurde der Dienst recht schell wieder in den beiden genannten Städten eingestellt. Nach einer ersten Phase in Osteuropa ist das Startup unter dem einprägsamen Namen Wunder nach Asien expandiert. Dort funktioniert der Service vor allem in den wachsenden Riesenstädten sehr gut.

Bild: Wunder Carpool (alle Rechte vorbehalten)

Toyota gründet Plattform für Mobilitätsdienstleistungen

Vor kurzem hat sich der japanische Automobilkonzern Toyota an der amerikanischen Peer-2-Peer Carsharing Plattform Getaround beteiligt. In einer Meldung veröffentlicht Toyota jetzt den Plan für den Start einer Mobilitätsplattform, die mehrere Services verknüpfen soll. Es werden Flotten- und Servicebetreiber sowie  Versicherungen direkt mit eingebunden. Ein erstes Pilotprojekt soll 2017 mit dem US-Startup Getaround in San Francisco gestartet werden.

Die neue Plattform ergänzt und erweitert Geschäftsmodule wie Flottenmanagement-Systeme und Leasing-Programme speziell für die Anbieter von Mobilitätsdiensten. Der Betreiber kann einzelne oder alle Funktionen auswählen und nutzen. „Wir arbeiten als Anbieter einer Mobilitätsplattform mit verschiedenen Unternehmen und Dienstleistern zusammen, um unseren Kunden eine sicherere und komfortablere Fortbewegung zu ermöglichen“, erläutert Shigeki Tomoyama, Präsident der Connected Company von Toyota.

Ein Teil der neuen Plattform ist eine sogenannte Smart Key Box. Sie wird im Fahrzeug platziert und soll so den Autoschlüssel ersetzen. Die Smart Key Box ist in der Lage, via Bluetooth Low Energy Signalen mit Smartphones zu kommunizieren. In Verbindung mit autorisierten Smartphone Apps können die Fahrzeugtüren geöffnet und der Motor gestartet werden. Die Box soll sich ohne großen Aufwand integriere lassen und ist vor allem für privates Carsharing interessant. Car-Sharing-Anbieter müssen dadurch weder eine Abholstation für den Schlüssel betreiben noch Änderungen an der Motorsteuerung vornehmen.

Einen ersten Feldversuch startet Toyota gemeinsam mit dem US-amerikanischen Car-Sharing-Dienst Getaround, an dem der Konzern über ein strategisches Investment beteiligt ist. Beide Unternehmen wollen ab Januar 2017 die Vorzüge der neuen Schlüsselbox in der Metropolregion San Francisco testen. „Unser Ziel bei Getaround war schon immer, Car-Sharing immer und überall zu ermöglichen. Die Kombination unserer Erfahrung und Car-Sharing-Technologien mit den Toyota Mobilitätsdienstleistungen eröffnet Toyota Kunden und dem rasant wachsenden Car-Sharing-Markt neue Möglichkeiten“, erklärt Sam Zaid, Gründer und CEO von Getaround.

Eine Smart Key Box wird bereits von dem europäischen peer-to-peer Carsharing Anbieter Drivy angeboten, dort heißt das Angebot Drivy Open. Die von Daimler gestartete private Carsharing Plattform Croove verzichtet vorerst auf eine digitale Schlüsselbox. Zu einem späteren Zeitpunkt soll diee auch dort verfügbar sein.

Bild: Toyota (alle Rechte vorbehalten)

Toyota beteiligt sich an der Carsharing Plattform Getaround

Die Peer-to-Peer Carsharing Plattform Getaround ist in den USA schon seit einigen Jahren aktiv und ist zur gleichen Zeit gestartet, wie die deutschen Carsharing-Plattformen Tamyca und Autonetzer (mittlerweile mit Drivy verschmolzen).

In der letzten Woche gab Toyota bekannt, dass der Autokonzern in das Carsharing Unternehmen Getaround investiert hat. Wie andere Autokonzerne auch, beteiligt sich Toyota an Startups, die neue Mobilitätsdienste anbieten, um die Zukunft nicht zu verschlafen.

Getaround mit weiteren 10 Mio. Investment

Es wurde nicht offiziell kommuniziert, wie hoch das Investment ist. Die Japanische Zeitung Nikkei hat berichtet, dass von Toyota insgesamt 10 Mio. US$ in Getaround investiert hat. Laut Crunchbase kommt das Unternehmen für privates Carsharing auf eine Gesamtfinanzierung von 56.3 Mio. US$.

Getaround ist im Jahr 2010 gestartet und bietet den Carsharing Service mittlerweile in sechs amerikanischen Städten an, darunter Chicago, San Francisco und Washington, D.C. Laut eigenen Angaben hat das Startup mehr als 200.000 Mitglieder.

Carsharing von Privat zu Privat

Das Konzept funktioniert wie bei den Anbieter Drivy oder CarUnity. Autobesitzer stellen ihre Fahrzeuge auf der online Plattform ein und definieren die Zeiten, die für die Vermietung zur Verfügung stehen. Registrierte Nutzer können die privaten Fahrzeuge reservieren und anmieten. Entweder treffen sich Fahrzeugbesitzer und Mieter, um die Schlüsselübergabe zu regeln oder es wird ein Kit in das Fahrzeug eingebaut, das ein Öffnen und Schließen per Smartphone-App ermöglicht. So können die Fahrzeugbesitzer die Standzeiten der Fahrzeuge teilweise monetarisieren. Abgesichert werden die Fahrten durch eine Ad-hoc Versicherung.

In Deutschland noch kein Durchbruch

In Deutschland konnte sich das Geschäftsmodell noch nicht wirklich durchsetzen. Der Markt hat sich bereinigt und es sind nur zwei Wettbewerber übrig geblieben. Tamyca bietet seine eigene Plattform an und betreibt auch CarUnity von Opel. Drivy kommt ursprünglich aus Frankreich und hat nach der Expansion nach Deutschland den Mitbewerber Autonetzer übernommen.

Mehrere Automobilkonzernen sind in den letzten Monaten Partnerschaften mit Startups im Mobilitätsbereich eingegangen. Die etablierten Konzerne möchten sich so auf eine Zukunft mit autonomen Fahrzeugen und sinkender Nachfrage für privaten Fahrzeugbesitz vorbereiten. Unter anderem hat sich General Motors an Lyft beteiligt und Cruise übernommen, der deutsche Autokonzern Volkswagen ist bei Gett eingestiegen.

Bild: David Ingram (bestimmte Rechte vorbehalten)

BMW, Toyota und die Allianz investieren in Nauto, ein Startup für autonomes Fahren

Das Startup Nauto, das Technologien für die Überwachung von Fahrzeugen und später auch für selbstfahrende Autos entwickelt, hat eine Finanzierung von namenhaften Konzernen eingesammelt. Die Unternehmen BMW, Toyota und Allianz Group haben eine Summe in unbekannter Höhe in das Startup investiert. Das Startup wird außerdem eng mit den Investoren zusammen arbeiten und die erhobenen Daten teilen.

Es ist nicht bekannt, welche Summe die Konzerne in der erweiterten Finanzierungsrunde in das Startup investiert haben. BMW ist mit BMW iVentures eigestiegen, Toyota ist über das Toyota Research Institute beteiligt und Allianz über Allianz Ventures. Entscheidender dürfte für Nauto die Zusammenarbeit mit den Konzernen sein. Zuvor hat Nauto eine Finanzierung in Höhe von 12 Mio. US$ eingesammelt. Das Unternehmen wurde im Jahr 2015 von CEO Stefan Heck und CTO Frederick Soo gegründet. Nauto entwickelt ein System bestehend aus Kameras, Bewegungssensoren und GPS Systemen das mit einer komplexen Software inklusive künstlicher Intelligenz ausgestattet ist. So wird überwacht, was sich außerhalb und innerhalb des Fahrzeugs abspielt.

Bis der Fahrer ganz ersetzt werden kann, wird dieser über gefährliche Situationen alarmiert und dabei unterstützt, Unfälle zu vermeiden. Das System verfügt über mehrere Kameras, die automatisch aufnehmen, wenn sich ein Unfall oder eine gefährliche Situation anbahnt. Im Falle eines Unfalls können die Aufnahmen genutzt werden, um die Schuldfrage zu klären. In einigen Ländern müssen dafür aber erst die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Der Fahrer kann das Nauto System auch absichtlich aktivieren, um Situationen im Fahrzeug aufzuzeichnen. Das ist vor allem für Taxifahrer und Fahrer von Mitfahrplattformen interessant, die öfters unbequeme Fahrgäste im Fahrzeug haben dürften. Im Falle eines Alarms wird ein Flotten- oder Fahrermanager alarmiert, der über einen Live-Stream das Geschehen mitverfolgen kann.

Am Anfang sind professionelle Fahrer die Zielgruppe von Nauto. Die Daten sollen genutzt werden, um für mehr Sicherheit zu sorgen und um Schäden schneller aufzuklären. Das System soll mit der Zeit weiterentwickelt werden und selbst dazu lernen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen die Vorteile und die vom Nauto-System gesammelten Daten in die Entwicklung von selbstfahrenden Autos einfließen und diese beschleunigen. Das Toyota Research Institute geht davon aus, dass erst Daten von mehreren Milliarden Fahrtkilometern gesammelt werden müssen, bevor die kritischen Punkte im Bezug auf die Sicherheit von selbstfahrenden Fahrzeugen vollkommen verstanden sind.

Nauto verfügt schon über einige Kunde aus den Bereichen Transportwesen, Logistik, und Personenbeförderung. Auch Uber und Lyft Fahrer interessieren sich für das System, bisher gibt es aber noch keine Partnerschaft zwischen dem Startup und einer der führenden Fahrdienst-Plattformen.

Volkswagen steigt bei Gett ein, Toyota bei Uber

Diese Woche ist bekannt geworden, dass sich gleich zwei Automobilkonzernen mit Mobilitätsanbietern verbünden. Der japanische Konzern Toyota steigt bei Uber ein und der deutsche Automobilbauer Volkswagen bei der Taxi-App Gett. Das Investment von Toyota in Uber ist unbekannt, VW beteiligt sich mit 300 Mio. USD (ca. 265 Millionen Euro) an Gett.

Gett in 60 Städten aktiv

Gett ist bereits im Jahr 2010 gestartet und stammt ursprünglich aus Israel. Mittlerweile werden Fahrten in Russland, Großbritannien, USA und Israel vermittelt. In insgesamt 60 Städten ist das Unternehmen aktiv. Neben Taxis vermittelt Gett auch Fahrdienstleistungen mit Limousinen und weiteren Fahrzeugkategorien. Bisher wurden mehr als 50 Millionen Fahrgäste befördert. In den USA ist Gett nur in New York aktiv, dort lieferte es sich einen Preiskampf mit Uber und war der erste Anbieter, der in Manhattan Fahrten zu einem Flatrate-Tarif von zehn Dollar angeboten hat. In einigen Städten ist das Angebot bereits profitabel.

Mit dem Investment von Volkswagen steigt die eingesammelte Finanzierung auf mehr als 500 Mio. US$. Die Bewertung ist nicht bekannt, dürfte aber bei mehr als 2 Milliarden US$ liegen. Zu den Investoren gehören Accel Industries und Kreos Capital. Für Volkswagen ist die Summe eher Peanuts, schließlich liegt der jährliche Umsatz bei fast 300 Milliarden US$.

Volkswagen investiert in die Zukunft

Für VW ist es auch ein erster Versuch, wieder für positive Schlagzeilen nach dem Abgasskandal zu sorgen und eine Möglichkeit, sich für das Geschäft in der Zukunft vorzubereiten. Mit dem bisherigen Carsharing Angebot war VW nicht sehr erfolgreich, weshalb es wieder eingestellt wurde. VW-Chef Müller bezeichnet den Einstieg bei Gett als einen Meilenstein auf dem Weg zu einem ganzheitlichen Mobilitätsdienstleister. Bis 2025 soll dieses Ziel erreicht werden. Im Bezug auf autonomes Fahren macht diese Partnerschaft auch Sinn. Gett entwickelt Technologien, um die Daten zu Analysieren und Vorhersagen zu treffen, die für die selbstfahrenden Autos von VW nützlich sein werden. Die Plattform von Gett kann auch für den Einsatz autonomer Fahrzeuge von Volkswagen genutzt werden.

Toyota dürfte eine geringere Summe in Uber investiert haben. Dem Autokonzern geht es vielmehr darum, seine Fahrzeuge per Leasing oder Verkauf an die Uber-Fahrer zu vermitteln. Die Raten werden direkt mit den Einnahmen bezahlt, die die Fahrer auf der Uber-Plattfirm verdienen. Außerdem ist der Autokonzern daran interessiert, Apps mit Uber zu entwickeln, die das Leben der Fahrer vereinfachen. Des weiteren will Toyota von Uber lernen, wie Fahrdienste genutzt werden.

Gefahr und Chance für Automobilhersteller

Immer mehr Autokonzerne investieren in Fahrdienste, die über eine App bestellt werden, um im digitalen Wandel den Anschluss nicht zu verpassen. Der deutsche Hersteller Daimler betreibt mit MyTaxi eine eigene Taxi-App und ist auch an dem Fahrdienstvermittler Blacklane mit einem Millionenbetrag investiert. Der amerikanische GM-Konzern hat sich vor ein paar Monaten an der Fahrdienst-App Lyft beteiligt, betreibt mehrere Carsharing Angebote und ist auch an der deutschen Mitfahrplattform flinc beteiligt. Der Technologiekonzern Apple hat sich mit einer Milliarde US$ an dem chinesischen Anbieter Didi beteiligt.

Bild: Volkswagen von Bruno Kussler Marques (bestimmte Rechte vorbehalten)